Dienstag, 10. Juni 2014

Offene Grenzen – Auf zur nächsten Etappe in Bonn!

Das Thema Einwanderung wurde im Verhältnis zu seiner Wichtigkeit unter Libertären lange stiefmütterlich behandelt. Dies ist nun dabei, sich zu ändern.

Freie Einwanderung sollte auf der Prioritätenliste von Liberalen und Libertären eigentlich unter den Top-Themen rangieren. Lange war dies im deutschsprachigen Raum nicht so.

Einige aus dem liberal-libertären Spektrum berufen sich auf den tragischen, aber populären Ausspruch Milton Friedmans: „Man kann nicht gleichzeitig freie Einwanderung und einen Wohlfahrtsstaat haben.“ Daraus wird gerne eine Position hergeleitet, die freie Einwanderung zwar prinzipiell befürwortet, aber erst unter der Voraussetzung, dass der Wohlfahrtsstaat abgeschafft sei. Also eigentlich nicht.

Aber auch unter denjenigen, die sich auch unter den in der Realität gegebenen Bedingungen für freie Einwanderung aussprechen, ist das Thema immer noch unterbewertet. Wieso sollte man sich stärker für offene Grenzen einsetzen als beispielsweise für ein Ende von Schutzzöllen oder eine verträglichere Geldpolitik?

Weil es freie Migration Menschen ermöglicht, gegen repressive Regimes mit den Füßen abzustimmen. Weil der Arbeitsmarkt, der weltweit größte Markt überhaupt, in den westlichen Staaten einem rigiden Protektionismus gegen Ausländer erlegen ist. Weil wir sehen, dass an den europäischen Außengrenzen Flüchtlinge ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie auf ein besseres Leben in Sicherheit und Freiheit hoffen. Weil unvorstellbar viele Menschen auf dieser Welt, die heute in tiefster Armut leben, ihren (und unseren!) Lebensstandard bedeutend verbessern könnten, wenn man sie nur ließe. Deshalb beispielsweise. Und deshalb, weil sich einige die Dimension der Frage freier Einwanderung bewusst gemacht haben, sind wir dabei, uns dem Thema nun deutlich stärker zuzuwenden.

So gründete sich am 16. März diesen Jahres, am Open Borders Day, die maßgeblich von Liberalen und Libertären vorangetriebene Initiative Offene Grenzen. Als deutschsprachiger Ableger der internationalen Mutterorganisation Open Borders: The Case betreibt sie einen Blog, der aus verschiedensten Blickwinkeln Argumente für freie Einwanderung (und Bedenken dagegen) aufgreift und ausführlich diskutiert.

Im Vorfeld fand im Februar auf der Gründungsveranstaltung der Students for Liberty TU Berlin eine Diskussion der Chancen offener Grenzen für Europa statt. Passend zum Jubiläum von 25. Jahren Mauerfall (der die lang ersehnte innerdeutsche Migration ermöglichte), unter dessen Banner die ESFL Konferenz in Berlin stattfand, wurde das Projekt auch dort außerhalb des Internets einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Veranstaltung „Offene Grenzen“ in Bonn: Die nächste Etappe

Am 7. Juli wird an der Universität Bonn die nächste Veranstaltung zu Offenen Grenzen stattfinden. Zwei Studentengruppen, die Libertäre Liste Bonn und die Kölschen Libertarier, haben dazu Hansjörg Walther als Referenten gewinnen können.

Hansjörg Walther ist Mathematiker, und setzt sich besonders aus einer ökonomischen und historischen Perspektive intensiv mit Migration auseinander. Einige werden den klassischen Liberalen von seinem Blog Freisinnige Zeitung her kennen; zudem verfasst er auch gelegentlich Artikel für „eigentümlich frei“.

In seinem Vortrag wird er auf die gängigsten Bedenken und Einwände gegen freie Einwanderung eingehen und ein Plädoyer für ein Ende der Abschottung halten.

Anschließend soll es auch eine Diskussionsrunde geben, an der sich jeder mit Kommentaren, Ideen und Fragen an den Referenten beteiligen kann.

Die Veranstaltung wird videotechnisch von den Sons of Libertas begleitet werden. Wer wirklich nicht kommen kann, braucht sich also nicht zu sorgen, dass er den Vortrag verpasst. Dennoch lohnt es sich, vorbeizuschauen um hier mit anderen ins Gespräch zu kommen und auch von der Diskussion etwas mitnehmen zu können.

Natürlich soll dies alles nicht nur der Bestätigung der Voreinstellungen von Liberalen, Libertären und anderen Befürwortern offener Grenzen dienen. Deshalb sind gerade auch Skeptiker und Zweifler willkommen und eingeladen, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen und vielleicht überzeugen zu lassen.

Denn das ist es, was wir machen wollen. Dem inneren Kompass von Menschen einen Anstoß zu versetzen. Und wir glauben, dass wir mit Hilfe der besseren Ideen einen Anstoß in Richtung der Freiheit leisten können!

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