Sonntag, 1. Juni 2014

Marktkommentar: Goldpreis fällt auf 1250 $ pro Unze

ADX-Index korrekt - leider in die falsche Richtung
von Claus Vogt
Liebe Leser,
vorige Woche habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass der ADX-Index des Goldpreises einen Extremwert erreicht habe und damit eine größere Kursbewegung signalisiere. Außerdem nannte ich Ihnen die Gründe, warum ich mit einer Kursbewegung nach oben rechnete. Teil 1 dieser Prognose hat sich mittlerweile als richtig erwiesen, Teil 2 hingegen als falsch.

Tatsächlich hat der Goldpreis inzwischen nämlich eine größere Kursbewegung von immerhin 3,5% innerhalb von drei Tagen vollzogen. Allerdings war es keine Aufwärtsbewegung, wie von mir erwartet, sondern ein Kursrückgang. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie dieser Kursrückgang im größeren Bild interpretiert werden muss.


Verantwortungslose Politik macht Goldbesitz unverzichtbar

Aus fundamentaler Sicht hat sich für Gold natürlich nichts zum Schlechteren gewendet, im Gegenteil. Die kurzsichtige und verantwortungslose Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre wird in großem Stil fortgesetzt. So hat EZB-Chef Draghi gerade erst eine weitere geldpolitische Lockerung seiner ohnehin schon seit Jahren ultra-expansiven Geldpolitik in Aussicht gestellt. Damit sorgt er dafür, dass auch europäische Regierungen weiterhin ungestraft über ihre Verhältnisse leben können. Und maroden Großbanken und bankrotten Staaten wird auf Kosten der Steuerzahler die Konkursverschleppung ermöglicht und erlaubt.

Nichts deutet gegenwärtig darauf hin, dass sich an dieser Politik etwas ändern wird – jedenfalls nicht freiwillig. Deshalb ist Gold als strategische Versicherung gegen die früher oder später eintretenden verheerenden Folgen dieser Politik unverzichtbar.

Diese strategische Positionierung ist allerdings völlig unabhängig davon zu sehen, ob der Goldpreis steigt oder fällt. Sie ist in Zeiten einer höchst riskanten und experimentellen Geldpolitik, die allen traditionellen Erkenntnissen der Geldtheorie ebenso widerspricht wie den bisherigen Erfahrungen mit dem Drucken von Geld schlicht und einfach ein Muss. Sie ist ein notwendiger Depotbestandteil für jeden vorausschauend und verantwortungsvoll handelnden Anleger, der sein finanzielles Überleben auch für den Fall von Bankenpleiten und Staatsbankrotten sicherstellen möchte.


Charttechnisch zurück im Niemandsland
Wie aber steht es nach dem jüngsten Kursrückgang mit den kurz- und mittelfristigen Aussichten für Gold? Zur Beantwortung dieser Frage werfen Sie einen Blick auf den Chart, um zu sehen, wie sich das Bild verändert hat.

Goldpreis pro Unze in $, Momentum-Oszillator, ADX-Index, 2013 bis 2014

Das kurzfristige technische Bild hat einen Rückschlag erlitten,
die Phase der Bodenbildung setzt sich fort. Quelle: StockCharts.com


Wie Sie sehen, ist der Goldpreis unter die blau eingezeichnete Unterstützungslinie gefallen und damit auch unter das Zwischentief der vergangenen Wochen. Dieses Zwischentief befindet sich bei 1.268 $. Gestern erreichte der Goldpreis ein Tagestief von 1.251 $, also 1,3% tiefer.

Ob es sich dabei um eine Impulsbewegung handelt, die den Auftakt für weitere Kursrückgänge bildet, lässt sich heute noch nicht sagen. Denn die Unterstützungszone, deren oberen Bereich der Goldpreis in den vergangenen Wochen mehrmals getestet hat, ist bei etwa 1.250 $ am massivsten. Zusätzlich verläuft hier die 62%-Fibonacci-Unterstützung. Noch ist charttechnisch gesehen also nichts Entscheidendes passiert.


Bodenformation weiterhin intakt

Die nächste Unterstützungslinie verläuft bei knapp 1.200 $, also rund 4% unter dem aktuellen Kursniveau. Erst mit einem Ausbruch unter diese sehr wichtige Linie würde sich das charttechnische Bild drastisch eintrüben. Durch den jüngsten Kursrückgang hat lediglich das kurzfristig sehr bullishe Chartbild, das sich seit Anfang des Jahres schrittweise entwickelt hatte, einen herben Rückschlag erlitten. Das große Bild einer mächtigen Bodenformation, die als Sprungbrett der nächsten zyklischen Hausse dient, bleibt davon aber unberührt.


Werfen Sie die Flinte also nicht ins Korn und halten Sie Ihre Goldinvestments. Wer noch nicht investiert ist, sollte jetzt aktiv werden. Eine günstigere Gelegenheit wird sich wahrscheinlich nicht mehr ergeben. Welche Gold-Investments ich bevorzuge, lesen Sie in meiner Börsenpublikation Krisensicher Investieren, die ich Ihnen wärmstens ans Herz lege. Am Dienstag dieser Woche ist gerade die Juni-Ausgabe erschienen. Neben den Edelmetallinvestments habe ich eine interessante Short-Spekulation für Sie parat, die Sie vermutlich in Erstaunen versetzen wird und mit der Sie von den bald wieder fallenden Aktienkursen profitieren werden.


Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag. 

Ihr

Claus Vogt


PS: Das Risiko an den Aktienmärkten ist inzwischen sogar größer als im Jahr 2007! Das hat uns aber nicht davon abgehalten, in den vergangenen Wochen mit Gazprom 25% zu verdienen.
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Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. Der ausgewiesene Anlageprofi besitzt ein fundiertes Fachwissen und hat eine Bilderbuchkarriere im Finanzwesen aufzuweisen. Zusammen mit Börsenexperte Roland Leuschel hat er der Bestseller ''Das Greenspan Dossier'' geschrieben. Diese schonungslose Abrechnung mit der Geldpolitik des US-Notenbankchefs stand wochenlang auf den Bestsellerlisten und erscheint aktuell in der dritten Auflage. Auf seiner Webseite www.clausvogt.com hält er aktuelle Informationen, detaillierte Analysen und wertvolles Hintergrundwissen zu den Themen: Eurokrise, Staatsverschuldung, Inflation, Gold, Österreichische Schule, Vermögensschutz für Sie bereit. Außerdem können Sie sich auf www.clausvogt.com für den kostenlosen wöchentlichen E-Mail-Newsletter ,,Claus Vogt Marktkommentar'' registrieren.

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