Mittwoch, 11. Juni 2014

Die Tyrannei des Volkes und die Abnahme individueller Freiheit, die in Unsicherheit mündet

von Tommy Casagrande
In einer gewaltmonopolistischen Demokratie, wo Demokratie als staatliches Instrument zur Herrschaftsstabilisierung verwendet wird, können Teile des Volkes stets an der Herrschaft partizipieren. Da Herrschaft und Subjektivität anstelle des Rechts und Selbsteigentums gesetzt sind, hat eine solche gewaltmonopolistische Demokratie mit Freiheit auch nichts zu tun. Wenn sich in einem Land alle an der Herrschaft partizipierenden Menschen einig sind, dass Lösungen immer nur staatlich sein können/dürfen/sollen, so wird es eines Tages keine Freiheit vor dem Staat mehr geben. Wenn das gesamte Leben, jeder Bereich darin, staatlich kontrolliert, lizenziert, reguliert wird, dann hat das mit individueller Freiheit nichts mehr zu tun. 
Wenn sich ein Volk, zersplittert in Interessengruppen, um die Herrschaft und folglich darüber streitet, wer wen in welcher Weise bevormunden darf, dann tyrannisiert sich dieses Volk selbst. Leidtragende sind jene, die Herrschaft zwischen Menschen ablehnen und auf Selbsteigentum und Recht setzen, sich jedoch fügen müssen, da Entscheidungen, die in einer gewaltmonopolistischen Demokratie getroffen wurden, für alle gelten. 

War einst ein Alleinherrscher Sinnbild eines Tyrannen, so sind es in einer gewaltmonopolistischen Demokratie viele Herrscher, die das Sinnbild eines Tyrannen verwirklichen.

Viele Menschen argwöhnen und stöhnen unter einer Zunahme staatlicher Bürokratie und Bevormundung. Doch die selben Menschen haben meist keine Probleme damit, anderen Gruppen ihre Bevormundungsfantasien aufzuerlegen, weil sie glauben, dass nur sie alleine wissen, wie die besten Regeln, denen sich Menschen zu fügen haben, aussehen sollen. Blöderweise glauben das die anderen Gruppen ebenso, weshalb jede Gruppe, die dann kurzzeitig an die Macht kommt, ihren Teil dazu beiträgt die Staatsquote zu erhöhen. 

Dieser Mechanismus führt zu einer steten Abnahme individueller Freiheiten. Ist den Menschen Freiheit egal? Ist den Menschen Sicherheit und die Setzung eigener Wertmaßstäbe, die für alle zu gelten haben, wichtiger? Dann, so lässt sich vorwegnehmen, wird am Ende der Spirale nichts von alledem mehr sein, denn Freiheit ist der Grundstein für eine Gesellschaft, die Mittel und Wege findet, Sicherheit zu gewährleisten. Sicherheit beinhaltet Kosten. Wer kann sich bei abnehmenden Möglichkeiten mangels Freiheit und abnehmenden finanziellen Mitteln, ebenfalls wegen mangelnder Freiheit, Sicherheit leisten? Nicht mehr viele.

Freiheit bedeutet, dass die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen von Sicherheit decken können. Ebenso bedeutet es steigenden Wohlstand, mit dem sich eventuell wachsende Sicherheitsansprüche finanzieren lassen. Ohne Freiheit bricht jedoch dieses Fundament weg und es bleiben Unfreiheit und Unsicherheit zurück. 

Es lässt sich Sicherheit nicht durch den Staat decken, weil

- der Staat das Sicherheitsbedürfnis von Individuen nicht individuell decken kann,
- der Staat es nicht jedem Recht machen kann,
- der Staat den Preis für eine bestimmte Art von Sicherheit nicht entdecken kann,
- der Staat nicht wissen kann, was Menschen bereit sind für ein bestimmtes Gut von Sicherheit zu verlangen oder zu bezahlen, denn daraus würde ein Marktpreis resultieren,
- der Staat nicht wissen kann, welche Sicherheitsbedürfnisse die wichtigsten sind und er sie nicht verfolgen kann, ohne dabei gleichzeitig die Bedürfnisse von anderen zu übergehen, die in die Finanzierung mittels Steuern involviert sind.

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