Mittwoch, 7. Mai 2014

Habermanns Richtigstellung: ,,Ausbeutung''

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: ,,Ausbeutung''
Ein offenbar unentbehrlicher Lieblingsbegriff der Sozialdemagogie, kulminierend in dem Begriff ,,Selbstausbeutung'' für freiwillige, unbezahlte oder angeblich nicht adäquat bezahlte Mehrarbeit. Im Wettbewerbsmarkt entstandene Preise oder Verträge sind insoweit ,,gerecht'' und damit vom Charakter der Ausbeutung frei, wie sie den tatsächlichen Knappheitsverhältnissen, also dem Wert der Arbeit für andere, entsprechen. Der Begriff ,,Ausbeutung'' sollte Verhältnissen vorbehalten bleiben, in denen ein Monopolist, dessen Gütern oder Dienstleistungen man nicht ausweichen kann, willkürlich Höchstpreise oder schlechte Konditionen durchsetzt. Ferner auch, wenn ein Kunde über den wahren Wert eines Gutes oder einer Leistung bewusst hinters Licht geführt wird. Die größte Ausbeutungsgefahr liegt beim Monopolisten Staat, der seine Bürger bis zu einer imaginären ,,Erdrosselungsgrenze'' über Steuern, Quasi-Steuern (Sozialbeiträge, Gebühren und Abgaben) belasten darf. Anfällig für Ausbeutungsprofite sind besonders auch staatseigene Monopolbetriebe, namentlich im Bereich der sogenannten ,,Daseinsvorsorge'', ohne private Gegenmacht und mit Benutzungs- oder Anschlusszwang.
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Prof. Dr. Gerd Habermann, Jahrgang 1945, ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und freier Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft
Bei Freitum erscheint monatlich ,,Habermanns Richtigstellung''.

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