Mittwoch, 23. April 2014

Marktkommentar: Institutionelle Anleger dominieren die Märkte und tanzen auf dem Vulkan

Janet Yellen komplettiert das geldpolitische Trio Infernale
von Claus Vogt
Liebe Leser,
in den vergangenen Wochen und Monaten habe ich in unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren und auch hier im Claus Vogt Marktkommentar ausführlich dargelegt, dass sich die Welt erneut im bedrohlichen Griff einer gewaltigen Spekulationsblase befindet – entgegen anderslautender Behauptungen, wie sie kürzlich erst wieder von Fed-Präsidentin Janet Yellen öffentlich vorgetragen wurden. Da die Zentralbankbürokraten jedoch die Hauptverantwortlichen für die Entstehung von Spekulationsblasen sind, sollten Sie deren Äußerungen zu diesem wichtigen Thema besser nicht ernst nehmen. Der eindeutigen Interessenlage der Akteure entsprechend handelt es sich dabei nämlich schlicht und einfach um Zentralbank-Propaganda ohne analytischen Wert.

Fallen Sie nicht auf die Zentralbankpropaganda herein

Diese traurige, aber wichtige Wahrheit haben wir anhand der jüngsten Äußerungen Yellens in unserer Ende März erschienenen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Wenn es ernst wird, muss man lügen“ wieder einmal klar herausgearbeitet und ausführlich belegt. Mit ihren Aussagen, dass es „keine Anhäufung von kreditfinanzierten Risiken“ gebe und „die Vermögenswertpreise nicht aus dem Rahmen traditioneller Bewertungsmaßstäbe“ fielen, hat sich Yellen schon jetzt auf eine Stufe mit Alan Greenspan und Ben Bernanke gestellt, die beide die Spekulationsblasen, deren Platzen sie jeweils im Amt des Fed-Präsidenten miterleben durften, nicht erkennen konnten beziehungsweise sogar leugneten.

Gemeinsam mit Greenspan und Bernanke bildet Janet Yellen das Trio Infernale der modernen Geldpolitik. Allerdings muss die aktuelle Spekulationsblase erst platzen, bevor sich diese Erkenntnis in der breiten Öffentlichkeit durchsetzen wird. Und platzen wird sie, die aktuelle Blase, die sogar noch größer ist als ihre beiden Vorgängerinnen. Die Theorie verlangt es, und die Finanzmarktgeschichte zeigt es: Alle Spekulationsblasen platzen – früher oder später. Je größer sie sind und je länger sie bestehen, desto schlimmer fällt die mit ihrem Platzen ausgelöste Bereinigungskrise an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft aus. Daraus folgt, dass uns überaus turbulente Zeiten bevorstehen.


Der hohe Anteil institutioneller Marktteilnehmer im Zentrum dieser Blase ...

Jetzt mehren sich die Zeichen, die für das Platzen der aktuellen Blase sprechen, einer Blase, die sehr viel länger zusammengehalten hat und sehr viel exzessiver ausgefallen ist als ich für möglich gehalten habe. Denn nach der Erfahrung mit zwei geplatzten Blasen innerhalb eines einzigen Jahrzehnts hatte ich mit einem gewissen Lerneffekt der Anleger gerechnet. Und bei der großen Mehrheit der Privatanleger – insbesondere in Deutschland – ist dieser Lerneffekt auch eingetreten. Nicht jedoch im institutionellen Bereich, also dort, wo fremder Leute Geld angelegt wird.

Genau an diesem Punkt unterscheidet sich die aktuelle Spekulationsblase deutlich von ihren Vorgängerinnen, indem sie nämlich fast ausschließlich auf institutionellen Marktteilnehmern basiert. Und diese Tatsache macht diese Blase noch gefährlicher und unberechenbarer. Denn Privatanleger neigen deutlich weniger zu Panik als institutionelle Anleger. Privatanleger sind überwiegend langfristig orientiert und verwalten ihr Vermögen eher mit ruhiger Hand. Demgegenüber hat ein Großteil der institutionellen Anleger den Finger stets am Abzug. In den USA beträgt die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie nicht mehr Jahre, wie das früher zumeist der Fall war, sondern nur noch wenige Monate. Gemessen an dieser Kennzahl ist die heutige Zeit nur noch mit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts vergleichbar!
 Durchschnittliche Haltedauer von US-Aktien in Monaten, 1926 bis 2013

Eine ähnlich hohe Umschlagshäufigkeit von Aktien wie heute gab es nur
in den 20er Jahren. Quelle: crosscurrents.net
... sorgt für zusätzliche Brisanz

Das besonders Gefährliche an einer von institutionellen Marktteilnehmern dominierten Spekulationsblase ist die Tatsache, dass diese Anlegergruppe sehr genau weiß, womit sie es zu tun hat. Im Unterschied zu Janet Yellen sind sich die meisten institutionellen Anleger vollkommen im Klaren darüber, dass es sich schon wieder um eine Spekulationsblase handelt, die mit gewaltigen Risiken einhergeht. Aber aufgrund ihres Karriererisikos sind sie fest entschlossen, zu tanzen, solange die Musik spielt.

Der Tanz auf dem Vulkan hat begonnen

Jeder Einzelne mag dabei die Hoffnung haben, noch rechtzeitig aussteigen zu können – wohl wissend, dass dieses Kunststück nur ganz Wenigen gelingen kann. Insbesondere besteht im laufenden Zyklus, in dem der Glaube an die Allmacht der Zentralbanknomenklatura und der Computerhandel die Szene beherrschen, die sehr große Gefahr, dass alle mehr oder weniger gleichzeitig auf die Idee kommen werden, ihre Aktien zu verkaufen.


Wenn das der Fall sein sollte, dann wird die nächste große Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten noch sehr viel dynamischer ausfallen als das beispielsweise 2008 der Fall gewesen ist. Dann müssen wir wohl eher die Crash-Jahre 1929 oder 1987 als Blaupause für die nächste Aktienbaisse verwenden. Als schönes Beispiel dient hier der Chart unten. Schauen Sie selbst, wie schnell so eine Abwärtsbewegung vonstatten gehen kann.


S&P 500, 1986 bis 1987

Manchmal geht es an den Aktienmärkten rasend schnell nach unten.
Quelle: StockCharts.com
Fazit: Große Krisen bergen große Chancen - Handeln Sie jetzt

Auch wenn meine Kritiker aus dem Lager der Dauerbullen der Meinung sind, dass ich immer nur schwarz sehe: Mir ist es wirklich ein persönliches Anliegen, Sie – wie schon in 2008 – heil durch die kommende Krise zu manövrieren, die sich in aller Klarheit abzeichnet. Bitte glauben Sie mir, ich würde Ihnen hier gerne positivere Dinge mitteilen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Zeit dafür auch wieder kommen wird.


Zuvor gilt es aber, die nächste große Krise heil zu überstehen. Dann aber heißt es, davon zu profitieren, dass sich am Ende aller großen Krisen stets phantastische Chancen bieten. Außerdem schaffen sie die Gelegenheit für einen sinnvollen Neuanfang. Und ein sinnvoller geld- und staatsschuldenpolitischer Neuanfang ist vor allem mit Blick auf nachfolgende Generationen dringend geboten. Handeln Sie bitte noch heute. Was Sie genau tun müssen, erfahren Sie in meiner Publikation Krisensicher Investieren.




Ich wünsche Ihnen eine gute Woche.


Ihr
Claus Vogt
PS: Schützen Sie Ihr Vermögen jetzt vor den absehbaren Folgen der völlig verfehlten Zentralbankpolitik der vergangenen Jahre.
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Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. Der ausgewiesene Anlageprofi besitzt ein fundiertes Fachwissen und hat eine Bilderbuchkarriere im Finanzwesen aufzuweisen. Zusammen mit Börsenexperte Roland Leuschel hat er der Bestseller ''Das Greenspan Dossier'' geschrieben. Diese schonungslose Abrechnung mit der Geldpolitik des US-Notenbankchefs stand wochenlang auf den Bestsellerlisten und erscheint aktuell in der dritten Auflage. Auf seiner Webseite www.clausvogt.com hält er aktuelle Informationen, detaillierte Analysen und wertvolles Hintergrundwissen zu den Themen: Eurokrise, Staatsverschuldung, Inflation, Gold, Österreichische Schule, Vermögensschutz für Sie bereit. Außerdem können Sie sich auf www.clausvogt.com für den kostenlosen wöchentlichen E-Mail-Newsletter ,,Claus Vogt Marktkommentar'' registrieren.

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