Donnerstag, 24. April 2014

Anarchokapitalistische Symbolik: Die schwarz-goldene Flagge

Die ,,black-and-gold flag'': Von (vorne) Gold und (hinten)
Schwarz, schräglinks geteilt. Quelle: deviantART.com
von Tomasz M. Froelich
Symbole sind ein wichtiges Mittel der Kommunikation. Durch den Einsatz von Symbolen teilen Menschen etwas mit, beispielsweise ihre Verbundenheit zu einem Fußballverein, ihr Bekenntnis zu einer Religion, ihre Zugehörigkeit zu einem Land, oder ihre politische Auffassung. Symbole wirken identitätsstiftend.
Auch Libertäre verwenden Symbole. Eines der bekanntesten libertären Symbole ist die vor allem von Anarchokapitalisten verwendete schwarz-goldene Flagge. Diese wurde erstmals im Winter 1963/1964 an Robert LeFevres Freedom School gehisst.

Robert LeFevres Freedom School und sein Rampart College
Der libertäre Unternehmer Robert LeFevre gründete 1956 in Colorado Springs die Freedom School, die er später noch um das Rampart College ergänzte. Ziel beider Institutionen war es, den Menschen die Bedeutung der Freiheit und des freien Marktes näher zu bringen. Das Projekt wuchs. Zu den Vortragenden an der Freedom School und am Rampart College gehörten unter anderem solche Größen wie Ludwig von Mises, Milton Friedman, Rose Wilder Lane, Frank Chodorov und Leonard Read. 
Im Winter 1963/1964 kamen mit Smith, Gaskins, Jackman, Peter Blake und Mike Helm führende junge Libertäre, die in der anarchokapitalistischen Tradition von Murray Rothbard standen, in Colorado Springs zusammen, um sich fortzubilden. Und um erstmals die Flagge des Anarchokapitalismus zu hissen, die ,,black-and-gold flag''. 

Warum schwarz und gold?
Die Farben schwarz und gold waren bewusst gewählt. 
Schwarz war seit jeher die klassische Farbe des Anarchismus und steht für die Ablehnung jeglicher Herrschaft. Die ersten schwarzen Fahnen mit politischer Symbolkraft tauchten vermutlich erstmals am Anfang des 19. Jahrhunderts in Frankreich auf und kamen einem breiteren Publikum vor allem während der Juli-Revolution im Jahre 1930 und während der Arbeiteraufstände im französischen Lyon im Jahre 1931 vor die Augen. Die schwarze Farbe symbolisierte zum einen Verzweiflung, zum anderen aber die Bereitschaft zum Widerstand gegen die herrschende Macht.
Gold steht für den Kapitalismus und das Edelmetall Gold, dem auf dem freien, von staatlicher Intervention und Geldproduktion befreiten Markt die Rolle einer harten Währung zukam.
Man sieht: Die Kombination aus schwarz und gold schaut nicht nur gut aus, sondern ergibt auch Sinn. 

Kommentare:

  1. Sorry, aber das ist keine "schwarz-goldene Flagge", sondern höchstens eine "gold-schwarze".

    Wappen, Flaggen etc. werden heraldisch immer von links (nennt sich heraldisch "rechts", da alles aus der Sicht des Wappeninhabers, also für den Betrachter seitenverkehrt, gelesen wird) nach rechts und oben (heraldisch auch: "vorne") nach unten ("hinten") angeführt. Und hier ist eindeutig links oben "gold" und rechts unten "schwarz".

    Die Flagge wäre demnach wie folgt zu beschreiben:

    "Von (vorne) Gold und (hinten) Schwarz, schräglinks geteilt".

    Anarchismus schön und gut — aber korrekte Fachsprache hat auch was für sich ...

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  2. Danke für den Hinweis.
    Gilt die Sprache der Heraldik auch für Flaggen?
    Ich habe die Information, auch in dieser Form, aus folgendem Werk entnommen:
    http://library.mises.org/books/Murray%20N%20Rothbard/The%20Betrayal%20of%20the%20American%20Right.pdf
    (Seite 188).

    Liebe Grüße,

    Tomasz

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Beim Jolly Roger auf schwarzem Hintergrund wird vermutet, dass Piraten ihn dann hissten, wenn sie andeuten wollten, dass sie zwecks Lösegeld Gefangene nehmen.

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