Montag, 31. März 2014

Inhalt und Fundament sind zwei paar Schuhe, oder: Staat ist nicht Kapitalismus (aber auch nicht Kommunismus)

von Tommy Casagrande
Mancher wagt zu behaupten, Staat sei gleichgesetzt mit Kapitalismus, aber ... Staat ist nicht Kapitalismus. Andernfalls wäre auch Kommunismus gleich Staat. Auch das wird von vielen gleichgesetzt. Es stimmt dennoch nicht. Was fällt so schwer daran, die Organisation wie Menschen miteinander leben davon zu trennen, ob es ein Gewaltmonopol gibt, das sie zu einer bestimmten Lebensweise zwingt ? 

Eine bildhafte Darstellung für visuell affine Menschen soll helfen dem Dilemma zu begegnen:
Kapitalismus ist eine schwarze Hose und Kommunismus ist eine rote Hose. Farben gibt es viele, daher sind auch ganz andere vergesellschaftete Formen des Miteinanderlebens denkbar. Die Freiheit der Menschen würde jedoch die Vielfalt, über die sich vorab nichts Genaues sagen lässt, hervorbringen lassen.  

Staat wäre, um bei dem Hosenbeispiel zu bleiben, eine Instanz die mir sagt, welche Farbe meine Hose haben muss (oder ob ich überhaupt eine Hose anziehen darf). Ich hoffe, der ein oder andere versteht nun, dass derart unscharf verwendete Begrifflichkeiten auf konsequentem Wege zu Denkfehlern führen müssen, die einem keinen Ausweg mehr erlauben außer den, den Kapitalismus als Organisationsform für Menschen abzulehnen. 

Hier kommen wir dann aber zur entscheidenden Frage: Mit welchem Recht soll man Menschen verbieten dürfen, nach einer derartigen Ideologie zu leben, wenn diese es freiwillig wollen und niemanden zum mitmachen zwingen würden? Jener, der den Kapitalismus verbieten (lassen) würde, wäre dann selbst der Staat und nicht der Kapitalismus (womit die ursprüngliche Aussage in sich zusammenfällt). Jener müsste Gewalt einsetzen (lassen), um seine subjektive Meinung von gut und schlecht durchzusetzen, respektive durchsetzen zu lassen. 

Dies ergibt Krieg, Leid, Zwiespalt unter den Menschen. Ich würde sagen, darüber denkt der ein oder andere noch einmal nach.

PS: Die undifferenzierte Gleichsetzung von Kapitalismus und Staat ist genauso falsch wie die undifferenzierte Gleichsetzung von Kommunismus und Staat. Man darf der Geschichte, wie sie stattgefunden hat, nicht derart die Deutungsmacht geben, sodass man nicht mehr selbst im Stande ist zu verstehen, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Inhalt, der die Frage des ,,Wie'' behandelt und einer Struktur, welche die grundlegende Basis, das Fundament abbildet.

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