Montag, 10. März 2014

Habermanns Richtigstellung: Imperium

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Imperium
Glanzvolle, aber häufig labile Gebilde, die auf eine zentralisierende Bürokratie angewiesen, oft zum Grab von Kultur und Bürgerfreiheit wurden. Bürger im vollen Sinn des Wortes zu sein, ist angesichts der Dimensionen solcher Imperien unmöglich. Die Verwertung des immer lokalen oder regionalen Wissens und die individuelle Energieentwicklung wird umso schwächer, je mehr sich die zentralisierenden und nivellierenden Tendenzen durchsetzen. An einem Übermaß bürokratischer Zentralisierung (und entsprechendem Fiskalterror) ging das ganze Weströmische Reich zugrunde, auch das Sowjetimperium implodierte nach jahrzehntelangem Niedergang und auch die EU-Kommission wird wohl mit ihrem Bestreben scheitern, sich die europäischen Nationen durch ,,Harmonisierung'' und Nivellierung gefügig zu machen.

Literaturtipp: Leopold Kohr: Das Ende der Großen. Zurück zum menschlichen Maß (1986).
Diesen und weitere Begriffe finden Sie in Gerd Habermanns ,,polemischem Soziallexikon''.
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Prof. Dr. Gerd Habermann, Jahrgang 1945, ist Wirtschaftsphilosoph, Hochschullehrer und freier Publizist. Er ist seit 2003 Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Initiator und Mitgründer der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und der Friedrich-August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft
Bei Freitum erscheint monatlich ,,Habermanns Richtigstellung''.

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