Donnerstag, 13. März 2014

Freiheit für Uli Hoeneß!

von Tomasz M. Froelich
Uli Hoeneß wurde vom deutschen Staat zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Sein Vergehen: Er hat sein hart erarbeitetes Eigentum behalten wollen, anstatt es dem Staat zu ,,spenden'', der damit Rettungsschirme und Pakete für Banken und Staaten, die sich verzockt haben (Griechenland & Co.), finanziert, der den Wohlstand der Menschen durch inflationäre Euro-Finanzpolitik vernichtet (,,Cantillon-Effekt''), der Steuergelder durch wahnwitzige Großprojekte verschwendet (Berliner Flughafen, Nürburgring, Elbphilharmonie), der die politische Klasse mit ihrer Selbstbedienungsmentalität auf Kosten der ehrlich arbeitenden Bevölkerung bereichert, der Kontodaten klaut.
Uli Hoeneß wollte sein Geld schützen, während die Agenten des Staates das Geld anderer verschwenden. Während Uli Hoeneß nun in den Knast muss, werden die nettosteuerempfangenden Agenten des Staates unbestraft bleiben und sich in den kommenden Wochen in allen möglichen Talkshows grinsend und voller Schadenfreude zu Moralaposteln aufspielen, so, als ob sie selber kein Dreck am stecken hätten.

Das Urteil ist eine Konsequenz des Systems
Dabei überrascht das Urteil keineswegs. Es ist die logische Konsequenz des Systems, in dem wir leben. Des Systems, in dem der Staat als Räuberhauptmann seine Macht nur aufrecht erhalten kann, indem er die Dienste, die zur Sicherung dieser Macht notwendig sind, wie etwa Schulen, Universitäten, Medien, ,,Soziales'' usw. usf. finanziert. Diese Finanzierung erfolgt über Steuern, die nichts anderes sind als Diebstahl, da sie nicht freiwillig, sondern unter Gewaltandrohung gezahlt werden. Gegen Menschen, die sich diesem Zwang zu widersetzen versuchen, geht der Staat - eh klar - rigoros vor, so auch bei Uli Hoeneß. Es geht dem Staat darum, ein Exempel zu statuieren, damit niemand auf den bösen Gedanken kommt, seine Steuern zu hinterziehen.
Ironie an der Sache: Steuerhinterzieher werden angeklagt von Staatsanwälten und verurteilt von Richtern. Beide Berufsgruppen haben ein starkes Interesse daran Steuerhinterziehung zu bestrafen, da sie von Steuergeldern finanziert werden. Ein fairer und vernünftiger Prozess gegen Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß ist daher systemimmanenterweise nicht möglich. Und daher überrascht auch nicht die harte Bestrafung durch den Richter.

Das Land der nicht mehr ganz Dichten und Denkbefreiten
Weitaus unverständlicher als das Urteil des Richters sind die Reaktionen breiter Teile der deutschen Bevölkerung. Schadenfreude dominiert. Laut einer Spiegel-Umfrage empfanden mehr als vier Fünftel der Befragten das Urteil gegen Hoeneß als gerecht oder gar als zu lasch. Nicht mal ein Fünftel war der Ansicht, dass das Urteil zu streng sei.
Warum ist das so? Die deutsche Gesellschaft ist eine vom Neid geplagte. Neid ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems, eine Neurose. Neid gilt allgemeinhin als niederes Empfinden, welches man nur ungern zugibt. Da kommt die Verurteilung des Uli Hoeneß gerade recht. Uli Hoeneß - erfolgreicher, intelligenter und reicher als seine Neider - kann nun wunderbar als Zielscheibe herhalten, an der die minder begabten, neidischen Massen ihre Aggressionen auslassen können, die sich im Zuge ihres eigenen Scheiterns angehäuft haben. Und man kann ihnen nicht einmal Neid vorwerfen, schließlich ist Uli Hoeneß ja ein ,,Verbrecher''. An ihm darf, oder besser: sollte man sich austoben.
Dabei wollte Uli Hoeneß lediglich sein Geld vor dem Staat schützen, der es ohnehin nur verschwendet hätte, so, wie er auch die Steuergelder aller anderen ehrlich arbeitenden Menschen verschwendet. Die Erkenntnis, dass der Staat Steuergelder verschwendet, ist spätestens nach den wahnsinnigen Großprojekten der letzten Zeit - Berliner Flughafen, Hamburger Elbphilharmonie und Nürburgring - keine neue. Und dennoch gehen die Menschen nicht auf die Barrikaden, um gegen den Staat zu protestieren. 
Warum tun sie das nicht? In Deutschland hat der Glaube an den Staat seit jeher eine große Tradition. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der königlich-preußische Staatsphilosoph schlechthin, beschrieb den Staat als ,,Verwirklichung der sittlichen Idee‘‘, also als höchste Ausdrucksform allen sozialen Lebens. Gegen ihn zu protestieren käme einer Gotteslästerung gleich. Seit Jahrhunderten wird dies den hörigen Massen so eingetrichtert. In den Schulen, in den Universitäten, in den Medien. Mit Erfolg.

Freiheit für Uli Hoeneß!

Dabei wäre Widerstand notwendig. Wir leben in einem ekligen Staat mit einer neidischen Bevölkerung, die Uli Hoeneß Gier vorwirft. Dem entgegnet Thomas Sowell: ,,Ich habe noch nie verstanden, warum es Gier genannt wird, das eigene, verdiente Geld behalten zu wollen, es aber keine Gier ist, sich das Geld anderer Leute aneignen zu wollen.'' Uli Hoeneß wollte sein Eigentum schützen, der Staat wollte sich sein Eigentum aneignen. Der Staat ist gierig, nicht Uli Hoeneß. Der Staat ist der Verbrecher, nicht Uli Hoeneß. Aber dennoch wird Uli Hoeneß bestraft, nicht der Staat.
Es bleibt nur zu hoffen, dass Uli Hoeneß' Revision Erfolg haben wird. Die wahren Verbrecher sitzen woanders. Freiheit für Uli Hoeneß!
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Lesen Sie auch: Uli Hoeneß, der Neid und der eigentliche Skandal.

Kommentare:

  1. "Er hat sein hart erarbeitetes Eigentum behalten wollen, anstatt es dem Staat zu spenden..."

    Na ja, von "spenden" kann da ja wohl keine Rede sein. Ich spende weit über 10 % meines Einkommens jedes Jahr. Das tue ich freiwillig und aus eigenem Antrieb. Ich entscheide, ob ich spende und wem ich wie viel Spende.

    Dem Staat spende ich nichts. Der nimmt sich einfach von meinem Eigentum.

    Einem Arbeitnehmer mit €2.000 brutto im Monat nimmt der Staat - alle Abgaben und Steuern zusammengerechnet - über 70 % seines Eigentums.

    Ich frage mich gerade, wer eigentlich wirklich vor Gericht stehen müsste .... Hoeneß ganz sicher nicht oder wenigstens nicht alleine.

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  2. Guter Einwand. Die Anführungszeichen werden nun ergänzt.

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  3. Spitze, Tomasz! Super Kommentar! Du bringst es auf den Punkt.

    Die Verurteilung von Uli Hoeneß ist eine Schande. Eher sollten die Politiker, die mit Milliarden nur um sich werfen und damit der Gesellschaft eher schaden als helfen, zur Verantwortung gezogen werden. Aber nein, da besteht ja angeblich kein Grund zu. Diese den Staat preisende Gesellschaft ist einfach nur pervers.

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