Montag, 31. März 2014

Inhalt und Fundament sind zwei paar Schuhe, oder: Staat ist nicht Kapitalismus (aber auch nicht Kommunismus)

von Tommy Casagrande
Mancher wagt zu behaupten, Staat sei gleichgesetzt mit Kapitalismus, aber ... Staat ist nicht Kapitalismus. Andernfalls wäre auch Kommunismus gleich Staat. Auch das wird von vielen gleichgesetzt. Es stimmt dennoch nicht. Was fällt so schwer daran, die Organisation wie Menschen miteinander leben davon zu trennen, ob es ein Gewaltmonopol gibt, das sie zu einer bestimmten Lebensweise zwingt ? 

Eine bildhafte Darstellung für visuell affine Menschen soll helfen dem Dilemma zu begegnen:
Kapitalismus ist eine schwarze Hose und Kommunismus ist eine rote Hose. Farben gibt es viele, daher sind auch ganz andere vergesellschaftete Formen des Miteinanderlebens denkbar. Die Freiheit der Menschen würde jedoch die Vielfalt, über die sich vorab nichts Genaues sagen lässt, hervorbringen lassen.

Sonntag, 30. März 2014

Termine: April 2014

Eines der vielleicht wichtigsten Events in der Geschichte des deutschen Anarchokapitalismus findet am 26.-27.04.2014 statt: Das AnCap Happening in Storkow mit Stefan Blankertz uvm. Weitere Informationen dazu gibt es hier.
Mit Sicherheit auch interessant wird der Vortrag von Jesus Huerta de Soto in Berlin sein. Thema: ,,The Essence of Austrian Economics''.
Denjenigen, die sich für Klimafragen interessieren, empfehlen wir die 7. Klima- und Energiekonferenz, die dieses Jahr in Mannheim stattfindet.
Im Folgenden eine kleine Auswahl empfehlenswerter Veranstaltungen. Sollten interessante Veranstaltungen fehlen, so bitten wir Sie uns dies mutzuteilen.

Weitere Veranstaltungshinweise finden Sie in unserem Kalender.

Berlin, 02.04.2014, 19 Uhr: Wieviel Religion verträgt eine freie Gesellschaft? Gesprächskreis des Hayek-Clubs Berlin. Mit Dr. Gesine Palmer. Ort: Club-Büro der Hayek-Stiftung, Chausseestraße 15. Anmeldung erwünscht.

Göttingen, 04.04.2014, 19:30 Uhr: Freistunde im April. Veranstaltung der Freiheitsfreunde Göttingen. Ort: ZAK, Am Wochenmarkt 22.

Samstag, 29. März 2014

Marktkommentar: "Quantitative Easing" ist ein Flop

Denn sie wissen nicht, was sie tun
von Claus Vogt
Liebe Leser,

“The problem with QE is that it works in practice but it doesn’t work in theory.” 
(Ex-Fed-Präsident Ben Bernanke)
(Das Problem mit Quantitative Easing (QE) ist, dass es in der Praxis funktioniert, aber nicht in der Theorie.)

Dieses durchaus witzig gemeinte Bonmot gab der ehemalige Fed-Präsident Ben Bernanke am 16. Januar 2014 zum Besten. Im Unterschied zum ersten Teil dieser Aussage, ist der zweite Teil korrekt. Denn es gibt tatsächlich keine Erklärung, keine Theorie, mit der man begründen könnte, dass Anleihenkäufe der Zentralbank mit extra zu diesem Zweck geschaffenem Geld („QE“) funktionieren, das heißt für Wirtschaftswachstum und Wohlstand sorgen könnten. Aber es gibt mit der Österreichischen Schule der Ökonomie eine Theorie, mit der sich überzeugend begründen lässt, dass QE nicht funktionieren kann, sondern im Gegenteil verheerende negative Folgen hat, die aber erst mit einer gewissen Verzögerung sichtbar werden.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Wenn Staatsdiener eine Reise machen

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

man kann nur immer wieder staunen, wie unterschiedlich der deutsche Staat mit den von ihm eingetriebenen Steuergeldern umgeht. In vielen Bereichen schmeißt er das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus, ohne genau hinzusehen. In anderen Zusammenhängen ist der Staat dagegen sehr um die Vermeidung von Ausgaben bemüht, wobei er sich um die dabei entstehenden Aufwände aber nicht im Geringsten kümmert.

Dieses Nebeneinander von Großzügigkeit und Knauserigkeit mag Außenstehende verblüffen, ist aber typisch für den Staatsapparat. Den Staatsbediensteten selbst fällt diese Widersprüchlichkeit gar nicht mehr auf, sie sind es halt so gewohnt.

Vor diesem Hintergrund ist es sehr zu begrüßen, dass sich vor einigen Jahren ein Gutachter exemplarisch mit der Vermeidung von Ausgaben und den dabei entstehenden Bürokratiekosten beschäftigt hat. In der Untersuchung ging es um Dienstreisen und deren Abrechnung, ein Bereich, der im Innenleben der Staatsbürokratie eine große Rolle spielt und viele Kräfte bindet.

Donnerstag, 27. März 2014

Das Problem mit dem Libertarismus

von Moritz Ballauff
Die Anhänger des Libertarismus haben sich zumindest in Deutschland zu einer Gruppe geformt, die abgeschottet über ihre Ideen debattiert und sich gegenseitig über Details zerfleischt, während der Rest der Bundesrepublik immer noch völlig hilflos vor sich hin treibt, ohne den leisesten Verdacht, dass das mit der staatlichen Gewalt vielleicht doch eine miese Idee sein könnte, die uns alle am Ende den Kopf kostet. Ich möchte hiermit an diejenigen appellieren, denen die persönliche Meinungshoheit und das eigene Ego an vielen Stellen noch wichtiger sind als konkrete Freiheit.
Libertarismus setzt die Freiheit des Individuums an höchste Stelle und braucht dabei nichts weiter als das natürliche Recht absoluten Eigentums an sich selbst, wie auch an den Früchten der eigenen Arbeit. Das ist ein Grundsatz, an dem sich jeder festhalten kann, der sich mit dem Libertarismus assoziiert.
Besserwisser, Nerds, Spammer und Hitzköpfe versuchen der eigenen bescheidenen Existenz einen Sinn zu geben und Anerkennung in einer Umgebung zu finden, die eigentlich das Kollektiv in jeglicher Form ablehnt. Keiner sabotiert uns, keiner greift uns an, keiner interessiert sich für uns. Wir sind bloß die Spinner, die philosophische Kunststücke vollführen, die in sich logisch sind, aber kaum eine Handlungsdevise mitgeben, außer nicht zur Urne zu gehen. Sobald es konkret wird flüchten wir uns in das gelernte Links-Rechts-, Ost-West-, Gut-Böse-Schema. Dann werden aus Libertären wieder Konservative, linke Anarchisten und theoretische Besserwisser, die alles außer der eigenen Auffassung für Faschismus halten.

Terminhinweis: AnCap Happening 2014 in Storkow


Vom 26.-27. April findet das AnCap Happening in der Burg Storkow (Mark) statt. Ein Wochenende lang wird konsequenter Anarchokapitalismus geboten, mit Vorträgen von Stefan Blankertz, Rahim Taghizadegan, Heiko Cochius, Gerhard Wrodnigg und Norbert Lennartz. Es bietet sich die seltene Gelegenheit, alle Vortragenden persönlich kennen zu lernen. Da auch andere namhafte Anarchokapitalisten der deutschen Szene anwesend sein werden, besteht die Möglichkeit idealer und ideeller Vernetzung.
Speisen und alkoholfreie Getränke sind im Preis (120 Euro für beide Tage, 90 Euro für den Samstag, 75 Euro für den Sonntag) inbegriffen. Wer tiefer ins Glas blicken möchte, muss auch etwas tiefer ins Portemonnaie greifen. So oder so - der Trip nach Storkow lohnt sich, zumal jeden Besucher ein handsigniertes Exemplar von Stefan Blankertz' ,,Literatte'', erschienen im Holzinger Verlag, erwartet.

Mittwoch, 26. März 2014

Etatistische Strukturen verursachen etatistische Eigentumsverhältnisse

von Tommy Casagrande
Wem gehört das Geld der Menschheit? Die echten Eigentumsverhältnisse, wie sie sich anarchistisch entwickelt hätten, lassen sich tragischerweise nicht nachbilden. Denn dazu gehört die radikale Freiheit von Angebot und Nachfrage an jedem Ort der Welt unter Ausschluss erzwungener Vergesellschaftungsformen. Sobald eine Gesellschaft erzwungenermaßen vergesellschaftet wird, kann man auch nicht mehr davon sprechen, dass das produzierte, geschöpfte, getauschte, angebotene, nachgefragte Eigentum auf freien Strukturen entstanden ist. Somit fehlt der Verteilung des weltweiten Eigentums die Legitimation - und zwar bei allen Erdmenschen. Und somit existiert die heutige Menschheit in einem in Wahrheit eigentumslosen Zustand, in dem der Begriff Eigentum zur Auslegungssache der Machtpotenz wird.

Dienstag, 25. März 2014

Erwiderung: Herr Mokwa verklärt die Welt

von Axel B. C. Krauss
Wie man als Scheinlibertärer die Zivilisation aufs Spiel setzt
Die gedankliche Konfusion, um nicht zu sagen politische Schizophrenie, die unter manchen sogenannten (oder selbsternannten) Liberalen und Libertären herrscht, ist bisweilen belustigend, manchmal aber auch schlicht ärgerlich. Denn sie ist der Grund dafür, warum der Libertarismus von seinen Kritikern als „inkonsequent“, „widersprüchlich“, „realitätsfern“ oder Ähnliches, kurz, als politisch untauglich bezeichnet wird. Das von Peter Mokwa veröffentlichte Pamphlet gegen Oliver Janich ist beides: in seiner Argumentationsführung sowohl belustigend als auch stellenweise schon ärgerlich. Es steckt voller gravierender Mängel in puncto Logik und entbehrt auch nicht der hierzulande üblichen Geschichtsvergessenheit hinsichtlich diverser außenpolitischer Amokläufe „guter Freunde“, vor allem aber begeht Mokwa darin selber eben jene Fehler, die er Janich so vollmundig und unter häufiger Verwendung von Begriffen wie „Idiotie“, „Infantilismus“ oder „Primitivismus“ vorwirft.

Freitag, 21. März 2014

Marktkommentar: Das verzerrte Weltbild der OECD

Dichtung statt Wahrheit
von Claus Vogt
Liebe Leser,
dass mit dem Zustand der Weltwirtschaft etwas nicht stimmt, hat man inzwischen auch bei der OECD bemerkt. Deren Chefökonom Pier Carlo Padoan sieht in der weit verbreiteten Verlangsamung der Produktivität sogar einen „Vorboten des Beginns einer neuen Niedrigwachstums-Ära“, also eine Zeitenwende. Ausdrücklich weist er darauf hin, dass davon auch die Schwellenländer betroffen seien. Was allerdings fehlt, ist eine überzeugende Ursachenanalyse. Kein Wunder, müsste diese doch zu dem politisch nicht gewollten Ergebnis kommen, dass die Geld- und Staatsschuldenpolitik der vergangenen Jahre ursächlich für diese traurige Entwicklung ist.

Stattdessen nennt Padoan folgende drei Ursachen: „Eine schwache weltweite Nachfrage, Druck durch die Haushaltskonsolidierung in vielen Ländern und die weiterhin bestehenden Fehlfunktionen der Finanzmärkte.''

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Aktionismus der Politik - und was man dagegen tun sollte

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

die Politik in Deutschland neigt zum Aktionismus. Man will dem Wahlvolk um jeden Preis den Eindruck vermitteln, dass die Politik die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nimmt, auf alle Fragen die richtige Antwort hat und alle Probleme per Gesetz und zentralistisch lösen kann.
Auf einem anderen Blatt steht, dass von Politik und Medien in stiller Übereinkunft vorwiegend Randprobleme diskutiert und hochgespielt werden. Auf die wirklich wichtigen Fragen wie demographischer Wandel, Währungskrisen, Geld- und Zentralbankwesen oder Demokratie als Wettbewerb der Gauner wird hingegen kaum eingegangen.

Besonders dann, wenn die Medien ein Thema hochkochen, will die Politik unbedingt Handlungsfähigkeit beweisen. Dann müssen schnelle Lösungen her, koste es, was es wolle. Ob die gefundenen Lösungen ein vorhandenes Problem auch tatsächlich entschärfen, darauf kommt es der Politik nicht wirklich an.

Mittwoch, 19. März 2014

Nachruf an einen großen Anarchisten: Uwe Timm ist tot

Uwe Timm (1932-2014)
Foto. Wikipedia.
Am 7. März starb Uwe Timm im Alter von 82 Jahren. Uwe Timm war einer der führenden Vertreter des individualistischen Anarchismus in Deutschland.

Als entschiedener Gegner von staatlicher Herrschaft, totalitären Ideologien und Krieg warb er in seinen Schriften für eine Gesellschaft ohne Staat. Als Herausgeber der libertären Zeitschrift ,,espero'', die bis vor wenigen Monaten noch erschien, bot er intellektuellen Denkern des Anarchismus eine würdige Plattform. Er brachte uns allen durch die deutschen Ausgaben von ,,No Treason'' und ,,Anarchism'' das Denken solcher Größen wie Lysander Spooner, Voltairine de Cleyre und vielen anderen näher.

Montag, 17. März 2014

Wie die Libertäre Bewegung scheiterte

von Niklas Fröhlich
Die Libertäre Bewegung hatte klare Ziele: Der Staat müsse, wenn nicht ganz fort, dann zumindest aufs notwendigste beschränkt werden. Stattdessen solle, nach allen Gesetzen von Ökonomie und Ethik, nur die freie Zusammenarbeit, der freie Vertrag, der freie Handel blühen. Die Theorien waren klar und gemessen an ihrer Zeit weitgehend vollendet. Einzig an ihrer Umsetzung fehlte es noch schmerzlich - und über dieselbe war man überaus uneins.
Da gab es die einen,* die pragmatischen Radikalen: Sie hatten die Staatsgewalt als Übel und Feind der freien Assoziation erkannt - und forderten in stringenter Logik seine Abschaffung. Die Naturgesetze der Ökonomie, meinten sie, diktierten dies. Jedoch waren sie zugleich so realistisch zu erkennen, dass es nun einmal eine Staatlichkeit gab, mit der man auf das Ziel zuarbeiten musste. So wollten sie sich integrieren, um so viel ihres ökonomischen Programmes durchzusetzen, wie nur möglich.

Sonntag, 16. März 2014

Marktkommentar: Bearishe Zeichen an den Aktienmärkten nehmen zu

Euphorie wie am Top des Jahres 2000
von Claus Vogt
Liebe Leser,
die Aktienmärkte zeigen immer deutlichere Zeichen einer bevorstehenden Trendwende. Wie ich vorige Woche bereits beispielhaft anhand des japanischen Nikkei Index ausgeführt habe, bilden sich an den Aktienmärkten immer klarer erkennbare Topformationen. Gleichzeitig spiegeln die Sentimentindikatoren ein Ausmaß an Euphorie und Sorglosigkeit wider, wie es zuletzt an den wichtigen oberen Wendepunkten der Jahre 2007 und 2000 zu beobachten war.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Der Staat und der technische Fortschritt

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

die öffentliche Verwaltung in Deutschland verhält sich sehr widersprüchlich, wenn es um den technischen Fortschritt geht. Einerseits legen sich staatliche Stellen gern neue Computer und sonstige moderne Technik zu, denn das macht bekanntlich Spaß. Und tatsächlich nutzen die staatlichen Mitarbeiter diese neuen Spielzeuge auch, um ihre Aufgaben zu erledigen. Andererseits wollen die staatlichen Stellen aber nicht wahrhaben, dass sich aus dem verstärkten Technikeinsatz eigentlich offensichtliche und kaum zu leugnende Konsequenzen für die Behördenstruktur und für die Anzahl der Mitarbeiter ergeben.


Wenn die technische Entwicklung die Zahl der bestehenden Behörden in Frage stellt oder Personal überflüssig macht, erlahmt der Modernisierungswille der Verantwortlichen schlagartig. Auf organisatorische und personelle Auswirkungen des technischen Fortschritts wird dementsprechend nur sehr schleppend und überaus widerstrebend reagiert. Obstruktion statt Fortschritt, lautet die Parole dann.

Donnerstag, 13. März 2014

Freiheit für Uli Hoeneß!

von Tomasz M. Froelich
Uli Hoeneß wurde vom deutschen Staat zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Sein Vergehen: Er hat sein hart erarbeitetes Eigentum behalten wollen, anstatt es dem Staat zu ,,spenden'', der damit Rettungsschirme und Pakete für Banken und Staaten, die sich verzockt haben (Griechenland & Co.), finanziert, der den Wohlstand der Menschen durch inflationäre Euro-Finanzpolitik vernichtet (,,Cantillon-Effekt''), der Steuergelder durch wahnwitzige Großprojekte verschwendet (Berliner Flughafen, Nürburgring, Elbphilharmonie), der die politische Klasse mit ihrer Selbstbedienungsmentalität auf Kosten der ehrlich arbeitenden Bevölkerung bereichert, der Kontodaten klaut.
Uli Hoeneß wollte sein Geld schützen, während die Agenten des Staates das Geld anderer verschwenden. Während Uli Hoeneß nun in den Knast muss, werden die nettosteuerempfangenden Agenten des Staates unbestraft bleiben und sich in den kommenden Wochen in allen möglichen Talkshows grinsend und voller Schadenfreude zu Moralaposteln aufspielen, so, als ob sie selber kein Dreck am stecken hätten.

Dienstag, 11. März 2014

Das Elend des deutschen Liberalismus

Kämpfte für Freihandel: John Prince-Smith.
Foto: davidmhart.com
Eine historische Skizze (Teil 1)
von Peter Mokwa
Die europäische Geschichte und das europäische Denken sind, trotz aller Rückschläge, geprägt von Freiheit und Rationalismus. Griechische Philosophie, römisches Rechtsdenken, die naturrechtliche Scholastik des Mittelalters und der Renaissance sowie die Aufklärung sind ihre wesentlichen Stationen und Elemente. Der Liberalismus ist Zeitgenosse und Nachfolger der Aufklärung und die Quintessenz der europäischen Geschichte.


Die Aufklärung und die Whigs

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht beginnt die Aufklärung nicht in Frankreich, sondern mit John Locke in England. Später zieht Schottland nach und wird Hochburg der Aufklärung. David Hume, Adam Smith, Adam Ferguson sind die prominentesten der schottischen Aufklärer und überragen ihre französischen Zeitgenossen um Einiges. Politisch war für die französischen Aufklärer England das Vorbild. Das galt vor allem für Montesquieu, aber auch für Voltaire und die anderen.

Montag, 10. März 2014

Habermanns Richtigstellung: Imperium

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Imperium
Glanzvolle, aber häufig labile Gebilde, die auf eine zentralisierende Bürokratie angewiesen, oft zum Grab von Kultur und Bürgerfreiheit wurden. Bürger im vollen Sinn des Wortes zu sein, ist angesichts der Dimensionen solcher Imperien unmöglich. Die Verwertung des immer lokalen oder regionalen Wissens und die individuelle Energieentwicklung wird umso schwächer, je mehr sich die zentralisierenden und nivellierenden Tendenzen durchsetzen. An einem Übermaß bürokratischer Zentralisierung (und entsprechendem Fiskalterror) ging das ganze Weströmische Reich zugrunde, auch das Sowjetimperium implodierte nach jahrzehntelangem Niedergang und auch die EU-Kommission wird wohl mit ihrem Bestreben scheitern, sich die europäischen Nationen durch ,,Harmonisierung'' und Nivellierung gefügig zu machen.

Freitag, 7. März 2014

Marktkommentar: Strohfeuer in Japan schon abgebrannt

Kippt jetzt Japans Börse?
von Claus Vogt
Liebe Leser,
Ende 2012 beschloss die japanische Regierung ein extrem ambitioniertes Wirtschafts- und Konjunkturprogramm. Dabei sollten alle geld- und staatsschuldenpolitischen Mittel zum Einsatz gebracht werden, die zuvor bereits mehrmals erfolglos eingesetzt worden waren. Dieses Mal sollten sie aber in deutlich größerem Umfang zur Anwendung kommen als bisher. Man ging in Japan nämlich davon aus, dass die verschriebene Medizin zwar prinzipiell die richtige ist, die Dosierung aber zu niedrig gewählt war.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Wenn ein Ministerium einfach nicht sparen will

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
in den meisten Politikbereichen wirft der Staat das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Fremder Leute Geld zu verplempern, scheint geradezu die Berufung zahlreicher Politiker zu sein, ihr Lebenselixier. Ich denke da insbesondere an den Bereich der Außenpolitik, wo alle Probleme dieser Welt mit deutschen Steuergeldern gelöst werden sollen. Nach allem was ich weiß, hält man diese Einstellung im Ausland für nett, aber ziemlich bescheuert. Außerdem untergräbt sie die Eigenverantwortung und fördert Korruption, da bei der Verteilung der Mittel gewöhnlich keinen marktwirtschaftlichen Prinzipien zum Tragen kommen.

Auch außerhalb der großen Politik geht das deutsche Außenministerium recht großzügig mit den ihm anvertrauten Steuergeldern um. Das mag mit seinen aristokratischen Traditionen zusammenhängen, das mag in seiner Distanz zu den Zwängen des Erwerbslebens begründet sein oder in der häufig vorhandenen Bildungslücke in puncto Marktwirtschaft. Jedenfalls werden aus dem Bereich des Außenministeriums immer wieder kleinere Ausgaben bekannt, über die man als Steuerzahler nur den Kopf schütteln kann.

Donnerstag, 6. März 2014

Dr. Bruno Bandulet erhält die „Roland Baader-Auszeichnung“ 2014

Ausgezeichnet: Bruno Bandulet.
Foto: Zuerst!
Verleihung am 9. Mai 2014 in München
von Peter Boehringer
Der bekannte Wirtschaftshistoriker und Publizist Dr. Bruno Bandulet erhält 2014 die renommierte „Roland Baader-Auszeichnung“. Die Verleihungsfeier mit Laudatio von Peter Boehringer wird im Rahmen der „5. Mark Banco Anlegertagung“ am 9. Mai 2014 (17-18 Uhr) in München stattfinden. Details entnehmen Sie bitte diesem Veranstaltungslink.

Dr. Bruno Bandulet ist einer der profiliertesten deutschsprachigen Publizisten zur globalen Geopolitik und der Gold- und Währungsgeschichte. Bandulets Arbeit war in vielerlei Hinsicht mit der Roland Baaders verknüpft. Seit 1990 wirkten sie im gegenseitigen Austausch. Der Politologe und Historiker Bandulet ist Mitglied der Hayek-Gesellschaft und seit etwa 1978 bei vielen wichtigen wirtschaftspolitischen Themen ein bekannter Kommentator, der frühzeitig unbequeme Wahrheiten und versteckte Trends aufspürte und in 12 Büchern sowie in liberalen und konservativen Magazinen verständlich kommuniziert hat (u.a. „Transatlantik“, „Zeitbühne“, „Criticón“, „ef-Magazin“, den eigenen Publikationen „Deutschlandbrief“ und „Gold & Money Intelligence“ u.v.a.). Dieses auf Basis von in vielen Jahren politischer und unternehmerischer Tätigkeit gesammelten reichen Erfahrungen; ergänzt durch internationale Kontakte und Arbeitserfahrung etwa als Chef vom Dienst der WELT und für die Quick in Südafrika, Rhodesien, Russland, England und der Schweiz.

Mittwoch, 5. März 2014

Knapp daneben ist auch vorbei: Die Partei der Vernunft wird zur Europawahl nicht antreten

Vorerst knapp gescheitert: Susanne Kablitz und die PdV.
Foto: cafeliberte.de
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Susanne Kablitz
Als Karlsruhe jüngst die 3-Prozent-Sperrklausel für die anstehenden Europawahlen kippte, keimte bei den deutschen Libertären aus dem Umfeld der Partei der Vernunft so etwas wie Hoffnung auf: künftig würden wohl schon 0,5% der Stimmen für ein Mandat in Brüssel reichen - bei einem gutem Wahlkampf selbst für Libertäre ein erreichbarer Wert. Doch zuvor galt es die PdV für die Europawahl zu registrieren: 4000 Unterstützerunterschriften waren hierfür bis Montag einzureichen. Umso tragischer ist nun die Tatsache, dass es nicht gereicht hat - 68 Unterschriften fehlten. 
Tomasz M. Froelich sprach für Freitum mit der PdV-Bundesvorsitzenden Susanne Kablitz über die gescheiterte Registrierung zur Europawahl, Gründe dieses Scheiterns und die Zukunft der Partei.

Dienstag, 4. März 2014

Die ungelöste (?!) Frage nach dem Eigentum an Land

Stefan Blankertz entkräftet die
Theorien gegen das Bodeneigentum.
Foto: fotografa/Marten 2012
von Tommy Casagrande
Person X behauptet: ,,Je länger ich darüber nachdenke und diskutiere, desto mehr bin ich überzeugt, dass die Frage, wie Eigentum an Land (Boden, inkl. Wasserflächen) geregelt ist, die absolut zentrale Frage für eine freie Gesellschaft ist. Dieses Thema ist derart vielschichtig und komplex, dass der Hinweis auf das Primat der Freiheit und dass alles Recht sein würde, wenn die Menschen endlich frei wären (Freiheit negativ definiert, selbstverständlich), nicht genügt."

Diese Auffassung wird von nicht wenigen vertreten, die sich selbstredend für liberal oder gar libertär halten. Oft ist man schnell mit der eigenen Kategorisierung für Standpunkte. Fühlt man dem genauer auf den Zahn, bemerkt man, dass sie zu wackeln beginnen. Stefan Blankertz hat sich einmal mehr die Mühe gemacht, diese Position zu analysieren, um aufzuzeigen, dass sie nicht haltbar ist. Ein Danke an dieser Stelle an Stefan.

Montag, 3. März 2014

25 Jahre nach dem Mauerfall laden die European Students For Liberty (ESFL) zur größten libertären Studentenveranstaltung


von Michael Landl
Dritte europaweite European Students For Liberty-Konferenz vom 14.-16. März 2014 in Berlin
Als vor 25 Jahren die Mauer fiel, schien der Sozialismus endgültig versagt zu haben. Doch die Geschichte ist die beste Lehrmeisterin mit den schlechtesten Schülern. 2014 ist Europa wieder  fest in Griff von Planwirtschaft, Zentralismus und Überwachungswahn.

Vor wenigen Jahren noch waren konsequent liberale Studenten ein spärlich gesätes Gut in Deutschland und Europa. Mittlerweile jedoch herrscht Aufbruchsstimmung. Unter dem Banner der European Students for Liberty sammelt sich eine neue Generation freiheitlicher Studenten. Sie kämpfen für Marktwirtschaft, Dezentralismus und Bürgerrechte.

Samstag, 1. März 2014

Marktkommentar: Silber versus Gold

Silber ist für konservative Anleger nur zweite Wahl
von Claus Vogt
Liebe Leser,
seit Beginn der langfristigen Edelmetallhausse im Jahr 2001 ist der Preis von Silber per Ende Februar 2014 um 427% gestiegen. Im selben Zeitraum legte der Goldpreis um 424% zu. Über diesen langen Zeitraum gerechnet, haben sich die beiden Edelmetalle also ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Für den Anleger spielte es also scheinbar keine Rolle, ob er sich für Gold oder Silber entschieden hatte.

Eine etwas genauere Betrachtung der Kursverläufe zeigt allerdings, dass der Silberpreis dieses langfristige Ergebnis unter erheblich höheren Schwankungen erreichte als der Goldpreis. Während der zyklischen Korrektur des Jahres 2008 fiel Silber um stattliche 61%, Gold aber nur um 34%. Ein ganz ähnliches Bild zeigte sich auch während der jüngsten zyklischen Baisse, die 2011 begann und inzwischen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorüber ist: Silber fiel in der Spitze um 63%, Gold um 39%.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Krake Staat wächst unaufhaltsam

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
Weshalb der Staat überflüssiges Personal nur schleppend abbaut
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
andauernd übernimmt der Staat neue Aufgaben, die er dann natürlich auch finanzieren muss. Politik und öffentliche Meinung halten sich in diesem Zusammenhang nicht lange mit der Frage auf, ob denn genug Geld zur Finanzierung der neuen Aufgaben vorhanden ist. Das werde man schon „irgendwie“ hinbekommen, heißt es dann, notfalls müssten – leider, leider – mal wieder die Steuern erhöht werden.

Viel seltener kommt es vor, dass staatliche Aufgaben wegfallen oder sich umfangmäßig reduzieren. Dann ergeben sich Einsparpotentiale, die zur Entlastung der Staatskasse genutzt werden können. Nun sollte man meinen, dass der Staat alle Hebel in Bewegung setzt, um solche Einsparpotentiale schnellstmöglich zu realisieren. Die Staatspraxis sieht jedoch ganz anders aus: Einsparmöglichkeiten werden über Jahre hinweg ignoriert oder sogar geleugnet und schließlich, wenn diese Linie nicht länger durchzuhalten ist, langsam und widerwillig realisiert.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *