Donnerstag, 6. Februar 2014

Themenwoche: Menschenrechte - Artikel 4

von Tommy Casagrande
Artikel 4 der UN- Menschenrechtsproklamation besagt:

,,Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten."

Auch dieser Artikel steht in Übereinstimmung mit dem Libertarismus. Jedoch steht dieser Artikel nicht in Übereinstimmung mit der Realität. Menschen sind Sklaven und Leibeigene weltweiter Gewaltmonopole. Oder ist es Menschen gestattet, irgendwo auf der Welt sich nieder zu lassen und so zu leben, wie sie möchten? Gewaltmonopole (jeder Staat stellt eines dar) üben strukturelle Gewalt aus, indem sie darüber verfügen, wie Menschen auf den jeweiligen gewaltmonopolistischen Territorien zu leben haben oder wie sie nicht zu leben haben. Dass diese Territorien willkürlich durch Gewalt entstanden sind und aufrecht erhalten werden, es also keine Verträge mit den Eigentümern eines jeden Zentimeters eines Landes gibt, führt zu einer Situation, in der auf dieser Welt kein Zustand der Freiheit möglich ist. 
Der Gegensatz von Freiheit ist die Unfreiheit, die auch mit den Begriffen Sklaverei und Leibeigenschaft tituliert werden kann. Es braucht dazu keine Individuen, welche andere Individuen versklaven. Es genügt bereits die Unmöglichkeit sich für ein anders strukturiertes Leben entscheiden zu können, als es das jeweilige Gewaltmonopol zulässt. Die Erhebung von Steuern ist eine Zwangshandlung, die in der Regel Menschen trifft, die sie nicht gerne und auch nicht freiwillig bezahlen wollen. Wie lässt sich ein solcher Besteuerungszustand aber als etwas anderes als Sklaverei darstellen? Ein jeder Staat auf dieser Erde besteuert die auf seinem Territorium lebenden Menschen. Da diese Besteuerungen ein Zwang sind, ist der Zustand der Sklaverei oder der Leibeigenschaft gegeben. Insofern wäre es wünschenswert, dass Artikel 4 der Menschenrechtsproklamation Anwendung fände, müsste sich jedoch als fundamentale Kritik am Gewaltmonopol darstellen. 

Eva Ziessler hat die gegenwärtige Leibeigenschaft auf ihre Weise interpretiert.
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Bildquelle: Planet Wissen.

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