Mittwoch, 5. Februar 2014

Themenwoche: Menschenrechte - Artikel 3

von Tommy Casagrande
Artikel 3 der UN- Menschenrechtsproklamation besagt:

,,Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person."

Diesem Punkt ist aus libertärer Sicht zuzustimmen. Da jeder Mensch sich selbst gehört, hat kein Mensch das Recht sich dieser Tatsache leugnend zu verhalten. Das Selbsteigentum eines Menschen impliziert das Recht, nicht mit der Gewalt eines anderen Menschen konfrontiert zu werden. Gewalt beeinträchtigt sowohl die Freiheit, das Leben, als auch die Sicherheit eines Menschen. Das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit sind Unterkategorien des Selbsteigentums. Sie ergeben sich daraus. 

Gewalt definiert sich als nicht in Übereinstimmung mit dem Willen desjenigen Menschen, auf den sie wirkt. Gewalt drückt die Haltung aus, eine gegen den Willen eines Menschen gerichtete Handlung zu sein. Sobald etwas, das sich nur durch das Betrachten äußerlich als Gewalt darstellt, in Wahrheit in Übereinstimmung mit dem Willen steht, so ist es keine Gewalt mehr. Lässt sich bei Sadomaso-Spielen jemand auspeitschen, so ist es keine Gewalt, wenn der Mensch diese gewollt hat. Sie ist es aber, wenn sie ungewollt einem Menschen widerfährt. 

Minarchisten schließen daraus, dass der Staat alias das Gewaltmonopol über die Freiheit, das Leben und die Sicherheit einer Person wachen müsse. Doch dies ist ein Selbstwiderspruch, insofern es sich um ein Gewaltmonopol handelt. Ein Gewaltmonopol, welches das Eigentum der Menschen ungefragt nimmt, steht im Widerspruch zur Freiheit, zum Leben und zur Sicherheit der Menschen. Ein, wie Hans-Hermann Hoppe es ausdrückt, enteignender Eigentumsschützer ist ein Widerspruch in sich. Wie lässt sich dann annehmen, dass ein solches Gewaltmonopol auch noch in der Lage wäre, die hehren Rechte zu verteidigen, wenn die ganze Geschichte schon mit einem Raub beginnt? Fängt etwa die glücklichste Liebesbeziehung mit einer Vergewaltigung an? 

Vorschlag einer Alternative: Würde Gesellschaft freiwillig gedacht, wäre die Organisation des Schutzes von Freiheit, Leben und Sicherheit den Menschen überlassen. Je nach Belieben würden Menschen unterschiedliche Gesellschaften entstehen lassen, deren Dabeisein freiwillig und deren Austreten jederzeit möglich wäre. Solch ein Ansatz lässt offen, dass auch ein freiwilliges Gebilde, das dem Staat nahe kommt, sich entwickelt. Insofern es auf Freiwilligkeit beruhte, stünde es im Einklang mit dem Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Die Menschen wären frei zu entscheiden, ob sie diese Rechte einer einzigen Organisation übertragen wollen oder ein Wettbewerb existieren soll, der stets um die größtmögliche Nachfrage buhlt, ohne dabei jemals einen Endzustand zu erreichen. 

Überträgt man nämlich die Aufsicht über das Leben, die Freiheit und die Sicherheit der Menschen einem Monopol, das man mit aller Macht und Gewalt ausstattet, die es geben kann, während sie von den Individuen im gleichen Maße abgezogen wird, dann sollte man sich nicht wundern, warum letztlich das Leben, die Freiheit und die Sicherheit nicht bewahrt werden können. Denn der Leviathan beherrscht die Menschen, nachdem sie dem Leviathan alle Macht gegeben haben. Machtlos bzw. ohnmächtig bemerken die Menschen folglich viel zu spät, dass sie nicht in der Lage sind, den mit absoluter Kompetenz ausgestatteten Leviathan im Zaum zu halten. Umso mehr Macht er gefressen hat, umso größer wird er und gleicht einem Tyrannosaurus Rex, der die Macht besitzt, den elektrischen Strom seines Gatters abzuschalten und danach aus seinem Gehege heraus zu spazieren. Naiv sitzt ein mancher vor lauter Schreck nachts bei strömendem Regen auf der Toilette, als dieses Ungeheuer sein Versteck entkleidet und ihn verspeist (in Anlehnung an Jurassic Park).
________________ 
Bildquelle: Planet Wissen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *