Freitag, 24. Januar 2014

Marktkommentar: Platzt jetzt die Blase in China?


Größter Investitionsboom aller Zeiten
von Claus Vogt
Liebe Leser,
in den vergangenen fünf Jahren hat China den größten Investitionsboom aller Zeiten erlebt. Er geht Hand in Hand mit einem der größten Kreditbooms aller Zeiten. Wie ich in meiner aktuellen Krisensicher Investieren Schwerpunktanalyse „7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014“ gezeigt habe, gleicht der aktuelle chinesische Kreditboom dem Kreditboom Japans Ende der 80er Jahre auf frappierende Weise. Deshalb befürchte ich, dass er auch ähnlich verheerende Folgen haben wird.
Die Geschichte zeigt, dass alle großen Investitionsbooms in eine ebenso große Krise münden. Und der gesunde Menschenverstand reicht eigentlich aus, um zu erkennen, warum das so ist: Die Anzahl sinnvoller und ertragreicher Investitionsobjekte ist begrenzt. Deshalb kommt es in ausgeprägten Boomphasen zu Fehlinvestitionen, die zum Scheitern verurteilt sind. Je größer der Boom, desto mehr Fehlinvestitionen, desto größer die spätere Anpassungs- oder Bereinigungskrise.

Chinas Bankenblase größer als die japanische der 80er


Nun übertrifft aber nicht nur der chinesische Investitionsboom den japanischen der 80er Jahre. Auch der Bankensektor Chinas ist noch erheblich aufgeblähter als der damalige Bankensektor Japans. Damit ist Chinas Bankenblase noch größer als ihre spektakuläre Vorgängerin in Japan.


Der folgende Chart gibt Ihnen einen Eindruck, wovon ich hier rede. Er zeigt Ihnen die Entwicklung der Bilanzsumme des Bankensektors Chinas, Japans und der USA in % des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Wie Sie sehen, hat China inzwischen alle Rekorde gebrochen.

Bilanzsumme des Bankensektors in % des BIP

Wann platzt die riesige Blase in China?
Quelle: Grant's Interest Rate Observer
Seit 2008 ist die Bilanzsumme des chinesischen Bankensektors von 9 Billionen $ auf 24 Billionen $ gestiegen. Diese Zunahme von 15 Billionen $ ist etwas höher als die Bilanzsumme aller US-Geschäftsbanken, die 14,6 Billionen $ beträgt. Dabei ist Chinas Wirtschaftsleistung mit einem BIP von 8,9 Billionen $ deutlich kleiner als die der Vereinigten Staaten mit 16,7 Billionen $. Chinas Wirtschaftsleistung entspricht 12,2% des Welt-Bruttoinlandsprodukts. Aber die Bilanzsumme des chinesischen Bankensektors entspricht 33,1% des Welt-Bruttoinlandsprodukts.
Als Anfang der 90er Jahre Japan die Welt zu dominieren schien, erreichte das japanische BIP den Spitzenwert von 17,9% des Welt-Bruttoinlandsprodukts, und die Bilanzsumme des japanischen Bankensektors 27,3%. Inzwischen sind diese beiden Kennzahlen auf 6,8% beziehungsweise 11,8% gesunken. So ändern sich die Zeiten - demnächst wahrscheinlich auch in China. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir das Thema China in den kommenden Monaten und Jahren noch intensiv in unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren besprechen werden.

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Ihr
Claus Vogt


PS: Die Anzeichen für ein Platzen der Blase in China mehren sich. Vielleicht beginnt die nächste große Krise ja im Fernen Osten?
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Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. Der ausgewiesene Anlageprofi besitzt ein fundiertes Fachwissen und hat eine Bilderbuchkarriere im Finanzwesen aufzuweisen. Zusammen mit Börsenexperte Roland Leuschel hat er der Bestseller ''Das Greenspan Dossier'' geschrieben. Diese schonungslose Abrechnung mit der Geldpolitik des US-Notenbankchefs stand wochenlang auf den Bestsellerlisten und erscheint aktuell in der dritten Auflage. Auf seiner Webseite www.clausvogt.com hält er aktuelle Informationen, detaillierte Analysen und wertvolles Hintergrundwissen zu den Themen: Eurokrise, Staatsverschuldung, Inflation, Gold, Österreichische Schule, Vermögensschutz für Sie bereit. Außerdem können Sie sich auf www.clausvogt.com für den kostenlosen wöchentlichen E-Mail-Newsletter ,,Claus Vogt Marktkommentar'' registrieren.

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