Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der gesetzliche Mindestlohn - Es kann nur keinen geben

Anonymer Autor
Es ist das vielleicht kontroverseste und gleichzeitig am meisten diskutierte Thema in Deutschland: die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Schon seit mehreren Jahren streiten sich Anhänger und Gegner darum, ob ein gesetzlicher Mindestlohn hilfreich oder schädlich für die Wirtschaft und somit für sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer ist. Die Entscheidung, welche Seite Recht hat, erscheint schwierig, da die Argumente beider Seiten sinnvoll erscheinen. Gerade deswegen haben so viele Menschen Schwierigkeiten, sich eine Meinung darüber zu bilden.

Die neue Große Koalition hat sich nun entschieden, ab dem Jahr 2015 einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland einzuführen. Dieser soll demzufolge bei 8,50 Euro liegen und laut dem 185 Seiten langen Koalitionsvertrag dafür sorgen, dass Arbeit „sich lohnen und existenzsichernd sein“ soll. Es handelt zugleich das Hauptargument der Mindestlohn-Anhänger; die Tatsache, dass jeder einen fairen Lohn für seine Arbeit verdient und nicht schlechter dastehen soll als so genannte reiche Personen. Im Folgenden wird darauf eingegangen, warum die Einführung eines Mindestlohns nicht unbedingt die Lösung für die oben genannten Probleme ist und der Blick lieber auf eine andere Sache gerichtet werden sollte.




1. Folgen des Mindestlohnes für Unternehmer

Obwohl es niemand wahr haben mag, führt eine oberhalb des Marktlohns (Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage) festgesetzte Lohnuntergrenze zu einem Anstieg der Güterpreise. Viele vernachlässigen immer, dass der Lohn der Preis für Arbeit ist und in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage steht. Der Arbeitnehmer bietet Arbeit zu einem bestimmten Preis an, während der Arbeitgeber Arbeit zu einem bestimmten Preis nachfragt. Der Arbeitgeber ist infolgedessen dazu gezwungen, höhere Löhne zu zahlen. Anders als der Staat, der sich hierfür auf Kosten der Bürger verschulden kann, müssen Unternehmer das Geld durch den Verkauf von Gütern und/oder Dienstleistungen einnehmen und seine Preise erhöhen. Sollten die Kunden nicht dazu bereit sein die höheren Preise zu zahlen, sinkt die Nachfrage nach Erzeugnissen und folglich der Umsatz sowie der Gewinn. Der Unternehmer ist dazu gezwungen Entlassungen vorzunehmen. Der Unternehmer, der für sich auch weniger Einnahmen verzeichnet, wird auf weitere zwei Weisen benachteiligt. Zum einen steigt sein „Lohn“ (das, was er monatlich einnimmt) durch den Mindestlohn nicht an und er muss durch den Preisanstieg seinen Konsum zurückfahren. Des Weiteren ist er dazu gezwungen höhere Sozialversicherungsbeiträge für die nach wie vor Beschäftigten zu zahlen, was viele immer vergessen zu berücksichtigen.

Die einzige Hoffnung für den Arbeitgeber besteht darin, dass die Kunden die höheren Preise akzeptieren. Um dies herauszufinden, bedarf es jedoch keinerlei staatlichen Eingriffs, wie es der gesetzliche Mindestlohn herbeiführt. Jeder Unternehmer, der gutes Verhandlungspotenzial besitzt und höhere Preise mit seinen Kunden vereinbart, wird auch dazu in der Lage sein, seinen Arbeitnehmern höhere Löhne zu zahlen und somit sich gegenüber seinen Mitbewerbern im Kampf um die qualifiziertesten Arbeitskräfte durchsetzen. Es ist nicht nur das Gesetz des Dschungels, dass sich der Stärkste durchsetzt, sondern auch das des Wettbewerbs.
2. Folgen für Arbeitnehmer und Hartz IV Empfänger
Die Folgen für Arbeitnehmer gleichen fast denen des Unternehmers. Auch Arbeitnehmer werden mit höheren Preisen zu kämpfen haben. Die Tatsache, dass manche Unternehmen die höheren Löhne nicht zahlen können, wird manche so Person zum Hartz IV-Empfänger werden lassen. Auch weil nicht jeder sofort wieder eine Stelle finden wird (schließlich muss man beweisen, dass man 8,50 Euro die Stunden wert ist), wird man für einige Zeit seinen Konsum stark einschränken müssen, nicht zuletzt weil man genauso wie jeder andere die höheren Güterpreise zu zahlen hat. Die andere Gruppe an Personen, die über einen höheren Nominallohn verfügen, wird sich nicht darüber im Klaren sein, dass nun mehr Lohnsteuer, Versicherungsabgaben und Einkommensteuer zu zahlen sind. Es sind jedoch gerade Hartz IV-Empfänger, die durch die höheren Preise in noch größere Existenzängste geraten, als es schon jetzt der Fall ist. Auch Festeinkommensbezieher wie Rentner und Beamte werden von den Preissteigerungen betroffen sein. Vor allem Letztgenannte werden im Rahmen der Diskussionen über den Mindestlohn immer wieder außen vor gelassen.

3. Die höhere Kaufkraft als Schlüssel zum Erfolg
Wenn das Ziel tatsächlich darin besteht, dass die Menschen sich mehr kaufen können von dem, was sie pro Monat einnehmen, sollten wir nicht immer bloß über eine Anhebung der Löhne diskutieren. So gut gemeint eine solche Maßnahme auch erscheint, es gibt viel effizientere und einfachere Lösungen, damit die Menschen mehr Geld in der Tasche haben.

Wenn wir uns einmal Gedanken darüber machen, wie viele Steuern und Abgaben wir an den Staat abzuführen haben und ausrechnen was uns vom Bruttolohn nach Abzug all dessen am Monatsende übrig bleibt, würde sofort klar werden, dass eine Erhöhung des Lohnes nicht die einzige angebliche Lösung ist. Ein Vorschlag wäre die Abschaffung der Lohnsteuer. Diese beträgt bei einem Bruttolohn von 3000 Euro immerhin um die 460 Euro. Und dies ist nur eines der vielen Dinge, die wir ohne Grund an den Staat zu zahlen haben. Jeder Arbeitnehmer würde davon profitieren und müsste nicht mehr Geld für den Bau von Bahnhöfen und Flughafen, Politikerdiäten und Bankenrettungen aufbringen. Das Geld wäre auf jeden Fall sicherer angelegt. Des Weiteren bestünde die Möglichkeit, die Einkommensteuer, anders als es die Große Koalition in den nächsten Jahren plant, drastisch zu senken, angenommen um die Hälfte.
Wir dürfen nicht vergessen, dass auch bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro nach wie vor Beiträge in die Krankenversicherung, Pflegeversicherung usw. zu leisten sind.
Nicht zuletzt ist die Inflationierung der Geldmenge zu nennen. Gerade weil sich niemand darüber im Klaren ist, welche Folgen der Anstieg der Geldmenge durch die zu niedrigen Zinsen (mittlerweile liegt der Leitzins bei 0,25 Prozent, Tendenz geht nach unten!) hat, wird dieses Problem innerhalb der Gesellschaft und des Mainstreams häufig ignoriert. Erst wenn die aufgrund der gegenüber dem Güterangebot ansteigende Geldmenge die Güterpreise ansteigen lässt, so erscheint es, merken die Leute, welche Gefahren mit einer solchen Geldpolitik verbunden sind. Anstatt an einer solchen Geldpolitik Kritik zu üben, werden Unternehmer für zu hohe Preise verantwortlich gemacht. Die angebliche Ursache ist in Wirklichkeit die Folge einer expansiven und ohne Sachwerte gedeckten Geldpolitik.
Es ist jedoch erstaunlich, dass so viele Menschen, die sich so häufig über zu hohe Steuern und den „gierigen Staat“ aufregen, Maßnahmen unterstützen, die eben nicht darauf abzielen den Einfluss des Staates zu beschneiden. Die oben genannten Lösungsansätze sind nur ein paar Möglichkeiten, damit die Menschen letztlich auch tatsächlich mehr Geld im Portemonnaie haben.

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