Sonntag, 29. Dezember 2013

Marktkommentar: Übertreibungen bei deutschen Immobilien: Gibt es eine Immobilienblase in Deutschland?


von Claus Vogt
Bedenkliche Entwicklungen am Immobilienmarkt
Liebe Leser,
in den vergangenen Monaten sind wir immer wieder und immer häufiger gefragt worden, wie wir die Vorgänge am deutschen Immobilienmarkt beurteilen. Schließlich gehören wir zu den wenigen Analysten, die Mitte der 2000er Jahre nicht nur das Ausmaß der US-Immobilienblase klar erkannten und vor den verheerenden Folgen ihres Platzens warnten. Wir haben seinerzeit in unseren Analysen zusätzlich stets darauf hinwiesen, dass es in Spanien und Irland sogar noch größere Immobilienblasen gab als in den USA. 

Tatsächlich gibt es zurzeit in Deutschland unverkennbare Exzesse an den Immobilienmärkten. Beispielsweise werden in einigen deutschen Großstädten inzwischen Preise gezahlt, die so hoch sind, dass sich das Investment unmöglich lohnen kann. Und in Berlin kann ich gewissermaßen vor meiner Haustür beobachten, wie Baulücken geschlossen werden, die aus gutem Grund Baulücken waren, und wie Häuser den Eigentümer wechseln, die bis vor kurzem als nahezu unverkäuflich galten.

Samstag, 28. Dezember 2013

Über anarchistische Gedankenverbrechen und Eigentumsrechte

Kommunistische Anarchisten: Freiheit nur zweitrangig.
von Ryan Calhoun (anonymer Übersetzer)
Auf der populären anarchistischen Facebookseite Anarchist Memes entschied sich ein Administrator dafür, seine Eigentumsrechte auszuüben indem er die Meinung äußerte, dass mit missliebigen Meinungen in einer staatenlosen Gesellschaft nicht friedlich umgegangen würde. 

Status: 

„Ihr denkt, Anarchismus heißt, wir sollten alle irgendein Recht dazu haben, zu sagen, wozu immer wir Lust haben? 

Lasst mich das klarstellen: Leute denken, dass in einer staatenlosen Gesellschaft jeder anderen erlauben wird, ein großes Arschloch zu sein, wenn sie den Mund aufmachen? Ohne eine Polizei, die liberale Ideen wie die Freiheit, eine bigotte Person zu sein, bezweifle ich, dass die Leute Intoleranz bloß in verbaler Ablehnung tolerieren würden. 

Ohne staatlichen Schutz würde Unterdrückung (von Bigotterie über Patriarchat bis zu Kapitalismus) nicht so gedeihen wie jetzt. Das ist mehr oder weniger der Angelpunkt anarchistischer Staatsablehnung.“ 

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wie Amazon seine Kritiker fertigmachen könnte

Es kommt aus Amerika. Es wird Geld damit verdient. Und es macht lahmduseligen deutschen Unternehmen Konkurrenz. — Dann ist es bestimmt etwas Böses!

Aktuelles Beispiel für diese Logik: Amazon.

Was wurde nicht alles aufgedeckt. So fanden etwa öffentlich-rechtliche Anstalten Schockierendes heraus: Mitarbeiter bei Amazon müssen arbeiten, teilweise sogar körperlich, dabei lange Wege zurücklegen und eine gewisse Leistung erbringen. Und dafür bekommen sie nur den Lohn, den sie mit Amazon vereinbart haben, weil Amazon ihnen mehr als andere Unternehmen bezahlt. Natürlich eine unerträgliche Vorstellung für jeden Mitarbeiter beim Staatsfunk. Was wäre denn erst los, wenn sich solche Zustände auch dort ausbreiten würden?

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

Liebe Leser,
wir wünschen Ihnen festliche, geruhsame und besinnliche Weihnachten in angenehmer Gesellschaft. Wir verbleiben zunächst mit einem schönen, zur Weihnachtszeit passendem Zitat des ehemaligen US-Präsidenten Calvin Coolidge, der zu Lebzeiten trotz seines Politikerdaseins immerhin einige ordentliche Ansätze vorweisen konnte: 

,,Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. To cherish peace and goodwill, to be plenteous in mercy, is to have the real spirit of Christmas.''
______________________ 
Wer uns ein schönes Weihnachtsgeschenk machen möchte, kann dies tun.
Wir freuen uns

über jede finanzielle Unterstützung,

über jeden Gastbeitrag, den man uns per Mail (tomek.froelich@yahoo.de) zuschickt und

über jede Kritik an uns.


Wir melden uns bereits in den nächsten Tagen mit neuen Beiträgen!

Montag, 23. Dezember 2013

Marktkommentar: Steigende Zinsen lösen eine Kettenreaktion aus


von Claus Vogt
Liebe Leser,
anscheinend haben wir mit unserer Themenschwerpunkt-Ausgabe "Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014" bei unseren Lesern voll ins Schwarze getroffen. Jedenfalls liefen bei uns die Telefone heiß und der Posteingang quoll fast über. Viele unserer Leser sind ja schon länger mit der Materie vertraut, aber dieser Themenschwerpunkt hat offenbar zahlreiche Newcomer aus dem Winterschlaf geholt und deren Interesse geweckt. Ich kann natürlich verstehen, wenn Sie stark verunsichert sind und vielleicht nicht glauben möchten, was ich geschrieben habe, denn die Meldungen aus der Wirtschaft scheinen ja rundum positiv zu sein. Aber dieser Schein trügt heute ebenso wie in 2007. Unsere Indikatoren lassen keinen Zweifel daran: Die Lage war noch nie so ernst wie heute.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Sind deutsche Professoren unterfordert?

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
oft kann man lesen, dass die Professoren in Deutschland hoch belastet, ja überlastet seien. Forschung und Lehre als Kerngeschäft, dazu immer mehr Gremienarbeit, steigende Studentenzahlen und nicht enden wollende Reformen im Hochschulbereich, es stürmt wirklich eine Menge auf die Professorenschaft an den staatlichen Hochschulen ein.

Aber gelegentlich ist in den Medien auch von umfangreichen Nebentätigkeiten einzelner Wissenschaftler die Rede. Da kommen einem doch Zweifel, ob die Professoren wirklich so stark belastet sind, wie sie es der Öffentlichkeit gerne verkünden.
In Nordrhein-Westfalen wurden die Nebentätigkeiten von Professoren vor einigen Jahren umfassend untersucht. In die Untersuchung wurden mehr als ein Viertel aller Universitätsprofessoren und rund die Hälfte aller Fachhochschulprofessoren dieses Bundeslandes einbezogen.

Freitag, 20. Dezember 2013

Marktkommentar: Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014


von Claus Vogt
Die Zeichen stehen auf Sturm
Lieber Leser,

die Zeichen an den Finanzmärkten stehen auf Sturm. Selten zuvor war die Lage ähnlich extrem wie heute. Deshalb verspricht 2014 ein sehr interessantes Jahr zu werden. Lesen Sie daher in der kommenden Themenschwerpunkt-Ausgabe „Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014“ unseres neuen Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“, wie Sie Ihr Vermögen in dieser schwierigen Phase schützen und mehren können.
Von unseren Lesern werden wir immer häufiger gefragt, ob sich am deutschen Immobilienmarkt inzwischen eine Spekulationsblase gebildet hat. Diese Frage werden wir in der regulären Monatsausgabe Januar 2014 beantworten.
Sowohl die Themenschwerpunkt-Ausgabe als auch die reguläre Monatsausgabe Januar erscheinen bereits nächste Woche, am Donnerstag, den 19. Dezember. Nutzen Sie diese hervorragende Gelegenheit zum kostenlosen Kennenlernen unseres kritischen, unabhängigen und häufig auch konträren Börsendienstes „Krisensicher Investieren“ und testen Sie "Krisensicher Investieren" 30 Tage kostenlos.
Wir halten den Zeitpunkt für dieses Angebot nicht nur mit Blick auf Weihnachten für perfekt gewählt, sondern viel mehr noch aufgrund der Tatsache, dass 2014 ein Jahr werden wird, in dem Finanzmarktgeschichte geschrieben wird. Greifen Sie zu, informieren Sie sich jetzt über die großen Risiken und die damit einhergehenden ebenso großen Chancen des kommenden Jahres.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Schülerzahlen und Lehrerstellen

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn die Zahl der Schüler im Schulsystem abnimmt, müsste entsprechend auch die Zahl der Lehrer abnehmen. Denn schließlich ist für weniger Schüler auch weniger Unterricht zu erteilen. Sollte man meinen.

Doch in den staatlichen Schulen Deutschlands ist das anders: Da hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Schüler zwar deutlich verringert, die Zahl der Lehrer ist jedoch gleich geblieben oder hat sich sogar weiter erhöht!
Können Sie kaum glauben? Dann lassen Sie beispielhaft die nachfolgenden Zahlen aus Baden-Württemberg auf sich wirken, die der Rechnungshof dieses Bundeslandes dankenswerterweise für eine Denkschrift zusammengetragen hat. Sie zeigen Ihnen die Entwicklung der Schülerzahlen von 2000 bis 2011. Ob sie das Denken der zuständigen Politiker anregen wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Nelson Mandela und das Wirtschaftssystem der Apartheid

von Tomasz M. Froelich
Wenn eine berühmte Persönlichkeit stirbt, nimmt das öffentliche Interesse an ihr kurzweilig zu. Dieses Interesse ist meist oberflächlicher Natur. Man trauert der Person ein wenig nach, schaut sich vielleicht noch ein, zwei Fernsehdokumentationen an und liest bestenfalls eine ihr wohlgesinnte Biographie. Man tut dies, um das ohnehin von den Massenmedien einprogrammierte Bild, das man von dieser Persönlichkeit hat, mithilfe der Massenmedien nochmals zu bestätigen. Wie sinnvoll...

Nahezu jeder ist ahnungslos...
Auch der vor kurzem verstorbene Nelson Mandela, Symbolfigur des Kampfes gegen das rassistische Apartheidssystem in Südafrika, war eine solche Persönlichkeit. Nahezu jeder trauert ihm nach. Nahezu jeder hält ihn für einen der größten Helden in der Geschichte der Menschheit. Nahezu jeder ist der Ansicht, dass man sich am Handeln Mandelas orientieren sollte. Nahezu jeder hat gar keine Ahnung davon, wer Mandela wirklich war und was er gemacht hat.

Montag, 16. Dezember 2013

Nelson Mandela - wenn die Falschen verehrt werden

von Tomasz M. Froelich
Von falschen Helden...
,,Die legendären, nicht die wirklichen Helden haben Eindruck auf die Massen gemacht'', schrieb einst Gustave Le Bon, der Begründer der Massenpsychologie. Und in der Tat scheint dies zuzutreffen, wenn man sich die Ikonen unserer Zeitgeschichte so anschaut: Der Massenmörder Che Guevara wird heute noch weltweit von unwissenden Horden als Freiheitskämpfer verehrt, sein kommunistischer Genosse Fidel Castro ebenso. Diverse Lenin-Statuen prägen bis zum heutigen Tage das Stadtbild vieler Hochburgen des ehemaligen Warschauer Pakts, in denen Stalin, der vielleicht größte Verbrecher aller Zeiten, auch nach seinem Tod lange verehrt wurde. Mao Tse-tungs ,,Großer Sprung nach vorn'', seine Politik der Machtfestigung, Enteignungen  und Arbeitslager sowie seine ,,Kulturrevolution'' kostete 40-80 Millionen Chinesen das Leben, was viele Menschen nicht daran hindert, einen wahren Mao-Kult zu betreiben - die Mao-Bibel gehört bis heute in jeden ,,anständigen'' Haushalt eines Chinesen. Aber auch Adolf Hitler wurde zeit seines Lebens bis zur deutschen Kapitulation im Jahre 1945 im Land der Dichter und Denker lange verehrt - weniger Dichten, mehr Denken wäre im Nachhinein sicherlich nützlich gewesen.
Gustave Le Bon hatte Recht: Die Massen neigen dazu, die Falschen zu verehren. Es ist nicht die Vernunft, die Einfluss auf die Massen ausübt, sondern stumpfer Populismus und Propaganda. Damit lassen sich die Massen ködern. Und das wussten auch die hier genannten ,,Helden''.

Mandela: Krieg für Frieden!?
Auch der vor wenigen Tagen verstorbene Nelson Mandela gehört zu den legendären, aber nicht wirklichen Helden unserer Zeit. Er wird heutzutage von nahezu jedem Erdenbürger als Freiheitskämpfer gesehen, der erfolgreich Widerstand gegen das rassistische Apartheidsregime in Südafrika leistete. Seinen Widerstand quittierte das Apartheidsregime mit einer gegen ihn verhängten lebenslangen Haftstrafe - eine Entscheidung, die von der Mainstream-Geschichtsschreibung als Skandal beschrieben wird. Was die Mainstream-Geschichtsschreibung bei ihrem Urteil über Mandela übersieht, ist die Tatsache, dass Mandelas ,,Freiheitskampf'' durchaus blutig war.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Franziscus redemptor oder: Ist der Papst der bessere Unternehmer?

Papst Franziskus: der Antikapitalist.
von Dr. Peter J. Preusse
Und jedem Abschied wohnt ein Zauber inne...
Dass ich mich bis neulich auf Befragen selbst als „katholischen Atheisten“ stilisiert hatte, war, neben der Lust am Paradoxon und der Abwendung vom Gotteswahn vor allem ein Ausdruck der Opposition gegen das evangelische Milieu, das ich im Elternhaus erlebt hatte und das in seiner giftigen Reinkultur z. B. in Ingmar Bergmanns „Fanny und Alexander“ und in Otto Julius Bierbaums „Prinz Kuckuck“ beschrieben ist: Demonstrative Bescheidenheit, Sackleinen, nur ja kein Silberglanz, chronisch schlechtes Gewissen disziplinieren jede spontane sinnliche Lebenslust, wogegen das südländisch-katholische Milieu eher für die lebensfreundliche Kultur der armen Sünder steht, die zwar sonntags – vor dem Frühschoppen – beichten gehen, aber das wenigstens in einer möglichst barocken schmuck- und kunstvollen Kirche voller Sinnenschönheit und nicht ohne Weihrauch-Wirkung auf das Bedürfnis nach Festlichkeit, Stille, Wahrheit, und die die Woche in einer Art gesund balancierter Schizophrenie oder Doppelmoral zwischen dem höheren Menschen und dem wohlgenährten „Erdenrest, zu tragen peinlich“ zubringen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der gesetzliche Mindestlohn - Es kann nur keinen geben

Anonymer Autor
Es ist das vielleicht kontroverseste und gleichzeitig am meisten diskutierte Thema in Deutschland: die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Schon seit mehreren Jahren streiten sich Anhänger und Gegner darum, ob ein gesetzlicher Mindestlohn hilfreich oder schädlich für die Wirtschaft und somit für sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer ist. Die Entscheidung, welche Seite Recht hat, erscheint schwierig, da die Argumente beider Seiten sinnvoll erscheinen. Gerade deswegen haben so viele Menschen Schwierigkeiten, sich eine Meinung darüber zu bilden.

Die neue Große Koalition hat sich nun entschieden, ab dem Jahr 2015 einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland einzuführen. Dieser soll demzufolge bei 8,50 Euro liegen und laut dem 185 Seiten langen Koalitionsvertrag dafür sorgen, dass Arbeit „sich lohnen und existenzsichernd sein“ soll. Es handelt zugleich das Hauptargument der Mindestlohn-Anhänger; die Tatsache, dass jeder einen fairen Lohn für seine Arbeit verdient und nicht schlechter dastehen soll als so genannte reiche Personen. Im Folgenden wird darauf eingegangen, warum die Einführung eines Mindestlohns nicht unbedingt die Lösung für die oben genannten Probleme ist und der Blick lieber auf eine andere Sache gerichtet werden sollte.


Dienstag, 10. Dezember 2013

Marktkommentar: Bären an der Wall Street vom Aussterben bedroht


von Claus Vogt
Anlegerstimmung so bullish wie nie zuvor
Lieber Leser,
generell unterscheidet man an der Börse Bullen, die steigende Aktienkurse erwarten, und Bären, die mit fallenden Kursen rechnen, sowie die nicht ganz unerhebliche Gruppe von Analysten, bei der man im Anschluss an die Lektüre nicht weiß, woran man ist. Man könnte sie die Politiker unter den Analysten nennen, da sie sich nicht festlegen wollen und wahrscheinlich ganz bewusst darauf verzichten, sich klar auszudrücken. Bei modernen Politikern rechne ich rund 99% der Akteure zu dieser Kategorie. Bei den Aktienanalysten waren es laut Investors Intelligence in der vergangenen Woche mit der für diesen Berufsstand eher durchschnittlichen Zahl von 28,6% deutlich weniger.



Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? 20 Jahre Reformstau – oder werden es noch mehr?

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
moderne Behörden verstehen sich als effiziente und kundenorientierte Dienstleister und entwickeln sich ständig weiter, um ihre Aufgaben angemessen zu erfüllen. Sie hingegen meinen, solche Behörden seien in der Praxis nur selten anzutreffen? Da muss ich Ihnen leider Recht geben, das ist auch meine Erfahrung. Noch allzu häufig trifft man auf Staatseinrichtungen, die sich nicht modernisieren wollen und sich gegen notwendige Reformen stemmen.

Ein besonders schlimmes Bild gibt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ab, deren Reform - unbestritten - seit Jahrzehnten überfällig ist. Seit Beginn der 1990er Jahre wird im politischen Raum eine Modernisierung dieser Verwaltung diskutiert. Immer wieder hatte der Bundesrechnungshof Steuerungsdefizite und mangelnde Wirtschaftlichkeit dieser Verwaltung mit ihren vielen kleinen Behörden kritisiert. Zwar wurden seit 1995 aufgrund von Einsparvorgaben des Parlaments 5.000 Stellen bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung abgebaut, aber diese beschäftigt immer noch über 12.000 Mitarbeiter. Zu einer Reform der Organisationsstrukturen kam es allerdings viele Jahre lang nicht. Ansätze dazu blieben immer wieder im Dickicht der Bürokratie stecken.

Montag, 9. Dezember 2013

Habermanns Richtigstellung: Anarchismus

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Anarchismus
Es gibt einen ,,guten'', d. h. individualistischen und einen ,,schlechten'', d. h. kollektivistischen Anarchismus. Beim ersteren geht es darum, eine vollständige Privatrechtsordnung herzustellen, in der selbst Erzwingungsrechte zur Verteidigung von Leben und Eigentum in der Hand von privaten Individuen oder Firmen, etwa Versicherungsagenturen, liegt. Eine unter modernen Bedingungen kaum durchführbare Utopie, die gegenwärtig besonders von Murray N. Rothbard und Hans-Hermann Hoppe vertreten wird. Der ,,schlechte'' Anarchismus beginnt mit einer ,,Vergemeinschaftung'' des privaten Eigentums durch Kollektive, die zwar den Staat beseitigen, aber an seine Stelle nur die Willkür von nonzentralen Kollektiven, etwa Kommunen, setzt. Schon wegen dieser Feindschaft zu Privateigentum und Marktwirtschaft ist dieser Anarchismus utopisch im schlechten Sinn. Er ist dem Sozialismus verwandt:,,Sozialismus ohne Staat''. Hauptvertreter: Die russischen Theoretiker Kropotkin, Bakunin und Netschajeff.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Marktkommentar: Rezession in den USA?


von Claus Vogt
ECRI bleibt dabei: Die Rezession hat schon begonnen

Lieber Leser,
vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle das unabhängige US-Wirtschaftsforschungsinstitut Economic Cycle Research Institute (ECRI) thematisiert. Dessen Chefanalyst, Lakshman Achuthan, vertritt bereits seit geraumer Zeit die Meinung, dass sich die US-Wirtschaft schon seit Ende 2012 in einer Rezession befinde. Die von ihm verwendeten realwirtschaftlichen Indikatoren ließen keine andere Einschätzung zu, so Achuthan.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? Von Pferden und steuerzahlenden Bürgern

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn sich Stuten und Hengste in Deutschland näherkommen, sind wir steuerzahlenden Bürger regelmäßig mit dabei. Denn die Pferdezucht wird hierzulande als so wichtig angesehen, dass der Staat sie finanziell unterstützt. Zur Freude der privaten Züchter natürlich, die davon profitieren. Können Sie kaum glauben? Dann lassen Sie mich mal ein wenig von den staatlichen Gestüten erzählen, die wahrscheinlich nur Pferdefreunden ein Begriff sind.

Die meisten Bundesländer unterhalten staatliche Gestüte, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Züchtern wertvolle Hengste gegen ein Deckgeld zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck wird ein umfangreiches Netz von sogenannten Deckstellen beziehungsweise Besamungsstationen unterhalten. Auf den flächenmäßig großen Gestüten tummeln sich mehrere Hundert Pferde, die von zahlreichen Staatsbediensteten betreut werden. Ein größeres Gestüt verursacht Kosten in Millionenhöhe, denen regelmäßig nur geringe Einnahmen aus Deckgeldern usw. gegenüberstehen. Der Kostendeckungsgrad der Gestüte liegt zum Teil unter 40%.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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