Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Geschichte staatlichen Papiergeldes am Beispiel der USA: Die Finanzierung des Amerikanischen Bürgerkriegs als monetärer Wendepunkt

President Jackson: free Banking in der Praxis 
von Jonathan Danubio
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Kriege die Tendenz haben, individuelle Freiheiten zu zerstören und die Staatsgewalt über die Untertanen auszudehnen. Diese Ausdehnung kann direkt sichtbar sein – Einführung der Wehrpflicht, Heimatfront etc. – oder auf subtilere Art – Inflation, Staatsverschuldung etc. – erfolgen. Auch der Amerikanische Bürgerkrieg bildet keine historische Ausnahme von der Regel, viel mehr wurden während dieses Krieges neue – in den USA zuvor unbekannte – Möglichkeiten der Staatsexpansion gefunden, auf die spätere Regierungen gerne rekurrierten (bspw. Wehrpflicht). Der Fokus dieser Hausarbeit liegt allerdings allein auf den monetären Präzedenzfällen, die im Zuge der Kriegsfinanzierung durch die Unionsregierung geschaffen wurden. Das nur die Finanzierungstaktiken des Nordens beleuchtet werden, liegt in zwei historischen Tatsachen begründet: a) nur die unionistischen Maßnahmen waren revolutionär und b) durch die Niederlage der Konföderierten wurde der Süden der Unionshoheit unterworfen, d. h. nur die von der Union erlassenen Gesetze hatten auch einen prägenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des amerikanischen Geldsystems.

Damit die Zäsur, die der Bürgerkrieg für das amerikanische Geldsystem darstellte, vollends nachvollziehbar wird, soll zunächst die Vorgeschichte erzählt werden, d. h. die Entwicklung des Geldsystems von der Kolonialzeit bis zum Vorabend des Bürgerkrieges. Die historische Vogelperspektive soll auch deutlich machen, dass die von der Union ergriffenen Maßnahmen an sich ein Novum waren, innerhalb der weiteren geldpolitischen Entwicklung Amerikas aber nur als vorläufiger Höhepunkt eines Prozesses gelten können, der abschließend in einem Ausblick noch grob skizziert werden soll.

Warum ist die amerikanische Geldgeschichte überhaupt relevant? Heutzutage hat fast jedes Land der Welt dasselbe verstaatlichte Geldsystem, obwohl die Wege dorthin sehr unterschiedlich verliefen. Der von den Amerikanern eingeschlagene Pfad ist also keineswegs exemplarisch. Nichtsdestotrotz gewinnt man beim Versuch, ihn historisch zu rekonstruieren, ökonomische Einsichten, die sich aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit auch auf andere Länder mit demselben Geldsystem anwenden lassen. In nuce: die Betrachtung der amerikanischen Geldgeschichte kann dabei helfen, unser heutiges (weltweites) Geldsystem besser zu verstehen.

Eine Skizze des amerikanischen Geldsystems von der Kolonialzeit bis 1861

Die britischen Kolonien nutzten ursprünglich Naturalien als Tauschmedien. Erst mit dem Anwachsen der Kolonien begann der Import von Gold- und Silbermünzen aus unterschiedlichen Ländern (Hauptwährung war der spanische Silberdollar). 1690 traf die Kolonialregierung von Massachusetts eine folgenschwere Entscheidung, der früher oder später alle anderen Kolonien folgen sollten: sie begann mit der Herausgabe von Fiatgeld (ungedecktes Papiergeld). Der Grund: ein Beutezug gegen die französische Kolonie Quebec scheiterte, doch die Soldaten forderten ihren Lohn. Der misstrauischen Bevölkerung versprach die Regierung a) kein weiteres Geld zu drucken und b) das Papiergeld in ein paar Jahren in Hartgeld (Gold und Silber) einzutauschen.

Beide Versprechen wurden gebrochen und in der Folge verlor das Papiergeld im Verhältnis zum Hart- oder auch Warengeld beständig an Wert. Als Reaktion verordnete die Kolonialregierung 1692, dass alle Schulden mit Papiergeld zum Nennwert (ein Papierdollar = ein Silberdollar) beglichen werden können. Dieses gesetzlich festgelegte Verhältnis führte zum Inkrafttreten von Greshams Gesetz, welches besagt: schlechtes (staatlich überbewertetes) Geld verdrängt gutes (staatlich unterbewertetes) Geld. Weil ein Silberdollar (unterbewertet) realiter nicht dem Wert eines Papierdollars (überbewertet) entsprach, hielten die Menschen ihr Silber zurück und beglichen ihre Schulden stattdessen mit Papiergeld (ab 1711 gab es in ganz Neuengland fast kein Silber mehr).

Die Konsequenzen der Inflation1 waren in allen Kolonien gleich: Geldentwertung trotz Parigesetzen, Edelmetallmangel und hohe Preise. Die Kolonialregierungen inflationierten dennoch weiter, da sie mit dem Papiergeld bequem ihre Schulden tilgen konnten. Erst mit dem Ende des King George’s War 1748 intervenierte das britische Parlament: 1751 wurde die Emission weiteren Papiergeldes in Neuengland verboten – 1764 dann auch in den übrigen Kolonien – und fast alle Regierungen begannen ihr entwertetes Papiergeld zum Marktpreis (statt zum Nennwert) in Edelmetalle einzutauschen. Die Folge: Anstieg des Handels und der Produktion, Edelmetallzufluss und niedrigere Preise.

In der amerikanischen Geschichte hatte jeder größere Krieg auch Auswirkungen auf das Geldsystem. So hielt die Rückkehr zum Hartgeld auch nur bis zum Ausbruch des 1.Weltkrieges. Unter Inflation wird im Sinne der Österreichischen Schule fortan die ungedeckte Geldmengenausweitung verstanden und kein etwaiger Preisanstieg, der nur die Folge der Expansion ist.

Unabhängigkeitskrieges, denn um diesen finanzieren zu können, beschloss der Kontinentalkongress 1775 die Herausgabe eines nationalen Fiatgeldes: den Continentals. Aufgrund einer zügellosen Druckerpresse waren diese jedoch bereits 1779 praktisch wertlos. Die Folgen der Inflation wurden noch verschlimmert, weil neben dem Kongress auch diverse Bundesstaaten eigenes Papiergeld ausgaben. Als die Bevölkerung die Annahme von Inflationswährungen verweigerte, emittierten Kongress und Bundesstaaten ab 1779 zusätzlich noch sog. certificates (staatliche Schuldscheine), die jedoch schon im selben Jahr nahezu wertlos waren.

Nach dem Krieg verschwanden die Papierwährungen: die Continentals wurden niemals in Hartgeld eingetauscht und das Papiergeld der Bundesstaaten nur zum Inflationsniveau statt zum Nennwert. Die certificates hingegen wurden nur in geringem Maße getilgt und entwickelten sich daher zum Hauptteil der dauerhaften Staatsverschuldung. Die Liquidierung der certificates zum Marktpreis wurde durch Robert Morris (sog. Finanzier der Revolution) verhindert. Sein Motiv: während des Krieges hatte er zu hohen Inflationspreisen Staatschulden aufgekauft, die zum neuen Marktpreis aber praktisch wertlos waren; um keinen Verlust zu machen, setzte er die Einlösung zum Nennwert durch (1 Dollar Staatsverschuldung = 1 Dollar Hartgeld). Morris wurde 1781 vom Kongress zum Superintendenten der Finanzen ernannt und schlug als erste Amtshandlung die Gründung einer nationalen Zentralbank vor. Sein Antrag wurde angenommen und 1782 eröffnete die Bank of North America mit Morris als ihrem Präsidenten. Sie war nicht nur die erste (private) Zentralbank der USA, sondern auch die erste Bank mit sog. Teilreservesystem.

Die Bank of North America erhielt das Privileg, als einzige Bank auf Bundesebene operieren zu dürfen und im Gegenzug dafür lieh sie ihr neugeschaffenes Papiergeld hauptsächlich dem Kongress, damit dieser Staatsschulden aufkaufen konnte. Die ungedeckte Geldmengenausweitung im Verhältnis zur vorhandenen Reserve an Edelmetallen führte zur Entwertung der Währung, sodass Morris bereits ein Jahr später die Zentralbankfunktionen seiner Bank aufgab. Dadurch wurde aus Amerikas erster Zentralbank bloß eine von vielen regionalen Geschäftsbanken.

Als Reaktion auf die Inflationserfahrungen wurde in der Verfassung von 1787 festgeschrieben, dass nur die Bundesregierung Münzen prägen darf und, dass die Bundesstaaten weder Papiergeld emittieren noch etwas anderes außer Gold und Silber zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklären dürfen. Auf Anraten des (ersten) Finanzministers Alexander Hamilton machte die Bundesregierung 1792 von ihrem Recht Gebrauch und verabschiedete den Coinage Act. Der Dollar wurde zur offiziellen Währungseinheit der USA und war definiert als 371,25 Gran Silber bzw. 24,75 Gran Gold (Bimetallstandard mit einem gesetzlichen Silber-Gold-Verhältnis von 15:1).

Doch der Bimetallstandard führte alsbald zu Problemen: in den nächsten Jahren kam es zu einem mexikanischen Silberzustrom, sodass das festgelegte 15:1-Verhältnis nicht mehr die realen Marktentwicklungen abbildete. Da nun Silber künstlich über- und Gold unterbewertet wurde, führte Greshams Gesetzt dazu, dass zwischen 1810 und 1834 in Amerika keine Goldmünzen mehr zirkulierten.7 Ein Jahr vor dem Coinage Act wurde – ebenfalls auf Anraten Hamiltons – eine neue (private) Zentralbank gegründet: die First Bank of the United States. Dies führte prompt zu einer Verfassungskontroverse: die Jeffersonians argumentierten, dass die Regierung kein legitimes Recht zur Gründung einer Zentralbank habe, während die Hamiltonians ihr ein Recht zur Verfolgung nationaler Ziele zusprachen (die Sicht der Hamiltonians wurde 1819 mit der Entscheidung des Supreme Courts im Fall McCulloch v. Maryland offiziell). Die First Bank durfte für zwanzig Jahre als einzige Bank auf nationaler Ebene operieren. Ihr Hauptzweck war die Emission von Papiergeld (auf Teilreservebasis), damit der Kongress seine Schulden monetarisieren konnte. Neben den üblichen Inflationserscheinungen führte die lange Tätigkeit der Zentralbank auch zu einem Anstieg der Geschäfts- und Landesbankgründungen. Die neuen Banken operierten auch mit dem Teilreservesystem, doch bestand ihre Reserve nicht mehr aus Edelmetallen, sondern aus Geldnoten der Zentralbank. 1811 wurde die Lizenz der Zentralbank vom Kongress nicht verlängert.

Die bis dato verhängnisvollsten Konsequenzen für das amerikanische Geldsystem brachte der Britisch-Amerikanische Krieg (1812-1815). Zwecks Kriegsfinanzierung gab der Kongress einerseits sog. Treasury Notes (verzinsliche Staatsanleihen) heraus und förderte andererseits die Ausdehnung von Geschäftsbanken, damit diese Geld zum Kauf von Staatschulden drucken (als Reserve dienten die Treasury Notes). Die Banken Neuenglands verweigerten jedoch aus politischen Gründen die Mitarbeit. Nichtsdestotrotz musste die Bundesregierung Güter aus der Region kaufen, die sie aber mit dem wertlosen – außerhalb von Neuengland gedruckten – Geld bezahlte. Nun bestand folgende Gefahr: sobald sich die neuenglischen Banken an die anderen Landesbanken wenden würden, damit diese ihr Papiergeld umtauschten, käme es aufgrund mangelnder Edelmetallreserven zu massenhaften Insolvenzen und folglich zum Ende der inflationären Kriegsfinanzierung. Um dies zu verhindern, beschloss der Kongress – gemeinsam mit den Regierungen der Bundesstaaten außerhalb Neuenglands – 1814 die allgemeine Aufhebung der Einlösepflicht für Banken (bei gleichzeitiger Fortführung der Inflation). Dieser monetäre Präzedenzfall sollte weitreichende Folgen haben, denn fortan hob man bei jeder größeren Bankenkrise auf Bundes- oder Landesebene die gesetzliche Einlösepflicht auf, während aber die Banken weiterhin inflationieren durften.

Der Krieg erhöhte die Verschuldung der USA, sodass der Kongress 1816 zwecks Monetarisierung die Gründung einer neuen (privaten) Zentralbank beschloss: die Second Bank of the United States wurde 1817 eröffnet und erhielt eine Lizenz für zwanzig Jahre. Die Zentralbank dehnte für den Kongress auch umgehend die Papiergeldmenge aus und beschützte zusätzlich noch die maroden Landesbanken. 1816 hatte der Kongress nicht nur die Gründung einer Zentralbank beschlossen, sondern auch eine Resolution verabschiedet, die vorsah, dass ab Februar 1817 a) die Einlösepflicht der Banken wieder eigeführt wird und b) Zahlungen an den Staat nur noch in Hartgeld oder konvertiblen Papierwährungen getätigt werden können. Das ungedeckte Papiergeld der Landesbanken war also kein legitimes Zahlungsmittel mehr. Kurz vor der Implementierung aber lieh die Zentralbank den führenden (insolventen) Landesbanken Millionenkredite in konvertiblen Zentralbanknoten (Geburtsstunde des sog. lender of last resort). Im Gegenzug erklärten sich die Landesbanken nun bereit, ihre Schulden in Hartgeld zu bezahlen.

Die fortgeführte Inflation der Landesbanken und der Zentralbank – gepaart mit einer Laxheit gegenüber Schuldentilgungen in Hartgeld – führte ab 1817 zu einem künstlichen (inflationsfinanzierten) Boom mit (ebenfalls inflationsbedingt) ständig steigenden Preisen. Ein solcher Boom kann nur solange aufrechterhalten werden, wie der Markt mit dem billigen Papiergeld der Banken überflutet wird. Im Juli 1818 erkannte die Zentralbank aber die Gefahr einer Hyperinflation und begann 1819 mit einer massiven Geld- und Kreditkontraktion. Auch die Landesbanken mussten aufgrund des schwerer zugänglichen Zentralbankgeldes ihre Kreditvergaben drosseln. Die Zentralbank konnte so gerettet werden, aber die Bürger wurden ruiniert: da die Kredite für begonnene Projekte ausblieben, kam es zu massenhaften Liquidierungen von Unternehmen. Der künstliche Boom, der sich nicht ewig aufrechterhalten lässt, hatte sich zum notwendigen Bust (Rezession) entwickelt und löste somit Amerikas erste Depression aus.

Als Reaktion auf die Panic of 1819 entstand in den 1820er Jahren unter Andrew Jackson das libertäre Jacksonian Movement. Ihr Ziel war die Abschaffung des Teilreservesystems und die Auflösung der Second Bank. Während seiner Amtszeit als Präsident (1833-1837) konnte Jackson auf Bundesebene einige programmatische Punkte durchsetzen: 1833 entzog er der Second Bank einen Teil ihrer finanziellen Grundlage, indem er alle Staatsdepositen entfernen und auf Landesbanken verteilen ließ (sein Nachfolger Martin Van Buren setzte 1840 schließlich das Independent Treasury System durch, d. h. der Staat lagerte seine Depositen in eigenen Tresoren und war somit vom Bankensystem getrennt); um Banknoten mit geringem Nennwert durch Gold- und Silbermünzen zu ersetzen, wurde 1834 ein Coinage Act erlassen, der das Gold-Silber-Verhältnis neuerdings mit 16:1 festlegte (da dies in etwa dem Marktniveau entsprach, strömten ab 1834 wieder Goldmünzen nach Amerika); 1836 schließlich wurde die Lizenz der Second Bank nicht verlängert.

Viele Historiker glauben, diese Maßnahmen der Jackson-Administration führten zur steigenden Inflation ab 1833 und letztlich zur Panic of 1837. Der tatsächliche Grund für die steigende Inflation ist jedoch ein erhöhter Silberzufluss nach Amerika, der den Landesbanken wiederum als Grundlage zur proportionalen Ausdehnung ihrer Geldmengen diente (1833 befanden sich 31 Millionen Dollar Hartgeld im Land; Anfang 1837 waren es 73 Millionen13). Gründe für den Zufluss: a) Greshams Gesetz führte in Mexiko zum Silberabfluss und b) die Silberexporte in den Orient nehmen ab, da China nun vermehrt Opium kaufte. 1836 verwandelte sich der künstliche Boom schließlich erneut in den notwendigen Bust, als die Bank of England aus Angst vor einer Inflation ihre Geldmenge reduzierte und die zu zahlenden Zinsen für ihre Kredite hochsetzte. Dies führte zu einer Kettenreaktion: Rückgang der Kreditnachfrage = Rückgang der Nachfrage nach amerikanischer Baumwolle = Rückgang der amerikanischen Exporte = Zusammenbruch der heimischen Industrie. Das Gros der amerikanischen Banken reagierte auf den verminderten Kapitalfluss im Mai 1837 mit einer Aussetzung der Einlösepflicht. Doch Martin Van Buren konnte 1838 durchsetzen, dass alle Banken per Gesetz zur Einhaltung ihrer Einlösepflicht gezwungen sind, was vielerorts zu Bankschließungen führte. Bereits im selben Jahr erholte sich die amerikanische Wirtschaft aber von der Krise, da die Bank of England ihre Kredite wieder zu günstigeren Konditionen vergab. Da in der Folge die Baumwollnachfrage wieder stark anstieg, begannen viele Bundesstaaten mit der schuldenfinanzierten Subventionierung dieses Sektors (künstlicher Boom). 1839 platzte die Baumwollblase jedoch, als offenkundig wurde, dass all die staatlich geförderten Unternehmungen eigentlich von niemandem nachgefragt wurden. Erneut kam es zu Aussetzungen der Einlösepflicht und letztlich zur Liquidierung zahlreicher maroder Banken.

Verständlicherweise machte sich in der Bevölkerung aufgrund der Wirtschaftskrisen ein Misstrauen gegen Banken breit. Viele Bundesstaaten verschrieben sich daher ab den 1830er Jahren dem Konzept des sog. free banking. Trotz seines Namens ist dieses System nicht im Sinne eines freien Marktes – d. h. einem System freiwilliger Übereinkünfte ohne staatliche Regulierungen – zu verstehen15. Beim amerikanischen free banking konnte jedermann eine Bank gründen, sofern er die gesetzlichen Mindestanforderungen des jeweiligen Bundesstaates erfüllte (zuvor musste man um spezielle Lizenzen werben). Doch diese Konditionen bestanden aus einem Katalog an Regulierungen, die den Zutritt zum „freien“ Bankenmarkt enorm erschwerten.

Des Weiteren wurde jede Bank an die jeweilige Landesregierung gebunden, da das Ausmaß der erlaubten Geldexpansion von der Menge der gekauften Staatsschulden abhing, die als Reserve genutzt werden mussten. Je mehr Staatschulden eine Bank kaufte desto mehr Papiergeld durfte sie also auch emittieren. Innerhalb dieses staatlichen Rahmens konnten die Banken jedoch relativ frei mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen experimentieren. Die free banking-Ära wurde erst durch den Ausbruch des Bürgerkriegs beendet.

Anfang der 1850er Jahre wurde Amerika erneut von Greshams Gesetz heimgesucht, da in Australien, Kalifornien und Russland neue Goldminen eröffnet wurden. Der Marktwert von Gold sank in Relation zu Silber und das gesetzliche 16:1-Verhältnis bildete nicht mehr die reale Entwicklung ab. Das künstlich unterbewertete Silber floss aus Amerika ab, was wiederum zu einer Kleingeldkrise führte, weil Gold zu wertvoll ist, um es als Münze mit geringem Nennwert prägen zu lassen. Die Bundesregierung griff im Februar 1853 ein: de jure behielt sie den Bimetallstandard bei, aber de facto wurde nun ein Goldstandard etabliert. Silbermünzen durften nur noch als Zahlungsmittel im Wert von höchstens fünf Dollar genutzt werden. Um die notwendigen Silbermünzen mit geringem Nennwert auch im Land zu behalten, wurde deren Feingehalt um 6,91% gemindert, sodass sie im Verhältnis zum Gold nicht mehr überbewertet waren. Auf diese Weise konnte die Kleingeldkrise bereits 1854 überwunden wurden. 1857 wurden zur besseren Kontrolle des Geldsystems schließlich ausländische Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel verboten.

Der Bürgerkrieg und seine Finanzierung durch die Union

Der Amerikanische Bürgerkrieg gilt als der erste moderne (industrialisierte) Krieg, da sowohl Gesellschaft als auch Wirtschaft in zuvor unvorstellbarem Maße dem Kriegszweck untergeordnet wurden. All die totalen Maßnahmen mussten jedoch auch finanziert werden: in den 1850er Jahren gab die Bundesregierung ca. 1 Million Dollar pro Woche aus, Mitte 1861 waren es 1,5 Millionen Dollar pro Tag und Ende 1865 bereits 3,5 Millionen Dollar. Die Staatsverschuldung stieg von 60 Millionen Dollar 1861 auf 2,7 Milliarden Dollar im Jahre 186519. Eine Regierung kann solch enormen Ausgaben nur auf drei Weisen stemmen: durch Besteuerung, Verschuldung oder Inflationierung.

Der Norden nutzte und revolutionierte alle drei Methoden, doch der jeweilige Beitrag zur Kriegsfinanzierung differierte über die Zeit. Insgesamt wurde der Bürgerkrieg auf Unionsseite zu 25% aus Steuern, 18% Inflation und 53% Verschuldung finanziert (für die Beitragsverhältnisse pro Kriegsjahr. Für die Zukunft des amerikanischen Geldsystems waren selbstredend die unionistischen Neuerungen auf dem Gebiet der Inflationierung am wichtigsten. Nichtsdestotrotz stehen alle neuentdeckten Formen des Staatszentralismus in einem inneren Zusammenhang. Der Finanzminister der Union, Salmon P. Chase, versuchte 1861 die anfallenden Kriegskosten durch die Emission von verzinslichen Treasury Notes und unverzinslichen Demand Notes (bei Bedarf in Hartgeld eintauschbar) zu decken. Da die Demand Notes auch mit geringen Nennwerten ausgegeben wurden, entwickelten sie sich bald zur ersten nationalen Papiergeldwährung nach den Continentals. Doch die Bevölkerung misstraute dem Papiergeld und fragte vermehrt Edelmetalle nach, sodass Ende 1861 die Einlösepflicht der Banken abermals ausgesetzt wurde. Das Finanzministerium folgte schnell diesem Beispiel und beglich fortan nur noch seine Schulden in Gold. Erstmals seit dem Britisch-Amerikanischen Krieg war das amerikanische Geldsystem wieder vollkommen ungedeckt.

Der Kongress nutzte die Gelegenheit, um im Februar 1862 den Legal Tender Act zu verabschieden, der dem Finanzministerium zwecks Kriegsfinanzierung gestattete, erstmals ein ungedecktes Papiergeld zu emittieren, das gleichzeitig zum gesetzlichen Zahlungsmittel für alle Schulden erkoren wurde. Diese United States Notes – aufgrund der Farbe ihrer Tinte auch als Greenbacks bekannt – lösten die Demand Notes ab und waren die erste zentralstaatlich herausgegebene Fiatwährung Amerikas. Sowohl die Demand Notes als auch die Greenbacks sind heute noch gültig und können zum Nennwert in aktuelle Dollarscheine eingetauscht werden.

Seit ihrer Implementierung verloren die Greenbacks im Verhältnis zu Gold beständig an Wert. Dies veranlasste Finanzminister Chase ab 1863 zu einem Feldzug gegen den Goldmarkt (einige Mittel dafür: Besteuerung von Goldkäufen; Verkauf von großen Goldbeständen, um den Marktpreis für Gold zu senken; Verbot zukünftige Verträge in Gold abzuschließen). All diese Maßnahmen ließen jedoch das Vertrauen der Bevölkerung und somit auch den Wert der Greenbacks noch weiter sinken. Die Inflation führte u. a. zu einem Abfluss von Edelmetallen bzw. Kleingeld, sodass die Unionsregierung zeitweise sogar Briefmarken als Zahlungsmittel herausgab. 1864 wurden schließlich viele Restriktionen wieder aufgehoben und Chase aus seinem Amt entlassen.

Da die Greenbacks bald nahezu wertlos waren, verließ sich die Unionsregierung ab 1864 zur Geldbeschaffung fast ausschließlich auf Steuern und insbesondere Schulden. Ursprünglich gingen beide Kriegsparteien von einem kurzen Intermezzo aus, sodass Inflation und Verschuldung als ausreichende Finanzierungsmittel erschienen (zumal auf diese Weise unpopuläre Steuererhebungen vermieden werden konnten). Sobald jedoch offenkundig wurde, dass der Krieg andauern würde, griff die Union auch zu drastischen Steuererhebungen.

Im August 1861 wurde ein Revenue Act erlassen, der in Amerika erstmals eine einheitliche Einkommenssteuer (3% auf Einkommen über 800 Dollar) einführte. Zudem erhob man neuartige Zölle auf Importgüter. 1862 schließlich wurde ein zweiter Revenue Act beschlossen, der den vorherigen ablöste und in der Folgezeit das Steueraufkommen enorm steigern sollte. Der Act ersetzte die einheitliche durch eine progressive Einkommenssteuer (3% auf Einkommen zwischen 600 und 10.000 Dollar; 5% auf höhere Einkommen), belegte zudem fast alle Güter und Dienstleistungen mit einer Verbrauchersteuer (von Alkohol bis hin zu Billardtischen) und führte erstmals eine Erbschaftssteuer ein. Diese Vielzahl neuer Steuern sollte nicht nur die Staatskassen füllen, sondern auch die Inflation abmildern: da ein Teil der Greenbacks in Form von Steuern nun wieder an den Staat zurückfloss, konnte dieser die Geldmenge besser regulieren. Um die Steuern auch tatsächlich eintreiben zu können, wurde das Department of Internal Revenue gegründet, welches bei etwaigen Steuerverweigerungen Privateigentum beschlagnahmen durfte. 1864 wurde die Einkommenssteuer abermals modifiziert (5% auf Einkommen zwischen 600 und 5.000 Dollar; 7,5% auf Einkommen zwischen 5.000 und 10.000 Dollar; 10% auf höhere Einkommen), bevor sie 1872 für verfassungswidrig erklärt wurde und erst 1913 als 16. Verfassungszusatz wieder auflebte.

Den größten Teil ihres Einkommens erhielt die Unionsregierung aber weder durch Inflationierung noch durch Besteuerung, sondern aus dem Verkauf von staatlichen Schuldscheinen (Kriegsanleihen). Der wichtigste Mann in diesem Kontext ist der Unternehmer Jay Cooke, der ein enger Freund von Salmon P. Chase war. Chase wurde erst durch die Einflussnahme Cookes zum Finanzminister ernannt und dafür revanchierte er sich 1862, indem er Cooke das Monopol zum Verkauf von staatlichen Schuldscheinen zuschanzte. Die Kriegsanleihen hatten eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und brachten eine Zinsrendite von 6% pro Jahr (auszahlbar in Gold). Cooke verkaufte die Staatsschulden nun nicht nur an Banken, sondern erstmals auch direkt an die Bevölkerung. Durch patriotische Zeitungswerbungen, dem Anheuern von Agitatoren etc. gelang es Cooke, sowohl Mittelständler als auch Angehörige der Oberschicht zum Kauf der Kriegsanleihen zu bewegen. Aus diesem Grunde gilt er vielen Historikern als Erfinder der Massenpropaganda, die seitdem zum Bestandteil jedes größeren Krieges wurde. Insgesamt mobilisierte Cooke ca. eine Million Nordstaatler zum Kauf, die dadurch ca. 2 Milliarden Dollar zur Kriegsfinanzierung beitrugen.

Die Implementierung des Legal Tender Acts von 1862 muss auch vor diesem Hintergrund betrachtet werden: damit die Menschen Staatsschulden überhaupt kaufen können, müssen sie auch über ausreichend Geld verfügen. Die beliebige Reproduzierbarkeit der neuen Greenbacks konnte dies gewährleisten. Die Freundschaft zwischen Chase und Cooke sollte für Amerika weitreichende Konsequenzen haben, denn gemeinsam wollten sie einen stabilen Markt für die Kriegsanleihen schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen entwarfen sie ein neues Bankensystem. Cooke nutzte seine Zeitungskontakte, um das System salonfähig zu machen und schließlich wurden 1863 bzw. 1864 zwei National Bank Acts verabschiedet, die ihren Plan in die Tat umsetzten. Die Acts beendeten nicht nur die free banking-Ära, sondern zerstörten auch die von den Jacksonians zementierte Trennung zwischen Bundesregierung und Banken. Stattdessen wurde nun ein zentralistisches Bankenkartell geschaffen, das zum eigentlichen geldpolitischen Vermächtnis des Bürgerkrieges wurde. Die Bundesregierung – in Form des neugegründeten Office of the Comptroller of the Currency – hatte nun das Recht, Lizenzen für Nationalbanken zu vergeben, die unter staatlicher Aufsicht eine nationale (schuldengedeckte) Währung herausgeben durften (sog. National Bank Notes).

Es gab drei Arten von Nationalbanken: central reserve city banks (Banken in New York), reserve city banks (Banken in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern) und country banks (alle anderen Nationalbanken). Die central reserve city banks mussten 25% ihrer Geldmenge durch Edelmetalle oder Greenbacks decken. Die reserve city banks mussten nur 12,5% ihrer Geldmenge vor Ort decken, während die anderen 12,5% auch nur als Bankguthaben bei den reserve city banks existieren durften. Die country banks schließlich mussten nur 15% ihrer Geldmenge decken, wobei 40% davon vor Ort gedeckt sein mussten und 60% auch nur als Kontoguthaben bei den reserve city banks oder den central reserve city banks hinterlegt sein konnten. Dieses System erlaubt nun eine einheitliche (nationale) Inflationierung: erhalten die central reserve city banks Neueinzahlungen, dann inflationieren sie auf dieser Grundlage ihre Geldmenge. Die reserve city banks kaufen nun das neue Geld auf und erhöhen somit ihr dortiges Kontoguthaben, d. h. sie dürfen ihre eigene Geldmenge inflationieren, da ihre Reserven bei den central reserve city banks angestiegen sind. Die country banks kaufen nun entweder das neue Geld der central reserve city banks und/oder der reserve city banks auf, erhöhen somit ihre dortigen Kontoguthaben und dürfen daher ihre eigene Geldmenge inflationieren.

Doch damit nicht genug: die Möglichkeit der Geldmengenausweitung wurde an den Besitz von Staatsanleihen geknüpft, d. h. das nationale Bankensystem wurde abhängig von der Regierung bzw. deren Verschuldung. Eine Bank durfte ihre Geldmenge an National Bank Notes nur ausdehnen, wenn sie das Äquivalent dazu in Staatsanleihen als Pfand beim Finanzministerium hinterlegte, was der Regierung wiederum mehr Geld für den Krieg einbrachte. Auf diese Weise wurde der ersehnte sichere Markt für Staatsanleihen geschaffen: je mehr Banken Staatsschulden kauften desto mehr durfte das neue pyramidenartige Bankensystem auch inflationieren.

Ein weiterer Grund für die Errichtung des nationalen Bankensystems war die ersehnte Entmachtung der dezentralen Landesbanken. Da die National Banking Acts allen Landesbanken die zukünftige Papiergeldemission verbat, ging man davon aus, das diese sich freiwillig dem nationalen Bankenkartell unterordnen würden. Als dies nicht geschah, erließ der Kongress 1865 ein Gesetz, dass alle noch ausstehenden Landesbanknoten mit einer Steuer von 10% belegte. In der Folge hörte das Papiergeld der Landesbanken auf zu zirkulieren und nur das zentralstaatlich herausgegebene Papiergeld fungierte – neben Gold und Silber – als Zahlungsmittel. Einhergehend mit dieser Bedeutungsverschiebung sank die Zahl der Landesbanken von 1.466 (1863) auf 297 (1866) während die Zahl der Nationalbanken im selben Zeitraum von 66 auf 1.634 anstieg. Die Landesbanken erholten sich nach einigen Jahren wieder, allerdings ordneten sie sich fortan den Nationalbanken unter, d. h. sie wurden zur vierten Schicht in der Pyramide des neuartigen Bankensystems. Auf diese Weise errichtete die Bundesregierung ihr bis heute anhaltendes Geldmonopol.

Ausblick

Der Bürgerkrieg vererbte Amerika eine entwertete und inkonvertible Papierwährung. So ist es kaum verwunderlich, dass sich die erste monetäre Nachkriegsdebatte mit der Frage nach der Zukunft der Greenbacks befasste. Bereits 1865 und 1869 wurden im Kongress erfolglos Resolutionen eingereicht, die die Einlösung des Papiergeldes in Edelmetalle forderten. 1867 erreichte die Greenback-Debatte schließlich den Supreme Court, da bis dato nicht geklärt wurde, ob die Herausgabe einer nationalen Papiergeldwährung – die auch noch zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wurde – überhaupt verfassungskonform war. 1870 entschied der Supreme Court unter Vorsitz des ehemaligen Finanzministers Salmon P. Chase in Hepburn v. Griswold, dass die Herausgabe von Greenbacks verfassungswidrig gewesen sei. Noch am selben Tag ernannte Präsident Ulysses Grant jedoch zwei neue Verfassungsrichter und der Supreme Court revidierte daraufhin sein anfängliches Urteil in den sog. Legal Tender Cases (beide 1871). Nun hatte die Bundesregierung das verfassungsmäßige Recht zur Emission von Papiergeld. Die Begründung: die Verfassung impliziere ein solches Recht, da andernfalls das Land nicht regiert werden könne. Auf zunehmenden Druck hin wurde 1875 schließlich der Resumption Act verabschiedet, der die Regierung ab dem 1. Januar 1879 zum Eintausch der Greenbacks in Gold zwang. Die Greenbacks zirkulierten ab 1875 folglich als Kreditgeld und somit endete Amerikas erstes nationales Fiatgeldexperiment, welches aber ein entscheidender Präzedenzfall für die amerikanischen Währungen nach 1933 und insbesondere nach 1971 war.

Diese zukünftigen Entwicklungen sind eng mit dem nationalen Bankensystem verbunden. Das zentralistische Bankenkartell bereitete den Weg für die erneute Gründung einer Zentralbank im Jahre 1913. Das Federal Reserve System (FED) nahm innerhalb der Pyramide – jedoch unter anderen Bedingungen – die Rolle der central reserve city banks ein. Nach heftigen Debatten führte Amerika 1900 offiziell den Goldstandard ein. Es glich somit den meisten europäischen Ländern, die jedoch zwecks Kriegsfinanzierung zu Beginn des Ersten Weltkriegs ihren Goldstandard abschafften. Erstmalig wurde dieser nach dem Krieg nicht erneuet angeführt und in der Folge kam es europaweit zu Hyperinflationen. Als Abbild der neuentstandenen Machtverhältnisse wurde in den 20er Jahren ein internationaler Pseudogoldstandard unter der Führung der USA eingerichtet, d. h. der Dollar wurde zur Leitwährung und alle europäischen Banken mussten ihre nationalen Währungen zunächst in Dollar konvertieren, um sie anschließend bei der FED in Gold eintauschen zu können. Da die europäischen Banken ihre Währungen allerdings stark inflationierten, wurde der Pseudogoldstandard 1933 modifiziert: fortan tauschte die FED nur noch die Dollarreserven der nationalen Zentralbanken in Gold um (Golddevisenstandard). Die Inflation der europäischen Zentralbanken stieg jedoch immer weiter an und aus Angst vor einem Goldansturm schaffte die USA 1971 den Golddevisenstandard restlos ab. Seitdem hat zum ersten Mal in der Geschichte fast jedes Land der Welt ein komplett ungedecktes Papiergeldsystem.

Fazit

Es wurde gezeigt, dass die Geschichte des amerikanischen Geldsystems – trotz gelegentlicher Widerstandsmaßnahmen – seit der Kolonialzeit eine Geschichte der Staatsexpansion ist. Daher verwundert es kaum, dass insbesondere Kriege folgenschwere Konsequenzen für das Geldsystem hatten. So wurde in Amerika das Papiergeld erstmals im kolonialen Massachusetts als Folge einer gescheiterten Militärexpedition etabliert. Die Finanzierung des Revolutionskrieges brachte die wertlosen Continentals mit sich und um die massiven Kriegsschulden zu tilgen, wurden zudem erstmals Zentralbanken gegründet.

Der Britisch-Amerikanische Krieg brachte die allgemeine Aufhebung der Einlösepflicht, die fortan bei jeder größeren Bankenkrise angewandt wurde. Die Folgen dieser staatlichen Geldpolitik lassen sich immer wieder an diversen Krisen beobachten. Unter der Ägide der Jacksonians setzte kurzfristig eine gegenläufige Tendenz ein: die Bundesregierung wurde vom Bankensystem abgekoppelt, sodass auf Länderebene das Konzept des free banking aufblühen konnte. Doch diese dezentralen Strukturen wurden im Zuge der Bürgerkriegsfinanzierung abermals aufgebrochen. Insbesondere die erstmalige Etablierung einer nationalen Fiatgeldwährung sowie die Errichtung eines nationalen Bankenkartells erwiesen sich als Marksteine für die zukünftige geldpolitische Entwicklung Amerikas. Waren diese Maßnahmen früher noch revolutionär, so scheinen sie in der Retrospektive nur ein vorläufiger Höhepunkt im staatlichen Geldmonopolisierungsprozess zu sein, der erst 1971 mit der restlosen Abschaffung jedweder Gelddeckung abgeschlossen wurde.
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Internetquellen:

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