Samstag, 24. August 2013

Der Reichtum der Reichen ist nicht das Problem

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Warnt vor dem Egalitarismus: Nef
von Robert Nef
Tommy Casagrandes Argumentationskette ist nicht einfach falsch, sie wählt aber einen sehr gefährlichen Einstieg in die Debatte rund um Reichtum und Armut. Der Ausstieg aus dem Staatskapitalismus darf nie und nimmer bei der Grundfrage der Legitimität der real existierenden Verteilung starten. Diese Verteilung ist nie gerecht, und kann immer auf irgendwelche Privilegien zurückgeführt werden. Lasst den Reichen ihren Reichtum und fragt nicht zuviel, wie er entstanden und wie “verdient” er ist. Eine freie Gesellschaft basiert auf der Idee des Friedens aufgrund der bestehenden Eigentumsordnung und nicht auf der Idee der Verteilungsgerechtigkeit. Wer diesen Einstieg wählt, landet auch als “linker Libertärer” letztlich beim umverteilenden Staatssozialismus. Das Problem der Schere zwischen Arm und Reich und des “unverdienten Reichtums” ist ein Thema der egalitaristischen Sozialisten aller Parteien. Diese “Schere” darf und soll es nämlich geben. Wichtig ist, dass die absolute Armut durch allgemeine Produktivitätssteigerung zu einer relativen Armut wird, die eigentlich, wenn man den Neid ausblendet, ein relativer Reichtum ist. Der untere Teil der Schere muss sich nach oben bewegen, und er tut dies nicht, indem der obere Teil nach unten geht, im Gegenteil. Die beliebte Metapher der Schere ist untauglich und weckt falsche Assoziationen. Das gleiche gilt für die parteipolitische Unterscheidung zwischen “Links” und “Rechts” – aber das ist ein anderes Thema.

Über linken Libertarismus

von Tommy Casagrande
Ich möchte versuchen zu erklären, was für mich linker Libertarismus ist.
Wenn manche Libertäre die Besteuerung der Reichen als Unrecht brandmarken, wird das, obwohl die Kritik an der Besteuerung grundsätzlich libertär ist, als rechts empfunden, weil es sich dann als Verteidigung der Reichen ausdrückt.
Als Libertärer muss man aber wissen, dass der Reichtum der Reichen sich zusammensetzt aus der Armut der Armen. Das System, in dem wir leben, gewährt ja den Reichen stärkere Privilegien als den Armen und hat überhaupt erst durch die schulbildnerische Selektionsaufgabe die Chancen für die einen auf Kosten der anderen umverteilt. Man solle im Nachhinein eigentlich nicht klagen, wenn im Umkehrschluss Teile der ökonomischen Gewinne auf Seiten der Privilegierten rückverteilt werden, wobei dies immer noch zum Vorteil der Reichen und gewiss nicht zur tatsächlichen Verbesserung der Lebensverhältnisse der Armen führt.

Mittwoch, 21. August 2013

Die Howard Roark Rede aus Ayn Rand´s „Fountainhead“


http://borderlessnewsandviews.com/wp-content/uploads/2012/08/ayn-rand.jpg von Niklas Seggewiß
Ayn Rand´s „Fountainhead“ handelt vom jungen Architekten Howard Roark der in New York lebt und versucht sich als Architekt durchzusetzen. Anders als die überwältigende Mehrheit der Architekten und Architekturkritiker glaubt Howard Roark nicht daran das in der Architektur alles bereits erreicht worden ist und man nur von den alten Meistern „kopieren“ sollte sondern hat seine eigenen Überzeugungen und Vorstellungen wie er Gebäude entwerfen und bauen möchte. Dabei lässt er sich von trotz vieler Hindernisse die ihm in den Weg gelegt werden nicht abbringen.
Roark entwirft für seinen alten Bekannten Peter Keating einen Sozialbau. Diesen soll Keating unter seinem Namen vorstellen und bauen. Die einzige Bedingung die Roark stellt ist das nichts an seinem Entwurf verändert werden darf. Keating bricht die Vereinbarung und baut das Gebäude mit zahlreichen Veränderungen.
Nachdem Roark den Bau gesprengt hat kommt es zu einem Prozess gegen ihn. In diesem Prozess ergreift Howard Roark nur zum Schlussplädoyer das Wort und erklärt seine Beweggründe. Die Geschworenen erklären ihn darauf für unschuldig.

Das Buch, welches jedem einfällt wenn man ihn auf Ayn Rand anspricht ist ohne Zweifel „Atlas Shrugged“. Aber auch „Fountainhead“ verdient große Anerkennung. Hier legt Ayn Rand ihr Menschenbild da. Wenn man Ayn Rand und ihre Philosophie verstehen möchte führt kein Weg an der Lektüre von „Fountainhead“ vorbei.

Mittwoch, 7. August 2013

Vertrag und Vergewaltigung: Ein Gedankenspiel um sexuelle Gewalt, Eigentum und Zivilisation

von Niklas Fröhlich
Die Ethik ist ein weites Feld auf dem man sich leicht in den wirren Gängen philosophischer Großkomplexe verirren kann. So kann man, will man sich der argumentativen Praxis näheren, kaum ein gesamtes logisches Gebäude errichten, sondern greift oftmals besser direkt fragend in die Straße der bereits bestehenden Normen hinein. Dies ist nun nicht gerade die jüngste Erkenntnis der Ethik, sondern vielmehr ihre erste, dennoch hat sie in den letzten zwei Jahrtausenden ihre praktische Attraktivität im Diskurs nicht eingebüßt und dient noch immer zu Provokation und Erkenntnisgewinn gleichermaßen.  

Ganz in diesem Sinne ließ die "Libertäre Aktion" auf Facebook jüngst den Philosoraptor halb spöttelnd fragen: "Wenn Vertragsfreiheit "kapitalistische Ausbeutung" ist, ist einvernehmlicher Sex dann Vergewaltigung?". 

Was man als schlichte Polemik auffassen kann, ist jedoch eine keinesfalls flapsige, sondern eine ganz entscheidende Frage und zeigt nicht nur das libertäre Verständnis der Bedeutung von Eigentum trefflich auf. Vielmehr zeigt sich hier auch, wie sehr das libertäre Rechtsideal den Kern dessen konsequent zum Trieb führen möchte, was man gemeinhin Frieden und Recht, mitunter "Zivilisation" nennt. 

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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