Dienstag, 11. Juni 2013

Kapitalismuskrise?!

Crony Capitalism - Korporatismus
von André Hebbel
Kapitalismus-Bashing ist en vogue!
Vor allem seit der Finanzkrise '07/'08 wird im medialen Mainstream wieder mit Leichtigkeit über die angebliche Krise des Kapitalismus fabuliert.

Nicht zuletzt auch aufgrund der andauernden Erosion westlicher Staatshaushalte muss "der Kapitalismus" als scheinbarer Systemfehler und angeblicher Verursacher für kreative Plakat-Slogans empörter Demonstranten und Erklärungsversuche selbsternannter Experten in abendlichen Talk-Runden herhalten.
Nicht wenige Kommentatoren malen Schreckensgespenster á la Finanz-, Turbo-, Kasino- oder gar Raubtier-Kapitalismus an die Wand und schließen daraus, dass dieses "Monster" gebändigt, ja zumindest reguliert und teilverstaatlicht werden müsse.
Es ist eine insgesamt sehr emotional geführte Debatte, in der jene Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die erstmals vollständig und umfassend von den klassisch-liberalen Ökonomen und Moralphilosophen im 18. und 19. Jahrhundert formuliert und unter anderem von den Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie im 20. Jahrhundert fundiert und konsequent weitergedacht wurde, andauernd mit den Etiketten Antisozialität, Korruption, Egoismus bzw. Zerstörung der "Gemeinschaft", Verantwortungslosigkeit, Betrug, Machtstreben, Umweltverschmutzung, Ausbeutung von Mensch und Natur, etc. versehen wird.
Diese Attribute entsprechen zwar zweifellos dem herrschenden Zeitgeist vornehmlich westlich geprägter Kulturen, haben ihre Ursachen, wie im Folgenden gezeigt wird, nicht einmal im Entferntesten in den Strukturen einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Es ist offenkundig, dass jede Analyse von der Genauigkeit und Definition ihrer Begrifflichkeiten abhängt. Das "Sprechen der gleichen Sprache" ist Grundvoraussetzung - einerseits für das Verständnis, andererseits für konstruktive Diskussionen.
Zu allererst ist natürlich zu klären, was genau man nun unter "Kapitalismus" (ein Begriff, der ursprünglich nur ersatzweise von ideologischen Gegnern benutzt und über die Dauer im medialen Mainstream etabliert wurde) verstehen möchte - schließlich gibt es keine eindeutige oder letztgültige Definition. Seitens der Kritiker gälte es zu differenzieren, denn es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Auffassungen auf Basis diverser ökonomischer Schulen. Sprechen die Kritiker nun vom klassischen oder neoklassischen Liberalismus (und falls ja, von welchem seiner unterschiedlichen Denkschulen und Vertreter), vom Ordoliberalismus, vom Manchesterliberalismus, vom Thatcherismus, vom Laissez-faire-Liberalismus, vom Libertarismus, vom Anarchokapitalismus, von einem Kapitalismus nach dem Modell einer der drei historischen Schulen oder kritisieren sie die Auffassungen der Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie?

Diese Differenzierungen, sowie konkrete und sachliche Argumente gegen die Postulate der kapitalistischen Theorien/Schulen sind absolute Mangelware in den Anklagen der Kapitalismuskritiker.
Pauschal gesprochen werden einzig einige Sozialisten unter den Kritikern etwas konkreter und prangern gebetsmühlenartig das Eigentum der Unternehmer an den Produktionsmitteln an und stellen das Recht des Privateigentums generell in Frage. Dies sind allerdings keine Argumente, die gegen das Wesen des Kapitalismus angeführt werden, sondern - im Gegenteil - persönliche Meinung und Werbung für etatistische, also sozialistische Gesellschaftsformen, worauf im Weiteren nicht näher einzugehen ist.
Hätte man nur ein Wort zur Definition des Begriffs Kapitalismus, man würde wohl das Wort Marktwirtschaft (also Tausch und Handel auf Basis der freiwilligen Übereinkunft freier Individuen --> Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit) wählen. Denn trotz der Unterschiede der voran genannten ökonomischen Theorien, das zentrale Element ist immer das Prinzip der Marktwirtschaft - mal mehr, mal weniger.
Ebenso gilt die Anerkennung von Eigentum als universelles Recht eines jeden Individuums - vor allem Eigentum am eigenen Körper (alles andere wäre Sklaverei), aus dem sich die entsprechenden und weitreichenden moralphilosophischen Freiheitsideale ableiten lassen.
Einer der letzten großen freiheitlichen Denker und Autoren in Deutschland war zweifelsfrei Roland Baader. Seine klare Sprache und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte einfach und verständlich zu erklären, zeichneten ihn dabei besonders aus.
Baader widmete sich zeit seines Lebens der Verbreitung der Freiheitslehre und versuchte vor allem auch dem ökonomischen Laien zum Verständnis klassisch liberaler und auch libertärer Ansichten zu verhelfen, so u.a. auch in seinem Werk Das Kapital am Pranger. Ein Kompaß durch den politischen Begriffsnebel, Resch-Verlag, 2005:

"Kapitalismus ist kein Konstrukt, kein bewusst entworfenes System, sondern die natürliche Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft diesseits der Steinzeit und der Feudalherrschaft. Wenn eine hinreichende Menschenzahl verstehen lernt, was Kapitalismus ist, wird die Zivilisation überleben. Wenn es beim weitverbreiteten Unverständnis bleibt, wird die Erde bestenfalls zu einem riesigen Gulag, schlimmstenfalls zu einem Großfriedhof. [...]

Betrachten wir Deutschland doch einmal mit 'kapitalistischen Augen'. Wir erkennen ein Land mit einem staatlichen (d. h. sozialistischen) Rentensystem, einem staatlichen Gesundheitswesen, einem staatlichen Bildungswesen, mit staatlich und gewerkschaftlich gefesselten Arbeitsmärkten, einem konfiskatorischen Steuersystem, einer Staatsquote von über 50%, mit einem erheblich regulierten Wohnungsmarkt, einem massiv subventionierten und regulierten Agrarsektor und einer in einem komplizierten Geflecht zwischen Markt und Staat eingebundenen Energiewirtschaft, mit mindestens Hunderttausend Betrieben in 'kommunalem Eigentum' (d.h. Staatseigentum) und einem staatlichen Papiergeldmonopol, ja sogar mit einem Staatsfernsehen samt Zwangsgebühren. Wir erkennen ein Land, in dem fast 40% der Bevölkerung ganz oder überwiegend von Staatsleistungen lebt und in welchem das gesamte Leben der Bürger von staatlichen Regelungen überwuchert ist. Wer diesen 80%-Sozialismus als Kapitalismus bezeichnet, muss mit ideologischer Blindheit geschlagen sein. Und wer gar von Turbo- oder Raubtierkapitalismus redet, den muss der Verstand ganz verlassen haben (oder die panische Angst vor dem Machtverlust zu verbalen Veitstänzen getrieben haben)."

- Roland Baader (1940-2012), Unternehmer, liberaler Freigeist, Autor und Vertreter der Österreichischen Schule

Häufig werden im Zuge der Kapitalismuskritik zur "Beweisführung" praktische Fälle, wie bspw. die Umweltverschmutzung in einer bestimmten Region, offenkundige Preisabsprachen (Kartellbildung), generell wachsender beruflicher Leistungsdruck oder das rigorose Ausnutzen oder Entlassen von Mitarbeitern (natürlich alles aus reiner Profitgier der Unternehmer) seitens der Kritiker angeführt und "dem Kapitalismus" in die Schuhe geschoben.
Für rücksichtsloses und untugendhaftes Verhalten, generelle Charakterschwäche oder sonstige Eigenschaften und Eigenarten handelnder Individuen kann logischerweise immer nur dem Handelnden selbst ein Vorwurf gemacht werden, niemals jedoch einer gesellschaftlichen Ordnung, welche die Freiheit des Individuums betont und in dem jegliche Handlungen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und Eigenverantwortung beruhen. In diesem Zusammenhang von Kapitalismuskrise zu sprechen entbehrt also jeglicher Logik. In unserer Zeit des zunehmenden Werteverfalls und der schleichenden Abwesenheit von Tugend und Moral träfe es - wenn man schon der Krisenrhetorik frönen möchte - das Schlagwort Bewusstseinskrise wohl besser.

Natürlich kann man das Konzept der Freiwillig- und Freiheitlichkeit ablehnen und stattdessen Zwang und Herrschaft von Menschen über Menschen bevorzugen, jedoch ist es unlogisch, wenn eine freiheitliche Gesellschaftsordnung als Ursache von Fehlverhalten oder Fehlentwicklungen ausgemacht wird.
Der angebliche "Fehler" liegt hier nicht im System, sondern in den Handlungen bzw. Handelnden selbst, da ein Jeder aus freien Stücken handelt und zu keiner Handlung gezwungen wird, also für jede seiner Handlungen voll verantwortlich ist.

Es bleibt festzustellen, dass in der breiten Öffentlichkeit kaum ein Verständnis für den Begriff Kapitalismus und dessen Bedeutung vorhanden ist. Der Begriff Kapitalismus wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts bis heute massenmedial dermaßen pervertiert, manipuliert und umgedeutet, dass es schwer fällt seine ursprüngliche Bedeutung zu erfahren.
Einige meinen es drehe sich im Wesentlichen "irgendwie um Geld", andere gehen weiter und meinen sogar eine dem Kapitalismus inhärente (Geld- und Profit-)Gier ableiten zu können, da sich die Bezeichnung Kapitalismus u.a. aus dem Begriff "Kapital" zusammensetzt. Unter Berücksichtigung dieser Fehlinterpretation verwundert es nicht, wenn sich vorhin angeführte Neologismen, wie Casino- oder Raubtier-Kapitalismus in der antikapitalistischen Debatte etablieren können.
Mit dem Begriff Kapitalismus assoziieren viele mittlerweile unehrenhafte Charaktereigenschaften, wie fehlendes Mitgefühl, Ausbeutung, etc. Ebenso für die angesprochene (Geld-)Gier, Kartellbildungen, Korruption, Verschwörungen (mit der Politik) und Rücksichtslosigkeit. Man könnte beinahe vermuten, dass bestimmte Kritiker im Kapitalismus eine gewisse Geisteshaltung, ja beinahe eine Geisteskrankheit sehen, die es zu therapieren gälte.
Des Weiteren ist erkennbar, wie der Begriff Kapitalismus in einem schleichenden Prozess zunehmend adjektiviert wird: "kapitalistisch" wird zum Ersatzwort für "schlecht" oder "unmoralisch". Dafür spricht beispielsweise, dass Handlungen von Personen, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht oder generell untugendhaft waren, in der allgemeinen Diskussion mit steigender Tendenz als "kapitalistisch" gewertet oder verurteilt werden.

Es ist zu betonen, dass Kritiker, nicht zuletzt auch aufgrund oben angeführter Fehlinterpretationen, Kapitalismus prinzipiell immer mit Korporatismus bzw. Vetternwirtschaft (engl. "Crony Capitalism", manchmal auch salopp: "Herrschaft der Konzerne") verwechseln, also zwei absolut gegensätzliche Dinge.
Völlig zurecht werden Kartellbildung, Korruption oder Betrug verurteilt, da dies unethisch und nur zum Vorteil weniger Verschwörer und zum Nachteil aller übrigen Marktteilnehmer ist. Die Begrifflichkeit Korporatismus beschreibt eine auf enge Beziehungen zwischen Unternehmen und dem Staat beruhende Wirtschaftsordnung. Anstatt durch Anstrengungen auf einem freien Markt und der Gunst bzw. der Bedürfnisbefriedigung der Kunden, hängt der Erfolg eines Unternehmens von den Begünstigungen der herrschenden Regierung in Form von entsprechenden Geschäftsabschlüssen, Subventionen, der Vergabe von Lizenzen oder sonstigen Zuschüssen und Vorrechten ab.

Etwas freier könnte man Korporatismus auch mit Pseudokapitalismus übersetzen, denn tatsächlich wird dem unbedachten Beobachter eine marktwirtschaftliche Gesellschaftsordnung vorgegaukelt, die bei genauerer Beobachtung nicht existent ist.
Beim Blick auf unsere gegenwärtige Gesellschaftsordnung wird spätestens bei Berücksichtigung der "Banken-Rettungsaktionen" durch die Politik in der jüngeren Vergangenheit (die mittlerweile "Euro-Rettung" genannt werden) offensichtlich, dass unsere Gesellschaftsordnung nur noch in Nuancen mit der einer marktwirtschaftlichen, freien Gesellschaft übereinstimmt. Der europäische und amerikanische Kulturkreis im Allgemeinen und der deutschsprachige im Speziellen lebt den Pseudokapitalismus!
In der Tat ist man dem Sozialismus heute um ein vielfaches näher, als dem Kapitalismus. Heutzutage gibt es kaum einen Bereich, den sich der Staat nicht angeeignet und daraus Manifestationen seiner Herrschaft geformt hat: So sind große Sektoren der Volkswirtschaft wie beispielsweise das Gesundheitswesen, das Bildungswesen und das Rentenwesen heute staatlich, ursprünglich jedoch gesellschaftliche Errungenschaften, die aus ihr selbst hervorgingen.
Noch viel bedeutender ist jedoch, dass das Geld staatsmonopolistisches Zwangsgeld (einziges gesetzliches Zahlungsmittel) ist. Es gibt keine freie Wahl des Geldmittels und daher auch keinen Wettbewerb um den Wert des Geldes. Der andauernden, systembedingten Verschlechterung des Geldes (dem Blutkreislauf der Volkswirtschaft) und der dadurch bedingten bestenfalls schwankenden konjunkturellen Lage ist der ökonomische Laie schutzlos ausgeliefert.
Die deutsche Staatsquote, also der Anteil der staatlichen Ausgaben an der gesamten volkswirtschaftlichen Leistung, liegt fast bei 50 Prozent. Das bedeutet, dass beinahe die Hälfte des Bruttoinlandprodukts (Wirtschaftsleistung) durch staatliche Hände fließt. Im Anblick dieser Tatsachen noch von Kapitalismus zu sprechen zeugt folglich von Realitätsferne.
In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass in die Antikapitalismusdebatte Vernunft einkehrt und die entsprechenden Ursachen für die derzeitigen Verwerfungen endlich korrekt beim Namen genannt werden.
Schließen möchte ich mit einem Auszug aus dem Werk "Liberalismus" von Ludwig von Mises, Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, aus dem Jahre 1927:

"Eine Gesellschaft, in der die liberalen Grundsätze durchgeführt sind, pflegen wir die kapitalistische Gesellschaft zu nennen, und den Gesellschaftszustand als Kapitalismus zu bezeichnen. Da wir überall in der Wirtschaftspolitik nur mehr oder weniger Annäherung an den Liberalismus haben, so gibt uns der Zustand, der heute in der Welt herrscht, nur ein unvollkommenes Bild von dem, was vollausgebildeter Kapitalismus bedeuten und leisten könnte. Aber immerhin ist es durchaus gerechtfertigt, unser Zeitalter das Zeitalter des Kapitalismus zu nennen, weil alles das, was den Reichtum unserer Zeit geschaffen hat, auf die kapitalistischen Institutionen zurückzuführen ist. Nur dem, was von liberalen Ideen in unserer Gesellschaft lebendig ist, was unsere Gesellschaft an Kapitalismus enthält, danken wir es, dass die große Masse unserer Zeitgenossen eine Lebenshaltung führen kann, die hoch über der steht, die noch vor wenigen Menschenaltern nur dem Reichen und besonders Begünstigten möglich war.

Die übliche demagogische Phrase stellt das freilich ganz anders dar. Hört man sie, dann könnte man glauben, dass alle Fortschritte der Produktionstechnik ausschließlich einer schmalen Schichte zugute kommen, wohingegen die Massen immer mehr und mehr verelenden. Es bedarf aber nur eines kurzen Augenblickes der Überlegung, um zu erkennen, dass die Ergebnisse aller technischen und industriellen Neuerungen sich in einer Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung der Massen auswirken. Alle Großindustrien, die Endprodukte erzeugen, arbeiten unmittelbar für das Wohl der breiten Massen. Die großen industriellen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte haben, geradeso wie die großen industriellen Umwälzungen des 18. Jahrhunderts, die man mit einem nicht gerade glücklich gewählten Worte als „industrielle Revolution“ bezeichnet, in erster Linie eine bessere Befriedigung des Massenbedarfes bewirkt. Die Entwicklung der Konfektionsindustrie, der mechanischen Schuhwarenerzeugung und der Lebensmittelindustrie sind ihrer ganzen Natur nach den breitesten Massen zugute gekommen; sie haben es bewirkt, dass die Massen heute weit besser genährt und gekleidet sind als je vorher. Aber die Massenerzeugung sorgt nicht nur für Nahrung, Wohnung und Kleidung, sondern auch für andere Bedürfnisse der großen Menge. Die Presse ist geradeso Massenindustrie wie die Filmindustrie, und selbst die Theater und ähnliche Kunststätten werden von Tag zu Tag mehr zu Stätten des Massenbesuches.

Nichtsdestoweniger verbindet man heute, dank einer die Tatschen auf den Kopf stellenden eifrigen Agitation der antiliberalen Parteien, mit den Begriffen Liberalismus und Kapitalismus die Vorstellung wachsender Verelendung und um sich greifender Pauperisierung der Welt. Zwar konnte es aller Demagogie nicht ganz gelingen, die Ausdrücke liberal und Liberalismus so zu entwerten, wie sie es gerne gewünscht hätte. Man kann sich schließlich nicht darüber hinwegsetzen, dass in diesen Ausdrücken, ungeachtet aller Bemühungen der antiliberalen Agitation, etwas mitschwingt von dem, was jeder gesunde Mensch empfindet, wenn er das Wort Freiheit hört. Die antiliberale Agitation verzichtet daher darauf, das Wort Liberalismus zu viel in den Mund zu nehmen und zieht es vor, die Schändlichkeiten, die sie dem System andichtet, in Verbindung mit dem Ausdruck Kapitalismus zu bringen. Bei dem Worte Kapitalismus schwingt die Vorstellung eines hartherzigen Kapitalisten mit, der an nichts anderes denkt als an seine Bereicherung, sei sie auch nur durch die Ausbeutung der Mitmenschen möglich. Dass eine wahrhaft liberal organisierte kapitalistische Gesellschaftsordnung so beschaffen ist, dass für den Unternehmer und Kapitalisten der Weg zum Reichtum ausschließlich über die bessere Versorgung seiner Mitmenschen mit dem, was sie selbst zu benötigen glauben, führt, wird den wenigsten bewusst, wenn sie sich die Vorstellung vom Kapitalisten bilden. Statt von Kapitalismus zu sprechen, wenn man die gewaltigen Fortschritte in der Lebenshaltung der Massen erwähnt, spricht die antiliberale Agitation von Kapitalismus immer nur denn, wenn sie irgendeine jener Erscheinungen erwähnt, die nur möglich wurden, weil der Liberalismus zurückgedrängt wurde. Dass der Kapitalismus den weiten Massen ein schmackhaftes Genuß- und Nahrungsmittel in der Gestalt des Zuckers zur Verfügung gestellt hat, wird nicht gesagt. Von Kapitalismus wird in Verbindung mit dem Zucker nur dann gesprochen, wenn in einem Lande durch ein Kartell der Zuckerpreis über den Weltmarktpreis erhöht wird. Als ob dies bei Durchführung der liberalen Grundsätze überhaupt denkbar wäre! Im liberal verwalteten Staat, in dem es keine Zölle gibt, wären auch keine Kartelle, die den Preis einer Ware über den Weltmarktpreis hinauftreiben können, denkbar.

Der Gedankengang, auf dem die antiliberale Demagogie dazu gelangt, alle Ausschreitungen und bösen Konsequenzen der antiliberalen Politik gerade dem Liberalismus und Kapitalismus in die Schuhe zu schieben, ist folgender: Man geht davon aus, die Behauptung aufzustellen, die liberalen Grundsätze bezwecken Förderung der Interessen der Kapitalisten und Unternehmer gegen die Interessen der übrigen Schichten der Bevölkerung; Liberalismus sei eine Politik zugunsten der Reichen gegen die Armen. Nun sieht man, dass zahlreiche Unternehmer und Kapitalisten unter gewissen Voraussetzungen für Schutzzölle, andere wieder, nämlich die Erzeuger von Waffen, für Kriegsrüstungen eintreten, und man ist schnell bei der Hand, dies als kapitalistische Politik zu erklären. In Wahrheit liegt die Sache ganz anders. Der Liberalismus ist keine Politik im Interesse irgendeiner Sonderschicht, sondern eine Politik im Interesse der Gesamtheit. Es ist daher nicht richtig, dass die Unternehmer und Kapitalisten irgendein besonderes Interesse hätten, für den Liberalismus einzutreten. Ihr Interesse, für den Liberalismus einzutreten, ist genau dasselbe, das jeder andere Mensch hat. Es mag sein, dass in einem einzelnen Fall das Sonderinteresse einiger Unternehmer oder Kapitalisten sich mit dem Programm des Liberalismus deckt; aber immer stehen die Sonderinteressen anderer Unternehmer oder Kapitalisten dagegen. So einfach liegen die Dinge überhaupt nicht, wie die, die überall „Interessen“ und „Interessenten“ wittern, es sich vorstellen.[...]

In unserem Zeitalter, in dem die antiliberalen Ideen herrschen, denken alle antiliberal, so wie vor hundert Jahren die meisten liberal gedacht haben. Wenn viele Unternehmer heute für Schutzzölle eintreten, so ist das eben nichts anders als die Gestalt, die der Antiliberalismus bei ihnen annimmt. Mit Liberalismus [bzw. Kapitalismus] hat es nichts zu tun."
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André Hebbel betreibt ,,Peters Durchblick | Das kritische Blog zum (Falsch-)Geldsystem und weiteren Abenteuern'', auf dem dieser Beitrag zuerst erschienen ist.

Kommentare:

  1. Hervorragend! PUNKT.

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  2. Interessante Argumentation! Da habe ich was zu Denken in den nächsten Tagen.

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  3. Faires eigenständiges Handeln oder fairer Wettbewerb und Freiheit ist unter dem derzeitigen Geldsystem nicht möglich!! Man sieht ja was eure Ideologie in den USA angerichtet hat...

    Wer solche Seiten betreibt, hat entweder keine Ahnung oder ist einfach ein Ignorantes, Arrogantes Arschloch!! Pfui zum Glück seit ihr nur eine Minderheit!!

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  4. Immer schimpfen über die Symptome (Sozialismus, Kommunismus, usw.) aber über die Ursachen (Geldsystem) des Problems schreibt oder schreit kein Mensch!! Mit einem neuen Geldsystem könnte sich vieles von alleine Regeln!!

    Freiheit ist die Frage eines richtigen Geldsystems, nicht die freie Marktwirtschaft, punkt!!

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  5. Marktwirtschaft und ein freies Geldsystem gehört zusammen. Und beides ist nicht möglich, solange es Staaten gibt.

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  6. "Kapitalismus ist kein Konstrukt, kein bewusst entworfenes System, sondern die natürliche Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft"
    Doch ist es. Es ist keine natürliche Ordnung, da Tiere kein Eigentum kennen und auch nicht handeln. Somit ist es ein gesellschaftliches Konstrukt.
    Ob der Kapitalismus in der Krise ist oder eben nicht, hängt damit zusammen was man in diesen Begriff hineinkonstuiert. Leider führt diese Frage des Scheiterns, in meinen Augen, an dem wirklichen Problemen vorbei. Diese Probleme liegen in der extremen Ungleichverteilung. Das kann auf Dauer, in meinen Augen, nicht funktionieren. Wer Staaten wegen der Machtkonzentration anprangert, sollte dies auch tun, wenn sich Macht auf Einzelpersonen konzentriert.

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  7. Liebe anonyme Kommentatoren, ihre "Kritik" ist für mich nicht wirklich nachzuvollziehen. Die gegenwärtige, katastrophale Geldordnung ist ja gerade keine(!) Folge eines marktwirtschaftlichen Prozesses, sondern ein Produkt staatlicher Bevormundung, beruhend auf dem Zwang zur Akzeptanz/Annahme (bei Anbietern) und dem Verbot alternativer Geldmittel. Derzeit bilden sich eben keine "freien Marktgelder" als Folge der Übereinkunft von frei handelnden Individuen (zumindest nicht ohne dass dies in irgendeiner Art und Weise strafrechtliche Konsequenzen hätte), sondern es wird von sämtlichen Staaten dieser Welt gesetzlich (also völlig willkürlich) festgelegt, was nun jeweils als Zahlungsmittel innerhalb des Hoheitsgebiets zu gelten hat.

    Nun ist denke ich ersichtlich, dass das gegenwärtige und von Ihnen völlig zurecht verurteilte Geldsystem keine Ursache, sondern die Folge(!) des Etatismus, also der Bevormundung und Herrschaft von Menschen über Menschen, ist.
    Gerade dieses staatliche Geldangebotsmonopol wurde auf diesem Blog bereits unzählige Male von verschiedenen Autoren thematisiert und für die Entstaatlichung des Geldes, also für freies Marktgeld geworben. Vielleicht schauen Sie sich im Blog-Archiv von FREITUM noch einmal um.


    Es ist anzumerken, dass dieser Artikel in erster Linie Begriffsumdeutungen wieder richtig stellen und gängige antikapitalistische Ressentiments beleuchten möchte. Da - und das kann ich absolut nachvollziehen - bei Lesern, die mit der Philosophie des Libertarismus nicht vertraut sind nach der Lektüre dieses Artikels noch Fragen hinsichtlich der Ethik und dem Nutzen von freien gegenüber unfreien Gesellschaftsordnungen bestehen, die eine völlig neue Diskussion eröffnen, möchte ich noch etwas ausführlicher auf eventuelle Unklarheiten eingehen und einen Kommentar einfügen, der von mir bereits an anderer Stelle abgegeben wurde:

    Die zentrale Frage, um die es Libertären bezogen auf die Ordnung einer Gesellschaft geht, lautet: Werden Handlungen erzwungen oder geschehen sie freiwillig?

    Eine soziale Interaktion (die Befriedigung eines Bedürfnisses) kann nur auf zwei Weisen erfolgen: mit Zwang+Gewalt oder basierend auf Freiwilligkeit.
    Was bedeutet das? Im ersten Fall würde unter Androhung oder direkter Anwendung von physischer Gewalt ein erwünschtes Ziel zu erfüllen versucht (z.B. ein bewaffneter Überfall).
    Im zweiten Fall wird ein Vertrag im beiderseitigen Einverständnis abgeschlossen und erfüllt. Beide Seiten tauschen also eine Leistung (z.B. Ware [das kann auch die eigene Arbeitskraft sein] gegen Geld) oder eine der beiden Seiten übergibt der Anderen eine Leistung bedingungslos, also ohne Erwartung einer Gegenleistung.

    Die politische Philosophie des Libertarismus lehnt die INITIIERUNG von Zwang und Gewalt generell und ohne Kompromisse ab. Begründet wird dieses “Nicht-Aggressions-Prinzip” (NAP) anhand des Selbsteigentums eines jeden Individuums am eigenen Körper (alles andere wäre Sklaverei). Ein Individuum hat also die Freiheit alles das tun zu können, was ihm beliebt, solange es die Freiheit (Eigentumsrechte) eines Anderen nicht einschränkt bzw. verletzt. Aus dem Selbsteigentum ergibt sich in der Folge auch, dass einem das Ergebnis seiner Arbeit vollumfänglich gehört. Durch Tausch, einem permanenten Zustand aus freiwillig eingegangenen Verträgen und Kooperationen, entsteht Produktion, Verkauf, entstehen Werte, Tugenden, materielle und immaterielle Güter, finanzieller und geistiger Wohlstand.

    [Fortsetzung im nächsten Kommentar]

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  8. Es ist für Libertäre also IMMER unmoralisch, Menschen zu etwas zu zwingen und Gewalt anzuwenden oder anzudrohen. Selbstverteidigung ist natürlich legitim und verstößt nicht gegen das NAP.

    Gerade in einer freien, also marktwirtschaftlichen (besser: marktanarchistischen) Gesellschaft kann ein Individuum nur erfolgreich sein, wenn es seinen Mitmenschen in irgendeiner Weise dient und etwas anbietet, für das genügend Individuen bereit sind eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Sollte diese Tätigkeit tatsächlich sogar zu einer Monopolstellung des Anbieters führen, dann nur, weil er die Bedürfnisse seiner Mitmenschen "am Besten" zu befriedigen vermag. Es ist ein Monopol, das auf Freiwilligkeit gründet, nicht auf Zwang und Gewalt. Dieser Umstand ist jedoch äußerst theoretisch.

    Es ist vielleicht das größte Missverständnis, dass die Marktwirtschaft für Unternehmen da wäre. Gerade das ist nicht der Fall. Unternehmer (aus sturer Unternehmerssicht) hassen Konkurrenz und lobbyieren deshalb bei der Politik, um sich Vorteile und Privilegien zu verschaffen und die eigenen Märkte zu schützen.
    Marktwirtschaft ist in erster Linie für die Kunden und Mitarbeiter da. Tausende von Unternehmen konkurrieren darum, die Wünsche der Bürger bestmöglich zu befriedigen. Wer das nicht schafft geht bankrott. Ebenso konkurrieren in einer wirklich freien Marktwirtschaft die Unternehmen um die besten Mitarbeiter. Die Verhandlungsmacht liegt dann beim Arbeitnehmer, weil Unternehmen niemanden zwingen können für sie zu arbeiten.

    Gäbe es kein Geldangebotsmonopol des Staates, indem er gesetzlich (also völlig willkürlich) festlegt, was nun als Zahlungsmittel zu gelten hat, sondern würde sich unter handelnden Menschen selbstständig das marktgängigste Gut (=Geld) durchsetzen, dann wäre es sehr wahrscheinlich nicht nur eines, das seinen Wert mindestens erhält, wenn nicht bedingt durch den technischen Fortschritt sogar kontinuierlich steigert. Es hätte dann auch wieder die Wirkung eines Speichermediums von “Lebenszeit/-energie”, also von zuvor erbrachter und in der Folge gespeicherter Arbeitskraft. Ich erwähne das in der Hoffnung, dass dies – in Bezug auf Geld in seiner eigentlichen, natürlichen Bedeutung – den Schleier des Anrüchigen nimmt und die fundamentale, friedliche und fortschrittliche Komponente, die allen Tauschvorgängen inhärent ist, klar wird.

    Abschließend frage ich mich mit Blick auf die häufig als "Argument" gegen eine freie Gesellschaftsordnung angeführte, rhetorische: Frage “Kein Geld = nix zu essen?”, ob die Fragenden es denn allen ernstes Mitmenschen, die sich aus welchen Gründen auch immer mangels Geldmittel oder Arbeitskraft keine Nahrungsmittel leisten können, in der Konsequenz verhungern lassen oder nicht viel eher Hilfe leisten würden? Ich schätze all jene Fragesteller als hilfsbereite Menschen ein, die sicherlich am Wohlergehen ihrer Mitmenschen interessiert sind, sonst würden sie diese Frage nicht stellen. Wenn es nun so ein großes Interesse an der Unterstützung von Hilfsbedürftigen gibt, warum lautet die Antwort dann Zwang?

    Hier mal ein paar freiheitliche Lösungsvorschläge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: http://www.petersdurchblick.com/2013/05/hilfsbedurftige-in-einer-freien.html

    Herzliche Grüße!

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  9. "...zum Glück seit ihr nur eine Minderheit!! "
    Ja, das sind wir.
    Und wir werden immer weniger.
    Bald sind wir ganz verschwunden.
    Dann werdet ihr verhungern.
    Oder`müßt selber arbeiten.

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  10. Die „freie“ Wirtschaft

    Heute wissen wir, dass sich die Wirtschaftswissenschaft tatsächlich geirrt hat. Nicht etwa, dass ihre Schlussfolgerungen nicht gestimmt hätten. Nein, es ist vollkommen richtig, dass eine freie Wirtschaft zu einer dauernden Harmonie von Angebot und Nachfrage, zur Vollbeschäftigung, allmählichen Zinssenkung, ansteigenden Reallöhnen und Wirtschaftsblüte führen muss. Nur die Voraussetzungen bestehen nicht. Was man für eine Wirtschaft der freien Konkurrenz gehalten hat, ist eben keine freie, sondern eine Monopolwirtschaft. Eine solche kann begreiflicherweise die günstigen Auswirkungen, die man von einer freien Wirtschaft mit Recht erwarten darf, nicht erfüllen!

    Die schwerstwiegenden Folgen ergaben sich, als die Politik sich des Widerspruchs bemächtigte. Man machte für die üblen Folgen der Monopolwirtschaft, für die wiederkehrenden Wirtschaftsstörungen, Krisen, Dauerarbeitslosigkeit, chronische Unterbeschäftigung, für die sozialen Missstände, die Verarmung der breiten Massen, die Proletarisierung des ehemaligen Mittelstandes usw. die – nicht existierende – freie Wirtschaft verantwortlich. Man warf und wirft der Wirtschaftswissenschaft vor, die von ihr gepriesene und nach ihrer ausdrücklichen Erklärung verwirklichte „freie Wirtschaft“ tauge nichts, habe nicht gehalten, was man sich von ihr versprochen habe und führe, anstatt zur vorausgesagten Wirtschaftsblüte und Harmonie, zu unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Missständen. Das Heil liege in einer staatlichen Planwirtschaft, in einer rigorosen Einschränkung, wenn nicht gar Abschaffung der privaten Unternehmertätigkeit, in einer Abkehr von der „freien“ Wirtschaft. Andere politische Richtungen wieder verweisen auf die zahlreichen Übelstände der staatlichen Planwirtschaft und fordern die „Rückkehr zur freien Wirtschaft“ – die es noch nie gegeben hat -, kurzum: die Begriffsverwirrung ist allgemein.

    Die aufgetretenen Missstände dieser so genannten freien Wirtschaft in die Schuhe zu schieben, ist ebenso verkehrt, wie zu ihr zurückkehren zu wollen. Beides ist ein Irrtum. Da es noch niemals eine freie Wirtschaft gegeben hat, ist es ebenso unsinnig, sie zurückzuwünschen, wie es unsinnig ist, sie für soziale und wirtschaftliche Missstände verantwortlich zu machen oder ihr die Nichterreichung des Wirtschaftsideals vorzuwerfen. Was heute als freie Wirtschaft bezeichnet zu werden pflegt, ist bestenfalls eine halbfreie Wirtschaft, eine Mischung von Markt- und Monopolwirtschaft, ein Bruchstück der freien Wirtschaft, mit einem Wort: Zinswirtschaft. Nicht weil die Wirtschaft (angeblich) frei war, hat sie versagt – wie die Anhänger der so genannten Planwirtschaft glauben -, sondern im Gegenteil: weil sie unfrei war und daher ein Instrument der Ausbeutung, musste sie versagen! Nur deshalb zeigten sich die bekannten wirtschaftlichen und sozialen Missstände.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html

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  11. "Nicht etwa, dass ihre Schlussfolgerungen nicht gestimmt hätten. Nein, es ist vollkommen richtig, dass eine freie Wirtschaft zu einer dauernden Harmonie von Angebot und Nachfrage, zur Vollbeschäftigung, allmählichen Zinssenkung, ansteigenden Reallöhnen und Wirtschaftsblüte führen muss."

    Den Nachweis würde ich gerne sehen.
    Es gibt ein paar Versuche per Logik diesen Nachweis zu führen. Logik hat das Problem, dass man Annahmen treffen muss. Diese Annahmen begrenzen den Raum in dem man argumentieren kann. Selbst die Mathematik, die Mutter alles logischen Argumentierens, kommt aus dieser Zwickmühle nicht hinaus.

    „Rückkehr zur freien Wirtschaft“
    Was ist denn eine freie Wirtschaft und warum sollte sie für eine perfekte Welt sorgen? Das Problem sind immer die Menschen und nicht nur das Wirtschaftssystem. Insider Handel, Preisabsprachen, Kartellbildungen verschwinden nicht, bloß weil man einen freien Markt hat.

    "Zins"
    Ja, ja der Zins ist an allem Schuld.

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  12. @Stefan Wehmeier
    "....mit einem Wort: Zinswirtschaft."
    Nennen Sie mir bitte nur einen einzigen vernünftigen Grund, warum Jemand, einem Anderen seine Ersparnisse zur Verfügung stellen sollte, ohne dafür entschädigt zu werden.

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  13. @Molot
    Weil in der Freiwirtschaft das Geld "schlecht" wird. Nur wenn man es verleiht oder ausgibt behält es seinen Wert. Der wesentliche Unterschied ist nur, dass dieses System eine Art fixen Zins hätte, da der Wertverlust für alles nichtgenutzte Geld gleich ist und nur bei Nutzung seinen Wert behält. Das Risiko, egal wie gut oder schelcht durch den Zins abgebildet, taucht in den Kosten für den Kredit nicht auf.

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  14. endless,

    jetzt tun Sie nicht so, als ob es in einer Inflations-Wirtschaft (nein, ich nenne das nicht "Freiwirtschaft", denn"frei" ist etwqas anderes) niemals irgendjemand auf die Idee käme, sein "Schwundgeld" in nicht-inflationierbare Werte zu investieren (Gold, Platin, Silber, Bitcoin, Immobilien, Kunstwerke ...)

    Als Silvio Gsell in Argentinien erlebt hat, wie die willkürlich-staatliche Demonetarisierung von Silber zu einer massiven Hortung von Goldmünzen und galoppierender Deflation führte, war unser heutiges Fiat-Geld noch undenkbar - zu groß war der Bevölkerungsanteil der Kleinbauern, die ihr Gemüse lieber selbst aßen, als es für ungedecktes Papiergeld auf den Markt zu tragen.

    Der € und der nach-Nixon-$ sind "Schwundgeld 2.0", das Geld verliert täglich an Wert und die Leute akzeptieren es trotzdem, weil sich keiner mehr selbst versorgen kann.

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  15. @Störk
    "in nicht-inflationierbare Werte zu investieren"
    Sie denken viel zu weit. Wenn jemand einen Kredit vergibt hofft er darauf, dass die Zinsen größer oder mindestens gleich der Inflation sind. Im Idealfall sollten die Zinsen vom Risiko der Anlage abhängen. Beim Schwundgeld gibt es diese Risikobewertung des Zinses (wie gut oder schlecht sie auch ist) nicht. Irgendwie nicht sehr marktwirtschaftlich.

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