Dienstag, 4. Juni 2013

Blockupy: What the Hell?

von Tomasz M. Froelich
Frankfurt am Main war in der letzten Woche das Zentrum des antikapitalistischen Protests, zu dem das Netzwerk ,,Blockupy'' aufgerufen hatte. Blockupy ist ein Netzwerk, dem mehrere linke Organisationen angehören, darunter etwa die Partei ,,Die Linke'', die  Globalisierungsgegner von ,,Attac'', die Gewerkschaft ,,Verdi'' und die ,,Autonome Antifa Frankfurt''. Ziel der Proteste war es, an einem Werktag die Europäische Zentralbank (EZB) als Symbol des Kapitalismus zu blockieren. Tausende Menschen schlossen sich dem langen Marsch an, um ihren Unmut über ein System zu äußern, welches sie scheinbar nicht verstehen.

Der Großteil der Protestteilnehmer war gekommen, um auf friedlichem Wege zu demonstrieren. Andere Protestteilnehmer hingegen bildeten einen militanten Mob, der gezielt die direkte Auseinandersetzung mit der Polizei suchte. Was beide Gruppen eint ist ihr Hass auf den Kapitalismus und die EZB. So waren während der ganzen Demonstration antikapitalistische Sprechchöre zu vernehmen, die an die EZB gerichtet waren. Doch was hat der Kapitalismus eigentlich mit der EZB zu tun?

Gar nichts! Kapitalismus in seiner reinsten Form ist freier Marktanarchismus. Sobald sich Staat und Politik in die Wirtschaft einmischen, kann von einem reinen Kapitalismus nicht mehr die Rede sein. Daher ist es auch offensichtlich, dass wir derzeit, bei Staatsquoten von über 50%, Steuern en masse, der zunehmenden Verstaatlichung sämtlicher Bereiche und der korrupt anmutenden Verflechtung von Politik und Großkapital, gar nicht im Kapitalismus, sondern in einem schleichenden, nepotistisch veranlagten Sozialismus leben, der die Wirtschaft in ein Korsett einengt, welches ihr natürliches, gesundes Rückgrat krümmt und lähmt.
Und wenn dann auch noch der Staat das Geldsystem monopolisiert hat, wie bei uns in der EU mit der EZB geschehen, dann muss man auf beiden Augen blind sein, um in der EZB ein Symbol des Kapitalismus zu erkennen. Die EZB ist nicht das Ergebnis einer Nachfrage. Sie wäre auf dem freien Markt, als der sich der Kapitalismus auch definieren lässt, nicht überlebensfähig. Eine kapitalistische Geldordnung zeichnet sich durch freien Währungswettbewerb und nicht durch staatliche Geldmonopole aus. Letzteres kann nur als Geldsozialismus bezeichnet werden, indem wir seit langem leben und der für die sich ausbreitenden Missstände in Europa im erheblichen Maße verantwortlich ist. Es ist der kleine Hauch des Rest-Kapitalismus, der uns noch am Leben hält.

Und was wollen die ,,Blockupanten''? Noch mehr Geldsozialismus, von dem sie sich zwar Aufbruch erhoffen, der aber nur zum noch schnelleren Zusammenbruch führen kann. Die ,,Blockupanten'' blockieren sich selbst.

Und dass sich einige von ihnen dem militanten Block anschließen würden, der gezielt die Auseinandersetzung mit der Polizei suchen würde, war vorherzusehen, ebenso wie die viel zu aggressive Vorgehensweise der Polizisten gegenüber den Antikapitalisten. Doch vielleicht wird der polizeiliche Prügel so manchem ,,Blockupanten'' zur Erkenntnis verhelfen, dass ihm all dies in einem kapitalistischen System mit einer kapitalistischen Geldordnung (statt einer staatsmonopolisierten Geldordnung) und privaten Sicherheitsdiensten (statt der staatlichen Polizei) nicht passiert wäre: weder eine von der EZB geschaffene Wirtschaftskrise, noch eine dazu dann hinfällige Demonstration, auf der man staatlich legitimierte Polizeiprügel kassiert. Und falls nicht, so darf er sich nicht wundern, wenn er vom Staat - auf welche Weise auch immer - auf die Fresse kriegt.

Kommentare:

  1. Es ist gut, dass der Widerstand gegen Kapitalismus, Islamismus und Multikulturalismus explosionsartig zunimmt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei. Letztlich setzen sich nicht-grüne Ökos und Neoprotestanten durch. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

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  2. "Widerstand" gegen "Kapitalismus"? Du möchtest, dass der "Widerstand" gegen freiwillige Vertragsabschlüsse zwischen gleichberechtigten Parteien bekämpft wird?

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