Dienstag, 28. Mai 2013

Massendemokratie als Vermassung menschlicher Bedürfnisse

von Tommy Casagrande
Demokratie ist nur ein Herrschaftsmodell, nicht aber ein Freiheitsmodell. Es dient den Herrschenden den Platz nicht kopflos verlassen zu müssen. Es ist aus Sicht der Herrschenden einfach ein weicherer Übergang, nachdem sie andere ausgebeutet und beherrscht haben. Demokratie ist aus Sicht des Herrschaftsapparates die stabilste Form, weil sie die Beherrschten über die Art ihrer Unterdrückung abstimmen lässt. So entsteht die massenpsychologische Wahrnehmung, dass sie selbst es sind, die herrschen. Das stimmt natürlich faktisch nicht.

Die Demokratie selbst hat natürlich auch unterschiedliche Gesichter. So war sie in der Antike kleinteiliger und ihr Unrecht auf wenige begrenzt. Vielleicht konnte man zu jener Zeit sogar sich einem solchen System noch komplett entziehen, weil demokratische Strukturen auf Stadtstaaten begrenzt waren und wer aus der Stadt heraus zog, verließ nach wenigen Minuten den Zwang. Ich gebe aber gerne zu, hierüber nicht genug informiert zu sein, weshalb sich für jeden eine weitergehende Auseinandersetzung lohnen dürfte.

Die Massendemokratie, mit ihrer Anonymisierung und Trennung aus den Prinzipien ,,geben und nehmen", erschafft ein System, das weit weg ist vom Wesen der Menschen und in seiner Anonymität die negativen Eigenschaften der Menschen durch die Vermassung, die es produziert, hervorlockt.

Psychoanalytisch betrachtet ist unser gegenwärtiges System ein Antrieb für Hemmungen, die lediglich hier und da durch affektive, unkontrollierte Gewalt durchbrochen werden. Unnatürliche Gewalt wirkt auf die Menschen und manche von ihnen reagieren ihrerseits mit einer ebenso unnatürlichen Gewalt gegenüber ihren Mitmenschen. Manch andere vereinsamen oder neigen zu Verhaltensweisen, die längst aus dem Gleichgewicht geraten sind. Es wäre wichtig, die Menschen zu sich selber finden zu lassen indem man die Gesetze und Verbote abschafft, die solche Entwicklungen verhindern.

Die Vermassung menschlicher Bedürfnisse entfremdet das jeweilige Ich von seinen Bedürfnissen. Den Möglichkeiten, seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, beraubt, führen nicht wählbare Möglichkeiten zu individuellen Zuständen der Perspektivlosigkeit, worin diejenigen, die durch das System mit größeren Privilegien gesegnet sind als andere, mehr Möglichkeiten der Kompensation finden als die weniger Privilegierten.

Kommentare:

  1. Die Demokratie ist eigentlich die richtige Staatsform. Aber das heutige System ist keine echte Demokratie. Es ist wichtig, nicht-grüne Ökoparteien zu wählen. Z. B. ÖDP, FW oder AfD. Letztlich setzen sich nicht-grüne Ökos und Neoprotestanten durch. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

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  2. "Demokratie ist nur ein Herrschaftsmodell, nicht aber ein Freiheitsmodell."

    Demokratie ist auch ein Freiheitsmodell. Ebenso wie eine Diktatur oder jede andere Gesellschaftsform. Freiheitsmodell bedeutet ja nicht, dass alle frei sind. Es beschreibt ja nur wie frei die Menschen aufgrund welcher Umstände sind.
    Herrschaftslosigkeit zu fordern und sie dann gleichzusetzen mit mehr Freiheit halte ich für fragwürdig. So weit ich weiß zeigen Sozialstudien, dass sich immer Hierachien herausbilden, wenn Menschen interagieren. Teilweise sind diese Hierachien dann deutlich undemokratischer und bedeuten für die Mehrheit der Subjekte wesentlich weniger Freiheit als in einer Demokratie. Die Demokratie ist nicht umsonst die schlechteste aller Staatsformen neben allen anderen.

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