Sonntag, 12. Mai 2013

Der Mindestlohn und die Gegengifttheorie

F. A. Hayek kritisierte die
,,Anmaßung von Wissen''
von Tommy Casagrande
Ein Mindestlohn hat eindeutig ökonomisch zuweisende Eigenschaften. Je nach Höhe des Mindestlohnes stellt er einige finanziell besser. Andere aber verlieren ihren Job. Unterm Strich ist es ein Risiko, einen Mindestlohn festzulegen, denn der Staat kann niemals wissen, welchen Preis sich ein Unternehmen für einen Arbeiter leisten kann. Zudem bewirkt ja diese Anhebung des Lohnes, dass die Differenz zum ursprünglichen Lohn, nicht mehr wie ursprünglich beabsichtigt, vom Unternehmer eingesetzt werden kann. Wenn ein Unternehmer selber einen Mindestlohn für seine Mitarbeiter freiwillig festlegt, dann nennt man dies nicht Mindestlohn, sondern schlicht Lohn. Insofern ist jeder Lohn, den ein Unternehmer seinen Angestellten zahlt, ein freiwilliger Mindestlohn. Ein staatlich gesetzter Mindestlohn ist jedoch unfreiwillig und zwingt Unternehmer, ihr Geld anders zu verwenden, als sie das ursprünglich vorhatten. Das führt zu Verzerrungen. Zudem führt es dazu, dass manch ein Unternehmer sich bei diesem staatlichen Mindestlohn keinen weiteren Arbeiter mehr leisten oder erst gar kein Unternehmen gründen kann, weil Lohn zu geben voraussetzt, erstmal welchen zu erwirtschaften, oder aber ein Arbeiter abgebaut wird, der diese Produktivität nicht erreicht, die er laut Staat kosten soll.
Zur Gegengifttheorie
Wenn jemand nun behauptet, dass in einem sehr starken interventionistischem System das alles nicht mehr einfach zu behaupten sei, so muss zurückgefragt werden, wie derjenige denn seine Aussage unter Bezug eines sehr starken interventionistischen Systems untermauern will?

Der Verweis, dass staatliche Eingriffe sich gegenseitig aufheben und einen Gleichgewichtszustand bilden, führt zum Problem, Gleichgewicht und einander sich aufhebende Einflüsse definieren und beweisen zu müssen. Die bloße Behauptung kann nicht als Argument dienen, schon gar nicht in einem betont komplexen System.

Der Gleichgewichtszustand setzt eine mathematische Vorstellung objektiver Messgrößen voraus. Im Bezug auf menschliches Handeln ist diese Methode aber nur eine Rekonstruktion historischer Handlungen. Es lässt sich maximal die Vergangenheit mathematisch darstellen, indem feste Größen nachträglich in ein Modell integriert werden. Es ist aber nicht möglich zukünftiges menschliches Handeln zu antizipieren und eine Rechnung zu rechnen, welche die Zukunft konkreten menschlichen Handelns darstellt.

Welcher Eingriff des Staates hebt welchen anderen staatlichen Eingriff auf? Wer will dies messen, wer will dies beweisen? Es bleiben sinnentleerte Worte, die eine pseudophilosophische Grundlage bilden, in der der Anschein wissenschaftlicher Objektivität gewährleistet werden soll. Eine solche Interpretation von Objektivität folgt nicht der grundlegenden Unterscheidung menschlichen Handelns unter den Bedingungen von Freiwilligkeit oder Zwang, sondern einer religiösen Vermutung wertfreien Denkens, welches es nicht geben kann, da selbst die Wertfreiheit eine Wertung voraussetzt. Eine Wissenschaft, die sich einbildet wertfreie Urteile abgeben zu können, hat mit diesem Standpunkt ihre Seriosität eingebüßt. Der Ökonom, der sich einbildet, er könne ökonomische Wahrheiten unter Ausschluss einer wertenden Grundlage preisgeben, kann weder erklären, wieso Freiheit mit Wohlstand zusammenhängt, noch kann er begreifen, dass Wohlstand keine objektiv messbare Größe, sondern nichts anderes als die subjektive Möglichkeit darstellt, das eigene Glück zu verwirklichen. Menschen, die man zwingt 24 Stunden am Tag zu arbeiten, um den größtmöglichen materiellen Wohlstand zu generieren, sind unfrei, weil sie gezwungen werden. Wenn ein Mensch im materiellen Wohlstand nicht das alleinige Glück sieht, dann lässt sich auch keine objektive Definition legitimieren, die Wohlstand als Grundlage für Zwang heranzieht.

Der Ökonom, der nur den materiellen Wohlstand als eine objektiv messbare Größe und nicht die Möglichkeit nach Wohlstand (egal ob materiell oder immateriell) ins Auge fasst, wird zum Lakaien des Staates mittels der staatlich universitären Volkswirtschaftslehre ausgebildet.

Kommentare:

  1. Das übliche blabla zum Thema, nur etwas geschwollener ausgedrückt.

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  2. Anonym, 12.05. 15:42: Danke, Danke, und tausendmal Danke! Sie haben mir die Augen geöffnet! Meine Güte, ich habe Jahrelang eine Lüge gelebt! Ich bin doch tätsächlich auf diese libertären Schundthesen hereingefallen.. Dank ihres brillianten Plädoyers - wissenschaftlich Wasserdicht und messerscharf Nachgewiesen - kann ich mich nun wieder voller stolz in die Hände des Staates begeben. Endlich bin ich diese Fesseln der Freiheit los, endlich muss ich nicht mehr selber nachdenken, sondern verlasse mich darauf, dass Papa-Staat weiss, was gut für mich ist. Ich habe meinen Glauben wiedergefunden, und das verdanke ich nur ihnen!

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  3. Mindestlohn ist wilkürliches regulieren des freien Marktes.Ich kann dem persönlich überhaupt nichts abgewinnen.

    Freies Unternehmertum gehört meiner Meinung nach gefördert, ob es sich finanziell rechnet ist eine mittelfristige Angelegenheit.

    Wichtig ist es, etwas zu tun, von dem man meint, dass man eventuell genug Abnehmer finden um rentabel zu seien, eben dass es die Gesellschaft an irgend einer Ecke verbessert.

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