Mittwoch, 8. Mai 2013

8. Mai 2013 - Und immer noch sind wir im Krieg

Anonymer Autor
Vor genau 68 Jahren, am 8. Mai 1945, endete für Deutschland der zweite Weltkrieg. Mit der Unterzeichnung der Kapitulationserklärung durch Generaloberst Alfred Jodl im Auftrag des letzten deutschen Reichskanzlers Karl Dönitz ging an jenem Tag eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit zu Ende. Über das Ergebnis wurden wir an den Schulen unzählig unterrichtet und werden damit noch heute konfrontiert. Es bedeutete nicht nur das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, sondern auch das des Mordens, Leidens und Kummers. Die Lehre war eindeutig: nie mehr wieder Krieg. Nie mehr wieder sollte ein Land wie Polen am 1. September 1939 präventiv angegriffen werden, was nicht umsonst Bestandteil des Art. 26 Abs. 1 GG wurde und noch heute ist. Die Bundeswehr, deren Aufgabe die Sicherung der Bundesrepublik Deutschland ist, ist eine Verteidigungsarmee, was jegliche Angriffskriege automatisch ausschließt und dementsprechend verfassungswidrig ist. Auch sollten nie mehr wieder Männer und Frauen in Kriegen sterben, die verfassungswidrig sind und von Menschen geführt werden, die selber noch niemals in einen Krieg gezogen sind.
Umso schrecklicher ist der Tod des deutschen Soldaten in Afghanistan vor nur wenigen Tagen. Obwohl die Zahl der toten Soldaten in Afghanistan im Vergleich zu anderen Nationen dort gering ist, wirft es einmal wieder die Frage auf, ob Deutschland dazu verpflichtet bzw. berechtigt ist, in Afghanistan zu sein. Des Weiteren ist die Frage zu stellen, ob 60 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs für Deutschland wir tatsächlich von den Folgen gelernt haben oder nicht.

1. Afghanistan - Wie alles begann
Nach den Anschlagen vom 11. September 2001 verpflichtete sich eine Großzahl von Ländern, darunter Deutschland, zu uneingeschränkter Solidarität gegenüber den USA. Hierzu zählte auch der Einsatz in Afghanistan, der unmittelbar danach folgte und die damit einhergehende Entsendung deutscher Bundeswehrsoldaten. Da mit Osama bin Laden der Drahtzieher der Anschläge in Afghanistan war (auf jegliche so genannte „Verschwörungstheorien“ wird an dieser Stelle nicht eingegangen) und die Taliban diesem und Al Qaeda selbst Schutz gewährten, sollten der Einsatz mit dem Sturz des Taliban-Regims und der Gefangennahme bin Ladens gerechtfertigt werden. Schon bald konnten die Taliban gestürzt werden. bin Laden hingegen blieb weiterhin verschwunden.

Obwohl das eigentlich Ziel bin Laden war, lag der Fokus der Besatzungsländer innerhalb der kommenden Jahre im Aufbau eines demokratischen Systems und der Entwicklung eines den westlichen Ländern entsprechenden politischen Systems.

2. Heutige Situation
Mit dem Sturz der Taliban und dem Aufstieg von Karsai, der noch heute Präsident ist, wurde der Grundstein für spätere Anschläge gelegt, die insbesondere die dort stationierten Soldaten trafen (auch unter Blowback bekannt). Ganz nebenbei wurde gegen Artikel 26 GG verstoßen. Da die Taliban keinen Angriff auf Deutschland begingen und genauso wenig drohten, stellt ein Eingreifen mit dem Absetzen der Taliban, ungeachtet deren grauenvoller Taten, einen Verstoß gegen das Grundgesetz dar. Ganz nebenbei besitzen die Taliban nur ein Ziel, welches die Vertreibung jeglicher Kräfte von außen ist und auf die Besatzung durch die UdSSR und die USA zurückzuführen ist. Es handelt sich hierbei um einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied, der in erster Linie bei der Entstehung von Terrorismus von Belangen ist. Kein Wunder also, dass die Taliban Widerstand gegen die Besatzer leisteten und dies noch heute tun. Sie verüben noch heute Anschläge auf Konvois und oftmals sind es auch Zivilisten, die diesen Taten zum Opfer fallen. Auch wurden bereits Drohungen ausgesprochen zur Verübung eines Anschlags in Deutschland selbst.
Zu den Opfern dieses Krieges zählen neben der afghanischen Bevölkerung die Soldaten selbst, die mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen. Es sind bislang 54 Bundeswehrsoldaten und drei deutsche Polizisten gestorben. Hierin sind nicht die Soldaten inbegriffen, die 2014 zurückkehren und diese Erfahrungen zunächst einmal verdauen müssen. Dass psychische Schäden in Anbetracht der dortigen Umstände, in denen sich die Soldaten befinden, auftreten, ist mehr als verständlich und leider auch Realität. Nicht zu vergessen sind die Familien, die um die Opfer trauern müssen.

3. Die Folgen für Deutschland
Der Vergleich zwischen Afghanistan und dem Überfall Polens am 1. September 1939 erscheint auf den ersten Blick erschütternd und man mag sich am liebsten die Augen und Ohren zu halten und es nicht wahr haben. Leider ist es aber wahr, dass sich derzeit viele auch junge Männer und Frauen in einem Land mit Menschen befinden, die niemals etwas gegen Deutschland hatten und auch nichts getan haben. Ein Blick in die Geschichte hilft dabei zu verstehen, was passiert, wenn ein Land ohne jeglichen Grund besetzt wird und diesem ein System aufgezwungen wird, das überhaupt nicht dort erwünscht wird. Schon heute ist damit zu rechnen, dass Taliban oder andere Gruppen sich rächen werden und höchstwahrscheinlich Anschläge auf Länder verüben, die hierbei Hilfe geleistet haben. Dazu gehört auch Deutschland. Wer diese Opfer genau sein werden, ist noch ungewiss. Eines ist jedoch sicher: es wird welche geben. Und selbst wenn es nur ein Mensch ist, kann dies einiges ausmachen. Wer die Schlussszene des Filmes Schindlers Liste gesehen hat, weiß wovon hier gesprochen wird.

Kommentare:

  1. Also, wer Polen 1939 mit den Kriegshandlungen in Afghanistan vergleicht, den möchte ich gern fragen, ob er immer so fest schläft, bzw. wovon er nachts träumt..
    Ich möchte jetzt garnicht so tief eintauchen das kann jeder selber zun. z.B. Beim Bundeswehrgeneral Gerd Schultze-Rhonhof. Siehe hier auch unter: http://www.vorkriegsgeschichte.de/
    Ein Krieg wurde Deutschland aufgezwungen - und dann noch einer.
    Und wenn ein Herr Churchill sagte: "You must understand that this war is not against Hitler or National Socialism, but against the strength of the German people, which is to be smashed once and for all, regardless whether it is in the hands of Hitler or a Jesuit priest." (Quelle: Emrys Hughes: Winston Churchill - His Career in War and Peace, S. 145)

    Übersetzung: "Sie müssen verstehen, dass dieser Krieg sich nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus richtet, sondern gegen die Stärke des deutschen Volkes, welches ein für alle mal zerschlagen gehört, unabhängig davon, ob es sich in den Händen Hitlers oder eines Jesuiten-Priesters befindet." Da muss man nicht mehr versuchen, den Deutschen die Schuld in die Schue zu schieben!
    Ich bin nun nicht bereit darüber zu diskutieren, denn was bitte ist denn daran nicht zu verstehen??

    Richtig ist, dass die Berufssoldaten der BW wissen, dass sie sich in ein Kriegsgebiet begeben, in dem es gefährlich ist und in dem auch gestorben wird. Dafür wird ihnen ja auch das frisch gedruckte Geld vorn und hinten hineingesteckt. Ebenso richtig ist es, dass die Afghanen sich gegen die Besatzung wehren, den so, wie die Einsätze uns verkauft werden, sind sie sicher nicht. Von wegen Brunnen und Schulenbau usw..

    Zu Bin Laden: Bin Laden ist lt. der ehemaligen (und ermordeten) pakistanischen Premierministerin Benazir Bhutto bereits vor einiger Zeit gestorben (worden),
    Siehe auch hier: http://www.shortnews.de/id/702866/benazir-bhutto-vor-ihrem-tod-bin-laden-ist-tot-und-ich-kenne-seinen-moerder
    Weiter steht auf der Seite: Bei einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera verriet Benazir Bhutto Anfang November 2007, ein paar Wochen vor ihrem Ableben, dass Bin Laden tot sei und sie den Namen des Mörders kenne.

    Ihr zufolge wurde Bin Laden von einem Mann namens Ahmed Omar Saeed Sheikh ermordet, der auch in die Ermordung des US-Journalisten Daniel Pearl involviert gewesen sein soll.
    Da Benazir Bhutto kurze Zeit darauf starb und sie nichts über die Quelle verriet, von der sie diese Informationen bezog, darf spekuliert werden, ob ihre Worte Wahrheit beherbergen.

    Also Freitum, hören Sie bitte auf, uns mit Halbwahrheiten zu belasten. das ist Zeitverschwendung für alle Beteiligten!

    Danke! Toma

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  2. "Ich möchte jetzt garnicht so tief eintauchen das kann jeder selber zun. z.B. Beim Bundeswehrgeneral Gerd Schultze-Rhonhof."

    Eine durch und durch seriöse Quelle ;).

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  3. Eine durch und durch seriöse Quelle ;).
    Die Staazi-Historiker sind aber sicher seriös! Und genau die sind es ja, die von 99% aller Experten gebetsmühlenartig rezitiert werden....
    Um mal einen von Michael Klonovskys Aphorismen zu zitieren: "Die Historiker haben ihre Lehrstühle aus der Geschichte gezogen."

    Im übrigen halte ich es für total nativ zu glauben, dass man Präventivkriege grundsätzlich ausschließen kann.

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