Freitag, 15. Februar 2013

Wo bleibt die Inflation?

FED-Kritiker: Ludwig von Mises.
von Julian Schmierer
Wenn man die immense Geldmengenausweitung der FED und der EZB sieht, dann stellt sich unweigerlich die Frage, wo denn die große Inflation bleibt. Sind die Inflationsängste gar vollkommen unbegründet und liegen die „Austrians“ vollkommen daneben? Die Angst vor Inflation, vor allem in den USA, ist nicht unbegründet und ich versuche hier ein paar Gründe zu nennen.
Zunächst einmal hat die Berechnung der Preisinflation in Deutschland durch einen Warenkorbindex und in Amerika durch den CPI (Consumer Price Index) herzlich wenig mit wirklichen Preisanstiegen bei alltäglichen Produkten zu tun. Die Regierungen der Welt sind Meister im Manipulieren von Statistiken, so werden im Warenkorb Produkte des alltäglichen Lebens untergewichtet und Produkte, welche einen hohen Preisverfall haben, wie etwa Computer, übergewichtet, um die Preisinflationsrate niedrig zu halten.
Nun lassen wir dieses Problem jedoch bei Seite und gehen auf die Tatsache ein, dass Preisinflation durch vorangegangene Kreditexpansion ausgelöst wird. Dieser Gedanke ist sogar weitgehend anerkannt, Ausnahmen bilden die merkantilistische oder keynesianisches Ideologie. Warum führen die massiven Geldausweitungen der Zentralbanken nicht zu viel höheren Preisen? Die Austrians wie Ludwig von Mises, Benjamin Anderson und F.A. Hayek sahen, dass die Rohstoffpreise in den 1920er Jahren stabil blieben, doch andere Preise in der Produktionsstruktur wiesen auf ein Problem der Zentralbankpolitik der FED hin. Besonders Mises wies darauf hin, dass die „Stabile Dollar“-Politik der FED noch schwere Folgen haben werde. Mises erkannte, dass die Preise in den 20ern gefallen wären, hätte es keine lockere Geldpolitik der FED gegeben.


Schaut man sich die offensichtlichsten Preise wichtiger Güter an, die im Mainstream nicht bzw. kaum berücksichtigt werden, so erkennt man eine Preisinflation dieser Güter. Eines dieser Güter ist Erdöl. Erdöl soll, wenn es nach Mainstream-Ökonomen wie Ben Bernanke geht, zusammen mit Nahrungsmittelpreisen komplett aus der Inflationsberechnung ausgeschlossen werden, weil diese Preise nichts mit der Geldpolitik der FED zu tun hätten. Die Austrians sind natürlich der Meinung, dass in einem freien Markt ohne Zentralbank der Preis für Öl stabil bleiben würde und dass in unserer jetzigen Ökonomie Öl ein Indikator für die Richtigkeit der Vorhersagen der Austrian Business Cycle Theory ist.
Das bedeutet im Detail, dass die Zinsen durch die FED künstlich niedrig gehalten wurden und Unternehmer animiert werden Investitionen zu tätigen. Dies wiederum erhöht die Nachfrage nach Erdöl. Das Angebot an Erdöl ist relativ unelastisch und daher steigen die Preise. Diese Unternehmer müssen nun höhere Preise für Benzin, Erdöl, Strom  etc. zahlen. Wenn nun die Kunden der Unternehmer ihre Nachfrage nach den Produkten der Unternehmer verringern, um für die nun angestiegenen Kosten von Benzin, Strom etc. aufkommen zu können, dann werden vormalig profitable Unternehmungen unprofitabel. Deshalb sollten Erdölpreise in Boom-Perioden steigen und in Bust-Perioden fallen, was durch diese Grafik auch bestätigt wird.


Wie man sehen kann, ist der Preis von Erdöl ziemlich stabil geblieben unter dem Pseudo-Goldstandard. Die Daten zeigen außerdem die hohe Volatilität nach 1971 unter dem „Papierstandard“. Der Ölpreis folgt zumindest im Groben den Vorstellungen der Austrians. Natürlich liegt die nicht 100 prozentige Korrelation daran, dass nicht nur Zentralbankpolitik die einzige beeinflussende Variable des Ölpreises ist.


Ein weiterer für unsere Analyse wichtiger Preis ist der von Gold, auch Gold steigt im Boom und fällt im Bust. Seit dem offiziellen Ende der Rezession in 2009 jedoch  hat sich der Preis von Gold verdoppelt. Die Opportunitätskosten wurden durch die Nullzinspolitik der FED drastisch gedrückt und Gold wird mehr nachgefragt.


Die meisten Rohstoffpreise haben sich erhöht, der Producer Price Index für Rohstoffe zeigt ein ähnliches Muster wie Erdöl und Gold. Der PPI–Index war vor dem Pseudo-Goldstandard stabiler und zeigte mehr Volatilität unter dem „Papierstandard“, außerdem zeigt er Ausschläge vor einem  Bust und nimmt während und nach einer Rezession ab. In der jetzigen Phase jedoch ist er auf Rekordwerte geklettert. 
Höchstpreise scheinen die Norm zu sein. Die US-Aktien- und Bondmärkte sind auf oder in der Nähe von Rekordwerten. Der Markt für zeitgenössische Kunst in New York boomt mit Höchstpreisen und hohen Absatzraten. Die Immobilienpreise in New York und Washington D. C. sind auf Rekordniveau, so wie die Austrians es vorhergesagt haben, da diese Märkte den Zentralbanken nahe stehen und daher das neu geschaffene Geld dort zuerst auftaucht.
Wir können also sehen welche Preise besonders von der Geldmengenausweitung aufgebläht werden. Rohstoff- und Immobilienpreise, sowie CPI und PPI wären ohne diese Interventionen  niedriger und gerade Geringverdiener und Menschen mit fixen Einkommen sind am meisten von der Preisinflation betroffen, da sich ihr Lebensstandard besonders stark verringert. Ohne die Zentralbankeingriffe würden CPI und PPI negativ sein und das Geld würde an Kaufkraft gewinnen, Sparer würden für ihre Ersparnisse auch einen vernünftigen Zins erhalten, was Kapitalaufbau fördern würde. Die Staaten jedoch würde dies vor große Probleme stellen, da deren Schulden nicht mehr bedient werden könnten. Auch Aktienpreise wären ohne Geldmengenausweitung signifikant niedriger, Bankenaktien würden zusammenbrechen und Bad Banks müssten schließen. Finanz- und Hedge-Fonds sowie einige Investmentbanken wären ebenfalls zusammengebrochen, ebenso wären die Preise für Manhattans Immobilien gefallen und der Markt für all die Banker und Hedge-Fonds-Manager wäre kollabiert. Dies sind jedoch keine schlechten Nachrichten, denn es dient dem Gesundungsprozess des Marktes, der überschüssigen Ballast los wird und die aufgeblähte Finanzwirtschaft bereinigt. Die Fehlallokation von Ressourcen wird beseitigt und die Fehlentwicklungen, ausgelöst durch die FED, werden beseitigt. Nur die Eingriffe der de facto staatlichen Zentralbanken führten dazu, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer wurden. Wenn die FED nicht ihre unorthodoxe und extreme Geldpolitik durchgezogen hätte, wäre es zu einer kollektiven Abnahme des Lebensstandards der Reichen und zu einer kollektiven Zunahme des Lebenszustandes der Armen gekommen.
Es gibt noch weitere gute Gründe warum Konsumentenpreise nicht gleichzeitig mit der Geldausweitung gestiegen sind, wie es bei den oben genannten Aktien, Gold, Erdöl, etc. der Fall ist. Die inflationäre und keynesianische Politik, die in den USA, Europa, Japan und China verfolgt wird, sorgt für ein Umfeld, das von Angst und Unsicherheit geprägt ist, was dazu führt, dass Banken Angst davor haben Geld zu verleihen und Unternehmer Angst davor haben zu investieren. Jeder hat Angst vor den Währungen, die unter Zwang benutzt werden müssen.
Mit anderen Worten: der Grund, warum die Preisinflationsvorhersagen sich nicht als richtig herausstellten, ist durch das keynesianische Rezept begründet. Bailouts, verstärkte Staatsausgaben durch vermehrte Schuldenaufnahme und massive Geldmengenausweitungen zeigen sich als wirkungslos. Im Gegenteil: sie zerstören die Wirtschaft, indem sie Anpassungen verhindern, Fehlanreize setzen und es daher schwerer machen die richtigen Vorhersagen für Unternehmen zu treffen.

Kommentare:

  1. Ein großer Teil der Geldflut wird auch "geparkt":
    Die FED Geldtürme bauen sich in China auf, die EZB Papierfluten drücken sich in Targetsalden aus. Sobald China sich löst und die Dollars auf den US-Markt wirft, oder die Deutschen ihre Ersparnisse, die im Targetsystem verpfändet wurden, abrufen und die Bundesbank drucken muss, haben die Austrians ihre Hyperinflation.

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  2. "Nur die Eingriffe der de facto staatlichen Zentralbanken führten dazu, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer wurden."
    Die Geldmenge und nicht deren Verteilung sorgt also für Arm und Reich. Wenn das stimmen würde, dann hätte es vor der Einführung der Zentralbanken und des billigen Geldes weniger Probleme gegeben. Die Geschichte zeigt aber, dass die Einführung der Sozialstaaten am effizientesten die Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft bekämpft hat.

    "Wenn die FED nicht ihre unorthodoxe und extreme Geldpolitik durchgezogen hätte, wäre es zu einer kollektiven Abnahme des Lebensstandards der Reichen und zu einer kollektiven Zunahme des Lebenszustandes der Armen gekommen."

    Scheint ja alles ganz einfach zu sein. Nur leider ist die Welt nicht so. Natürlich würde eine Marktbereinigung am Aktienmarkt die Reichen hart treffen. Wenn hunderte Banken pleite gehen, gibt es eine geringere Kaufkraft und somit wird auch die Güterindustrie hart getroffen. Es gibt also weniger Arbeit und auch die ärmere Teile der Bevölkerung hätten Probleme. Wie und in welchem Maße ist schwer vorhersagbar. Schaut man allerdings in die desaströse deutsche Politik vor 1933 und die Resultate die daraus folgten, ist eine staatliche Korrektur eher wünschenswert. Wie diese aussieht ist natürlich zu diskutieren.

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  3. @endless.good.news
    "Die Geschichte zeigt aber, dass die Einführung der Sozialstaaten am effizientesten die Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft bekämpft hat."
    Richtig. Die Ungleichheit wurde bekämpft, die Armut aber nicht, die wurde gefördert. Wo (fast) Alle arm sind ist die "Ungleichheit" gering. Gut zu beobachten in Kuba oder Nordkorea.

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  4. "Gut zu beobachten in Kuba oder Nordkorea."

    "Ein Sozialstaat ist ein Staat, der in seinem Handeln soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit anstrebt, um die Teilhabe aller an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen zu gewährleisten."

    Vor dieser Definition des Sozialstaats fällt Nordkorea schon mal heraus.
    Kuba im Grunde auch. Allerdings leben hier die Ärmsten besser als die Ärmsten in den USA und das mit einem jahrelangen US Embargo.

    Zeigen sie mir wo die Armut in Europa durch den Sozialstaat gefördert wurde. Die stärksten Sozialstaaten gibt es in Skandinavien. Die absolute und relative Armut, sowie die Ungleichheit ist sehr gering. Vergleicht man dies mit schwächeren Sozialstaaten wie den US oder Großebritannien sieht es schon ganz anders aus.
    Das heißt nicht, dass alles rosarot und wunderbar ist. Man sollte Fakten aber immer differenziert betrachten.

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  5. @endless.good.news
    Zeigen sie mir wo die Armut in Europa durch den Sozialstaat gefördert wurde.
    Überall, mir ist kein europäischer Staat geläufig, der kein Sozialstaat wäre.
    Jeder subventionierte Wirtschaftszweig wächst, bzw. wuchert. Und Sozialstaaten subventionieren Armut. Wäre ja auch nicht gut für`s Geschäft, wenn sie verschwinden würde, die Armut.

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  6. "Überall"
    Scheinbar leben wir in zwei verschiedenen Welten, oder sie definieren Armut anders. Vergleichen sie die Staaten vor 200 Jahren mit heute. Vergleichen sie Staaten untereinander (Staaten mit unterschiedlich starker Ausprägung des Sozialstaats + Staaten ohne selbigen), dann könnten sie ihre Aussagen vielleicht belegen. Indem sie Floskeln um sich werfen, werden sie mich nicht überzeugen.

    Im Übrigen fördern Sozialstaaten die Armut nicht, sie federn die Effekte von Armut ab.

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  7. "Im Übrigen fördern Sozialstaaten die Armut nicht, sie federn die Effekte von Armut ab."

    Guter Witz ;D

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  8. Es wird kaum möglich sein, geschichtliche Beispiele oder den Vergleich einzelner Staaten zur Beweisführung heranzuziehen.
    Im historischen Verlauf steigt der Wohlstand im Durchschnitt.
    Zum Vergleich einzelner Staaten bietet sich ev. doch ein Blick auf die Entwicklung von Ost- und Westdeutschland vor der Wende an.
    In Ostdeutschland ist damals sicherlich die Ungleichheit besser "bekämpft" worden als in Westdeutschland. Und was soll das nun beweisen? Die Menschen haben mit den Füßen abgestimmt! Ungleichheit bekämpfen hat keinerlei positiven Wert!

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  9. "Guter Witz ;D"
    Hungern Menschen? Nein, also wird die Armut abgefedert.

    "Zum Vergleich einzelner Staaten bietet sich ev. doch ein Blick auf die Entwicklung von Ost- und Westdeutschland vor der Wende an."
    Nein bietet es sich nicht. Die Länder sollten eine vergleichbare Wirtschaftskraft und ein vergleichbares politisches System haben. Deutschland und Frankreich würde zum Beispiel gehen. Deutschland und Luxemburg wäre Unsinn.

    "Ungleichheit bekämpfen hat keinerlei positiven Wert!"

    Wenn ich nach Brasilien und/oder Südafrika schaue, dann sehe ich das anders. Dort müssen die Reichen hinter Mauern leben. In Nordeuropa ist das eher nicht der Fall. Geringere Ungleichheit sorgt für eine stabilere Gesellschaft.
    In Studien wurde gezeigt, dass die Produktivität, die Lebensdauer, Bildung und Gesundheit besser ist. Das alles sind keine positiven Werte?

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  10. „Deutschland und Frankreich würde zum Beispiel gehen. Deutschland und Luxemburg wäre Unsinn."

    „Wenn ich nach Brasilien und/oder Südafrika schaue, dann sehe ich das anders. Dort müssen die Reichen hinter Mauern leben. In Nordeuropa ist das eher nicht der Fall. Geringere Ungleichheit sorgt für eine stabilere Gesellschaft."

    Wenn ich einen Blick in die Geschichtsbücher werfe, erkenne ich, das Sie einen Vergleich von ehemaligen Kolonialstaaten zu gewachsenen Staaten in Nordeuropa anbieten. Was soll dieser Vergleich taugen? Da das Ergebnis des Vergleiches vorgegeben ist, wird solange Ausschau gehalten bis zwei passende Staaten gefunden wurden. Sie werden sich Ihren Lieblingssozialstaat heraussuchen. Wenn ein Staat nicht ganz so grottenschlecht gewirtschaftet hat wie der andere, ist das Vorbild dann gefunden.

    Trotzdem macht der Vergleich blind.

    Ein früherer Vergleich im Mittelalter von Königreichen untereinander eröffnet keinen Blick auf eine demokratische Sozialstaatsform. Ein Vergleich von Sozialstaaten eröffnet keinen Blick auf eine freie arbeitsteilige Gesellschaft mit einem zwangfreien Marktgeld – oder mehreren frei wählbaren Marktwährungen. Das Übel kann alleine durch Logik ohne einen willkürlichen Vergleich erkannt werden.

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  11. "Ein Vergleich von Sozialstaaten eröffnet keinen Blick auf eine freie arbeitsteilige Gesellschaft mit einem zwangfreien Marktgeld – oder mehreren frei wählbaren Marktwährungen. "

    Dieser Vergleich existiert nicht, da diese Gesellschaftsform nicht existiert (im größeren Maßstab).

    "Das Übel kann alleine durch Logik ohne einen willkürlichen Vergleich erkannt werden. "
    Da muss ich widersprechen. Logik lösst das Problem nicht. Warum?

    Um logisch zu argumentieren braucht man Annahmen, sogenannte Axiome. Selbst die Mathematik kommt an irgendeiner Stelle nicht mehr ohne sie aus. Ein Axiom ist ein Satz, der nicht in der Theorie bewiesen werden soll, sondern beweislos vorausgesetzt wird.
    Hier liegt das Problem. Je nachdem was ich vorraussetze kann ich logisch argumentieren. Mit der Realität kann es etwas zu tun haben. Es muss aber nicht. Die Logik ist dennoch nicht verletzt.

    Somit ist es möglich logisch herzuleiten, dass freie Märkte die perfekte Gesellschaftsform darstellen. Der Kommunismus konnte seine Gesellschaftsform ebenso logisch herleiten. Die Grundannahmen waren in beiden Fällen andere.
    Um eine vernünftige Theorie aufzustellen in der man Argumentieren kann, muss man die Realität hinzuziehen. Das ist aufgrund der Komplexität der Volkswirtschaften nicht ganz so einfach. Vergleiche helfen, bestimmte Effekte zu isolieren und Trends abzuleiten. Absolute Wahrheiten wird man nie feststellen können.

    So oder so. Logik allein hilft nicht.

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  12. " Um eine vernünftige Theorie aufzustellen in der man Argumentieren kann, muss man die Realität hinzuziehen. Das ist aufgrund der Komplexität der Volkswirtschaften nicht ganz so einfach. "

    Praxeologie hilft mehr als die Vergleiche mit mehreren Millionen Variablen.

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  13. "Praxeologie hilft mehr als die Vergleiche mit mehreren Millionen Variablen."

    Dann haben sie nicht verstanden wie Wissenschaft funktioniert.
    Praxeologie laut wikipedia
    "In der Philosophie ist sie die Lehre von den Erfahrungsregeln und beschreibt, wie man bestimmte Handlungsweisen ausgestalten und ethisch rechtfertigen kann. In der Wirtschaftswissenschaft ist mit dem Begriff Praxeologie eine Auffassung von der reinen Theorie verknüpft, die wie im apriorischen Denkansatz von Ludwig von Mises denknotwendige, streng allgemeine Sätze aus den Begriffen des zweckrationalen Entscheidungshandelns logisch ableitet."

    Hier sieht man schon die Probleme. Es wird von Ethuk und von streng allgemeinen Sätzen, sprich Axiomen, geschrieben. Ethik ist menschgemacht. Früher war es ethisch vertretbar mit Sklaven zu handeln, heute nicht mehr. Ethik wandelt sich. Somit ist sie keine gute Basis für eine Theorie.
    Auch Axiome sollten hinsichtlich ihrer Tauglichkeit überprüft werden. Das geht nur, indem man sie mit der Realität abgleicht.
    Tut man das nicht, dann ist man nicht viel besser als die Theologiestudenten die die Bibel interpretieren. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern mit Glauben.

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  14. "Früher war es ethisch vertretbar mit Sklaven zu handeln"

    Das ist ja interessant. Für die Sklaven auch?

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  15. "... fördern Sozialstaaten die Armut nicht, sie federn die Effekte von Armut ab."
    Ja, und damit sie Etwas zum abfedern haben, benötigen sie die Armut. Sie sind darauf angewiesen und wenn es keine gibt dann muß sie geschaffen werden, die Armut. Wenn es sein muß, aus dem Nichts. Wo sollten den diese Sozialstaaten sonst ihre Daseinsberechtigung hernehmen. Womit sollte denn das Millionenheer der Sozialbeamten gerechtfertigt werden, wenn es keine Armut gäbe? Da müssen eben Menschen per Gesetz daran gehindert werden, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Da müssen, wo immer es nur geht, intakte Familien, am liebsten noch die Institution Familie, zerstört werden um hilflose „Alleinerziehende“, hilflose Pflegefälle, Altersarmut und dgl. zu schaffen. Da muß eben der Jugend schon in der Schule beigebracht werden, daß es dumm und böse ist, selber für sich zu sorgen, daß der einzig gute und edle Mensch der Hilflose und Schwache sei.
    Alles damit der Sozialstaat und seine Protagonisten wachsen und gedeihen können.
    "Die Länder sollten eine vergleichbare Wirtschaftskraft und ein vergleichbares politisches System haben"
    Vergleichen kann man die Wirtschaftskraft aller beliebigen Länder miteinander. Auch die von Deutschland und Luxemburg oder von Simbabwe und der Schweiz .
    Was Sie vermutlich meinen, ist die Gegenüberstellung von Ländern mit gleicher oder zumindest ähnlicher Wirtschafskraft.
    Dies wiederum ist Unsinn, da, bei ansonsten ähnlichen Voraussetzungen, ein Mehr an Sozialstaat, immer ein Weniger an Wirtschaftskraft bedingt.
    Müsste eigentlich auch Ihnen einleuchten: Wenn ein Großteil der Bevölkerung sich aus der Wertschöpfung ausklinkt sinkt diese und damit die Wirtschaftskraft.
    "Dort müssen die Reichen hinter Mauern leben. In Nordeuropa ist das eher nicht der Fall..."
    In Nordeuropa müssen sie Schutzgeld zahlen, die "Reichen".
    Möglicherweise sind die Mauern letzten Endes billiger. Und wahrscheinlich zuverlässiger.
    "In Studien wurde gezeigt, dass die Produktivität, die Lebensdauer, Bildung und Gesundheit besser ist.."
    Wo sind diese Dinge besser? In Nord- oder in Südkorea? In der (ex)DDR oder in der (ex)BRD? In Israel oder in Libyen? In Burma oder in Hongkong?
    In Chile oder in Kuba? In der (ex)Sowjetunion oder in den (damaligen)USA? In Österreich oder in der Schweiz?
    "Der Kommunismus konnte seine Gesellschaftsform ebenso logisch herleiten."
    Na, das müssten Sie mir mal näher erläutern!

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  16. @endless.good.news

    "Dann haben sie nicht verstanden wie Wissenschaft funktioniert.
    Praxeologie laut wikipedia...."

    Es sollte zum nachdenken anregen, das die Praxelogie der österreichischen Schule nur vom Verfahren in Frage gestellt wird, aber nicht in der Argumentation. Ein Ablenkungsmanöver um der Argumentation zu entkommen.
    Wo sind die Argumentationsfehler? Wo sind die fehlerhaften Grundannahmen?
    Am Beispiel des Sklaven wurde hier ja schon so schon vorgeführt, dass eine Argumentation widerspruchsfrei sein muß. Der Sklave spielt in Ihre Ethikargumentation keinerlei Rolle.
    Schon schön, wenn man kein Sklave ist.

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  17. "Für die Sklaven auch?"
    Für diejenigen, welche die Ethik definieren ist Sklaverei in Ordnung. Wenn ein von Mises eine "universal" gültige Ethik braucht, um seine Wirtschaftstheorie zu begründen, dann ist das eine Meinung und kein absoluter Wert.
    Andere Beispiele machen das vielleicht klarer.

    Ist ein Sozialstaat ethisch oder unethisch?
    Ist Kinderarbeit ethisch?

    Ethik hängt eng mit Moral zusammen. Moral ist menschlich. Ist es moralisch einen anderen Menschen zu töten? Die Natur gibt diesen Standard nicht vor, sondern Menschen. Universal ist daran gar nichts. Man kann es für vernünftig halten (ich auch). Aber es ist kein Gesetz und auch nicht allgemein gültig.
    In unserer Wohlstandsgesellschaft sind solche Fragen relativ einfach zu beantworten. In einigen afrikanischen Krisengebieten werden Menschen für einige Euros umgebracht, damit der Mörder sich etwas zu Essen leisten kann. Für uns ist das unethisch. Für Ihn geht es um das überleben. Die Welt ist sehr komplex und einfach Axiome können nicht immer diese Komplexität erfassen.

    "Ja, und damit sie Etwas zum abfedern haben, benötigen sie die Armut."

    Armut existiert aber auch ohne Sozialstaat. Ihre Logik funktioniert genau dann, wenn der Sozialstaat Ursache wäre. Wäre dem so, dann hätte es vor dem Sozialstaat keine Armut geben dürfen. Leider wurde der Sozialstaat aufgrund der Armut eingeführt, weil die herrschenden Elite Angst vor den Arbeitern und Armen hatten. Die Vergangenheit und Gegenwart zeigt also ein anderes Bild.

    "Möglicherweise sind die Mauern letzten Endes billiger. Und wahrscheinlich zuverlässiger."
    Vielleicht ist das so.

    "Wo sind diese Dinge besser?"
    Lesen sie es nach.
    Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind
    Kate Pickett, Richard Wilkinson

    "Na, das müssten Sie mir mal näher erläutern!"
    Auf die Theorie bezogen. In der Praxis ist das Projekt gescheitert. Genau das wird passieren, wenn man den reinen Lehren von von Mises folgen würde. Es werden Dinge wie eine universelle Ethik und Moral vorrausgesetzt. Nicht umsonst kritisiert

    "Hans Albert die Verquickung von normativer (ordnungspolitischer) Problemstellung und dem Erklärungsproblem von wirtschaftlichen Verhaltensweisen und Institutionen (wie etwa zu lösen versucht durch eine Marktsoziologie) als politische Ideologie. Sie werde mit einer Begriffskonfusion hinsichtlich „Rationalität“ logisch erschlichen. Insbesondere sei es logisch nicht möglich, die ethische Bewertung von Mitteln durch die Neutralisierung der Ziele auszuschalten; denn dies liefe auf die Regel hinaus, der Zweck heilige jedes Mittel."

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  18. "Insbesondere sei es logisch nicht möglich, die ethische Bewertung von Mitteln durch die Neutralisierung der Ziele auszuschalten; denn dies liefe auf die Regel hinaus, der Zweck heilige jedes Mittel."

    GENAU darauf läuft es in Ihrem geliebten Sozialstaat IMMER hinaus. Denn die Initieerung von Gewalt, welche IMMER am Ende der Enteignungshandlung zuUNgunsten der Besitzenden und zugunsten der "Armen" steht (wer sich weigert wird im schlimmsten Falle mit Handschellen vom Sozial-Staat abgeführt) entspricht immer der o.g. Regel, dass der Zweck (Armutsbekämpfung und Anstreben von "Gleichheit") JEDES Mittel (GEWALT!) heiligt!

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  19. @endless.good.news
    "Armut existiert aber auch ohne Sozialstaat"
    Ja, das tut sie, ebenso wie Getreide auch ohne Bauern und ohne künstlichen Dünger wächst. Wild sozusagen.
    "Wäre dem so, dann hätte es vor dem Sozialstaat keine Armut geben dürfen"
    Doch, Getreide hat es ja auch gegeben, bevor der Bauer kam. Der hat es nur kultiviert.
    "Leider wurde der Sozialstaat aufgrund der Armut eingeführt"
    Unsinn! Der Sozialstaat wurde, wie jeder Staat, einzig und allein zum Zwecke der Bereicherung seiner Protagonisten "eingeführt"! Aus keinem anderen Grund und zu keinem anderen Zweck.
    "Lesen sie es nach."
    Soll das eine Antwort sein?
    Ich hatte Ihnen eine, bzw. mehrere Frage(n) gestellt!
    "Gleichheit ist Glück:"
    Selten eine so dämliche Aussage gehört. Aber wenn Sie der Ansicht sind, bitte. Jeder definiert "Glück" nach seinem Gusto.
    "Auf die Theorie bezogen. In der Praxis ist das Projekt...."
    Eben, die theoretische Logik des Kommunismus sollten Sie mir erläutern. Tun Sie´s doch bitte.

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  20. @anonym

    "Denn die Initieerung von Gewalt, welche IMMER am Ende der Enteignungshandlung zuUNgunsten der Besitzenden und zugunsten der "Armen" steht"

    Für Enteignung muss es Eigentum geben. Eigentum ist heute über Gesetze legitimiert. Gesetze werden heute durch Staaten durchgesetz. Staaten werden durch ihre Bevölkerung legitimiert. Somit legimitimiert die Bevölkerung das Eigentum.
    Um die Eigentumsrechte durchzusetzen wird ebenfalls staatliche Gewalt eingesetzt. Sie dürfen nicht jedes Gebäude betretenl. Sie dürfen nicht sich nicht jede Ressource nehmen die sie zum Leben brauchen. Die Missachtung der Eigentumsrechte wird teilweise höher geahndet als die Verletzung von Personen.
    D.h. staatliche Gewalt wird immer eingesetzt, wenn es um die Umsetzung von Gesetzen geht.

    Sie verurteilen die Verletzung eines Rechts durch ein anderes Recht und merken es nicht. Sie argumentieren auf zwei Ebenen. Sie verurteilen Strukturen, welche sie brauchen, damit die Strukturen die sie schützen wollen überhaupt existieren können.

    @Molot
    "Der hat es nur kultiviert."
    Selten solchen Unsinn gelesen. Belegen sie das mit Zahlen und ich nehme die Aussage zurück.

    "allein zum Zwecke der Bereicherung seiner Protagonisten "
    Stimmt. Er wurde zum Schutz der Vermögenden eingeführt. Diese hatten Angst vor der kommunistischen oder sozialistischen Weltrevolution und haben das kleinere Übel gewählt.

    "Eben, die theoretische Logik des Kommunismus sollten Sie mir erläutern. Tun Sie´s doch bitte"
    Dafür stecke ich in der Materie nicht tief genug drin. Jede Ideolgie (selbst Verschwörungstheorien) sind in sich schlüssig. Die Annahmen die dies ermöglichen sind teilweise absurd und müssten mit der Realität abgeglichen werden.
    In meinen Augen hält eine Theorie die auf allgemein gültige moralische und ethische Prinzipien beruht dem nicht Stand, da sich diese Prinzipien ändern und von Land zu Land verschieden sein können.

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  21. "Sie verurteilen Strukturen, welche sie brauchen, damit die Strukturen die sie schützen wollen überhaupt existieren können."

    Das ist ja lustig. Der Staat, der mein Eigentum schützen soll darf es gleichzeitig wieder wegnehmen.

    Ne, das ist eigentlich nur noch traurig...

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  22. @endless
    "Insbesondere sei es logisch nicht möglich, die ethische Bewertung von Mitteln durch die Neutralisierung der Ziele auszuschalten; denn dies liefe auf die Regel hinaus, der Zweck heilige jedes Mittel."

    "D.h. staatliche Gewalt wird immer eingesetzt, wenn es um die Umsetzung von Gesetzen geht."

    Wie Sie ja oben schön zitierten(Hans Albers): Der (besser: IHR Zweck)Zweck heiligt IMMER die Mittel!

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  23. ""Der hat es nur kultiviert."
    Selten solchen Unsinn gelesen. Belegen sie das mit Zahlen und ich nehme die Aussage zurück."

    Mit (belastbaren) Zahlen ist das so eine Sache, die hatten es damals noch nicht so mit der Statistik. Aber vielleicht hilft Ihnen das ja weiter:
    http://archaeologie-news.blog.de/2006/04/16/archaologie_als_die_jager_zu_bauern_wurd~731740/

    "Stimmt. Er wurde zum Schutz der Vermögenden eingeführt."
    Sie müssen schon lesen (und verstehen) was geschrieben steht. Nicht von Schutz sprach ich, sondern von Bereicherung. "Schutz" war/ist nur einer der Vorwände um das System (Staat) zu rechtfertigen.

    "Dafür stecke ich in der Materie nicht tief genug drin..."
    Offensichtlich nicht! Das hält Sie aber anscheinend nicht davon ab, die abenteuerlichsten Thesen aufzustellen.

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  24. @anonym
    "Das ist ja lustig. Der Staat, der mein Eigentum schützen soll darf es gleichzeitig wieder wegnehmen."

    Warum nicht? Eine Dienstleitung kostet nun einmal etwas.

    @anonym
    "Der (besser: IHR Zweck)Zweck heiligt IMMER die Mittel!"
    Was ist denn mein Zweck?

    "Aber vielleicht hilft Ihnen das ja weiter:"

    Sehr gut. In der Jäger- und Sammlergesellschaft gab es so etwas wie Privateigentum (in der heutigen Form) nicht. Wenn es kein Eigentum gab, dann gab es auch keine Armut.


    "Nicht von Schutz sprach ich, sondern von Bereicherung."
    Die Reichen schützen sich, damit sie sich weiter bereichern können. Dafür geben sie ein paar Brotkrumen ab. Die Entwicklung der Vermögen zeigt genau das.

    "Offensichtlich nicht! Das hält Sie aber anscheinend nicht davon ab, die abenteuerlichsten Thesen aufzustellen."
    Daran ist nichts abendeuerlich.

    "Kommunismus (vom lateinisch communis ‚gemeinsam‘) bezeichnet politische Lehren und Bewegungen, die zuerst die Gütergemeinschaft zum Ziel haben, im weiteren Sinne die klassenlose Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben sein und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt werden soll."

    Wieso sollte man auf dieser Basis nicht logisch weiter argumentieren können? Sie glauben nicht daran, weil sie die Grundannahmen für unsinnig halten. Genau darauf will ich hinaus. Mit Logik kann man nur innnerhalb eines definierten Rahmens schlüssig argumentieren. Ist der Rahmen falscht, sind die Ergebnisse der logischen Argumentation falsch.

    Beispielsweise könnten sie eine komplette Physik zusammenbauen, wo die Fallbeschleunigung negativ ist. Die Ergebnisse wären innerhalb dieser Modellannahme richtig, hätten mit der Realität nichts zu tun.

    Wenn sich die österreichische Lehre der Realität nicht stellt, dann betreiben ihre Anhänger keine Wissenschaft. Erst indem man Vorhersagen prüft, kann man erkennen, ob die Annahmen für die logische Argumentation zutreffen, oder eben nicht.

    Die planwirtschaftlichen Annahmen haben eben jenes gezeigt. Die Annahme war, dass man eine Wirtschaft komplett planen kann. Diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt.

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  25. "Warum nicht? Eine Dienstleitung kostet nun einmal etwas."

    Ich glaube Sie wollen es einfach nicht verstehen. Eigentumschutz und Enteignung sind ZWEIERLEI! Daher nochmal zum Mitschreiben:

    Wenn ich Ihnen 10% meines Einkommens gebe damit Sie mein Eigentum schützen heißt das, dass Sie mein Eigentum SCHÜTZEN sollen und NICHT, dass Sie per Androhung von Gewalt mein Eigentum enteignen sollen!
    Die Dienstleistung lautet: EigentumSCHUTZ, für welche ich bereit bin zu zahlen, nicht ENTEIGNUNG per Zwang->für diese Dienstleistung können Sie gerne bezahlen, aber lassen Sie mich daraus!

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  26. "Der (besser: IHR Zweck)Zweck heiligt IMMER die Mittel!"
    Was ist denn mein Zweck?

    IHR Zweck ist Eigentumsumverteilung, spricht Enteignung per Gewaltandrohung!

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  27. @Anonym 4. März 2013 20:18
    "..die Initieerung von Gewalt, welche IMMER am Ende der Enteignungshandlung zuUNgunsten der Besitzenden und zugunsten der "Armen" steht...."
    Ich fürchte, Sie haben das System noch nicht verstanden. Nicht zugunsten der "Armen" findet die Umverteilung statt, sondern zugunsten der Umverteiler.
    Die "Armen" werden genauso bestohlen/betrogen wie die "Besitzenden".
    Eher sogar noch ärger. Während den Steuersklaven lediglich materieller Schaden entsteht, werden die Empfänger der Almosen ihrer Würde beraubt. Jeder, auch der dümmste oder schwächste wäre in der Lage, sich seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen, wenn er nicht durch die Umverteilungsmaschine Staat daran gehindert würde. Vergleichen Sie doch einmal das Einkommen eines Sozialhilfeempfängers mit dem seines Sachbearbeiters beim Sozialamt! Beide werden aus der gleichen Quelle gespeist. Für Letzteren sprudelt die aber nur so lange, wie Ersterer nicht auf eigenen Beinen steht.

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  28. @Molot
    "Nicht zugunsten der "Armen" findet die Umverteilung statt, sondern zugunsten der Umverteiler."

    Ich seh das genau wie Sie. Deshalb hatte ich ja "Arme" in Anführungzeichen.
    Daher 100% Zustimmung zu Ihrem Kommentar.

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  29. @endless.good.news

    Zwang hat nichts mit Freiheit zu tun, sorry. Auch deshalb ist der Wohlfahrtsstaat, das politische Raubsystem des erzwungenen „Gebens“ seinem innersten Wesen nach ein System der Freiheitszerstörung. Im viktorianischen London des Jahres 1900 beispielsweise waren sozial- und wohlfahrtsstaatliche Einrichtungen unbekannt. Trotzdem hat es keinen einzigen Einwohner der Stadt gegeben, der unbehandelt krank geblieben wäre oder der mittellos hätte hungern oder als Obdachloser leben müssen. Dutzende von sogenannten „Friendly Societies“ kümmerten sich um jeden Gestrauchelten oder Unglücklichen. Die Ausgaben für karitative Zwecke bildeten den zweitgrößten Budgetposten (nach den Lebensmitteln) der Bürgerhaushalte, und fast die Hälfte der Londoner Ehefrauen in den bürgerlichen Familien waren aktiv und unentgeltlich in Hilfseinrichtungen tätig. Mit dem Heraufziehen der staatlichen Sicherungs- und Wohlfahrtseinrichtungen lösten sich diese Institutionen und freiwilligen Hilfsdienste sukzessive auf. Denn – wie bereits erwähnt – im Wohlfahrtsstaat gilt die Devise „Warum soll ich meinem Nachbarn helfen, wenn es doch das Sozialamt gibt?“. Dabei war es keinesfalls so, dass überall in den Industrieländern der Sozialstaat hätte „einspringen“ müssen, weil die private Karitas ausfiel, sondern umgekehrt: Das Machtstreben der Parteien und Regierungen ging mit den Versprechungen von immer mehr „sozialen“ Wohltaten auf Stimmenfang und mit dem rasanten Wachstum der staatlichen „Sozialversicherungen“ und „Sozialleistungen“ ging das Schrumpfen privater Hilfsbereitschaft einher. Damit trocknete aber nicht nur die private Karitas aus, sondern es wurden auch immer mehr Bedürftige erzeugt. Das liegt in der Natur der Kollektivleistungen (Stichwort „tragedy of the commons“), an der Tatsache also, dass Anreize gesetzt werden, das System auszubeuten und die eigenen Anstrengungen zu verringern.
    Die Zahl der Hilfsbedürftigen schwoll jedoch auch deshalb rapide an, weil der Sozialstaat teurer und teurer wurde und den Bürgern immer mehr von ihren Einkünften und Vermögen rauben musste, um das wuchernde Wohlfahrtsgebilde finanzieren zu können. Mit dem Sozialstaat wächst auch der Steuer- und Abgabenstaat zum alles verzehrenden Moloch heran. Die Bürger müssen ihm immer größere Teile ihrer Arbeitserträge in den Rachen werfen und werden auf diese Weise tatsächlich massenweise zu Bedürftigen. Damit steigen die Kosten erneut, die Abgabenschraube muss weiter nach oben gedreht werden, noch mehr Menschen können ihren Lebensunterhalt aus dem immer geringer werdenden Restverdienst nicht mehr bezahlen. Ein Teufelskreis, der theoretisch erst sein Ende findet, wenn alle ihres Einkommens vollständig beraubt und abhängige Kostgänger des Staates geworden sind (in der Praxis kann das Ende der Elendsspirale auch früher eintreten und zwar durch den „Staats“bankrott).
    Der amerikanische Autor George Amberg hat in den (ach so „kapitalistischen“) USA nicht weniger als 52 Steuerarten gezählt und geschrieben: „Keine dieser Steuern hat es vor hundert Jahren gegeben. Damals war unser Land das wohlhabendste der Welt mit der größten Mittelschicht der Welt. Mutter blieb zuhause, um die Kinder aufzuziehen. Mit der zunehmenden Wegnahme unserer Einkommen brauchen immer mehr Familien zwei Verdiener, um über die Runden zu kommen. Viele Bürger halten die Besteuerung für richtig oder notwendig. Sie sehen nicht, dass alles, was der Staat ausgibt, von uns Bürgern nicht mehr ausgegeben, nicht mehr gespart oder investiert werden kann. Der Weg, der von der Freiheit wegführt, ist mit Steuern gepflastert."

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  30. "Trotzdem hat es keinen einzigen Einwohner der Stadt gegeben, der unbehandelt krank geblieben wäre oder der mittellos hätte hungern oder als Obdachloser leben müssen."

    Quellenangabe?

    "Dutzende von sogenannten „Friendly Societies“ kümmerten sich um jeden Gestrauchelten oder Unglücklichen."
    Wie hoch war die Lebensqualität der Ärmsten?

    "Das liegt in der Natur der Kollektivleistungen (Stichwort „tragedy of the commons“), an der Tatsache also, dass Anreize gesetzt werden, das System auszubeuten und die eigenen Anstrengungen zu verringern. "

    Sie widersprechen sich. Warum gab es dann die karitatitiven Einrichtungen, wenn jeder nur das System ausnutzen will?

    "und den Bürgern immer mehr von ihren Einkünften und Vermögen rauben musste, um das wuchernde Wohlfahrtsgebilde finanzieren zu können."
    Aus diesem Grund steigen die Vermögen der reichsten Menschen immer weiter an? Auch der GINI Index steigt? Das spricht gegen eine Überbastung der Reichen.

    "Ein Teufelskreis"
    Weil das Geld einfach weg ist? Die sozialstaatlichen Leistungen bezogen auf das BIP steigen seit den 70ern nicht. Sie schwanken um 30%. Es gab bei der Wiedervereinigung aufgrund der zerstörung der DDR Industrie einen starken Anstieg. In den letzten Jahren sinkt der Anteil. Das dürfte nicht passieren, wenn es ein Teufelskreis wäre.

    "Keine dieser Steuern hat es vor hundert Jahren gegeben. "
    Vor hundert Jahren gab es auch keine Raumfahrt.
    "Damals war unser Land das wohlhabendste der Welt mit der größten Mittelschicht der Welt. "
    Das ist gelogen. Die größte Mittelschicht hatte die USA in 50er und 60er Jahren mit einem Spitzensteuersatz von 90%.

    "Mit der zunehmenden Wegnahme unserer Einkommen brauchen immer mehr Familien zwei Verdiener, um über die Runden zu kommen. "
    Dann ist also der Staat Schuld, dass die Bruttolöhne nicht steigen? In Deutschland sind die Bruttoreallöhne gesunken. Wenn das der Fall ist und die staatlichen Ausgaben nur mit der Inflationsrate steigen, dann muss die Belastung des Einzelnen steigen. Zumindest, wenn man hauptsächlich Löhne und Konsum besteuert. Wenn man Erbschaften, Kapitalerträge und Vermögen weniger besteuert, dann bleibt eben nur dieser Weg.

    "Der Weg, der von der Freiheit wegführt, ist mit Steuern gepflastert."
    Das ist mir zu eindimensional. Bei Waffenverboten werfen die liberalen den Gutmenschen gerne vor, dass Waffen keine Menschen töten. Steuern können, aber müssen keine Freiheit töten. Das sieht man daran, dass die freihesten Länder dieser Welt nicht die niedrigsten Steuern haben. Scheinbar gibt es noch mehr Aspekte.

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  31. @Molot
    "werden die Empfänger der Almosen ihrer Würde beraubt. Jeder, auch der dümmste oder schwächste wäre in der Lage, sich seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen."

    Ich würde deutlich weniger lachen, wenn ich nicht ab und zu ihre Texte lesen würde. Wie viel ist ihnen ihre Würde Wert, wenn sie hungern müssen. Fragen sie mal Frauen die sich in armen Ländern prostituieren müssen. Die würden gerne tauschen.

    "wenn er nicht durch die Umverteilungsmaschine Staat daran gehindert würde"

    Warum sollte der Staat sie am arbeiten hindern?

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  32. Hier erklärt Heiner Flassbeck sehr einfach, warum die Geldpolitik nur etwas sehr bedingt mit der Inflationsrate zu tun hat.

    http://www.flassbeck-economics.de/die-eurokrise-oder-warum-die-okonomen-die-krise-nicht-verstehen-konnen-wollen/

    Wenn es einen direkten Zusammenhang gäbe, dann dürfte es innerhalb der Eurozone keine unterschiedlichen Inflationsraten geben. Gibt es aber.

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