Donnerstag, 21. Februar 2013

Über die Grüne Jugend - die verlorene Generation des Libertarismus

von Tommy Casagrande
Die grüne Jugend ist die verlorene Generation des Libertarismus. Bestehend aus Gerechtigkeitsfanatikern, Idealisten, Abenteurern, Moralisten, Unangepassten und Aufsässigen aller Art, sind es jene Charaktere, die im natürlichen Sinne den Bodensatz libertärer Idealismen ausmachen. Solche Menschen sind es, die eine Idee auch gegen ein Übervolk von Feinden zu verteidigen wissen wenn sie in der Minderheit sind. Es liegt im Sinne der Libertären, die Ziele der grünen Jugend mit der Idee der Freiheit zu versöhnen, indem aufgezeigt wird, dass die Abwesenheit und die Verletzung von Eigentumsrechten der Natur am meisten schadet und dass man es der grünen Jugend kaum vorwerfen kann, dass sie den Kapitalismus als Umweltzerstörungsideologie betrachtet. In der Vergangenheit wurden die Eigentumsrechte vom Staat stets willkürlich und ohne jede konsistente Philosophie gesetzt, um die technologisch industriellen Anwendungen zu privilegieren, welche auf Grundlage der Missachtung von Eigentumsrechten für materiellen Wohlstand, auf Kosten von Gesundheit oder Umwelt sorgten. 

Leider hat so mancher Kapitalist das kapitalistische Konzept nicht aus einer naturrechtlich-moralphilosophischen Position abgeleitet, sondern aus einer utilitaristischen Position. Daher war die Grundlage nicht das Eigentumsrecht, sondern der mythische Gedanke einer volkswirtschaftlichen Wohlfahrtsinstitution. 

Die falschen Grundlagen zur Ableitung der kapitalistischen Ordnung führten zu einem Staatskapitalismus, einem Mischsystem, bestehend aus dem Gewaltmonopol des Staates und dem Kapitalismus. Dieses chimäre Modell war seit jeher nie ein freier Kapitalismus, er war nie ein entstaatlichter Kapitalismus. Somit führten die durch den Staat gesetzten Privilegien an kapitalistische Unternehmen in der Vergangenheit dazu, beispielsweise den in diesen Unternehmen geschaffenen Wohlstand über das Recht auf die Nicht-Verletzung der eigenen Gesundheit zu stellen.

Diese Kombination aus Staat und Kapitalismus, die sich Staatskapitalismus nennt, hatte zum Leidwesen des Kapitalismus utilitaristische Verteidiger des Marktes, die nur allzu bereit waren, dem Staat die Hand zu reichen, um das kapitalistische Produktionskonzept gegenüber konsequent geschützten Eigentumsrechten zu privilegieren.

In einem solchen System gibt es Anreize für Technologien, die sich den vom Staat gesetzten Rahmenbedingungen anpassen. Die Folge ist ein Fehlen von Anreizen für Technologien, die zum Schutz der Eigentumsrechte entwickelt werden. Ein freier Markt beinhaltet den Schutz von Eigentumsrechten. Als Folge geschützter Eigentumsrechte entsteht auf dem selben freien Markt ein Wettbewerb um Technologien, die mit diesen Eigentumsrechten kompatibel sind und eben nicht ein solcher, deren Technologien diese Eigentumsrechte verletzen.

Die Entstehung der ökologischen Bewegung rührt daher, dass es bislang nicht geschafft wurde, die unheilvolle Verbindung aus Staat und Kapitalismus zu beenden. Mitschuld sind all jene Kapitalisten, die sich daran niemals gestört haben und die den Schutz von Eigentumsrechten nur zu gern als sektiererische Haltung verspotten. Wozu ihre eigene Sekte geführt hat lässt sich anhand der Tatsache erkennen, dass die Leugnung der naturrechtlich-moralphilosophischen Position den Kapitalismus, im Gewand der grünen Jugend, einholt, die in ihrer Wahrnehmung erkannt hat, dass durchaus nicht jeder ökologische Zustand sich als paradiesisch bezeichnen lässt. Die Lösung jedoch ist nicht den Staat mit grüner Gewalt herrschen zu lassen, sondern zu einem Frieden zu gelangen, indem man beginnt, auf die Gewalt zu verzichten. 

Durch die libertäre naturrechtlich-moralphilosophische Position der Eigentumsrechte lassen sich mehrere Fliegen mit einer einzigen Klappe schlagen. Es ist Freiheit ohne Gewalt möglich, es ist möglich ökologisch nachhaltig zu wirtschaften und zugleich materiellen Wohlstand zu generieren, ohne auf technologisch-industrielle Innovationen verzichten zu müssen. Grüne würden zu Libertären und die ökologische Nachhaltigkeit wäre wieder ein individuelles menschliches Bedürfnis, dass durch die Eigentumsrechte des Libertarismus geschützt werden kann. Die Entpolitisierung der Ökologie macht Ökologie, gleichsam wie Industrie, zu einem gleichrangigen Bedürfnis von Individuen, die unter Berücksichtigung des libertären Eigentumsrechts einander nicht ausschließen.

Die scheinbaren Gegensätze aus Kapitalismus und ökologischer Nachhaltigkeit würden sich, ihrer künstlichen Feindseligkeit entlarvt, als Schein erweisen und der rationale Preismechanismus sowie die gewinnorientierte Unternehmung auf freien Märkten würden zu einem Ressourcen schonenderem Gesellschaftskonzept führen als ein Staat, der von der grünen Jugend als Instrument ihrer Nachhaltigkeitsidealismen gesehen wird, deren Idealismen wiederum dem moralischen Verständnis widersprechen, nicht auf Gewalt zurückzugreifen, um individuelle Ziele anzustreben.

Die grüne Jugend besteht aus Menschen, denen die Ideale der Freiheit gut zu Gesicht stehen würden. Ihr einziges Manko liegt schlicht darin, den kapitalistischen Freund mit dem staatlichen Feind zu verwechseln.

Kommentare:

  1. Danke für den wichtigen Beitrag. Wie immer auf den Punkt gebracht!

    Dazu empfehle ich das folgende Buch:
    http://www.buchausgabe.de/public_products/naturliche-verbundete-pierre-bessard-christian-hoffmann-929

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  2. Kann ich uneingeschränkt zustimmen!

    Solange von den Staatsfetischisten Eigentum und Freiheit (von (staatlichem) Zwang!) als willkürliche Güter angesehen werden, sprich vom Staat instrumentalisiert werden können und somit Ihre Wesensbedeutung entzogen wird, kann sich der Gegensatz zwischen ECHTEM Kapitalismus und Staats-verfremdetem/verkrüppeltem Kapitalismus nicht auflösen!
    Und in letzter Konsequenz auch keine ökologische Nachhaltigkeit erzielt werden.

    Denn ohne uneingeschränktes Eigentum keine ökologische Nachhaltigkeit. "Gemeineigentum" hat noch nirgends ansatzweise für ökologische Nachhaltigkeit gesorgt!

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  3. Nicht die ganze Generation ist verloren. Ich war auch lange Zeit Grünen-Sympathisant und habe mich als "Öko-Liberal" bezeichnet, bis ich auf den Libertarismus gestoßen bin. Heute bin freitümlich und freiwilligfrei ;)

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  4. Eine verlorene Generation- soweit stimmt die Sache, denn verloren sind diese Seelen mit Sicherheit. Das war es aber auch schon an Dingen, denen ich hier zustimmen kann. Ansonsten bleibt einiges fraglich: sind Moralisten etwa der Bodensatz, aus dem die Libertären bestehen ? Und wo sehen Sie in den Grünen bitte Unangepasste ? Ich habe es jedenfalls bislang nicht gemerkt, dass Grünenwähler, geschweige denn Angehörige dieser Organisation, sonderlich viel Freiheitssinn aufweisen. Tatsächlich ist diese Partei ja nun zum tonangebenden Establishment überhaupt geworden. Sollte da ihr Nachwuchs bitte anders sein ? Wozu sich dann mit den libertären Schmuddelkindern zusammentun ? Wozu braucht man schon Freiheit, wenn man die staatlich subventionierte Solaranlage auf dem Dach hat, eine verbeamtete Stellung als Lehrer anstrebt und alle Journalisten der gleichen Partei angehören ? Welche Aufsässigkeit haben Grüne nötig, wenn Sie von vornherein ins gemachte Bett hüpfen können ?
    Wenn es vernünftige Menschen in der Grünen Jugend gibt, erkennen sie hoffentlich schnell genug, dass für sie dort kein Platz ist, sowie zur Vernunft kommende Angehörige der Jungen Union und den JuSos auch. Es ist sicherlich auch zu hoffen, dass das der Fall ist. Ansonsten sehe ich leider keine Veranlassung, die Haltung dieses Artikels zu teilen.

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  5. Alles weitere, was zu den Grünen zu sagen ist, hat Gerd Habermann eigentlich auch schon zusammengefasst. Da er auf diesem Blog erfreulicherweise zitiert wird, erlaube ich mir auch noch einmal, auf diese seine Klarstellungen hinzuweisen, denn das scheint mir angesichts dieses Artikels ratsam.

    http://www.gerd-habermann.de/images/stories/wie%20liberal%20sind%20die%20gruenen.pdf

    http://www.gerd-habermann.de/images/stories/wie%20liberal%20sind%20die%20gruenen2.pdf

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