Freitag, 8. Februar 2013

Über die Entanonymisierung der Samenspende

von Tommy Casagrande
Vertragssituation
Verträge entstehen zwischen zwei Parteien. Derjenigen, die den Vertrag anbietet, und derjenigen, die ihn akzeptiert. So lange niemand dieser beiden Parteien dazu gezwungen wird, einerseits einen Vertrag anzubieten, oder andererseits einen Vertrag anzunehmen, spricht man von einem freiwillig eingegangenem Vertrag, einer freiwilligen Vereinbarung. 

Eine solche Vereinbarung besteht zwischen einer Agentur, welche die Anonymität einer Samenspende anbietet und dem Samenspender. Weder wird die Samenspendeagentur dazu gezwungen, anonyme Samenspenden anzubieten, noch wird der Samenspender dazu gezwungen, seinen Samen dieser Agentur anzubieten. Der Samenspender bietet seinen Samen dieser Agentur im Bewusstsein darüber an, dass seine Identität geheim bleibt und nicht von der Agentur verraten wird. Die Agentur wiederum gibt ihr Versprechen darüber ab, dass die Anonymität der Kernbereich ihrer Arbeit sei. Beiderlei Zustimmungen erfolgen im freiwilligen Einvernehmen auf friedlichem Wege und ohne Gewalt. 

Wenn eine Frau bei einer anonymen Samenspendeagentur um einen Samen anfragt, so ist sie sich darüber bewusst, dass es sich bei dieser Agentur um eine solche handelt, bei welcher der Spender anonym gehalten wird. Diese Frau wird nicht dazu gezwungen mit dieser Agentur einen Vertrag einzugehen. Indem sie einen Vertrag mit dieser Agentur eingeht, stimmt sie zu, dass der Spender anonym bleibt. Kommt es zu einem Vertrag, so sind sowohl die Frau, als auch die Samenspendeagentur diesen freiwillig eingegangen und niemand hat einen von beiden dazu gezwungen, diese Vereinbarung zu treffen. Beiderlei Zustimmungen erfolgen im freiwilligen Einvernehmen auf friedlichem Wege und ohne Gewalt.

Sollte ein richterliches Urteil entscheiden, dass anonyme Samenspendeagenturen zur Auskunft ihrer Spender verpflichtet sind, so wäre dies eine Bestätigung der Tatsache, dass Vertragsfreiheit keine Gültigkeit besitzt. 


Möglichkeiten des freien Marktes

In einem freien Markt sollte es möglich sein, dass es sowohl Samenspendeagenturen gibt, die auf Grundlage von Anonymität operieren, als dass es auch solche Samenspendeagenturen gibt, die nicht auf Grundlage von Anonymität operieren. Genauso, wie es analog dazu Gaststättenbesitzer in einer freien Gesellschaft erlaubt sein muss selbst zu entscheiden, ob sie ihre Gaststätten den Bedürfnissen der Raucher oder der Nichtraucher anpassen möchten. Wie immer würde in einer freien Gesellschaft stets der Grundsatz gelten: Wer unzufrieden mit dem bestehenden Angebot ist, der möge es besser machen und als Unternehmer in den Wettbewerb eintreten. Dass diese unbürokratischen Möglichkeiten des freien Eintritts in den Wettbewerb nicht für jedermann gegeben sind, liegt ausschließlich an den staatlichen Eingriffen, die es für viele verunmöglichen, Ressourcen und Kapital aufzubauen und ohne auf eine Wand von Regulierungen und bürokratischen Hürden zu stoßen, sich auf jenen Feldern betätigen zu können, auf denen zu betätigen sie wünschten. Ergo kann von einer freien Gesellschaft keine Rede sein und es lässt sich lediglich im Konjunktiv darüber sinnieren.


Vertragliche Vereinbarungen

Eine vertragliche Vereinbarung gilt ausschließlich für jene Menschen, die den Vertrag unterschrieben und ihm somit zugestimmt haben. Menschen, die einem Vertrag, den andere abgeschlossen haben, nicht zugestimmt haben, brauchen sich an dessen Inhalte auch nicht zu halten. So gesehen sind Verträge, in denen es sich um geistiges Eigentum handelt, nicht gültigerweise anwendbar auf jene, die an diesen nicht beteiligt waren. Genauso ist es legitim, wenn Menschen, die nicht am Vertrag zwischen einer Samenspendegentur und ihren Kunden beteiligt waren, sich nicht an deren vertragliche Bestimmungen halten. Denn wenn sie sich daran halten müssten, hätte das derartige Folgen, dass egal wo auf dieser Welt zwei Parteien miteinander einen Vertrag abschließen, unabhängig ihres Inhaltes, jener Vertrag gültig wäre für alle Menschen dieser Welt, gleichgültig wo sie wohnen. Damit wäre ein Vertrag ein probates Mittel zur Versklavung der Menschheit. Und lediglich der Vertrag zwischen zwei Parteien "Alle Menschen sind unsere Sklaven" würde logischerweise genügen um als gültig erklärt werden zu können. 

Wenn die Samenspendeagentur mit der Frau, die um einen Samen ansucht, keine vertragliche Vereinbarung darüber getroffen hat, Stillschweigen zu bewahren, so darf die Frau ihrem Kind durchaus mitteilen, wer der Vater ist. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass die Samenspendeagentur keine vertragliche Vereinbarung über den Kern ihrer Arbeit mit der Frau trifft, die in vollem Bewusstsein über die Anonymität der Samenspendeagentur den Samen nachfragt. Es wäre eine Verletzung des vereinbarten Vertrages, wenn sie eines Tages ihrem Kind erzählt, wer der Vater ist. Allerdings darf die Samenspendeagentur die Frau nicht mit Gewalt davon abhalten, Verträge einzuhalten. Sie darf jedoch die Frau für die Verletzung des Vertrages belangen, wenn nachgewiesen werden kann, dass sie die Informationen an ihr Kind weitergegeben hat. Das bedeutet, es gibt letztlich stets ein Risiko für den Samenspender, dass Geheimnisse offenbart werden, über deren Stillschweigen er einen Vertrag eingegangen ist. Nichtsdestotrotz ist es nicht legitim, jemanden zu zwingen, nicht über seinen Körper frei zu verfügen. Es ist unmoralisch, eingegangene Verträge zu brechen, es ist legitim, denjenigen zu belangen, wenn nötig oder ihn auf eine schwarze Liste zu setzen. Nichtsdestotrotz obliegt es natürlich immer noch der Frau, ob sie ihren Vertrag erfüllt, oder ob sie ihn zu Gunsten ihres Kindes bricht. 


Fiktives Beispiel

Stellen wir uns folgendes Szenario vor:

Ein Mann erklärt sich bereit, als anonymer Spender seinen Samen zur Verfügung zu stellen. Dieser Mann ist im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, wenn er wissentlich einen Vertrag unter Bezugnahme der Anonymität abschließt. Nun erscheint eine junge Frau und klagt auf das "Recht" wissen zu dürfen, wer ihr Vater ist. Wenn diesem Ansuchen stattgegeben wird, ist nun jede Samenspendeagentur, die auf Anonymität beruht, per Gesetz dazu verpflichtet, ihre Anonymität aufzugeben. Welchen Sinn hat auf Grundlage eines solchen richterlichen Urteils noch die unternehmerische Tätigkeit auf dem Gebiet der anonymen Samenspende, wenn diese Anonymität nicht gewährleistet werden kann? Letztlich ist anzunehmen, dass aufgrund eines solchen Urteils, die anonymen Samenspender ihrer Zahl nach abnehmen werden, da bei Wissen des Kindes vom Vater auch die Möglichkeit gegeben ist, diesen Vater im Zweifel auf Unterhalt zu verklagen, was eine kostspielige Angelegenheit werden könnte, wenn durch jemandes Spende bereits 600 Kinder gezeugt worden sind. 

Der Staat verletzt anhand eines solchen Szenarios das Recht auf Abschluss freiwilliger Verträge und in diesem Sinne verletzt der Staat wieder einmal das Recht auf Selbsteigentum. Denn der Abschluss eines freiwilligen Vertrages setzt voraus, dass sich Menschen selbst gehören, wenn sie eine solche Handlung ausüben. Die Agentur, welche Verträge mit dem expliziten Inhalt der Anonymität anbieten möchte, darf dies nicht in vollem Umfang gewährleisten, weil der Staat dies nicht duldet. In diesem Falle dürfen jene Menschen, die eine solche Agentur gründen und führen wollen, nicht im vollen Umfang über sich selbst verfügen und etwas anbieten, das auf eine freiwillige Nachfrage trifft. 


Vertrag zu Lasten eines Dritten ?

Kann ein solcher Vertrag zwischen anonymer Samenspendeagentur und Samenspender ein Vertrag zu Lasten eines Dritten, nämlich des Kindes sein ?

Inwiefern sollte es ein Vertrag zu Lasten eines Dritten sein können? Zunächst einmal ist nicht klar, wie diese Last gemessen, gewertet, definiert werden soll. Diese Last wird nämlich subjektiv empfunden, da nicht jedes Kind in gleichem Maße oder überhaupt darunter leidet, nicht zu wissen, wer sein Vater ist. Somit ist der Begriff der Last objektiv schwer zu definieren, da darunter wiederum ein jeder anderes zu meinen versteht. Es liegt bei dieser Last keine Körperverletzung und auch keine Verletzung des Eigentums einer Person vor und entspricht somit nicht der Verletzung des Körpers oder Eigentums eines Dritten, ist also somit widerspruchsfrei mit dem Prinzip des Selbsteigentums zu vereinbaren, welches die individuelle Freiheit zu garantieren im Stande ist. Und da ein Vertrag zu Lasten eines Dritten lediglich die Verletzung von Körper und Eigentum eines Dritten meint, ist ein Vertrag über die Anonymität einer Samenspende kein solcher Vertrag.


Ist Unwissenheit Last ?

Unwissenheit kann als Last wahrgenommen werden, muss sie aber nicht. Nichtsdestotrotz ist Unwissenheit kein körperlich zugefügter Gewaltakt und ist auch kein Angriff auf das Eigentum. Wenn Unwissenheit weh täte, müssten Milliarden Menschen auf dieser Erde sich krümmen vor Schmerzen, weil sie so vieles nicht wissen. 

Es gibt kein Menschenrecht darauf, zu wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht und es gibt kein Menschenrecht darauf, zu wissen, wer der eigene Vater ist. Wenn ein Kind den Staat, das Gewaltmonopol einsetzt, ist es das Kind, das gegen die Moralität verstößt, weil es zum Mittel der institutionalisierten Gewalt greift, um sein Bedürfnis zu befriedigen. 


Existenz durch Anonymität

Das Kind würde gar nicht existieren, wenn es nicht aufgrund der Anonymität einen Samenspender gegeben hätte. Diese Anonymität zu bekämpfen könnte dazu führen, dass ohne Anonymität viele Kinder nicht geboren werden, die andernfalls geboren würden. Nun hätten diese nicht geborenen keine Stimme, um sich bei denen zu beklagen, die dafür verantwortlich sind, dass sie nicht gezeugt werden konnten. Aber möglicherweise, wenn sie eine Stimme hätten, würden sie sich vielleicht eher für das Leben entscheiden als für das Wissen, wer der Samenspender war.

Das Kind ist nicht Vertragspartner. Darum hat es kein Recht, mit Hilfe des Staates den Vertrag mit staatlicher Gewalt zu ändern. Es mischt sich ein und fordert die Aufhebung jener Voraussetzung, ohne die sie selbst nicht gezeugt worden wäre. Ein Widerspruch, wenn man es sich genau ansieht. 


Staat versus Vertragsfreiheit ist Fremdbestimmung versus Selbstbestimmung

Dass Verträge dazu da sind, andere auszuschließen mit denen man sie nicht macht, ist logisch und charakterisiert den Vertrag. Fakt ist, wenn ich mir selber gehöre, dann darf ich Verträge machen, welcher Art auch immer ich will, so lange ich damit keinem Dritten Schade. Da dies nicht mehr gewährleistet wäre bei einem Urteil zur Auskunftspflicht von anonymen Samenspendeagenturen, wäre das ein weiterer Beleg für die Tatsache, dass Menschen dem Staat gehören und nicht sich selber und dass der Staat entscheidet, welche Verträge gültig sind und nicht die Menschen die ihn eingehen. 

Der Staat ist ein Gewaltmonopol und das bedeutet, dass der Staat, wenn nötig, ein solches Urteil mit der brutalen Härte der Polizeigewalt durchsetzen dürfte, denn staatliche Gesetze sollen aus Sicht des Staates eingehalten werden, egal ob sie rechtens sind oder nicht.


Menschenrecht auf Wissen über Herkunft

Würde das Gericht urteilen, dass jeder das Recht hat, seine Herkunft zu kennen, so impliziert dies, dass jeder notfalls auch mit Gewalt dazu gezwungen werden darf, diese Information über die Herkunft zu liefern. Dennoch sollte niemand das Recht haben, mit Hilfe von Gewalt, wie der Staat diese als Monopolist verkörpert, heraus zu finden, wessen Herkunft er abstammt. In einem solchen Sinne würde das richterliche Urteil der Gewalt stattgeben. 

Auf die Frage, woher das Recht zu wissen wer der Samenspender war, kommen soll, lässt sich keine Antwort geben außer durch das richterliche Urteil, welches einem positivistischem Rechtsgedanken Folge leistet und Recht nicht aus dem Naturrecht und in weiterer Folge den Naturgesetzen ableitet, wodurch sich das Selbsteigentum bestimmen und aufzeigen lässt, dass durch ein solches Urteil zur Fremdbestimmung derjenigen wird, denen vorgegeben sein soll, welche freiwilligen Vereinbarungen sie treffen dürfen und welche nicht.


Menschenwürde 

Die Begründung, aufgrund von Menschenwürde einem Kind seinen Vater vorzustellen, bedeutet zugleich die Menschenwürde des Vaters mit Füßen zu treten, der sich ohne die Garantie der Anonymität niemals dazu entschlossen hätte, seinen Samen zu spenden. Andernfalls hätte er entweder eine nicht anonyme Samenspendeagentur aufsuchen können oder aber das ganze Unterfangen sein lassen. 

Marco Kanne sagt: ,,Was ist eigentlich mit Menschenwürde und Persönlichkeitsrechten des Samenspenders? Der wird sicherlich aus Gründen anonym gespendet haben. Jetzt wird er möglicherweise in eine psychisch massiv belastende Situation gebracht. Er hat vielleicht eine Familie, mit der er lebt, jetzt platzt da plötzlich jemand Fremdes rein."


Konsequent gedachte Folgen des Menschenrechts über die Herkunft

Im Grundsatz liefe ein Urteil zur Herkunftspflicht der Samenspendeagenturen nicht nur darauf hinaus, alle anonymen Samenspendeagenturen für ungültig zu erklären oder gar zu verbieten, was einen gewalttätigen Eingriff in die menschliche Freiheit derjenigen mit sich bringt, die nicht mehr frei sein dürfen, solche Vereinbarungen freiwillig anzubieten. 

Sondern es liefe im weiteren darauf hinaus, dem Menschengeschlecht ein universelles Recht auf Wissen zugestehen zu müssen, dass mittels staatlicher Gewalt durchgesetzt wird. Das Recht auf Wissen, wer der eigene Vater ist, ist nur eine Ableitung des Rechts auf Wissen allgemein. Das heißt also, wenn man es sich konsequent durchdenkt, dass ich jeden Menschen mit Hilfe des Staates zwingen können muss, mir alle Informationen zu sagen, die ich wissen will. Wir können uns selbst ausmalen, was das bedeuten würde. Es bestätigt beispielsweise die vom Staat initiierte Schulpflicht, die ein Übel an vielen Kindern und Eltern darstellt und eine schreiende Ungerechtigkeit für Gerechtigkeitssuchende ist. Zudem besagt aber ein Menschenrecht auf Wissen auch, dass man für Wissen kein Geld verlangen dürfte, weil das Recht auf Wissen über der Vereinbarung von Verträgen, also über dem Tauschhandel zwischen zwei Gütern steht. Und noch etwas ist zu klären, nämlich, wer gibt vor, auf welche Art von Wissen, und in welchem Umfang ein jeder ein Menschenrecht hat? Hier strotzt eine solche Menschenrechtserklärung vor Willkür und Beliebigkeit. Natürlich wird es wie immer nur einen Richter geben, der all dies definiert, den Staat.


Absurdität des Menschenrechts auf Herkunft

Gerard Bökenkamp hat scharfsinnig erkannt: ,,Wenn eine Frau auf dem üblichen Wege zum Beispiel im Urlaub schwanger wird und den Vater nicht kennt, kann das Kind den Namen des Vaters ja auch nicht erfahren. Konsequenterweise müsste für diesen Fall dann auch eine Datenerhebungspflicht eingeführt werden. Hinzu kommen noch die Kuckuckskinder, die von ihrem Vater auch nichts wissen, weil ihre Mutter kein Interesse hat über ihren Seitensprung zu erzählen. Noch konsequenter müsste man eigentlich bei jeder Geburt eines Kindes einen DNA-Test machen."


Wirtschaftliche Folgen

Gerard Bökenkamp sagt: ,,Das Ganze wird nur dazu führen, dass die Frauen in Zukunft ins Ausland gehen müssen oder über das Internet bestellen."

Wobei nicht außer Acht gelassen werden sollte, dass die selbe Möglichkeit auch für Männer bestünde. Vor allem hinsichtlich der Möglichkeit, auf Unterhaltszahlungen verklagt werden zu können, sobald ihre Identität gelüftet wurde.

Marco Kanne sagt: ,,Das könnte den entsprechenden Wirtschaftsbereich hierzulande effektiv beenden."

Gerard Bökenkamp fügt hinzu: ,,Oder es können nur noch Hartz-IV-Empfänger spenden, weil die keinen Unterhalt zu zahlen brauchen."

Obwohl die Frage bleibt, ob sich Hartz-IV-Empfänger ein Engagement als Samenspender leisten könnten.

Marco Kanne erkennt richtig: ,,Das Ergebnis dieser Zwangsmaßnahme sollte klar sein: weniger Samenspenden."

Dabei wird zugleich die Möglichkeit von Frauen reduziert, einen Samenspender zu finden, falls die Nachfrage nach Samenspendern gleich bleibt, die Samenspendebereitschaft jedoch abnimmt. Nimmt die Samenspendebereitschaft ab, ist es vorstellbar, dass die Preise für Samenspenden zunehmen würden. Wenn die Preise ansteigen, wäre klar, dass die einkommensbegünstigteren Frauen Vorteile gegenüber einkommensschwächeren Frauen hätten, Samen nachzufragen, falls nicht überhaupt, wie Marco Kanne und Gerard Bökenkamp richtig erkannt haben, der Wirtschaftszweig vollständig in's Ausland verlagert wird.


Die Überbetonung des Aspekt des Wissens

Am Rande noch ein paar Überlegungen, um den Aspekt des Wissens zu relativieren. Was ist eigentlich, wenn der Vater des Kindes ein übler Mensch ist? Vielleicht mal eine Vergewaltigung oder einen Mord beging? Würde sich das Kind dann nicht vielleicht wünschen, es hätte dieses Wissen nicht? Ist nicht manchmal die Illusion schöner als die Realität? Wie steht es mit dem Fall, dass derjenige Mensch unter einer schlimmen Krankheit leidet und arm ist? Will man wirklich unter allen Umständen diesen Realitäten ins Gesicht sehen, die auch verstörend, verängstigend, traumatisierend und noch belastender sein können als der Ausgangszustand? Will man all solches Wissen letztlich wirklich mit staatlicher Gewalt in Erfahrung bringen dürfen? Was man finden wird ist nicht immer, was man finden will.

Hat nicht der selben Logik nach Wissen mittels initiierender Gewalt darüber erhalten zu dürfen, wer der Vater ist, auch implizit zur Folge, über das Wissen seiner Taten aufgeklärt zu werden? Oder gibt es eine Existenz, die sich nicht durch ihre Handlungen definiert? Und kann das nicht generell in gleicher Weise für alle Menschen gelten, bevor sie mit jemanden in Kontakt treten? Wer weiss wirklich, mit wem er es zu tun hat? Lügen, Aussagen gezielt nicht tätigen, sich vor Gericht nicht selbst belangen, man müsste alle Menschen zwingen dürfen, einander alles zu sagen, wenn es verlangt wäre und doch wäre es praktisch nicht umsetzbar, es sei denn, man bastelt an technologischen Entwürfen, die Gehirne der Menschen zu kontrollieren. Damit würden derartige Gesetze auch in ihrer konsequenten Fortsetzung eine Anwendung finden können.

1 Kommentar:

  1. Wäre nicht die einfachste Lösung für anonyms Spenden einfach keine Namen aufzuschreiben?

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