Samstag, 19. Januar 2013

Wie SPD, Grüne und Mainstream-Linke knallhart in Kriegsrhethorik verfallen

,,Zufall'': Mali ist reich an Rohstoffen.
von Michael Sanchez
Da kommt sich der gutgläubige Normalbürger doch vor wie in einer verdrehten Welt. Da fordern die einstmals sich so pazifistisch gebenden Linken sämtlicher Schattierungen Kriegseinsätze in allen möglichen Regionen. Freilich nur um die "universellen Menschenrechte" zu wahren. Gut, die Grünen hatten schon mit der völkerrechtswidrigen Bombardierung Jugoslawiens ihre kriegspolitische Unschuld verloren. Doch das nun beim neokolonialen Rohstoffkrieg der Franzosen in Mali die deutsche Linke so unverhohlen das Eingreifen auch bundesdeutscher Truppen fordert kommt in einer bisher so nie da gewesenen Qualität daher, die einen erschaudern lässt. War es nicht die Linke, die einst die Bundeswehr sogar ganz abschaffen wollte? Und nun soll sie aber für undurchsichtige Interessen auf dem afrikanischen Kontinent unverdrossen verheizt, Pardon, eingesetzt werden?

Obwohl seit jeher bekannt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung in der Bundesrepublik jegliche Auslandseinsätze der Bundeswehr grundsätzlich ablehnt, wird von den Vertretern der etablierten Parteien jedoch permanent dagegen gehandelt.
Nun also die "vereinigte Kriegsfront zur Verteidigung der universellen Menschenrechte" in Mali, notfalls weltweit! Am Deutschen/Europäischen Wesen soll die Welt genesen oder was wird das? Es gibt für Überfallskriege, auch für dubiose und fragwürdig gerechtfertigte "Militäreinsätze" nie eine wirkliche Legitimation. Ein Verteidigungskrieg ist etwas  vollkommen anderes und auch im Völkerrecht klar geregelt. Hier hat der Angegriffene immer das Recht auf Selbstverteidigung. Punkt, Ende, da gibt es keine weitere Diskussion. Die unerträgliche Kriegshetze der etablierten Mainstream-Linken ist widerlich und abstoßend.

Wie wäre es mit fairem, freien Handel auf Grundlage gegenseitiger Anerkennung und Respekt? Endlich Aufhebung einseitiger Zölle für Waren aus den afrikanischen Ländern? Fairer und freundschaftlicher Austausch auf freiwilliger, friedlicher Basis? Nein, wo kämen wir denn dahin, wenn wir "gute Europäer" die Welt so friedfertig behandeln würden. Dünkel und Hochmut, sie kommen immer vor dem politischen Fall. Wieder das übliche: Wir lenken ab mit Krieg, wenn wir innen- und finanzpolitisch in riesigen Problemen stecken? Oder nur politische Naivität und Unwissenheit, Plumpheit der politisch Handelnden? Nun, ich denke, es ist eine Mischung aus beidem. Wer glaubt, dass Politclowns wie Claudia Roth oder ein "verteidigungspolitischer Sprecher" der SPD namens Rainer Arnold wirklich eine tief greifende geopolitische Orientierung hätten, der irrt freilich gewaltig. Wer aber glaubt, dass die jeweiligen Strippenzieher in den genannten Parteien nicht genau wüssten, was sie tun, der liegt genauso daneben. 
Das Verhalten der hier ein Mal so eindrucksvoll "vereinigten Linken" erinnert mich an aufgebrachte Pädagogen, Kindergärtner oder den berüchtigten Oberstufenlehrer, der ja eigentlich grundsätzlich die Welt von seinem Büro aus viel besser verstand und noch viel besser erklären konnte, als all diese Naivlinge dort draußen. Nur ist hier das Problem, dass sich diese notorischen, selbsternannten "Volkspädagogen" mittlerweile auch noch die politische Macht angeeignet haben ihre weltfremden Ansichten mit militärischen Mitteln umzusetzen. Dass sie damit einen Flächenbrand oder Schlimmeres auslösen können ist diesen ignoranten Geistern nicht bewusst. Auch nicht, dass sie sich hier benutzen lassen für imperiale Wirtschaftsinteressen von staatlich-wirtschaftlichen Kooperationsstrukturen. Dass sie sich vor den Karren von Welteinigern, machthungrigen Geostrategen und faschistoiden Ideologen spannen lassen will ihnen erst Recht nicht einleuchten. 

Wo ist hier die "Friedensbewegung"? Wo sind die ganzen linken Pazifisten, die sonst nicht müde werden gegen vermeintlich "kapitalistische" Wirtschaftskriege und ähnliches zu wettern? Wo bleibt die Linkspartei mit ihrem Grundsatz gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr Stellung zu beziehen? Bedrohliches Schweigen auf ganzer Front! Aber gegen liberale und libertäre Kriegsgegner pöbeln und wettern, das können sie! Wer gegen das Töten Unschuldiger ist und sich gegen Militärinterventionen zugunsten der einen oder anderen Seite in weit entfernten Bürgerkriegskonflikten einsetzt, dem wirft man frech "Egoismus" und "Faulheit" vor. So weit ist es schon gekommen ...

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