Donnerstag, 31. Januar 2013

Über das Wasser

von Tommy Casagrande
Wasser ist ein Wunder der Natur. Ein Lebenselexier für Arten, die ohne Wasser nicht überlebensfähig sind. Wasser lässt Böden und Pflanzen gedeihen. Wasser ist erfrischend, das Rauschen des Ozeans ein angenehmer Klang, der die Seele zu beruhigen vermag. Wasser ist der Mutterbauch, in dem vielerlei Leben, das später die Landmassen besiedelte, darin seinen Anfang nahm. Ohne Wasser wäre die Erde ziemlich trocken.

Und dennoch, trotz alledem, ist Wasser ein Gut. Und wie mit allen Gütern, lässt sich auch mit Wasser Handel treiben. Wenn Menschen ein Bedürfnis nach etwas haben, so handeln sie auch damit. Diese menschliche Eigenschaft zu handeln bringt die Zivilisation hervor. Es sind keine Könige, keine Kaiser, keine Fürsten, keine Diktatoren, keine Monarchen, keine Präsidenten, welche eine Zivilisation hervorbringen, sondern es sind die menschlichen Tauschhandlungen.

Sehen wir uns aktuell die Privatisierungsfeindlichkeit der Menschen im Bezug auf Wasser an:
- Wasser ist ein Gut.
- Menschen wollen mit diesem Gut Handel treiben und tauschen.
- Andere Menschen wiederum wollen nicht, dass es jemand anderen gibt als den Staat, der mit diesem Gut Handel treiben und tauschen darf.

Wichtig: 
Menschen, die nicht wollen, dass Wasser wie ein Gut behandelt wird, welches man tauscht, zugleich jedoch fordern, dass der Staat das Wasser wie ein Gut behandeln und tauschen dürfen soll, widersprechen sich selbst. Denn aus der Forderung, dass niemand Wasser als ein Gut behandeln und tauschen dürfen solle, würde konsequenterweise der zigfache Tod durch Verdursten stehen, wenn keine anderen Möglichkeiten entdeckt werden, dem Tod durch Verdursten zu entrinnen. 

Man halte somit fest: Jene Menschen, die sagen, Wasser sei kein Gut, widersprechen sich, denn sie wollen, dass der Staat dieses Gut handelt und tauscht. Der Staat wiederum würde Wasser nicht handeln und tauschen, wenn es kein Gut wäre. Somit steht fest, Wasser ist ein Gut. Und aus Gütern folgt, dass sie gehandelt und getauscht werden.

Weiter:
- Menschen, die nicht wollen, dass Wasser von anderen Menschen wie ein Gut behandelt und getauscht werden kann, wollen, dass der Staat das Wasser handelt und tauscht.

- Der Staat besteht auch aus Menschen, er hat ein Gewaltmonopol, er besteht aus einer allumfassenden bürokratischen Behörde, die keine Möglichkeit besitzt, über den Marktmechanismus herauszufinden, wieviel die Menschen bereit wären für dieses Gut Wasser zu bezahlen. Diese unmögliche Kostenrechnung ist es zudem, die den Sozialismus nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch stets dort in den Niedergang treibt, wo er existiert.

- Der Staat setzt einen Preis willkürlich fest, dieser gilt als Monopolpreis. Er kann unter dem Marktpreis liegen, er kann aber auch über dem Marktpreis liegen. Es ist nur sehr unwahrscheinlich, dass er exakt den Marktpreis trifft, denn der Markt sind Menschen und Menschen können ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten spontan jeden Tag ändern, was zu einer Änderung der Preise führen würde. Darum sind staatlich festgesetzte Preise die Ignoranz gegenüber der menschlichen Natur und das Wesen des Staates ein Affront gegenüber der menschlichen Existenz. (Hieran lässt sich allmählich erkennen, weshalb die Tatsache, dass die Welt von Staaten umspannt ist, nicht zu einer besseren Welt bislang geführt hat).

- Die staatlich festgesetzte Qualität und der staatlich festgesetzte Preis haben keine Konkurrenz. Die Möglichkeit, dass andere Menschen besseres Wasser anbieten dürfen, ist verboten. Die Möglichkeit, dass andere Menschen billigeres Wasser anbieten dürfen, ist verboten. Stillschweigend setzt ein Zustand des staatlichen Monopols voraus, dass die bürokratische Behörde aus Übermenschen besteht, die es schaffen ohne Wettbewerb objektiv (aus Sicht aller Individuen) das qualitativ perfekteste Wasser zum besten Preis anzubieten.

- Menschen sind Individuen und Individuen sind individuell. Menschen sind individuell darin, welcher Wassergeschmack ihnen besonders mundet und Menschen sind individuell darin, welcher Preis für sie persönlich als akzeptabel erscheint. Dieser menschlichen Individualität wird ein staatliches Monopol nicht gerecht. 

- Ein freier Markt bedeutet freie Menschen. Das besagt, dass Menschen frei sind Wasser nach ihren geschmacklichen Vorstellungen und nach ihren preislichen Vorstellungen anzubieten. Aus dieser Freiheit des Angebots entsteht ein Zustand, der verschiedensten individuellen Bedürfnissen zugute kommt. Es gibt nicht den Menschen, sondern es gibt viele verschiedene Menschen. Und jeder, dem das bestehende Angebot an Wasser nicht gefällt, hätte in einer freien Gesellschaft das Recht und die Möglichkeit zu versuchen es besser zu machen, als diejenigen, die es bislang versuchten. Die Nachfrage wird Auskunft darüber geben, welche geschmackliche und welche preisliche Richtung erwünscht ist. Da sich die Nachfrage stets ändern kann, ist es wichtig, dass es die Freiheit gibt auch das Angebot zu ändern und es den Kundenbedürfnissen anzupassen. All das kann ein Staat nicht und all das macht ein Staat nicht. 

- Der Wettbewerb eines freien Marktes ist nichts anderes als ein evolutionäres Entdeckungsverfahren. Doch das Entdeckte steht nicht still, bleibt nicht ewig, es verändert, wandelt sich, gleich den Geschehnissen der Natur. In einer freien Gesellschaft, einem freien Markt, spiegeln sich all jene Abläufe, die wir auch in der Natur erkennen können. Der Unterschied ist, dass der Mensch mit einem sozialen Gewissen ausgestattet ist. Es gibt also ebenso ein menschliches Bedürfnis nach Sozialität. Dieses aber ist auch umso effizienter, desto freier der Markt für Bereitstellung privater Caritas ist. Auch der Sozialstaat, der auf Basis unökonomischer und unmoralischer Gesichtspunkte eine Qualität und einen Preis festsetzt, kann auf Dauer nicht funktionieren, weil er der Individualität der Menschen nicht gerecht wird und obendrein sein eigenes Prinzip durch die gewaltsame Enteignung und Umverteilung von Menschen verletzt.

- Freier Wettbewerb senkt den Preis und steigert die Qualität, weil ein einziges Monopol, wie der Staat, kein Interesse hat, den Preis zu senken und die Qualität zu steigern. Es gelingt schon aufgrund des nicht möglichen Versuches nicht, bürokratisches Wirtschaften mit gewinnorientiertem Wirtschaften gleich zu setzen.

- In jedem System staatlicher Organisation, wie auch in einer nichtstaatlichen Ordnung, geht es primär um die Frage der Verteilung eines Gutes. Nach welchen Kriterien, in welchem Ausmaß, zu welcher Qualität, zu welchem Preis, an welche Menschen, verteile ich dasjenige Gut, das ich beabsichtige zu verteilen? Lasse ich es durch eine staatliche Behörde verteilen? Das hat in der Geschichte immer zu Mangel geführt oder die Natur weniger geschont, als es ein gewinnorientiertes Unternehmen im Wettbewerb täte.

Es gibt zwei Verteilungsmechanismen:

1. Durch staatliche Verteilung; dieser Mechanismus beruht jedoch auf dem unmoralischen Prinzip Menschen zu enteignen, um die eigenen Staatstätigkeiten finanzieren zu können und Menschen notfalls mit initiierender Gewalt davon abzuhalten, Ideen besser umzusetzen als es der Staat tut.

2. Durch freiwillige Vereinbarungen freier Menschen; dieser Mechanismus beruht auf der Freiwilligkeit zwischen demjenigen, der ein Gut anbietet und demjenigen, der es abnimmt.

Wie so oft zeigt sich in Diskussionen um Güter, die Menschen wichtig zu sein scheinen, dass sie gegen ihre eigentlichen Interessen als Kunden, der Nachfrage nach Qualität, sinkenden Preisen und einer ausreichenden Versorgung, sich stets für ein Angebotsmonopol einsetzen, dessen Interesse groß ist, sie auszubeuten und ihre Kundenbedürfnisse nicht in dem Maße zu befriedigen, wie es ohne dieses Monopol der Fall wäre. Der Glaube, dass ein staatliches Monopol Kundenbedürfnisse besser befriedigen kann als der freie Markt ist identisch mit jenem, der besagt, dass eine Tyrannei, die zu abgeschlachteten Körpern auf den blutgetränkten Böden fremder Länder führt, ebenso im Sinne derer sei, die dort um ihr Leben gebracht werden, als es die Freiheit ist, die ihnen in ihrer Heimat die Möglichkeit gegeben hätte, einem glücklichen Leben entgegen zu streben.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich stimme in allen wesentlichen Punkten zu. Doch sehe ich bei der Versorgung mit Wasser Probleme praktischer Natur. Während bei anderen Gütern, wie Strom, ein Anbieter gewechselt werden kann, ist dies bei der Hausversorgung mit Wasser eher unmöglich. Um beim Beispiel zu bleiben, Strom ist ein identisches Gut, Wasser hingegen nicht. Wollte ich Wasser aus Bremen in meiner Wohnung in Berlin haben, so könnte das Wasser zwar in das Berliner Leitungsnetz gepumpt werden, doch würde ich nicht mein Wasser erhalten, sondern nur eine Mischung von verschiedenem Wasser. Die Abschätzung, Berechnung und Verrechnung der benötigten Wassermenge bei vielen Kunden aus vielen unterschiedlichen Regionen würden hohe Ressourcen verbrauchen, was den Preis des Wassers erhöhen würde. Die praktischen und technischen Probleme der Wasserversorgung aus unterschiedlichen Quellen scheinen die Auflösung des Versorgungsmonopols eher unmöglich erscheinen zu lassen.
So bliebe die Frage nach dem unerwünschten staatlichen Monopol. Unter Einbeziehung der praktischen Probleme des Guts Wasser würde bei der Privatisierung des Wassers nur ein neues Monopol entstehen, ein privates Monopol. Wie jedes Monopol versucht der Monopolist den maximalen Preis zu erhalten, der er von jedem Marktteilnehmer erhalten kann. Eine Senkung der Preise scheint durch die Änderung des Besitzers des Monopols eher unwahrscheinlich.
Eine Auflösung des Monopols scheint also nur an Orten möglich zu sein, an denen verschiedene Anbieter auf unterschiedliche Quellen zugreifen können. Doch auch hier bleibt die Verteilungsproblematik, da sich das Wasser wieder vermischen würde.
So wünschenswert ich die Auflösung des Monopols sehe, scheint es keinen Weg zu geben das Monopol der Wasserversorgung in praktischer Hinsicht zu lösen.

Anonym hat gesagt…

Ich kann diesem Artikel nur komplett zustimmen. Die Aufforderungen, das Trinkwasser nicht zu privatisieren, halte ich für absurd. Warum soll der Staat, wo Menschen handeln, besser mit diesem Gut umgehen als es der freie Markt, wo auch Menschen handeln, besser können? Das ist vollkommen unlogisch und kann nur damit begründet werden, dass wir so lange so eingehend eingetrichtert bekamen, dass der Staat die Dinge besser regelt, dass wir dies alle ( oder zumindest die Meisten) inzwischen glauben.

andre wolffe hat gesagt…

den theoretischen annahmen des artikels stimme ich voll zu. gerne würde ich auch wasser nutzen welches mir ein privater anbieter in freiwilliger übereinkunft verkauft oder eigenes grundwasser nutzen. leider stellt sich in der praxis und in der jetzigen gesellsachaftlich geführten diskussion nicht die frage der wasserprivatisierung. zur zeit existiert ein staatliches monopol, welches durch gewalt die bürger zum kauf zwingt. nach einer staatlich geregelten scheinprivatisierung, wie sie jetzt geplant ist, hätten wir immer noch ein staatlich geschütztes monopol in der wasserversorgung in der die versorgung und abrechnung über ein privates unternehmen geregelt wird. wir würden also nur die entwicklung von einem mit staatlicher gewalt erwzungenem monopol der wasserversorgung mit abnahmezwang hin zu einem von privaten firmen ausgefürten monopol gedeckt mit staatlicher gewalt und abnahmezwang nehmen. die angebliche privatisierung wie sie von der EU geplant ist ändert nichts an dem abnahmezwang der mit hilfe staatlicher gewalt vollzogen wird. es sind einfach nur konzerne (die ihre macht nur durch steuervorteile, rettungsmaßnahmen und staatlich geregelte firmierungen erlangten - sich aber nicht auf einem freien markt bildeten) die jetzt das staatliche gewaltmonopol nutzen wollen um ein künstliches monopol weiterzuführen und massig kohle zu machen! es wird wie immer laufen: gewinne privastisieren, verluste sozialisieren. willkommen in der sozialen marktwirtschaft!

Anonym hat gesagt…

Hervorragender Artikel von Tommy! (wie so oft!)

Einzig ein wichtiger (vielleicht entscheidender) Punkt bedarf m.E. noch einer Anmerkung:

„Wie so oft zeigt sich in Diskussionen um Güter, die Menschen wichtig zu sein scheinen, dass sie gegen ihre eigentlichen Interessen als Kunden, der Nachfrage nach Qualität, sinkenden Preisen und einer ausreichenden Versorgung, sich stets für ein Angebotsmonopol einsetzen, dessen Interesse groß ist, sie auszubeuten und ihre Kundenbedürfnisse nicht in dem Maße zu befriedigen, wie es ohne dieses Monopol der Fall wäre….“

Dass Menschen sich weigern Wasser zu privatisieren trotz der vorher genannten Vorteile hängt einzig und alleine damit zusammen, dass Wasser ein existentielles Grundbedürfnis ist, welches man nicht wie Strom oder andere wichtige Bedürfnisse weglassen oder gar substituieren kann. Diese sehr tief im Menschen verankerte Angst führt dazu, dass sie lieber „irgendein“, d.h. von staatlicher Seite angebotenes Wasser wollen als ein qualitativ hochwertigeres und mit hoher Wahrscheinlichkeit günstigeres Wasser von privater Seite. Ja, es ist gerade diese Urangst, dass das Wasser von einem auf "freien Märkten" angeblichen Monopolisten (Welches auf einem wirklich FREIEN von staatlicher Unterstützung/Einfluss unabhängigem Markt niemals entstehen bzw. existieren kann und auch noch nie in der Vergangenheit bestanden hat!) nicht mehr allen Menschen zugute kommt (sei es aufgrund zu hoher Preise oder o.a.).

Und diese Urangst macht es LEIDER nahezu UNMÖGLICH, diese Menschen davon zu überzeugen, dass Wasser eben dennoch in ausreichender, preisgünstiger und qualitativ hochwertiger Menge auf FREIEN marktwirtschaftlichem Wege angeboten würde. Dieser tiefen, existentiellen Urangst mit rein theoretischen und absolut logischen Argumenten beizukommen ist nur sehr, sehr schwer. Trotzdem werden wir es weiter versuchen!

Anonym hat gesagt…

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass auch die Nahrung Gott sei dank (!) noch nie vom Staatsmonopolistischen Anbieter unters Volk gebracht wurde! Man sollte sich dies mal bildlich vor Augen halten, was das für eine Katastrophe für die Menschen wäre...

Anonym hat gesagt…

1) Können Sie mir ein einziges Beispiel nennen, wo eine Wasser-Privatisierung zu "sinkenden Preisen und steigender Wasserqualität" geführt hat? Bisher sind mir nur -sehr viele- Negativbeispiele bekannt, von Cochabamba über London bis Berlin.
2) Wie können Sie von "freiwilligen Vereinbarungen freier Menschen" sprechen, wenn doch der eine verdursten müsste, würde er das Angebot des Anderen nicht annehmen? Das ist schlicht zynisch!
3) "Menschen sind individuell darin, welcher Wassergeschmack ihnen besonders mundet" - schön und gut, aber werden in einem privatisierten Wassermarkt plötzlich verschiedene Wassergeschmäker durch ein und dieselbe Leitung fließen???
4) Gewinnorientierte Unternehmen schonen die Natur? Bitte?
5) "Es gibt also ebenso ein menschliches Bedürfnis nach Sozialität. Dieses aber ist auch umso effizienter, desto freier der Markt für Bereitstellung privater Caritas ist." - Is klar! Schauen Sie sich doch mal das "Sozialsystem" in den USA oder allein schon GB an, von Effizienz kann da keine Rede sein! Nicht dass unseres super wär, aber bisher leidet stets gerade der soziale Sektor stärker, je (neo)liberaler das System ist.
6) Sehen Sie einen Unterschied zwischen dem "Staatsmonopol" und der kommunalen Wasserversorgung, wie sie etwa in Dtl herrscht (neben den bereits teilprivatisierten Kommunen, die fast ausnahmslos über gestiegene Preise klagen)?
8)Der "Tatsache, dass die Welt von Staaten umspannt ist, nicht zu einer besseren Welt bislang geführt hat" kann ich unterschreiben, allerdings ist sie auch schon lange von gewinnorientierten Unternehmen umspannt - und hat sich dadurch eher noch verschlechtert!
7) Können Sie überhaupt eine EINZIGE Behauptung belegen? Ich bezweifle es...

Anonym hat gesagt…

Wie wär's mit jährlichen Ausschreibungen für den Wasseranbieter und die Wartung des Wassernetzes? Der Eigentümer der Wasserleitungen und der Quelle könnte eine Stiftung oder die Kommune sein. Die Quelle des Wassers würde sich beim Anbieterwechsel in den meisten Orten nicht ändern, wohl aber die Art wie es gefördert und gereinigt wird. Ist man mit dem alten Anbieter nicht mehr zufrieden, oder will dieser für den nächsten Ausschreibungszeitraum die Preise anheben, dann könnte sich nach einem neuen Anbieter umgeschaut werden.

Molot hat gesagt…

Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass auch die Nahrung Gott sei dank (!) noch nie vom Staatsmonopolistischen Anbieter unters Volk gebracht wurde!
Doch, das gab es. Gibt es sogar noch.
Mußte ich selber noch miterleben.
Es gibt aber auch viele (Millionen) welche das nicht überlebt haben

Rayson hat gesagt…

Die Möglichkeit, dass andere Menschen besseres Wasser anbieten dürfen, ist verboten. Die Möglichkeit, dass andere Menschen billigeres Wasser anbieten dürfen, ist verboten.

Kann ich nicht nachvollziehen. Selbst in meinem kleinen Städtchen gibt es mehrere großflächige Einzelhändler, die zu über 90% nichts anderes als Wasser anbieten, und zwar in den verschiedensten Darreichungsformen. Die Ware kommt aus allen Teilen Europas und z.T. von noch weiter weg.

Tatsächlich steht Trinkwasser hierzulande in einer derart harten Konkurrenz, dass die meisten Menschen es - im Gegensatz zu England bspw. - als Produkt der Wasserwerke gar nicht direkt in Anspruch nehmen außer vielleicht zum Kochen von irgendetwas. Und was das Duschen bzw. Baden und größere "Geschäfte" angeht: Es ist nicht verboten, all das außer Haus zu erledigen, wenn man es denn will. Bleibt noch das Blumengießen und Rasensprengen: Der Einsatz extern bezogenen Wassers ist hier unüblich, aber durchaus erlaubt.

Vogelfrei hat gesagt…

@Rayson

Der Einsatz extern bezogenen Wassers ist hier unüblich, aber durchaus erlaubt.

Dies ist zwar vollkommen zutreffend, es steht Dir prinzipiell frei beliebiges Wasser zu verwenden, bezahlen mußt Du Deinen örtlichen Versorger aber dennoch, ganz gleich, ob Du seine Dienstleistung in Anspruch nimmst oder nicht.

IamReatrebil hat gesagt…

konsequenter Libertarismus schön und gut.
Aber wie schon Milton Friedman gesagt hat: "Wenn der Staat oder die Gesellschaft es besser kann lass sie es machen"

Man muss nicht den Libertarisum verneinen nur weil man zugibt das im Falle der "Natürlichen Monopole" (Wie z.b. das Abwassersystem) eine Privatisierung durchaus problematisch sein kann.

In Falle der Wasserversorgung muss ich einfach eingestehen das es die Privaten bisher anscheinend nicht besser und kostengünstiger gemacht haben.

Molot hat gesagt…

@IamReatrebil
"Wenn der Staat oder die Gesellschaft es besser kann lass sie es machen"
Nichts gibt es, was der Staat oder "die Gesellschaft" besser könnte als der Markt

Anonym hat gesagt…

@Molot
"Nichts gibt es, was der Staat oder "die Gesellschaft" besser könnte als der Markt"
Absolut Korrekt! Dem ist nichts hinzuzufügen!
Harry

endless.good.news hat gesagt…

"Menschen, die nicht wollen, dass Wasser wie ein Gut behandelt wird, welches man tauscht, zugleich jedoch fordern, dass der Staat das Wasser wie ein Gut behandeln und tauschen dürfen soll, widersprechen sich selbst."

Das ist kein Widerspruch. Zum Beispiel ist die Rechtssprechung (zumindest offiziell) auch ein Gut und kann nicht gehandelt werden. Ebenso der Schutz durch die Armee oder durch Deiche. Die Frage ist, was

A) effizienter ist,
B) jedem, auch den Ärmsten, Zugang zu essentiellen Ressourcen liefert.

Der Vergleich zu Ländern und Kommunen wo die Trinkwasserversorgung privatisiert wurde zeigt, dass die Qualität des Wassers sinkt. Zusätzlich sind die Verluste höher. Wettbewerb findet nicht statt, da das Wassernetz nur einmal gebaut wird. Eine Subsitution des Gutes durch ein anderes ist bei Wasser nicht möglich. Eine Privatisierung bedeutet den Tausch vom staatlichen gegen ein privates Monopol.

"Der Staat setzt einen Preis willkürlich fest, dieser gilt als Monopolpreis. Er kann unter dem Marktpreis liegen, er kann aber auch über dem Marktpreis liegen. Es ist nur sehr unwahrscheinlich, dass er exakt den Marktpreis trifft, denn der Markt sind Menschen und Menschen können ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten spontan jeden Tag ändern, was zu einer Änderung der Preise führen würde."

Das ist das Standardbeispiel für eine Privatisierung. Dieses Beispiel setzt zig Annahmen vorraus, welche nicht immer erfüllt sind (starker Wettbewerb, vollständiges Wissen, etc.). Allein die Aussage "Bedürfnisse und ihr Verhalten spontan jeden Tag ändern" trifft bei Wasser faktisch nicht zu.

"das qualitativ perfekteste Wasser zum besten Preis anzubieten"
Die reale Welt bestätigt das.

"Ein freier Markt bedeutet freie Menschen."
Das ist Unsinn. Ein freier Markt bedeute Handel ohne Regeln. Menschen die nicht Handeln können, da sie kein Einkommen haben können nicht Teilnehmen und sind somit nicht frei. Ein Beispiel: In der DDR gab es keine Reisefreiheit. In BRD gibt es sie. Dennoch konnte in beiden Systemen nicht jeder Reisen. Die Begrenzung im Kapitalismus ist das Kapital. Die persönliche Freiheit wird durch die Ökonomie beschränkt und nicht durch den Staat. Ein freier Markt ändert daran gar nichts.

"Der Wettbewerb eines freien Marktes ist nichts anderes als ein evolutionäres Entdeckungsverfahren."
Dazu muss Wettbewerb existieren. Evolution garantiert dabei nicht einmal das gesellschaftliche Optimum. Das ist einfach zu verstehen, wenn man sich ein wenig mit Optimierungsverfahren auseinander setzt. Die Zielfunktion des Marktes und des Wettbwerbs ist ein möglichst hoher Gewinn. Eventuelle moralische Bedenken gibt es nicht. Gruppen können beliebig ausgegrenzt werden, die Umwelt beliebig zerstört, Individuen beliebig ausgebeutet werden. Erst mit Hilfe von Regeln kann man die Zielfunktion des Marktes in die gesellschaftlich gewünschten Richtungen lenken. So wurde Kinderarbeit unter Protest abgeschaft, Sklaverei ebenso.

Fazit
Die Argumentation ist unter den klassisch liberalen Annahmen halbwegs konsistent. Allerdings sind diese Annahmen sehr starke Vereinfachungen der Realität.
Ich empfehle zu dem Thema
"Water makes Money"
Grundlagen der VWL von Stiglitz (dort werden die Grenzen des klassischen Modells klar herausgearbeitet).

Anonym hat gesagt…

„Dennoch konnte in beiden Systemen nicht jeder Reisen. Die Begrenzung im Kapitalismus ist das Kapital. Die persönliche Freiheit wird durch die Ökonomie beschränkt und nicht durch den Staat“

Das ist natürlich Unsinn (genau wie der Rest Ihrer Argumente). Es sei denn Sie setzen staatlichen ZWANG mit Freiheit gleich und Menschen ohne das nötige Kleingeld zu reisen, aber dafür ohne staatlichen Zwang, mit UNFREIEN Menschen gleich. Das ist IHR gutes Recht, dürfte sich allerdings nicht mit der Meinung der meisten Menschen decken. Die Ökonomie beschränkt lediglich die AUSWAHLmöglichkeiten auf FREIEN Märkten ob ich mir mehr oder weniger leisten kann.

Frei sein im obigen Sinne bedeutet aber dem STAATLICHEN Zwang NICHT ausgesetzt zu sein und NICHT, ob jemand das nötige Kleingeld hat zu reisen oder nicht! (Schlaraffenland ist woanders).

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news

„Dennoch konnte in beiden Systemen nicht jeder Reisen. Die Begrenzung im Kapitalismus ist das Kapital. Die persönliche Freiheit wird durch die Ökonomie beschränkt und nicht durch den Staat“

Das ist natürlich Unsinn (genau wie der Rest Ihrer Argumente). Es sei denn Sie setzen staatlichen ZWANG mit Freiheit gleich und Menschen ohne das nötige Kleingeld zu reisen, aber dafür ohne staatlichen Zwang, mit UNFREIEN Menschen gleich. Das ist IHR gutes Recht, dürfte sich allerdings nicht mit der Meinung der meisten Menschen decken. Die Ökonomie beschränkt lediglich die AUSWAHLmöglichkeiten auf FREIEN Märkten ob ich mir mehr oder weniger leisten kann.

Frei sein im obigen Sinne bedeutet aber dem STAATLICHEN Zwang NICHT ausgesetzt zu sein und NICHT, ob jemand das nötige Kleingeld hat zu reisen oder nicht! (Schlaraffenland ist woanders).

Liberterian

endless.good.news hat gesagt…

"Das ist natürlich Unsinn (genau wie der Rest Ihrer Argumente)"
Eine sehr detailierte Analyse.

"Frei sein im obigen Sinne bedeutet aber dem STAATLICHEN Zwang NICHT ausgesetzt zu sein und NICHT, ob jemand das nötige Kleingeld hat zu reisen oder nicht! "

Nach dieser Definition ist der Zwang durch Privatpersonen Freiheit?!

Der Punkt ist, dass Papierfreiheit gut und schön ist, aber reale Freiheit doch etwas anders aussieht. Reale Freiheit (Unversehrtheit des Lebens und der Würde, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Freiheit zu Handeln, etc.) kann durch ökonomische Zwänge massiv beeinflusst werden.

Warren Buffett nannte das sinngemäß einen Wettlauf, wo alle die gleiche Strecke laufen müssen, aber einige Säcke an ihre Füße gebunden bekommen.
In den Idealannahmen der klassisch liberalen Modelle kommen solche Dinge nicht vor.

Anonym hat gesagt…

"Nach dieser Definition ist der Zwang durch Privatpersonen Freiheit?"

Wer hat das behauptet?

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news

"Reale Freiheit (Unversehrtheit des Lebens und der Würde, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Freiheit zu Handeln, etc.) kann durch ökonomische Zwänge massiv beeinflusst werden."

Interessant. daher nochmal:

Was hat "REISE"freiheit mit freien Menschen (auf freien Märkten) zu tun, welche frei sind VON (!) staatlichem UND privatem Zwang??

Anonym hat gesagt…

@ endless.good.news

„Die persönliche Freiheit wird durch die Ökonomie beschränkt und nicht durch den Staat“

Es ist genau andersrum: Die ökonomische Freiheit wird durch den Staat beschränkt. Je mehr Eigentum und je mehr ökonomische Macht um so mehr versucht der Staat dieses abzugreifen (progressiver Steuersatz u.ä.)!

„aber reale Freiheit doch etwas anders aussieht. Reale Freiheit (Unversehrtheit des Lebens und der Würde, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Freiheit zu Handeln, etc.) kann durch ökonomische Zwänge massiv beeinflusst werden.“

Bitte schauen Sie sich doch die REALE Welt und die REALE Freiheit einmal genauer an:

Meinungsfreiheit: Egal ob arm oder reich.Ein ökonomischer Zwang ändert gar nichts an der Meinungsfreiheit!

Unversehrtheit des Lebens: Je mehr ökonomische Macht (sprich Eigentum) einer hat desto mehr MUSS er sich schützen VOR dem Staat (s.o.Zugriff über Steuern) und VOR Privatleuten, die an sein Eigentum wollen. Gerade WEIL er mehr Eigentum hat ist er eher in unserer Gesellschaft UN-freier!

Reisefreiheit: Die Menschen waren trotz Mangel an Geld und somit Reisen FREIER als in der DDR.Oder sehen Sie das ernsthaft anders??

Und, und und…
Libertarian

endless.good.news hat gesagt…

"Was hat "REISE"freiheit mit freien Menschen (auf freien Märkten) zu tun, welche frei sind VON (!) staatlichem UND privatem Zwang?? "

Man kann Reisefreiheit durch jede andere Freiheit ersetzen. Auch Religionsfreiheit kann durch ökonomische Zwänge eingeschränkt werden. Man darf nicht mehr zu jeder Zeit beten.
Meinungsfreiheit. Man wird bei der Bildung der Meinung stark eingeschränkt. Aufgrund von ökonomischen Zwängen hat meine keine Zeit mehrere Quellen zu lesen. Eine differenzierte Aufarbeitung durch Journalisten findet in vielen Fällen nicht statt. Natürlich gibt es kein Verbot, aber einem Hungernden ist auch nicht verboten zu essen.

@Libertarian
"Je mehr Eigentum und je mehr ökonomische Macht um so mehr versucht der Staat dieses abzugreifen"
Beschränkt betrachtet stimmt das schon. Volkswirtschaftlich betrachtet stimmt das nicht. Dieser Aussage folgend, würde der Abstand der Reichsten der Gesellschaft kleiner und nicht größer werden. Da dies nicht der Fall ist, scheint wohl keine Überbelastung vorzuliegen. Das gerade die reichsten Menschen besonders Produktiv wären ist Unsinn. Sie haben halt so viel Vermögen, dass sie von der Gesellschaft Leben und aus ihr Ressourcen abziehen können.

"Die Menschen waren trotz Mangel an Geld und somit Reisen FREIER als in der DDR.Oder sehen Sie das ernsthaft anders??"
In Bezug auf die Reisefreiheit nicht. In Bezug auf die Meinungsfreiheit auch nicht. In Bezug auf die Wahl Arbeit ja-nein, waren sie es.
Darauf wollte ich auch hinaus. Freiheit als Floskel ist nichts sagend. Was soll freier werden. Die Freiheit des Einen ist immer die Unfreiheit des anderen. Lasse ich unendliches Eigentum zu, dann kann irgendwann niemand mehr reisen, da das Land im Besitz eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe wäre.
Die Reisefreiheit bringe ich auch nur vor, da sie am Anschaulichsten ist.

Sei es wie es sei. Mit Wasser hat das Ganze weniger zu tun.

Störk hat gesagt…

> Die Freiheit des Einen ist immer
> die Unfreiheit des anderen.

Glauben Sie diesen Schwachsinn wirklich?

Wenn ich mit Wanderschuhen und Rucksack von Frankreich bis nach Griechenland laufen kann, dann ist das meine Freiheit (wo wir gerade bei "Reisefreiheit" waren, die gab es schon vor der Erfindung des Pauschaltourismus) und bitte genau wessen "Unfreiheit"?

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news

"Die Freiheit des Einen ist die Unfreiheit des Anderen": Fühlen Sie sich wirklich unfreier als Ihr Nachbar, weil dieser frei ist? Oder fühlen sich nicht beide frei, wenn Sie einander in Frieden lassen?

In jedem Punkt, den Sie vorbringen heißt es "übersetzt" :

Die Menschen KÖNNEN nicht (mangels Geld). Das Gegenteil (wovon auch dieser Blog) handelt davon heißt: nicht DÜRFEN!

Das ist der Kleine aber ALLES entscheidende Unterschied zwischen Ihrem Freiheitsbegriff und dem in diesem Blog Gemeinten! Genau deshalb heißt das in der Konsequenz auch "freie Märkte für freie Menschen"! ->Freie Menschen DÜRFEN grundsätzlich frei handeln (selbstredend bis zur Grenze der anderen Individuen) auch, wenn Sie das nicht immer KÖNNEN (mangels ökonomischer Potenz).

Wirtschaftliche und persönliche Freiheit ("was heißt schon Freiheit") wird daher auch so oft verwechselt mit frei sein VON jeglichem Zwang des Staates+Privatpersonen! (So ist "Freitum" hauptsächlich zu verstehen)

Meine Empfehlung daher nochmal an Sie: Tommys Beitrag vor kurzem über den Unterschied: negative + positive Freiheit.

"Freisein" im obigen Sinne und Freisein im Sinne dieses Blogs und generell im Sinne aller klassisch liberalen Modelle, v.a. der österreichischen Schule, bedeutet vor allem Frei sein VOM (Aggressor) Staat mit ALL seinen Zwängen und v.a. DESSEN Monopol darauf! Weiter: Ablehnung jeglicher Herrschaft von Menschen Über Menschen.

Quintessenz: egal wieviel Geld ich (z.Bsp für Reisen) habe, ich würde mich deswegen weder freier noch unfreier fühlen. Der Grad der Freiheit richtet sich auf einem Markt einzig und alleine nach dem Zwang durch andere, v.a. durch den Staat.

Dass existentielle Bedürfnisse wie Essen, Wasser etc. für alle ausreicht, lässt sich nur durch mehr Wohlstand erreichen. Und dieser ist eben gemäß der Österreichischen klassischen Schule und entgegen sämtlicher ökonomischer Mainstream-Richtungen (auch der "neoliberalen à la FDP) nur durch weniger, genauer GARKEINE Eingriffe des Staates zu erreichen, da diese Eingriffe die Wohlstandsvermehrung nur vermindern können. Genau darum geht es auch hier in diesem Blog.

"Was bedeutet Freiheit schon"

Das Ihnen IHRE (abweichende) Interpretation von Freiheit nichts bis gar nichts bedeutet (mehr Eigentum, mehr Reisen und damit angeblich mehr "Freiheit") kann ich durchaus nachvollziehen. Aber wenn Ihnen die hier oben genannte Freiheit von "Freitum" auch nichts bedeutet, frage ich mich was Sie hier eigentlich zu finden meinen?

Libertarian

endless.good.news hat gesagt…

"Die Freiheit des Einen ist immer
die Unfreiheit des anderen.

Glauben Sie diesen Schwachsinn wirklich?"

Bin ich frei jedes beliebige Haus der Welt zu betreten? Nein bin ich nicht, da ich durch die Freiheit eines Anderen Eigentum zu besitzen eigenschränkt werde. Habe ich die Freiheit zu töten, Menschenhandel zu betreiben, etc.
Es sind gewünschte Freheitsbeschneidungen, aber es sind welche. Zeigen sie mir den Unsinn.

@Libertarian
Eine relativ klare Darstellung von Freiheit, auch wenn ich sie für naiv halte.
Nehmen wir heute als Startpunkt. Die Eigentumsverhältnisse sind gegeben.
Warum sollten Konzerne auf einmal aufhören Menschen auszubeuten, die Umwelt zu zerstören? Warum sollten sie die Macht über Menschen abgeben?
Selbst ohne Staat bleiben Milliardäre und internationale Großkonzerne als Faktor übrig. So kann man sich zwar das Ideal wünschen, erreicht wird es nie. Es ist ein Ideal. Das war der Kommunismus auch. Genau wie dieser halte ich das Ganze für Weltfremd.

Ein Beispiel hierzu
http://www.youtube.com/watch?v=RHttTsqHWPA

In diesem Video sieht man, dass sich die Menschen eben nicht wehren können. Sie haben nicht die Wahl. Ihnen werden Ressouren wie Wasser weggenommen und die Umgebung wird vergiftet. Alles im Sinne des Profits. Ohne verbindliche Regeln und eine Judikative (wie auch immer die aussehen mag) kann man so etwas nicht unterbinden.

Wer regelt denn in der ideal freien Gesellschaft die Verstöße gegen das Wohl des Einzelnen? Wenn der Staat wegfällt bleibt nur Selbstjustiz, oder?

Zwei weitere kleine Punkte:
1. Das Regeln durchaus funktionieren können und Systeme effizienter machen, sieht man eindeutig am Straßenverkehr.
2. Regeln sind sinnvoll in Bereichen, wo Menschen keinen Überblick, aufgrund der Komplexität, haben können (Medizin, Gefahrenstoffe, etc.).

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news.

„Selbst ohne Staat bleiben Milliardäre und internationale Großkonzerne als Faktor übrig“

Was haben Sie gegen Milliardäre (und auch gegen Großkonzerne?)? Warum gönnen Sie dem Milliardär nicht einfach seine Milliarden?

„ Alles im Sinne des Profits. Ohne verbindliche Regeln und eine Judikative (wie auch immer die aussehen mag) kann man so etwas nicht unterbinden“

Wieso interpretieren Sie in unsere Definition der Freiheit hinein, dass es keine verbindlichen (Eigentums-und Sicherheits!-)Regeln und keine Institution geben wird die für die Einhaltung dieser unabdingbaren Voraussetzungen? Wie kommen Sie darauf?Selbstverständlich wird es das geben (besser natürlich nicht in Form einer Judikativen)!

„Wer regelt denn in der ideal freien Gesellschaft die Verstöße gegen das Wohl des Einzelnen? Wenn der Staat wegfällt bleibt nur Selbstjustiz, oder?“

Sie verwechseln Liberalismus mit Laissez-faire! Daher nochmalzur Klarstellung: Die Libertären sehen in der Rechtsprechung eine Institution (entweder Minimalstaat oder eine private Institution), die die EINZIGEN Aufgaben darin hat eben nur die Eigentumsrechte und die innere und äußere Sicherheit (Sie nennen es das „Wohl des Einzelnen“) zu gewähren. Darin alleine wird niemandem gegenüber, der diese Rechte respektiert und einhält ZWANG ausgeübt. Nur bei Verletzung dieser (und nur dieser!) allgemeingültigen (!) Regeln wird der Betreffende mit aller Härte bestraft! Das gilt selbstverständlich (!) auch für Konzerne, welche das Eigentum (und damit auch die Umwelt) Anderer und das Leben Anderer schädigen, denn diese allgemeingültigen Regeln gelten ausnahmslos für ALLE! (Dass die jetzt bestehenden Staaten mit ihren „Judikativen“ oder sonstigen rechtlichen Institutionen das nicht gebacken bekommen, zeigt wie sich der Staat (!) mit seinen Rechtssystemen mitverantwortlich macht!)
Von ALLEM ANDEREN hat der Staat sich herauszuhalten, denn dies würde IMMER ZWANG gegen Menschen bedeuten!

Alle anderen Regeln (auch die, welche Sie hier beispielhaft als sinnvoll anführen) wird auch der Markt regeln können. Und das aus Sicht der Österreichischen Schule sogar weitaus besser!

„Eine relativ klare Darstellung von Freiheit, auch wenn ich sie für naiv halte.“
Liberterian

Was ist jetzt daran noch naiv?

Störk hat gesagt…

endless,

Sie sehen es wirklich als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit, wenn Sie nicht in fremder Leute Häuser einbrechen und niemanden ermorden?

Zugegeben, wenn mich auf der Autobahn jemand schneidet, dann entwickle ich auch kurzfristig Mordfantasien, in denen mein Auto ein Panzer mit Raketenwerfer wäre. Gleichzeitig bin ich mir aber bewußt, daß mein kleiner Chevy prinzipiell auch geeignet ist, Menschen zu töten, und daß ich es tunlichst vermeide, irgendjemanden bei 120 km/h zu rammen. Dafür brauche ich keine Autobahnpolizei und keine Straßenverkehrsordnung, das sagt mir schon mein gesunder Menschenverstand.

endless.good.news hat gesagt…

@Anonym
"Was haben Sie gegen Milliardäre (und auch gegen Großkonzerne?)? Warum gönnen Sie dem Milliardär nicht einfach seine Milliarden?"
Wer ein Problem mit der Konzentration von Macht hat, der sollte sich nicht nur auf den Staat beschränken.

"Darin alleine wird niemandem gegenüber, der diese Rechte respektiert und einhält ZWANG ausgeübt."
Das ist ja lustig. Was ist wenn ich die Eigentumrechte nicht einhalten möchte? Ich werden ebensowenig gefragt, wie sie heute gefragt werden sich am Sozialstaat zu beteilgen. Somit existiert Zwang, nur eben auf einer anderen Ebene. Steuern brauchen sie auch, um einen Minimalstaat am laufen zu halten.

"Anderer und das Leben Anderer schädigen, denn diese allgemeingültigen Regeln gelten ausnahmslos für ALLE!"
Sie müssen diesen Schadensnachweis erst einmal erbringen. Bei Chemieunternehmen, welche ihren Abfall in Flüsse gekippt haben hat das Jahrzehnte gedauert. Während dieser Zeit wurden viele Menschen geschädigt. Gleichzeitig wurde Ihnen eingeredet, dass nur so die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Eine objektive Meinungsbildung ist sehr schwierig unter diesen Umständen.
Die Umweltgesetze die dann entwickelt wurden, sollen genau die Unversehrtheit des Individuums schützen. Dennoch werden sie hier als Zwang angesehen.

"Und das aus Sicht der Österreichischen Schule sogar weitaus besser!"
Die österreischiche Schule ist eine von vielen. Die absolute Wahrheit kennt sie nicht. Den Nachweis, dass sie Recht hat wird sie nie erbringen können, da die Modellannahmen die zu dieser Aussage führen NIE der Realität entsprechen werden. Sie sind etwa auf dem Level der Sozialisten die an die Besserung des Menschen glauben, wenn er im richigen Wirtschaftssystem lebt.

@Störk
"Sie sehen es wirklich als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit,"
Nei, aber es ist eine. Ich sehe es auch nicht als Einschränkung meiner Freiheit Steuern zu zahlen, damit ich Straßen benutzen kann, sie schon.

"Dafür brauche ich keine Autobahnpolizei und keine Straßenverkehrsordnung, das sagt mir schon mein gesunder Menschenverstand."
Darum geht es nicht. Es geht darum, dass Regeln den Verkehr effizienter gestalten. Wenn sie schon einmal in indischen Städten unterwegs gewesen sind, dann wissen sie was ich meine. Fahrspuren werden nicht eingehalten. Jeder fährt, wenn er die Lücke sieht. Als folge ist die Durchschnittsgeschwindigkeit geringer.
Ein weiteres Beispiel ist ein Kino. Wenn eine Person aufsteht sieht sie besser. Wenn alle aufstehen sieht keiner besser, aber alle stehen unbequem. Mit einer Regel, dass aufstehen verboten ist, sehen alle gleich viel (als ob sie stehen würden) sitzen aber bequemer.
Auf Märkten sieht es für mich ähnlich aus. Sie sind ein effizientes Werkzeug. Das ganze Potential kann dieses Werkzeug erst entfallten, wenn man es richtig einsetzt.

Anonym hat gesagt…

Ich stell mir die Zukunft traumhaft vor.

Ich stehe auf und wanke ins Bad. Zum wachwerden drehe ich erstmal das Wasser von Nestle auf. Dritter Hahn von rechts. Für die Haare allerdings das Weichere von Unilever! Heiß ist das Wasser von Veolia natürlich am besten. Auch zum Kochen.

Nach einem ausgewogenen Frühstück mit einem Glas voll RWE tänzel ich zurück ins Bad und putze mir mit Suez-Wasser die Zähne. Das hat mehr Fluorid und sorgt für ein zufriedenes und strahlendes Lächeln.

So gestärkt kann der Tag beginnen und ich kann es gar nicht erwarten auf den freien Markt zu stürzen und mich aufs neue zu behaupten!

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news
"Das ist ja lustig. Was ist wenn ich Eigentumsrechte nicht einhalten möchte"

Dies finde ich ganz und gar nicht mehr lustig. Zum wiederholten Male schieben Sie mir eine Behauptung unter, welche ich niergends auch nur annähernd von mir gegeben habe. Daher nochmal zum letzten (!) Mal eine Klarstellung auf eine Behauptung, welche nicht von mir kommt: Weder ich noch Sie werden im Gegensatz zu unserem heutigen Sozialstaat in der von mir genannten freiheitlichen Ordnung gezwungen Steuern zu bezahlen für ein Leistung, die man nicht will! Selbstverständlich bleibt es Ihnen frei auf die Eigentumsrechte zu verzichten mit der Folge allerdings, dass Sie bei Verletzung Ihres "Eigentums" im Sinne der anderen keinen Rechtsanspruch auf "rechtsstaatliche" (besser privatrechtliche Einrichtung) Behandlung haben. (Analog dazu beispielhaft bei uns die Freiberufler nicht gezwungen werden in die gesetzliche oder private Krankenversicherung einzutreten mit der gleichen Folge eines fehlenden Anspruches daraus)In diesem Falle zahle ich dann gerne die Abgaben FREIWILLIG,weil ich mein Eigentum geschützt sehe mit dem positiven Nebeneffekt, dass Sie oder wer auch immer dazu NICHT verpflichtet werden.

Hierzu auch gleich die vorweggenommene Antwort auf Ihre zu erwartende Gegenargumentation: Selbstredend heißt das nicht, das Sie, wenn Sie im gleichen geografischen Territorium leben und diese Rechte nicht einhalten wollen, dann die Eigentumsrechte der anderen auch mit Füßen treten dürfen, denn dann bekommen Sie richtig Ärger mit eben derjenigen justiziablen ("rechtsstaatlichen") Einrichtung von welcher die Anderen, die diese bezahlen und von Ihr den Eigentumsschutz erwarten! Sollte Ihnen dass dann immer noch nicht gefallen können Sie ja irgendwo auf einem noch nicht von Eigentum besetzten Gebiet unserer Erde eine Kommune aufmachen, bei der Eigentumsrechte eben keine Rolle spielen mit der Hoffnung dass Sie dort als Eigentumsloser glücklich werden. In unseren geografischen Breiten werden Sie damit allerdings wenig glücklich.

Mir ist schon klar, dass Sie sich eine gesellschaftliche Ordnung ohne Zwangsabgabe nicht vorstellen können, dennoch bitte ich Sie zukünftig an dem zu halten was ich auch tatsächlich schreibe, sonst können wir die Diskussion von Anfang sein lassen.
Libertarien

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news
"österreichische Schule"

Sie täuschen sich: die österreichische Schule hat die Wahrheit nicht gepachtet. Sie ist auch alles andere, aber kein Wirtschafts-SYSTEM!. Sie beschreibt im Wesentlichen die Ineffizienz der staatlichen Monopole in jeglicher Hinsicht und die mögliche Alternative auf Basis einer alternativen freiheitlichen Gesellschaftsordnung. In deren Gesellschaftsmodell sind Staatliche Monopole immer überflüssig. Die Ineffizienz von Monopolen wird mittlerweile im Mainstream-Unistudium im ersten Semester gelehrt. Nur auf den Staat soll das ja bekanntlich nicht zu treffen... wirklich merkwürdig.

Das Ihnen gegenüber als "eingefleischtem" Etatisten beweisen zu wollen wäre keiner Sekunde wert. Anzumerken wäre allerdings, dass Sie ebensowenig die Effizienz von staatlichen Monopolen beweisen können.Sie haben lediglich den Vorteil in der "Beweisführung", dass aktuell unzählige solcher Staatsmonopole faktisch bestehen, die m.E. aber mehr schlecht als recht "funktionieren", aber ohne bestehende Alternative ist IHR Monopolmodell (Rechtssystem, Straßenverkehr, etc.) alles andere, nur kein "Beweis". Ihre ganze Argumentation erinnert mich an die achziger Jahre zu Zeiten des Telefonmonopols. Wenn es nach Ihnen gehen würde, wäre das damalige Monopol auch heute noch die effizienteste (Preis,Kosten-Nutzen, etc.) Art für die Menschen und wir müssten nicht so sehr leiden unter der ganzen Anbieterwahl mit Ihren ach so "teuren" Tarifen und dem Tarifdschungel, etc...

"Level der Soialisten, die an Besserung der Menschen glauben"

Dies finde ich widerum wirklich lustig. Ich bin für unabdingbares EIGENTUMsrecht und FREIWILLIGE Umverteilung, weil ich glaube, dass das für die meisten Menschen zutrifft. Für Sie ist offensichtlich staatlich erzwungene Umverteilung die bessere Alternative. Ich traue den Menschen wie Sie sind (!) auf Basis einer echten freiheitlichen Gesellschaftsordnung (und eben KEIN Wirtschafts-SYSTEM!) mehr zu. Sie bejahen offensichtlich den staatlichen Machtmonopolapparat mit seinen unendlich vielen Gesetzen in dem Glauben man könne so die Gesellschaft / Wirtschaft als ganzes sowie die Menschen im Einzelnen effizienter zentral (!) steuern und zu vermeintlich vernünftigem Handeln in IHREM (bzw. einer öffentlichem Elite) Sinne steuern (mit dem gleichzeitigem Wunsch nach einem "besseren Menschen"). Wenn Sie mich trotz alldem genannten als "sozialistisch" bezeichnen kann ich damit sehr gut leben! :-) Fragt sich nur auf welchem Level Sie sich eigentlich dann bewegen?
Liberterian

Anonym hat gesagt…

In Portugal haben sich neuerdings die Leute beschwert über die Erhöhung der Preise vom Trinkwasser. Und sie fordern, dass der Staat Trinkwasser anbietet.

Beim Trinkwasser funktioniert das Privatisieren wohl doch nicht.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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