Libertäres Internet-TV

Donnerstag, 10. Januar 2013

Kommunismus an den Pranger! Über die dringend notwendige Decamouflierung einer mörderischen Ideologie

,,Stalingrazer'' Kommunistin: Kahr.
von Johann Kaltenleithner
Als die in Rest-Österreich gottlob marginalisierte Kommunistische Partei (KPÖ) bei den im November abgehaltenen Grazer Gemeinderatswahlen mit einem Stimmenanteil von über 20 Prozent einen Überraschungserfolg einfuhr, reagierte das publizistische Establishment Österreichs vor allem mit gleichgültigem Achselzucken. Die Grazer Kommunisten, die sich seit Jahren auf die Populismus-affine Thematik des Wohnbaus, der kontinuierlich steigenden Mieten und den Mieterschutz versteifen (natürlich gewürzt mit der obligaten Prise Kapitalismuskritik), hätten unter ihrer unscheinbar wirkenden Chefin Elke Kahr den revolutionären Pathos und das weltentrückte Sinnieren über egalitäre Weltrevolutionen zugunsten seriöser Sachpolitik aufgegeben und wurden vom Wähler für diese neue politische Sachlichkeit entlohnt, konstatierten Beobachter sinngemäß. 

Kritiker dieses saloppen Umganges mit einer mörderischen Ideologie verhallten im Gleichklang des Rauschens im vorwiegend linkslastigen medialen Blätterwald beinahe ungehört, verschafften sich mit spitzer Feder jedoch dennoch Gehör, zumindest in jenen Kreisen, die gerne über den Tellerrand hinausblicken und den Grundtenor des medialen Einheitsbreis nicht unreflektiert als der Wahrheit letzten Schluss akzeptieren wollen.  Der dezidiert nonkonformistische „Presse“-Kolumnist Christian Ortner, der seine Website trotz der von der linken Intellektuellenkaste verfügten Stigmatisierung des bösen „N-Worts“ mit dem trotzigen Slogan „Zentralorgan des Neoliberalismus“ versehen hat, warnte eindringlich vor der Banalisierung des Kommunismus und seiner mannigfaltigen Spielarten und zeigte auf, dass die isolierte Betrachtung des ideologischen Fundaments und der tatsächlichen Agitation der Kommunisten in letzter Konsequenz einer Rehabilitierung jener verbrecherischen Ideologie gleichkäme. Aufschlussreich auch sein Brückenschlag zur medial ungleich öfter thematisierten Subversion der gesellschaftlichen Mitte durch Extremisten von rechts, die ihre krude Weltsicht ebenfalls durch vorgeschütztes soziales Engagement und die Thematisierung von Themen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen, etwa Armut und steigende Lebenskosten, zu kaschieren suchen. Augenzwinkernd konstatierte Ortner, dass eine derartig perfide Taktik zur Reinwaschung und Banalisierung autoritär-etatistischer Denkmuster letztendlich dazu führen könnte, dass Sowjet-Diktator Josef Stalin in einiger Zeit nicht etwa als blutrünstiger Autokrat, sondern als „Pionier des Mieterschutzes“ seinen Platz im kollektiven Gedächtnis einnehmen könnte.

Empörte Reaktionen in den Leserbriefspalten österreichischer Medien warfen Ortner postwendend vor, er habe eine unzulässige Gleichsetzung des Kommunismus und des Nationalsozialismus begangen – die Argumentation, auf der dieser Anschuldigungen weitgehend fußten, folgte dem allseits bekannten Muster, das linke Weltverbesserer und ideologisch verblendete Sozialkonstruktivisten gerne zur Verteidigung ihrer rabiaten Umwälzungspläne ins Treffen führen: anders als der Nationalsozialismus, so ihre These, sei der Kommunismus in seiner von den Werken von Marx und Konsorten geprägten theoretischen Form keinesfalls diktatorisch, sondern vielmehr eine Art revolutionäre Befreiungsideologie, an deren Ende die Ermächtigung der Unterdrückten und die hehren Werte von Gleichheit, einer „gerechten“ Gesellschaftsordnung und universaler Solidarität stünden. 

Tatsächlich ist der Kommunismus, wie jedes das gesellschaftliche Zusammenleben betreffende Paradigma, ein zweischneidiges Schwert: auf voluntaristischer Ebene, also auf Basis nicht-obligater Assoziation wäre gegen eine Selbstverpflichtung zu kollektivem Eigentum und materieller Gleichheit nichts einzuwenden, selbst wenn dem Gros der freiheitlich gesinnten Menschen derartiger Brachial-Egalitarismus selbst auf freiwilliger Basis ein Gräuel wäre. Die wahre Problematik der kollektivistischen Prämissen, auf denen der Kommunismus fußt, erwächst jedoch aus dem Bestreben, ihn als politisches System zu etablieren. Um eine „klassenlose Gesellschaft“ zu errichten, muss etwa der Bereich der Privatautonomie des Einzelnen zwangsläufig radikal dezimiert werden, um jegliche Abweichung von der staatlich dekretierten Gleichheitsnorm im Keim zu ersticken, was einer völligen Subordinierung des Individuums unter den staatlichen Machtapparat gleichkommt. Auch ein weiteres, im Duktus der Kommunisten ob seines wohligen Beiklangs geradezu inflationär bemühtes  Prinzip, namentlich das der „universalen Solidarität“, kann nur durch die Demontage der freien Willensbildung erzwungen werden: eine Hilfeleistung an einen Mitmenschen, resultierend aus persönlicher Solidarisierung mit dessen Schicksal, ist zweifellos ein Akt der Selbstlosigkeit, erwächst sie jedoch aus politischer Gewalt, verfällt sie zu staatlich approbiertem Diebstahl, im Umkehrschluss gekoppelt mit dem sukzessiven Herausbilden eines dekadenten Anspruchsdenkens, auf Basis dessen sich jeder Untertan durch die Intervention des Staats am Eigentum seiner Mitbürger gütlich zu tun gedenken wird. Die weiteren Folgen dieses Prinzips der „spoliation“, wie der libertäre und minarchistische französische Ökonom und Philosoph Frédéric Bastiat den universalisierten Diebstahl und die Aushöhlung des Privateigentums titulierte, wie etwa die Erosion jeglichen Arbeitsanreizes und eigenverantwortlichen Denkens, sind vor allem ökonomischer Natur und desavouieren den Kommunismus zusätzlich zu seiner inhärent unethischen Natur auch in utilitaristischer Hinsicht. 

Zur Renaissance des Bewusstseins für die Grundpfeiler der Freiheit, namentlich  Individualautonomie, das unumstößliche Recht auf Schutz des Privateigentums sowie die Zurückdrängung des Staates auf seine einzig legitime Funktion, die darin besteht, oben genannte Prinzipien konsequent zu gewährleisten, bedarf es daher einer Decamouflierung jeglichen Kollektivismus und einer kompromisslosen Fundamentalopposition nicht nur gegenüber den landläufig ohnehin geächteten Etatismen wie Faschismus und Nationalsozialismus, sondern auch jenen Totalitarismen, die ihre hässliche Fratze hinter philanthropischen Schlagwörtern verstecken – der Kommunismus muss folgerichtig endgültig an seinen einzig legitimen Platz, nämlich an den Pranger der Ideengeschichte der Tyrannei, verwiesen werden, bevor er im Windschatten der selektiven Wahrnehmung (oder bewussten Ausblendung?) der Mainstream-Medien wieder zu einer realpolitischen Gefahr für die Freiheit des Einzelnen heranwachsen kann. Der Wahlerfolg der KPÖ in „Stalingraz“ sollte als Menetekel hierfür dienen.

Kommentare:

Dr. Manuela Peters hat gesagt…

Eine Renaissance des Bewusstseins

führt leider seit Jahrtausenden bisher erfolglos über den Weg des Leidens, man hat das Gefühl sich im Kreis zu drehen.
Mir scheint, die Menschheit steht tatsächlich vor einer globalen, unvorstellbaren Ausweitung des Leidens als Folge verschiedenster Ausprägungen ideologisch verbrämten Kollektivismus, egal ob der auf Kommunismus, Sozialismus, Demokratie oder sonstige weltanschauliche oder religiöse Konzepte setzt. Menschen können das alles machen und weitere Jahrtausende scheitern und leiden. Menschen haben jedoch als einzige Spezies auf der Welt die Fähigkeit, ihr Bewusstsein zu erweitern und etwas zu erkennen, das jenseits ihrer gedanklichen Konzepte liegt. Die Wahrheit liegt jenseits der Erkenntnis des „Guten und Bösen“.
Wahre Selbstlosigkeit entsteht aus der An/Erkenntnis der Vielfalt in der Einheit. Eine Einheit muß sich nicht schützen. Vor wem? Vor sich selbst? Der sogenannte freie Wille besteht maximal in einem ersten Impuls. Die weitere Entwicklung ist jeglicher Kontrolle entzogen. Doch woher kam der Impuls? An welcher Stelle wurde er wahrgenommen und als Folge von was?
So wenig wie das Atmen, der Herzschlag und die Entstehung von Gedanken dem freien Willen unterliegt, so wenig sind Ideologien, Religionen oder Konzepte zu Harmonie und Ordnung führende Vorstellungen.
Ein im reinen Bewusstsein (maximale Aufmerksamkeit ohne Urteil und Konzept) ruhendes Gewahrsein führt zur Erkenntnis der Wahrheit. Nur im Gewahrsein der Wahrheit wird die Menschheit den Frieden auf Erden finden. s. zeitgenössische Weisheitslehrer wie Tolle, Renz, Kinslow etc.
Die Gerechtigkeit besteht darin, dass jedem Menschen eine Bewusstseinserweiterung möglich ist und sich in ihm Frieden ausbreiten kann.
Das klingt für den unbeaufsichtigt arbeitenden Verstand schräg und fordert ihn zu allerlei Rechtfertigungen und Abwehr heraus. Wer nicht seinen Verstand benutzen kann sondern von seinem Verstand benutzt wird, wird zu empörten Antworten verleitet.

Die im Artikel ausgeführte Schilderung der Folgen politischer Gewalt (egal ob in welchem ideologischen System) sind am Ende stets gleich: „staatlich approbierter Diebstahl, im Umkehrschluss gekoppelt mit dem sukzessiven Herausbilden eines dekadenten Anspruchsdenkens, auf Basis dessen sich jeder Untertan durch die Intervention des Staats am Eigentum seiner Mitbürger gütlich zu tun gedenkt“. Etwas anderes habe ich in der BRD bisher nicht erlebt. Der derzeitige EU Kollektivismus (genannt Solidarpakt, Stabilitätsmechanismus etc.) ist nichts anderes als Diebstahl im ganz großen Stil und wie immer die Folge eines Jahrhunderte lang gepflegten Irrglaubens, unterhalten durch Konzepte.

Erst wenn das Leid unerträglich wird, erweitert sich das Bewusstsein….. doch bisher meistens nur, um dem nächsten Irrglauben zu verfallen. Der Variantenreichtum der Irrwege ist unbegrenzt. Der Glaube an ein mit staatlicher Gewalt schützenswertes Eigentum ist der Irrweg der Jahrtausende.
Bedingungslose Hilfeleistung und Mitgefühl sind Kennzeichen eines von jeglicher persönlicher Konditionierung und Identifizierung mit irgendeiner Religion oder Ideologie befreiten Menschen. So wie gute Taten allein nicht in den Himmel führen, so tut es das ideologische Ausleben menschengemachten Kollektivismus und Protktionismus auch nicht.

Das Jahrtausende währende Scheitern der Menschheit sollte als Menetekel für das zu erwartende Zusammenbrechen des alten Bewusstseins gelten.
Nutzen wir die Chance!!

endless.good.news hat gesagt…

"staatlich approbierter Diebstahl"

Nur ein Gedanke, wenn der Staat (Gesellschaft) Eigentum erst ermöglicht (vor allem unbegrenztes), dann kann eben diese Gesellschaft eine Umverteilung ermöglichen. Nur wenn man Eigentum als naturgegeben ansieht, kann staatlich gesellschaftliche Umverteilung per se als ungerecht bezeichnen.

FREITUM hat gesagt…

Und warum sollte erst der Staat Eigentum ermöglichen?

Johann Kaltenleithner hat gesagt…

Selbst wenn der Staat das Prinzip des Privateigentums gewissermaßen auf dem Reißbrett konzipiert hätte, was er nicht tat (siehe "ursprüngliche Aneignung", u.a. Hoppe, Rothbard), erwüchse daraus noch lange nicht das moralische Recht der staatlichen Autoritäten, innerhalb dieses Systems durch Privatinitiative produzierte reale Güter nach eigenem Gutdünken zu adjustieren, umzuverteilen oder zu konfiszieren.

Störk hat gesagt…

wenn der Staat (Gesellschaft) Eigentum erst ermöglicht

Das sind gleich zwei Denkfehler auf einmal:

1. die Idee, Eigentum müßte erst "ermöglicht" oder "konstruiert" werden. Einen grundlegenden Eigentumsbegriff kann man schon im Territorialinstinkt der allermeisten Wirbeltiere finden, und zu den definierenden Eigenschaften der Spezies Mensch gehört es, Werkzeuge nicht nur ad hoc zu verwenden, sondern im voraus herzustellen und für spätere Verwendung aufzubewahren - eine "persönliche Beziehung zwischen Mensch und Gegenstand" wie sie dem Eigentumsbegriff zugrundeliegt, liegt uns also im Blut bzw. in den Genen.

2. der zweite Denkfehler, der sich in der Klammer "Staat (Gesellschaft)" manifestiert, ist vielleicht noch gravierender: die irrige Idee, der Staat wäre schlicht eine (besonders effiziente und bewährte) Organisationsform der Gesellschaft als ganzer. Dagegen kann man nur mit Papst Benedikt den heiligen Augustinus zitieren: "Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande"

endless.good.news hat gesagt…

@Freitum
"Und warum sollte erst der Staat Eigentum ermöglichen?"
Staaten sichern Eigentum rechtlich ab. Nehmen wir an sie haben 2 Häsuer. In einem wohnen sie gerade, dass andere steht leer (Ferienhaus). Wer hindert jemanden daran, dass er das leerstehende Haus besetzt und darin wohnt? Im eingenen Haus könnten sie sagen, das ist mein Haus. Das andere Haus ist Ihres, weil das auf irgendeinem Stück Papier steht.

Wenn man noch ein Stück weiter geht wird das Ganze vielleicht noch klarer. Wem gehören Land oder Ressourcen? Den Planeten kann nicht bezahlen.

@Störk
"Einen grundlegenden Eigentumsbegriff kann man schon im Territorialinstinkt der allermeisten Wirbeltiere finden, und zu den definierenden Eigenschaften der Spezies Mensch gehört es"

Das trifft auf Wirbeltiere zu. Was auch auf Wirbeltiere zutrifft ist:

1. Wenn ein physisch stärkeres Tier vorbeikommt, verliert man seinen Besitzt.
2. Man kann seinen Besitz nicht vererben.
3. Ein Tier kann nicht unendlich viel Besitz verteidigen. Ein Mensch kann das rechtlich gesehen schon.

Somit sehe ich darin einen gewissen Unterschied.

"Papst Benedikt den heiligen Augustinus"
Von Mitgliedern der Kirche zu zitieren, wenn es um Diebstahl und Gewalt geht, finde ich etwas zynisch.

"Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande"
Das stimmt nur bedingt. Gibt es kein Recht, dann kann niemand ein Räuber sein. Raub setzt implizit Recht vorraus. In gewisser Weise ist das Staatskonstrukt ein Konsens der Bevölkerung. Diese akzeptiert einen gewisse freiheitliche Einschränkung und erhält dafür eine gewisse Rechtssicherheit. Ein Optimum an Einschränkung gibt es nicht.

FREITUM hat gesagt…

@endless good news:

1. Der Staat raubt in erster Linie Eigentum, beispielsweise durch die per Zwang eingezogenen Steuern.

2. Wer sagt, dass nur der Staat Recht sprechen kann? Nur, weil er aktuell das Rechtsmonopol hat? Wenn sich alle einig sind, dass Monopole aus Sicht der Kunden immer schlecht sind, warum hinterfragt dann keiner das staatliche Rechtsmonopol? In einer Privatrechtsgesellschaft gäbe es besseres Recht ohne Staat.

Harry hat gesagt…

@ endless.good.news

„Gibt es kein Recht, dann kann niemand Räuber sein“
"Raub setzt ...Recht voraus"

Du verwechselst Recht mit Gesetz.

Der Staat „nimmt“! sich einfach das Recht zu rauben (Steuern,Zwangsabgaben,Schulpflicht,und und und….)indem er die entsprechenden Gesetze nach seinem Gusto am Reißbrett entwirft. Raub setzt somit nicht Recht voraus, sondern Gesetz. Dies hat aber absolut NICHTS mit Recht zu tun!


Das einzige Recht, welches sich mit hiesigem (staatlichem) Gesetz deckt ist das Sichern und Einhalten von Eigentumsrechten! (hierin und NUR hierin stimme ich mit dir überein).

Bitte jetzt nicht kommen mit: Der Staat, sprich Regierung/Parlament ist doch vom Volke demokratisch gewählt und daher ist die „gewisse freiheitliche Einschränkung“ für „gewisse Rechtssicherheit“ vom Volk legitimiert… und somit auch sämtliche tausende von paragraphen zur Plünderung privaten Eigentums durch den Staat...

Molot hat gesagt…

@endless.good.news
"Wer hindert jemanden daran, dass er das leerstehende Haus besetzt und darin wohnt?"
Ich! Indem ich das Haus abschließe oder in anderer, geeigneter Weise sichere. Wenn es sein muß mit einem bewaffneten Wächter. Einen Staat benötige ich dafür nicht!

Johann Kaltenleithner hat gesagt…

"In gewisser Weise ist das Staatskonstrukt ein Konsens der Bevölkerung. Diese akzeptiert einen gewisse freiheitliche Einschränkung und erhält dafür eine gewisse Rechtssicherheit. Ein Optimum an Einschränkung gibt es nicht."

"Die Bevölkerung" kann per definitionem keinen Konsens erringen, denn Millionen von Individuen auf einen gemeinsamen Wertefundus einzuschwören (besonders dann, wenn eine Tendenz zur Überregulierung, d.h. zu staatlichem Dirigismus in allen Aspekten der Lebensführung der Menschen, besteht, was immer einer Aushöhlung der Privatautonomie gleichkommt), ist gelinde gesagt utopisch. Daher wurde das Prinzip des Mehrheitsdekrets erfunden, das dem Staat ein moralisches Vakuum eingeräumt hat, in dem er nach Lust und Laune privates Eigentum konfiszieren darf. Die angesprochene "Rechtssicherheit" u.a. im Bezug auf Eigentum besteht nur nominell, denn die jeweiligen Steuerraten und Höhe der Abgaben kann der Staat unilateral festlegen.

endless.good.news hat gesagt…

@Molot
"Ich! Indem ich das Haus abschließe oder in anderer, geeigneter Weise sichere. Wenn es sein muß mit einem bewaffneten Wächter. Einen Staat benötige ich dafür nicht!"

Was hindert den Wächter daran, dass Haus zu besetzen? Irgendjemand muss festlegen was Eigentum ist und diese Festlegung auch Durchsetzen. Bei Kleinigkeiten wie selbstbewohnte Häuser hat dies faktisch keine praktische Relevanz. Bei Unternehmen, Aktien, Patenten, etc. sehr wohl. Zeigen sie mir den Wächter, der dafür sorgt das Ihre Aktie einen Wert darstellt.

@Johann Kaltenleithner

"Daher wurde das Prinzip des Mehrheitsdekrets erfunden, das dem Staat ein moralisches Vakuum eingeräumt hat, in dem er nach Lust und Laune privates Eigentum konfiszieren darf."

Diese Aussage ist sehr interessant. Sie sagen es kann keinen gesellschaftlichen Konsens geben und meinen, dass das Mehrheitsdektret ein moralisches Vakuum einräumt. Moral ist aber ein solcher Konsens (dabei meine ich mit Konsens, dass die meisten Menschen einer Gesellschaft Ihn akzeptieren).

"Die angesprochene "Rechtssicherheit" u.a. im Bezug auf Eigentum besteht nur nominell, denn die jeweiligen Steuerraten und Höhe der Abgaben kann der Staat unilateral festlegen. "

Jaein. Ein Staat kann sich nicht alles herausnehmen. Es muss ein Gleichgewicht zwischen der Akzeptanz der Bevölkerung und dem Druck des Staates vorherrschen. Ist das nicht der Fall, dann gleicht sich das Ganze irgendwann aus. Wie beim Markt eben. Darum gibt es in Syrien zum Beispiel einen Bürgerkrieg.

Davon abgesehen muss auch eine "freie" Markt (wenn es ihn geben würde) Gesellschaft auf eine gesellschaftliche Akzeptanz aufbauen.

Anonym hat gesagt…

„Moral ist aber ein solcher Konsens (dabei meine ich mit Konsens, dass die meisten Menschen einer Gesellschaft Ihn akzeptieren).“

Äußerst gewagte These.

Wenn die Mehrheit (sagen wir 60%) es will von den restlichen 40% Eigentum zu konfiszieren, dann können Sie nicht ernsthaft von einem moralischen Konsens sprechen!? Oder wie rechtfertigen Sie moralisch in diesem Beispiel die Konfiszierung privaten Eigentums der Minderheit? Hat diese die Möglichkeit sich in einer auf Mehrheitsdekret basierten Gesellschaft zu wehren? NEIN.
Hier zählt in der Tat nur das Gesetz und nicht das RECHT!

Molot hat gesagt…

@ endless.good.news
Was hindert den Wächter daran, dass Haus zu besetzen?
Der Vetrag, welchen er mit mir geschlossen hat, der hindert ihn.
Zeigen sie mir den Wächter, der dafür sorgt das Ihre Aktie einen Wert darstellt.
Dafür muß kein Wächter sorgen sondern der Emmitent der Aktie, und zwar in seinem eigen Interesse.Wenn er es nämlich nicht tut, dann werden seine Aktionäre Ihre Anteile verkaufen und der Wert seines Unternehmens sinkt.

endless.good.news hat gesagt…

@Molot
"Der Vetrag, welchen er mit mir geschlossen hat, der hindert ihn."

Wie das Eigentum, muss auch das Vertragsrecht irgendwo geklärt und überwacht werden.

"dann werden seine Aktionäre Ihre Anteile verkaufen und der Wert seines Unternehmens sinkt."

Wo ist das Problem für das Unternehmen? Das Geld ist schon geflossen. Sie haben einen Zettel darauf steht Unternehmensbeteiligung. Das Unternehmen sagt, dass sei aber keine. Dann können sie wohl kaum diese Beteiligung verkaufen, weil es keine ist. Nur indem es bestimmte Gesetze gibt, kann ein solches Verhalten bestraft werden.

Sie setzen Gesetze und Normen als gegeben vorraus. Das ist aber nicht so. Schauen sie in Länder in denen faktisch keine staatlichen Strukturen vorherrschen. Diese Länder sind ärmer, die Märkte sind unterentwickelt und die Investitionen gering. Der Grund dafür ist, dass erst durch einen Staat Gesetze gemacht und überwacht werden können. Nur durch Gesetze können Märkte und Unternehmen funktionieren. Nur durch Unternehmen und Arbeitsteilung in Ihnen kann ein hoher Wohlstand erreicht werden.
Es ist ein Märchen, dass wenn jeder ein Unternehmer wäre, der Wohlstand sehr stark steigen würde. Die Selbstständigenquote in Norwegen ist bei unter 10%, in Indien bei über 90%.

Störk hat gesagt…

" Gibt es kein Recht, dann kann niemand ein Räuber sein. Raub setzt implizit Recht vorraus."

"Der Grund dafür ist, dass erst durch einen Staat Gesetze gemacht und überwacht werden können. Nur durch Gesetze können Märkte und Unternehmen funktionieren. "

endless,

ich picke mir einfach mal diese beiden Zitate heraus, um Ihre staatsgläubigen Scheuklappen herauszustellen. Sie sind offensichtlich Rechtspositivist, d.h., sie können sich "Recht und Gesetz" nur als "vom Staat gewährt" vorstellen.

Liberale, Anarchisten, Konservative und Monotheisten kennen aber allesamt auch andere "Rechts-Quellen" - seien es die "Gebote Gottes", die "altbewährten Guten Sitten" oder eine "auf Vernunft, Fairness und Gewaltverzicht basierende, natürliche Ethik". Für alle Menschen, die an vor-staatliches Recht glauben, ist dieses Recht gleichzeitig über-staatlich, d.h., wenn z.B. Gott alle Menschen gleichberechtigt geschaffen hat, aber der Nazi-Staat die Nürnberger Rassengesetze verkündet, dann muß man Gott mehr gehorchen als den Nazis und das staatlich gesetzte, positive Recht als das bezeichnen, was es tatsächlich war: Unrecht!

Sie können jetzt auf die Religionsfreiheit verweisen und auf diverse menschenverachtende "alte Traditionen", um dazulegen, daß nicht-staatliche Rechtssysteme ein erhebliches Konfliktpotential liefern können. Als Gegenbeispiel nehme ich einfach mal die Bibel: bevor Israel unter den ersten Königen Saul und David tatsächlich staatliche Strukturen etablierte, gab es mit der Thora bereits ein verbindliches Rechtssystem. Daß die Leute sich nicht immer daran gehalten haben - sei's drum, so sind Menschen halt.

Kurz: indem Sie den Staat zur letzten verbindlichen Quelle des Rechtes erklären, erheben Sie den Staat zum Gott und die Juristerei zur Religion. Mit dieser Einstellung könnten Sie einen Unrechtsstaat nicht einmal erkennen, wenn Sie aus unsinnigen Gründen in's Gefängnis gesperrt würden.

Anonym hat gesagt…

dem letzten kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen!

Allen Etatisten scheint offensichtlich ausnahmslos gemein zu sein, dass sie Recht und Gesetz immer gleichsetzen und sind dann bedauerlicherweise nicht mehr in der Lage zwischen Recht und Gesetz zu unterscheiden. Dies wäre allerdings Voraussetzung um überhaupt zwischen "Eigentum" und (staatlichen) Diebstahl differenzieren zu können....

Molot hat gesagt…

@endless.good.news
"Wie das Eigentum, muss auch das Vertragsrecht irgendwo geklärt und überwacht werden."

"Wo ist das Problem für das Unternehmen? Das Geld ist schon geflossen. Sie haben einen Zettel..."

Sagt Ihnen das Wort Vertrauen etwas?
Vertrauen ist die Grundlage jeder zwischenmenschlichen Aktivität.
Vertrauen ist das größte Kapital eines jeden Unternehmens, eines jeden Geschäftsmannes.
Kein Unternehmer wird mehr ein Geschäft abschließen können wenn er das Vertrauen seiner Geschäftspartner verloren hat.
Mit anderen Worten: Verträge nicht einzuhalten ist sehr, sehr schlecht für`s Geschäft und für die eigene Existenz.
Um Regeln zu setzen braucht es keinen Staat sonder nur (mindestens) zwei Partner, welche sich entsprechend einigen.
Über Jahrhunderte haben die Menschen Handel, auch Fernhandel, betrieben ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Im Gegenteil, erst staatliche Gesetze ermöglichen deren spitzfindige Auslegung und somit Lug und Betrug im Geschäfsleben.
"Schauen sie in Länder in denen faktisch keine staatlichen Strukturen vorherrschen. Diese Länder sind ärmer, die Märkte sind unterentwickelt und die Investitionen gering. Der Grund dafür ist, dass erst durch einen Staat Gesetze gemacht und überwacht werden können."
Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Weil diese Länder arm sind lohnt es sich (noch)nicht für den großen Räuber Staat sie auszubeuten.
"Die Selbstständigenquote in Norwegen ist bei unter 10%.."
Das sagt nur etwas über die enorme Produktivität der norwegischen Selbständigen aus, sind sie doch in der Lage die restlichen 90% mit durchzufüttern und das nicht einmal schlecht.

endless.good.news hat gesagt…

@Molot

"Sagt Ihnen das Wort Vertrauen etwas?
Vertrauen ist die Grundlage jeder zwischenmenschlichen Aktivität.
Vertrauen ist das größte Kapital eines jeden Unternehmens, eines jeden Geschäftsmannes."
Tut mir leid, aber das ist etwas naiv meinen sie nicht. Sie propagieren, dass jeder Mensch nach seinem eigenen Vorteil streben soll und dann soll er auch noch vertrauenswürdig sein. Das mag auf viele Menschen passen, aber eben nicht auf alle.

"Mit anderen Worten: Verträge nicht einzuhalten ist sehr, sehr schlecht für`s Geschäft und für die eigene Existenz.
Um Regeln zu setzen braucht es keinen Staat sonder nur (mindestens) zwei Partner, welche sich entsprechend einigen."

Das mag stimmen, wenn die Vertragspartner auf gleicher Ebene stehen. Sie glauben doch nicht das ein Großunternehmen und ein kleiner Angestellter dies tun? Da brauchen sie nur in die reale Welt schauen.

"Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Weil diese Länder arm sind lohnt es sich (noch)nicht für den großen Räuber Staat sie auszubeuten."
Die staatlichen Strukturen entwickeln sich gemeinsam mit der komplexen Wirtschaft. Ohne diese Strukturen wäre diese komplexen Strukturen nicht zu realisieren. Sie leugnen die Gechichte.

"Das sagt nur etwas über die enorme Produktivität der norwegischen Selbständigen aus, sind sie doch in der Lage die restlichen 90% mit durchzufüttern und das nicht einmal schlecht."

Irrtum. Es zeigt, dass Arbeitsteilung und Spezialisierung ein Vorteil ist. Wenn jeder sich selbständig macht ist das ineffizienter (aus Sicht der Produktivität) als wenn eine Spezialisierung vorliegt.

endless.good.news hat gesagt…

@Störck

"staatsgläubigen Scheuklappen herauszustellen.
Sie sind offensichtlich Rechtspositivist, d.h., sie können sich "Recht und Gesetz" nur als "vom Staat gewährt" vorstellen."

Bisher sind mir für komplexe Gesellschaften keine alternativen vorgestellt worden die realistisch wären.

"Liberale, Anarchisten, Konservative und Monotheisten kennen aber allesamt auch andere "Rechts-Quellen" - seien es die "Gebote Gottes", die "altbewährten Guten Sitten" oder eine "auf Vernunft, Fairness und Gewaltverzicht basierende, natürliche Ethik". "

Richtig. Sie kennen andere Formen.

Liberale - Glaube an den Markt und das Eigentum. Woher das Eigentum stammt wird nie geklärt. Warum darf jemand etwas besitzen, z.B. Land. Wem hat es vorher gehört? Warum sollte der Markt in jedem Fall allem anderen überlegen sein und für Freiheit sorgen?

Anarchisten - Naja.

Konservative - Der Glaube an Werte. Ohne Kontrolle dieser Werte sind sie eine Luftnummer.

Monotheisten - Gesetze werden durch Priester vorgegeben und deren Einhaltung durch Kirchen verfolgt. Die Inquistition zeigt wie gut das Ganze laufen kann. Ich sehen kaum einen Unterschied zum Staat.

Der Witz ist folgendes. Der Staat ist böse und der Mensch nicht. Da der Staat aus Menschen besteht besteht ein Widerpruch in diesem Gedankengang. Jede Struktur kann missbraucht werden. Wer das leugnet und das Utopia mit einfachen Methoden predigt ist unglaubwürdig.

"Für alle Menschen, die an vor-staatliches Recht glauben, ist dieses Recht gleichzeitig über-staatlich, d.h., wenn z.B. Gott alle Menschen gleichberechtigt geschaffen hat, "
Jaja Judenprogrome und Kreuzzüge gab es nicht.

" Unrecht!"
Stimmt.

"indem Sie den Staat zur letzten verbindlichen Quelle des Rechtes erklären, erheben Sie den Staat zum Gott und die Juristerei zur Religion."

In gewisser Weise ist es so. Wenn sie den Markt als universell erklären, machen sie das auch.

Irgendjemand muss Rechtsnormen setzen und kontrollieren. Schaffen sie den Staat ab, wird er durch andere Institutionen ersetzt. Spätestens wenn marodierende Banden vor einer Villa stehen würde das passieren.

Molot hat gesagt…

@endless.good.news
"Sie propagieren, dass jeder Mensch nach seinem eigenen Vorteil streben soll und dann soll er auch noch vertrauenswürdig sein."
Ja, das Letztere bedingt das Erste. Langsam scheinen Sie zu kapieren.

"Das mag stimmen, wenn die Vertragspartner auf gleicher Ebene stehen. Sie glauben doch nicht das ein Großunternehmen und ein kleiner Angestellter dies tun?"
Doch, das tun die. Da sie sich gegenseitig brauchen!
"Wenn jeder sich selbständig macht ist das ineffizienter (aus Sicht der Produktivität) als wenn eine Spezialisierung vorliegt."
Wie kommen Sie darauf daß sich Spezialisierung und Selbstständigkeit gegenseitig ausschließen? Oder wie darf ich Ihr Argument verstehen?

endless.good.news hat gesagt…

@Molot

"Ja, das Letztere bedingt das Erste. Langsam scheinen Sie zu kapieren."

Dann ist also ein Gebrauchtwagenhändler oder ein Wunderheiler in jedem Fall vertrauenswürdig?

"Doch, das tun die. Da sie sich gegenseitig brauchen!"
Ich bewundere Ihren Glauben. Die reale Welt widerspricht Ihnen an mehr als einer Stelle.

"Wie kommen Sie darauf daß sich Spezialisierung und Selbstständigkeit gegenseitig ausschließen? Oder wie darf ich Ihr Argument verstehen?"

Es schließt sich nicht aus. Allerdings ist Spezialisierung immer ein Risiko. Das heißt es werden sich mehr Menschen spezialisieren, wenn ein Teil des Risikos abgenommen wird.

Molot hat gesagt…

"Dann ist also ein Gebrauchtwagenhändler oder ein Wunderheiler in jedem Fall vertrauenswürdig?"
Von jedem Fall war keine Rede.
Ich bezog mich auf die
Erfolgreichen in ihrem jeweiligen Metier.

"Ich bewundere Ihren Glauben."
Meinen Glauben sollten Sie nicht bewundern, solange Sie nicht wissen was ich glaube und was nicht.
"Die reale Welt widerspricht Ihnen an mehr als einer Stelle."

Das ist mir zu schwammig, nennen Sie mir ein konkretes Beispiel!

"Es schließt sich nicht aus. Allerdings ist Spezialisierung immer ein Risiko"
Richtig, vor allem aber ist sie (die Spezialisierung) eine Chance. Eine Chance auf möglichst wenig Konkurrenz zu treffen. Solange jedenfalls wie der Konkurrenz nicht "ein Teil des Risikos" (wohl durch den Staat, wenn ich Sie richtig verstehe) "abgenommen wird."

endless.good.news hat gesagt…

"Von jedem Fall war keine Rede.
Ich bezog mich auf die
Erfolgreichen in ihrem jeweiligen Metier."

Was definiert Erfolg? Viele Banken waren sehr lange sehr erfolgreich. Dabei haben sie mit Finanztiteln gehandelt die sich nicht verstanden haben, aber vorgaben sie verstanden zu haben. Dort wurde aufgebautes Vertrauen der Kunden genutzt, um Geld einzusammeln. Durch diese Sammelaktionen waren die Banken dann wieder Erfolgreich und da die Kurse Dank dieser Aktionen stiegen, wurden sie noch Vertrauenswürdiger. D.h. ohne vollständige Informationen können sie nicht wissen wer vertrauenswürdig ist. Um sich als Verbraucher zu schützen brauchen sie Gesetze.

"(wohl durch den Staat, wenn ich Sie richtig verstehe) "

Das Unternehmen übernimmt einen Teil des Risikos.

Noch etwas zum Eigentum. Es gibt eine Vielzahl von Betrachtungen

http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentumstheorien

Molot hat gesagt…

@endless.good.news
"Was definiert Erfolg?" Denken Sie mal nach, vielleicht kommen Sie ja von selber drauf.
"Um sich als Verbraucher zu schützen brauchen sie Gesetze."
Kein Gesetz schützt Sie, wenn Ihr Schuldner zahlungsunfähig ist. Im Gegenteil, mithilfe des (staatlich verordneten) Insolvenzrechtes werden Schuldner vor ihren Gläubigern geschützt.

"Das Unternehmen übernimmt einen Teil des Risikos."
Ein (privates) Unternehmen (der Sebstständige) übernimmt normalerweise das ganze Risiko.


"Noch etwas zum Eigentum. Es gibt eine Vielzahl von Betrachtungen

http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentumstheorien "

Was soll das? Daß es an Spinnern nicht mangelt auf der Welt, weiß ich selbst.
Darf ich Sie vielleicht an Ihre Ausgangsthese, welche ich bestreite, erinnern:
Sie behaupteten, daß erst der Staat Eigentum ermögliche, woraus sich dessen Berechtigung ergebe es nach Belieben umzuverteilen.

Entweder Sie bleiben beim Thema und sachlich oder sie lassen es sein und wir beenden die Diskussion.

Störk hat gesagt…

http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentumstheorien#Locke
Durch das Geld wurde zwischen den Menschen ein Übereinkommen getroffen, demzufolge die Aufbewahrung des Eigentums unbegrenzt erfolgen kann. Der Schutz des so entstandenen Eigentums hat eine grundlegende Funktion für die Staatsbildung:
„Das große und hauptsächliche Ziel, weshalb Menschen sich zu einem Staatswesen zusammenschließen und sich unter eine Regierung stellen, ist also die Erhaltung ihres Eigentums.“ (II § 124)
Eigentum gibt es also bereits vor der Entstehung eines Staates. Dementsprechend führt der Staatsvertrag nicht dazu, dass der Herrscher beliebig über das Eigentum seiner Bürger verfügen kann.

Soweit John Locke, der erste Philosoph, der sich mit der Frage befasst hat, der sich Gedanken darüber gemacht hat, wie aus einem wertlosem Stück Brachland ein Acker wird, den einzuzäunen und zu "Grundeigentum" zu erklären sich überhaupt erst lohnt. (Ja, das passiert durch Arbeit! Und nicht durch staatliche Anordnung...)

Soviel zur ersten fundierten Eigentumstheorie der in Wikipedia dokumentierten Menschheitsgeschichte ;-)

Was Arbeitsverträge betrifft: natürlich hat ein Forscher, der bei BAYER arbeitet, geringere Risiken, als einer, der versucht, seine Forschungsergebnisse auf eigene Faust zu vermarkten. Insbesondere stellt es eine Form der Spezialisierung und Arbeitsteilung dar, wenn angestellte Genies sich auf die Dinge konzentrieren können, in denen sie genial sind, und die ganze kaufmännische Seite einschließlich des Marketings Leuten überlassen, die sich damit auskennen. Herr Horch ist ja nicht daran gescheitert, daß sein Audi ein schlechtes Auto gewesen wäre. Nur: das ganze ich letztlich Arbeitsteilung auf Basis freiwilliger Verträge - nichts davon erfordert einen Staat, schon garkeinen Bismarckschen Sozialstaat.

Und was den "Erfolg" derjenigen (Landes-)Banken betrifft, die mit ungedeckten Krediten gehandelt haben: der "Erfolg" bestand letztlich darin, von Regierungen vor der Insolvenz gerettet zu werden. Keine Regierung => kein Bail-Out => kein Anreiz, Risiken einzugehen, die man nicht versteht. So einfach könnte Kapitalismus sein, wenn man ihn nur mal ausprobieren würde...

Störk hat gesagt…

Was fehlt noch?
Monotheisten - Gesetze werden durch Priester vorgegeben und deren Einhaltung durch Kirchen verfolgt. Die Inquistition zeigt wie gut das Ganze laufen kann. Ich sehen kaum einen Unterschied zum Staat.
"Priester" gibt es im Katholizismus. Wo auch immer der Katholizimus Staatsreligion war, lag dies nicht an der Religion, sondern am Staat. In Deutschland haben wir derzeit keine Staatsreligion. Alle Kirchensteuern, die ich bislang gezahlt habe, sind an die evangelische Landeskirche geflossen, weil ich persönlich damit einverstanden bin. Mein Bruder dagegen führt seinen "Zehnten" persönlich an die Freie Christengemeinde seines Wohnortes ab, ohne irgendjemandem außer Gott selbst Rechenschaft ablegen zu müssen, von welchem Gesamteinkommen er diesen "Zehnten" ausgerechnet hat. Man kann also die Religion wechseln, wie es gerade zum individuellen Wertesystem paßt. Ich könnte jederzeit aus der Landeskirche austreten und meine eigene Kirche gründen.

Ich kann aber nicht genauso einfach sagen "Ich habe keine Lust mehr auf die rot-schwarze Koalition im Wuppertaler Rathaus, die rot-grüne Koalition im Düsseldorfer Landtag, Frau Merkel in Berlin und Herrn Draghi in der EZB, ich gründe das Herzogtum Bergisch Land, in dem es keine Einkommenssteuererklärungen und keine Einheitswährung mehr gibt, sondern nur eine Flächensteuer von 1 Unze Silber pro bebautem qm und Jahr und wo jeder Silberschmied sein eigenes Zahlungsmittel prägen darf, und wer auch immer meine Konditionen besser findet als die der BRD, ist eingeladen, in meinen Staat zu wechseln - das würde das Gewaltmonopol sich nicht einfach bieten lassen.

Da besteht also ein riesiger Unterschied zwischen (freiwilliger) Religionsgemeinschaft und (erzwungener) Staatsangehörigkeit (wobei letzteres auch ein Unwort ist - als ob nur die "Angehörigen" eines Staates zur Zahlung von Mitgliedsbeiträgen herangezogen würden.)

Stefan Wehmeier hat gesagt…

Anachronismus

“Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte. Eine „freie Wirtschaft“ hat es im Liberalkapitalismus in Wahrheit nie gegeben, sondern nur eine vermachtete Wirtschaft: vermachtet durch Privatmonopole, durch den privaten Monopolbesitz von Grund und Boden und den Rohstoffen, durch das Geld- und Bodenmonopol, durch die Bildung von Syndikaten, Kartellen und Trusts. An die Stelle einer freien Konkurrenzwirtschaft trat die Herrschaft privater Wirtschaftsmächte, die durch ihre Maßnahmen weitgehend auch die Höhe von Preisen, Löhnen und Zinsen und damit das Wirtschaftsgeschehen insgesamt nach ihren Interessen bestimmen konnten.
Die sozialistischen Bestrebungen laufen darauf hinaus, die liberalkapitalistische durch eine zentralgeleitete Wirtschaft, also die private durch eine staatliche Vermachtung und die Privatmonopole durch Staatsmonopole zu ersetzen. Das bedeutet nichts anderes, als dass die vielen erbarmungslosen Wirtschaftsdiktatoren, die sich immerhin noch durch einen letzten Rest von Konkurrenz gegenseitig in ihrer Macht beschränken, durch einen einzigen, ebenso erbarmungslosen, aber völlig unbeschränkten Wirtschaftsdiktator in Gestalt des Staates abgelöst werden. Dadurch kann sich die Lage der arbeitenden Menschen nur noch hoffnungslos verschlimmern, wie mannigfache geschichtliche Erfahrungen hinlänglich bestätigen.”

Ernst Winkler (Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung)

Spätestens seit der Erstveröffentlichung von “Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld” (Silvio Gesell, 1916) sind alle volkswirtschaftlichen Fragen restlos geklärt. Für Politik und Wirtschaft im 21. Jahrhundert bedeutet das: “…weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten” (Zitat: Arthur C. Clarke). Dennoch verstehen die Allermeisten bis heute weder die einfache Ursache noch die einzig denkbare Lösung für die gegenwärtige “Finanzkrise” und lassen sich von “Spitzenpolitikern” und “Wirtschaftsexperten” beeindrucken, die außer Denkfehlern nichts gelernt haben.

Die Ursache dieses Anachronismus ist die Religion, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld zu machen, damit das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, überhaupt entstehen konnte:

Von den drei Verwandlungen