Montag, 7. Januar 2013

Kernenergie in der Privatrechtsgesellschaft

Kletterwand statt Kühler: Statt eines Kernkraftwerks
steht in Kalkar nun ein Vegnügungspark 
von Klaus Schlenstedt
Der Grundtenor unter den meisten Libertären ist die Vermutung, dass es ohne den Staat niemals zum Bau von Kernreaktoren gekommen wäre. Zu diesem Urteil muss auch zwangsläufig gelangen, wer sich die heute bestehenden Anlagen anschaut.

Als Hauptargument wird oft die Nichtversicherbarkeit bzw. das Endlagerproblem aufgeführt. Beides sind jedoch falsche Grundannahmen, wie später noch gezeigt werden wird.

Des weiteren wird angeführt, dass sich wegen der genannten Probleme keine privaten Kreditgeber für die Vorfinanzierung solcher Projekte finden würden. Auch hier ergibt sich die richtige Schlussfolgerung jedoch nur bei Annahme falscher Voraussetzungen.

Bei den heute in Betrieb befindlichen Anlagen handelt es sich bis auf die Siedewasserreaktoren Grundremmingen B & C um Druckwasserreaktoren.
Das grundsätzliche Problem dieser bestehenden sogenannten Leichtwasserreaktoren ist, dass diese nicht inhärent sicher sind (In der Technik spricht man oft von inhärenter Sicherheit, wenn ein technisches System derart konstruiert ist, dass es auch nach dem Ausfall mehrerer Komponenten sicher arbeitet.). Die Technik, sprich die Kühlung, muss ständig funktionieren, um auch im Falle einer Schnellabschaltung die entstehende Nachzerfallswärme abführen zu können. Welche Auswirkungen das Versagen der Kühlung hat, konnte man beim japanischen Kernkraftwerk in Fukushima beobachten. Auch wenn die Auswirkungen dieses Störfalles als eher gering zu betrachten sind - es gab keine Toten durch die Reaktorschäden selbst - so muss dennoch unter allen Umständen ein Austreten radioaktiver Strahlung verhindert werden.

Hier greift die Kritik der Gegner solcher Anlagen. Wenn auch die Nichtversicherbarkeit beim näheren Betrachten der Folgen von Fukushima zumindest in Zweifel gezogen werden muss, ist die Annahme, dass sich vermutlich kein Versicherer für dieses Risiko finden würde, durchaus berechtigt.

Selbst bei den redundant besser ausgelegten Anlagen deutscher Bauart kann von dieser Annahme als sehr wahrscheinlich ausgegangen werden.

Als weiteres Argument wird die Endlagerung der abgebrannten Brennelemente angeführt. Korrekt ist, dass es sich bei diesen um einen nicht unproblematischen „Abfall“ handelt. Immerhin steigt die Plutoniumüberschussmenge jährlich um etwa 100 Tonnen (entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 1,7 m). Betrachtet man die Angelegenheit jedoch nüchtern, spricht nichts dagegen, diesen in sicheren Behältern in oberirdischen Gebäuden zu lagern. Warum dies, unabhängig vom Sicherheitsaspekt, sinnvoll erscheint, dazu später mehr. 

Welche Voraussetzungen müssten nun gegeben sein, dass sich private Versicherer und Geldgeber für den Bau von Kernreaktoren finden lassen?

Wichtigster Punkt wäre wohl die Voraussetzung, dass es keinesfalls zu einer Kernschmelze kommen kann. Ein GAU (wie er bei Leichtwasserreaktoren und Siedewasserreaktoren möglich ist) also definitiv ausgeschlossen wäre. Der zweite Punkt wäre die bessere Beherrschbarkeit der „Abfälle“ in Punkto Quantität und Qualität.

Und nun kommt das für Viele Überraschende: Solche Reaktoren gibt es. Sogenannte Hochtemperaturreaktoren (HTR), wie zum Beispiel der Kugelhaufenreaktor, sind inhärent sicher. Ebenso der sogenannte Salzschmelzereaktor, ein Kugelhaufenreaktor mit einer Salzschmelze als Kühlmedium. Solche Anlagen könnten quasi druckfrei betrieben werden. „Nachteil“ dieser Anlagen ist deren vergleichsweise niedrige Leistung von derzeit 80 – 250 MWe. 

Als Nachteil kann dies jedoch nur für den Etatisten gelten, welcher gerne gigantische Projekte realisiert sehen will. In einer Privatrechtsgesellschaft bestünde eher Interesse an kleineren Reaktoren, welche von Privatinvestoren auch leichter zu finanzieren wären und kleinräumig von entsprechenden Gruppen in Auftrag gegeben werden könnten.

Nun - wird der Laie sagen, das ist ja gut und schön. Aber die Abfallproblematik besteht doch weiterhin. Dies ist jedoch nur teilweise richtig. Heutige Reaktoren sind wahre Ressourcenverschwender. Der Brennstoff wird nicht richtig genutzt, es entstehen mengenmäßig viele Abfälle, welche für einen sehr langen und in menschlichen Dimensionen kaum zu überschaubaren Zeitraum strahlen. Technisch möglich sind Reaktoren, welche um Potenzen weniger und auch weniger lang strahlenden Abfall produzieren.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Verwirklichung dieser beiden Ziele zeichnet sich der „EA“ ab, der sogenannte Energy Amplifier. Der Vorteil des EA wären unter anderem das schnelle Neutronenspektrum, die Flüssigmetallkühlung mittels Blei, ein auf Naturzirkulation arbeitender Kühlkreislauf, verschiedenste passive Sicherheitssysteme und der Brennstoffzyklus auf Basis von Thorium. Dieser Reaktor würde unterkritisch betrieben, benötigt also eine äußere Neutronenquelle in Form eines Protonenbeschleunigers.

Vorteil dieser neueren (schnellen) Reaktoren wäre deren Möglichkeit, bereits vorhandene Abfälle wieder aufzubereiten (zu brüten) und somit die heute als Abfall deklarierten Rückstände zu Wertstoffen zu machen. Hier wird dann auch deutlich, warum es sinnfrei ist, diesen unterirdisch in Salzstöcken zu verbuddeln. Des weiteren stünde mit Thorium quasi unbegrenzt Brennstoff zur Verfügung. 

1985 hat Deutschland die Gelegenheit verpasst, einen großen Schritt in die nukleare Zukunft zu gehen. Wegen politischer Bedenken wurde der Schnelle Brüter von Kalkar nie in Betrieb genommen. Dieser Reaktor stellte für die Grünen, welche ihre Daseinsberechtigung aus der Anti-Atomkraft-Bewegung zogen, ein großes Problem dar. Wäre er in Betrieb gegangen, hätte er den Grünen vermutlich diese Daseinsberechtigung entzogen, da jeder hätte sehen können, das dieser Reaktor die Abfallmenge reduziert und nicht erhöht hätte. Ohne Endlagerproblematik wollten die Grünen aber nicht leben und zogen so massiv gegen dieses Projekt zu Felde.

Hier sei nur am Rande festgehalten, dass wir die heutige Endlagerungsproblematik den Grünen zu verdanken haben.

Am Schnellen Brüter von Kalkar wird auch die ganze Problematik staatlichen Kernkraftwerksbaus deutlich. Selbstverständlich kann sich ein privater Kreditgeber nicht an Projekten beteiligen, welche auf Gedeih und Verderb vom Staat abhängig sind. Wenn für einen Kreditgeber die Realisierung eines Projektes ausschließlich von der gerade amtierenden Regierung abhängig ist, lässt er besser die Finger davon.

Wie man sieht, wären die genannten Probleme der Nichtversicherbarkeit und auch das Endlagerproblem mit neuen Reaktortypen aus der Welt geschafft. Es gäbe, außer ideologischen Gründen, keine Hindernisse für den Bau solcher Reaktoren in einer Privatrechtsgesellschaft.

Der Wohlstand einer Gesellschaft ist eng mit der Möglichkeit verbunden, auf sichere und billige Energie zurückgreifen zu können. Eine Privatrechtsgesellschaft könnte es sich überhaupt nicht leisten, Experimente mit Windrädern und Solaranlagen zu betreiben, da solcherlei Kosten nicht einfach sozialisiert werden könnten. Zumal im Falle dieser sogenannten erneuerbaren Energien viel Geld für nichts bezahlt werden muss.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Wirtschaft immer dort florierte, wo billige Energie zur Verfügung stand. Als Beispiele seien hier das Bergische Land, mit seinen vielen aus Wasserkraft angetriebenen Schmiedehämmern, und später das Ruhrgebiet mit seiner Kohle genannt.

Auch heute sehen wir, dass die meisten Länder mit den höchsten pro Kopf Vermögen über billige Energie verfügen. Deutschland ist inzwischen auf einen erbärmlichen 29. Platz abgerutscht und wird diese Talfahrt bei der derzeitigen Energiepolitik auch fortsetzen.

Energie ist Wohlstand. Der Erfolg einer Privatrechtsgesellschaft wäre ebenso davon abhängig. Der Einsatz von Kernreaktoren mit den genannten Eigenschaften daher eine logische Konsequenz.
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Klaus Schlenstedt, Jahrgang 1966, ist Maschinenbauer und Inhaber einer Firma für Kamerastabilisierungsysteme in Thüringen.

Kommentare:

rainier1950 hat gesagt…

Ich wundere mich doch etwas darüber, dass in einem insgesamt anspruchsvollen Beitrag behauptet wird, es gäbe inhärent sichere AKW (nämlich Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktoren). Wenn der Autor sich etwas umgeschaut hätte, wäre ihm klar geworden, dass dieser Anspruch auch in der Nuklearcommunity mehrheitlich abgelehnt wird. Hier handelt es sich wohl eher um die isolierte Position der mittlerweile fast sektenhaft agierenden HTR-Lobby, die bezeichnenderweise mit der als Politsekte bekanntgewordenen LaRouche-Bewegung verzahnt ist.

Richtig ist zwar, dass kleine HTR keine Kernschmelze kennen, dafür aber andere, viel schwerere Unfalltypen wie z.B. Reaktorbrand (Graphitbrand wie in Chernobyl) oder nukleare und chemische Explosionen bei Wassereinbruchstörfällen. Gegen solche Störfälle sind konventionelle Reaktoren übrigens inhärent sicher....

endless.good.news hat gesagt…

"Der Einsatz von Kernreaktoren mit den genannten Eigenschaften daher eine logische Konsequenz."

Das sehe ich anders. Wie Rainer schrieb sind auch die vorgeschlagenen Kernreaktoren nicht sicher. Hinzu kommt, dass man eine endliche Ressource gegen eine andere tauscht. Wenn im großen Stil (weltweit) auf Atomstrom umgeschwänkt würde, hätte man auch schnell Probleme Uran für Reaktoren zu bekommen. Denn auch diese Ressource ist endlich.

Eine Frage noch. Wenn die Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktoren sicher wären, warim werden sie dann nicht in den Ländern gebaut wo neue Reaktoren gebaut werden?

Anonym hat gesagt…

Ich wundere mich über rainier1950. Erstaunlich, dass er bereits Aussagen zu Störfällen an noch nicht realisierten Reaktortypen machen kann. Die HTR waren nur beispielhaft genannt. Zu behaupten, es könne an einem KHR zu einem Graphitbrand wie in Tschernobyl kommen ist eine gewagte, wenn nicht dumme Behauptung. Sein Unwissen versucht er mit haltlosen Behauptungen zu Verbindungen von Polit-Sekten um HZLR zu verschleiern. Sorry, kann ich nicht ernst nehmen.

Anonym hat gesagt…

@ endless.good.news: Thorium ist der Brennstoff der Zukunft. Ausreichend für etwa 5 Mrd. Jahre. China baut gerade einen Reaktor der IV Generation. 6600 Megawatt!

Anonym hat gesagt…

Es ist schon irgendwie irritierend das gerade AKWs, die ähnlich wie die EEGs nur unter massivsten staatlichen Subventionen sowie unter konservativen, geostrategischen Gesichtspunkten gebaut wurden, beispielhaft sein sollen für eine billige Energiequelle in einer libertären Gesellschaft, das ist widersprüchlich in sich und China als Beispiel dazu zu nehmen eigentlich kaum ein Kommentar wert.

In einer Gesellschaft ohne Staat dürften Kraftwerke als zentrale Energiequelle kaum Bestand haben, Techniken die teils jahrzehntelange Planung und mit dem Aufbau einer riesigen Infrastruktur und hunderten Milliarden Subventionen entstehen, also AKWs, dürften überhaupt keine Rolle spielen.

Die, warum auch immer, verhassten EEGs dürften hingegen die entscheidende Rolle spielen, da sie dezentral für Bedarfsgruppen sehr schnell aufgebaut werden können, das spart enorme Kosten, schließlich muss dann kein Windrad mehr an der Nordsee mit München verbunden werden was die Hauptkostentreiber der sog. Energiewenden sind.

Ich habe ehrlich gesagt noch nie die Affinität unter liberalen kreisen zu AKWs verstanden, AKSs sind nicht billig, ihre Subventionen sieht man jedoch anders als bei der EEG als Endverbraucher nicht auf der Stromrechnung, sondern sind versteckt irgendwie in der Steuererklärung, teils beim Tabakkauf, Bierverzehr und Kanaldurchquerung zu finden, günstig war diese Energie in der Gesamtbetrachtung niemals und wurde maßgeblich aus konservativen Wirtschaftskreisen gefördert.

endless.good.news hat gesagt…

@Anonym 1
Thorium Reaktoren sind auch nicht viel sicherer als die Standard Uranreaktoren.

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=wu&dig=2009/01/06/a0090&cHash=bcba4c022f/

"China baut gerade einen Reaktor der IV Generation. 6600 Megawatt"
Da gibt es mehrere Möglichkeiten, was die 4. Generation beinhalten kann. Steht fest, welche Technologie verwendet wird. Des Weiteren sind 6600 MW bezogen auf den chinesischen Gesamtbedarf verschwindent. Die geplanten Kraftwerksneubaten ebenfalls.

@Anonym 2
Dezentrale Energieversorgung klingt gut, ist aber nicht ganz so einfach zu realisieren. Die NEtzinfrastruktur muss dazu verändert werden. Des Weiteren haben die Konzerne etwas dagegen. Ansonsten stimme ich dem Kommentar zu.

Tim Beil hat gesagt…

Ich hätte gerne mal eine belastbare Quelle für die wilde Behauptung über AKW-Subventionen. Gerne mit URL.

Anonym hat gesagt…

@endless.good.news

Überholte Artikel von 2009 sind als Argumente nicht überzeugend. Wie wäre es mit 2012?


http://www.shortnews.de/id/999643/norwegen-thorium-energiequelle-der-zukunft

rainier1950 hat gesagt…

@Anonym

1. Thorium ist der Brennstoff der Zukunft ? S. die renommierte Britische Zeitschrift Nature, Ausgabe 5.12.12: Thorium hat sehr grosse Proliferationsrisiken. Und seine positiven Eigenschaften werden stark überschätzt.

2. Aussagen zu Störfällen an nicht realisierten Reaktortypen: Leider nicht wahr, wir haben in Hamm und in Jülich die Relikte von solchen Schrottkisten herumstehen. Der Wassereinbruchstörfall in Jülich hat Boden- und Grundwasser gleich mit versaut.
Ausserdem ist der Kugelhaufenreaktor -wie der Tschernobylreaktor- ein Graphitreaktor und Graphit brennt nun mal.

Anonym hat gesagt…

"Ausserdem ist der Kugelhaufenreaktor -wie der Tschernobylreaktor- ein Graphitreaktor und Graphit brennt nun mal."

Wirklich sehr fundiert. Weitere Diskussion sinnlos.

Störk hat gesagt…

sogar ein "Siedewasserreaktor" kann sicher gegen Kernschmelzen sein:
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor_Oklo

Trotzdem kann man nicht oft genug darauf hinweisen, daß
1. alle beide Kernschmelzen in kommerziellen (aus linker Sicht "kapitalistischen") Elektrizitätswerken relativ glimpflich (ohne Strahlentote) ausgingen
2. daß Three-Mile-Island und Fukushima-Daichi beides Siedewasserreaktoren waren - bisher gab es keinen vergleichbaren Fall in einem Druckwasserreaktor, von THTR oder Brütern ganz zu schweigen.
3. der RBMK (Reaktor Bolschewiki Mit Kanälen) von Tschernobyl für die Beurteilung von kommerziellen Elektrizitätswerken irrelevant ist, weil bei seiner Auslegung nie die wirtschaftliche Stromerzeugung, sondern immer die schnelle Entnahme waffenfähigen Plutoniums im Fokus stand.

Falls es jemanden interessiert, was - von der Physik her - die Potentiale und die Grenzen der verschiedenen Energieträger sind, empfehle ich dringend http://www.energytribune.com/2771/understanding-e-mc2 zu lesen.

Anonym hat gesagt…

... und das die Toten der Fukushima Katastrophe durch Flutwellen, ausgelöst durch das Erdbeben, ums Leben kamen.

grienpies hat gesagt…

Oh je, wo soll man anfangen...
Leichtwasserreaktoren haben einen Wirkungsgrad in der Elektrizitätserzeugung von ca. 0.5%. Nur eine Regierung ist in der Lage, so eine Maschine bauen zu lassen. Das Kernkraft überhaupt so günstig Strom liefern kann liegt einzig an der ungeheuren Bindungsenergie der Atomkerne (ca. 1MeV verglichen mit 1eV der Atombindung).
Beim Stichwort Thorium kommt nur der LFTR (Liquid fluorid thorium reactor, amerikanische Abkürzung) oder TMSR (Thorium molten salt reactor, chinesische Abkürzung) in Frage. Der könnte tatsächlich privat betrieben werden. Diese Technologie bietet viele Vorteile:
Die Reaktion findet in einer Salzschmelze statt, eine Kernschmelze ist somit ausgeschlossen.
Ein „freeze plug“ in einem Rohr, dass von außen mit Luft gekühlt wird, verhindert das die Salzschmelze in spezielle Auffangbehälter fließt. Sollte die Kühlung ausfallen oder die Salzschmelze überhitzen, schmilzt dieser Pfropf und die Salzschmelze fließt in die Auffangbehälter wo sie passive gekühlt wird. Tatsächlich lief in Oakridge von 1965 bis 1969 ein Experimentalreaktor diesen Typs. Unter der Woche ließen die Wissenschaftler den Reaktor rund um die Uhr laufen, am Wochenende hatten sie aber keine Lust dazu und schalteten einfach die Kühlung des freeze plugs aus und am nächsten Montag wurde dann wieder aufgeheizt und zurück gepumpt. Ein Reaktor den man über das Wochenende abschalten kann!!!!!!!!!!
Man kann im laufenden Betrieb Materialien entnehmen oder zusetzen, damit werden eine ganz Reihe von Isotopen zugänglich von denen wir noch nicht wissen, was man damit machen kann. Potentielle Kandidaten sind Tc oder Bi für die Radionuklidmedizin. Gut möglich dass die Elektrizitätsgewinnung an zweite Stelle rückt.
Thorium fällt in automatisch beim Abbau von Neodym an, das wir ja so dringen für unsere Windmühlen brauchen. Allein in den USA lagern 100 000 t Thorium. Eine einfache Überschlagsrechnung: In den USA gibt es rund 100 Kernreaktoren mit je 1 GW, die rund 10% der Elektrizität liefern. Um dies Reaktoren zu ersetzen und die komplette Elektrizitätserzeugung umzustellen braucht man 1000 1GW LFTR (ich würde 5000 200 MW LFTR bevorzugen) die pro Jahr 1000 t Thorium verbrauchen. D.h. die USA hätten heute schon genug Thorium für 100 Jahre Stromversorgung auf Lager.
Mehr Informationen findet man hier, allerdings auf ausländisch: http://energyfromthorium.com/

Anonym hat gesagt…

@ Grienpies: "Leichtwasserreaktoren haben einen Wirkungsgrad in der Elektrizitätserzeugung von ca. 0.5%." Sie erwarten auf so einen Unfug nicht wirklich eine Antwort, oder? Informieren Sie sich, bevor Sie hier so einen Bullshit schreiben.

grienpies hat gesagt…

Ich habe nur Kirk Sorensen zitiert: http://www.youtube.com/watch?v=D3rL08J7fDA
Allerdings haben Sie recht, ich hatte diese Rechnung nicht bis ins Detail nachvollzogen. Die Berechnung bezieht sich wohl auf den gesamten Energiegehalt des Urans in Brennstab. Da dieser nur auf ca. 4-5% angereichert ist und nachdem etwa die Hälfte bis zwei Drittel dieser 4-5% U235 verbraucht sind, ausgetauscht werden muss, kommt man auf 0.5% wenn man zusätzlich den nicht so besonders guten Wirkungsgrad von ca. 35% der Elektrizitätserzeugung mit einbezieht.
Da der Energiegehalt von Thorium zu 99% im LFTR umgesetzt werden kann und auf grund des besseren Wirkungsgrad der Elektrizitätserzeugung bei höheren Temperaturen, es können z.B. GuD Generatoren verwendet werden, ist diese Ansicht wohl gerechtfertigt.