Sonntag, 29. Dezember 2013

Marktkommentar: Übertreibungen bei deutschen Immobilien: Gibt es eine Immobilienblase in Deutschland?


von Claus Vogt
Bedenkliche Entwicklungen am Immobilienmarkt
Liebe Leser,
in den vergangenen Monaten sind wir immer wieder und immer häufiger gefragt worden, wie wir die Vorgänge am deutschen Immobilienmarkt beurteilen. Schließlich gehören wir zu den wenigen Analysten, die Mitte der 2000er Jahre nicht nur das Ausmaß der US-Immobilienblase klar erkannten und vor den verheerenden Folgen ihres Platzens warnten. Wir haben seinerzeit in unseren Analysen zusätzlich stets darauf hinwiesen, dass es in Spanien und Irland sogar noch größere Immobilienblasen gab als in den USA. 

Tatsächlich gibt es zurzeit in Deutschland unverkennbare Exzesse an den Immobilienmärkten. Beispielsweise werden in einigen deutschen Großstädten inzwischen Preise gezahlt, die so hoch sind, dass sich das Investment unmöglich lohnen kann. Und in Berlin kann ich gewissermaßen vor meiner Haustür beobachten, wie Baulücken geschlossen werden, die aus gutem Grund Baulücken waren, und wie Häuser den Eigentümer wechseln, die bis vor kurzem als nahezu unverkäuflich galten.

Samstag, 28. Dezember 2013

Über anarchistische Gedankenverbrechen und Eigentumsrechte

Kommunistische Anarchisten: Freiheit nur zweitrangig.
von Ryan Calhoun (anonymer Übersetzer)
Auf der populären anarchistischen Facebookseite Anarchist Memes entschied sich ein Administrator dafür, seine Eigentumsrechte auszuüben indem er die Meinung äußerte, dass mit missliebigen Meinungen in einer staatenlosen Gesellschaft nicht friedlich umgegangen würde. 

Status: 

„Ihr denkt, Anarchismus heißt, wir sollten alle irgendein Recht dazu haben, zu sagen, wozu immer wir Lust haben? 

Lasst mich das klarstellen: Leute denken, dass in einer staatenlosen Gesellschaft jeder anderen erlauben wird, ein großes Arschloch zu sein, wenn sie den Mund aufmachen? Ohne eine Polizei, die liberale Ideen wie die Freiheit, eine bigotte Person zu sein, bezweifle ich, dass die Leute Intoleranz bloß in verbaler Ablehnung tolerieren würden. 

Ohne staatlichen Schutz würde Unterdrückung (von Bigotterie über Patriarchat bis zu Kapitalismus) nicht so gedeihen wie jetzt. Das ist mehr oder weniger der Angelpunkt anarchistischer Staatsablehnung.“ 

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wie Amazon seine Kritiker fertigmachen könnte

Es kommt aus Amerika. Es wird Geld damit verdient. Und es macht lahmduseligen deutschen Unternehmen Konkurrenz. — Dann ist es bestimmt etwas Böses!

Aktuelles Beispiel für diese Logik: Amazon.

Was wurde nicht alles aufgedeckt. So fanden etwa öffentlich-rechtliche Anstalten Schockierendes heraus: Mitarbeiter bei Amazon müssen arbeiten, teilweise sogar körperlich, dabei lange Wege zurücklegen und eine gewisse Leistung erbringen. Und dafür bekommen sie nur den Lohn, den sie mit Amazon vereinbart haben, weil Amazon ihnen mehr als andere Unternehmen bezahlt. Natürlich eine unerträgliche Vorstellung für jeden Mitarbeiter beim Staatsfunk. Was wäre denn erst los, wenn sich solche Zustände auch dort ausbreiten würden?

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

Liebe Leser,
wir wünschen Ihnen festliche, geruhsame und besinnliche Weihnachten in angenehmer Gesellschaft. Wir verbleiben zunächst mit einem schönen, zur Weihnachtszeit passendem Zitat des ehemaligen US-Präsidenten Calvin Coolidge, der zu Lebzeiten trotz seines Politikerdaseins immerhin einige ordentliche Ansätze vorweisen konnte: 

,,Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. To cherish peace and goodwill, to be plenteous in mercy, is to have the real spirit of Christmas.''
______________________ 
Wer uns ein schönes Weihnachtsgeschenk machen möchte, kann dies tun.
Wir freuen uns

über jede finanzielle Unterstützung,

über jeden Gastbeitrag, den man uns per Mail (tomek.froelich@yahoo.de) zuschickt und

über jede Kritik an uns.


Wir melden uns bereits in den nächsten Tagen mit neuen Beiträgen!

Montag, 23. Dezember 2013

Marktkommentar: Steigende Zinsen lösen eine Kettenreaktion aus


von Claus Vogt
Liebe Leser,
anscheinend haben wir mit unserer Themenschwerpunkt-Ausgabe "Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014" bei unseren Lesern voll ins Schwarze getroffen. Jedenfalls liefen bei uns die Telefone heiß und der Posteingang quoll fast über. Viele unserer Leser sind ja schon länger mit der Materie vertraut, aber dieser Themenschwerpunkt hat offenbar zahlreiche Newcomer aus dem Winterschlaf geholt und deren Interesse geweckt. Ich kann natürlich verstehen, wenn Sie stark verunsichert sind und vielleicht nicht glauben möchten, was ich geschrieben habe, denn die Meldungen aus der Wirtschaft scheinen ja rundum positiv zu sein. Aber dieser Schein trügt heute ebenso wie in 2007. Unsere Indikatoren lassen keinen Zweifel daran: Die Lage war noch nie so ernst wie heute.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Sind deutsche Professoren unterfordert?

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
oft kann man lesen, dass die Professoren in Deutschland hoch belastet, ja überlastet seien. Forschung und Lehre als Kerngeschäft, dazu immer mehr Gremienarbeit, steigende Studentenzahlen und nicht enden wollende Reformen im Hochschulbereich, es stürmt wirklich eine Menge auf die Professorenschaft an den staatlichen Hochschulen ein.

Aber gelegentlich ist in den Medien auch von umfangreichen Nebentätigkeiten einzelner Wissenschaftler die Rede. Da kommen einem doch Zweifel, ob die Professoren wirklich so stark belastet sind, wie sie es der Öffentlichkeit gerne verkünden.
In Nordrhein-Westfalen wurden die Nebentätigkeiten von Professoren vor einigen Jahren umfassend untersucht. In die Untersuchung wurden mehr als ein Viertel aller Universitätsprofessoren und rund die Hälfte aller Fachhochschulprofessoren dieses Bundeslandes einbezogen.

Freitag, 20. Dezember 2013

Marktkommentar: Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014


von Claus Vogt
Die Zeichen stehen auf Sturm
Lieber Leser,

die Zeichen an den Finanzmärkten stehen auf Sturm. Selten zuvor war die Lage ähnlich extrem wie heute. Deshalb verspricht 2014 ein sehr interessantes Jahr zu werden. Lesen Sie daher in der kommenden Themenschwerpunkt-Ausgabe „Die 7-Punkte-Dramaturgie des Krisenjahres 2014“ unseres neuen Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“, wie Sie Ihr Vermögen in dieser schwierigen Phase schützen und mehren können.
Von unseren Lesern werden wir immer häufiger gefragt, ob sich am deutschen Immobilienmarkt inzwischen eine Spekulationsblase gebildet hat. Diese Frage werden wir in der regulären Monatsausgabe Januar 2014 beantworten.
Sowohl die Themenschwerpunkt-Ausgabe als auch die reguläre Monatsausgabe Januar erscheinen bereits nächste Woche, am Donnerstag, den 19. Dezember. Nutzen Sie diese hervorragende Gelegenheit zum kostenlosen Kennenlernen unseres kritischen, unabhängigen und häufig auch konträren Börsendienstes „Krisensicher Investieren“ und testen Sie "Krisensicher Investieren" 30 Tage kostenlos.
Wir halten den Zeitpunkt für dieses Angebot nicht nur mit Blick auf Weihnachten für perfekt gewählt, sondern viel mehr noch aufgrund der Tatsache, dass 2014 ein Jahr werden wird, in dem Finanzmarktgeschichte geschrieben wird. Greifen Sie zu, informieren Sie sich jetzt über die großen Risiken und die damit einhergehenden ebenso großen Chancen des kommenden Jahres.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Schülerzahlen und Lehrerstellen

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn die Zahl der Schüler im Schulsystem abnimmt, müsste entsprechend auch die Zahl der Lehrer abnehmen. Denn schließlich ist für weniger Schüler auch weniger Unterricht zu erteilen. Sollte man meinen.

Doch in den staatlichen Schulen Deutschlands ist das anders: Da hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Schüler zwar deutlich verringert, die Zahl der Lehrer ist jedoch gleich geblieben oder hat sich sogar weiter erhöht!
Können Sie kaum glauben? Dann lassen Sie beispielhaft die nachfolgenden Zahlen aus Baden-Württemberg auf sich wirken, die der Rechnungshof dieses Bundeslandes dankenswerterweise für eine Denkschrift zusammengetragen hat. Sie zeigen Ihnen die Entwicklung der Schülerzahlen von 2000 bis 2011. Ob sie das Denken der zuständigen Politiker anregen wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Nelson Mandela und das Wirtschaftssystem der Apartheid

von Tomasz M. Froelich
Wenn eine berühmte Persönlichkeit stirbt, nimmt das öffentliche Interesse an ihr kurzweilig zu. Dieses Interesse ist meist oberflächlicher Natur. Man trauert der Person ein wenig nach, schaut sich vielleicht noch ein, zwei Fernsehdokumentationen an und liest bestenfalls eine ihr wohlgesinnte Biographie. Man tut dies, um das ohnehin von den Massenmedien einprogrammierte Bild, das man von dieser Persönlichkeit hat, mithilfe der Massenmedien nochmals zu bestätigen. Wie sinnvoll...

Nahezu jeder ist ahnungslos...
Auch der vor kurzem verstorbene Nelson Mandela, Symbolfigur des Kampfes gegen das rassistische Apartheidssystem in Südafrika, war eine solche Persönlichkeit. Nahezu jeder trauert ihm nach. Nahezu jeder hält ihn für einen der größten Helden in der Geschichte der Menschheit. Nahezu jeder ist der Ansicht, dass man sich am Handeln Mandelas orientieren sollte. Nahezu jeder hat gar keine Ahnung davon, wer Mandela wirklich war und was er gemacht hat.

Montag, 16. Dezember 2013

Nelson Mandela - wenn die Falschen verehrt werden

von Tomasz M. Froelich
Von falschen Helden...
,,Die legendären, nicht die wirklichen Helden haben Eindruck auf die Massen gemacht'', schrieb einst Gustave Le Bon, der Begründer der Massenpsychologie. Und in der Tat scheint dies zuzutreffen, wenn man sich die Ikonen unserer Zeitgeschichte so anschaut: Der Massenmörder Che Guevara wird heute noch weltweit von unwissenden Horden als Freiheitskämpfer verehrt, sein kommunistischer Genosse Fidel Castro ebenso. Diverse Lenin-Statuen prägen bis zum heutigen Tage das Stadtbild vieler Hochburgen des ehemaligen Warschauer Pakts, in denen Stalin, der vielleicht größte Verbrecher aller Zeiten, auch nach seinem Tod lange verehrt wurde. Mao Tse-tungs ,,Großer Sprung nach vorn'', seine Politik der Machtfestigung, Enteignungen  und Arbeitslager sowie seine ,,Kulturrevolution'' kostete 40-80 Millionen Chinesen das Leben, was viele Menschen nicht daran hindert, einen wahren Mao-Kult zu betreiben - die Mao-Bibel gehört bis heute in jeden ,,anständigen'' Haushalt eines Chinesen. Aber auch Adolf Hitler wurde zeit seines Lebens bis zur deutschen Kapitulation im Jahre 1945 im Land der Dichter und Denker lange verehrt - weniger Dichten, mehr Denken wäre im Nachhinein sicherlich nützlich gewesen.
Gustave Le Bon hatte Recht: Die Massen neigen dazu, die Falschen zu verehren. Es ist nicht die Vernunft, die Einfluss auf die Massen ausübt, sondern stumpfer Populismus und Propaganda. Damit lassen sich die Massen ködern. Und das wussten auch die hier genannten ,,Helden''.

Mandela: Krieg für Frieden!?
Auch der vor wenigen Tagen verstorbene Nelson Mandela gehört zu den legendären, aber nicht wirklichen Helden unserer Zeit. Er wird heutzutage von nahezu jedem Erdenbürger als Freiheitskämpfer gesehen, der erfolgreich Widerstand gegen das rassistische Apartheidsregime in Südafrika leistete. Seinen Widerstand quittierte das Apartheidsregime mit einer gegen ihn verhängten lebenslangen Haftstrafe - eine Entscheidung, die von der Mainstream-Geschichtsschreibung als Skandal beschrieben wird. Was die Mainstream-Geschichtsschreibung bei ihrem Urteil über Mandela übersieht, ist die Tatsache, dass Mandelas ,,Freiheitskampf'' durchaus blutig war.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Franziscus redemptor oder: Ist der Papst der bessere Unternehmer?

Papst Franziskus: der Antikapitalist.
von Dr. Peter J. Preusse
Und jedem Abschied wohnt ein Zauber inne...
Dass ich mich bis neulich auf Befragen selbst als „katholischen Atheisten“ stilisiert hatte, war, neben der Lust am Paradoxon und der Abwendung vom Gotteswahn vor allem ein Ausdruck der Opposition gegen das evangelische Milieu, das ich im Elternhaus erlebt hatte und das in seiner giftigen Reinkultur z. B. in Ingmar Bergmanns „Fanny und Alexander“ und in Otto Julius Bierbaums „Prinz Kuckuck“ beschrieben ist: Demonstrative Bescheidenheit, Sackleinen, nur ja kein Silberglanz, chronisch schlechtes Gewissen disziplinieren jede spontane sinnliche Lebenslust, wogegen das südländisch-katholische Milieu eher für die lebensfreundliche Kultur der armen Sünder steht, die zwar sonntags – vor dem Frühschoppen – beichten gehen, aber das wenigstens in einer möglichst barocken schmuck- und kunstvollen Kirche voller Sinnenschönheit und nicht ohne Weihrauch-Wirkung auf das Bedürfnis nach Festlichkeit, Stille, Wahrheit, und die die Woche in einer Art gesund balancierter Schizophrenie oder Doppelmoral zwischen dem höheren Menschen und dem wohlgenährten „Erdenrest, zu tragen peinlich“ zubringen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Der gesetzliche Mindestlohn - Es kann nur keinen geben

Anonymer Autor
Es ist das vielleicht kontroverseste und gleichzeitig am meisten diskutierte Thema in Deutschland: die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Schon seit mehreren Jahren streiten sich Anhänger und Gegner darum, ob ein gesetzlicher Mindestlohn hilfreich oder schädlich für die Wirtschaft und somit für sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer ist. Die Entscheidung, welche Seite Recht hat, erscheint schwierig, da die Argumente beider Seiten sinnvoll erscheinen. Gerade deswegen haben so viele Menschen Schwierigkeiten, sich eine Meinung darüber zu bilden.

Die neue Große Koalition hat sich nun entschieden, ab dem Jahr 2015 einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland einzuführen. Dieser soll demzufolge bei 8,50 Euro liegen und laut dem 185 Seiten langen Koalitionsvertrag dafür sorgen, dass Arbeit „sich lohnen und existenzsichernd sein“ soll. Es handelt zugleich das Hauptargument der Mindestlohn-Anhänger; die Tatsache, dass jeder einen fairen Lohn für seine Arbeit verdient und nicht schlechter dastehen soll als so genannte reiche Personen. Im Folgenden wird darauf eingegangen, warum die Einführung eines Mindestlohns nicht unbedingt die Lösung für die oben genannten Probleme ist und der Blick lieber auf eine andere Sache gerichtet werden sollte.


Dienstag, 10. Dezember 2013

Marktkommentar: Bären an der Wall Street vom Aussterben bedroht


von Claus Vogt
Anlegerstimmung so bullish wie nie zuvor
Lieber Leser,
generell unterscheidet man an der Börse Bullen, die steigende Aktienkurse erwarten, und Bären, die mit fallenden Kursen rechnen, sowie die nicht ganz unerhebliche Gruppe von Analysten, bei der man im Anschluss an die Lektüre nicht weiß, woran man ist. Man könnte sie die Politiker unter den Analysten nennen, da sie sich nicht festlegen wollen und wahrscheinlich ganz bewusst darauf verzichten, sich klar auszudrücken. Bei modernen Politikern rechne ich rund 99% der Akteure zu dieser Kategorie. Bei den Aktienanalysten waren es laut Investors Intelligence in der vergangenen Woche mit der für diesen Berufsstand eher durchschnittlichen Zahl von 28,6% deutlich weniger.



Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? 20 Jahre Reformstau – oder werden es noch mehr?

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
moderne Behörden verstehen sich als effiziente und kundenorientierte Dienstleister und entwickeln sich ständig weiter, um ihre Aufgaben angemessen zu erfüllen. Sie hingegen meinen, solche Behörden seien in der Praxis nur selten anzutreffen? Da muss ich Ihnen leider Recht geben, das ist auch meine Erfahrung. Noch allzu häufig trifft man auf Staatseinrichtungen, die sich nicht modernisieren wollen und sich gegen notwendige Reformen stemmen.

Ein besonders schlimmes Bild gibt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ab, deren Reform - unbestritten - seit Jahrzehnten überfällig ist. Seit Beginn der 1990er Jahre wird im politischen Raum eine Modernisierung dieser Verwaltung diskutiert. Immer wieder hatte der Bundesrechnungshof Steuerungsdefizite und mangelnde Wirtschaftlichkeit dieser Verwaltung mit ihren vielen kleinen Behörden kritisiert. Zwar wurden seit 1995 aufgrund von Einsparvorgaben des Parlaments 5.000 Stellen bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung abgebaut, aber diese beschäftigt immer noch über 12.000 Mitarbeiter. Zu einer Reform der Organisationsstrukturen kam es allerdings viele Jahre lang nicht. Ansätze dazu blieben immer wieder im Dickicht der Bürokratie stecken.

Montag, 9. Dezember 2013

Habermanns Richtigstellung: Anarchismus

Prof. Gerd Habermann
von Prof. Gerd Habermann
Diesen Monat: Anarchismus
Es gibt einen ,,guten'', d. h. individualistischen und einen ,,schlechten'', d. h. kollektivistischen Anarchismus. Beim ersteren geht es darum, eine vollständige Privatrechtsordnung herzustellen, in der selbst Erzwingungsrechte zur Verteidigung von Leben und Eigentum in der Hand von privaten Individuen oder Firmen, etwa Versicherungsagenturen, liegt. Eine unter modernen Bedingungen kaum durchführbare Utopie, die gegenwärtig besonders von Murray N. Rothbard und Hans-Hermann Hoppe vertreten wird. Der ,,schlechte'' Anarchismus beginnt mit einer ,,Vergemeinschaftung'' des privaten Eigentums durch Kollektive, die zwar den Staat beseitigen, aber an seine Stelle nur die Willkür von nonzentralen Kollektiven, etwa Kommunen, setzt. Schon wegen dieser Feindschaft zu Privateigentum und Marktwirtschaft ist dieser Anarchismus utopisch im schlechten Sinn. Er ist dem Sozialismus verwandt:,,Sozialismus ohne Staat''. Hauptvertreter: Die russischen Theoretiker Kropotkin, Bakunin und Netschajeff.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Marktkommentar: Rezession in den USA?


von Claus Vogt
ECRI bleibt dabei: Die Rezession hat schon begonnen

Lieber Leser,
vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle das unabhängige US-Wirtschaftsforschungsinstitut Economic Cycle Research Institute (ECRI) thematisiert. Dessen Chefanalyst, Lakshman Achuthan, vertritt bereits seit geraumer Zeit die Meinung, dass sich die US-Wirtschaft schon seit Ende 2012 in einer Rezession befinde. Die von ihm verwendeten realwirtschaftlichen Indikatoren ließen keine andere Einschätzung zu, so Achuthan.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? Von Pferden und steuerzahlenden Bürgern

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn sich Stuten und Hengste in Deutschland näherkommen, sind wir steuerzahlenden Bürger regelmäßig mit dabei. Denn die Pferdezucht wird hierzulande als so wichtig angesehen, dass der Staat sie finanziell unterstützt. Zur Freude der privaten Züchter natürlich, die davon profitieren. Können Sie kaum glauben? Dann lassen Sie mich mal ein wenig von den staatlichen Gestüten erzählen, die wahrscheinlich nur Pferdefreunden ein Begriff sind.

Die meisten Bundesländer unterhalten staatliche Gestüte, deren Hauptaufgabe darin besteht, den Züchtern wertvolle Hengste gegen ein Deckgeld zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck wird ein umfangreiches Netz von sogenannten Deckstellen beziehungsweise Besamungsstationen unterhalten. Auf den flächenmäßig großen Gestüten tummeln sich mehrere Hundert Pferde, die von zahlreichen Staatsbediensteten betreut werden. Ein größeres Gestüt verursacht Kosten in Millionenhöhe, denen regelmäßig nur geringe Einnahmen aus Deckgeldern usw. gegenüberstehen. Der Kostendeckungsgrad der Gestüte liegt zum Teil unter 40%.

Mittwoch, 27. November 2013

Die Absurditäten des Etatismus im Alltag am Beispiel einer Zugfahrt

von Tommy Casagrande
Im letzten Waggon des Zuges gibt es eine Kinderecke mit einem Fernseher, wo rund um die Uhr Kinderserien laufen. Direkt daneben hat sich ein Mann hingesetzt und weiter hinten ein älteres Pärchen. Als die Fahrkartenkontrolleurin durchspazierte, fing der Mann an sich zu beklagen, dass der Fernseher zu laut sei und ob man ihn nicht leiser drehen könne. 
Er hat sich aber direkt neben diesen lauten Fernseher gesetzt. Der Zug war insgesamt nicht ausgelastet, sodass er auch den Waggon hätte wechseln können. Ein Kind saß währenddessen nicht vor dem Fernseher, aber bei jeder Station hätte eines einsteigen können. Die Kontrolleurin, die sich ihrerseits nicht auskannte mit der Technik ging weiter und bekam von der älteren Frau eines Pärchens die nächste Schelte zu hören. Der Fernseher würde Kinder taub machen, er sei zu laut und ob man ihn leiser drehen könne. Daraufhin kam ein wohl technisch kompetenterer Mann und drehte den Fernseher ab. Das ältere Pärchen hätte jedoch auch den Waggon problemlos mit ein paar Fußschritten wechseln können. Stattdessen wollte man den eigenen Willen durchsetzen. 

Montag, 25. November 2013

Marktkommentar: Rendite steigern und Schwankung reduzieren - gerade in turbulenten Zeiten


von Claus Vogt
Aktienmärkte drastisch überbewertet

Liebe Leser,
die fundamentale Bewertung des US-Aktienmarktes, der als Weltleitbörse fungiert, lässt keine Zweifel daran, dass wir es an den Aktienmärkten schon wieder mit einer gewaltigen Spekulationsblase zu tun haben, der dritten seit Ende der 90er Jahre. Beispielsweise ist das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) inzwischen auf 25 Punkte gestiegen. Es beträgt sogar mehr als 30 Punkte, wenn man es um die Gewinnmarge des Unternehmenssektors bereinigt, die sich zurzeit rund 70% über ihrem langjährigen Durchschnitt befindet.

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? Wenn Kommunen alles selber machen wollen…

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
meistens sind es ja die Behörden des Bundes oder der Bundesländer, die unsere Steuergelder verschwenden. Auch über schlecht geplante oder überteuerte Prestigeprojekte vieler Großstädte berichten die Medien des Öfteren. Aber wie steht es mit den kleinen Städten und Gemeinden, wie gehen die mit unseren Steuergeldern um? Ist da die Welt noch in Ordnung oder wird nur nicht so viel über deren Sündenfälle geschrieben? Eine Untersuchung aus neuerer Zeit lässt mich daran zweifeln, dass kleine Kommunen sorgfältiger mit Steuergeldern umgehen als große.

Untersucht wurde ein Ausschnitt aus den vielen kommunalen Aufgaben, nämlich die Tätigkeit der sogenannten Bauhöfe. In die Untersuchung einbezogen waren mehr als 200 kleinere Städte und Gemeinden eines neuen Bundeslandes. Die kommunalen Bauhöfe erledigen viele derjenigen Aufgaben, die in Großstädten von den Stadtwerken wahrgenommen werden. Sie kümmern sich um die Straßenreinigung, die Pflege der öffentlichen Grünflächen und um den Winterdienst, um nur die wichtigsten Tätigkeiten zu nennen.

Donnerstag, 21. November 2013

Klassisch-liberal vs. Sozialistisch: Die zwei Visionen Europas

Anonymer Autor
Nur wenige wissen darüber bescheid, dass die Gründerväter der EU eine klassisch-liberale Philosophie hatten, die sich auch in den vier Grundfreiheiten widerspiegeln sollte. Trotz anfänglicher Erfolge, ist diese jedoch mittlerweile durch die sozialistische Vision abgelöst worden. Im Folgenden werden beide Visionen anhand der geschichtlichen Entwicklung der EU erläutert und begründet, welche von beiden Visionen am ehesten geeignet ist, die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen.
Jeder, der sich heutzutage kritisch gegenüber der Europäischen Union äußert, insbesondere wenn es um Bürgschaften für die so genannten PIGS-Länder geht (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) geht, wird sofort als „Anti-Europäer“ bezeichnet. Es kann sogar vorkommen, dass man in einem Satz mit nationalsozialistischen Parteien genannt wird, wobei der Hintergrund der ablehnenden Haltung ein vollkommen anderer ist (Während Nationalsozialisten auf nationaler Ebene einen Zentralstaat wollen, befürworten die klassisch-liberal eingestellten Personen ein dezentrales System).

Mittwoch, 20. November 2013

Falsche Gegensätze - falsche Verbündete

von Tommy Casagrande
Die Grünen als die bösen Totalitaristen hinzustellen führt zur Stigmatisierung falscher Feinde und zur Annahme falscher Freunde. Auch die FDP spricht sich, wie die Grünen und alle anderen Parteien, in der Naivität ihres Glaubens, alle Menschen zu einer bestimmten Form von "Freiheit" zwingen zu dürfen, für ein Gewaltmonopol aus.
Wenn Menschen freiwillig Gesellschaft machen, dann können Menschen auch eine solche konzipieren, in der einer einzigen Organisation die Alleinanbietung zugestanden wird. Dies unterscheidet sich fundamental von einem Gewaltmonopol, wenn es freiwilliges Mitmachen oder Austreten erlaubt. Ein Alleinanbieter und ein Gewaltmonopolist sind nun mal auch nicht das selbe.
Eine grüne Organisation der Alleinanbietung wäre genauso legitim, wie eine anders ausgerichtete Alleinanbietung. Alleinanbietung und Freiwilligkeit müssen dabei jedoch ident sein. Ignoriert man die Freiwilligkeit und gründet Gesellschaft auf einem Gewaltmonopol, in dem alle gezwungen werden, nach bestimmten Inhalten zu leben, dann ist es auch ein Verbrechen, wenn die FDP regiert und nicht nur, wenn es die Grünen tun.

Montag, 18. November 2013

Marktkommentar: Krisensicher Investieren – heute wichtiger denn je


von Claus Vogt
Liebe Leser,
voriges Wochenende fand in München die diesjährige Edelmetallmesse statt. Trotz der schlechten Stimmung an den Rohstoffmärkten fanden 7.000 Menschen den Weg in die Event-Arena. Viele der Besucher kamen mit der Frage, wie es mit Gold und Silber weitergehen wird. In meinem Vortrag „Das große Bild spricht eindeutig für Gold“ habe ich meine Sicht der Dinge dargelegt. Sollten Sie nicht unter den Zuhörern gewesen sein, dann können Sie sich die Präsentation zu meinem Vortrag unter www.krisensicherinvestieren.com herunterladen.

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Wenn Bürokraten mit der Bürokratie nicht klarkommen

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
als Bürger und Steuerzahler kommen wir immer wieder in Kontakt mit einer der vielen Behörden dieses Landes. Dann erleben wir eine Bürokratie, die uns mit unverständlichen Formularen und unsinnigen Vorschriften traktiert. Ferner erleben wir, dass jeder Behördenmitarbeiter zutiefst von der Wichtigkeit und Richtigkeit „seiner“ Vorschriften überzeugt ist. Als Bürger sollen wir - das wird ganz selbstverständlich erwartet - die jeweiligen Regelungen kennen und beachten. Aber gilt das auch für die Behördenmitarbeiter selbst, wenn die es bei ihrer Arbeit mit Vorschriften zu tun bekommen, für die sie nicht speziell ausgebildet wurden? Pressemeldungen aus jüngster Zeit lassen daran zweifeln!
So habe ich mit Erstaunen gelesen, dass viele Behörden spezialisierte Rechtsanwälte einschalten, wenn sie der gewerblichen Wirtschaft Aufträge erteilen. Die Vorschriften seien dermaßen kompliziert, so rechtfertigen sich diese Behörden, dass man sich eine korrekte Auftragsvergabe ohne fachkundige Beratung nicht mehr zutraue.

Mittwoch, 13. November 2013

Hooligans in Uniform: Die Gefahr kommt vom Staat und für den Staat

Von der Polizei ermordet: Gabriele Sandri
von Felix O. Mozart
,,Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik!‘‘ Schön wär’s, werden sich die meisten Fußballfans denken, insbesondere die medial gescholtenen Ultras und Hooligans – zwei Subkulturen, durch die der Fußball zunehmend zum Politikum wird. Dass dem so ist, liegt weniger im Interesse der Ultras und der Hooligans, sondern vielmehr im Interesse des Staats, der mit diesen Subkulturen ein wohlkalkuliertes Spiel spielt, das seine eigene Macht stärken soll.

Zum Verständnis: Was sind Ultras und Hooligans?
Ultras sind fanatische, loyale und organisierte Anhänger, bei denen der Sport und Support ihres geliebten Vereins im Vordergrund steht. Ihre Verbundenheit zum Verein äußern sie häufig mit Choreographien, Fahnen und dem Abbrennen von Pyrotechnik. Mit Ultragruppierungen anderer Vereine kommt es gelegentlich zu Auseinandersetzungen. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Ultras ist der Kampf gegen die Kommerzialisierung des Fußballs, die sie unter anderem nationalen und internationalen Fußballverbänden ankreiden (DFB, UEFA, FIFA etc.).

Dienstag, 12. November 2013

Die zwei Formen des Eigentums

von Tommy Casagrande
Es gibt nicht nur ein Wesen von Eigentum, sondern zwei. Das eine Wesen ist anarchistisch und definiert sich durch die Struktur freiwilliger Vergesellschaftung. In einem von Grund auf freiwillig aufgebauten Gesellschaftsmodell entwickeln sich Tauschgeschäfte, Preise, Verteilung von Gütern unter freien Bedingungen. Unter solchen Bedingungen, die es auf der Erde nie gegeben hat, entspricht das Wesen des Eigentumbegriffes der Struktur, die ihn umgibt, denn der Eigentumsbegriff hat seine Voraussetzung in der Struktur der Vergesellschaftung, durch die er definiert wird. 
Eine erzwungene Vergesellschaftung kann keinen anarchistischen Eigentumsbegriff aufbauen, weil schon die Vergesellschaftung auf Zwang und Gewalt beruht und unter diesen Umständen das, was sich als "Markt" entwickeln wird, beeinflusst.
Somit gelangen wir zum zweiten Eigentumsbegriff, der uns heute begegnet. Er hat ein etatistisches Wesen und ist aufgrund der erzwungenen Vergesellschaftungsform Spielball machtpolitischer Interessen. Tauschhandlungen, Preise, Verteilung von Gütern findet unter etatistischen Strukturen statt und wird durch sie beeinflusst, verzerrt und manipuliert. Indem man diesen etatistischen Eigentumsbegriff verteidigt, geht man dem Etatismus auf den Leim. 

Montag, 11. November 2013

Liberalismus begeistert mehr denn je: Zweite Regionalkonferenz der European Students For Liberty am 23. November 2013 in München

von Michael Landl
Obwohl in den deutschsprachigen Medien kaum ein Tag vergeht an dem kein Abgesang auf den klassischen Liberalismus angestimmt wird, wachsen die European Students For Liberty weiter. Mit unserer Hilfe wurden mehr als 200 Studentengruppen in 36 europäischen Ländern gegründet (weltweit sind es bereits über 1000). Wir sehen uns als einen „Serviceprovider“ für klassisch-liberale Studenten und möchten deren primäre Anlaufstelle an den europäischen Universitäten werden. Zu diesem Zweck stellen wir kostenlos Ressourcen (z.B. Bücher oder Onlineseminare), Trainings und Netzwerkmöglichkeiten zur Verfügung. Unser Ziel ist es, DIE Ressource für klassisch-liberale Studenten zu werden. Der Fokus liegt auf Studenten, da ESFLs Theorie des sozialen Wandels auf langfristige Veränderungen in der Denkweise der Gesellschaft abzielt. Das heißt, wir möchten den jungen Menschen so früh wie möglich die klassisch-liberalen Ideen näher bringen, damit sie diese während ihres weiteren akademischen und beruflichen Werdegangs verbreiten können.

Freitag, 8. November 2013

Marktkommentar: Neuer Börsenbrief mit Roland Leuschel und Claus Vogt


von Claus Vogt
Ab sofort können Sie sich für den neuen Börsenbrief anmelden, den ich künftig gemeinsam mit dem bekannten Finanzmarktexperten und Koautor meiner Bücher, Roland Leuschel, schreiben werde: KRISENSICHER INVESTIEREN. Unter www.krisensicherinvestieren.com können Sie sich über diesen kostenpflichtigen neuen Dienst ausführlich informieren. Die 12-seitige Erstausgabe von Krisensicher Investieren ist soeben erschienen, zusammen mit einem 16-seitigen Einführungsdossier und einer ebenfalls 12-seitigen Themenschwerpunkt-Ausgabe „Börsenpsychologie und Behavioral Finance“.

Nach meiner spontan erfolgten Kündigung bei dem Verlag, für den ich sieben Jahre lang einen sehr erfolgreichen Börsenbrief geschrieben habe, stand ich vor der Frage, wie es an dieser Stelle sinnvollerweise weitergehen soll. Ganz mit dem Schreiben aufhören und mich ausschließlich auf meine anderen Aktivitäten konzentrieren? Oder gemeinsam mit Roland Leuschel endlich das schon länger geplante dritte Buch in Angriff nehmen?
Während der Gespräche, die ich mit dem über der gemeinsamen Arbeit zum Freund gewordenen Roland Leuschel über diese Fragen führte, bot sich uns eine andere Chance: die eines gemeinsam geschriebenen Börsenbriefs. Die Zeit dafür könnte besser kaum sein. Warum?

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? Schlauer als der Markt?

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,

wer sich im staatlichen Bereich an den Hebeln der Macht befindet, glaubt oft, dass die Gesetze des Marktes für ihn nicht gelten, dass man sie, wenn man nur wolle, einfach außer Kraft setzen könne. Diese Einstellung führt dann oft zu teuren Fehlentscheidungen, für die, na wer wohl, natürlich die Steuerzahler aufkommen müssen.
Vor einigen Jahren waren Musicals der große Hit. Doch schnell war der Markt gesättigt, viele Musical-Projekte gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Gleichwohl sollte in einer westdeutschen Stadt ein weiteres Musical-Theater gegründet werden. Mit Unterstützung der Stadt und einem Investitionszuschuss des Landes sollten über 170 Dauerarbeitsplätze geschaffen werden. Arbeitsplätze sind ein Schlüsselreiz, dem die Politik fast nie widerstehen kann.

Bei der Antragsprüfung für den Investitionszuschuss wurden Zweifel an der Tragfähigkeit des Vorhabens deutlich. Daraufhin wandte sich der Oberbürgermeister der betreffenden Stadt an den Wirtschaftsminister des Landes. Beim Ausbleiben des Zuschusses drohten unabsehbare finanzielle Folgen, im Übrigen stehe der Termin für die Premiere des Musicals schon fest. Alle befragten Experten wiesen auf wirtschaftliche Schwierigkeiten im Musicalmarkt und auf die Insolvenzen anderer Musical-Projekte hin. Dennoch bewilligte der Wirtschaftsminister den beantragten Zuschuss in Höhe von fast fünf Millionen Euro. Aufgrund der geringen Auslastungszahlen stellte die Musical-Gesellschaft nach einem Jahr den Spielbetrieb ein. Alle geschaffenen Arbeitsplätze gingen wieder verloren.

Donnerstag, 7. November 2013

Erbschaftssteuer – Eine taktlose, mittelalterliche Praxis

von Moritz Ballauff
Wenn im Mittelalter ein Mitglied einer Bauernfamilie im Lehnswesen verstarb, hatten die Verbliebenen dem Grundherren eine Entschädigung in Naturalien für die verlorene Arbeitskraft zu entrichten; den so genannten Todfall. Die Begründung für diese absurde Steuer ist in der Definition mitgeliefert. Diese Betrachtungsweise ist in sich logisch, weil der Verstorbene als Eigentum eines anderen Menschen zu verstehen ist und entsprechend eine außerordentliche Abschreibung auf dessen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im weitesten Sinne darstellt. Es ist nicht zu weit hergeholt diese Praxis als Grundlage der Erbschaftssteuer in Mittel- und Westeuropa festzustellen. Das irritierende ist jedoch, dass ein Mensch einem anderen heute nicht mehr gehören kann, zumindest nicht im weitverbreiteten Verständnis, das die meisten Menschen heute als Status Quo in Europa ansehen würden.

Bevor ich mich der Rechtfertigung des Todfalls im 21. Jhd. zuwende, möchte ich jedoch einen Vergleich zwischen der Erbschaftssteuer und anderen Steuern anstellen. Wie so oft ist das nächstliegendste Merkmal auch eines der entscheidendsten. Die Einkommenssteuer beispielsweise wird erhoben, um den Besitz lebender und arbeitender Menschen zu besteuern. Die Erbschaftssteuer hingegen besteuert den Tod eines Menschen, also einen Toten. Das muss einmal ganz klar gesagt werden, ohne jegliche Beschönigung. In dem Moment, in dem das geliebte Familienmitglied das irdische Dasein verlässt, steht der Fiskus bereit. Und während es für den Toten ins Licht geht, geht es für die Verwalter seines Vermögens ins Finanzamt. Als hätte der Mensch bereits zu Lebzeiten eigentlich kein vollständiges Besitzrecht an seinem Eigentum gehabt, schlägt der Fiskus post mortem schonungslos zu.

Mittwoch, 6. November 2013

Freiheit statt Kumpanei mit Putin. Anmerkungen zur außenpolitischen Positionierung der AfD durch das Gauland-Papier

von Peter Mokwa
Die neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) präsentierte unlängst durch ihren stellvertretenden Sprecher Alexander Gauland ihre außenpolitische Konzeption. Ein bizarres und konfuses Papier, in dem durchaus Sinnvolles mit groteskem, nationalistischen Großmachtwahn vermengt wird und das Licht auf die wahren politischen Motive dieser Partei wirft – oder zumindest eines Teils ihrer Führung. Das Strategiepapier deutet an, in welchem politischen Gesamtrahmen die eurokritische Haltung dieser Partei steht. Um es aber von vornherein zu sagen: Der Zweck des Gauland-Papiers ist nicht die unmittelbare Änderung der deutschen Außenpolitik, dazu ist diese Gruppierung zu schwach – das weiß auch der ehemalige Diplomat Gauland. Der Text versucht vielmehr ein antiliberales, antidemokratisches und antiwestliches reaktionäres Geschichtsbild in Deutschland durchzusetzen.

Dienstag, 5. November 2013

PDV: Bundesparteitag wählt Susanne Kablitz zur neuen Bundesvorsitzenden und stellt Kandidatenliste zur Europawahl auf

Frau an der Spitze der PDV:
Susanne Kablitz
von Tomasz M. Froelich
Auf dem Bundesparteitag der minarcho-libertären Partei der Vernunft wurde Susanne Kablitz, unter anderem Autorin für Freitum, zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Sie kündigte an, das staatliche Papiergeldmonopol zum Hauptwahlkampfthema zu machen und ist - entgegen manch böswilliger Behauptungen - der lebende Beweis dafür, dass es heutzutage doch noch libertär gesinnte Frauen gibt. Viel Erfolg bei der neuen Herausforderung!
Außerdem hat die PDV ihre Kandidatenliste zur demnächst stattfindenden Europawahl aufgestellt. Auch hier finden sich bekannte Namen: Spitzenkandidat ist Oliver Janich, ebenfalls Freitum-Autor und einst selbst Bundesvorsitzender der Partei.
Durch die Delegierten wurde zudem die Mitgliedschaft der PDV in der European Party for Individual Liberty - kurz: EPIL - ratifiziert. Man erhofft sich durch den Zusammenschluss europäischer libertärer Parteien eine effizientere Verbreitung freiheitlicher Ideen und deren Realisierung.

Montag, 4. November 2013

Marktkommentar: Euphorie an der Börse und Panik bei der Fed


von Claus Vogt
Nichts befeuert die Phantasie der Börsianer stärker als steigende Kurse. Je länger die Aktienpreise steigen, desto zuversichtlicher werden die Anleger, dass der Aufwärtstrend anhalten wird. Je teurer, desto besser, scheint die Devise zu lauten. Und überaus teuer sind Aktien bei einem KGV des Weltleitindex S&P 500 von 19,3 Punkten und einem Shiller-KGV von 24,6 Punkten ja längst.
Aber Banalitäten wie die fundamentale Bewertung, Risikokennzahlen oder schwache Wirtschaftsdaten können euphorisierte Börsianer natürlich nicht beeindrucken. Sie sind in Feierlaune und der festen Überzeugung, dass diese Party niemals enden wird.
Und warum auch nicht? Wer sagt denn, dass jede Party enden muss? Vielleicht hat ja tatsächlich eine neue Menschheitsepoche begonnen. Eine paradiesische Epoche, in der Wohlstand nicht mehr durch harte Arbeit entsteht, sondern durch die magischen Kräfte eines ehemaligen Princeton University-Professors, der die Kunst des Gelddruckens auf eine völlig neue Ebene gehoben hat.
Immerhin gab es schon Zeiten, in denen Menschen noch sehr viel absurdere Dinge zu glauben bereit waren: Dass die Erde eine Scheibe sei zum Beispiel. Oder ein Kaiser ein Gott. Oder die Deutsche Telekom ein dynamisches Wachstumsunternehmen. Und heißt es denn nicht, der Glaube könne Berge versetzen?

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen? Kostenexplosionen beim staatlichen Bauen

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
warum geht nur so viel schief, wenn der Staat als Bauherr auftritt, frage ich mich immer wieder. Meistens dauert es länger als geplant und die Kosten laufen aus dem Ruder. Privatleute bauen doch auch und schaffen es gewöhnlich, ihre Kosten im Griff zu halten. Es muss wohl an den Steuergeldern liegen, dass bei staatlichen Baumaßnahmen nicht gut gewirtschaftet wird.
Mit Steuergeldern wird ja generell nicht sorgfältig umgegangen. Oder steckt hinter den Kostenexplosionen bei staatlichem Bauen noch etwas anderes, machen sich da einige Leute heimlich die Taschen voll? Pressemeldungen der letzten Jahre aus Nordrhein-Westfalen haben mich diesbezüglich sehr nachdenklich gemacht.
Vor einigen Jahren haben viele Bundesländer ihre staatliche Bauverwaltung reorganisiert. Die bisherigen Behörden wurden in Landesbetriebe umgewandelt, die sich nach kaufmännischen Grundsätzen um die Immobilien des betreffenden Bundeslandes kümmern sollen.

Freitag, 1. November 2013

freiheitsmanifest.de - 13 Thesen für die Freiheit

von Johannes Richardt (NovoArgumente)
Sehr geehrte Freitum-Leser,

Freiheitsmüdigkeit breitet sich in Deutschland aus. Das Ergebnis der Bundestagswahl zeigt, in welch traurigem Zustand sich der politische Liberalismus hierzulande befindet. Immer mehr Bereiche unseres Lebens werden staatlich reguliert – und wir lassen es über uns ergehen.

Wir müssen wieder lernen, uns für Freiheit einzusetzen. Dafür muss die Freiheitsidee heute neu artikuliert werden. Als Diskussionsanstoß ist die Website freiheitsmanifest.de online gegangen.

Mit einem „Manifest für freie Menschen und eine Gesellschaft freier Menschen im 21. Jahrhundert“ suchen die Verfasser aus humanistischer Perspektive nach Antworten für wichtige Freiheitsfragen unserer Zeit. 13 Thesen für eine freiere Gesellschaft – vom Überwachungsstaat über die Redefreiheit bis zur Einwanderungspolitik – werden zur Diskussion gestellt.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Initiative unterstützten. Wenn Sie auch der Meinung sind, dass wir dringend eine Diskussion über den Wert der Freiheit brauchen, dann unterzeichnen Sie das Manifest. Ergänzen Sie es durch Ihre Kommentare. Setzen Sie sich öffentlich mit den Thesen auseinander. Weisen Sie andere darauf hin. Leiten Sie den Link weiter!

Das Manifest kann hier gelesen, kommentiert und unterzeichnet werden: freiheitsmanifest.de

Montag, 28. Oktober 2013

Die Quelle allen Reichtums

von Tommy Casagrande
Die Quelle allen Reichtums ist die Produktion. Sie geht dem Tausch voraus. Bevor ein Mensch etwas tauschen kann, muss er es produzieren. Produzieren ist ein Vorgang des Tuns, des Machens. Um etwas zu tun oder zu machen braucht ein Mensch die Freiheit, tun und machen zu dürfen, was er möchte (als selbstverständlich setze ich voraus, dass hierin niemand Gewalt hineininterpretiert). 
Heutzutage gibt es so viele Vorschriften, Gesetze, Lizenzierungen, Berechtigungszertifikate, Abgaben, Besteuerungen, Verbote, Paragraphen, Regulierungen - es gibt so viel strukturelle Gewalt, dass die Menschheit in Gewinner und Verlierer auseinander dividiert wird. Das ist nicht der Fehler der Menschen die sich innerhalb der strukturellen Gewalt nicht behaupten konnten. Es ist ein Systemfehler. Denn ich kann die Zugangshürden, um zu den Gewinnern eines Systems zu gehören, anheben oder absenken.
Das ist stets eine Machtfrage, die mit Recht nichts zu tun hat. Zumindest nicht mit dem Naturrecht/Vernunftrecht, das sich auf das Selbsteigentum bezieht. Entweder gehört sich jeder Mensch selbst oder niemand. Falls sich aber niemand selbst gehört, lassen sich die Zustände der Welt nicht erklären. Denn damit es unter Menschen zu Zuständen kommt, muss irgendjemand handeln oder das Handeln kontrollieren. All das setzt bei irgendwem ein Selbsteigentum voraus. Darum ist die wahrscheinlichste Variante, dass sich die Menschen ungleich selbst gehören auf unserer real existierenden Welt. Und diese Ungleichheit wird von denen erzwungen, die sich selbst mehr gehören möchten und somit anderen durch die Machtfrage mittels struktureller Gewalt auferlegen, sich ihrerseits weniger gehören zu dürfen, was im Prinzip darauf hinausläuft, sich unabhängig dieser Machtentscheidungen gar nicht selbst gehören zu dürfen. Frei nach dem Motto: Was noch nicht verboten ist, das darfst du noch tun, oder anders gesagt: Du bist nur so frei, wie die Herrschenden das wollen. Mit grundsätzlichen Rechtsgedanken hat das nichts zu tun. Es ist schlicht pragmatisch und je nach Interessenlage veränderbar. 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Marktkommentar: Was, wenn die Zinsen weiter steigen?


von Claus Vogt
Die Duration ist eine für Anleiheanleger sehr wichtige Kennzahl. Sie misst die Bindungsdauer des in einem festverzinslichen Wertpapier angelegten Kapitals und ist ein Maß für dessen Zinssensitivität. In dem kürzlich erschienen Global Financial Stability Report berichtet der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die durchschnittliche Duration globaler Rentenportfolios auf 6,2 Jahre gestiegen ist. In den drei Zinssteigerungszyklen der Jahre 1994-1995, 1999-2000 und 2004-2006 habe sie im Durchschnitt nur 5 Jahre betragen.
Obwohl - oder vielleicht gerade weil - das aktuelle Zinsniveau erheblich niedriger ist als in den gerade genannten Jahren, sind die Anleger also ein deutlich höheres Zinssteigerungsrisiko eingegangen. Und warum auch nicht, werden Sie vielleicht sagen. Haben die Zentralbankbürokraten nicht versprochen, die Zinsen bis zum Sankt-Nimmerleinstag niedrig zu halten?

Was machen eigentlich … meine Steuergroschen? Weshalb die Politik das Schuldenmachen unbedingt bleiben lassen sollte

Wo sind sie nur, meine Steuergroschen?
von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser, 
der deutsche Staat ist hoch verschuldet. Bund, Länder und Gemeinden haben in den letzten Jahrzehnten einen riesigen Schuldenberg aufgetürmt. Mehr als zwei Billionen Euro sind es inzwischen - genauer: 2067,6 Milliarden Euro, Stand Ende 2012 - und es kommen immer noch neue Schulden hinzu. Na und, werden Sie vielleicht sagen, Staatsschulden sind nicht erhobene Steuern, so heißt es doch bei den Ökonomen. Also muss ich als Bürger weniger Steuern zahlen, wenn der Staat in die Verschuldung geht. Aber Schulden müssen verzinst werden, sage ich dazu, unter Umständen viele, viele Jahre lang. Letztlich aus Steuermitteln, so dass wir Steuerzahler auch bei den Staatsschulden immer mit von der Partie sind. Aber warum macht der Staat überhaupt Schulden, werden Sie vielleicht fragen, warum begnügt er sich nicht damit, genau das auszugeben, was an Steuern in die öffentlichen Kassen kommt?  

Nun, die vom Staat übernommenen Aufgaben haben in den letzten Jahrzehnten immer weiter zugenommen, so dass zur Erfüllung dieser Aufgaben auch immer mehr Geld erforderlich ist. Die regulären Staatseinnahmen scheinen für alle diese Anforderungen nicht auszureichen, es ist niemals genug Geld da für alles, was angeblich dringend erforderlich ist. 

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Südafrika - Kap der Hoffnungslosigkeit

von Moritz Ballauf
Ich bin jetzt seit gut drei Monaten in Stellenbosch in der Nähe von Kapstadt und muss sagen, dass ich mich inzwischen hier sehr wohl fühle. Ich hatte aufgrund der verschiedenen Facetten des Landes einige Bedenken ein halbes Jahr meines Studiums hier zu verbringen, aber schließlich siegte meine Neugier und ich kam her. Meine Eltern haben mich darauf hingewiesen, dass der Ex-Präsident Nelson Mandela zur Zeit meiner Ankunft gegen eine schwere Krankheit kämpfte und dass das mit Sicherheit ein dominierendes Thema in der Öffentlichkeit wäre. Scherzhaft erwiderte ich darauf, dass ich hier der unterdrückten weißen Minderheit angehöre und mir Mandela egal sei. Tatsächlich habe ich, wie zuhause auch, hier bisher kaum Nachrichten verfolgt, weil ich mich danach stets dümmer als vorher fühle. Meine Eltern haben das typische Bild von Südafrika, was man als wiederholter Tourist eben entwickelt. Ein Auge für die Schönheit der Natur, Liebe für das Klima in den Übergangsjahreszeiten und ein ein wenig erhöhtes Sicherheitsbewusstsein.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Libertarismus und der Vorwurf der Atomisierung/Individualisierung

von Tommy Casagrande
Gerne wird dem Libertarismus vorgeworfen, es handele sich um eine Ideologie der Atomisierung, der Vereinzelung der Menschen. Libertarismus, verstanden als Anarchismus/Voluntarismus, vermag dies zu widerlegen.

Zum einen ist der Libertarismus keine gewöhnliche Ideologie, wenn man schon davon sprechen will, dass es sich hierbei um eine Ideologie handelt. Ideologien betrachten selten bis nie das Individuum, wie es wirklich ist, nämlich individuell, sondern übergehen es entweder, indem ein ihm übergeordnetes Ganzes erdacht wird, dem sich das Individuum unterordnen soll, oder indem dem Individuum Bedürfnisse untergeschoben werden, zu deren Befriedigung abermals ein übergeordnetes Ganzes zum Ziel auserkoren wird. Diese übergeordneten Institutionen werden in den Ideologien nicht als freiwillig zu errichtende Institutionen angesehen, aus denen jeder wieder austreten kann. Somit wird ein solcher Aspekt der Freiwilligkeit auch nie betont. Die erzwungene Vergesellschaftung, die erzwungene Kollektivierung ist das angestrebte Ziel. Gesellschaft und Menschheit wird somit zum Experimentierfeld für Denkrichtungen, die keinen Raum für das zulassen, die außerhalb dieses gedachten Raumes möglich wären. Warum diese Denkrichtungen in ihrer Gesamtheit dann auch nur allzu gern scheitern, liegt in dem Absolutismus begründet, mit dem eine Idee für alle verpflichtend gemacht wird. 

Sonntag, 20. Oktober 2013

Marktkommentar: Hurra, wir machen noch mehr Schulden!

von Claus Vogt
Wer die Berichterstattung über das Polittheater um den US-Staatshaushalt verfolgt hat, muss den Eindruck gewonnen haben, das Wohl der Welt hänge davon ab, dass die US-Regierung den gewaltigen US-Staatsschuldenberg auch weiterhin erhöhen darf. Dabei zeichnet die Finanzgeschichte ein ganz anderes Bild. Sie zeigt, dass alle großen Inflationen sowie der Niedergang ganzer Nationen mit einer ausufernden Staatsverschuldung Hand in Hand gingen.

Historische Lektionen werden ignoriert

Diese historischen Lektionen halten die zeitgenössischen Börsianer aber nicht davon ab, den S&P 500 Index und den DAX auf neue Allzeithochs zu treiben. Was soll’s, werden diese sich wohl sagen, solange alle fest daran glauben, dass etwas gut ist, dann muss es auch gut sein, oder? In unserer schönen neuen Welt entsteht Wohlstand eben durch Konsum auf Pump und durch den hemmungslosen Einsatz der Gelddruckmaschine. Und warum nicht? Einmal muss immer das erste Mal sein. Und das ist eben hier und heute. 

Was machen eigentlich ... meine Steuergroschen?


von Gotthilf Steuerzahler
Liebe Leserinnen und Leser,
vor einigen Tagen ging eine Meldung durch die Presse, die ich zunächst gar nicht glauben konnte. Staatsverschuldung in Deutschland leicht gesunken, lautete die Schlagzeile. Dass der Staat seit einigen Jahren weniger neue Schulden aufnimmt, ist allgemein bekannt. Aber dass die Gesamtverschuldung des Staates sinkt, der aufgehäufte Schuldenberg abgetragen wird, das hat es in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Aber schauen wir uns die Meldung etwas näher daraufhin an, ob aus der Sicht des Steuerzahlers wirklich Grund zu großer Freude und Erleichterung besteht.
Unter Bezugnahme auf eine Meldung des Statistischen Bundesamtes berichteten die Medien Folgendes: Zum Ende des ersten Halbjahres 2013 waren Bund, Länder und Gemeinden in Deutschland mit 2.048,4 Milliarden Euro verschuldet. Das waren 1,6 Prozent oder 34,1 Milliarden Euro weniger als am Ende des ersten Halbjahres 2012.
Donnerwetter, dachte ich mir da, vielleicht kehrt der Staat langsam zu einer soliden Finanzpolitik zurück, man soll ja nie die Hoffnung aufgeben. Als Grund für den leichten Rückgang der Staatsverschuldung wurde mitgeteilt, dass die beiden öffentlich-rechtlichen Bad Banks „FMS Wertmanagement“ und „Erste Abwicklungsanstalt“ ihren Portfolioabbau weiter fortgesetzt und somit ihre Bilanzsumme sowie ihren Schuldenstand reduziert hätten. Diese beiden Bad Banks sind keine richtigen Banken. Sie sollen die Vermögensgegenstände und Risikopositionen der früheren Hypo Real Estate bzw. der WestLB AG abwickeln. Als Anstalten des öffentlichen Rechts gehören sie zum Geschäftsbereich des Bundesministers für Finanzen. Ihre Schulden sind somit Schulden des Bundes.

Montag, 14. Oktober 2013

Entstaatlichung der Rechtsordnung: Ein Modell ohne staatliches Rechtssetzungs- und Gewaltmonopol


Prof. Dürr ist das Staatsmonopol zuwider
von Prof. Dr. David Dürr

Das Thema dieser Festschrift zum Schweizerischen Juristentag, „Individuum und Verband“, soll im hier vorgelegten Beitrag sehr grundsätzlich angegangen werden. Dies einerseits bezogen auf den Gegenstand, indem das Verhältnis zwischen Individuum und Staat beleuchtet wird; andererseits auch punkto Hinterfragungstiefe indem das traditionelle Monopol des Staates hinsichtlich Rechtsetzung, Rechtsprechung und gewaltsame Durchsetzung dem Modell einer entstaatlichten Rechtsordnung gegenübergestellt wird. Dies ist vielleicht eine Zumutung, jedenfalls für jene, die es ähnlich sehen wie der altverdiente Kämpfer für den demokratischen Rechts- und Sozialstaat ERHARD EPPLER. Er lässt sein kürzlich erschienenes Buch „Auslaufmodell Staat?“ mit den Sätzen ausklingen: „Den demokratischen Rechts- und Sozialstaat wird man immer neuen Gegebenheiten anpassen, also reformieren müssen. Durch etwas besseres ersetzen lässt er sich nicht. Das nächstbessere Modell hat noch niemand entworfen.“

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Geschichte staatlichen Papiergeldes am Beispiel der USA: Die Finanzierung des Amerikanischen Bürgerkriegs als monetärer Wendepunkt

President Jackson: free Banking in der Praxis 
von Jonathan Danubio
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Kriege die Tendenz haben, individuelle Freiheiten zu zerstören und die Staatsgewalt über die Untertanen auszudehnen. Diese Ausdehnung kann direkt sichtbar sein – Einführung der Wehrpflicht, Heimatfront etc. – oder auf subtilere Art – Inflation, Staatsverschuldung etc. – erfolgen. Auch der Amerikanische Bürgerkrieg bildet keine historische Ausnahme von der Regel, viel mehr wurden während dieses Krieges neue – in den USA zuvor unbekannte – Möglichkeiten der Staatsexpansion gefunden, auf die spätere Regierungen gerne rekurrierten (bspw. Wehrpflicht). Der Fokus dieser Hausarbeit liegt allerdings allein auf den monetären Präzedenzfällen, die im Zuge der Kriegsfinanzierung durch die Unionsregierung geschaffen wurden. Das nur die Finanzierungstaktiken des Nordens beleuchtet werden, liegt in zwei historischen Tatsachen begründet: a) nur die unionistischen Maßnahmen waren revolutionär und b) durch die Niederlage der Konföderierten wurde der Süden der Unionshoheit unterworfen, d. h. nur die von der Union erlassenen Gesetze hatten auch einen prägenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des amerikanischen Geldsystems.

Damit die Zäsur, die der Bürgerkrieg für das amerikanische Geldsystem darstellte, vollends nachvollziehbar wird, soll zunächst die Vorgeschichte erzählt werden, d. h. die Entwicklung des Geldsystems von der Kolonialzeit bis zum Vorabend des Bürgerkrieges. Die historische Vogelperspektive soll auch deutlich machen, dass die von der Union ergriffenen Maßnahmen an sich ein Novum waren, innerhalb der weiteren geldpolitischen Entwicklung Amerikas aber nur als vorläufiger Höhepunkt eines Prozesses gelten können, der abschließend in einem Ausblick noch grob skizziert werden soll.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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