Samstag, 29. Dezember 2012

Über die Worthülse des Kapitalismus

von Tommy Casagrande
Wenn ich oder andere Libertäre von Kapitalismus sprechen, so meinen sie nicht unser gegenwärtiges System. Für das gegenwärtige System gibt es mittlerweile so viele Worte, dass man sich nach Belieben eines herausfischen kann. Staats-Kapitalismus, Sozialismus, Semi-Sozialismus, Interventionismus, Korporatismus, Paternalismus, Demokratur, Etatismus oder auch Bananenrepublik.
Nichtsdestotrotz gibt es viele Menschen, die einen ganz anderen Begriff für das benutzen, was wir heute haben, der sich aber nicht mit dem Begriff deckt, wie er von den wenigen analysiert wird, die ihn auch verstanden haben. Kapitalismus meint nichts anderes als den freien Markt, Angebot und Nachfrage, individuelle Freiheit. Darum braucht Kapitalismus den Staat auch nicht, um zu existieren. Jene Ordnung nennt man dann Anarcho-Kapitalismus. Es gibt aber auch andere Begriffe, die das gleiche meinen. So etwa Voluntarismus, Nullstaat, Libertarismus, freie Gesellschaft.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Systemfehler im Gesundheitswesen oder: Staats-„Weise“ planen die „Revolution“ ...

von Dr. Peter J. Preusse
Wie krank die Kassenmedizin ist, braucht mir keiner zu beweisen: In meinem kleinen Erfahrungsgebiet als selbständiger Zahnarzt habe ich mehr als genug Absurdes erlebt, etwa die Eskapaden der sogenannten Wirtschaftlichkeitsprüfung („Streichquartett“), die mir zwanzig Jahre lang jedes Quartal ein paar tausend DM für unstrittig erbrachte, aber angeblich „unnötige“ Betäubungen abgezwackt hat, bis irgendwann auch der Durchschnitt – denn der ist hier der Maßstab der kranken Kassen – gemerkt hat, dass Zahnarztangst sehr nachteilig für die langfristige Zahngesundheit ist. Oder aktuell die unsinnige Aufwertung einer seltenen prothetischen Technik als Alibi für die massive Abwertung zahnerhaltender Alltagsbehandlungen. Dass es sich bei derartigen Absurditäten und Unzulänglichkeiten nicht um einzelne und also korrigierbare Webfehler handelt, sondern dass sie Ausdruck eines in sich falschen Systems sind: Gratuliere, der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Gesundheits-Oberweiser Prof. Gerlach, hat’s gemerkt, und folgerichtig will er auch nichts weniger als eine „kleine Revolution“ (1): Der Fehler sei nämlich, dass Krankheit bezahlt wird, nicht Gesundheit. Das soll jetzt anders werden, nämlich für die „Gesunderhaltung und die, wenn möglich, Gesundung“ der Kranken soll bezahlt werden, und statt dass „einzig aus betriebswirtschaftlichen Gründen viel gemacht wird, was nicht nötig ist“, schliessen sich Ärzte in „intelligenten Versorgungskonzepten“ zusammen, die durch „ein regional angepasstes Budget“ finanziert werden. In den so „integrierten Netzwerken“ können Ärzte dann in „sektorenübergreifender Kooperation“ „gemeinsam Verantwortung für die Gesunderhaltung“ übernehmen, statt, in „Konkurrenzdenken“ verhaftet, aus „betriebswirtschaftlichen Egoismen“ „isoliert für die eigene Tasche“ zu arbeiten. 

Samstag, 22. Dezember 2012

Frohe Weihnachten!

Die Welt ist nun doch nicht untergegangen und auch die Menschheit existiert noch. Für uns Grund genug all unseren Lesern festliche, geruhsame und besinnliche Weihnachten in angenehmer Gesellschaft zu wünschen. Wir verbleiben zunächst mit einem schönen, aktuell passenden Zitat des Ex-US-Präsidenten Calvin Coolidge, der zu Lebzeiten trotz seines Politikerdaseins immerhin einige ordentliche Ansätze vorweisen konnte: 

,,Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. To cherish peace and goodwill, to be plenteous in mercy, is to have the real spirit of Christmas.''
______________________ 
Wer uns ein schönes Weihnachtsgeschenk machen möchte, kann dies tun.
Wir freuen uns
über jede finanzielle Unterstützung,
über jeden Gastbeitrag, den man uns per Mail (tomek.froelich@yahoo.de) zuschickt und
über jede Kritik an uns.


Wir melden uns wieder ab dem 27. Dezember mit neuen Beiträgen!

Freitag, 21. Dezember 2012

Über den Reichtum der Reichen in einem unfreien Markt

Reich durch Fleiss und Sparsamkeit:
Onkel Dagobert.
von Tommy Casagrande
Man pflegt gerne, den Reichtum der Reichen zu verteidigen, indem man sagt, diese zu enteignen sei unmoralisch. Dem ist in der Tat nichts hinzuzufügen. Immer wieder wird gesagt, sie hätten sich diesen Reichtum erarbeitet. Auch das mag stimmen. Was man aber berücksichtigen sollte, ist, dass die Zusammensetzung der gegenwärtigen Branchenstruktur, Unternehmensgrößen, Unternehmensvielfalt, Wohlstandsverteilung das Ergebnis staatlicher Eingriffe darstellt. Wir wissen nicht, ob jene Unternehmen, die heute marktführend sind, es auch dann wären, wenn es einen freien Markt gäbe, wo all jene, die heute aufgrund staatlich induzierter Arbeitslosigkeit in sozialstaatlicher Abhängigkeit gehalten werden, in einen Zustand eintreten, wo sie zu Konkurrenten der etablierten Unternehmer werden würden.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Über utilitaristische Positionen

Utilitarist und Positivist: Jeremy Bentham
von Tommy Casagrande
Immer wieder ist in Diskussionen über utilitaristische Positionen zu lesen. In diesen werden die Konsequenzen menschlicher Handlungen erörtert. Oftmals finden diese Diskussionen dort statt, wo es um Drogen geht. Je nachdem was man unter Drogen versteht, sind damit auch Alkohol und Zigaretten gemeint.

Beispielsweise gibt es die Behauptung, die öffentliche Sicherheit würde gefährdet werden, weil Drogen oder Alkohol konsumiert werden. 
Eine öffentliche Sicherheit gibt es nicht. Es gibt nur eine private Sicherheit. Diese ist definiert anhand des Selbsteigentums eines jeden Menschen.

Auch sind es keine Dinge, die Menschen gefährden, sondern Menschen, die Menschen gefährden. Und wenn manche Menschen dies tun, dann werden sie auch in einer staatenlosen Gesellschaft bestraft. Das ist aber kein Grund dafür, denen die Freiheiten wegzunehmen, die keines Menschen Sicherheit gefährden. Wenn Cannabis bei jemandem dazu führen mag, dass er kriminell wird, dann bedeutet das nicht, dass man Cannabis verbietet, sondern dass derjenige zur Rechenschaft gezogen wird, der sich kriminell verhält. 

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft – Teil 2

F.A. Hayek: Der Staat fördert mit seiner Absicherung gegen
Arbeitslosigkeit die Fehlallokation von Arbeit und Armut
von Ralf Karnowsky
Der nachfolgende Text ist die Fortsetzung des ersten Teils

Arbeitslosigkeit
Bevor wir uns dem eigentlichen Lösungsvorschlag hinsichtlich des Problems der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit zuwenden, sollten einige Punkte im Vorfeld geklärt werden:

1. Wird es in einem ‘freien Markt’ überhaupt Menschen geben, die keine Arbeit finden?

Nun, diese Frage kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, da es bis zum heutigen Tage noch nie einen ‘freien Markt’ gegeben hat – und so kann man eben aus Erfahrung keine Erkenntnisse gewinnen. Es gibt einige Befürworter des ‘freien Marktes’, die vehement bestreiten, dass es dieses Problem geben wird. Sie gehen davon aus, dass das freie Unternehmertum dann in der Lage sein wird, jederzeit ausreichend Arbeitsplätze zu offerieren. Andere wiederum verweisen auf die „schöpferische Zerstörung, die dem Kapitalismus innewohnt“ (Joseph A. Schumpeter) und leiten aus dieser Systemeigenschaft ab, dass es immer Branchen und Berufe geben wird, die der Marktdynamik zugunsten neu entstehender Tätigkeiten zum Opfer fallen, und so eine zumindest temporäre Arbeitslosigkeit erzeugen werden.

Montag, 17. Dezember 2012

Die Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft – Teil 1

Vater des deutschen Sozialstaatübels: Otto von Bismarck
von Ralf Karnowsky
„Ich halte den europäischen Sozialstaat für die größte kulturelle Errungenschaft, welche wir Europäer im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgebaut haben.“ Diese Worte sprach der Altkanzler Helmut Schmidt anlässlich des 100. Geburtstages des Kaiser-Wilhelm-Institutes im Januar 2011 – und der bei weitem überwiegende Teil der Deutschen teilt diese Auffassung aus voller Überzeugung, da sie der Meinung sind, dass ein staatliches Existenzsicherungssystem (a) notwendig und (b) alternativlos ist.

So ist die Saat aufgegangen, deren Samen einst Otto von Bismarck als Begründer der Sozialgesetzgebung im Deutschen Kaiserreich mit seiner Absicht ausbrachte: „Mein Gedanke war, die arbeitenden Massen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte.“

Durch diese ‘Bestechung’ erreicht der Sozialstaat in seiner heutigen Form u.a. bei den ‘arbeitenden Massen’ den Anschein einer moralischen Legitimation, da in den vergangenen 140 Jahren sich die Menschen so an einen vor- und versorgenden Staat gewöhnt haben, dass sie eine Existenzsicherung ohne diesen für schlichtweg unmöglich halten. Doch ist dem wirklich so? Das soll im Folgenden näher untersucht werden.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Die Unfähigkeit der Gesetze, oder: Appell zur Unterscheidung von Gesetzeswirkung und -Intention

Vater Staat und Onkel Paragraph
 - ein allmächtiges Gespann?
von Niklas Fröhlich
Es macht fraglos betroffen, von den Opfern des jüngsten Amoklaufes in Connecticut zu hören. Umso mehr ist es überaus traurig zu sehen, wie er hierzulande aufgefasst wird - und lässt dabei das  Rechts- und Staatsverständnis von so manchem in einem überaus zweifelhaften Licht erscheinen.
So liest man unter jedem Facebookeintrag, auf jeder Newspage, spürt in jedem Fernsehbeitrag den Vorwurf, die Amerikaner seien uneinsichtige Waffennarren, ja, ihre Uneinsichtigkeit und dümmliche Skepsis gegenüber staatlicher Waffenkontrolle sei direkt mitschuldig an solchen Unglücksfällen. "Uns Europäern" oder "Deutschen", fügt man höhnisch hinzu, könnte derartiges ja kaum passieren - hierzulande sei man schließlich aufgeklärt genug um in strenge Waffenregulierung zu vertrauen.

Samstag, 15. Dezember 2012

Ein Zwischenruf von Apo, basierend auf den Gedanken Roland Baaders: Gemeinwohl-Sozialismus

Gegner aller Sozialismen: Baader
von Apo Phil
Haben sie schon einmal einen „überzeugten“, (politisch) „Linken“ auf der Straße oder in der Kneipe gefragt, was „links“ denn eigentlich bedeute? Ich gönne mir die in der Regel folgenden „Ich-stolpere-mich-irgendwie-da-durch“-Antworten, die letztlich nichts anderes zeigen, dass diejenigen im Grunde keinen blassen Schimmer haben. Sie wissen (für sich) lediglich, dass es irgendwie „cool“ und „anti“ ist und – das ist ganz wichtig – das genaue Gegenteil von „rechts“ (von letzteren „Rechten“ kommen nach meinen Erfahrungen zwar häufiger Antworten, welche ob ihrer ebenso ignoranten und dümmlichen Inhalte die Sache jedoch natürlich nicht besser machen). Doch leider, leider müssen sie immer wieder enttäuscht werden, zumal „links“ weder „cool“ (es sei denn, man empfindet staatlich legitimierten Diebstahl und Zwang „cool“), noch „anti“ , noch das genaue Gegenteil von „rechts“ ist. Im Gegenteil. Roland Baader hatte immer wieder auf dieses „Phänomen“ hingewiesen, weswegen sich dieser Zwischenruf mit eben diesem näher befassen soll.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Denunziantenplattform Wikipedia: Libertäre im Visier

von Tomasz M. Froelich
Jedem heutzutage angehenden Akademiker wird in seinen ersten Tagen an der Universität eingetrichtert, dass man die Wikipedia als wissenschaftlich irrelevante und nicht ernstzunehmende Quelle für seine Forschungsarbeiten ignorieren sollte. Jeder Vollidiot könne dort Artikel modifizieren; die Konsequenz: ein Sammelsurium manipulierter und manipulierender Beiträge, häufig geschrieben von politisch motivierten rotsozialistischen Ideologen, die ja ohnehin dafür ausreichend Zeit haben, leben sie doch häufig von den staatlichen Zwangsabgaben, die etwa von Libertären gezahlt werden (müssen). Gedankt wird mit Rufmord!

Wiki als Waffe
Trotz der Vorbehalte, die man gegen Wikipedia hat: viele schlagen trotzdem in ihr nach. Die rotsozialistischen Ideologen wissen darüber bescheid und erkennen hierin ein großes Potential, durch Modifizierung der Beiträge die Leserschaft nach eigenem Gusto zu manipulieren. Es geht auch darum, politische Gegner zu denunzieren. Dabei haben sich die Wiki-Okkupanten in letzter Zeit auf die Libertären eingeschossen: Das libertäre, individualistische, kapitalistische, leicht konservativ anmutende und gegen das Diktat der ,,political correctness'' ankämpfende Magazin ,,eigentümlich frei'' wird von linken Agitatoren auf der Wikipedia in der neurechten Ecke verordnet. Das ist gerade in der BRD eine ungünstige Positionierung, die in Bezug auf ,,eigentümlich frei'', das etwa in der Tradition von Ludwig von Mises steht, der einer der größten Freiheitsdenker und Gegner aller möglichen Sozialismen, sowohl der braunen, als auch der roten, war, völlig absurd ist. Doch das ist dem gewöhnlichen Linken egal. So schreibt Rayson auf B.L.O.G.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Kolonisation Pennsylvanias 1681-1696: Zwischen "Holy Experiment" und funktionierender Anarchie

William Penn: Gründer Pennsylvanias, dessen
Bevölkerung seiner Zeit Anarchie bevorzugte.
von Jonathan Danubio
1.      Einleitung
Pennsylvania unterschied sich von allen anderen Kolonien in Nordamerika insbesondere dadurch, dass es seit seiner systematischen Besiedlung ab 1681 de facto bis zum Jahre 1696 ein Beispiel unabsichtlicher, aber funktionierender Anarchie war. Anarchie meint in diesem Kontext zweierlei: a) die Abwesenheit von Zwangsabgaben in Form von Steuern, die bekanntlich die Grundlage jedes Staates bilden, und logisch daraus folgend b) die Abwesenheit von Zwangsherrschaft durch eine Regierung. Dauerhafte Steuern konnten in Pennsylvania erst im Jahre 1696 durchgesetzt werden. Trotz fehlenden finanziellen Substrats kam es zu vereinzelten Regierungstätigkeiten, welche jedoch so gut wie nie von der Bevölkerung, sondern (wenn überhaupt) von William Penn, dem verzweifelten Eigentümer der Kolonie, bezahlt wurden. Bei einem strengen Maßstab kann man in Pennsylvania also nur von einer relativen Anarchie sprechen.
Der Historiker Edwin B. Bronner, der als „Entdecker“ der anarchistischen Periode Pennsylvanias gilt, schrieb 1962 bezüglich seiner Motivation, ein Buch über diese Frühphase zu verfassen: „There is no thorough, well-documented, chronological study of Pennsylvania for the years 1681 to 1701. The books which are valuable for the later period are scanty during the first twenty years.”[1] Auch fünfzig Jahre später hat sich an Bronners Feststellung kaum etwas geändert. Die Dürftigkeit verfügbarer Sekundärliteratur zu diesem Thema schränkt die historische Evaluation offenkundig ein, ist aber gleichzeitig Initialzündung dieser Hausarbeit, deren primäres Ziel es ist, eine weitgehend vernachlässigte Episode der amerikanischen Koloniegeschichte vorzustellen.

Montag, 10. Dezember 2012

Schafft die EZB ab! Über das Problem des europäischen Zentralbankwesens und den evolutionären Währungswettbewerb als Alternative

,,Dank mir die Sintflut''
von Tomasz M. Froelich
Einführung
In Europa kriselt's! Der Euro als europäische Leitwährung wird immer instabiler und EU-Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien und Irland stehen kurz vor dem Bankrott. Rezessionen, Massenarbeitslosigkeit und sogar bürgerkriegsähnliche Zustände, wie man sie regelmäßig auf den Straßen von Athen, Lissabon, Madrid und Dublin beobachten kann, sind die Folge. Von einem geeinten Europa, von dem man einst so lange geträumt hat, ist man gegenwärtig weit entfernt. Die gold anmutenden Sterne der Europaflagge verlieren allmählich ihren Glanz: Es ist eben nicht alles Gold, was mal geglänzt hat (manchmal handelt es sich gar nur um Papier, dazu später mehr). Doch was sind die Gründe für diese doch sehr dramatische Krise?

Gebetsmühlenartig wird im wissenschaftlichen Mainstream von einem Scheitern des ,,hemmungslosen Turbokapitalismus‘‘ gesprochen. Hierzu wird die Frage gestattet sein, ob es überhaupt sinnvoll ist, das gegenwärtige System mit Staatsquoten von teilweise über 50%, Steuern en masse, der Verstaatlichung vieler Bereiche, einer korrupt anmutenden Verflechtung von Politik und Großkapital (deren Zusammenhänge und Wechselwirkungen Max Otte in seinem neuesten Buch gut beschreibt, vgl. Otte 2011: 13-24) und einem Staat, der als Mitspieler, Regulierer, Umverteiler und Geldmonopolist auftritt, als freie Marktwirtschaft und Kapitalismus zu bezeichnen. Die Debatte darüber ist jedenfalls sehr kontrovers und Ökonomen nutzen die Gunst der Stunde, um sich ein wenig zu profilieren. Ökonomen, die diese Krise nicht vorhergesagt haben, wohlgemerkt.

Samstag, 8. Dezember 2012

Der Kardinalfehler der Individualisten

,,Wir sitzen auf der Titanic, das Wasser läuft schon
rein und der Kapitän sagt, wir sollen uns beruhigen.''
von Nicolaus Helminger
Die meisten Libertären, Anarchokapitalisten, Objektivisten und wie auch immer sich die verschiedenen Menschen der individualistischen Denkschulen nennen mögen, sehen eine Welt fernab jeder Ethik, voller Gewalt und Bevormundung. Es ist für sie evident, dass der Staat ein brutales Monster ist, das seine Untertanen ausbeutet und für 90% aller Konflikte und Probleme verantwortlich ist.
Der Staat ist dabei eine Institution, welche Gewalt an Scheinregeln bindet. Nach Gutdünken werden diese Regeln geändert, in Demokratien bekommen die Mehrheiten die Gelegenheit die Minderheit zu bestehlen. Doch auch wenn nur ein Mensch die Regeln macht, kann dieser immer noch den Rest der Bevölkerung mittels Gewalt bestehlen.
Für Individualisten ist also der Staat mit dem Recht nicht vereinbar, da Recht etwas Unveränderbares darstellt, was jeder von Geburt an besitzt. Sowohl Demokratie, als auch Feudalismus ist immer noch ein Staat, eine Institution, welche das Recht pervertiert und zu einem Handlanger von Dieben und Mördern macht.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Über Bitcoins und den Versuch, Freiheitliches auf parteipolitischem Wege zu erreichen: Aaron Koenig im Gespräch

Gut gerüstet: Aaron Koenig
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Aaron Koenig
Aaron Koenig hat eine abwechslungsreiche politische Vita hinter, und womöglich noch vor sich: Als Mitglied im Bundesvorstand der Piraten kehrte er diesen den Rücken, als er merkte, dass sozialistische Tendenzen in der Partei die libertären unterwandern würden. Später gründete er die Partei ,,Die Freiheit'', welche klassisch liberal ausgerichtet sein sollte. Das Projekt scheiterte jedoch. Nun engagiert er sich bei den Freien Wählern, vor allem wegen der EU-kritischen Haltung, die sie vertreten. Außerdem hat er vor kurzem ein neues Magazin in die Wege geleitet, welches eine erfrischende Alternative zu den Mainstream-Medien, die uns Tag für Tag überschütten, bietet. ,,BLINK'', so der Name des Magazins, hat in der aktuellen Ausgabe die Bitcoins zum Schwerpunktthema. Bitcoins könnten eines Tages den staatlichen Geldsozialismus und sein ungedecktes Papiergeld ersetzen. Aaron Koenig ist ein Fan von ihnen. Tomasz M. Froelich sprach mit ihm.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Dein Kopf ist der Ausgang und mein Wille das Ziel

Haben Tiere, wie etwa Schildkröten,
jemals bei uns Rechte eingefordert?
von Tommy Casagrande
Es gibt Diskussionen, in denen sind nicht die Zustände menschlicher Existenzen das Thema, sondern Objekte. Zu diesen objektbezogenen Themen zähle ich drei Themen, die sehr häufig unter Menschen verbreitet sind. Dabei handelt es sich um die Themen Gott, Natur und Tier.

Gott: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich einem Gott unterwerfen, denn einem Gott sei zu dienen.
Natur: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich der Natur unterwerfen, denn die Natur ist stärker und wichtiger als wir Menschen und daher zu respektieren.
Tier: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich den Tieren unterwerfen, denn Tiere haben Rechte und der Mensch müsse sie respektieren.

Bei diesen drei Themen fällt eines auf, nämlich, dass weder Gott, noch die Natur, noch das Tier an meiner Haustüre schellt, um mir zu erklären, was ich ab sofort nicht mehr zu tun habe und auf welche Weise ich mein Leben von nun an ändern soll.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Umweltverschmutzung als Marktversagen und das Coase-Theorem

Irrte: Ronald Coase
von Julian Schmierer
Umweltverschmutzung wird gerne als Beispiel für Marktversagen genannt. In diesem Artikel versuche ich diese weit verbreitete Behauptung zu widerlegen, dass Märkte für sogenannte Negative Externalitäten verantwortlich sind und das Coase-Theorem wird erklärt und als Willkür entlarvt. Das Coase-Theorem wurde 1960 von Ronald Coase im Artikel ,,The Problem of Social Cost'' beschrieben. Dieser Artikel handelt vor allem von sogenannten negativen Externalitäten.

Nun, was sind überhaupt Externalitäten? Als Externalität bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf unbeteiligte Marktteilnehmer. Vereinfacht gesagt also Auswirkungen, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält. Negative Externalitäten bezeichnen nun negative Auswirkungen, für die niemand eine Entschädigung erhält, zum Beispiel Rauch aus Fabriken zieht über das Land und verschmutzt die Häuser der Anwohner und diese werden dafür nicht entschädigt. Der Staat sieht dies natürlich gerne als Marktversagen, um Interventionen rechtfertigen und seinen Einflussbereich weiter ausweiten zu können. In den 1830er und 1840ern, als es quasi-libertäres Recht gab, hätte diese Verschmutzung der Häuser zu einem Gerichtsverfahren geführt, bei dem der Eigentümer des Hauses nachweisen müsste, das sein Haus von der Fabrik verschmutzt wurde. Wenn der Eigentümer dies beweisen konnte, so musste der Fabrikbesitzer Schadenersatz zahlen und wenn er sich weigerte, wäre er ins Gefängnis gekommen oder von der Gesellschaft gemieden worden, was ebenfalls einer Geldstrafe bzw. höheren Opportunitätskosten entsprechen würde.