Freitag, 30. November 2012

Über die Verantwortung

Haften Menschen persönlich, handeln sie verantwortungs-
voller. Wird Verantwortung zur Aufgabe des Staates erklärt,
kann das böse enden.
von Tommy Casagrande
Verantwortung ist eine Tugend, die nur dort entsteht, wo es einen Raum gibt, sich zu entfalten. Ein Raum beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken. Chancen und Risiken liegen in jedem Leben, das sich frei entfalten kann. Menschliches Verhalten beinhaltet Konsequenzen. Konsequenzen jedoch sind nicht absehbar, weil sie in der Zukunft liegen. Darum ist ein jedes menschliches Handeln eine Spekulation. In dieser Spekulation befindet sich die Chance, Bedürfnisse zu befriedigen, aber ebenso befindet sich darin das Risiko des Scheiterns. 
Diese Ungewissheit ist es, die zur Vorsicht mahnt. Mahnungen kann man sich zu eigen machen oder ausschlagen. Jedoch haftet der Mensch, wo er mangels Vorsicht aufgrund eines Risikos scheitert. Dieses Wissen um die Haftung, ist zugleich das Wissen um die Verantwortung. Wo ein Mensch haftet, verantwortet er sich. Er ist verantwortlich und steht dafür ein, im guten wie im schlechten. Es ist die Tatsache, dass eigenes Handeln zu Konsequenzen führt, für die man selbst gerade stehen muss, die Verantwortung zur Tugend macht. 

Mittwoch, 28. November 2012

Ein libertäres Manifest für eine neue Freiheit, ohne Zugeständnisse: Stefan Blankertz im Gespräch

Im Gespräch mit Freitum: Stefan Blankertz.
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Stefan Blankertz
Der promovierte Soziologe und habilitierte Pädagoge Stefan Blankertz gilt im deutschsprachigen Raum als libertäre Koryphäe. Sein ,,libertäres Manifest'' ist eines der wichtigsten freiheitlichen Werke der jüngeren Vergangenheit. Blankertz vertritt in konsequenter Weise anarchokapitalistische Positionen. Derzeit beglückt er die libertäre Community mit einer editierten Neufassung seines ,,libertären Manifests'' und einer neuen Herausgabe der deutschsprachigen Fassung von Murray Rothbards Klassiker ,,For a new Liberty''. Grund genug, ihn ein wenig zu befragen. Tomasz M. Froelich sprach mit ihm.


Ft: Herr Blankertz, Ihr ,,libertäres Manifest'' aus dem Jahre 2001 gilt als eines der wichtigsten deutschsprachigen libertären Werke der jüngeren Vergangenheit. Nun wird es erneut aufgelegt. Wie kam es dazu?

Dienstag, 27. November 2012

Über Sinti und Roma

Emotionale Debatte: Die Zuwanderung von Sinti und Roma
von Tommy Casagrande
Letztens habe ich mir die Talkshow von Sandra Maischberger angetan. Normalerweise bin ich kein Freund solcher Sendungen. Doch das Thema gestern wurde durch die dort Anwesenden sehr emotionalisiert, sehr irrationalisiert und wie so oft, nicht auf Basis von Logik und Rationalität geführt. Heute möchte ich mit diesem Text eine Stellungnahme dazu abgeben. Ich beanspruche nicht, jedes Detail abzudecken, sondern jene, von denen ich überzeugt bin, dass es wichtig ist, darüber zu schreiben. Es steht somit jedem offen, auf Grundlage meiner Gedanken, selbige zu vertiefen oder auszuarbeiten.

Derzeit wird in den Medien davon berichtet, dass Asylströme von Sinti und Roma nach Deutschland fließen. Es wird behauptet, es handele sich hierbei um Wirtschaftsflüchtlinge, die das Asylrecht missbrauchen, um ein besseres Leben zu erhalten. Ist es verwerflich sich ein besseres Leben zu wünschen? Nein, denn alle Menschen streben durch ihr eigenes Handeln einen Zustand an, der sie besser stellen soll, als sie es davor waren (Ludwig von Mises - Praxeologie). Die Frage die sich also stellt, ist, ob das Asylrecht in seiner gegenwärtigen Ausformulierung das Recht beinhaltet, auch dann aufgenommen zu werden, wenn sie nicht verfolgt werden, sondern sich lediglich bessere Lebensbedingungen erhoffen. 

Montag, 26. November 2012

Privatrechtsgesellschaft: Eine Skizze einer Gesellschaft ohne Staat

Hans-Hermann Hoppe
von Christian Zulliger
(Die Ausführungen von Prof. Hoppe wurden vom Autor zwecks besserem Verständnis und Vollständigkeit teils ergänzt)
Am 23. November trafen sich geschätzte 60 Freiheitsfreunde im Modelhof in Müllheim. Die Besucher hatten sich allesamt selbst eingeladen, einige nahmen eine weite Anreise aus dem Ausland auf sich. Der Anlass war es zweifelsohne wert, denn es war nichts Geringeres als die Einweihung einer hoffentlich grossen Akademie, der Startschuss für Denker, die Suche nach einer neuen Staatsform. Der Initiator und Gründer Daniel Model war sichtlich stolz, als er verkündete, dass ab sofort einmal monatlich grosse Denker der Freiheit im Modelhof referieren werden und an allen anderen Freitagen die Akademie sich zur Reflexion, zum Denken trifft.

Als erster Referent durfte Prof. Dr. Hans Hermann Hoppe eine Skizze seiner Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft darlegen. Der Rothbard-Schüler Hoppe ist ohne Zweifel einer der bekanntesten und konsequentesten liberalen Denker, seine politische Ideologie, seine paläolibertäre Sichtweise wird auch unter Radikalliberalen häufig diskutiert. Professor Hoppe holte das Publikum zu Beginn seiner Ausführungen sehr sanft ab, ein Eintritt mitten in seine Denkweise wäre für viele auch viel zu steil gewesen, die Reaktionen zeugten davon.

Freitag, 23. November 2012

Die österreichische Parteienlandschaft – ein Gruselkabinett des Etatismus?

Austro-etatistisches Gruselkabinett: Strache (FPÖ),
Glawischnig (Grüne), Kopf (ÖVP), Bucher (BZÖ),
Nationalratspräsidentin Prammer (SPÖ) und Cap (SPÖ)
von Johann Kaltenleithner
Wer die österreichische Parteienlandschaft in der vagen Hoffnung durchkämmt, auch nur auf ein Quantum liberales, geschweige denn libertäres Gedankengut zu stoßen, wird bald resigniert konstatieren, dass aus jener Melange aus borniertem Etatismus und erschreckend unerschütterlicher Obrigkeitsgläubigkeit, garniert mit nicht erst seit der Finanzkrise ohnehin obligaten Antikapitalismus, kaum ein Tropfen Individualismus und Eigeninitiative zu extrahieren ist.

Beginnend mit den landläufig hochgradig irreführend als „Mitte-rechts“ deklarierten Parteien gleicht das politische Spektrum Österreichs rundum einem etatistischen Gruselkabinett, das sich bestenfalls in diverse Schattierungen von Sozialdemokratie auffächern lässt und am linken Rand von den neuerdings zu grimmigen Spießbürgern mutierten Grünen abgerundet wird, die sich dem Piesacken der Staatsbürger durch immer neue Verbote, Regulierungen und Dekrete verschrieben haben – Beispiele gefällig?

Donnerstag, 22. November 2012

Über die öffentlichen Güter

von Marco Kanne
In der Tat rechtfertigen "Minarchisten", wie alle anderen Etatisten, Zwangsmonopole mit der Konstruktion des "Kollektivguts" oder genauer des "öffentlichen Guts", also letztlich mit "Externalitäten", in diesem Falle einem "externen Nutzen" jener, die nicht für die Kosten aufkommen. Dies würde angeblich dazu führen, dass das jeweilige Gut nicht mehr nachgefragt würde. Das ist natürlich weder logisch, noch empirisch haltbar und darüber hinaus Ausdruck eines zutiefst perversen, absurden Menschenbildes.

Würde jemand, nur weil auch ein anderer einen Nutzen daraus zieht, seine eigenen Bedürfnisse völlig vernachlässigen und entgegen seiner Bedürfnisse handeln? Wäre dem so, gehörte die gesamte "Österreichische Schule" in die Tonne gekloppt. Natürlich ist dem nicht so. Zeige mir den Menschen, der darauf verzichtet, sich und sein Eigentum zu schützen bzw. schützen zu lassen, wenn er sich bedroht glaubt, nur weil jemand anderes dadurch ebenfalls geschützt wäre. Tatsächlich ist es ein völlig richtiges und rationales Verhalten, dass jene, die in den Genuss eines "externen Nutzens" kommen, nicht nochmals Ressourcen aufwenden (und damit verschwenden), um ein Bedürfnis zu befriedigen, das bereits befriedigt ist.

Mittwoch, 21. November 2012

Der Markt kann alles

von Tommy Casagrande
Immer wieder stoß ich in Diskussionen auf Aussagen, die nicht logisch sind. Das merke ich beispielsweise dann, wenn der Begriff Markt darin vorkommt. Als Voluntarist bin ich überzeugt, alles was der Staat an Leistungen erbringt, lässt sich auch durch den Markt bereitstellen.

Wieso bin ich dieser Überzeugung ? 

Der Markt ist zwar als Begriff ein Abstraktum, dennoch meint er etwas ganz konkretes, ohne dass es keinen Markt geben kann - Menschen. Ein Markt besteht aus Menschen. Er besteht weder aus Kartoffeln, noch aus Porsches, sondern er besteht aus Menschen. 

Wenn ich behaupte, es gibt nichts, dass der Markt nicht hervorbringen kann, dann sage ich nichts anderes, als dass es nichts gibt, das Menschen nicht hervorbringen können. Denn, egal ob wir uns in einem Staat oder einem Markt befinden, es sind immer Menschen, die etwas hervorbringen.

Montag, 19. November 2012

Ein Zwischenruf von Roland Baader: Über das Elend der Wirtschaftswissenschaften und den Staat

Feiheitsikone Roland Baader
von Apo Phil
Marktwirtschaft oder Kapitalismus funktionieren auch dann, wenn die Beteiligten ihr Wesen und ihre inneren und verborgenen Mechanismen nicht verstehen. Zum Glück ist das so, denn da es nur wenige Personen gibt, die fundierte Kenntnisse über die komplexe Natur und die spontanen Kräfte des Marktes ihr Eigen nennen, könnte Marktwirtschaft sonst nicht stattfinden. Wenn der Markt nur funktionieren würde, wenn die Beteiligten seine komplexen Regelmechanismen kennen und verstehen, könnte es ihn nicht geben. Es würde dann nur ein winziger Bruchteil der heutigen Menschenzahl leben – und diese wenigen würden buchstäblich noch auf den Bäumen hausen. Bereits die Steinzeitmenschen kannten nämlich arbeitsteilige Prozesse und den Tauschhandel, folgten also einfachen Grundstrukturen des Marktes.

Dieser eigentlich glückliche Umstand hat jedoch einen großen, verhängnisvollen Nachteil: Die Tatsache nämlich, dass kaum jemand erkennen, ermessen und beurteilen kann, welche immensen Schäden verursacht und welche Gefahren heraufbeschworen werden, wenn die Politik am unsichtbaren und unüberschaubar komplexen Uhrwerk der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung herumschraubt.

Samstag, 17. November 2012

Die konzeptionelle Armut unseres Gesellschaftssystems

Marschroute des aktuellen Systems
von Tommy Casagrande
Um heraus zu finden, weshalb gesellschaftliche Probleme überhaupt existieren, weshalb sie sich im Laufe der Zeit oft verstärken und welche Gründe es sind, die diese Probleme entstehen lassen, braucht man sich nur in die Österreichische Schule der Nationalökonomie einzulesen. Wichtig ist, dass man etwas liest und nicht versucht, sich die Informationen aus den Medien zu holen. Denn man wird nicht viele Medien finden, die das System dermaßen scharf analysieren können. Wäre dem so, würden viele Medien nicht jene Forderungen unterstützen, die noch mehr vom falschen fordern. Wenn Geldausweitung schlecht ist, kann ich nicht noch mehr Geldausweitung fordern. Wenn ich erkenne, dass der Sozialstaat zerstörerische Kräfte entfaltet, dann wäre es nicht klug, sich vor Alternativen zu verschließen und noch mehr Sozialstaat zu fordern. Im Grunde geht es bei jedem staatlichen Eingriff um einen Gewaltakt, weil es keinem erlaubt ist, eine alternative Idee anzubieten. Das ist sicher das Übel Nummer 1. Denn wenn jemand eine bessere Idee hätte, könnte man das System somit verlassen. 

Donnerstag, 15. November 2012

Der Zins und seine Funktion im freien Markt

Zentralbanken wie die FED verzerren die Preisbildung
von Felix Hau
Geld unterliegt, wie alle anderen knappen* Güter auch, dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Wer ein Unternehmen auf- oder ausbauen will, benötigt jetzt Geld, mit dem er diverse Anschaffungen tätigt, Personal bezahlt oder sonstige Maßnahmen finanziert, die dazu führen sollen, dass die Unternehmung in Zukunft Gewinn erwirtschaftet. Seine Nachfrage nach Geld ist also hoch.

Wo bekommt jemand, der erhöhte Nachfrage nach Geld hat, dieses Geld her? Von anderen Menschen, deren Nachfrage nach Geld aktuell niedrig ist und die deshalb dazu neigen, dasjenige Geld, das sie nicht für den regelmäßig nötigen Konsum brauchen, zu sparen. Diese Sparer fungieren auf dem Markt als Anbieter von Geld – eben jenem Geld, das sie derzeit selbst nicht benötigen und also erübrigen können.

Mittwoch, 14. November 2012

Wie frei bin ich eigentlich?

Hundesteuer als Beispiel für Staates Willkür. Die Wünsche
vieler Hunde bleiben auf der Strecke.
Gastbeitrag von Bastian Wilkat
Der folgende Beitrag ist sehr persönlich und hat meine Ansichten zum Thema Freiheit zum Inhalt. Er soll beispielhaft darstellen, was Einfluss auf meine jetzige Überzeugung genommen hat. Dabei ist das Wort jetzig hervorzuheben. Dieser Beitrag ist ein Momentausschnitt meiner tiefen Überzeugungen und Gefühle in Bezug auf meine eigene Freiheit. Geprägt durch Erziehung, Bildung, soziales Umfeld und sicher auch durch das Internet, hat sich mein Verhalten über die Jahre geändert – mein Grundstreben nach Freiheit pocht jedoch beständig in mir.

Ich sehe Freiheit nie als etwas Absolutes – es ist immer kontext- und verhältnisabhängig. Begrifflich kann ich es gut mit Perfektion vergleichen. Auch wenn es sicher Menschen gibt, die sich die Charaktereigenschaft des Perfektionisten zuschreiben: es gibt keinen objektiv perfekten Menschen – obgleich es natürlich Verliebte gibt die sagen, dass sie den perfekten Partner hätten. Auch wenn ich da etwas Selbstbetrug unterstelle, so wäre es falsch, wenn ich mir erlaube diese Meinung in Frage zu stellen. Die entsprechende Person setzt für ihr Verständnis von Perfektion nämlich einen anderen Maßstab an als ich es tun würde. Objektive Perfektion kann es meiner Meinung nach nur in komplizierten, nicht in komplexen Systemen geben (zur Unterscheidung siehe hier). Perfektion kann jedoch auch in komplexen Systemen als anzustrebender Zustand angesehen werden. Produzierende Unternehmen, welche nach den Leanprinzipien arbeiten, streben z.B. den perfekten Fluss des Wertstroms an. Dazu gibt es u.a. regelmäßige Kaizentstehungen. Damit sollen kontinuierlich kleine Verbesserungen durchgeführt werden. Im Vergleich zu einem Innovationsprojekt ist diese Routine nie zu Ende – es geht immer noch besser und es gibt nicht den perfekten Zustand.

Dienstag, 13. November 2012

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich

Mark Twain:,,Geschichte wiederholt
sich nicht, aber sie reimt sich.''
von Tommy Casagrande
Den Geist bekommt man nicht mehr in die Flasche. Man hat ihn gerufen, um Utopie zu schaffen. Rationalität ist die Wahrheit von gestern. Heute spielen wir Roulette. Jede Ziffer und jede Farbe stellt einen Wunsch dar, der ohne das Zufallsprinzip des Glücksspielgenerators nicht zur Erfüllung gebracht werden kann. Wo das Denken zur zweiten Wahl geworden ist, ist die Illusion der neue Steuermann. Doch wohin fährt das Schiff? In einem Meer, so kalt wie tausend Nadelstiche, versucht die Illusion an den Eisbergen vorbei zu schiffen. Die Illusion ist wie ein Mensch, dessen Augen verbunden und dessen Sinne fehlgeleitet sind vom kurzfristigen Bedürfnis, das jeden Überlebensinstinkt zunichte macht. Wen der Tod holt, der hat es nicht geahnt. Während Tiere auf ihre Instinkte angewiesen sind und ihnen nichts bleibt, als die Unmöglichkeit zur Denkfähigkeit zu gelangen, überleben sie, ganz ohne Poesie, fernab der Vorstellungskraft über eine Zukunft. Doch wir Menschen, nicht mehr Tier, doch auch nicht perfekt, verleugnen unsere Stärke, weil wir es können. Wir Menschen irrlichtern fehlgeleitet, weil wir uns fehlleiten lassen. Den Illusionen geben wir nach, weil wir nicht wünschen, dass nur das Mögliche letztlich möglich ist. 

Montag, 12. November 2012

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, verliert beides

Vertreter der subjektiven
Wertlehre: Carl Menger
von Tommy Casagrande
In Diskussionen über menschliche Handlungen entsteht schnell ein Pro und Contra im Bezug darauf, wie schädlich etwas ist. Zumeist handelt es sich in solchen Diskussionen um das Rauchen oder um die Einnahme von Drogen. Was in diesen Diskursen leider unbeobachtet bleibt ist, dass dieser Diskurs lediglich um die utilitaristische Annahme der daraus resultierenden Konsequenzen einer Handlung geführt wird. Hierbei argumentiert Person A pro und Person B contra dieser menschlichen Handlung. Rauchen ist schädlich, sagt der eine, rauchen ist nicht so schädlich, sagt der andere. Drogen nehmen ist schädlich, sagt der eine, Drogen zu nehmen ist nicht so schädlich, sagt der andere. Diese inhaltliche Auseinandersetzung ist aber eigentlich komplett irrelevant. 
Schädlich kann im Leben so vieles mehr sein als nur das Rauchen oder das Einnehmen von Drogen. Schädlich kann ebenso das Essen von zu viel Fleisch sein, das Trinken von zu viel Alkohol. Es gibt wohl nur wenig im Leben, das nicht schädlich sein kann, wenn man nicht aufpasst, wenn man es übertreibt, oder wenn man einfach das Pech hat, dass der Körper nicht so reagiert wie man glaubt, denn es gibt Dinge von denen man gar nicht weiß, dass man sie nicht verträgt. Schon Heute wissen wir, dass der letzte stattgefundene Autounfall, der letzte stattgefundene Flugzeugabsturz nicht die letzten gewesen sein werden. Einfach deshalb, weil im Leben immer wieder Unfälle passieren, Fehler gemacht werden, falsch spekuliert wird. Es lässt sich keine absolute Sicherheit erlangen. Leben ist und bleibt Risiko. 

Sonntag, 11. November 2012

Neu: Kalender

Ab sofort findet man auf unserer Seite in der Menüspalte einen Kalender, der auf freiheitliche Veranstaltungen hinweist. Wenn wir einige Veranstaltungen vergessen haben sollten, so bitten wir darum, uns via Mail (tomek.froelich@yahoo.de) oder via Facebook darauf hinzuweisen.

Freitag, 9. November 2012

Die Wahl der Qual: Eine Analyse der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2012

Barmitt Robamney
von Tomasz M. Froelich
Das Sprichwort ,,Wer die Wahl hat, hat die Qual'' bezieht sich klassischerweise auf die Schwierigkeit, sich für eine von mehreren Alternativen entscheiden zu müssen. Bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika kam dem Sprichwort eine etwas andere Bedeutung zugute: Qual bezog sich nicht auf die Schwierigkeit, sich für eine von mehreren Alternativen entscheiden zu müssen, sondern eher auf die Unmöglichkeit eine wirkliche, mit realen Gewinnchancen ausgestattete Alternative zu Barack Obama zum Präsidenten wählen zu können. Und auf die langen Warteschlangen vor vielen Wahllokalen, die zu mehrstündigen Wartezeiten führten.

Wischiwaschi-Wahrnehmung
Das Obama-Team führte einen effizienten Wahlkampf, indem es einen künstlich aufgebauten, riesigen Gegensatz zwischen Barack Obama und Mitt Romney zeichnete und medienwirksam vermittelte. Dies führte dann, in Europa noch mehr als in Amerika, zu einem verzerrten Image beider Kandidaten, welches Mario Fleischmann wie folgt beschreibt: ,,Obama ist angeblich der gütige Wohlfahrtsstaatler, der selbstlos (mit dem Geld anderer Leute) den Armen hilft, ihnen eine Gesundheitsversorgung gibt und alles dafür tut, den „entfesselten Markt“ in Zaum zu halten, der die Welt an den Rand des Abgrunds geführt hat. Romney spielt die Rolle des bösen Kapitalisten: egoistisch, rücksichtslos, Marktfetischist und Sozialdarwinist.''

Dienstag, 6. November 2012

Menschen sind schlecht für die Umwelt

Augen auf. Scheiße, Halsschmerzen. Flur, Wohnzimmer, Küche, Cornflakes, Fernseher. “Bla bla, Krise, bla bla, entfesselte Märkte. Ein Wirbelsturm fegt auf die USA zu.” Was interessiert mich das Wetter der Alliierten. Doch als ich gerade ausschalten möchte heißt es: “Der Sturm fegt über New York hinweg, wir schalten nun live zu unserer Korrespondentin nach Potsdam.” Wie bitte? Ich wende meine Augen von den sabschigen Cornflakes ab und werfe einen Blick auf den Fernseher. Tatsächlich: Köln, Potsdam, eine Live-Schaltung. Haben die denn keinen Korrespondenten der dichter an New York dran ist … in Mönchengladbach oder so!? Doch dann wird mir klar, dass das gar nicht so absurd ist, da sich die kecke Dame bei irgendeinem meteorologischen Institut in Brandenburg befindet, um Expertenwissen einzuholen. Und nun, und das schwöre ich, stellt die Dame im Studio in Köln nur eine einzige Frage … ”Hat die globale Klimaerwärmung diesen Sturm verursacht?”

Montag, 5. November 2012

Medizinismus als Form des Faschismus

Ein extremer Medizinismus führt zum Ausschluss ,,system-
belastender Lebensgewohnheiten'', wie etwa dem Rauchen.
Auf Kosten der Freiheit!
Tommy Casagrande 
Wir leben in einer Zeit, da wird in Diskussionen um Gesundheitsthemen ein jeder zum Mediziner. Ist rauchen schädlich? Und wenn ja, wie schädlich? Sollen Eltern im Beisein ihrer Kinder rauchen dürfen? Ist Impfen schädlich? Und wenn ja, wie schädlich? Sollen sich Menschen impfen lassen dürfen, oder sollte man vielleicht jedem eine Impfung aufzwingen? 
Auch unter Libertären, wobei sich die berechtigte Frage stellt, ob es sich dabei um solche handelt, ist die Antwort nicht immer frei von Zwang und Gewalt. Es gibt hier und da immer wieder mal Menschen, die von sich selber behaupten, sie stünden für Freiheit, aber sobald es um diverse Themen der Gesundheit geht, will man davon nichts mehr wissen. Das bedeutet nichts anderes, als dass das etatistische Denken nicht ganz abgelegt wurde und man sich unreflektiert der Sprache der Gewalt und des Staates bedient. 
Im Prinzip ist das alles kein Problem, wenn es keinen Zwang gibt. Sobald es irgendwo einen gesetzlichen Zwang gibt, gibt es stressige und müßige Diskussionen, in denen man sich ab einem gewissen Punkt im Kreis dreht, weil der Diskussionspartner in seiner Argumentation hüpft. Das heißt, widerlegt man eine Aussage, kehrt er zu einer Aussage zurück, die er vor 2 Minuten bereits getätigt hat. Das ist ein Dilemma bei Diskussionen, in denen nicht beide die Logik als Findung von Wahrheit akzeptieren.