Dienstag, 30. Oktober 2012

Über die Vorbehalte menschlicher Freiheiten

,,Fast alles verboten''
von Tommy Casagrande
Da gibt es Menschen, die mit der Freiheitsidee flirten, aber zu einer Liebe reicht es nicht. Sie haben einfach zu große Vorbehalte. Vorbehalte gegen alles. Wann immer sie zu zweifeln beginnen, sind sie der Meinung, dass es am besten sei, wenn der Staat abwägen würde, ob man den Menschen etwas gestattet oder nicht. Beispielsweise das Recht auf freien Waffenbesitz, welches in dieser Erörterung nur als Beispiel dienen soll. Gewiss hätte ich auch ein ganz anderes Beispiel heranziehen können.

Angenommen jemand behaupte, das Waffenrecht müsse eine Abwägungssache sein. Was ist diesem Menschen von einem konsequent libertären Standpunkt aus mitzuteilen?

Montag, 29. Oktober 2012

Eröffnung der neuen Räumlichkeiten des Instituts für Wertewirtschaft

Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak leisten
hervorragende Arbeit an der ,,Wertewirtschaft''
Das Institut für Wertewirtschaft, eine der letzten vollkommen unabhängigen Forschungs- und Bildungsseinrichtungen im deutschsprachigen Raum, feierte am 9. Oktober 2012 die Eröffnung ihrer neuen Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe der Wiener Hauptuniversität, die Einweihung der, durch die Bibliothek von Roland Baader und Rainer Ernst Schütz erweiterte, Bibliothek und den akademischen Semesterbeginn.

Dank der Vermächtnisse der beiden Privatgelehrten und Freiheitsdenkern Roland Baader (Waghäusel) und Rainer Ernst Schütz (Wien), die dem Institut für Wertewirtschaft anvertraut wurden, befindet sich hier nun die wohl europaweit größte Bibliothek für die Ökonomie, Philosophie und Geschichte der Freiheit und eines der geistigen Zentren der Österreichischen Schule der Ökonomie.

Freitag, 26. Oktober 2012

EU und Marktwirtschaft – Blick auf den Anfang vom Ende

Die ,,inneren Werte'' der EU  treten
vermehrt zum Vorschein
von Christian Zulliger
Staatsinterventionen durch Stabilitätsmechanismen und „uneingeschränkten“ Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. Man überlegt sich, wie es soweit kommen konnte, dass jegliche Marktkorrektion systematisch unterdrückt wird. Ein Blick auf den Anfang vom Ende soll mit diesem Essay gegeben werden. Die ursprüngliche Wirtschaftsverfassung der Europäischen Union basiert schliesslich auf der Vision eines „Europas der Freiheit und des Wettbewerbs“. Dies jedenfalls, wenn man dem Vertrag von Rom zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Glauben schenken mag.

Wichtige konstitutive Elemente dieser ursprünglich sehr freiheitlichen Wirtschaftsverfassung sind die Freiheit des Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs, sowie die Regeln des Wettbewerbs. Der wichtige Subsidiaritätsgedanke wurde später mit dem Vertrag von Maastricht explizit in den EG-Vertrag aufgenommen, jedoch bis dato nie gelebt. Mit dem Vertrag von Maastricht hat sich die Europäische Gemeinschaft schließlich eine Währungsverfassung gegeben, die auf Preisstabilität setzt, und für die sich die Europäische Politik verpflichtet. Des Weiteren wurde der Europäischen Zentralbank die Unabhängigkeit garantiert, eine Unabhängigkeit, die ebenfalls nie gelebt wurde. Fest steht, die Stabilität der Währung zählt zu den absolut unabdingbaren Prinzipien einer marktwirtschaftlichen Ordnung, dies sieht nicht nur der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann so. Zudem ist die verfassungsmässig garantierte Unabhängigkeit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine Zentralbank ihren Stabilitätsauftrag erfüllen kann.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Demokratie = Freiheit ?

von Tommy Casagrande
Du bist ein Befürworter der Demokratie? Du glaubst, die Probleme unserer Zeit bestehen in einem Verlust demokratischer Rechte? Du setzt Demokratie mit Freiheit gleich? Dann möchte ich dir an dieser Stelle gerne etwas entgegensetzen.

Ich finde, dass wir beide gleicher Meinung sein sollten darin, dass Demokratie etwas schlechtes ist. Man sagt uns zwar von Kindesbeinen an, dass die Demokratie gut sei, aber überleg mal, wer uns sowas einredet. Es sind Lehrer, die den Willen des politischen Establishment ausführen. Als Kinder waren wir manipulierbar. Jetzt können wir es hinterfragen.

Bevor du mir entgegnest, dass du deine Meinung vertrittst, will ich dir etwas über den qualitativen Unterschied der Konsequenzen unserer Meinungen sagen. Ich vertrete die Hoppe'sche Privatrechtsgesellschaft, in der es keine Fremdbestimmung und keine Mitbestimmung über Zwang gibt. In einer solchen Gesellschaft könnte ich dich zu nichts zwingen und du mich zu nichts. Was wir beide miteinander machen beruht auf freiwilliger Kooperation.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Eugen Richters ,,Sozialdemokratischen Zukunftsbilder'' als Video und Musik

Eugen Richter
Eugen Richters ,,Sozialdemokratischen Zukunftsbilder'' sahen bereits in den 1890er Jahren das vom Sozialismus ausgehende Unheil kommen und prophezeihten dieses auf ungemein prophetische Art und Weise.

Der große Historiker des deutschen Liberalismus, Ralph Raico, urteilt über das Werk wie folgt:
,,Richter sah auch voraus, daß der Versuch des Sozialismus, das gesamte Wirtschaftsleben auf zentraler Planung aufzubauen, allem Gerede über "Genossenschaften" usw. zum Trotz eine zentralisierte Lenkung durch den Staat erforderlich machen würde. So malte Richter in seinen kleinen Sozialdemokratischen Zukunftsbildern bereits ein getreues Bild dessen, was ganze Volker erst in qualvoller Erfahrung lernen mußten, daß nämlich das sozialistische Projekt die Zerstörung der Zivilgesellschaft zur Folge haben würde.''

Montag, 22. Oktober 2012

Kleines Buch zur großen Wut

von Tomasz M. Froelich
Matthias Altenburg wendet sich in seinem Buch ,,Courage'' an seine Tochter Paula. Er versucht ihr die politischen und ökonomischen Zusammenhänge dieser Welt zu erklären. Paula ist 16; ein Alter, in dem man durchaus in der Lage sein kann, diese Zusammenhänge zu begreifen. Matthias Altenburg ist 54 und begreift sie kaum.
Das Buch - eingebettet in ein Anfangs- und ein Schlusszitat von Bertolt Brecht - liefert im Grunde genommen keine neuen Erkenntnisse. Und es erklärt auch nichts.

Altlinkes Schwadronieren
Soziale Missstände in Deutschland und dem Rest der Welt werden in altlinker Manier, teilweise sogar zurecht, angeprangert. So ist Altenburgs Kritik an der Zoll- und Subventionspolitik des Westens, die die Menschen in der Dritten Welt verhungern lässt, berechtigt. Auch seine Kritik an der Politik, die dazu neigt, Allianzen mit der Großindustrie und dem Bankensektor einzugehen, um diese(n) gegen bestimmte Leistungen zu privilegieren, was dann auf Kosten der Ärmeren geht, ist grob richtig. Das Ganze dann als ,,Kapitalismus in Reinform'' zu bezeichnen ist hingegen äußerst vulgär, großer Humbug, entspricht aber dem gegenwärtigen Zeitgeist der Ahnungslosigkeit.

Samstag, 20. Oktober 2012

Über die Werbung

Niemand ist gezwungen sich Werbung anzuschauen
von Tommy Casagrande
Immer wieder bekomme ich Dinge zu hören oder zu lesen, die abstrus und unlogisch sind. Im folgenden Falle beziehen sich derlei absurde Aussagen auf das Thema Werbung: Wenn ein Werbeplakat an einer Haltestelle hinge sei man gezwungen es anzusehen. Man kann nicht wegsehen. Es würde Zwang ausgeübt werden, allein, weil es dort hängt und man hinschaut. Diese unsinnige Behauptung möchte ich im folgenden widerlegen.

Werbung ist kein Zwang. Niemals. Wenn an einer Haltestelle Werbung hängt bin ich nicht gezwungen hinzusehen. Ich kann woanders hinsehen. Niemand zwingt mich dazu hinzusehen. Bei Zwang geht es um ein Verhalten, das ein anderer Mensch mir gegenüber ausübt. Andernfalls könnte ich sonst argumentieren, dass ich gezwungen bin eine Haltestelle oder einen Bus anzusehen. Denn das was man vermeintlich gezwungen ist sich anzusehen ist nichts anderes als eine austauschbare Oberfläche. Denn unsere Augen sehen schlicht nichts anderes als Oberflächen. Somit gibt es keinen qualitativen Unterschied zwischen einer Haltestelle, einem Bus oder einem Werbeplakat. 

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wirtschaftswissenschaft, die Hure der Regierungen

Ikone des ,,wirtschaftswissenschaftlichen
Rotlichtmilieus'': Keynes.
von Christian Zulliger
Spätestens seit der ausschliesslichen Indoktrination der Keynes`schen Lehre an den meisten Universitäten hat sich die Wirtschaftswissenschaft zur Hure der Politik gemacht. Es wird gelehrt, was Mainstream ist, die Zuhälter auf den Professoren-Stühlen erklären den Studenten nicht mehr die Marktgesetze und Selbstheilungskräfte des Marktes, sondern viel mehr das, was Regierungen gerne hören: Die Legitimation von uneingeschränkten Markteingriffen (Bsp. EZB), monetaristische und zinspolitische Chirurgie am offenen Herzen des Marktes. So brauchen nach heutiger volkswirtschaftlicher Auffassung die Märkte eine Regulation und tiefgreifende Eingriffe zur Förderung der Nachfrageseite durch den Staat. Wozu das alles führt, sehen wir vor der eigenen Haustüre: Explodierende Staatsverschuldung und fiat money. Der Patient „EU“ liegt längst auf der Intensivstation, wird künstlich beatmet und mittels Herzschrittmacher mit aller Macht am Leben erhalten. Doch damit nicht genug: jetzt erst zeigt sich das wahre Gesicht der Keynesianer, die zuvor bei jeder konjunkturellen Abwärtsbewegung und jeder pingeligen Rezessionsgefahr mit ihren makroökonomischen Eingriffen (Geldmengenausweitung, Erhöhung der Staatsausgaben, Senken der Zinsen) dagegenhalten wollten.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Über rechtsphilosophische und strafrechtliche Auffassungen

Justitia: In Stein gemeißelt, vom Staat mit Füßen getreten
von Tommy Casagrande
Das Strafrecht gibt an, was ich als Mensch und Bürger eines Staates zu unterlassen habe und was es mich kostet, wenn ich mich darüber hinwegsetze. Was auffällt, wenn man sich den Kanon des Strafrechtes ansieht, ist, dass es sich dabei um vielerlei Vergehen handelt, die intuitiv von vielen Menschen nicht als kriminelle Handlungen gesehen werden, sondern die aufgrund von medialer oder erzieherischer Wiederholung einen festen Platz in unserem kognitivem Zentrum eingenommen haben. 

Alle Arten von opferlosen Handlungen, bei denen maximal eine selbstschädigende Wirkung auftreten könnte (wie das doch bei allem sein kann, wo die Dosis das Gift macht), zählen zu diesen Handlungen. Als kriminell wurden sie nicht eingestuft, weil sie den Charakter von Gewalt oder Missachtung von Eigentumsrechten inne hatten. Als kriminell wurden sie eingestuft, weil der Charakter der Rechtsauffassung, die diese Handlungen als kriminell einstuft, ihrerseits die Eigentumsrechte missachtet und in diesem Maße selbst Gewalt anwendet. 

Montag, 15. Oktober 2012

Vom eigentlichen Nutzen des Tausches und des Geldes auf dem freien Markt

Murray Rothbard erkannte, dass nur
Marktgeld gutes Geld ist
von Tomasz M. Froelich
Der Nutzen des Tausches
Der Tausch ist die Grundlage einer jeden Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne Tausch gäbe es praktisch keine Wirtschaft. Ohne Wirtschaft gäbe es praktisch keine Gesellschaft. Das Schöne am Tausch ist, dass die Tauschenden, aus ihrer jeweiligen Perspektive, beim Tauschgeschäft einen Gewinn machen. Es herrscht zwischen getauschten Dingen aus Sicht der Tauschenden keine Wertgleichheit, wie es etwa Aristoteles, Marx und viele andere irrtümlicherweise geglaubt haben. Vielmehr ist ein Tauschgeschäft eine win-win-Situation, ein Spiel positiver Summen und kein Nullsummenspiel, ,,denn jeder bewertet das, was er im Tausch erhält, höher als das, was er weggibt'' (Rothbard 1963/2000: 15), denn sonst würde es ja für niemanden Sinn ergeben, etwas zu tauschen.

Tausch durch natürliche Mannigfaltigkeit und Arbeitsteilung
Der Tausch resultiert aus der Mannigfaltigkeit menschlicher Talente und Fähigkeiten und der Verschiedenartigkeit der erdlichen Regionen und Bodenschätze, kurzum: aus der Mannigfaltigkeit der Natur: ,,Jeder Mensch hat eine andere Kombination an Fähigkeiten und Fertigkeiten, und jeder Landstrich hat seine eigentümlichen Qualitäten, seine besonderen Vorkommen. Aus dieser äußerlichen Tatsache der Verschiedenartigkeit entstehen Tauschhandlungen'' (ibid.: 16).

Freitag, 12. Oktober 2012

Freiheit und Wohlstand durch Systemwettbewerb

Die Ära des Deutschen Bundes markiert das bisher womöglich
freiheitlichste Momentum der deutschen Geschichte.
von Steffen Krug
In der Geschichte des Abendlandes sind die großen Zivilisationen aus dem Wettstreit zwischen sprachlich und kulturell homogenen Hoheitsgebieten hervorgegangen, die im ständigen Wettbewerb um Einwohner und Kapital standen. Die Machthaber konnten nur sehr begrenzt Steuern erheben und Regulierungen festsetzen, da der freie Personen- und Warenverkehr eine  ständige Abstimmung mit den Füßen ermöglichte. Geschichtliche Beispiele für aus Systemwettbewerb hervorgegangene Hochkulturen sind die griechischen Stadtstaaten der Antike, die sieben Hügel Roms, die italienischen Stadtstaaten der Renaissance oder auch die 13 nordamerikanischen Kolonien.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Die subtile Strategie der zentralistischen EU oder: Inflation, die permanente Blutvergiftung

Alarmstufe: Rot!
,,Blutvergiftung durch Inflation''
von Christian Zulliger
Wir steuern auf schwierige Zeiten hin. Zeiten immer stärkerer Interventionen der Politik, Zeiten in denen das Volk von den Mainstream-Medien einmal mehr bewusst dumm gehalten wird. Es ist die Zeit der Zinsmanipulation durch die Zentralbanken, der repressiven Schuldensozialisierung, verfassungswidriger Notenbankpolitik und der zunehmenden Regulierung der Finanzmärkte. Eine Rückbesinnung auf ordnungspolitische Grundgedanken wäre immens wichtig. Roland Baader, einer der grossen Freiheitsdenker unserer Zeit erkannte dies schon früh und warnte stets davor, dass Inflation kein Resultat des Marktes, sondern stets eine bewusste politische Strategie ist. Die Strategie der subtilen Enteignung durch die Notenpresse, die Strategie der Schuldentilgung des Staates auf Kosten des Privateigentums der Bürger. Diese Repression ist ein Grundpfeiler sozialistischer und etatistischer Politik, die von der grossen Menge der Bevölkerung nicht bemerkt wird. Mit aktuellen Inflationsraten von rund 2.5 % wird ein jeder Bürger jährlich um diese Rate enteignet. Bargeldhaltung lohnt sich aufgrund der hohen Opportunitätskosten nicht mehr, ein knappes Prozent Kontokorrentzins steht den eineinhalbfachen Kosten der Geldhaltung gegenüber. Die Anreize zu sparen sinken und es kommt was kommen muss: Der Bürger gibt sein Geld aus, konsumiert und verschuldet sich, der Weg in die Knechtschaft nimmt seinen Lauf.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Demokratie

von Tommy Casagrande
Demokratie ist ein Herrschaftsmodell. Es hat mit Freiheit nichts zu tun, weil dort, wo es Herrschaft gibt, notwendigerweise die Freiheit von dieser Herrschaft nicht besteht. 
Das Maß der Unfreiheit wechselt sich im Laufe der politischen Gezeiten ab und tendiert dennoch stets dazu dem Herrschaftssystem mehr und mehr Macht angedeihen zu lassen. 
In einer Demokratie bin ich der Stumpfsinnigkeit meiner interessenlosen Mitmenschen ausgeliefert. Und dort, wo ich ihnen nicht ausgeliefert bin, dort entscheiden Politiker, ohne meine Mitmenschen, über mich hinweg. Als Mensch, der die Herrschaft ablehnt, kann ich mich nirgendwo frei fühlen. Lediglich unter Gleichgesinnten besteht die Möglichkeit, sich danach zu fühlen, was formell mir nicht gegeben ist. Darum kann ich auch dem Gegensatz “EU-Bürokratur vs. demokratische Freiheit” nichts abgewinnen. Ob Menschen in Brüssel über mein Leben entscheiden oder ob das Menschen in Österreich tun, ist für mich einerlei. Wer, an welchem Ort und wie viele von ihnen über mich bestimmen: es bleibt immerzu Gewalt und Zwang, der als legitim gegen mich verstanden wird und dem ich mich zu beugen habe. 

Montag, 8. Oktober 2012

Individualismus vs. Kollektivismus: Wie viel Staat können wir uns leisten?

Erich Weede auf der ,,Free Market Road Show''
Im Rahmen der Free Market Road Show des Hayek Instituts in Wien hielt der renommierte Soziologe, Politikwissenschaftler und Psychologe Prof. Dr. Erich Weede von der Universität Bonn am 04. Oktober 2012 einen exzellenten Vortrag unter dem Titel ,,Individualismus vs. Kollektivismus: Wie viel Staat können wir uns leisten?''. Vor Ort erhielten wir die Genehmigung die schriftliche Langfassung dieses Vortrags auf unserer Seite zu veröffentlichen. Dafür danken wir Prof. Dr. Erich Weede vom ganzen Herzen.
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von Prof. Dr. Erich Weede
1. Individualismus und Kollektivismus
Das Selbsteigentum ist der Grundgedanke des  Individualismus [1]. Wenn der Mensch sich selbst gehört, dann liegt es nahe, dass auch die Früchte seiner Arbeit ihm gehören. Deshalb gehören Selbsteigentum und Privateigentum zusammen (Locke 1690/2003). Wo es Privateigentum gibt, werden einige Menschen ihre Produkte gegen die Produkte anderer Menschen tauschen wollen. Wenn beide Seiten freiwillig ein Tauschgeschäft abschließen, dann können beide ihr Wohlbefinden durch Tausch verbessern. Freie Vereinbarungen und Tauschhandel sind deshalb Ergänzungen zu Selbsteigentum und Privateigentum. In individualistischen Gesellschaften haben die Menschen die Freiheit der Wahl. Es herrscht wirtschaftliche Freiheit oder Kapitalismus.  Friedrich Engels, ein Mitverfasser des kommunistischen Manifests (Marx und Engels 1848/1966, Fussnote 1), und einer der frühesten und konsequentesten Kritiker des Sozialismus, Ludwig von Mises (1920), stimmen darin überein, dass Privateigentum an Produktionskapital den Kapitalismus kennzeichnet. Deshalb muss eine individualistische Gesellschaft auch eine kapitalistische sein. 

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Es werde Geld - Fiat-Money

von Simon Pfundstein
,,Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.'' Zitat von Henry Ford.

Bevor man großartig über Geld redet, sollte zuerst geklärt werden, was Geld eigentlich ist. Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben. In diesem berichte ich, dass Geld nicht erfunden wurde, sondern als neutrale Tauschware auf einem freien Markt entstanden ist und früher hauptsächlich in Form von Gold oder Silber existierte. Diese Edelmetalle eignen sich aufgrund von Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Einheitlichkeit und Marktgängigkeit besonders gut.

Banken erfüllten die Funktion der Lagerung. Diese verwahrten das eigentliche Geld für die Kunden auf und gaben ihnen dafür eine Art Quittung. Bei der Quittung handelte es sich um eine Banknote aus Papier, mit welcher man das Geld bei der Bank wieder abholen konnte. Mit der Zeit wurden nur noch die Banknoten untereinander ausgetauscht, das eigentliche Geld (Gold) blieb bei der Bank hinterlegt. Doch was wir heute als Geld kennen, war damals nur die Quittung des eigentlichen Geldes. Geldscheine sind heute nicht mehr durch einen wirklichen Wert gedeckt, es handelt sich beim Euro (und der DM) um so genanntes Fiat-Money (lat. fiat: „es werde“ Geld). 

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Die regulierte Welt

Bunter Planet in grünen Fesseln?
Eine Horrorvision
von Tommy Casagrande
Unsere Welt besteht aus Regulierungen. Jede Regulierung ist gleichzusetzen mit einer Verhinderung Menschen zusammenkommen zu lassen um miteinander zu tauschen, Ideen zu entwerfen und selbige umzusetzen. Regulierung bedeutet stets Verbot. Es ist in unserer Welt an vielen Stellen verboten, auf freiwilliger Basis, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten um zu geben, was derjenige möchte und zugleich zu erhalten, was man sich wünscht. Regulierungen behindern menschlichen Austausch von Gütern und Ideen. Umso mehr Regulierungen es gibt, desto mehr Raum bleibt übrig, in dem Menschen nicht zueinander kommen und zueinander finden. Umso mehr Raum bleibt übrig für Ideen, die verboten sind umgesetzt zu werden, woraus ein Selbstverbot folgt, gewisse Ideen überhaupt zu denken.  Der Geist stumpft ab, denn es entscheidet nur der Staat. 
In weiterer Folge begünstigt eine Regulierung somit nicht den Aufbau von Wohlstand, sondern sein Absinken. In einer Welt, in der menschlicher Austausch von Gütern, Leistungen und Ideen behindert wird durch staatliche Vorschriften, können die Menschen einander sich nicht jene Dienste erweisen, die zur Zunahme von Wohlstand führen.

Montag, 1. Oktober 2012

Voluntarismus, Monopol oder Alternative?

Ein Tempel für alle? Mehrere Tempel für viele? Oder jedem
sein eigener Tempel?
von Tommy Casagrande
Oft erlebe ich es, dass Diskussionen um die richtige Gesellschaftskonstruktion derart konzipiert sind, dass der Eindruck entsteht, dass ein alter König von einem neuen König ersetzt werden soll.

Derzeit ist die Idee des Staates jenes Monopol, zu dem es auf dieser Welt keine Alternative gibt. Diese Idee basiert auf der Herrschaft von Menschen über Menschen. Ein sehr zweifelhaftes Prinzip, das selbst die Minimalstaatler nicht beerdigen möchten. Nichtsdestotrotz ringen die Minimalstaatler um Einflussnahme auf das dominierende Staatskonzept, um es innerhalb des Systems zu transformieren. Bildlich gesprochen entspricht dies einem krebskranken Menschen, den man versucht, mit Hilfe einer Bestrahlungstherapie insoweit wieder herzustellen, dass er als geheilt gilt, wenngleich vereinzelte Zellen beschädigt zurückbleiben, aus denen sich neues Unheil entwickeln kann.