Donnerstag, 30. August 2012

Staat vs Hanf: Über den Widerspruch von staatlichen Interessen und der Vernunft

Harry J. Anslinger: Karriere durch Prohibition.
von Philipp Braun
Sucht man nach den Gründen für die Hanfprohibition, kommt man an dem Namen Harry J. Anslinger nicht vorbei. Sein deutscher Wikipedia-Artikel  ist vielsagend, vor allem aber eine sehr gekürzte Version des englischen Artikels, der eine weit schärfere Anklage gegen diesen außerhalb der Kiffer-Szene recht unbekannten und nicht gehassten Mann erhebt. 

Er steht für eine der unvernünftigsten Maßnahmen, mit denen Staaten die Freiheit ihrer Bürger je einschränken konnten – und dies fast durchgehend mit unfassbarer Ignoranz bis heute tun können. Das Verbot einer der nützlichsten Pflanzen, die es auf der Welt gibt: Hanf. 

Wegen eines traumatischen Erlebnisses aus der Kindheit mit einem Morphinabhängigen (Morphin wird aus dem getrockneten Milchsaft (!) des Schlafmohns gewonnen) soll er sein Leben lang  Cannabis bekämpft haben.

Milchsaft war stets ein mit absoluter Vorsicht zu genießender Pflanzenbestandteil, die medizinische Anwendung selten. Erst durch die moderne Chemie konnten derart toxische  Stoffe verarbeitet und unfallfrei dosiert werden.

Mittwoch, 29. August 2012

Über den Wohnungsmarkt

Auch im Osten war der Wohnungsmarkt staatlich reguliert
von Tommy Casagrande
Der Wohnungsmarkt ist ein Markt, in dem Wohnungen angeboten werden, um je nach Bedürfnis den Wunsch nach einem passenden Lebensraum zu befriedigen. Im Idealfall gibt es eine Fülle an Wohnungen, von klein bis groß, von hell bis dunkel, von schlicht bis außergewöhnlich, von günstig bis teuer, wo jeder nach seinen Bedürfnissen und seinen Kapazitäten fündig werden kann. So viel zu Huxleys schöner neuer Welt. Diejenige, in der wir leben, sieht anders aus. Schon Ludwig von Mises, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Etatist, fiel vom Glauben an des Staates gute Hände ab, als er begann, sich mit dem Wiener Wohnungsmarkt zu beschäftigen. Dabei fand er heraus, dass die Steuergesetzgebung den privaten Wohnungsbau derart verteuerte, dass es nicht rentabel war, sich unternehmerisch darin zu betätigen. Dadurch konnte das Angebot an Wohnungen nicht erhöht werden, was zur Folge gehabt hätte, dass sich die Mietpreise verringern. Da zu jener Zeit der Zuzug nach Wien recht groß war und Wien um die 2 Millionen Einwohner beherbergte, wurden die Lebensverhältnisse vieler Menschen gelinde gesagt ungünstig. Immer mehr Menschen drängten auf einen Wohnungsmarkt, der durch die Steuergesetzgebung den privaten Anreiz , mehr Wohnraum zu schaffen, zunichte machte. Als Ludwig von Mises dies entdeckt und verstanden hatte, waren seine Tage als Etatist gezählt, da sein weiterer Werdegang durch Carl Mengers "Grundsätze der Volkswirtschaftslehre" bestimmt wurde. 

Montag, 27. August 2012

Warum der Sozialismus scheitern muss (als Comic)

von Tomasz M. Froelich. 
Inspiriert durch den Beitrag ,,Warum der Sozialismus scheitern muss'' von Oliver Janich
Studenten:
,,Wir träumen vom Sozialismus! Es gäbe dann keine
Reichen und Armen, sondern eine totale Gleichschaltung!''

Freitag, 24. August 2012

Kinderarbeit: Notwendiges Übel?

Kinderarbeit im Jahre 1820.
von Tomasz M. Froelich
Wir kennen sie alle aus dem Fernsehen: traurig ausschauende, in Steinbrüchen arbeitende Kinder aus Indien. Bilder, die eine emotionalisierende Wirkung haben und suggerieren sollen, dass Kinderarbeit etwas schlechtes ist und abgeschafft gehört. Und der Laie, der diese emotionalisierenden Bilder auf sich wirken lässt, wird dem subversiven Plädoyer solcher Filme zustimmen: Kinderarbeit abschaffen!
Doch ist Kinderarbeit wirklich so verwerflich? Oder ist sie notwendig? Ein notwendiges Übel? Ein Blick in die Vergangenheit hilft.

Kinderarbeit - immer schon da gewesen
Kinderarbeit hat es faktisch schon immer gegeben, was jedoch vielen nicht bewusst ist, da die Kinderarbeit als optische Erscheinung erst zu Zeiten der industriellen Revolution in England wirklich wahrgenommen wurde: 
Vor der industriellen Revolution arbeiteten Kinder latent und umso härter, überwiegend auf weiten Äckern. Kaum jemand nahm sie wahr. Mit Beginn der Industrialisierung änderten sich die Art der Arbeit und der Arbeitsplatz der meisten Kinder:

Freitag, 17. August 2012

Unser neues Angebot: Pin Board Pics!

Einigen Besuchern unserer Facebook-Seite ist es vielleicht schon aufgefallen: in den letzten Tagen posteten wir dort selbst gemachte Pin Board Pics. Diese sind nun für jeden auch auf dieser Seite hier abrufbar und zum weiterposten und -teilen gedacht, um so die freiheitliche Idee noch ein kleines Stück voranzubringen. Macht mit! Viel Spaß damit!
Hier ein Beispiel:

,,Schuldenkönig Obama''

Mittwoch, 15. August 2012

„Skandal“ in der Transplantationsmedizin: Selbsteigentum des Organspenders

von Dr. Peter J. Preusse
Während der Zielkonflikt zwischen dem Wunsch, möglichst taugliche Organe zur Transplantation zu erlangen und der primären ärztlichen Pflicht gegenüber dem zukünftigen Organspender als Patient zu Definitionen führt, die emotional nicht immer nachvollziehbar und ethisch hochproblematisch sind, indem sie zwangsläufig den fliessenden Übergang vom Leben zum Tod auf eine zeitlich klare Ja-nein-Entscheidung verdichten und damit ihre Zweckhaftigkeit nicht verbergen können, also den Tod als Hirntod des Spenders vor dem des zu spendenden Organs annehmen müssen und ggf. auch manipulieren können, während also hier ein ethisches Dilemma herrscht, das innerhalb einer autonomen dritten Person vielleicht unlösbar ist und das aufgrund der Unveräusserlichkeit des Selbsteigentums, des freien Willens und also des Gewissens von keiner hochmögenden demokratisch „legitimierten“ Kommission stellvertretend und verbindlich gelöst werden kann, soll, so liest man heute allüberall, der Zielkonflikt zwischen der Hilfe für den Nächsten, also den persönlich bekannten Transplantationsaspiranten, und der Hilfe für den Übernächsten, den anonymen Patienten auf der Warteliste, ethisch dem zwischen Verbrecher und Heiligem entsprechen:

Montag, 13. August 2012

Olympia & Co.: Ein Rückblick auf eine politische Instrumentalisierung

Pompös: Die Eröffnungszeremonie.
von Tomasz M. Froelich
Das Olympia-Theater ist nun zu Ende. Schade für die Politik, da Veranstaltungen solcher Art, obwohl sie scheinbar unpolitisch sind, einen doch nicht zu vernachlässigenden politischen Zweck erfüllen: durch pompös inszenierte Großveranstaltungen soll das stupide Volk von politischen und wirtschaftlichen Problemen abgelenkt werden. Dies wird schon seit der Antike so praktiziert und nennt sich Euergetismus (aus dem griechischen εὐεργετέω = ,,ich mache etwas Gutes'').

Panem et circenses, früher
Bereits Dion von Prusa - griechischer Redner, Schriftsteller und Philosoph - beklagte sich in seiner Rede an die Alexandriner, besorgt um deren Abstumpfen, dass sie nur noch auf Brot und Wagenrennen fixiert seien, was den Machthabern ein Schalten und Walten nach eigenem Gusto ermögliche. 

Sonntag, 12. August 2012

Über den Schulzwang

,,Schulpflicht! Er geht da rein oder sie gehen in den Knast!''
von Tommy Casagrande
Wer dafür plädiert, dass Kindern der Schulzwang zuteil wird, der entscheidet über das Leben von Kindern die er nicht gezeugt hat. Mit welchem anmaßenden Verständnis von Recht, das in diesem Falle keines ist, bilden sich Menschen ein, sie könnten zum Wohle der Nation argumentieren, wenn sie mit Verweis auf die Zukunft der Nation den Schulzwang ausrufen? In dieser Anmaßung steckt die kollektivistische Teufelsidee, dass dem Staat die Menschen gehören und dass jeder Staatsbürger ein Mitspracherecht habe, seine Mitmenschen zum Wohle der Nation zu formen oder formen zu lassen. Niemand kommt auf die Idee, dass ein menschliches Lebewesen zufällig in eine grauenvolle Staatswelt wie dieser geboren wird und es sich nicht selber ausgesucht hat. Niemand kommt auf die Idee, dass sich ein Mensch selbst gehört und dieser Selbstbesitz, dieses Eigentumsrecht an sich selber, ein elementares Recht ist, auf das kein anderer Mensch Zugriff hat. 

Samstag, 11. August 2012

Gut Ding braucht Weile, oder weshalb ich nicht an grundlegende und dauerhafte Änderung durch Parteien glaube

Parteien: Gegen das Gemeinwohl, für die Klientel.
von Tommy Casagrande
Aus Sicht eines Anhängers der Privatrechtsgesellschaftsidee, in der jede menschliche Interaktion nur dann den ethischen Ansprüchen gerecht wird, wenn sie auf rigorosem Eigentumsschutz, also der freiwilligen Übereinkunft, Kooperation und somit dem Grundsatz der individuellen Freiheit basiert, ist jede Partei ein Teil des Problems. Parteien sind Teile der Idee, die man Staat nennt. Wenn der Staat eine Pizza ist, dann sind seine einzelnen Pizzastücke nichts anderes als Parteien. Diese Pizzastücke beinhalten für jeden Geschmack und Anspruch eine andere Zutat. Mal sind es Thunfisch und Tomaten, dann Salami oder Oregano. Es fügt sich alles zur geschlossenen Pizza zusammen, doch verdirbt sie am Ende viele Mägen. 
Parteien haben das Gemeinwohl nicht im Blick. Das Gemeinwohl besteht aus dem Wohl millionenfacher individueller Bedürfnisse, für deren Befriedigung es genauso viele Zugänge des Verständnisses wie der Umsätze an Ideen gibt, wie es Menschen gibt.

Donnerstag, 2. August 2012

Über liberale Identität, oder: wer ist ein Liberaler?

Augustinus erkannte in seinem
Werk De civitate Dei das räube-
rische Wesen des Staates.
von Peter Mokwa
Liberal kann nur ein Liberaler sein. Ein Liberaler ist man oder man ist es nicht. Man liebt die Freiheit oder man liebt sie nicht. Darüber entscheidet zunächst nicht der Verstand. Bevor die Frage der Freiheit überhaupt gestellt werden kann, bedarf es einer bestimmten emotionalen Disposition, eines Gefühls, eines Gespürs oder Instinkts für den persönlichen Eigensinn, den eigenen Willen und die Macht, ihn durchzusetzen. Freiheitsliebe ist in erster Linie Liebe zu sich selbst. Liberal kann nur ein Egoist sein.

Da das eigenverliebte Individuum keine Singularität ist, die auf einer einsamen Insel lebt, die ihm alle wichtigen Güter im Überfluss bietet, stößt es sofort auf den Willen und die Macht der Anderen. Der Mensch lebt nicht im Paradies. Im Gegenteil, der Mensch ist gezwungen, das Gebiet, auf dem er lebt, mit anderen zu teilen. Auf diesem Gebiet – gleichgültig, wie groß es ist – sind alle Güter knapp. Das ist so, seit Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden. Erst bei der Aneignung und Nutzung der knappen Güter werden die Grenzen des eigenen Willens und der eigenen Macht spürbar. Erst der Wille und die Macht Anderer machen die eigene Freiheit zum Problem. Robinson stellt sich die Frage nach seiner Liberalität nicht. Sein Wille und seine Macht werden nur von der Natur eingeschränkt, nicht von anderen Menschen. Erst durch das Auftauchen von Freitag entsteht das Problem des Zusammenlebens mit Anderen und die Frage nach der Freiheit. Lösung und Antwort liefert aber nicht der emotionale Apparat, sondern der Verstand und die Vernunft.