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| Murray Rothbard |
1. Einleitung
Der Mensch braucht Utopien. Viele werden diesem Satz zustimmen, viele werden ihn ablehnen. Den meisten Befürwortern bzw. Kritikern liegt oftmals jedoch eine sehr vage Vorstellung zugrunde, was unter einer Utopie denn zu verstehen sei. Die Beantwortung der Frage, ob Utopien für den Menschen notwendig sind, ist kein Anliegen dieser Hausarbeit. Vielmehr soll in Zeiten der inflationären und folglich auch widersprüchlichen Benutzung des Wortes, eine definitorische und in der Folge auch analytische Trennschärfe vorgestellt werden (anhand derer jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob er Utopien benötigt oder nicht).
Die auf diesem Wege gewonnene analytische Definition soll später auf den Anarchokapitalismus angewandt werden. Der Anarchokapitalismus ist eine „politische“ Theorie, die philosophisch vom individualistischen Anarchismus und wirtschaftlich von der Österreichischen Schule inspiriert ist. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts vom Ökonomen Murray N. Rothbard begründet. Im Zentrum steht die Freiheit jedes Menschen, die nur durch die Freiheit anderer begrenzt ist. Der Staat wird als institutionalisierte Aggression gegen die individuelle Freiheit abgelehnt. Anstelle des Staates soll aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen der freie Markt treten, d.h. das Prinzip freiwilliger Übereinkünfte. Der Anarchokapitalismus geht davon aus, dass alle sogenannten öffentlichen Güter (Recht, Schulen, Straßen etc.) durch den freien Markt effizienter, kostengünstiger und in besserer Qualität angeboten werden können.






