Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wirtschaftswissenschaft, die Hure der Regierungen

Ikone des ,,wirtschaftswissenschaftlichen
Rotlichtmilieus'': Keynes.
von Christian Zulliger
Spätestens seit der ausschliesslichen Indoktrination der Keynes`schen Lehre an den meisten Universitäten hat sich die Wirtschaftswissenschaft zur Hure der Politik gemacht. Es wird gelehrt, was Mainstream ist, die Zuhälter auf den Professoren-Stühlen erklären den Studenten nicht mehr die Marktgesetze und Selbstheilungskräfte des Marktes, sondern viel mehr das, was Regierungen gerne hören: Die Legitimation von uneingeschränkten Markteingriffen (Bsp. EZB), monetaristische und zinspolitische Chirurgie am offenen Herzen des Marktes. So brauchen nach heutiger volkswirtschaftlicher Auffassung die Märkte eine Regulation und tiefgreifende Eingriffe zur Förderung der Nachfrageseite durch den Staat. Wozu das alles führt, sehen wir vor der eigenen Haustüre: Explodierende Staatsverschuldung und fiat money. Der Patient „EU“ liegt längst auf der Intensivstation, wird künstlich beatmet und mittels Herzschrittmacher mit aller Macht am Leben erhalten. Doch damit nicht genug: jetzt erst zeigt sich das wahre Gesicht der Keynesianer, die zuvor bei jeder konjunkturellen Abwärtsbewegung und jeder pingeligen Rezessionsgefahr mit ihren makroökonomischen Eingriffen (Geldmengenausweitung, Erhöhung der Staatsausgaben, Senken der Zinsen) dagegenhalten wollten.
Sie diagnostizieren verengte Blutgefässe, der Interbankenmarkt laufe nicht mehr flüssig und realisieren nicht, dass die wahre Ursache eine akute Blutvergiftung durch fiat money ist. In ihrer eigenen Perversität empfehlen sie die Verabreichung einer Intensivtherapie mit Blutverdünner – sprich eine massive Inflationierung durch die Notenpresse.

Das ist das übliche Argumentarium von heutigen Ökonomen, immer dann, wenn die Staatsverschuldung (teils entstanden durch keynesianische Staatsausgaben in konjunkturell schlechten Zeiten) richtig schwierig wird, bietet sich eine expansive Geldpolitik an, als Investitionsanreiz für Unternehmen. Jedoch ist das Zinsniveau bereits praktisch bei Null, bei einzelnen Mitgliedsstaaten zumindest. Könnten die einzelnen Staaten autonom ihre Leitzinsen durchsetzen, wäre ein Teil des Problems entschärft, doch mittels zentralistischer Ordnung der EZB gilt ein Leitzins. Dies führt früher oder später zu keynesianischen „liquidity trap“. Steckt eine Volkswirtschaft erst mal in der Liquiditätsfalle, hilft keine Geldpolitik mehr, da es unmöglich ist, Nominalzinsen negativ zu machen, da niemand für die Geldhaltung zu zahlen bereit ist. Der einzige Ausweg führt über eine Senkung der Realzinsen. Dazu, und genau das ist wohl die heutige Strategie, muss politisch dafür gesorgt werden, dass sich die Wirtschaft bereits vorher an Inflation gewöhnt. Dies deshalb, weil sich eine Inflation kaum herbeiführen lässt, wenn man bereits in der Liquiditätsfalle steckt. Dann, bei steigenden Preisen, kann der Realzins durch expansive Geldpolitik unter Null gequetscht werden, der einzige Ausweg aus der keynesianischen Liquiditätsfalle.

Und genau das ist das Problem am Keynesianismus, hat er eine Volkswirtschaft erst ruiniert, kann er nur durch einen letalen Superkeynesianismus weiterleben, zumindest kurzfristig. Die Folgen davon sind wiederum expansive Geldpolitik, die Sparer werden mittels Inflation „zwangsentspart“ und mittels politischem Keynesianismus werden Nettovermögende enteignet und zur Bezahlung der Staatsschulden gezwungen, um den endgültigen EU-Bankrott nochmals hinauszuschieben. Und solange noch immer Keynes an den Universitäten gelehrt wird, bleibt es den Regierungen frei, mittels ökonomisch legitimierten Eingriffen (allen voran das Geldmonopol) die Bürger auch weiterhin zu hintergehen und die Märkte zu lenken. Und die Wirtschaftswissenschaft bleibt die Hure der Politik, mit immer neuen Zuhältern auf den Lehrstühlen. Ein Lichtschimmer hat Keynes den Austrians jedoch gelassen: „In the long run, we`re all dead“.

Kommentare:

  1. Hier ist ein sehr guter Artikel wo die Irrlehren ala Keynes mit denen der Austrians gegenübergestellt werden:
    http://philtown.typepad.com/phil_towns_blog/2012/10/austrian-v-keynesian-economics-by-stephan-haller.html

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  2. "Ich finde die Zivilisation ist eine gute Idee. Nur sollte endlich mal jemand anfangen, sie auszuprobieren."

    Arthur C. Clarke

    Zivilisation ist keine Frage der Politik, sondern einer funktionierenden Makroökonomie, "die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht" (Zitat: Silvio Gesell). Gewählte "Spitzenpolitiker" und studierte "Wirtschaftsexperten" können das am allerwenigsten verstehen, denn sie leben davon, dass die Volkswirtschaft eben nicht funktioniert, so wie Zahnärzte davon leben, dass viele Menschen ungesunde Zähne haben.

    Alle anderen verstehen die "banalsten Selbstverständlichkeiten" solange nicht, wie sie auf subtile Weise von einem künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten gesteuert werden, der vor Urzeiten programmiert wurde, damit das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, überhaupt entstehen konnte, und der es der halbwegs zivilisierten Menschheit unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft:

    Der Weisheit letzter Schluss

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