Donnerstag, 4. Oktober 2012

Es werde Geld - Fiat-Money

von Simon Pfundstein
,,Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.'' Zitat von Henry Ford.

Bevor man großartig über Geld redet, sollte zuerst geklärt werden, was Geld eigentlich ist. Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben. In diesem berichte ich, dass Geld nicht erfunden wurde, sondern als neutrale Tauschware auf einem freien Markt entstanden ist und früher hauptsächlich in Form von Gold oder Silber existierte. Diese Edelmetalle eignen sich aufgrund von Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Einheitlichkeit und Marktgängigkeit besonders gut.

Banken erfüllten die Funktion der Lagerung. Diese verwahrten das eigentliche Geld für die Kunden auf und gaben ihnen dafür eine Art Quittung. Bei der Quittung handelte es sich um eine Banknote aus Papier, mit welcher man das Geld bei der Bank wieder abholen konnte. Mit der Zeit wurden nur noch die Banknoten untereinander ausgetauscht, das eigentliche Geld (Gold) blieb bei der Bank hinterlegt. Doch was wir heute als Geld kennen, war damals nur die Quittung des eigentlichen Geldes. Geldscheine sind heute nicht mehr durch einen wirklichen Wert gedeckt, es handelt sich beim Euro (und der DM) um so genanntes Fiat-Money (lat. fiat: „es werde“ Geld). 

Früher bestanden Münzen aus reinem Gold oder Silber. Durch Zwang der Herrschenden wurden den Münzen immer wieder weniger wertvolle Stoffe beigemischt. Somit bestand eine Münze dann nur noch zu einem kleineren Teil aus echtem Gold oder Silber, dafür konnten aber mehr Münzen geprägt werden. Dies bedeutet natürlich eine „Aufblähung“ der Geldmenge (Inflation): Es existieren nun mehr Münzen, doch deren innerer Wert ist bei gleichem Nennwert gesunken. Die Folge einer Inflation ist ein Anstieg der Preise, denn plötzlich steht mehr Geld der selben Gütermenge gegenüber.

Heute ist die Geldschöpfung nicht mehr so aufwendig: Die Zentralbank darf Papiergeld drucken und gewöhnliche Banken erschaffen „Giralgeld“ durch Kreditvergabe im sogenannten Teilreservesystem. Beides ist „legal“. Beides führt zur Aufblähung der Geldmenge und somit zur Inflation. Doch die Preise auf dem Markt steigen nicht sofort. Derjenige, der das frisch geschöpfte Geld zuerst hat, kann noch zu den alten Preisen einkaufen gehen. Erst dann steigen die Preise und Sparer sowie Arme und die Mittelschicht werden regelrecht „enteignet“, denn die Kaufkraft des Geldes schwindet, während der Lohn erst viel später an die offizielle Inflationsrate angepasst wird. Die Inflationierung einer Währung wirkt also wie eine versteckte Steuer.

Von der Inflationierung einer Währung profitiert vor allem der Staat, seine Schulden werden somit nämlich wertloser. Ludwig von Mises, ein Ökonom der „Österreichischen Schule“, nannte Inflation bewusst eine politische Strategie. Die heutige Schuldenpolitik wäre ohne eine Aufblähung der Geldmenge gar nicht möglich. Der Staat wäre längst bankrott. Mit einem Fiat-Geldsystem gibt es theoretisch keine Grenze der Verschuldung. Dabei müssen immer mehr Schulden aufgenommen werden, weil die bisherigen Schulden nicht beglichen werden konnten. Das führt zu einem exponentiellen Anstieg der Schulden, welche gewiss nie mehr zurückgezahlt werden können. Jedes Fiat-Geldsystem ist bisher nachweislich zusammengekracht, doch anscheinend haben die Menschen daraus nicht viel gelernt.

Die „Österreichische Schule der Ökonomie“ kritisiert das vorherrschende Geldsystem, bei welchem Geldschöpfung aus dem Nichts stattfindet, denn es handelt sich im Grunde um Betrug. In Deutschland vertritt die libertäre, freiheitliche Partei der Vernunft (PDV) diese fast in Vergessenheit geratene ökonomische Lehre. In den USA konnte (Ex-)Präsidentschaftskandidat Ron Paul auf Basis dieser Lehre die Immobilienblase und deren Folgen vorhersehen, was leider kaum bekannt ist.

Heute müssen wir also ein inflationäres Fiat-Geldsystem als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren, welches ein Monopol der Zentralbank ist und durch keinen Sachwert gedeckt ist. Eine Verbesserung wäre eine durch Gold gedeckte Währung, doch es bestünde die Gefahr, dass der Staat diesen Goldstandard einfach wieder aufhebt oder missbraucht. Nobelpreisträger und „Österreicher“ Friedrich August von Hayek sah die Lösung daher in der „Entnationalisierung des Geldes“. Der Staat sollte den Menschen keine Währung aufzwingen und somit ein Wettbewerb unter verschiedenen Währungen ermöglichen. Dies ist in der Tat umsetzbar und die Folge wäre, dass sich die Menschen freiwillig für das wertstabilste Geld entscheiden würden (Greshamsches Gesetz beachten). Der Benzinpreis steigt und steigt – gemessen in Euro oder einer anderen Fiat-Währung. Doch für die gleiche Silberunze von vor vier Jahren würde man inzwischen sogar mehr Benzin tanken können als damals.

Ob man die Menschen zu einer gesetzlichen Währung zwingt oder ob man ihnen auf dem Markt die freie Entscheidung lässt ("freies Marktgeld") ist zudem eine Frage der Freiheit.

Kommentare:

  1. ganz tolle Zusammenfassung über das wahrscheinlich verbrecherischste System das die Menschen über Menschen erfunden haben! hoffe dass solche Beiträge möglichst viele Menschen erreicht damit nach dem ende des aktuellen Papier Geld Systems der ewig gleiche Fehler nicht schon begangen wird und den Regierungen endlich das Monopol über unser Geld entrissen wird und dorthin zurück gegeben wird wo es hingehört, zu den Bürgern!

    AntwortenLöschen
  2. Die folgende Aufklärung eines "Liberalen" namens Frank Schäffler sollte auch die typischen Denkfehler im obigen Artikel erklären:

    http://www.swupload.com//data/Schaeffler_120921.pdf

    Das Prinzip "teile und herrsche"

    "Dem Gold verdanken wir die Arbeitsteilung und damit auch die Kulturgüter, denen wir uns erfreuen. Dem Gold aber verdanken wir auch wieder, dass von den geschaffenen Gütern der bei weitem größte Teil, und zwar das Beste, dem Schmarotzertum verfällt. Ist doch das Gold der Vater des Kapitalismus. Dank seinen körperlichen (Edelmetall) und seinen gesetzlichen Vorrechten (gesetzliches Zahlungsmittel) nimmt das Goldgeld eine Ausnahmestellung ein unter den Gütern, deren Austausch auf das Geld angewiesen ist. Das Goldgeld ist darum auch zum allgemeinen Sparmittel geworden, und der Sparer gibt es nicht wieder heraus, es sei denn, dass man ihm einen Zins verspricht. Früh oder spät verfällt aber alles Geld, das der Staat als Tauschmittel in Umlauf setzt, der Kasse irgendeines Sparers, sodass wiederum alles umlaufende Geld aus den Sparkassen kommt, also mit Zins belastet den Markt betritt, um seine Tätigkeit als Tauschmittel zu erfüllen. Diese Doppeltätigkeit des Geldes als Tauschmittel und als Sparmittel ist gegensätzlicher Natur und als Missbrauch des Tauschmittels zu betrachten. Dadurch, dass dem Güteraustausch nur verzinsliches Geld zur Verfügung steht, wird der Zins Vorbedingung der Warenerzeugung überhaupt.
    …So kam mit dem Gold und der Arbeitsteilung zugleich der große Friedensstörer, der Zins, auf die Welt. Die Arbeitsteilung an sich verlangt keinen Zins. Wer sollte da auch Zins zahlen und weshalb? Die Arbeitsteilung hätte also den Menschen allgemeinen Wohlstand bringen sollen, da sie ja kein Vorrecht einzelner, sondern allen Menschen zugänglich ist. Aber aus den Händen des Goldes empfing die Menschheit diese Götterkraft nur unter der Bedingung des Zinses, und damit auch der Trennung der Menschen in arm und reich. Als ob neidische Götter der Menschheit den Machtzuwachs nicht gegönnt, die Unabhängigkeitserklärung der Menschen vom göttlichen Gängelband gefürchtet und dem dadurch vorgebeugt hätten, dass sie nach dem Grundsatz "teile und herrsche" den Zins als Spaltpilz in die Menschenfamilie eingepflanzt hätten!"

    Silvio Gesell ("Ist der Bürger- und Völkerfrieden vereinbar mit der Goldwährung?", 1916)

    Der Euro ist deshalb Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion), weil er wie alle anderen heutigen "Währungen" gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft wurde.
    Der einzige wirklich stichhaltige Beweis Gottes (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) ist die Unfähigkeit seiner Untertanen, die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verstehen:

    http://www.swupload.com//data/Das-Juengste-Gericht.pdf

    AntwortenLöschen
  3. Beweis Gottes? Jüngstes Gericht? Oh nein. Ein Zinskritiker! Ohne den Zins würden fremde Menschen kein Geld verliehen. Wie wichtig das verliehen von Geld ist, wird wohl immer außer Acht gelassen von diesen Zinskritikern.

    Außerdem ist der Zins gedeckt duch die Produktion und es gibt keine Sicherheit, das Geld wieder zu bekommen. Wär würde sein Geld also ohne eine Gegenleistung (Zins) ausleihen, muss als auf das Geld verzichten und es ist dann auch noch ungewiss, ob das Geld je zurückgezahlt wird...

    Wer den zins verbieten will müsste sämtliche andere Gegenleistungen ebenfalls verbieten. Z.B. Wenn Sie ihr Auto verliehen, muss das umsonst sein. Nur, wer außer ein Familienmitglied oder Freund macht so etwas?

    AntwortenLöschen
  4. Beweis Gottes? Jüngstes Gericht? Oh nein. Ein Zinskritiker! Ohne den Zins würden fremde Menschen kein Geld verliehen. Wie wichtig das verliehen von Geld ist, wird wohl immer außer Acht gelassen von diesen Zinskritikern.

    Außerdem ist der Zins gedeckt duch die Produktion und es gibt keine Sicherheit, das Geld wieder zu bekommen. Wär würde sein Geld also ohne eine Gegenleistung (Zins) ausleihen, muss als auf das Geld verzichten und es ist dann auch noch ungewiss, ob das Geld je zurückgezahlt wird...

    Wer den zins verbieten will müsste sämtliche andere Gegenleistungen ebenfalls verbieten. Z.B. Wenn Sie ihr Auto verliehen, muss das umsonst sein. Nur, wer außer ein Familienmitglied oder Freund macht so etwas?

    AntwortenLöschen

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

Name

E-Mail *

Nachricht *