Freitag, 28. September 2012

Wie entstehen Wirtschaftskrisen? Die österreichische Konjunkturtheorie am Beispiel der US-Immobilienkrise ab 2006

Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises
von Jonathan Danubio
1.      Einleitung
Wirtschaftskrisen werden in der heutigen Zeit oftmals mit Naturkatastrophen verglichen: eines Tages brechen sie unvorhersehbar über den Menschen herein. Nach der gleichen Logik sollen Wirtschaftskrisen eben auch ein natürliches Charakteristikum des freien Marktes bzw. des Kapitalismus sein. Die Analogie zu Naturkatastrophen wird beim Umgang der sog. Mainstream-Ökonomen mit dem Ausbruch der amerikanischen Immobilienkrise im Jahre 2006 noch offenkundiger: selbsternannte, staatlich subventionierte Wirtschaftsexperten behaupten in den Medien und an den Universitäten, dass die Krise ähnlich einem Erdbeben nicht vorherzusehen war, bieten aber ausgeklügelte ex post-Erklärungen an, warum es letztlich doch so kommen musste. Eine Gruppe ökonomischer Außenseiter widerspricht diesem vermeintlich alternativlosen Fatalismus bereits seit den 1920er Jahren. Die Anhänger der Österreichischen Schule argumentieren, dass Konjunkturzyklen nichts Natürliches, sondern eine notwendige Konsequenz von übermäßigem Staatsinterventionismus sind. Wirtschaftskrisen sind demnach auch keine unvermeidbaren Naturkatastrophen, sondern staatlich erzeugt und folglich vermeidbar. 
Im Folgenden soll diese Argumentation näher beleuchtet werden. Nach einer grundlegenden Einführung in die Österreichische Schule werden deren geld- und konjunkturtheoretischen Erkenntnisse dargelegt und auf die 2006 ausgebrochene US-Immobilienkrise angewandt. Da der Fokus dieser Hausarbeit auf der Genese von Wirtschaftskrisen liegt, steht allein die amerikanische Immobilienkrise als Katalysator weiterer globaler Krisen im Vordergrund.
Die Beantwortung der Frage, wie Wirtschaftskrisen entstehen, ist nicht nur von generellem Interesse, sondern insbesondere für die Internationale Politische Ökonomie relevant, denn die globalen Verflechtungen werden dort am offenkundigsten, wo es zu einem zeitweiligen Versagen kommt. Um dieses Versagen zunächst erklären und künftig vermeiden zu können, ist eine theoretisch fundierte Ursachenanalyse umso bedeutender.

2.      Einführung in die Österreichischen Schule
Die Österreichische Schule bezeichnet eine von Carl Menger (1840-1921; erste Generation) begründete Wirtschaftstheorie. In seinem 1871 erschienenen Hauptwerk erklärte er die Wirtschaft erstmals vollständig aus der Sicht des Individuums und seiner Präferenzen. Menger verzichtete bei seinen Schlussfolgerungen gänzlich auf Mathematik und argumentierte ausschließlich mithilfe logischer Deduktionen. Dieser epistemologische Zugang unterscheidet die Österreichische Schule noch heute von anderen Wirtschaftstheorien. Mengers theoretischen Arbeiten wurden in drei Folgegenerationen wesentlich ausgebaut: von Eugen von Böhm-Bawerk (1851-1914; zweite Generation) um eine Kapital- und Zinstheorie, von Ludwig von Mises (1881-1973; dritte Generation) um eine Geld- und Konjunkturtheorie und vom Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1899-1992; vierte Generation) um eine Weiterentwicklung der Konjunkturtheorie.[1] Die Schriften von Mises und Hayek bilden die Grundlage der unten dargelegten österreichischen Konjunkturtheorie.
Internationale Anerkennung erlangte die Österreichische Schule durch den Methodenstreit der Nationalökonomie in den 1880er und 1890er Jahren, aus dem sie als eine einheitliche Theorieschule siegreich hervorging. Diese weltweite Popularität büßte sie paradoxerweise mit dem Ausbruch der Großen Depression wieder ein, denn obwohl Mises während der 1920er Jahre stets vor einer drohenden Wirtschaftskrise warnte und seine Voraussagen sich bewahrheiteten, schenkten die Machthaber aus politischen Gründen der neuentstandenen Wirtschaftstheorie des Keynesianismus Glauben. Diese Entscheidung führte nicht bloß zu einer unnötigen Verlängerung der Weltwirtschaftskrise, sondern auch zum Bedeutungsverlust der Österreichischen Schule. Mit der Emigration von Mises in die USA, kam es zu einer bis heute andauernden neuen Rezeption der österreichischen Lehre und infolgedessen auch zu deren Radikalisierung (s. Anarchokapitalismus).[2] Da österreichische Ökonomen neben vereinzelten Ausnahmen als einzige die 2006 ausgebrochene und bis heute andauernde Wirtschaftskrise vorhergesehen haben[3], erlebt die Österreichische Schule derzeit eine weltweite Renaissance, die sich in Deutschland u. a. anhand mehrerer Zeitungsartikel in den sog. Mainstream-Medien offenbart.[4]

3.      Einführung in die österreichische Geld- und Konjunkturtheorie
Die österreichische Konjunkturtheorie hat nicht den Anspruch, alle Typen von Wirtschaftskrisen zu erklären. Es geht allein um die theoretische Erläuterung periodisch wiederkehrender Konjunkturzyklen, die seit Beginn der Industrialisierung beobachtet werden. Nach Ansicht der Österreichischen Schule können Konjunkturzyklen nur in Gesellschaften auftreten, die über Geld verfügen. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, sich zunächst der österreichischen Geldtheorie zuzuwenden.
Da dem Naturaltausch enge Grenzen gesetzt sind, hat sich im Laufe der Zeit Geld als indirektes Tauschmittel zur Vereinfachung der Handelsbeziehungen entwickelt. Nur die jeweils marktgängigsten Güter werden als Geld nachgefragt, d. h. die Nachfrage nach bspw. Gold als Tauschmittel ist umso höher, je mehr Menschen glauben, dass es am leichtesten eintauschbar ist. Historisch waren meistens Gold und Silber die allgemein akzeptierten Tauschmedien (Geld).[5]
Die wichtigste Erkenntnis der österreichischen Geldtheorie wurde bereits impliziert: Geld ist immer ein Resultat des freien Marktes. Bis zu Ludwig von Mises Regressionstheorem standen Ökonomen bei der Erklärung von Kaufkraft vor einem Dilemma: Geld wird aufgrund seiner Kaufkraft allgemein nachgefragt, aber die Kaufkraft entsteht nur aufgrund der allgemeinen Nachfrage. Mises argumentiert hingegen, dass man in Geld vertraut und es nachfragt, weil man um seine Kaufkraft in der unmittelbaren Vergangenheit weiß, d. h. man hält Geld heute für wertvoll und fragt es nach, weil es gestern wertvoll war. Gestern hielt man Geld für wertvoll und fragte es nach, weil es vorgestern wertvoll war. Diese Kette lässt sich regressiv bis zu einem Zeitpunkt zurückführen, an dem Geld noch kein Tauschmittel, sondern bloß ein Konsumgut war. Gold wurde bspw. stets als Schmuck begehrt und die hohe Nachfrage als Konsumgut führte neben anderen Faktoren zu einer höheren Marktgängigkeit, die wiederum in einer steigenden Nachfrage von Gold als Tauschmittel mündete. Gold entwickelte seine Kaufkraft als Geld also erst durch die vorherige Verwendung als Konsumgut, denn nur auf diesem Wege konnten die Menschen den Wert des Goldes überhaupt bestimmen.[6] Aus diesem Grunde kann kein Staat per Dekret Geld einführen, denn wie sollten Menschen Geld nachfragen, dessen Wert sie nicht abschätzen können? Das Vertrauen in unser staatliches Fiatgeld (ungedecktes Papiergeld) scheint dem zu widersprechen. Der Vermögensberater Peter Boehringer schreibt dazu: „[…] ungedecktes Papiergeld [wird] nur deshalb heute noch als Geld […] akzeptiert […], weil die Menschen […] noch immer von der Golddeckung der Währungen ausgehen. Diese falsche Annahme […] ist noch immer kollektiv im Gedächtnis der meisten Menschen verankert.“[7]
Geld ist also ein Gut und daher auch dem Gesetz von Angebot und Nachfrage unterworfen, obgleich es eine wichtige Besonderheit aufweist. Je mehr das Angebot an Konsum- und Kapitalgütern (das sind Güter, die zur Produktion von Konsumgütern verwendet werden) in einer Gesellschaft steigt, desto mehr steigt auch der allgemeine Wohlstand, denn mehr Güter können jetzt bzw. später konsumiert werden. Geld hingegen ist aufgrund seiner Tauschfunktion weder ein Konsum- noch ein Kapitalgut, d. h. ein steigendes (ungedecktes) Geldangebot führt nicht zu mehr Wohlstand, da es keinerlei Auswirkungen auf die gesellschaftlich vorhandene Konsum- und Kapitalgütermenge hat.[8] Andernfalls wären bspw. die Bewohner Simbabwes sehr wohlhabend.

4.      Der Staat und das Geldmonopol
Der Staat braucht für seine Machenschaften beständig Geld, verfügt aber über kein eigenes Einkommen, da er nur vom Diebstahl in Form unfreiwilliger Steuern lebt. Diese können jedoch nicht beliebig erhöht werden, weil sonst eine Produktivitätssenkung und folglich niedrigere Steuereinnahmen die Konsequenz wären. Der Staat könnte sich neues Geld auch bei Banken leihen, müsste dann aber Zinsen zahlen. Um sich diesen Restriktionen zu entledigen, monopolisiert der Staat per Gesetz die Geldproduktion und verbietet jedwede Konkurrenz. Solange Geld aber ein qualitativ hochwertiges Warengeld wie Gold ist, verursacht die Produktion nur enorme Kosten. Um sowohl die Kosten als auch die Qualität des Geldes zu senken, führt der Staat dann wertloses Papiergeld ein. Papiergeld ist nicht per se problematisch, wenn es nur vollständig durch eine Ware gedeckt ist. Doch der Staat erklärt Papiergeld zum gesetzlichen Zahlungsmittel und schafft gleichzeitig deren reale Deckung ab. Bei freier Währungskonkurrenz – dem Pendant zum staatlichen Geldmonopol – könnte jeder beliebig viel Papiergeld drucken. Da es aber keine staatlich erzwungene Annahmepflicht gäbe, würde sich Papiergeld auf dem Markt niemals durchsetzen. Langfristig würden sich nur die marktgängigsten Güter als Geld etablieren.[9] [10]
Der Staat kann durch sein Papiergeldmonopol nun beliebig viel Geld drucken, doch welche unmittelbaren Konsequenzen ergeben sich daraus? Während Mainstream-Ökonomen Inflation als Preisanstieg definieren, bleibt die Österreichische Schule der ursprünglichen Konnotation (lat. inflare = aufblähen) treu. Die ungedeckte Geldmengenaufblähung führt mit einer zeitlichen Verzögerung sowohl dazu, dass die Kaufkraft je Geldeinheit sinkt, man also weniger Güter für gleiches Geld kaufen kann, als auch zu steigenden Preisen, denn die nun größere Geldmenge trifft auf eine gleichgebliebene Konsum- und Kapitalgütermenge. Inflation, die es auf einem freien Markt kaum geben könnte, ist eine heimliche Enteignung der Bevölkerung, von der der Staat profitiert. Inflation führt, wie bereits erwähnt, mit einer zeitlichen Verzögerung zu Preissteigerungen, d. h. diejenigen, die das staatliche Fiatgeld zuerst bekommen (der Staat und seine Höflinge), können noch zu den alten, vorinflationären Preisen einkaufen und sich somit mehr Güter aneignen während diejenigen, die das Fiatgeld zuletzt oder gar nicht bekommen, schon zu den neuen, inflationären Preisen einkaufen müssen und sich daher weniger Güter leisten können. Diese inflationäre Umverteilung nennt man den Cantillon-Effekt. Der Staat muss bei seiner Geldproduktion im Grunde nur darauf achten, keine Hyperinflation zu erzeugen, da die Menschen sonst massenhaft aus dem Papiergeld in Realwerte flüchten würden.[11] Im Folgenden soll nun der technische Vorgang der ungedeckten Geldmengenausweitung beleuchtet werden.

5.      Zentralbank und Geschäftsbanken
5.1 Zentralbank
Die Zentralbank ist die staatliche Institution zur Verwaltung des Geldmonopols. Ihr Ziel ist die Kontrolle und Manipulation der Wirtschaft, insbesondere durch die Regulierung der Geldmenge und Festlegung des Leitzinses (Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der Zentralbank leihen können). Nur die Zentralbank darf das gesetzlich erzwungene Zahlungsmittel emittieren. Auf diese Weise macht sie alle Geschäftsbanken von sich abhängig, denn möchte ein Bankkunde sein Kontoguthaben als Bargeld ausgezahlt bekommen, muss seine Bank sich an die Zentralbank wenden, von der sie mit Münzen und Banknoten versorgt werden kann.[12]
Die Zentralbank kreiert mittels Druckerpresse oder subtileren Methoden Geld aus dem Nichts, welches sie dann an den Staat und die Geschäftsbanken verleihen kann. Anders als Privatpersonen muss die Zentralbank eben nicht erst sparen, also auf Konsum in der Gegenwart verzichten, um Kredite verleihen zu können, sie schafft diese einfach ex nihilo. Aus diesem Grunde kann sie alle potentiellen Konkurrenten unterbieten und Kredite zu einem unter dem Marktzins liegenden Satz verleihen. Auf diese Weise sorgt die Zentralbank für das finanzielle Substrat der Geschäftsbanken und kann bei einer drohenden Bankeninsolvenz als sog. lender of last resort (Kreditgeber der letzten Instanz) auftreten. Die Geschäftsbanken verleihen die Zentralbankkredite dann zu etwas höheren, aber immer noch unter dem Marktzins liegenden Raten an ihre Kunden weiter und profitieren von der Zinsdifferenz. Mit anderen Worten: wo der Staat früher Zinsen an die Banken zahlen musste, zahlen die Banken heute Zinsen an den Staat. Die Flut an Krediten aus dem Nichts verstärkt nicht nur die Inflation, sondern geht auch zu Lasten der echten Sparer, die nun ein künstlich verringertes Zinseinkommen haben.[13]

5.2  Geschäftsbanken
Das meiste Kreditgeld wird überraschenderweise nicht von der Zentralbank, sondern von den Geschäftsbanken in Umlauf gebracht. Der Grund hierfür liegt im sog. fractional reserve banking (Teilreservebankensystem). Als in früheren Zeiten die Handelsbeziehungen zunahmen, stieg auch die Menge an Gold- und Silbermünzen und die Menschen suchten nach sicheren Geldaufbewahrungsorten, die sie meist in Goldschmieden fanden. Dort gab man seine Münzen zur Lagerung ab und erhielt im Gegenzug Hinterlegungsscheine, die bald selbst zu Geld wurden, welches durch das aufbewahrte Gold und Silber gedeckt war. Aus den Goldschmieden entwickelten sich Banken und die Bankiers machten die Erfahrung, dass nur noch wenige Menschen ihre Banknoten gegen das hinterlegte Gold und Silber eintauschten. Sie begannen daher, mehr Banknoten auszugeben und gegen Zinsen zu verleihen, als tatsächlich durch die gelagerte Menge an Gold und Silber gedeckt waren. Dies war die Geburt des Teilreservesystems. Die Menschen mussten nun keine Lagergebühren mehr zahlen, sondern bekamen für ihre Hinterlegungen sogar Zinsen. Jede neue Gold- und Silbereinlage nutzten die Bankiers dann wiederum als Grundlage für neue Kreditschöpfungen, die sie gegen Zinsen verliehen. Das Teilreservesystem ist ein betrügerisches Glücksspiel, denn wenn alle Kunden gleichzeitig ihr Gold und Silber einfordern würden, käme es zur Bankeninsolvenz.[14]
Das Teilreservesystem scheint zunächst eine natürliche Entwicklung zu sein, doch offenbart es sich bei näherer Betrachtung als ein staatliches Privileg: da sich auf einem freien Markt kein ungedecktes Geld durchsetzen würde, könnte es mithin auch nicht zur Existenz eines Teilreservesystems kommen. Des Weiteren könnte der Staat den Geschäftsbanken theoretisch auch eine vollständige Deckung ihrer Kredite aufzwingen, doch heutzutage schreibt die Zentralbank den Geschäftsbanken bloß die zwecks Kreditdeckung bei ihr zu hinterlegende Mindestreserve vor. Momentan (Stand: September 2012) liegt diese in Europa bei 1%. Durch Auf- bzw. Abwerten der Mindestreserve kann die Zentralbank die Liquidität der Banken und in der Folge auch die Inflation steuern.[15]
Die Geldmengenausweitung durch das Teilreservesystem wird durch den inhärenten Multiplikatoreffekt noch verstärkt. Angenommen Person A zahlt 10.000€ bei Bank A ein. Bank A behält davon 1% als Mindestreserve zurück und verleiht 9900€ gegen Zinsen an Person B im eigenen Haus weiter. Person B kauft damit ein Auto und überweist dem Händler 9900€ auf dessen Konto bei Bank B. Bank B behält von der Neueinlage auch 1% zurück und verleiht 9801€ gegen Zinsen an Person C im eigenen Haus. Person C überweist vier Arbeitern je 2000€ auf ihre Konten bei vier unterschiedlichen Banken, welche wiederum 1% der Neueinlagen zurückbehalten und den Rest im eigenen Haus gegen Zinsen weiterverleihen etc. pp. Aus den ursprünglichen 10.000€ lassen sich also bei einer Mindestreserve von 1% im Bankensystem theoretisch 1.000.000€ machen.[16] Dies erklärt auch, warum die Geschäftsbanken mehr ungedecktes Geld in Umlauf bringen als die Zentralbank, denn jeder Zentralbankkredit dient den Geschäftsbanken als Neueinlage und wird folglich multipliziert. Im Folgenden soll nun aufgezeigt werden, warum und wie diese pathologische Geldaufblähung durch Zentralbank und Geschäftsbanken notwendigerweise zu Konjunkturzyklen führt.

6.      Die Verzerrung des Zinses als Ursache für den Konjunkturzyklus
Der wichtigste Preis einer Wirtschaft ist der Preis für Geld (Zins), da er die gesellschaftliche Produktionsstruktur koordiniert. Der Zins drückt die individuellen Präferenzen bezüglich Gegenwartskonsum und Sparen (Verzicht auf jetzigen zugunsten späteren Konsums) aus. Konsumieren die Menschen viel in der Gegenwart, sind folglich Ersparnisse sehr knapp und der Zins daher hoch. Verzichten die Menschen auf starken Gegenwartskonsum, dann sind viele Ersparnisse in der Gesellschaft vorhanden und der Zins daher niedrig.[17] Dieser niedrige Zins symbolisiert dem Unternehmer auf einem freien Markt, dass die Menschen momentan auf Konsum verzichten, um ihr gespartes Geld zu einem späteren Zeitpunkt für bessere bzw. mehr Produkte auszugeben. Aus diesem Grunde investieren Unternehmer nun in kapitalintensivere (konsumfernere) Produktionen, die aufgrund des niedrigen Zinses rentabel geworden sind. Da Ersparnisse aber knapp sind, müssen Unternehmer um diese konkurrieren und die Banken werden Kredite nur an die Produktionen vergeben, die am rentabelsten erscheinen und auch die höchsten Sicherheiten bieten können. Bei steigender Kreditnachfrage steigt auch der Zins und Sparen – die notwendige Voraussetzung jeder Kreditvergabe – wird attraktiver. Die natürliche Zinssteigerung führt auch zu einer Marktbereinigung: während rentable Unternehmungen zu Ende geführt werden können, müssen Unternehmungen, die sich bei steigender Zinslast als unrentabel herausstellen, liquidiert werden.[18] Theoretisch kann es auch auf einem freien Markt zu vereinzelten Booms kommen, diese sind jedoch zeitlich und vom Umfang her begrenzt und ziehen keine gesamtwirtschaftliche Rezession nach sich. Die entscheidende Frage lautet, warum der eben skizzierte Marktmechanismus heutzutage nicht mehr zu greifen scheint.
Die Koordination des Marktes versagt, wenn der Zinssatz durch Inflationierung manipuliert wird. Die ungedeckten Geldmengen drücken den Zins künstlich unter den Marktzins, ohne dass die Menschen weniger als zuvor konsumieren und mehr sparen würden. Dennoch hat der künstliche Niedrigzins für den Unternehmer die gleiche Signalwirkung wie ein niedriger Marktzins: die Menschen verzichten auf den Gegenwartskonsum (es stehen also ausreichend Ersparnisse für Investitionen zur Verfügung), um ihr Geld später für bessere bzw. mehr Produkte ausgeben zu können. Dem künstlichen Zins liegen jedoch keine gestiegenen Ersparnisse zugrunde, er erzeugt lediglich die Illusion von Ersparnissen. Durch den künstlichen Niedrigzins kommt es zu massenhaften Kreditvergaben zu günstigsten Konditionen, sodass an sich unrentable Unternehmen nun aufgrund des billigen Geldes rentabel erscheinen. Die zahlreichen Kredite aus dem Nichts führen zunächst zu einem Investitionsanstieg in der Kapitalgüterindustrie und folglich zu einem künstlichen Boom mit steigenden Kapitalgüterpreisen (dazu zählen auch Löhne). Unternehmer glauben die steigenden Kosten tragen zu können, da sie von ausreichenden realen Ersparnissen und einer zukünftigen hohen Nachfrage nach Konsumgütern ausgehen.[19] Die notwendige Krise zeichnet sich bereits jetzt ab: nicht nachgefragte Produktionen werden massenhaft begonnen, ohne dass genügend reale Ersparnisse in der Gesellschaft vorhanden sind, um diese auch zu beenden.
Der künstliche Boom in der Kapitalgüterindustrie führt zeitlich versetzt zu einem Boom in der Konsumgüterindustrie mit ständig steigenden Konsumgüterpreisen, welche nicht nur Blasenbildungen begünstigen, sondern auch den Unternehmern Scheingewinne in der Gegenwart und noch höhere Gewinne in der Zukunft vorgaukeln. Die steigenden Konsumgüterpreise haben mehrere Ursachen: die Preise steigen relativ aufgrund der allgemeinen Inflation; die höheren Löhne in der Kapitalgüterindustrie werden verkonsumiert; die billigen Kredite sind leichter zugänglich und animieren zum Verschulden; Unternehmen investieren ihr Kapital fälschlicherweise in konsumferne statt konsumnahe Sektoren, sodass sich das Konsumgüterangebot verringert; der künstliche Niedrigzins regt zum Konsum an, da er potentiellen Sparern symbolisiert, dass ihre Ersparnisse momentan nicht gebraucht werden (es kommt zu einer weiteren Verminderung realer Ersparnisse). Die Folge sind Diskoordinationen der Produktionsstruktur: Unternehmen wenden sich aufgrund des künstlichen Niedrigzinssignals in dem Maße unrentablen Produktionen zukünftiger Konsumgüter hin, in dem sie sich aus den rentablen Produktionen gegenwärtiger Konsumgüter zurückziehen. Diese Verzerrungen werden durch den Selbstheilungsprozess des Marktes (Krise) beseitigt, indem die Produktionsstruktur wieder den tatsächlichen Präferenzen der Individuen angepasst wird. [20] [21]
Sowohl der künstliche Boom als auch die anschließende Bereinigungskrise könnten von kurzer Dauer und geringem Umfang sein, wenn die Banken nicht ständig neue Kredite in Umlauf bringen würden, um derart den Boom zu stützen und ihre Profite zu steigern. Die permanente Inflationierung verhindert auch natürlich steigende Zinssätze als Reaktion des Marktes auf eine gestiegene Kreditnachfrage. Der Boom kann zwar zeitweise künstlich am Leben gehalten werden, doch eines Tages muss er in der Krise enden. Dies ist dann der Fall, wenn sich die Knappheit realer Ersparnisse in steigenden Zinsen oder einer verlangsamten bzw. ganz aufhörenden Kreditvergabe offenbart. Hierfür kann es mehrere Gründe geben, aber meist setzt die Zentralbank aus Angst vor einer Hyperinflation den Leitzins hoch und verringert dadurch die Bankenliquidität. In der Folge erhöhen Banken ihre Zinsforderungen, die nun von unrentablen Unternehmungen nicht mehr gezahlt werden können. Es kommt zu massenhaften Bankrotten.[22] Andere Gründe sind etwa eine strengere Kreditvergabe der Banken (bspw. als Reaktion auf Rückzahlungsausfälle) oder steigende Zinsen aufgrund einer höher eingespeisten Inflationsprämie.[23] Nach jeder Krise ist eine Gesellschaft ärmer als zuvor, da knappes Kapital vernichtet und Zeit verschwendet wurde. Die Form eines wiederkehrenden Konjunkturzyklus entsteht aufgrund der Tatsache, dass Zentralbank und Geschäftsbanken, sobald diese sich erholt haben, die Wirtschaft wieder mit billigem Geld überfluten, um erneut einen Boom anzufachen und davon zu profitieren. Solange es ein staatliches Geldmonopol mit rechtlichen Privilegien für Banken (s. too big to fail) gibt, wird es auch wiederkehrende Konjunkturzyklen geben.[24]

7.      Österreichische Konjunkturtheorie und US-Immobilienkrise
Das Teilreservesystem der Geschäftsbanken allein führt bereits zu künstlichen Booms mit anschließenden Krisen, doch diese sind nur von relativ kurzer Dauer (s. Krisen des 19. Jahrhunderts), da Geschäftsbanken nicht beliebig viele Kredite aus dem Nichts schaffen können, sondern auf Neueinlagen angewiesen sind. Die dramatische Verlängerung von Krisen wurde erst durch die Errichtung von Zentralbanken, die permanent Kredite ex nihilo schaffen können und den Geschäftsbanken derart Neueinlagen garantieren, möglich. Aus diesem Grunde muss insbesondere das Verhalten der Zentralbanken im Vorfeld einer Krise (also der Boom-Phase) analysiert werden.
Abbildung 1
Die amerikanische Zentralbank FED reagierte auf das Platzen der Dotcomblase im Jahre 2000 und auf die darauf folgende Rezession zur Stimulierung der Wirtschaft mit einer massiven ungedeckten Geldmengenausweitung von ca. 600 Milliarden Dollar Anfang 2001 auf ca. 800 Milliarden Dollar Ende 2005 (vgl. Abbildung 1). Diese Inflationierung wurde vom künstlichen Herabsenken des Leitzinses (genauer: der Federal Funds Rate[25]) begleitet. Anfang 2001 stand die effektive Federal Funds Rate bei 6,25% und Ende 2001 bei 1,75%. Seinen beispiellosen Tiefpunkt erreichte der Zins Mitte 2003 mit 1% wo er ein Jahr lang bis Mitte 2004 verweilte (vgl. Abbildung 2).[26] Die Geldmengenausweitung, gepaart mit niedrigsten Zinssätzen sorgte für eine massive Kreditvergabe bei gleichzeitig leichten Zugangskonditionen für Unternehmer und Konsumenten.
Abbildung 2
Unternehmer tätigten aufgrund der falschen Anreize zahlreiche Investitionen in konsumfernen Sektoren. Die Folge war ein Boom in der Kapitalgüterindustrie: so stiegen zwischen 2001 und 2007 bspw. die Preise für Industriegüter (landwirtschaftliche Rohstoffe, Metalle etc.) um 113% und die Preise für Brennstoff um 117%.[27] Innerhalb der Kapitalgüterindustrie kam es insbesondere im Immobilien-sektor und in der Folge auf dem internationalen Aktienmarkt zu einer Blasenbildung: zwischen 2003 und 2006 wurden ca. 4,5 Millionen neue Häuser in den USA gebaut, die Immobilienpreise stiegen zwischen 2002 und 2006 im Durchschnitt um 40% und Baufirmen maximierten ihre Profite, bspw. Meritage Homes Corporation um 136%![28] Unternehmer gingen fälschlicherweise davon aus, die steigenden Produktionskosten durch leichten Kreditzugang und einer hohen Häusernachfrage (und folglich ständig steigenden Immobilienpreise) stützen zu können.
Diverse politische Marktinterventionen begünstigten die Blasenbildung im Immobiliensektor[29]:
a) 1934 wurde im Zuge des New Deals die Federal Housing Administration gegründet, deren Ziel die Versorgung ärmerer Bevölkerungsschichten mit Eigenheimen war. Die Vergabe billiger Kredite (niedrige Zinsen trotz hoher Risiken) war anfänglich u. a. an eine Eigenbeteiligung der Kreditnehmer von 20% gekoppelt, 2004 betrug diese nur noch 3%;
b) 1977 wurde der Community Reinvestment Act verabschiedet (Erweiterungen: 1989 und 1995), dessen Ziel die billige Kreditvergabe an ärmere Bevölkerungsschichten war. Die Banken wurden vom Staat durch gesetzliche Repressalien zur Mitarbeit gezwungen; Folge war die massenhafte Kreditvergabe an risikobehaftete Schuldner mit geringer Bonität (sog. Subprime-Kredite). Das permanente Risiko der Zahlungsausfälle wurde durch komplexe Finanzkonstrukte, die ständig weiterverkauft wurden, sowie durch fragwürdige Ratingbeurteilungen verschleiert;
c) die staatlich gestützten Unternehmen Fannie Mae und Freddie Mac wurden politisch zur sukzessiven Steigerung ihrer Hypothekenaufkäufe von Subprime-Kunden genötigt; 1995 betrug der Anteil 12%, 2000 20% und 2005 22% aller aufgekauften Hypotheken.
Angesichts dieser politischen Interventionen verwundert es auch kaum, dass die Zahl der Kredite, die von den Geschäftsbanken für Immobilienkäufe vergeben wurden, von ca. 1,7 Milliarden Dollar Ende 2001 auf 3,6 Billionen Dollar Ende 2007 stiegen (vgl. Abbildung 3).
Abbildung 3
Der leichte Kreditzugang führte nicht nur zeitlich verzögert zu einem generellen Boom in der Konsumgüterindustrie[30], sondern erzeugte insbesondere eine massive schuldenfinanzierte Nachfrage nach Häusern, nicht nur als zu bewohnendes Konsumgut, sondern insbesondere als ein vermeintlich sicheres Anlageobjekt. Die hohe Nachfrage wiederum führte neben den oben erörterten Faktoren zu ständig steigenden Preisen, die den Baufirmen Scheingewinne einbrachten und die Errichtung neuer Häuser rentabel erscheinen ließ. Die Folge war eine Überproduktion, für die es letztlich nicht genügend Konsumenten gab, die sich den Kauf eines Hauses auch tatsächlich leisten konnten. Was Häuser als Spekulationsobjekte attraktiv machte, war der naive Glaube an ständig steigende Immobilienpreise bei gleichzeitig ständig sinkenden Hypothekenzinsen, bedingt durch die staatliche Zinsmanipulation. Die steigenden Häuserpreise wiederum wurden als Grundlage für neue Hypotheken verwendet (mortgage backed securities) und die Schulden stiegen immer weiter an.[31] Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Immobilienblase platzen musste.
Mitte 2004 begann die FED aus Angst vor einer Hyperinflation mit einer sukzessiven Hochsetzung der Federal Funds Rate, die sich im Juni 2006 bei 5,25% einpendelte. In der Folge erhöhten auch die Geschäftsbanken ihre Zinsforderungen. Ab diesem Zeitpunkt endete der Boom und die Immobilienblase begann zu platzen: zahlreiche Unternehmungen in der Kapitalgüterindustrie mussten liquidiert werden, da sich die Knappheit realer Ersparnisse nun in steigenden Zinsforderungen oder ausbleibenden Krediten offenbarte. Die nicht nachgefragten Produktionen stellten sich als unrentabel heraus, da sie ohne billige Kredite die steigenden Produktionskosten nicht mehr stemmen konnten. Insbesondere Bauunternehmen (bspw. Meritage Homes Corporation) machten schwere Verluste, da das Angebot die tatsächliche Nachfrage bei weitem überstieg.
Da die erhöhten Zinsen zu einem Rückgang der Kreditnachfrage führten, sank in der Folge auch die Nachfrage nach Immobilien. Die Häuserpreise stiegen nicht wie erwartet immer weiter an, sondern brachen nun ein, was wiederum zu einem Nachfragerückgang, massenhaften Immobilienverkäufen und noch weiter fallenden Preisen führte. Die erhöhten Zinsforderungen wurden zu einem ernsten Problem für all die Subprime-Schuldner, die einen üblichen variabel verzinslichen Kredit aufgenommen hatten und nun mehr Zinsen als erwartet zahlen mussten, während der Wert ihrer Hypotheken beständig abnahm. Es kam zu zahlreichen Zahlungsausfällen, die zu einer Liquiditäts- und Vertrauenskrise und folglich zu einer noch weiter verminderten Kreditvergabe der Banken führte. Dies wiederum hatte neben anderen Faktoren Auswirkungen auf die internationalen Aktienmärkte, die nun auch einzubrechen begannen und Krisen in anderen Ländern hervorriefen.[32]

8.      Fazit
Es bleibt festzuhalten, dass die staatliche Monopolisierung des Geldes notwendigerweise Konjunkturzyklen hervorbringt. Die ungedeckte Geld- und Kreditmengenausweitung durch die Zentralbank und die Geschäftsbanken wird immer zu sinkender Kaufkraft einer Währung, steigenden Konsum- und Kapitalgüterpreisen, gesellschaftlicher Umverteilung von Arm zu Reich, insbesondere aber zur Verfälschung des Marktzinses führen. Der künstlich herabgesenkte Zins täuscht den Unternehmer hinsichtlich des Verhältnisses zwischen jetzigem und späterem Konsum in der Gesellschaft. Auf diese Weise wird die für Wirtschaftskrisen symptomatische Häufung unternehmerischer Fehlkalkulationen bedingt, die zu Diskoordinationen auf dem Markt führt. Die zahllosen ungedeckten Kredite führen zu einem künstlichen Wirtschaftsboom, auf den unweigerlich früher oder später die Krise als Korrektur folgen muss. Sobald sich die Wirtschaft bzw. die Banken einigermaßen von den Schäden erholt haben, wird die staatliche Inflationierung der Währung zwecks Konjunkturstimulierung von vorne beginnen.
Dieses Deutungsmuster der Österreichischen Schule, das bereits in den 1920er Jahren entwickelt und heutzutage aus politischen Gründen weitestgehend vergessen wurde, ist, wie man am Beispiel der US-Immobilienkrise sehen kann, immer noch aktuell und in der Lage die Wirtschaftskrisen der Gegenwart präzise zu erklären.
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[1] Vgl. Taghizadegan, Rahim: Die Wiener Schule der Ökonomie, 2008, am 26.09.12.

[2] Vgl. Baader, Roland: Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression, Gräfelfing 2010, S. 112-116.

[3] Vgl. Ludwig von Mises Institute: Voraussagen bzgl. der US-Immobilienkrise, am 26.09.2012.

[4] Vgl. exemplarisch Fischer, Malte: Ludwig von Mises. Der unbeugsame Visionär, 2012,                                                         am 26.09.12; und Zydra, Markus: Eine Ahnung von der Krise, 2009,   am 26.09.12.

[5] Vgl. Rothbard, Murray N.: Das Schein-Geld-System. Wie der Staat unser Geld zerstört, Gräfelfing 2005, S. 15-20.

[6] Vgl. Mises, Ludwig von: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, München und Leipzig 1912, S. 107-131.

[7] Boehringer, Peter: Ungedecktes Papiergeld ist legales Falschgeld, 2012, < http://www.misesinfo.org/?p=1345> am 26.09.12.

[8] Vgl. Baader, Geldsozialismus, S. 13.

[9] Vgl. Hoppe, Hans-Hermann: Der Wettbewerb der Gauner. Über das Unwesen der Demokratie und den Ausweg in die Privatrechtsgesellschaft, Berlin 2012, S. 61-63.

[10] Vgl. Rothbard, Murray N.: Die Ethik der Freiheit, Sankt Augustin 2006, S. 167-187.

[11] Vgl. Taghizadegan, Rahim: Wirtschaft wirklich verstehen. Eine Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie, München 2011, S. 175-189.

[12] Vgl. Rothbard, Schein-Geld-System, S. 72-81.

[13] Vgl. Hoppe, Wettbewerb, S. 65-69.

[14] Vgl. Baader, Geldsozialismus, S. 9-10.

[15] Vgl. Soto, Jesús Huerta de: A Critical Analysis of Central Banks and Fractional-Reserve Free Banking from the Austrian School Perspective, in: The Review of Austrian Economics 8 (1994), H. 2, S. 25-38.

[16] Vgl. Hayek, Friedrich August von: Monetary Theory and the Trade Cycle, London 1933, S. 139-192.

[17] Vgl. Taghizadegan, Rahim: Zinsen, 2012, < http://wertewirtschaft.org/analysen/Zinsen.pdf> am 26.09.12.

[18] Vgl. Friedrich, Dirk: Ökonomik. Österreichische Konjunkturtheorie I, 2009, am 26.09.12.

[19] Vgl. Taghizadegan, Wirtschaft, S. 203-206.

[20] Vgl. Rothbard, Murray N.: Economic Depressions. Their Cause and Cure, Auburn 2009, S. 28-45.

[21] Vgl. Baader, Geldsozialismus, S. 79-100.

[22] Vgl. Hochreiter, Gregor: Wirtschaftskrise, 2009, am 26.09.12.

[23] Vgl. Bagus, Philipp: Für eine solide Volkswirtschaftslehre. Die österreichische Konjunkturtheorie, in: Hoffmann, Christian/Bessard, Pierre (Hrsg.): Aus Schaden klug?. Ursachen der Finanzkrise und notwendige Lehren, Zürich 2009, S. 107-119.

[24] Vgl. Rothbard, Depressions, S. 25-26.

[25] Die Federal Funds Rate gibt den Zinssatz an, zu dem sich Geschäftsbanken untereinander Geld leihen, um ihre Mindestreserveverpflichtungen bei der Zentralbank zu erfüllen. Der effektive Zinssatz (Federal Funds Rate) kann vom gewünschten nominalen Zinssatz (Federal Funds Target Rate) abweichen. Die Zentralbank beeinflusst über sog. Offenmarktgeschäfte die Liquidität der Banken und folglich die Anpassung des effektiven an den nominalen Zinssatz.

[26] Vgl. Ravier, Adrian/Lewin, Peter: The Subprime Crisis, in: The Quarterly Journal of Austrian Economics 15 (2012), H. 1, S. 45-74, hier S. 49.

[27] Vgl. Bocutoglu, Ersan/Ekinci, Aykut: Austrian Business Cycle Theory and Global Crisis, 2010,                                 am 26.09.2012.

[28] Vgl. Rallo, Juan Ramón: Economic Crisis and Paradigm Shift, 2009, am 26.09.2012.

[29] Vgl. Ravier/Lewin, Subprime, S. 54-56.

[30] Vgl. Rallo, Crisis.

[31] Vgl. Stewart, Robert: The Crisis in 10 Points, 2008, am 26.09.2012.

[32] Vgl. Reisman, George: The Housing Bubble and the Credit Crunch, 2007, am 26.09.2012.

Kommentare:

  1. "Angesichts dieser politischen Interventionen verwundert es auch kaum, dass die Zahl der Kredite, die von den Geschäftsbanken für Immobilienkäufe vergeben wurden, von ca. 1,7 Milliarden Dollar Ende 2001 auf 3,6 Milliarden Dollar Ende 2007 stiegen (vgl. Abbildung 3)."

    Sie sollten wissen, dass es sich hier nicht um "1,7 Milliarden Dollar" und "3,6 Milliarden Dollar" handelt. Wer jedoch in der Lage ist, einen Text auf diesem Niveau zu schreiben, wird sich dessen bewusst sein, sodass sich lediglich nur ein Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. Milliarden werden eben bei den riesigen Zahlen im Geldsystem leicht mit Billionen verwechselt.

    Mit freundlichen Grüßen.

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  2. Vielen Dank für den Hinweis. Es handelt sich dabei (hoffentlich) tatsächlich um einen Flüchtigkeitsfehler, der schnellstmöglich korrigiert wird.

    Mit freundlichen Grüßen, Jonathan

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  3. Wird umgehend korrigiert. Ist mir beim Lesen nicht mal aufgefallen, aber es ist eh klar, dass es sich nicht um Milliarden handeln kann, sondern um Billionen handeln muss.

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  4. Der Zins und das Geld

    Die so genannte "Österreichische Schule" ist noch nie zur Anwendung gekommen und wird auch nie zur Anwendung kommen, aus dem einfachen Grund, weil der ganze Unsinn auf einer falschen Zinstheorie basiert, die immer den Kern jeder Wirtschaftstheorie darstellt: Der Zins – Mythos und Wahrheit

    Es gibt nur zwei richtige Zinstheorien: Die Urzinstheorie von Silvio Gesell und die Liquiditätstheorie von John Maynard Keynes, die sich gegenseitig ergänzen.

    Solange Zinsgeld verwendet wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, kann die "hohe Politik" bzw. "der Staat" - bis zum Staatsbankrott durch Überschuldung - nichts anderes machen als das, was in "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" (Keynes, 1935) beschrieben ist: 2012

    Sobald "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" (Gesell, 1916), die echte Soziale Marktwirtschaft, verwirklicht ist, wird die "hohe Politik" überflüssig und "der Staat" ist nichts weiter als ein Währungsraum und eine Bodenverwaltung, in dem alles andere durch das freie Spiel der Marktkräfte eigendynamisch geregelt oder, sofern es viele oder alle Wirtschaftsteilnehmer betrifft, direkt basisdemokratisch entschieden wird. So einfach ist das: Geld

    Alles andere ist Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern).

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