Freitag, 14. September 2012

Untergetaucht aus Angst vor Vergeltung: Regisseur erzürnt die islamische Volksseele

Lucas van Valckenborchs ,,Winterlandschaft''
von Dr. Peter J. Preusse
Gibt es überhaupt eine Seite, von der aus betrachtet das Protestgeheul in der „islamischen Welt“ über die Beleidigung religiöser Gefühle etwas anderes ist als einfach lächerlich? Was daran soll man, bitte, ernst nehmen? 

In genauer Analogie zu den seinerzeitigen hysterischen Szenen um die dänischen Mohammed-Karikaturen arbeiten sich die islamischen Massen an beliebigen Vertretern der Nation ab, in der ein Filmchen den Herrn Propheten in einem ungünstigen Licht zeigt. So als wären die USA ein Gottesstaat, in dem endlich realisiert ist, was die Herren (und Damen?) Moslems im eigenen Bereich vergeblich versuchen: Der volle Durchgriff der religiösen Macht auf jedes einzelne Mitglied eines Staatsgebietes. Mit der Folge der vollen Verantwortung der Welt- und Geistlichkeit für alle ihre Untertanen. Hat also das Gegenbild, der Satansstaat in moslemischen Köpfen den Krieg zwischen Gut und Böse schon gewonnen? Vermutlich ist es so, denn nur gegen das absolut Böse ist, wie sonst?, natürlich jedes Mittel erlaubt. 

Oder die offensichtlich bewusst inszenierte gruppendynamisch aufgeschaukelte Emotion auf den Gesichtern der Protestanten, die leicht bis zur höchsterreichbaren Stufe von Wut und Abscheu gesteigert ist, gerade so, als hätte Uncle Sam jedem persönlich auf den Hausaltar uriniert — diese unauthentische Hordenseele von Menschen, die das inkriminierte Filmchen so wenig gesehen haben wie seinerzeit die Karikaturen: Was bitte soll man daran ernst nehmen?

Oder gar die Begleitmusik von Vertretern der primären monotheistischen Weltreligion und deren primärer Sekte, dem Christentum, zum gesellschaftlichen Schutzanspruch religiöser Gefühle, einschüchternd-kraftvoll vertreten von Mitgliedern der sekundären mosaischen Sekte? Offensichtlich verspricht man sich in schönster Trittbrettfahrer-Manier einen Profit für die eigene durch Aufklärung arg angeschlagene Position, was ja auch jüngst beim Beschneidungsurteil respektive seiner publizistischen Rezeption schon ganz vielversprechend geklappt hat. Die Demonstranten, so die deutschen mainstream-Medien, haben ja nur noch nicht mitbekommen, dass in den USA alle religiösen Verunglimpfungen „verboten“ sind. Ja dann . . .

Es braucht nicht erst den „Missbrauch“ des Schutzes religiöser Gefühle wie neuestens in Pakistan, wo es anscheinend etablierte Praxis ist, geschäftliche Interessen zu fördern per Blasphemie-Anklage gegen Leute, die diesen im Weg stehen. Die Unfähigkeit, mit Missachtung der eigenen religiösen Position umzugehen, ist in höchstem Masse lächerlich: Wozu bitte brauche ich einen Schutz gegen den, der behauptet, dass drei mal drei sieben sei? Ich weiss es ja, dass es neun sind, mag der andere doch glauben, was er will. Sein Kopf gehört nun mal ihm. Die entschlossene Wut auf den Gottesleugner, auf den Ungläubigen kommt doch nur aus dem mit viel ritueller Energie verdrängten Zweifel des Gläubigen. Souverän ist das nicht, sondern lächerlich, ebenso wie die Hitlerjugend- und FDJ-Pimpfe, die ihre Überzeugungsrituale am Lagerfeuer einüben.

Apropos Feuer: Wer traut sich, hier öffentlich eine Koranseite zu verbrennen? Nicht, dass es irgendeinen Sinn machen würde, viel sinnvoller ist es natürlich, kritisch den Zusammenhang von Terror aus dem islamischen Kulturkreis mit den zahlreichen einschlägigen Stellen im Koran und dessen zeitgenössischer Rezeption nachzuweisen. Und die Vertreter des islamischen Schutzanspruchs auf den Stand der Forschung hinzuweisen, der ja immerhin die historische Existenz des angeblich beleidigten Propheten verneint. Aber dass sich jenseits der Sinnlosigkeit niemand trauen dürfte, dergleichen auch nur zu befürworten, hat nichts damit zu tun, dass Bücherverbrennen an sich als Barbarei geächtet wäre, siehe Bibelverbrennungen in Saudi-Arabien. Sondern es hat genau mit dem einzigen Aspekt zu tun, unter dem besagtes Protestgeheul alles andere als lächerlich ist: Die Faktizität der Fakten, die Macht des Gemachten. Ausgesprochen Sinnvolles, unabdingbar Notwendiges zum Erhalt einer aufgeklärten Gesellschaft wird zunehmend tabuisiert durch Internalisierung der unverschämten Besitzansprüche auf fremde Köpfe, auf Wohlwollen und Respekt gegenüber religiösem Wahnsinn derjenigen, die vor meinem Selbsteigentum nicht den geringsten Respekt haben.

Und so gesehen: Es brennt längst lichterloh, Löschen erscheint ähnlich aussichtsreich wie die verzweifelten Versuche viel zu weniger Bürger in der „Winterlandschaft“ von 1575 von Lucas van Valckenborch: Man läuft Schlittschuh auf dünnem Eis, verrichtet seine Notdurft und wärmt sich in Gesellschaft und am Feuer. Es brennt.

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