Montag, 17. September 2012

Nachrichten vom Anfang der Zivilisation, oder: der Kapitalismus in Sumer.

"Ama-Gi" = Freiheit. Ein unter Libertären beliebtes Zeichen
der Sumerer (ca. 4500 Jahre alt).
von Peter Mokwa
Der alte Köhlerglaube
Zeitgenössische Kritiker des Kapitalismus wähnen diesen wieder in den letzten Zügen. Die Menschheit erlebt aktuell schon wieder ihre vorletzte Phase, den „Spätkapitalismus“. Die heutige Linke, die Sozialisten und Kommunisten, haben sich schon vor längerer Zeit faktisch von der Marxschen Theorie verabschiedet. Eine andere umfassende Theorie wurde an deren Stelle nicht gesetzt. Geblieben ist aber die Gewissheit, dass der Kapitalismus untergehen wird.
Viele Kritiker des Marxismus sind davon überzeugt, dass dieser nicht nur eine Ideologie, sondern eine Religion sei. Weder das eine noch das andere war natürlich die Absicht von Karl Marx – er verstand seine Lehre als Wissenschaft. Friedrich Engels nennt ihre drei wesentlichen Elemente: den Kommunismus, die Ökonomie und die Geschichtsphilosophie. Die Ökonomie entnahm Marx den Briten Adam Smith und David Ricardo, die Geschichtsphilosophie dem Deutschen Hegel. Nach dieser hat die menschliche Geschichte einen Sinn, eine Bestimmung, ein Ziel. Nach Hegel ist es die bürgerliche Gesellschaft. Marx versuchte nachzuweisen, dass Hegel irrte. Aber nicht in dem Unterfangen historische Gesetze zu entdecken, die die menschliche Geschichte nach vorne zu ihrer Erfüllung treiben. Hegels Fehler nach Marx war, dass er den wirklichen „Motor“ der Geschichte, den Kampf der sozialen Klassen nicht entdeckte und somit auch die historische Zielsetzung verfehlen musste. Nicht die bürgerliche Gesellschaft, der Kapitalismus also, ist ihr tatsächliches Ziel. Die Geschichte geht weiter, über den Kapitalismus hinaus und mündet nach einer sozialistischen Zwischenphase im Kommunismus.

Viele Intellektuelle sind Marxisten geworden, weil sie gerade dieser hegelschen Geschichtsmystik in der von Marx modifizierten Form erlagen. Ausschlaggebend für ihre Konversion zum Kommunismus war diese vermeintliche Offenbarung der Geschichte. Dies war der Kern ihres neuen Glaubens. Dieser Glaube an den letztendlichen Sieg des „Guten“ ließ sie die größten Verbrechen begehen oder zumindest dulden und beschweigen. Der Glaube an die Zielsetzung der Geschichte, der Glaube, dass auf den Kapitalismus der Sozialismus, wie auf die antike Sklaverei der Feudalismus, und auf den Feudalismus der Kapitalismus folgen würde, hatte eindeutig religiöse Züge – Geschichte wurde Gott.

Nachdem sich die Linken der anderen wesentlichen Aspekte des Marxismus entledigt haben, ist heute offensichtlich, dass dieser Geschichtsmystizismus überlebt hat – Marx ist tot, der alte Köhlerglaube lebt weiter. Nach wie vor sind die Linken davon überzeugt, dass auf den Kapitalismus eine andere, bessere, eine sozialistische Gesellschaftsform folgen wird, und dass die aktuelle Wirtschaftskrise deren Vorbote und Geburtshelfer sei. So wie der Kapitalismus entstanden ist, so wird er auch wieder verschwinden. Zum Glauben an den „Spätkapitalismus“ gehört selbstverständlich der Glaube an seine Voraussetzung, der Glaube an den „Frühkapitalismus“. Dazu braucht man auch keinen Marx mehr. Es steht ja in unseren Schulbüchern: Der Kapitalismus ist im 19. Jahrhundert entstanden.

Was wäre, wenn es den „Frühkapitalismus“ gar nicht gegeben hätte, wenn der Kapitalismus viel, sehr viel früher entstanden wäre? Was wäre, wenn die bürgerliche Gesellschaft schon lange vor der Industrialisierung existiert hätte? Schon die „klassischen“ Marxisten hatten enorme Probleme bestimmte historische Phänomene zu erklären, die vor dem 19. Jahrhundert lagen. Das betraf weniger die Existenz von Privateigentum, Märkten und Handel. Es war vielmehr das Auftauchen von politischen Kämpfen des Bürgertums, das sich gegen bestimmte Formen der Politik zur Wehr setzte, vor der Zeit, die Marx dafür
bestimmt hatte. Gab es vielleicht auch einen „verfrühten“ Kapitalismus? Und was wäre, wenn es davor noch einen weiteren Kapitalismus geben würde; was wäre, wenn es den Kapitalismus schon immer gegeben hätte – zumindest seit dem Beginn der Zivilisation?

Von kapitalistischen, also bürgerlich-marktwirtschaftlichen Verhältnissen, kann in der Stammesgesellschaft natürlich keine Rede sein. Trotz enormer Fortschritte der archäologischen Forschung datiert man den Anfang der Zivilisation, der komplexen arbeitsteiligen Gesellschaft immer noch auf den Anfang des dritten Jahrtausends vor Christus. Danach ist das Licht der Zivilisation am Euphrat und Tigris in Mesopotamien aufgegangen. Die erste Zivilisation war die Gesellschaft der Sumerer – mit Sumer beginnt die Geschichte.

Bereits vor dem Aufschwung der Sumer-Forschung vermutete Karl Popper, dass die sumerischen Gemeinden demokratische Stadtstaaten sein mussten – 2500 Jahre vor dem klassischen Athen. Die Erforschung der sumerischen Zivilisation, vor allem die Entzifferung unzähliger sumerischer Tontafeln sollte das bestätigen. Und noch vieles mehr.

In der Folge werde ich den amerikanischen Assyriologen Prof. Samuel Noah Kramer (geb. 1897 in Kiew, gest. 1990) zitieren. Dabei handelt es sich nicht um neue sensationelle Erkenntnisse. Das Buch von Kramer „Die Geschichte beginnt mit Sumer“ ist in den USA Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts und in deutscher Übersetzung 1959 erschienen! Es spricht Bände, dass das deutsche „gebildete“ Publikum – wie die ihm durchaus entsprechenden deutschen akademischen Historiker – Kramers Erkenntnisse noch nicht einmal nach einem halben Jahrhundert zur Kenntnis genommen haben.

Eine Bemerkung zum Text von Kramer. Der Autor lehnt sich passagenweise sehr eng an die Texte der sumerischen Tontafeln an, so dass kaum Spielraum für Interpretationen entsteht. Viele Aussagen der alten sumerischen Schreiber sind eindeutig.

Das erste Parlament
Prof. Kramer schreibt: Der erste politische „Kongress“ trat um das Jahr 3000 v. Ch. in feierlicher Stimmung zusammen. Er bestand, wie der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und ähnliche Parlamente, aus zwei „Häusern“ – einem „Senat“, nämlich einer Versammlung der Ältesten, und einem „Unterhaus“, nämlich einer Versammlung der waffentragenden männlichen Bürger. Es war ein „Kriegsparlament“, das einberufen wurde, um zu der gewichtigen Frage nach Krieg und Frieden Stellung zu nehmen. Es hatte zwischen dem – wie wir uns ausdrücken würden – „Frieden um jeden Preis“ und dem Krieg, der die Unabhängigkeit verbürgt, zu entscheiden. Der „Senat“ mit seinen konservativ gesinnten Ältesten stimmte für den Frieden um jeden Preis, aber der König legte ein „Veto“ ein und brachte die Frage vor das „Unterhaus“. Diese Körperschaft entschied sich für Krieg und Freiheit, und der König war einverstanden.

In welcher Gegend fand der erste Kongress statt, den die Menschheit kennt? Nicht, wie man vermuten könnte, irgendwo im Westen, auf dem europäischen Kontinent (die politischen Versammlungen des „demokratischen“ Griechenland und des republikanischen Rom fielen in eine viel spätere Zeit). Unser urzeitlicher Kongress versammelte sich, so erstaunlich das einem vorkommen mag, in der traditionellen Heimstatt der Tyrannen und Despoten, in einem Weltteil, in dem politische Versammlungen als so gut wie unbekannt galten. In dem Lande, das in der alten Zeit den Namen Sumer trug und zwischen dem Tigris und dem Euphrat lag, trat die unseres Wissens älteste politische Versammlung zusammen. Und wann hat dieser „Kongress“ getagt? Im dritten Jahrtausend vor Christus. Zu jener Zeit lebte in diesem nahöstlichen Lande Sumer (das ungefähr der südlichen Hälfte des heutigen Irak entspricht) ein Volk, das wahrscheinlich die höchste in der damals bekannten Welt existierende Zivilisation entwickelt hatte.

Sumer hatte vor etwa vier- bis fünftausend Jahren viele große Städte aufzuweisen, die sich jeweils um monumentale und weltberühmte öffentliche Bauten gruppierten. Seine fleißigen Kaufleute trieben zu Land und zu See einen umfangreichen Handel mit den Nachbarländern. Die Sumerer entwickelten allmählich eine Methode, mit Rohrgriffeln auf Ton zu schreiben. Vor allem schufen sie die ersten Voraussetzungen für eine demokratische Staatsordnung, indem sie die Königsmacht einschränkten und das politische Versammlungsrecht anerkannten.

Die sumerische Gesellschaft
Die Einwohner von Lagasch (einem wichtigen sumerischen Stadtstaat) bestanden zum größten Teil aus Ackerbauern und Viehzüchtern, Ruderern und Fischern, Kaufleuten und Handwerkern. Die wirtschaftliche Struktur war gemischt – zum Teil sozialistisch und vom Staate kontrolliert, zum Teil kapitalistisch und frei. Der Theorie nach gehörte der Boden dem Stadtgott und daher vermutlich dem Tempel, der ihn für die gesamte Bevölkerung zu treuen Händen verwaltete. In der Praxis war ein großer Teil des Bodens Privateigentum einzelner Bürger, obwohl auch die Tempelgemeinde eine Menge Land besaß, das sie an kleine Anteilspächter vergab. Auch die Armen besaßen Gehöfte und Gärten, Häuser und Vieh. Außerdem musste die Überwachung der Bewässerungsanlagen und Pumpwerke, die zufolge des heißen, regenarmen Klimas für das Leben und die Wohlfahrt der gesamten Bevölkerung unerlässlich waren, notgedrungen in kommunalen Händen liegen. Aber in mancher anderen Hinsicht war die Wirtschaft frei und unbehindert. Reichtum und Armut, Erfolg und Misserfolg waren wenigstens bis zu einem gewissen Grade das Ergebnis privater Initiative und individueller Energie. Die fleißigeren unter den Handwerkern verkauften ihre selbst erzeugten Produkte auf dem freien Markt. Reisende Kaufleute trieben zu Land und zu See einen schwunghaften Handel mit den umliegenden Staaten. Die Bürger von Lagasch waren sich ihrer bürgerlichen Rechte bewußt und sehr auf der Hut vor jeder Verwaltungsmaßnahme, die geeignet schien, ihre wirtschaftliche und persönliche Freiheit einzuschränken. Soweit Kramer.

Mit der Zeit kam es zwischen den sumerischen Stadtstaaten zu Kriegen, die zur Umgestaltung der politischen Verhältnisse führten.

Tyrannei und Bürokratie
Kramer fährt fort: Während dieser grausamen Kriege und ihrer tragischen Nachwehen büßten die Bürger von Lagasch allmählich ihre politische und ökonomische Freiheit ein. Um Heere auszuheben und sie mit Waffen und Ausrüstung zu versehen, sahen sich die Fürsten genötigt, die persönlichen Rechte des Einzelnen zu beschneiden, sein Vermögen und seinen Besitz bis aufs äußerste zu besteuern und Eigentum an sich zu reißen, das eigentlich dem Tempel gehörte. Solange Krieg geführt wurde, begegneten diese Herrscher nur geringer Opposition. Aber sobald erst einmal der Palastklüngel die innenpolitische Macht erobert hatte, waren seine Angehörigen auch in Friedenszeiten ganz und gar nicht geneigt, sie aus der Hand zu geben, weil sie sich als äußerst profitabel erwies. Ja, unsere alten Bürokraten erfanden eine solche Fülle von Einnahmequellen, Steuern und Abgaben, dass ihre modernen Pendants sie sehr wohl beneiden könnten.

Aber lassen wir den Historiker, der vor nahezu 4500 Jahren in Lagasch lebte, die Ereignisse, deren Augenzeuge er war, mit seinen mehr oder weniger eigenen Worten berichten: Der Aufseher über die Schiffer beschlagnahmte die Schiffe. Der Aufseher über die Herden beschlagnahmte das Großvieh, beschlagnahmte das Kleinvieh. Der Aufseher über die Fischereien beschlagnahmte die Fischereien. Wenn ein Bürger von Lagasch ein Schaf zum Scheren in den Palast brachte, musste er, wenn die Wolle weiß war, fünf Sekel zahlen. Wenn ein Mann sich von seiner Frau trennte, musste er dem Ischakku fünf Sekel zahlen, und der Wesir einen Sekel. Wenn ein Parfümeur ein Salböl bereitete, bekam der Ischakku fünf, der Wesir einen und der Palastverwalter gleichfalls einen Sekel. Den Tempel und seine Besitztümer übernahm der Ischakku. Zitieren wir wörtlich unseren alten Erzähler: „Die Ochsen der Götter pflügten die Zwiebelfelder des Ischakku; die Zwiebel- und Kürbisfelder des Ischakku lagen auf dem besten Ackerland der Götter.“ Darüber hinaus mussten die wichtigsten Tempelbeamten, besonders die Saugas, viele ihrer Esel und Ochsen und einen großen Teil ihres Getreides hergeben.

Auch der Tod brachte keine Befreiung von Steuern und Abgaben. Wenn ein Toter zum Begräbnis auf den Friedhof getragen wurde, standen eine Menge Beamte und Parasiten bereit, um den trauernden Hinterbliebenen eine gehörige Menge Gerste, Brot, Bier und verschiedene Einrichtungsgegenstände abzuknöpfen. Von einem Ende des Landes bis zum anderen – bemerkt unser Historiker verbittert – „hausten die Steuereinnehmer“ (Hervorhebung P.M.). Kein Wunder, dass der Palast reich und fett wurde. Seine Ländereien und Grundstücke bildeten einen einzigen, riesigen zusammenhängenden Besitz. Mit den Worten des sumerischen Historikers ausgedrückt: „Die Häuser des Ischakku und die Felder des Ischakku, die Häuser des Palastharems und die Felder des Palastharems, die Häuser der Palastkinderstube und die Felder der Palastkinderstube lagen dicht gedrängt nebeneinander“.

Die Revolution und die Wiederherstellung des Rechts
An diesem Tiefpunkt der politischen und sozialen Zustände in Lagasch – berichtet unser sumerischer Historiker – trat ein neuer und gottesfürchtiger Fürst in den Vordergrund, ein Mann namens Urukagina, der den vielgeplagten Bürgern Recht und Freiheit zurückgab. Er vertrieb die Aufseher über die Schiffer von den Schiffen. Er vertrieb den Aufseher über die Herden vom Vieh, groß und klein. Er vertrieb den Aufseher über die Fischereien von den Fischereien. Er setzte die Silbereinnehmer ab, den man für das Scheren des weißen
Schafes bezahlen musste. Wenn ein Mann sich von seiner Frau trennte, brauchte er weder dem Ischakku noch dem Wesir etwas zu zahlen. Wenn ein Parfümeur ein Salböl herstellte, brauchte er weder dem Ischakku, noch dem Wesir, noch dem Palastverwalter etwas zu zahlen. Wenn ein Toter zum Begräbnis auf den Friedhof getragen wurde, erhielten die Beamten bedeutend weniger aus dem Nachlass des Toten als früher, in manchen Fällen kaum die Hälfte. Das Eigentum des Tempels wurde streng respektiert. Von einem
Ende des Landes bis zum anderen – bemerkt unser Augenzeuge – „gab es keinen Steuereinnehmer mehr“. Er, Urukagina, „begründete die Freiheit“ der Bürger von Lagasch.

Aber die Vertreibung der allgegenwärtigen Steuereinnehmer und schmarotzenden Beamten war nicht die einzige Tat Urukaginas. Er machte auch den Ungerechtigkeiten und der Ausbeutung ein Ende, die sich die Armen seitens der Reichen hatten gefallen lassen müssen. Zum Beispiel: „ das Haus eines geringen Mannes lag neben dem eines ‚großen Mannes‘, und der ‚große Mann‘ sagte zu ihm: ‚ich will es dir abkaufen. ‚Wenn, da er (der ‚große Mann‘) es ihm abkaufen wollte, der geringe Mann sagte: ‚Zahle, was ich für recht und billig finde‘ – und er (der ‚große Mann‘) sodann das Haus nicht kaufte, durfte dieser ‚große Mann‘ sich nicht an dem geringen Manne rächen.“

Urukagina säuberte auch die Stadt von Wucherern, Dieben und Mördern. Wenn, zum Beispiel, „eines armen Mannes Sohn einen Fischteich anlegte, würde ihm niemand seine Fische stehlen“. Kein reicher Beamter würde es wagen, wie das früher seine Gewohnheit war, in den Garten der „Mutter eines Armen“ einzudringen, die Bäume zu plündern und die Früchte wegzuschleppen.

… Kurze Zeit später waren Urukagina und seine Reformen „mit dem Winde verweht“ … sein Regime dauerte knapp zehn Jahre … wie so viele andere Reformer scheint er „zu spät“ gekommen zu sein und „zu wenig“ geboten zu haben. Soweit Kramer und seine Tontafeln.

Was sie beschreiben, nennen die Marxisten eine „bürgerliche Revolution“. Das Schema passt exakt. Nur der Zeitraum stimmt absolut nicht und sprengt die marxistische Geschichtsmystik. Eine Erhebung des Bürgertums gegen den bürokratischen Staat nicht im 18. oder 19. Jahrhundert, Bürger erheben sich gegen die staatliche Kleptokratie am Anfang der Zivilisationsgeschichte. Es ist ein guter Beweis dafür, dass die Marxsche
Geschichtsphilosophie philosophischer und politischer Unfug ist.

Epilog
Lagasch wurde von der Nachbarstadt Umma besiegt. Alle Stadtstaaten Sumers erlagen nach und nach den aus der Wüste kommenden Scharen akkadischer Nomaden, die die erste Despotie in Mesopotamien errichteten. Das war das Ende der ersten menschlichen Gesellschaft, der bewusst war, was Freiheit bedeutet.

Die Lehre daraus für heute: Den Kapitalismus kann man „beenden“ d.h. ihn zerstören. Nur das Ergebnis wird nicht eine bessere, gerechtere und reichere Gesellschaft sein, sondern Armut und Despotie. Diese heißt heute Totalitarismus. Wenn auf den „Spätkapitalismus“ etwas folgen sollte, dann auf keinen Fall ein kommunistisches Paradies, sondern Orwells „1984“. Das ist aber kein historischer Automatismus, der irgendwelchen Gesetzen der Geschichte folgt. Der neue Totalitarismus wird, wie der alte auch, die Frucht des menschlichen Willens sein, besser gesagt, die Folge der menschlichen Dummheit und Bösartigkeit.
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Peter Mokwa ist Politikwissenschaftler und Historiker. Er lebt in Ludwigsburg bei Stuttgart.

Kommentare:

  1. Auch ein sehr schönes Buch zum/über den Kapitalismus ist das Buch "Schwarzbuch Kapitalismus - Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft" von Robert Kurz. Der Autor beginnt das Wirtschaftssystem ab dem 15. Jahrhundert zu deuten und beschreibt die Lage und die Gefühle der Menschen, aus unterschiedlichen Klassen. Robert Kurz ist der festen Überzeugung, dass der Kapitalismus untergehen wird und versucht dies zu begründen. Meiner Meinung nach ein gelungenes Buch. Kostet etwa 20€ und ist >800 Seiten schwer.

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  2. Um unterzugehen müsste er erst einmal aufsteigen. ;)

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