Samstag, 29. September 2012

Geldentstehung: Was ist Geld und was ist kein Geld?

von Simon Pfundstein
Geld ist nicht das Wichtigste. Gesundheit und Freunde sowie Spaß im Leben sind sicherlich wichtiger. Dennoch ist das Thema von Bedeutung, da wir heute doch gewissermaßen "abhängig" vom Geld sind. Die meisten Menschen inklusive Politiker und Ökonomen haben aber eine falsche Vorstellung vom Geld bzw. wissen schlicht nicht, was Geld eigentlich ist.  

Denn was wir heute als "Geld" bezeichnen, ist gar keines. Das ist so ähnlich, wie der Volksmund auch vom "Stromverbrauch" spricht, obwohl tatsächlich die elektrische Energie nicht verbraucht, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt wird (Energieerhaltung).

Geld ist als etwas natürliches spontan auf einem freien Markt entstanden, ohne das es jemand erfunden, geplant oder entworfen hat. Zur Entstehung von Geld bedarf es keinen Staat, keine Regierung, keine Zentralbank und eigentlich auch keine Privatbank.

Früher wurde Ware gegen Ware direkt getauscht, zum Beispiel drei Äpfel gegen zehn Nüsse. Das Problem dabei ist natürlich, dass ein Tauschpartner gefunden werden muss, der die Ware hat welche ich will und welcher die Ware will welche ich habe. Über einen "Umweg", den indirekten Tausch, konnte dieses Problem umgangen werden: Marktgängige Waren wurden als "Zahlungsmittel" akzeptiert, selbst dann, wenn der Händler diese Ware gar nicht benötigte. Als Beispiel nahm dann ein Handwerker als Gegenleistung auch Weizen an, obwohl er selbst dafür gar keine Verwendung hatte. Er wusste aber, dass er das Weizen auf dem Markt einfach gegen das tauschen kann, was er benötigte.

So kann beispielsweise Weizen zu Geld werden, da es eine marktgängige, von vielen Menschen akzeptierte und neutrale Tauschware ist beziehungsweise war. Natürlich eignen sich andere Waren als Geld viel besser. Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Einheitlichkeit und die angesprochene Marktgängigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Grunde kann jede Ware zu Geld werden oder irgendwann die Eignung als Geld wieder verlieren. In der Praxis eignen sich ohnehin nur sehr wenige Waren langfristig und dauerhaft als Geld, außerdem kann es durchaus mehrere Gelder parallel geben.

Papier als Geld eignet sich besonders schlecht, vor allem, weil es beliebig vermehrbar ist. Gold oder Silber hingegen eignen sich besonders gut. Einst war eine Banknote nur ein Zertifikat des Geldes (damals Gold), heute nennen wir die Banknoten selbst Geld. Zudem sind Banknoten schon sehr lange nicht mehr durch einen Sachwert gedeckt, sondern es handelt sich nur noch um bedrucktes Papier und Zahlen am Computer. Dieses Scheingeld ist als "gesetzliches Zahlungsmittel" sozusagen mit einem staatlichen Verwendungszwang belegt und nennt sich "Fiat Money" (lat. fiat: „es werde“ Geld). In diesem System entspricht Geld gleich Schuld.

Die Rückkehr zu echtem Geld wäre sehr wichtig und würde vor allem viele wirtschaftliche und soziale Probleme lösen. Unser heutiges Geldsystem als Monopol ist betrügerisch und bietet aufgrund der so genannten Geldschöpfung aus dem Nichts durch Druckerpresse und Teilreservesystem unvorstellbare Möglichkeiten zur Enteignung der Mittelschicht. Zudem ist das heutige Geldsystem mit Freiheit und freien Märkten unvereinbar.

Die Regierung zweifelt nicht im geringsten am Fiat Money System. Die einzige Partei die dies kritisiert ist die kleine und freiheitliche Partei der Vernunft (PDV). Die PDV orientiert sich stark an der ebenfalls kaum bekannten "Österreichischen Schule der Ökonomie", nach welcher die Menschen eine freie Wahl im Geld haben sollten.

Kommentare:

  1. Zum Thema Teilreservesystem lohnt sich eine differenzierte Betrachtungsweise. Ausschließlich eine staatsmonopolistische Zentralbank ist in der Lage, die Geldmenge beliebig und nachhaltig zu erhöhen. Teilreserve-Geschäftsbanken können lediglich in dem Maß Geld schöpfen, wie es mit der gesetzlichen Mindestreservequote vereinbar ist.

    Eine Bank, die neue Einlagen erhält, wird das Geld natürlich weiterverleihen und damit einen Geldschöpfungsmultiplikator in Gang setzen. Sofern die Einlagen von einer anderen Geschäftsbank kommen, muss jedoch von ihr eine entsprechende Geldzerstörung (d.h. eine Rücknahme früher geschöpften Geldes) ausgehen, die die Geldschöpfung der ersten Bank ausgleicht. Es entsteht also per Saldo kein zusätzliches Geld aus dem Nichts. Nur wenn die Geschäftsbanken neu geschöpftes Basisgeld von der Zentralbank erhalten, kann auf Dauer netto mehr Geld in Umlauf gebracht werden.

    Solange es ein staatliches Geldmonopol, gesetzliche Mindestreservequoten und all die anderen staatlich verliehenen Privilegien und Garantien gibt, die das heutige Geldsystem ausmachen, wäre auch ein staatlich verordneter Goldstandard kein Fortschritt. Gutes Geld ist Marktgeld, d.h. unreguliertes Free Banking, Abschaffung der Zentralbank und die Freigabe der Geldemission. Gewährt man Banken und deren Kunden uneingeschränkte Vertragsfreiheit, wird sich ein stabiles, marktkonformes Teilreserve-Bankensystem im Marktgeschehen herausbilden.

    Ein Teilreserve-Bankensystem ist nicht per se betrügerisch. Alles was aufgrund eines freiwillig vereinbarten Vertrages zustande kommt, ist legitim. Erst wenn eine Vertragspartei seinen Pflichten vorsätzlich nicht nachkommt, kann man von Betrug reden. D.h. solange jemand bereit ist, Kunde bei einer Bank zu sein, die auf teilreservebasis arbeitet, ist dagegen nichts einzuwenden. Natürlich geht er ein gewisses Risiko ein, erhält aber als Entschädigung Zinsen. Ohne staatliche Privilegien würden sich nur die Banken am Markt behaupten können, die einen Ruf für Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit erlangen. In einem freien Markt würde es für diejenigen, die absolute Sicherheit wollen, vermutlich Banken in Form von Geldlagerstätten mit 100%-Reserven geben. Die historischen Beispiele nahezu unregulierter Bankensysteme (v.a. Kanada und Schottland im 19. Jh) legen jedoch nah, dass sich unter echten Marktbedingungen ein Teilreservebankenwesen durchsetzen würde.

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  2. "Gutes Geld ist Marktgeld, d.h. unreguliertes Free Banking, Abschaffung der Zentralbank und die Freigabe der Geldemission." - Dem ist nichts hinzuzufügen, eine freie Wahl regelt im Grunde alles selbst :)

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