Sonntag, 9. September 2012

Die Apologie für Hoppe

"Ich sehe was, was Ihr nicht sieht": Freiheitsdenker
Hans-Hermann Hoppe
Erfreulich vernahmen wir, dass es einer der größten freisinnigen Denker unserer Zeit, nämlich Hans-Hermann Hoppe, es in ein Mainstreammedium schaffte. Im Focus (35/2012) schrieb Hoppe über die Grenzen der Demokratie und den Ausweg in die Privatrechtsgesellschaft. Es folgten Unmengen an feindlich gesinnten Leserbriefen. Tommy Casagrande hingegen verteidigt Hoppe:

Hoppes großartige Gedanken zeugen von einer Denkfreiheit, die den meisten Menschen abhanden gekommen ist. Machen wir uns alle mal Folgendes bewusst: Dieses Universum ist ein Faszinosum. Die unendliche Weite, die eine unendliche Vorstellungskraft bedingt, die Schöpfungen und Akte, die aus dem Chor des Werdens geboren werden, so wie die Momente des Vergehens, wenn in atemberaubenden Lichtspielen, Energie und Materie Platz schaffen für Neues. In diesem Kosmos ist nichts normal. Jede Kreatur, jede Art von Leben ist entweder ein Wunder oder aber in dem Wunderwerk des Lebens, das auf ewige Existenz beruht, eine Normalität, die so einzigartig ist, dass doch jeder stets ergriffen wird, wenn er von den meditativen Fängen des besternten Nachthimmels ergriffen wird. 
Im Laufe der Zeit entstand eine Spezies wie der Mensch, die genauso Wunder ist, wie alles andere auch. Vielleicht sogar noch etwas mehr, denn der Mensch artikuliert über diese Wunder. Er ist des Denkens und Sprechens fähig, er schafft es die Natur zu überlisten, indem er sie nachahmt. Diese menschliche Spezies hat allerdings auch ein Problem. Eingebettet in eine Welt des Alltags, wo es nur darum geht, zu den Gewinnern staatlicher Gesetze zu gehören, reden die Menschen nur noch über Geld, über Arbeit, und lästern über alles was nicht in ihr normiertes Denken fällt. Wenn sie über Geld und Arbeit reden, so fehlt es ihnen auch hier bereits am Blick auf diese Begriffe als Phänomene, die dem Wunderwerk Mensch innewohnen. 
Diese Begriffe werden selten erforscht. Ebenfalls wenig forschen die Menschen im Bereich der Dinge, die sie umgeben. Die Substanz jener Materie, die den Alltag lenkt. Wie eine zweite Atmosphäre hat sich etwas über das menschliche Denken gelegt, das uns die tatsächliche Atmosphäre nicht mehr erkennen lässt. Es ist die Herrschaft von Menschen über Menschen. Wir erkennen sie nicht mehr und wir erforschen sie nicht mehr. Wir leben mit ihr, als sei sie Gott gegeben, und das, obwohl in diesem Universum nichts so normal ist, dass man das Staunen darüber verlieren sollte. 
Diese Herrschaft über Menschen hat sich in bislang vielerlei Gesellschaftssystemen ausgedrückt. Diese Systeme hatten stets andere Namen und waren im Detail voneinander verschieden. Im Prinzip galt jedoch stets, dass manche Menschen privilegierter waren als andere und über diese herrschten. Daraus ergab sich letztlich stets eine Korrumpierung der Gesellschaft, die aus Abhängigen, Befürwortern, Kostenträgern, also aus Profiteuren und Ausgebeuteten bestand. Was sich sagen lässt - auch wenn nicht jede Gesellschaftsform bislang dieselbe Ausbeutung erfuhr - ist die Tatsache, dass es geschehen ist, eine Konstante, die eng mit der Herrschaft von Mensch über Mensch verwoben ist. Und dieser Kern ist der Kern aller dringlichsten heutigen Menschheitsprobleme. Wir denken über diesen Punkt so gut wie nie nach, da wir stets versuchen Stellschrauben zu verändern. Aber den Kern belassen wir. Es zieht sich wie ein roter Faden. Menschen können ihr Leben nicht selbstbestimmt leben. 
Würde man dem Wunder Mensch Respekt zollen, dann würde man zur Einsicht gelangen, dass Selbstbestimmung über jeder Art der Fremdbestimmung steht. Denn Fremdbestimmung ist Sklaverei. Hoppe sinniert seinerseits über die wohl optimalste Gesellschaftsform, weil sie in ihrem Kern den Individualismus stellt. Und jeder Mensch ist ein Individuum. Aus diesem Individualismus folgt aufgrund der Selbstbestimmung ein freiwilliger, je nach Wunsch und Bedarf gelebter Kollektivismus. Das nennt man Gemeinschaft. Hierzu darf jedoch niemand gezwungen werden. Und es darf auch niemand gezwungen werden für die anderen dieser Gemeinschaft zu zahlen. Man kann davon ausgehen, dass Menschen füreinander viel zu tun bereit sind, wenn sie den Raum haben sich zu betätigen, die Ressourcen besitzen, ohne diese als Steuern vorher abzugeben und die Freiheit, sich direkt für Menschen zu engagieren. Die Crux aus Sicht der Sozialpolitiker ist natürlich, dass eine derart freie Gesellschaft kaum bedürftige Menschen übrig lässt. Es bleibt ein winziger Teil übrig, der sich vielleicht tatsächlich nicht helfen kann und denen die vielen Menschen helfen werden, weil sie Freiwilligkeit, Raum und Ressourcen mitbringen. Diese Denkfreiheit macht jemanden wie Hoppe nicht zu einem Nazi. Im Gegenteil, es ist ein erfrischender Wind inmitten eines Hordendenkens, wo die Menschen geistig sich nur im Spektrum jenes Radius aufhalten, den die Parteien vorher abstecken. Hoppes Denken ist der progressive geistige Aufbruch aus der Verkrustung jener Starrheit, die durch das politische System um uns hervorgerufen, letztlich auch maßgeblich unsere Vorstellungskraft beeinflusst hat.

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