Montag, 30. Juli 2012

Der Weg zur Knechtschaft als Cartoon

von Tomasz M. Froelich
Friedrich August von Hayeks' ,,Weg zur Knechtschaft'' ist ein Meilenstein der freiheitlichen Literatur. Kaum ein zweites Werk zeigt die Gefahren, die von einem starken und ausufernden Staat ausgehen, wie der besagte Klassiker. Umso wichtiger ist es, die Botschaft dieses Werkes zu verbreiten.
Große Bekanntheit erreichte die Cartoon-Version vom ,,Weg zur Knechtschaft'', welche erstmals im ,,Look magazine'' publiziert und vom Hayek-Institut in Wien ins deutsche übersetzt wurde. Das Originalcartoon sowie die dazu gehörigen Übersetzungen sind im folgenden zusammengefügt:

[1] Krieg zwingt zur ,,Nationalen Planung''
Um die totale Mobilmachung der Wirtschaft Ihres Landes zu
ermöglichen, verzichten Sie gerne auf Freiheiten. Sie wissen,
dass die Einschränkungen von Ihren Feinden erzwungen wurden.
[2] Viele wünschen sich, dass die Planung erhalten bleibt
Vor Kriegsende werden Argumente laut, eine Produktbewirtschaftung
in Friedenszeiten einzuführen. Die Idee von Kriegs-,,Planern'', welche
ihre Macht erhalten wollen, unterstützt
.
[3] ,,Planer'' versprechen Utopien...
Tolle Pläne für die Landwirtschaft werden in ländlichen Gegenden gut
aufgenommen - Industrie-Pläne begeistern in den Städten etc. Viele
neue ,,Planer'' werden gewählt.
[4] Aber sie können sich nicht auf EINE Utopie einigen
In Friedenszeiten tagt das neue Parlament, aber die Einigkeit im
Angesicht des gemeinsamen Feindes ist verflogen. Jeder hat seinen
Lieblingsplan, von welchem er nicht abrückt. Die ,,Planer'' prügeln
sich fast.
[5] Und die Bevölkerung ist auch uneinig...
Als die ,,Planer'' Monate später den Plan zusammengeflickt haben,
ist die Bevölkerung gespalten. Was der Bauer befürwortet, gefällt
dem Industriearbeiter nicht.
[6] Die ,,Planer'' müssen Einigkeit erzwingen...
Die meisten ,,nationalen Planer'' sind wohlmeinende Idealisten,
ihnen widerstrebt die Anwendung von Gewalt. Sie erhoffen sich
das Wunder einer Einigung auf ihren zusammengeflickten Plan.
[7] Sie versuchen, allen ihren Plan zu ,,verkaufen''...
In dem untauglichen Versuch, die Leute zu einer einheitlichen
Meinung zu erziehen, schaffen die ,,Planer'' eine gigantische
Propagandamaschine. Was den kommenden Diktator sehr
freuen wird.
[8] Die Leichtgläubigen (ver)einigen sich doch...
In der Zwischenzeit führt das wachsende nationale Durcheinander
zu Protestveranstaltungen. Die ungebildete Masse - durch
Brandreden überzeugt - gründet eine Partei.
[9] Das Selbstvertrauen der ,,Planer'' schwindet...
Je mehr die ,,Planer'' improvisieren, desto mehr wird das normale
Geschäftsleben gestört. Alle leiden. Die Leute sind nun - richtiger-
weise - überzeugt, dass ,,Planer'' nichts bewerkstelligen können.
[10] Ein ,,starker Mann'' kommt an die Macht...
In ihrer Verzweiflung bevollmächtigen die ,,Planer'' den neuen
Parteichef, einen neuen Plan zu schaffen und mit Gewalt durchzu-
setzen. Später können sie ihn ja wieder abservieren - glauben sie
zumindest.
[11] Die Partei übernimmt das Land...
Inzwischen ist das Durcheinander so groß, dass der Gehorsam
gegenüber dem neuen Führer unter allen Umständen erreicht
werden muss. Vielleicht treten Sie ja auch - im nationalen
Interesse - der Partei bei.
[12] Selbst ein negatives Ziel einigt...
Eine frühe Taktik aller Diktatoren ist es, die Mehrheit durch ein
gemeinsames Ziel gegen eine Minderheit, den Sündenbock, auf-
zuhetzen. In Deutschland war dieses einigende, negative Ziel der
Antisemitismus.
[13] Niemand widerspricht dem Plan des Führers...Es wäre auch Selbstmord; die neue Geheimpolizei ist erbarmungslos.
Die Möglichkeit, den Gehorsam zu erzwingen, zählt in der ,,Plange-
sellschaft'' immer zur obersten Tugend. Jetzt ist alle Freiheit beseitigt.
[14] Ihr beruflicher Werdegang ist geplant...Die von nunmehr obsoleten ,,Planern'' versprochene, berufliche
Vielfalt stellt sich als tragische Utopie heraus. ,,Planer'' haben noch
 nie ihre Versprechen eingelöst; sie werden dazu auch nie in der
Lage sein.
[15] Ihr Gehalt ist ,,eingeplant''...
Die Aufteilung der Löhne muss willkürlich und unflexibel sein. Eine
,,Plangesellschaft'' aus einer Zentrale heraus zu regieren ist schwer-
fällig, unfair und ineffizient.
[16] Ihr Denken ist ,,geplant''...
In der Diktatur, welche unabsichtlich durch die Planer geschaffen
wurde, gibt es keinen Platz für abweichende Meinungen, Poster,
Radio, Presse - alle verbreiten dieselben Lügen.
[17] Ihre Freizeit ist ,,geplant''
Es ist kein Zufall, dass Sport und Spiele in allen ,,Plangesell-
schaften'' sorgfältig geplant sind. Haben sie einmal begonnen,
können ,,Planer'' nicht aufhören.
[18] Ihre Zurechtweisung ist ,,geplant''...
Wenn Sie aus Ihrem Job ,,gefeuert'' werden, dann möglicherweise
durch ein Erschießungskommando. Was früher ein Fehler war, ist
nunmehr ein Verbrechen gegen den Staat oder Hochverrat.
So endet DER WEG ZUR KNECHTSCHAFT.

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