Mittwoch, 4. Juli 2012

Berichterstattung zur Reichstagswahl 1881

Zur dritten Ausgabe Ausgabe von Blink wird die ,,Freisinnige Zeitung'' einen Beitrag über die Reichstagswahl 1881 und hier insbesondere über den Kampf der Deutschen Fortschrittspartei gegen die antisemitische “Berliner Bewegung” beisteuern. Nach Absprache mit der ,,Freisinnigen Zeitung'' haben wir uns dazu entschlossen, in den nächsten Tagen eben jene Beiträge auch zu veröffentlichen. Die Beiträge werden nicht alle auf einmal, sondern über schrittweise veröffentlicht. Man sollte also ein wenig Geduld mitbringen.

Fortan wird hier veranschaulicht, wie sich der Wahlkampf entwickelt hat. Am 15. Juni 1881 hat die letzte Sitzung der vierten Legislaturperiode des Deutschen Reichstags stattgefunden. Wie die “Berliner Wespen” es in einer Karikatur am 22. Juni darstellen, legt sich der Reichstag nun erst mal über den Sommer in die Hängematte, die zwischen den Bäumen “Reichstag 1878-81″ und “Reichstag 1881-” gespannt ist, und schläft bis zur neuen Legislaturperiode, für die sich schon die Arbeit aufgestapelt hat.

Des Reichstags Sommerschlaf. ,,Gute Nacht, und lasse Dir was Angenehmes - träumen!''

Und ein kleiner Beitrag aus derselben Ausgabe, der den Hintergrund beleuchtet. So absurd es klingt: die Behauptung, Nathan der Weise sei ein Christ gewesen, wurde von Hofprediger Stöcker in der Debatte über die Antisemitenpetition im Preußischen Abgeordnetenhaus aufgestellt, vgl. Herrn Stöckers Rede (22. November 1880) im Lichte der Wahrheit. Bartel, Berlin 1880.

,,An dem Lehrerinnen-Seminar zu Posen stellte der Divisions-Prediger Meinke, Lehrer der deutschen Sprache und Literatur, als Ferienarbeit das Thema zur Bearbeitung: “Nathan der Weise ein Christ.” In der Voraussetzung, daß derlei interessante Aufgaben von dem Lehrer selbst viel erschöpfender als von den Schülerinnen gelöst werden, bitten wir denselben, folgende Themata für unseren Privatgebrauch zu bearbeiten: 


Richard der Dritte ein Jude.
Faust ein Muhamedaner.
Maria Stuart eine Protestantin.
Die Räuber Quäker.
Ferdinand in Kabale und Liebe ein Mormone.''


Nächster Artikel: Geflügeltes vom Reichsdach
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Ursprünglich in der ,,Freisinnigen Zeitung''/Eugen-Richter-Institut erschienen

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