Freitag, 15. Juni 2012

Staatsgeld = Staatsmonopol = Krise

von Tommy Casagrande
Der Staat besitzt das Monopol auf das Gut "Geld". Und jeder weiss, dass Monopole aus Sicht des Kunden immer schlecht sind. Ebenso verhält es sich beim staatlichen Papiergeldsystem. Die Zentralbanken legen den Leitzins fest. Die Zentralbanken sind nicht der Markt, sondern eine Behörde mit politischen Befugnissen. Sie besitzen Macht. In einem freien Geldmarkt würde niemand die Macht besitzen, das Geld aller Menschen zu manipulieren und für politische Zwecke gefügig zu machen. In einem freien Geldwesen gäbe es einen freien Markt aus Anbietern und Nachfragern. Es gäbe einen freien Preis für das Geld und eine freie Wahl darüber, welches Gut als Geld benutzt würde. Indem das Geld unter staatlichen Einfluss steht, dient es der herrschenden Klasse, politische Versprechungen einzulösen, die Abhängigen des Wohlfahrtsstaates zu finanzieren (die zuvor durch staatliche Eingriffe erst in die Arbeitslosigkeit oder Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt fündig zu werden, gedrängt wurden). 
Durch die Manipulation (oder Moneypulation) des Leitzinses durch die Zentralbanken werden Private angeregt, Schulden aufzunehmen, um mehr zu konsumieren. Die an staatlichen Bildungseinrichtungen gelehrte Irrlehre von der Doktrin des Konsums, der zu Wohlstand führen solle, findet in dieser Geldpolitik ihren Ausdruck. Durch Konsum, so die Essenz der Lehre, würde der Wohlstand wachsen. Falsch! Durch Produktion von Gütern, durch die Bereitstellung von Dienstleistungen in freiem Wettbewerb mit anderen und der separat dazu erhaltenen Kaufkraft des Geldes, entsteht Wohlstand, der nicht auf Pump basiert. Langsamer, stetig wachsender und durch die Gewinnorientierung freier miteinander im Wettbewerb stehender Unternehmen würde Verschwendung und somit Ressourcenverschleuderung Einhalt geboten. 
Das Geld ist ein Bestandteil einer funktionierenden, nachhaltigen Ökonomie. Geld alleine schafft definitiv keinen Wohlstand und umso mehr Geld im Umlauf ist, so erbringt dies keinen zusätzlichen sozialen Nutzen. Mehr Geld bedeutet nur, dass jenes Geld, das neu in den Wirtschaftskreislauf gelangt, dazu führt, dass die Preise sukzessive steigen und die Erstbezieher des Geldes sich die Güter für die alten Preise leisten können, während die Letztbezieher des neu in den Wirtschaftskreislauf gelangten Geldes bereits die gestiegenen Preise zu zahlen haben. Besonders Menschen mit festen Einkommen, wie zum Beispiel Rentner, vom Sozialstaat Abhängige oder Angestellte mit monatlichem Fixeinkommen, werden auf diese Weise de facto enteignet. Sie können sich mit ihrem Geld weniger leisten. Ihr Gehalt oder ihr monatlicher Bezug wird nicht angehoben, sobald das neue Geld in Umlauf gerät, denn ansonsten wäre es unsinnig, überhaupt neues Geld in Umlauf zu bringen (- Es ist auch unsinnig). Ihr Einkommen wird maximal dann angehoben (und eben auch nicht bei allen), wenn die neuen Preise schon existieren. 
Zudem ist es der Fall, dass, sollte ein Inflationsausgleich bei den Einkommen stattfinden, dieser nur an die offiziell ausgewiesene Inflationsrate angepasst ist. In der Tat ist aber die tatsächliche Inflation stets höher und wird mittels des Warenkorbindex lediglich politisch geschönt, um keine sozialen Unruhen aufkommen zu lassen. Die gefühlte Inflation vieler Menschen ist tatsächlich näher an der realen Inflation dran als jene, die Behörden und politische Statistiker niederschreiben (da diese Gruppen oft keine Ahnung haben wozu ihr Handeln tatsächlich führt - Stichwort, sie sind wie die Zauberlehrlinge, die versuchen, das zuvor gezauberte mit dem Zauberstab wieder wegzuzaubern, was den gegenteiligen Effekt hat). 
Was dem Kaufkraftverlust des politischen Inflationismus abbremst ist die Globalisierung, der Produktivitätsfortschritt. Mit diesen Elementen lässt sich der Pauperisierung immer breiterer gesellschaftlicher Schichten begegnen, aber das geht nicht endlos. Denn das billige Geld führt in der Industrie, der Produktion, der Investition, zu Blasen, zu Fehlkalkulationen, zu letztlich unrentablen, nicht nachhaltigen Projekten, zu einem künstlichen Boom, indem die Kapazitäten hochgefahren werden, die dann, wenn sich rausstellt, dass dem nichts zugrunde liegt, kein tatsächlicher Wohlstand, der Bust, der Zusammenbruch, die Krise folgt, wo die Kapazitäten zur Marktbereinigung zurückgefahren werden. 
Es wäre die Krise, wie das Wort sagt, eine Chance um zu gesunden, doch verhindert die Politik stets diesen Prozess, weil sich mit der Angst und Unzufriedenheit der Menschen erfolgreich Wählerstimmen erlangen lässt. Leider läuft das am Ende auf eine noch schlimmere Krise hinaus, weil der Bereinigungsprozess hinausgeschoben und die gemachten Fehler nicht bereinigt werden. Das alles gipfelt am Ende in einem Zusammenbruch des Systems, es kulminiert zwangsläufig. Die Brände, die entstehen, werden durch die Politik mit noch mehr Benzin gelöscht. Die Marktteilnehmer dursten nach noch mehr Geld, dass die Probleme erst geschaffen hat. Erhalten sie dieses, sind sie kurzfristig ruhig gestellt, doch verschleiert dies nur die tiefergehenden Probleme. Und so schreien die Marktteilnehmer erneut um die nächste Liquidität. Dass das nicht ewig so weitergeht ist sicher jedem bewusst, der das liest. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Einzelnen, sich selbst geistig vor jenen zu schützen, die der Logik zuwiderhandeln. Die österreichische Schule der Nationalökonomie bietet hierzu den bestmöglichen Zugang um zu verstehen, warum dieses System scheitern muss.

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