Montag, 4. Juni 2012

Roland Baader Auszeichnung 2012 geht an Freitum!

Mit großem Stolz nahmen wir - vertreten durch Tomasz M. Froelich, Jonathan Danubio und Dominik Hennig - am vergangenen Freitag die Roland Baader Auszeichnung 2012 entgegen. Diese wurde in diesem Jahr vom Institut für Austrian Asset Management (IFAAM) im Rahmen der 3. Hamburger Mark Banco Anlegertagung unter dem programmatischen Motto "Euro-Misere ohne Ende" zum ersten Mal vergeben.

Neben uns wurden auch die Kollegen von MISESINFO, Mises-Media und die Students For Liberty geehrt. Eine zusätzliche Motivation, um weiter zu machen und unserer konsequent libertären Linie treu zu bleiben
Wir danken dem IFAAM, insbesondere Steffen Krug, für die Einladung und Auszeichnung. Es war eine tolle Veranstaltung, mit  interessanten Gesprächen und hochkarätigen Gästen, wie etwa Rahim Taghizadegan (Institut für Wertewirtschaft), Michael von Prollius (Forum Ordnungspolitik), Thorsten Schulte (Silberjunge), Norbert F. Tofall, Frank Schäffler (MdB, FDP), Ralf Flierl (Smart Investor) und Prof. Dr. Arnulf Baring.

Daniel Baader über die Roland Baader Auszeichnung 2012:

Die ROLAND BAADER Auszeichnung erhalten Studenten und Unternehmer, die in besonderer Weise dazu beitragen, die Ideen Roland Baaders und die Erkenntnisse der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren großer Popularisierer er war, zu verbreiten und tätig in die Praxis umzusetzen.

Insbesondere werden Einzelpersonen, Gruppierungen oder Organisationen ausgezeichnet, die, wie Roland Baader, die ökonomischen Lehren und Freiheitsideen der Austrians in verständlicher und ansprechender Form vermitteln und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, oder die als findige Unternehmer diesen Ideen zum Durchbruch verhelfen.
,,Alles, was heute im sozialen und wirtschaftlichen Leben geschieht, das Gute und das Schlechte, ist das Ergebnis von Ideen. Was Not tut, ist der Kampf gegen schlechte Ideen. (...) Wir müssen die falschen Ideen durch bessere Ideen ersetzen. (...) Ideen, und nur Ideen, können Licht in die Dunkelheit bringen. Diese Ideen müssen der Öffentlichkeit so vorgestellt werden, dass die Menschen sie verstehen und überzeugt werden. Wir müssen ihnen klarmachen, dass diese Ideen richtig sind." [Ludwig von Mises, Vom Wert der besseren Ideen, 1983, S. 109]

Roland Baader wusste um den ,,Wert der besseren Ideen" und hat sich diese Aufforderung seines Lieblingsökonomen Ludwig von Mises stets zu Herzen genommen. Zeit seines Schriftstellerlebens hat er sich, so Baader über Baader, als ,,Übersetzer'' verstanden, ,,der die großen Freiheitsideen und die wichtigen Erkenntnisse der Ökonomie und anderer Gesellschaftswissenschaften einer breiten (Laien-)Leserschaft in ansprechender Verpackung vermittelt''. Tausende von Leserzuschriften bestätigten ihm den Erfolg dieser Bemühung.

Roland Baader
,,Die aktuelle Weltfinanzkrise", so Roland Baader im Jahr 2010, ,,wurde von den Austrians - und nur von den Austrians - richtig vorhergesehen, und nur mit ihrem theoretischen Instrumentarium kann sie richtig diagnostiziert und therapiert werden.'' Allerdings sah er noch einen langen und steinigen Weg vor uns liegen. Denn, so Baader weiter: ,,Die Essenz der Politik ist Macht. Und Macht steht der ökonomischen Vernunft diametral entgegen.'' [Quelle: Grußwort zu ,,GO AHEAD! business summit 2010" im Oktober 2010]

Roland Baader hat, wie kaum ein Zweiter, betont, dass die derzeitige Weltfinanz- und Staatsschuldenkrise in erster Linie eine Geldsystemkrise ist. ,,Wir müssen", warnte er, ,,Leviathan sein Mastfutter - das beliebig vermehrbare Scheingeld - nehmen, bevor er uns alle verschlingen wird. [Roland Baader, Das Geld der Knechtschaft und das Geld der Freiheit, in: ders.: Markt oder Befehl, 2007, S. 270]

Im Jahr 1958 sagte Mises vor Studenten in Südamerika:
,,Unsere Kultur wird und muss überleben, wenn wir an die Stelle der Ideen, die heute einen großen Teil der Welt regieren, bessere Ideen setzen. Es ist die Aufgabe der heranwachsenden Generation, diese besseren Ideen zu entwickeln.'' [Ludwig von Mises, s.o., S. 109]
[Mises hatte, als er dies schrieb, vor allem - aber keineswegs ausschließlich - die Hardcore-Varianten von Sozialismus und Kollektivismus im Blick. Doch an den zugrundeliegenden falschen Ideen und Grundübeln - dem Staatsinterventionismus, dem etatistischen Machbarkeitswahn und der naiven Staatsgläubigkeit - hat sich bis heute nichts geändert. Ganz im Gegenteil: die globale Dimension des inzwischen gänzlich entfesselten staatsmonopolistischen Falschgelds und die astronomischen Ausmaße der Weltverschuldung sind ein relativ junges Phänomen.]

Nach Ansicht von Roland Baader steht die freiheitlich-abendländische Zivilisation, wie wir sie kennen, heute wieder - oder besser gesagt: immer noch am Scheideweg: ,,Die Frage, ob sich erst spätere Generationen - oder vielleicht schon die heute Lebenden in der Lage sehen, die schrecklichen Dimensionen eines solchen irrationalen Systems zu begreifen, wird darüber entscheiden, ob und in welcher Form es in den kommenden Jahren um mehr geht als um Krise und Depression, nämlich um nicht weniger als um die Frage des Überlebens der Zivilisation.'' [Roland Baader, Es geht nicht nur um Krise und Depression, eigentümlich frei, Heft 100, März 2010]
Das Produkt: die Methoden und die Erkenntnisse der Österreichischen Schule, ist bereits vorhanden, und es ist ein hervorragendes Produkt - aber ein Verkaufsschlager ist es trotz allem nicht. Was es jetzt vor allem braucht, sind gute Marketingideen und Vertriebsstrategien. Deshalb zielt die ROLAND BAADER Auszeichnung vor allem auf kreative Köpfe ab, die sich als ,,schöpferische Zerstörer" der vorherrschenden Irrlehren und Illusionen betätigen, indem sie neue Wege finden, den besseren Ideen zum Sieg zu verhelfen. Natürlich immer mit friedlichen, gewaltfreien Mitteln, denn: ,,Mit der Faust zerschlägt man alles, auch die Freiheit.'' [Roland Baader, Kreide für den Wolf, 1992]

Doch die Widerstände gegen die Abschaffung des staatsmonopolistischen fiat money und des Zentralbankunwesens sind riesengroß, denn ,,die Lösung des Weltfinanzproblems und der astronomischen Weltverschuldung würde die politischen Kasten der Gegenwart hinwegspülen und die Herrschaftseliten des Filzkartells aus Politik und Hochfinanz auf Jahrzehnte oder dauerhaft ihrer Macht und Pfründe berauben. Deshalb ist diese vernünftige Lösung nicht zu erwarten.'' [Roland Baader, Warum die Finanzkrise nicht vernünftig gelöst wird, in: eigentümlich frei, Heft 105, September 2010] Also doch keine Rettung? In einem Artikel aus dem Jahre 2004 schrieb Roland Baader unter der Zwischenüberschrift ,,Hoffnung'': ,,Professor Hayek hat einmal gesagt, die Ökonomen der Österreichischen Schule seien ein Teil der Hoffnung, die er für die Welt hege. Und Pascal Salin, [damals] Ökonomie-Professor in Paris und einer der besten Köpfe der Österreichischen Schule, hat darauf erwidert: Nicht ein Teil der Hoffnung, sondern unsere einzige Hoffnung.'' [Roland Baader, Blutvergiftung, in: Zeitreport, Heft 145, Januar/Februar 2004]

Im Besitz der besseren Ideen zu sein genügt nicht. Es gilt, das Interpretationsmonopol der Systemprofiteure, die Deutungshoheit der Machteliten zu durchbrechen. Die größte Gefahr in der aktuellen Krise besteht darin, dass die Menschen den Politikern die völlig falsche These vom Versagen des Kapitalismus und das Märchen vom Staat als ultimativen Retter abkaufen. ,,In Wahrheit ist es der Sozialismus in Form des staatsmonopolistischen Papiergeldes und des zentralplanwirtschaftlichen Zinsdiktats, die seit Jahrzehnten den Blutkreislauf und die Signalmechanismen der Marktwirtschaft zerstört haben. (...) Das Märchen vom Retter Staat ist das Trojanische Pferd, mit dessen Hilfe die Herrschaftseliten die letzten Mauern um die Bürgerfreiheit schleifen werden.'' [Roland Baader, unveröffentlichte Notiz, 2009]

Die Deutungshoheit brechen! - ,,Das Internet ist eine große Chance: Wenn sich die Wahrheit unsubventioniert verbreiten kann, schlägt sie die subventionierte Lüge", lautet ein ,,Freiheitsfunke" Roland Baaders. In diesem Sinne gehen in diesem Jahr die Auszeichnungen an drei junge Blogger und eine Studentenorganisation, die sich für die Verbreitung der Ideen der Österreichischen Schule sowie libertären Gedankenguts engagieren. Die Saat, die Roland Baader (und andere) ausgebracht haben, sie geht auf.

Gewinner ROLAND BAADER Auszeichnung 2012:
Von links nach rechts: Jonathan Danubio, Tomasz M. Froelich, Dominik Hennig (alle freitum.de),
Steffen Krug (IfAAM), Lukas Schweiger (Students For Liberty), Mario Fleischmann (Mises-Media)
und Andreas Marquart (Mises Info)

Tomasz M. Froelich, Jonathan Danubio, Niklas Fröhlich, Kalle Kappner, Henning Lindhoff, Dominik Hennig, Tommy Casagrande

Andreas Marquart

Mario Fleischmann

Lukas Schweiger

Kommentare:

  1. Gratulation auf den Preis kann und "darf" man stolz sein. Bei vielen anderen Preisen würde ich diese Auszeichnung mit gehörigem Mißtrauen betrachten. Seit mehr als 4 Jahren lese und schreibe ich in diversen Blogs aber nirgendwo außer bei den "Österreichern" kann man wirtschaftlichen Sachverstand finden.

    Der Euro-voodo ist ja nur eine "Ausprägung", die USA können es auch nicht besser....

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  2. Meinen herzlichen Glückwunsch! Dieser engagiert betriebene Blog ist wahrlich ein Leuchtturm der Freiheit.

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  3. Pascal Salin, nicht Edgar Salin.

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  4. Herzlichen Glückwunsch an einen der talentiertesten, idealistischsten und leidenschaftichsen Freiheitskämpfer der modernen Welt! :*

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