Samstag, 7. April 2012

Der Ron Paul des Deutschen Kaiserreichs

Eugen Richter: kompromisslos gegen korrumpierte Etatisten
von Daniel J. Sanchez
übersetzt aus dem Englischen von Tomasz M. Froelich
In seinem jüngsten großartigen Werk "Classical Liberalism and the Austrian School" zollt Ralph Raico dem vernachlässigten Helden des deutschen Liberalismus, Eugen Richter (1830-1906), seinen fälligen Tribut. Als ich das Kapitel über Eugen Richter las, kam es mir so vor, als ob es sich um Ron Paul handeln würde.
Ebenso wie Ron Paul der "Dr. No" im Kongress gewesen ist, so war Eugen Richter der wahre "Herr Nein" (ein deutscher Historiker bezeichnete ihn als "notorischen Neinsager") im Reichstag.
Wie Paul führte Richter einen gegen den Etatismus gerichteten "Ein-Mann-Gegen-Zwei-Fronten"-Krieg: auf der einen Seite gegen die Rechten (Bismarck, seinesgleichen und ihr imperialistischer, paternalistisch-wohlfahrtsstaatlicher und vetternwirtschaftlicher Kapitalismus), auf der anderen Seite gegen die Linken (Sozialdemokraten und ihr unverblümter Marxismus). Und ähnlich wie Paul wurde er für seine kompromisslose Hingabe für die Sache der Freiheit von beiden Fronten verspottet.

Nichtsdestotrotz hatten Richters Widersacher, ähnlich wie die von Paul, in ihren weniger zynischen Momenten für seine Entschlossenheit nur Bewunderung parat. Bismarck sagte über Richter, dass dieser 
"voller Kenntnis und Gewissenhaftigkeit sei; mit unhöflichen Manieren, aber dafür mit Charakter. Sogar jetzt schwimme er gegen den Strom.''
Ein ausgesprochen bemerkenswertes Kompliment, wenn man bedenkt, dass Richter Bismarck oftmals zur äußersten Verzweiflung trieb. Raico schreibt über Richter:
"Seine unermüdliche Erforschung und Erfragung jeder einzelnen Budgetausgabe machte Bismarck rasend, der schrie, dass man auf diese Weise nie den Staatshaushalt werde planen können."
Außerdem schreibt Raico:
"Bezugnehmend auf seine Befragung eines Ministers in einer finanziellen Angelegenheit schrieb Richter, seinen Stolz unterstreichend: "Aber ich ließ ihn nicht gehen."
Ron Paul könnte nach seinen vielen Befragungen von Greenspan und Bernanke mit Stolz dasselbe sagen.

Hätten die Deutschen Eugen Richters Warnungen vor dem Imperialismus und dem wirtschaftlichen Interventionismus beachtet, wären ihnen ihre zahllosen Leiden in der Zeit nach Richters Tod im Jahre 1906 erspart geblieben. Dies sollte eine Lehre für Amerika sein, das immer noch die Möglichkeit hat die Warnungen seines eigenen authentisch-liberalen Helden zu beachten.
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Das Original erschien im "The Circle Bastiat"

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