Donnerstag, 29. März 2012

Anarchokapitalismus und Utopie

Murray Rothbard
von Jonathan Danubio
1. Einleitung
Der Mensch braucht Utopien. Viele werden diesem Satz zustimmen, viele werden ihn ablehnen. Den meisten Befürwortern bzw. Kritikern liegt oftmals jedoch eine sehr vage Vorstellung zugrunde, was unter einer Utopie denn zu verstehen sei. Die Beantwortung der Frage, ob Utopien für den Menschen notwendig sind, ist kein Anliegen dieser Hausarbeit. Vielmehr soll in Zeiten der inflationären und folglich auch widersprüchlichen Benutzung des Wortes, eine definitorische und in der Folge auch analytische Trennschärfe vorgestellt werden (anhand derer jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob er Utopien benötigt oder nicht).
Die auf diesem Wege gewonnene analytische Definition soll später auf den Anarchokapitalismus angewandt werden. Der Anarchokapitalismus ist eine „politische“ Theorie, die philosophisch vom individualistischen Anarchismus und wirtschaftlich von der Österreichischen Schule inspiriert ist. Sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts vom Ökonomen Murray N. Rothbard begründet. Im Zentrum steht die Freiheit jedes Menschen, die nur durch die Freiheit anderer begrenzt ist. Der Staat wird als institutionalisierte Aggression gegen die individuelle Freiheit abgelehnt. Anstelle des Staates soll aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen der freie Markt treten, d.h. das Prinzip freiwilliger Übereinkünfte. Der Anarchokapitalismus geht davon aus, dass alle sogenannten öffentlichen Güter (Recht, Schulen, Straßen etc.) durch den freien Markt effizienter, kostengünstiger und in besserer Qualität angeboten werden können. [1] Im Rahmen dieser Hausarbeit kann jedoch nur auf die Grundlagen und unmittelbare Implikationen eingegangen werden. Ist dies geschehen, so soll abschließend untersucht werden, was am Anarchokapitalismus (anhand der zuvor gewonnenen Einsichten) utopisch ist und an welchen Stellen er sich von anderen Utopien unterscheidet. 
Relevant ist diese Thematik, weil man (gerade als Wissenschaftler) die Verantwortung hat, allem, insbesondere aber der eigenen Zeit, kritisch gegenüber zu stehen (wie wir noch sehen werden, ist dies ein konstitutives Merkmal von Utopien). Die anarchokapitalistische Theorie ist mitunter die radikalste Kritik am Status Quo.

2. Utopie: Der Versuch einer Definition
Was bedeutet eigentlich Utopie bzw. utopisch? Im alltäglichen Sprachgebrauch stellt sich diese Frage kaum, hier wird mit Utopie meist ein illusorisches Hirngespinst bezeichnet, das sich niemals verwirklichen lassen wird. Seltener stößt man auf Utopie im Sinne einer erstrebenswerten Zukunftsperspektive. Die negative bzw. positive Konnotation hängt vom Standpunkt desjenigen ab, der das Wort verwendet. Utopie ist im Alltagsgebrauch also ein Kampfbegriff, zumeist sogar ein politischer Kampfbegriff. Doch jene Doppeldeutigkeit mahnt bereits zur Skepsis und wirft Fragen auf: was bedeutet Utopie ursprünglich, woher kommt die heutige Ambiguität, war sie immer schon ein politischer Kampfbegriff?
Das Wort Utopie wurde vom englischen Humanisten Thomas Morus in dessen 1516 erschienenen Werk Utopia geprägt. Es leitet sich aus dem altgriechischen ou (nicht) und tópos (Ort) ab und bedeutet folglich Nicht-Ort (als Gegensatz zu real Existierendem). Im Englischen ergibt sich des Weiteren ein homophones Wortspiel. Die Aussprache des Wortes utopia spielt auf das griechische Präfix eu (gut) an: Utopie hieße dann guter Ort.[2] Doch auch die Etymologie des Wortes kann keinen Aufschluss darüber geben, wie es zu den heutigen Konnotationen kam. Um dies zu verstehen, muss man sich der Wissenschaft zuwenden. Auch dort gibt es jedoch keine einheitliche Definition, auch dort ist der Begriff Utopie umkämpft und auch diese Kämpfe sind oftmals politisch motiviert. Als Grund für die Uneinigkeit nennt der Soziologie Norbert Elias: „Die Literaturwissenschaftler möchten die Utopie gern ausschließlich als literarische Gattung definieren, die Historiker möchten sie vielleicht als einmaliges geschichtliches Gebilde verstanden wissen, die Philosophen als ewige philosophische Gegebenheit und die Soziologen als gesellschaftliche Gegebenheit.“.[3] Fest steht nur eines: Morus gilt mit seinem Werk Utopia als Begründer des utopischen Denkens (auch wenn die Wurzeln bis in die Antike, bspw. Platons Politeia, und ins Mittelalter, bspw. der Chiliasmus, zurückreichen) und als Namensgeber einer literarischen Gattung (sogenannte utopische Literatur, auch wenn Utopien nicht bloß auf diese Kategorie beschränkt werden können).[4]                 Morus beschreibt in seinem Werk einen fiktiven republikanischen Idealstaat, der auf einer fernen Insel namens Utopia existiert. Die Vernunft ist das leitende Prinzip und Grundpfeiler der (homogenen) Gesellschaft von Utopiern. Das Motiv der entlegenen Insel bzw. eines unbekannten Ortes war in der Neuzeit aufgrund der seefahrerischen Entdeckungen (insbesondere die Wiederentdeckung Amerikas 1492) und der daran anschließenden Spekulationen über das Ungewisse sehr beliebt und sollte es bis ins 18. Jahrhundert bleiben (sogenannte Raumutopien, die nicht auf die Zukunft, sondern auf ein räumliches Abseits angelegt sind).[5] Morus hat somit einen Idealtypus kreiert, der nicht nur nachfolgende Utopien beeinflusste, sondern gleichzeitig für jede Utopieforschung einen festen Fixpunkt darstellt. Keine Utopiedefinition, will sie denn als solche gelten, kann sich vollständig von Morus losmachen (auch wenn dies, wie wir noch sehen werden, versucht wurde).
Eine Ausdehnung von Morus‘ Idealtypus fand im Jahre 1771 statt, als der französische Schriftsteller Louis-Sébastien Mercier anonym sein Werk Das Jahr 2440 veröffentlichte. Es markiert den Übergang von Raum- zu Zeitutopien, die sich in die Zukunft richten und meist auf eine spätere Verwirklichung abzielen (anders als Morus‘ Idealtypus und die meisten nachfolgenden Raumutopien, die vielmehr als Instrument der zeitgenössischen Sozialkritik verstanden wurden und keinen Realisierungsanspruch hatten, sondern lediglich zu politischen Diskussionen über Missstände animieren wollten[6]).[7] Seit Mercier sind die meisten Utopien zukunftsorientiert. Die „Verzeitlichung der Utopie“[8] (Koselleck) muss neben anderen Faktoren vor allem in Hinblick auf zwei historische Phänomene betrachtet werden: einerseits wurde die Welt durch Seefahrer mittlerweile weitestgehend erkundet, sodass sich überprüfen ließ, ob eine utopische Insel tatsächlich existierte oder nicht und andererseits rückte die beginnende Industrialisierung die Möglichkeit der Veränderbarkeit von Welt und Zukunft durch den Menschen in den Fokus.[9] Die Utopien reagierten auf diese neuen Herausforderungen.
Obwohl Utopien seit dem 16. Jahrhundert sehr beliebt waren und ihre Vezeitlichung für eine neue Popularisierung sorgte, dauerte es bis ins 19. Jahrhundert hinein, bis sie einerseits zum Forschungsobjekt avancierten, andererseits der Begriff Utopie seinen Weg in die deutsche Alltagssprache fand und somit gleichzeitig zu einem politischen Kampfbegriff wurde. Als Utopist wurde nun nicht mehr der Autor einer Utopie bezeichnet, sondern meist jemand, der (unfreiwillig) den Boden der Realität verlassen hat und seinen eigenen Illusionen aufgesessen ist. Diese negative Konnotation, in der die politische Diskreditierung des Gegners mitschwingt, wurde maßgeblich von den Marxisten geprägt. Sie kritisierten derart die Frühsozialisten und setzten deren Phantasmagorien ihre eigene vermeintliche Wissenschaftlichkeit entgegen.[10] Die Kritik an der Unrealisierbarkeit von Utopien, die stets impliziert, dass die Verwirklichung ein Anliegen des Verfassers sei, ist freilich weitaus älter.[11]
Parallel dazu erhob der Staatswissenschaftler Robert von Mohl die Utopien durch einen 1845 veröffentlichen Aufsatz zum Forschungsgegenstand. In diesem bezeichnete er Utopien als Staatsromane und prägte derart den klassischen Utopiebegriff, der bis zum Ersten Weltkrieg die Wissenschaft dominierte (auch wenn er offenkundig unglücklich gewählt ist, da es auch anarchistische Utopien gibt). Utopien wurden als ein eigenständiges literarisches Genre verstanden, wobei stets auf deren Unrealisierbarkeit verwiesen wurde. Die unterschiedlichen Utopien seit Morus wurden anhand von rein inhaltlichen Kriterien zusammengetragen und vergleichend analysiert.[12] Diesem klassischen Utopiebegriff steht der intentionale (sozialpsychologische) entgegen, der insbesondere von den Philosophen Karl Mannheim und Ernst Bloch geprägt wurde. Im Fokus stehen nun nicht mehr Inhalt und Form der Utopie (Ablösung von Morus‘ Idealtypus), sondern Intention und Funktion. Utopien wurden daher als „eine Art Bewusstseinsform mit Wirkung auf historische Transformationsprozesse begriff[en]“[13] (Schölderle). So setzt Mannheim Utopie mit zukunftsträchtigem Handeln gleich, mit dem Willen zur Veränderung des Status Quo. Alles, was den Status Quo gesprengt hat, kann im Nachhinein als Utopie bezeichnet werden. Alles, was den Status Quo unverändert lässt, also vergangenheitsträchtiges Handeln ist, bezeichnet Mannheim als Ideologie (in diesem Sinne hat Morus denn auch keine Utopie geschrieben).[14] Bloch fasst Utopien wesentlich weiter auf, indem er all das als Utopie definiert, was dem Menschen Hoffnung spendet (bspw. auch Tagträume) und gleichzeitig in der Gesellschaft prinzipiell realisierbar ist.[15] Im Grunde spiegeln der klassische und der sozialpsychologische Utopiebegriff die zwei Lager der heutigen Utopieforschung wider: einerseits diejenigen, die Utopien auf Morus‘ Idealtypus beschränken wollen, und andererseits diejenigen, die diese Einschränkung als unzulässig betrachten und sich für eine Erweiterung einsetzen.[16] Bevor eine mögliche Synthese dieser zwei Ansätze skizziert wird, noch einige Worte zur generellen Kritik am utopischen Denken.
Negative Utopien (sogenannte Dystopien) gibt es bereits seit Ende des                    19. Jahrhunderts, also seit der Hochindustrialisierung und dem damit einhergehenden Fortschrittspessimismus. Ihre  Blütezeit hatten sie jedoch erst im 20. Jahrhundert, als durch zwei Weltkriege auch die negativen Seiten von zunehmender Maschinisierung und Technisierung offenkundig wurden. Dystopien gehen davon aus, dass Utopien prinzipiell verwirklichbar sind, diese Realisierung aber mit fatalen Konsequenzen verbunden ist, die nicht intendiert waren. Ziel ist es, auf die schädlichen Folgen aufmerksam zu machen und auf diese Art Sozialkritik zu üben.[17] Von dieser Kritik ist auch der totalitarismustheoretische Utopiebegriff, der insbesondere von Karl Popper geprägt wurde, inspiriert. Popper wirft Utopien per se die Tendenz zum Totalitarismus vor, da Utopien immer gesamtgesellschaftliche Umgestaltungen voraussetzen (auch hier die Implikation, dass Verfasser ihre Utopien immer realisieren wollen). Da Menschen weder die Zukunft kennen noch komplexe Dinge (wie die gesamte Umgestaltung der Gesellschaft) planen können, haben Utopien immer negative Konsequenzen, die man erst in der Retrospektive erkennt. Des Weiteren führen Utopien zu Gewalt, da jeder, der von der bevorstehenden gesellschaftlichen Umwandlung nicht überzeugt ist, dazu gezwungen werden muss.[18] Der Sozialismus wird als solch eine totalitäre Utopie betrachtet und der Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 als symbolisches Ende der Utopien.[19]
Im Folgenden wird nun eine Definition von Utopie dargestellt, die nicht nur beide Lager der Utopieforschung zu versöhnen sucht, sondern gleichzeitig als weiteres Analyseinstrument dieser Hausarbeit dient. Der Politikwissenschaftler Thomas Schölderle plädiert in seiner Dissertation dafür, Morus‘ Idealtypus einer Utopie als Maßstab zu nehmen, aber auch die historischen Entwicklungen seither (andere Utopien und Ausdehnungen des Utopiebegriffs) nicht zu vernachlässigen. Anhand dieser Überlegung gliedert er Utopie letztlich in vier Kategorien: Form, Inhalt, Funktion und Intention. Jede dieser Kategorien hat konstitutive, typische und kontingente Elemente (wobei die kontingenten an dieser Stelle außer Acht gelassen werden).[20]
Konstitutiv für die Form einer Utopie sind die kontrafaktische Fiktion (Utopien sind erdacht, können aber Schnittmengen mit der Realität haben) und die Rückführbarkeit auf einen Text. Typisch hingegen ist die literarische Fiktion (auch nicht-literarische Fiktionen wie politische Theorien können utopisch sein). Konstitutiv für den Inhalt sind ein universelles soziopolitisches Gegenbild, Idealität (aber keine Begrenzung auf einen Idealstaat) und Rationalität. Typisch sind Isolation (bspw. eine Insel), Statik (kein Fortschritt mehr innerhalb der utopischen Gesellschaft) und homogener Kollektivismus. Konstitutiv für die Funktion von Utopien ist die kritische Zeitdiagnose, Wirklichkeitsrelativierung (der Status Quo ist nur eine unter mehreren Möglichkeiten) und das rationale Gedankenexperiment (baut auf absoluten Prinzipien wie Vernunft auf und liefert einen Maßstab zur Beurteilung der Gegenwart). Typisch ist die Belehrungs- und Bildungsfunktion. Konstitutiv für die Intention der Utopie sind Sozialkritik (um derart eine Verbesserung des Status Quo zu bewirken) und Normativität. Typisch sind der fehlende Realisierungswille und die Diskursorientierung (politische Diskussionen über Missstände anstelle von praktischen Reformen). Diese Katalogisierung mündet in folgender Definition: „Eine Utopie ist der meist literarisch verfasste, fiktionale Entwurf von idealtypisch und rational-experimentell konstruierten Institutionen oder Prinzipien eines Gemeinwesens, der den realhistorischen Verhältnissen in kritischer Intention gegenübergestellt und auf ein besseres Leben der Menschen gerichtet ist.“[21]. Anhand dieses Analysemusters soll im Folgenden die Frage beantwortet werden, ob der Anarchokapitalismus eine Utopie ist oder nicht.

3. Anarchokapitalismus: Grundlagen und Implikationen
Im Zentrum des Anarchokapitalismus steht das mit natürlichen Rechten versehene Individuum (dies bezieht sich auf die genuine, von Rothbard geprägte, Theorie; es gibt auch Ansätze, die individuelle Rechte anders begründen[22]). Das Naturrecht ist eine ethische Theorie, die davon ausgeht, dass der Mensch bestimmte objektive Rechte qua seiner Existenz besitzt. In dieser Hinsicht sind Menschen von Natur aus gleich: kein Individuum hat mehr Rechte als ein anderes. Das einzige Kriterium zur Beurteilung einer gültigen ethischen Theorie (wie der des Naturrechts) kann folglich nur die Universalität sein (andernfalls wären einige Wenige von Natur aus rechtlich privilegierter). Universalität bedeutet die Anwendbarkeit auf alle Menschen in allen Situationen unabhängig von Raum und Zeit[23]. Naturrechte werden nicht durch göttlichen Glauben legitimiert (so ein häufiger Vorwurf), sondern können rational aus der menschlichen Natur abgeleitet werden (Vernunftrecht).
John Locke, der erstmalig Naturrechte als Abwehrrechte gegen den Staat verstand, stellte fest, dass alle Rechte aus dem natürlichen Besitz an der eigenen Person und der eigenen Arbeit herrühren.[24] Rothbard leitete dann als erster beides rational aus der menschlichen Natur ab. Seine Methode war die Falsifikation aller denkbaren Alternativen. Das jeder Mensch von Natur aus sich selbst gehört, ist an sich offenkundig und soll an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden. Interessanter ist die Herleitung des Eigentums an der eigenen Arbeit. Angenommen ein Bildhauer fertigt mit seinen Werkzeugen eine Skulptur an. Es gibt nun drei Möglichkeiten, wem sie gehören kann: a) dem Bildhauer b) einer Gruppe von Menschen (die ihn folglich enteignen dürften) oder c) allen Menschen.[25] Alternative c) kann man außer Acht lassen, da eine Gesellschaft ohne Privateigentum nicht möglich ist und zugrunde gehen würde (es sei denn, durch ein Wunder der Natur wäre die Güterknappheit abgeschafft).[26] Das grundlegendste Argument gegen Alternative b) ist, dass eine Gruppe von Menschen in diesem Falle von Natur aus mehr Rechte hätte als andere. Dies läuft aber jedweder universellen Ethik zuwider und kann folglich kein natürlicher Zustand sein. Die logische Konsequenz ist, dass die Skulptur dem Bildhauer gehört. Gilt dies aber in dem Beispiel, so muss es auch in allen analogen Situationen gelten. Diese zwei natürlichen Rechte (Person und Arbeit) gelten als nicht verhandelbare und unwiderlegbare Axiome des Anarchokapitalismus.[27] Im Gegensatz zu jedwedem Herrschaftsverhältnis (das zwangsläufig Herrscher rechtlich privilegiert) sind sie als einziges universell anwendbar. Aus ihnen lässt sich nun logisch ableiten, dass jeder mit seinem Eigentum nach persönlichem Gutdünken verfahren kann (andernfalls hätte man kein vollständiges Eigentumsrecht). Die Frage, ob die Anwendung des Rechts (bspw. der Konsum von Drogen) moralisch oder unmoralisch ist, hat nichts mit der Frage zu tun, ob man prinzipiell ein Recht auf etwas hat oder nicht. Die individuelle Freiheit wird nur durch das Eigentum anderer Menschen begrenzt. Man hat nicht das Recht, Gewalt gegen das Eigentum anderer Menschen anzudrohen bzw. anzuwenden (Nichtaggressionsprinzip), außer es handelt sich um einen Verteidigungsfall (ohne ein Recht auf Verteidigung des Eigentums, hätte man wiederum kein vollständiges Recht). Jede zwischenmenschliche Interaktion muss folglich auf beidseitiger Freiwilligkeit basieren. Die Radikalität des von menschlicher Willkür unabhängigen Naturrechts besteht nun offenkundig darin, rational-objektive Normen an die Hand zu geben, die fortwährend als Maßstab an jedes menschliche Handeln, an jedes politische System, an jeden Rechtspositivismus, an jeden Status Quo und an jede Tradition angelegt werden können.
Beurteilt man nun den Status Quo (Existenz eines Staates) anhand dieser Kriterien, so muss der Staat per definitionem als ein institutionalisierter Aggressor gegen die Freiheit gelten, denn jeder Staat impliziert eine rechtliche Ungleichheit (Herrscher haben mehr Rechte als Untertanen), die einer universellen Ethik zuwiderläuft. In einem demokratischen System werden oftmals Wahlen als Legitimation angeführt. Doch man kann aus einem Wahlakt, der getätigt wird, damit man selbst auf Kosten anderer profitiert und nicht umgekehrt, sicherlich nicht die Befürwortung des Systems ableiten. Analog dazu kann man daraus, dass ein Soldat im Krieg tötet, um zu überleben, auch nicht ableiten, dass er den Krieg befürwortet.[28] Doch angenommen Wahlen legitimierten den Staat, wie könnten Wähler anderen Menschen Rechte verleihen, über die sie selbst nicht verfügen? Die Grundlage jedes Staates bilden Steuern. Steuern sind aber nichts anderes als Diebstahl im großen Ausmaß (institutionalisierte Aggression), da sie eben nicht auf Freiwilligkeit beruhen. Es spielt keine Rolle, ob das Eigentum von einem Individuum oder einem Kollektiv verletzt wird. Auch Staaten dürfen nicht rauben oder morden (es ist unerklärlich warum der Staat privaten Diebstahl verbietet, sich selbst an diese Regelung aber nicht zu halten hat). Der Soziologe Franz Oppenheimer bezeichnet den Vermögenserwerb durch parasitäre Enteignung, der nur dem Staat möglich ist, als politisches Mittel. Dem steht der Vermögenserwerb durch freiwilligen Tausch (freier Markt) gegenüber, das ökonomische Mittel.[29] Doch nicht nur die Grundlage des Staates ist illegitim (der Jurist Randy E. Barnett spricht vom Staat als einem rechtswidrigen System, da er formal und inhaltlich seinen eigenen Gesetzen nicht gehorchen kann[30]), sondern auch Regulierungen, die es innerhalb seines (unrechtmäßigen[31]) Territorialmonopols erlässt. Als Beispiele seien die Wehrpflicht (bei nüchterner Betrachtung nichts anderes als Kidnapping), der Versicherungszwang oder das Verbot von Konkurrenz (bei sogenannten öffentlichen Gütern wie Recht) genannt. Doch wenn der Staat anhand rational-objektiver Kriterien als „Mafia“[32] (Rothbard) gilt, wie kann er trotzdem seine Herrschaft in der Bevölkerung durchsetzen?[33]
Gemäß dem Juristen Étienne de La Boétie, der bereits im 16. Jahrhundert die Grundlagen jeder Herrschaft herausarbeitete, baut Herrschaft immer auf mehrheitlicher Akzeptanz auf (passive Resignation reicht auch).[34] Hat sich ein Staat (entweder durch Betrug oder Gewalt) etabliert, greift bald die Macht der Gewohnheit („[…] aber die, welche später kommen und die Freiheit nie gesehen haben […], dienen ohne Bedauern und tun gern, was ihre Vorgänger gezwungen getan hatten.“[35]). Um die Gewohnheit und den Schein der Legitimität (der Staat handle im Namen des öffentlichen Wohls und könne dieses als einziger garantieren) zu erhalten, wird die Bevölkerung beeinflusst. Wo früher Brot und Spiele ausreichten, ist heute bspw. ein ausgeklügeltes System der Günstlingswirtschaft (Korporatismus). Der Staat lässt einen Teil der Beraubten derart wiederum an der Beute teilhaben. Er ist ganz offenkundig eine unsoziale Einrichtung, da Menschen mit dem größten Einfluss auf den Staat auf Kosten derjenigen mit weniger Einfluss profitieren (Bastiat: „Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben.“[36]). Ein weiteres wichtiges Instrument der modernen Indoktrination ist das staatliche Bildungsmonopol. Einerseits der Schulzwang (der sicherstellen soll, dass leichtgläubige Kinder sich der Manipulation nicht entziehen können) und andererseits die Subventionierung des Universitätswesens (da Intellektuelle auf einem freien Markt der Nachfrage ihrer Mitmenschen unterworfen wären, müssten sich viele vermutlich eine neue Arbeit suchen; der Staat bietet ihnen für ihre nicht nachgefragte Arbeit ein sicheres Einkommen und im Gegenzug agitieren sie für die Notwendigkeit des Staates bzw. üben keine Fundamentalkritik[37]; auch die Deklarierung von Werturteilsfreiheit, die zwangsläufig den Status Quo legitimiert, als vermeintlich wissenschaftliches Gebot kann als solch eine Agitation verstanden werden). Anarchokapitalisten plädieren u.a. aufgrund der obigen Argumente für eine Abschaffung des Staates und für eine Substitution durch den freien Markt. Anarchokapitalisten verkennen dabei nicht die Tatsache, dass der Staat notwendige Güter anbietet (Recht, Schulen, Straßen etc.), sie argumentieren nur anhand logischer Deduktionen, dass der Staat (bzw. ein Monopolist) diese Güter immer ineffizient anbieten muss und, dass nur ein freier Markt für die bestmögliche Allokation (bei gleichzeitig höchster Qualität und niedrigsten Preisen) sorgen kann.
Der (freie) Markt ist an sich eine natürliche Begebenheit und baut auf der Anerkennung des Eigentums auf. Es gibt keinen (intervenierenden) Staat (Subventionen, Zölle, Bankenrettungen etc.) und in der Folge gäbe es auch kein öffentliches Eigentum, sondern alles wäre privatisiert. Auf einem freien Markt müssen ökonomische Güter (entweder materielle Waren oder immaterielle Dienstleistungen) freiwillig ausgetauscht werden. Durch die beidseitige Freiwilligkeit ist gewährleistet, dass es nur Profiteure gibt, denn würde sich eine Seite vom Tausch keinen Nutzen erhoffen, würde er ihm nicht zustimmen (natürlich kann ein Tausch sich im Nachhinein als unökonomisch erweisen). Die Gesamtheit dieser freiwilligen Transaktionen nennt man den freien Markt.[38] Die entscheidenden Mechanismen auf jedem Markt sind Angebot und subjektive Wertschätzung der Individuen (Wert, den man einem Gut bezüglich der Bedürfnisbefriedigung beimisst; Nachfrage) bzw. der daraus resultierende Preismechanismus (jede staatliche Intervention verfälscht Preise, die Indikatoren für Güterknappheit sind, und führt seinerseits zu einer Verknappung). In Kurzform: a) gegeben ist das Angebot eines Gutes: steigt die subjektive Wertschätzung (Nachfrage), steigt auch der Preis; fällt sie, fällt folglich der Preis und b) gegeben ist die subjektive Wertschätzung: steigt das Angebot eines Gutes, dann sinkt die subjektive Wertschätzung und in folglich der Preis; sinkt das Angebot, dann steigt die subjektive Wertschätzung und auch der Preis. Man kann leicht erkennen, dass der einzige Weg zum Profit auf einem freien Markt darin besteht, etwas anzubieten, was den Mitmenschen in ihrer Bedürfnisbefriedigung dienlich ist. Derart entsteht unternehmerische Konkurrenz um die bestmögliche Bedürfnisbefriedigung (denn nur so kann man Geld verdienen). Je höher die Konkurrenz desto höher ist auch die Qualität eines Gutes (bei ständig sinkenden Preisen). Der Markt reguliert sich dahingehend selbst, dass all diejenigen Unternehmer, die ihren Mitmenschen nichts für ihre Bedürfnisbefriedigung dienliches anbieten, ausgeschieden werden (indem sie keine Kunden finden). Es ist nicht logisch ersichtlich, warum dieses Prinzip sozialer Kooperation zwischen Unternehmern und Kunden bei öffentlichen Gütern (wie Recht, Schulen etc.) nicht greifen sollte. Die vermeintliche Notwendigkeit des Staates im Anbieten öffentlicher Güter basiert, der Österreichischen Schule zufolge, insbesondere auf einer falschen statischen Gleichgewichtstheorie, die fatale Folgen hat.[39] Der Markt muss vielmehr als ein dynamischer und evolutorischer Prozess verstanden werden. Mit jedem Gut auf einem freien Markt gehen Anreize für Unternehmer einher, etwaige Probleme zu lösen und das Gut ökonomischer anzubieten (das Streben nach Profit führt in der Folge zu der bestmöglichen Versorgung der Gesellschaft). Dieser Mechanismus ist freilich nur möglich, wenn es einerseits Privateigentum gibt und andererseits der Unternehmer die Gewinne einstreichen kann (bei Kollektiveigentum gäbe es keinen Anreiz für Verbesserungen). Eben dieser unternehmerische Prozess wird aber durch das staatliche Monopol an öffentlichen Gütern gewaltsam verhindert und führt daher logisch immer zu Ineffizienz und Mangel in der Gesellschaft.[40]
Leider kann an dieser Stelle nicht auf das Argument eingegangen werden, demzufolge der Staat notwendig ist, um a) einen rechtlichen Rahmen für den Markt zu setzen, b) um Rechte zu gewährleisten und c) um Rechte durchzusetzen.            Aus anarchokapitalistischer Sicht können auch diese Aufgaben wesentlich effizienter vom freien Markt erfüllt werden.[41]

4. Ist der Anarchokapitalismus eine Utopie?
Nachdem nun einerseits, in Anlehnung an Thomas Schölderle, der Utopiebegriff definiert und andererseits der Anarchokapitalismus in seinen Grundzügen skizziert wurde, besteht die abschließende Aufgabe darin, die Utopiedefinition an die anarchokapitalistische Theorie anzulegen.
Konstitutiv für die Form einer Utopie sind die kontrafaktische Fiktion und die Rückführbarkeit auf einen Text; typisch ist die literarische Fiktion. Der Anarchokapitalismus beschreibt zwar einen fiktiven Gesellschaftszustand (der in seiner Reinform bisher in keiner Gesellschaft existierte und somit kontrafaktisch ist), aber dieser ist nach eigenem Selbstverständnis nicht erdacht (wie bspw. Morus Utopia), sondern anhand logischer Deduktionen aus der menschlichen Natur abgeleitet und in diesem Sinne entdeckt (das Selbstverständnis spielt für Außenstehende jedoch kaum eine Rolle). Der Anarchokapitalismus lässt sich auf viele Texte zurückführen und obwohl einige davon zentral sind, gibt es nicht so etwas wie ein Hauptbuch.[42] Jene Texte sind an sich alle rein theoretischer Natur, dennoch gab es auch Versuche den Anarchokapitalismus in ein literarisches Gewand zu kleiden.[43]
Konstitutiv für den Inhalt einer Utopie sind ein universales soziopolitisches Gegenbild, Idealität und Rationalität; typisch sind Isolation, Statik und homogener Kollektivismus. Der Anarchokapitalismus entwirft ein universales Gegenbild zum Status Quo, in dem der freie Markt als Lösung für gesellschaftliche Probleme fungiert (so gibt es zu jedem Aspekt staatlicher Tätigkeit, bspw. Straßenbau, Umweltschutz, Copyright und Patentrechte, eine anarchokapitalistische Analyse sowie eine mögliche Alternative). Die staatsfreie Gesellschaft gilt als natürlicher und idealer Zustand (in dem Sinne, dass er dem Menschen die größtmögliche individuelle Entfaltung und Freiheit bietet; nicht in dem Sinne, dass es kein Verbrecher etc. mehr gibt). Die anarchokapitalistische Gesellschaft wird durch streng rationalistisch-logische Deduktionen begründet, die einen Anspruch auf Unwiderlegbarkeit haben. Der Anarchokapitalismus ist nicht isolationistisch, sondern setzt vielmehr auf eine Internationalisierung des freien Marktes und auf globale Arbeitsteilung (auch wenn sich Individuen natürlich freiwillig zusammenschließen können, um derart einer autarken Lebensweise zu frönen, welche jedoch notwendig unproduktiv(er) ist). Auch gesellschaftliche Statik wird als Chimäre abgelehnt und die Betonung dynamisch-evolutorischer Gesellschaftsprozesse steht im Vordergrund. Der Anarchokapitalismus steht homogenen Kollektivismus diametral gegenüber. Er betont die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Menschen. Diese Heterogenität darf aber eben nicht als Grund für rechtliche Diskriminierung herhalten, wie dies bspw. bei staatlicher Umverteilung der Fall ist (der einzige Weg, ungleiche Menschen gleich zu machen, besteht darin, sie ungleich zu behandeln[44]). Anarchokapitalisten sind nicht an sich gegen Kollektive (solange sie auf Freiwilligkeit basieren und niemand zum Beitritt gezwungen wird), sondern gegen den Gedanken, dass Kollektive gewaltsam in die natürliche Freiheit der Individuen eingreifen dürfen.
Konstitutiv für die Funktion einer Utopie sind die kritische Zeitdiagnose, Wirklichkeitsrelativierung und das rationale Gedankenexperiment; typisch ist die Belehrungs- und Bildungsfunktion. Die anarchokapitalistische Theorie setzt auf eine präzise Analyse der Defizite des Status Quo, um diesen dann die freie Gesellschaft gegenüberzustellen. Derart wird nicht nur die eigene Zeit kritisch hinterfragt, sondern auch deren Relativität zur Schau gestellt (Bewusstmachung, dass der Staat nur eine historische Möglichkeit darstellt). Wie bereits oben erwähnt, ist der Anarchokapitalismus seinem Selbstverständnis nach zwar rational (baut auf der menschlichen Vernunft auf), aber eben kein Gedankenexperiment, das lediglich einen Maßstab zur Beurteilung der Gegenwart liefern soll. Der Anarchokapitalismus versteht sich als logische Konsequenz der menschlichen Vernunft (wie oben auch erwähnt, spielt das Selbstverständnis für Außenstehende eine geringe Rolle). Anarchokapitalisten nehmen im höchsten Maße eine belehrende und bildende Position ein, denn gemäß der eigenen Axiome (Nichtaggressionsprinzip) kann nur Aufklärung, niemals aber Gewalt als Überzeugungsmittel gelten.
Konstitutiv für die Intention einer  Utopie sind Sozialkritik und Normativität; typisch sind der fehlende Realisierungswille und die Diskursorientierung. Es dürfte offenkundig sein, dass die Intention des Anarchokapitalismus nicht bloß Sozialkritik ist, sondern, dass ihm auch ein kompromissloser Wille zur Realisierung inhärent ist (kompromisslos in dem Sinne, dass es niemals Konzessionen zuungunsten der Freiheit geben kann). Die Argumentation ist zumindest aus philosophischer Sicht immer normativ (auch wenn diese Normen als natürlich-rational und unabhängig von menschlicher Willkür gelten). Anarchokapitalisten sind selbstredend auch an einem Diskurs orientiert, nur soll die gesellschaftliche Veränderung darüber hinausgehen.
Fasst man nun das Ergebnis dieser Analyse zusammen, so kann man zu Recht sagen, dass der Anarchokapitalismus, gemessen an den konstitutiven Elementen von Schölderles Definition, eine Utopie ist. Er beinhaltet sowohl formal, inhaltlich, funktional als auch intentional alle Elemente, die eine Utopie ausmachen. Betrachtet man hingegen die typischen Merkmale, so weicht der Anarchokapitalismus stark von anderen Utopien ab. Die einzigen typischen Elemente, die der Anarchokapitalismus enthält, sind die Belehrungs- und Bildungsfunktion sowie die (eingeschränkte) Diskursorientierung.

5. Fazit
Wir haben dargelegt, dass die Bedeutung des Wortes Utopie umkämpft ist und, dass es in der Geschichte unterschiedliche Definitionsversuche gab. Eine sinnvolle Definition darf einerseits zwar diese geschichtlichen Entwicklungen nicht vernachlässigen, sich aber andererseits auch nicht gänzlich vom utopischen Idealtypus entfernen. Eine Synthese bietet der Politikwissenschaftler Thomas Schölderle an, der Utopien einerseits in Form, Inhalt, Funktion und Intention aufteilt und andererseits diese Kategorisierungen anhand konstitutiver, typischer und kontingenter Elemente charakterisiert. Die derart gewonnene Utopiedefinition wurde auf den Anarchokapitalismus angewandt. Der Anarchokapitalismus ist eine politische Theorie, die auf den natürlichen Rechten jedes Menschen aufbaut. Diese Rechte dürfen weder von einem Individuum noch von einem Kollektiv wie dem Staat verletzt werden. Da der Staat aber per definitionem auf den Naturrechten herumtrampelt, plädieren Anarchokapitalisten für eine Abschaffung desselben. An seine Stelle soll der freie Markt treten, der auf freiwilligen Transaktionen beruht und für eine bestmögliche Güterallokation sorgt. Bei der Untersuchung der anarchokapitalistischen Theorie anhand von Schölderles Analyseraster haben wir festgestellt, dass der Anarchokapitalismus alle wesentlichen Merkmale einer Utopie hat, aber kaum Elemente beinhaltet, die für Utopien typisch sind. Wir können also sagen, dass der Anarchokapitalismus (gemessen an Schölderles Maßstab) eine Utopie ist. Ob der Anarchokapitalismus eine Utopie im Sinne der heutigen negativen Konnotation, also eine unrealisierbare Illusion ist, darüber kann und soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden.
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[1] Die beste deutsche Einführung ist Rothbard, Murray N.: Die Ethik der Freiheit (= Klassiker der Freiheit, Bd. 4), Sankt Augustin 2006.

[2] Vgl. Schölderle, Thomas: Utopia und Utopie. Thomas Morus, die Geschichte der Utopie und die Kontroverse um ihren Begriff, Baden-Baden 2011, S. 18.

[3] Elias, Norbert: Thomas Morus‘ Staatskritik. Mit Überlegungen zur Bestimmung des Begriffs Utopie, in: Voßkamp, Wilhelm (Hrsg.): Utopieforschung. Interdisziplinäre Studien zur neuzeitlichen Utopie, Bd. 2, Stuttgart 1982, S. 101-150, hier S. 101.

[4] Vgl. Claeys, Gregory: Ideale Welten. Die Geschichte der Utopie, Darmstadt 2011, S. 16-44 und S. 58-70.

[5] Vgl. Schölderle, Utopia, S. 185-187.

[6] Vgl. ebd., S. 15-17.

[7] Vgl. Saage, Richard: Wie zukunftsfähig ist der klassische Utopiebegriff?, in: UTOPIE kreativ 14 (2004), H. 165/166, S. 617-636.

[8] Koselleck, Reinhart: Begriffsgeschichten, Frankfurt 2006, S. 252.

[9] Vgl. ebd., S. 260-264.

[10] Vgl. Nipperdey, Thomas: Die Funktion der Utopie im politischen Denken der Neuzeit, in: Archiv für Kulturgeschichte 59 (1962), H. 44, S. 357-379.

[11] Vgl. Schölderle, Utopia, S. 20-21.

[12] Vgl. Schölderle, Thomas: Rezension zu Utopisches Denken im historischen Prozess (von Richard Saage),
< http://www.socialnet.de/rezensionen/4010.php> am 12.03.2012.

[13] Schölderle, Utopia, S. 29.

[14] Vgl. Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Frankfurt am Main 1965, S. 169-184.

[15] Vgl. Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt am Main, 1985, S. 1-17.

[16] Vgl. Herzhoff, Simon: Rezension zu Utopia und Utopie (von Thomas Schölderle), am 10.03.2012.

[17] Vgl. Koselleck, Begriffsgeschichten, S. 266-267.

[18] Vgl. Popper, Karl: Utopie und Gewalt, in: Neusüss, Arnhelm (Hrsg.): Utopie. Begriff und Phänomen des Utopischen, Darmstadt und Berlin 1968, S. 313-326.

[19] Vgl. exemplarisch Fest, Joachim: Der zerstörte Traum. Vom Ende des utopischen Zeitalters, Berlin 1991.

[20] Vgl. Schölderle, Utopia, S. 431-481.

[21] Ebd., S. 481.

[22] Vgl. insbesondere Friedman, David D.: Das Räderwerk der Freiheit. Für einen radikalen Kapitalismus, Grevenbroich 2003.

[23] Zur Problematik von Extremsituationen vgl. Rothbard, Ethik, S. 159-164.

[24] Vgl. Bouillon, Hardy: John Locke (= Denker der Freiheit, Bd. 1), Sankt Augustin 1997, S. 16-24.

[25] Die philosophische Spielerei, dass keiner keinem gehört, bleibt unbeachtet.

[26] Vgl. Menger, Carl: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre, Tübingen 1968, S. 51-70.

[27] Vgl. Blankertz, Stefan: Was hat es mit dem Naturrecht auf sich?, in: eigentümlich frei 2 (1999), H. 6, S. 194 und Hoppe, Hans-Hermann: The Economics and Ethics of Private Property, Auburn 2006, S. 265-399.

[28] Vgl. Spooner, Lysander: No Treason. The Constitution of No Authority, Colorado Springs 1973, S. 15.

[29] Vgl. Oppenheimer, Franz: Der Staat, Berlin 1990, S. 19-21.

[30] Vgl. Barnett, Randy E.: Fuller, Law, and Anarchism, in: The Libertarian Forum 9 (1976), H. 2, S.5-7.

[31] Vgl. Locke, John: Zwei Abhandlungen über die Regierung, Frankfurt am Main 1977, S. 215-231.

[32] Rothbard, Ethik, S. 175.

[33] Vgl. Rothbard, Murray N.: Anatomy of the State, Auburn 2009.

[34] Vgl. Boétie, Étienne de la: Von der freiwilligen Knechtschaft, Frankfurt 2009, S. 21-61.

[35] Ebd., S. 35.

[36] Bastiat, Frédéric: Der Staat, in: Diem, Claus und Marianne (Hrsg.): Der Staat – die große Fiktion. Ein Claude-Frédéric-Bastiat-Brevier, Thun 2001, S. 61-73, hier S. 64.

[37] Vgl. Hoppe, Hans-Hermann: Rohtbardian Ethics, am 10.03.2012.

[38] Vgl. Rothbard, Murray N.: What is the Free Market?, in: Henderson, David (Hrsg.): The Fortune Encyclopedia of Economics, New York 1993, S. 636-639.

[39] Vgl. Hülsmann, Jörg Guido: A Realist Approach to Equilibrium Analysis, in: The Quarterly Journal of Austrian Economics 3 (2000), H. 4, S. 3-51.

[40] Vgl. Soto, Jesus Huerta de: Classical Liberalism versus Anarchocapitalism, in: Hülsmann, Jörg Guido u.a. (Hrsg.): Property, Freedom, and Society. Essays in Honor of Hans-Hermann Hoppe, Auburn 2009, S. 161-179.

[41] Siehe hierzu Rothbard, Murray N.: For a New Liberty, Auburn 2006; Benson, Bruce L.: The Enterprise of Law. Justice Without the State, San Francisco 1990; Murphy, Robert P.: Chaos Theory. Two Essays on Market Anarchy, Auburn 2010 sowie Tannehill, Morris u. Linda: The Market for Liberty, Lansing 1970.

[42] Am ehesten wohl das tausendseitige Werk Rothbard, Murray N.: Man, Economy, and State. A Treatise on Economic Principles, Auburn 2001.

[43] Vgl. bspw. Heinlein, Robert A.: Revolte auf Luna, München 1978.

[44] Vgl. Hayek, Friedrich August von: Argumente gegen die Verteilungsgerechtigkeit, in: Hoerster, Norbert (Hrsg.): Recht und Moral. Texte zur Rechtsphilosophie, Stuttgart 2002, S. 177-197.

Kommentare:

  1. Nur eines.

    Mehr Absätze, viel mehr Absätze - das kann ja kein Mensch lesen - und ich habe auch weite Teile nur überflogen.

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  2. Jonathan Danubio30. März 2012 um 00:47

    @ Anonym: Bei folgenden universitären Vorgaben (1,5-Zeilenabstand, links 4cm und rechts 2cm Rand) bleibt nun ehrlich gesagt kaum Platz für sehr viele Absätze, wenn man auch noch Gedanken formulieren möchte.

    Habe nicht weiter drüber nachgedacht und die Formatierung beibehalten. Danke für den Hinweis.

    Gruß

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  3. Danke für den Beitrag. Leider bin ich auch einer dieser Liberalen, der an so was wie eine freie Gesellschaft glaubt. Wahrscheinlich werde ich so ein Modell niemals erleben, obschon ich mir vorstellen kann, dass zumindest für einen Teil der Ideen eine grosse Masse begeistert werden könnte. Aber dass kann noch ewig dauern. Dann träume ich halt weiter, von der Freiheit, von Utopia...

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  4. "Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen."

    Friedrich Schiller (1759 – 1805)

    "Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte. Eine „freie Wirtschaft“ hat es im Liberalkapitalismus in Wahrheit nie gegeben, sondern nur eine vermachtete Wirtschaft: vermachtet durch Privatmonopole, durch den privaten Monopolbesitz von Grund und Boden und den Rohstoffen, durch das Geld- und Bodenmonopol, durch die Bildung von Syndikaten, Kartellen und Trusts. An die Stelle einer freien Konkurrenzwirtschaft trat die Herrschaft privater Wirtschaftsmächte, die durch ihre Maßnahmen weitgehend auch die Höhe von Preisen, Löhnen und Zinsen und damit das Wirtschaftsgeschehen insgesamt nach ihren Interessen bestimmen konnten.
    Die sozialistischen Bestrebungen laufen darauf hinaus, die liberalkapitalistische durch eine zentralgeleitete Wirtschaft, also die private durch eine staatliche Vermachtung und die Privatmonopole durch Staatsmonopole zu ersetzen. Das bedeutet nichts anderes, als dass die vielen erbarmungslosen Wirtschaftsdiktatoren, die sich immerhin noch durch einen letzten Rest von Konkurrenz gegenseitig in ihrer Macht beschränken, durch einen einzigen, ebenso erbarmungslosen, aber völlig unbeschränkten Wirtschaftsdiktator in Gestalt des Staates abgelöst werden. Dadurch kann sich die Lage der arbeitenden Menschen nur noch hoffnungslos verschlimmern, wie mannigfache geschichtliche Erfahrungen hinlänglich bestätigen."

    Dr. Ernst Winkler ("Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung", 1952)

    Damit auch die Mehrheit endlich begreift, was einzelne Denker immer schon vorher wussten, bedarf es der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion". Denn mit einem hatte Karl Marx Recht, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war: Die Religion ist das "Opium des Volkes". Doch der "Unglaube" ist gegenüber dieser schlimmsten aller Drogen wirkungslos, weil Gott existiert – als ein Programm im Unterbewusstsein. Auf subtile Weise steuert "Gott" unser Verhalten, unsere tiefsten Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste, ohne dass wir bisher eine Möglichkeit hatten, uns dieser Beeinflussung zu entziehen. Solange wir das "Programm Genesis" nicht erkannt und verstanden haben, sind wir Untertanen eines vor über drei Jahrtausenden programmierten Hirngespinstes, ob wir wollen oder nicht:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

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  5. Vorschlag:

    "Es spielt keine Rolle, ob das Eigentum von einem Individuum oder einem Kollektiv verletzt wird"

    ersetzen durch:

    "Es spielt keine Rolle, ob das Eigentum durch ein Individuum oder ein Kollektiv verletzt wird"

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