Dienstag, 24. Januar 2012

Gedanken zur Legalisierung von Drogen

von Jonathan Danubio
Legalisierung von Drogen? Drogen sind böse. Drogen sind schlecht. Drogen können Menschen töten und sollten daher verboten werden. All dies mag stimmen, doch auch Autos oder Alkohol können Menschen töten. Halten wir beides daher für böse und schlecht bzw. sollte beides verboten werden? Der Anarchokapitalist Murray N. Rothbard hat oft genug auf die Differenzierung von Recht und Moral hingewiesen. Ob ein Mensch ein Recht auf etwas hat, ist von der Frage, ob die Anwendung dieses Rechts moralisch oder unmoralisch ist, strikt zu trennen. Wir möchten uns im Folgenden mit der Frage beschäftigen, ob der Mensch ein Recht auf Drogen (sprich Drogenkonsum) hat, ganz unabhängig davon, ob wir diesen Konsum nun wünschens- oder verachtenswert finden. 
Konversationen zwischen drogenabhängigen Jugendlichen und ihren besorgten Eltern in Filmen kulminieren meist darin, dass der Drogenabhängige „Es ist doch aber mein Körper und mein Leben“ schreit und die Eltern resigniert zu Boden schauen und „Du bist doch aber unser Kind“ antworten. Natürlich sind Sorge der Eltern und die guten Ratschläge verständlich, doch der jugendliche Junkie hat Recht: es ist sein Körper.
Eines der zwei Axiome des Anarchokapitalismus lautet, dass jeder Mensch das vollständige Eigentum an seinem Körper hat, sprich: jeder kann mit seinem Körper (was seine Gesundheit etc. impliziert) machen, was er möchte. Das heißt, jeder Mensch hat das Recht Drogen zu nehmen und Zigaretten zu rauchen, genauso wie er das Recht hat Schweinefleisch zu essen und Bionade zu trinken. Wenn er ein Recht darauf hat, so darf er all dies auch jederzeit unterlassen, denn das bedeutet Recht: man kann es anwenden, muss aber nicht. Würden wir Rechte mit Pflichten gleichsetzen, wie es im Marxismus der Fall ist, so würde es keine Rechte geben, weil eben keine Möglichkeit bestünde, Rechte NICHT wahrzunehmen. Man kann nicht behaupten, dass jeder Mensch sich selbst gehört, und im gleichen Atemzug für ein Verbot von Drogen einstehen. Denn wenn wir beispielsweise das Recht auf Drogenkonsum nicht haben, so haben wir auch ganz offenkundig kein vollständiges Eigentumsrecht an uns selbst, denn ein Teilaspekt bleibt uns verwehrt. Mit anderen Worten: jemand anders hat anscheinend mehr Rechte als wir, denn er darf über unseren Körper bestimmen. 
Dies läuft dem Grundsatz zuwider, dass alle Menschen an Rechten gleich geboren werden. Kein Mensch hat mehr Rechte als ein anderer. In unserem Fall ist jemand mit mehr Rechten natürlich der Staat. Wo der besorgte Vater im Film zu flehenden Bitten greift, greift der Staat rigoros zu Verboten. Dem Staat wird also das (illegitime) Recht zugesprochen, über unseren Körper zu verfügen. Er weiß also besser, was gut für uns ist, als wir es selbst tun. Natürlich können Drogen schlimme Folgen haben, aber das können Spaziergänge auch. Der Punkt ist, dass der Staat kein Recht hat, Menschen eine bestimmte (Mehrheits-)Moral aufzuzwingen (ganz abgesehen davon, dass der Staat kein legitimes Recht zu irgendetwas hat). 
In einer Fernsehdebatte antwortete der amerikanische Präsidentschaftskandidat Ron Paul auf die Frage, warum er für eine Legalisierung von Drogen sei, sinngemäß, dass der Mensch eben keine Instanz brauche, die ihm erzähle, dass Drogen schlecht seien, denn das wisse er von allein. Es sei daher auch unsinnig anzunehmen, dass mehr Menschen drogenabhängig werden würden, wenn der Staat von heute auf morgen nicht mehr existiere. Wenn wir bisher festgestellt haben, dass Drogenkonsum legitim ist (unabhängig davon, was die positiven Gesetze des Staates behaupten), dann heißt dies auch, dass der Handel mit Drogen gleichfalls legitim ist.
Auf die ökonomischen Folgen einer Legalisierung von Drogen soll jetzt nicht näher eingegangen werden. Nur so viel: die Arbeitslosigkeit würde aufgrund der neu entstanden Arbeitsplätze sinken; der gesellschaftliche Wohlstand würde durch den neuen Wirtschaftszweig steigen; Drogenmafias würden auseinander fallen, da ihnen nun die finanzielle Grundlage größtenteils entzogen wären; die Gefahr, dass Junkies an gepunchten Drogen sterben, wäre durch die Qualitätskonkurrenz geringer. All diese Argumente überzeugen Sittenwächter und Sozialingenieure natürlich nicht. Argumente werden vielmehr als metaphysische Spekulationen abgetan. 
Daher abschließend noch ein ökonomisches Schmankerl für alle selbsternannten Weltverbesserer, die der Gesellschaft unbedingt ihre Moral aufoktroyieren wollen: Oft sieht man im Fernsehen oder hört man im Radio, dass von der Polizei ein großes Drogendepot hochgenommen wurde. Ob das in Deutschland oder in Kolumbien der Fall ist, spielt keine Rolle. Diese Drogenbeschlagnahmung wird dann als Erfolg verbucht. Doch was heißt es, wenn Drogen vom Markt genommen werden? Das Angebot an Drogen sinkt, die Nachfrage der Junkies bleibt gleich = die Preise für Drogen steigen. Wenn aber die Preise für Drogen steigen, der Konsum der Junkies aber gleichbleibt, so steigt die Beschaffungskriminalität durch die Junkies, bei gleichbleibenden Ausbleiben anderer Investitionen auf Seiten der Junkies. Die Einnahmen der Drogendealer oder Mafias fließen, wie in Kolumbien, meist in die Bewaffnung, bei einer Legalisierung der Drogen würden diese Banden hingegen vom Markt verschwinden. Mit anderen Worten: je härter der Kampf gegen Drogen, desto verlockender ist für die verbleibenden Anbieter der Drogenhandel. Wir sehen: der Kampf gegen Drogen bringt nichts.

Kommentare:

  1. "Doch was heißt es, wenn Drogen vom Markt genommen werden? Das Angebot an Drogen sinkt, die Nachfrage der Junkies bleibt gleich = die Preise für Drogen steigen. Wenn aber die Preise für Drogen steigen, so auch die Einnahmen der Drogendealer oder Mafias, die das Mehr an Geld, wie in Kolumbien, meist in die Bewaffnung investieren. Mit anderen Worten: je härter der Kampf gegen Drogen, desto verlockender ist für die verbleibenden Anbieter der Drogenhandel."

    Offenbar verstehen die Drogenhändler diese ökonomischen Zusammenhänge nicht, sonst würden sie ja selber ihre Ware wegwerfen und steinreich werden, weil die Preise steigen. Dasselbe würden natürlich auch die Gemüse-, Auto- und alle anderen Händler mit ihrer Ware tun.

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  2. Also ist ist doch klar das ein knappes Gut teurer ist als eins das im Überfluss vorhanden ist.

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  3. Schweizer Ökonom24. Januar 2012 um 15:38

    Hier wurde tatsächlich eine kleine ökonomische Fehlinterpretation gemacht. Die Preise für Drogen steigen tatsächlich, da das Angebot zurückgeht. Ob die Produzentenrente der Drogenhändler jedoch steigt, hängt von den Elastizitätten von Angebot und Nachfrage ab.
    Und zur Bemerkung von Herrn Wille: Da es im Drogenhandel ja kein Monopol gibt, könnte so ein Verhalten kollektiv für die Drogenhändler tatsächlich u.U. lohnend sein (der Monopolist maximiert ja die Produzentenrente, gegeben die Elastizitäten), jedoch wäre es für den einzelnen Drogenproduzenten individuell rational, von solch einer Vereinbarun abzuweichen, und mehr zu produzieren.

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  4. Danke für den Hinweis, die gemachte Fehlinterpretation wird umgehend korrigiert!

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  5. Schon Ludwig von Mises lehrte uns, warum die persönliche Freiheit vehement verteidigt werden muss.

    "Nehmen wir einmal an, es sei gut, den Menschen zu verbieten, sich durch
    übermäßiges Rauchen oder Trinken selbst zu schaden. Aber hat man einem
    solchen Verbot erst einmal stattgegeben, werden andere kommen und sagen:
    Ist der Körper alles? Ist nicht der menschliche Geist viel wichtiger? Ist
    nicht der Geist das eigentlich menschliche an uns, die einzige wirklich
    menschliche Qualität? Wenn man der Regierung das Recht zugesteht, über den
    Verbrauch des menschlichen Körpers zu entscheiden, nämlich, ob man rauchen
    oder nicht rauchen, trinken oder nicht trinken soll, dann ist es schwer,
    den Leuten eine richtige Antwort zu geben, die behaupten: Der Geist und
    die Seele sind viel wichtiger als der Körper, und der Mensch schadet sich
    weit mehr, wenn er schlechte Bücher liest oder schlechte Musik hört und
    sich schlechte Filme ansieht. Es ist deshalb Pflicht der Regierung, die
    Menschen davon abzuhalten, diese Fehler zu begehen.
    Wie Sie wissen, haben Regierungen und Behörden viele Jahrhunderte lang
    gegblaubt, dass das wirklich ihre Aufgabe sei. Dies geschah keineswegs nur
    in früheren Zeiten. Vor nicht allzu langer Zeit gabe es in Deutschland
    eine Regierung, die es als ihre Pflicht ansah, zwischen guter und
    schlechter Malerei zu unterscheiden. Was gut oder schlecht war. entschied
    ein Mann, der in seiner Jugend die Zulassungsprüfung für die Kunstakademie
    in Wien nicht bestanden hatte und sein Leben mit dem Malen von Postkarten
    fristete. Was gut oder schlecht war, entschied also ein Postkartenmaler.
    Und wer andere Ansichten über Kunst und Malerei äußerte als der oberste
    Führer, machte sich strafbar."

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  6. jeder sollte rauchen, saufen, fixen, koksen und seinen körper schädigen können - richtig!!! aber wie sieht es mit den folgen aus? die kosten der schädigung trägt nicht nur der freie libertäre kokser mit dem verlust von gesundheit, die kosten trägt die krankenversicherung und somit alle beitragszahler, egal ob libertär oder sozialistisch ... wo bleibt da die eigenverantwortung, wenn ich die folgen MEINES handelns bewußt auf die gemeinschaft abwälze?

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  7. Wenn niemand gezwungen wird, Mitglied einer Krankenversicherung zu sein und niemand gezwungen wird, jemanden zu versichern, sehe ich kein Problem und keine Möglichkeit, Kosten auf andere abzuwälzen.

    Solange aber Versicherungszwang besteht, kann von einem bewußten Abwälzen von Kosten durch den (warum auch immer) erkrankten Beitragszahler keine Rede sein. Tatsächlich werden im Zuge seiner Beitragszahlung Kosten auf ihn abgewälzt. Das ist der Sinn solch asozialer Zwangsabgaben.

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  8. @frank martin
    natürlich bin ich gegen eine zwangsversicherung. aber welcher (libertärer) mensch kann auf eine (freiwillig / private) krankenversicherung verzichten? was nichts anderes heisst, als vorsorge für existenziell bedrohliche krankheiten zu treffen (wer hat schon mal 100.000 euro für ne bypass op auf der hohen kante, oder?) um noch mal auf das thema zu kommen. der drogenjunkie, welcher privat vesichert ist, fällt durch die folgen seines drogenkonsums trotzdem der versicherungsgemeinschaft durch die freiheit des drogenkonsums zur last. wenn jetzt aus libertärer sicht krankenversicherungen in frage gestellt werden, dann muss jede form der versicherung (privathaftplicht, kfz usw) in frage gestellt werden
    beste grüße

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  9. Jonathan Danubio26. Januar 2012 um 01:47

    @anonym:

    Guten Abend,

    zunächst zum letzteren Punkt. Aus libertärer Sicht werden nicht Versicherungen an sich in Frage gestellt, sondern nur solche die auf Zwang basieren. Freiwillig soll der Mensch doch jede ihm gefällige Versicherung abschließen.
    Nun zum ersteren Punkt: Gäbe es einen freien Versicherungsmarkt (konkurrierende Anbieter), würde sich sehr schnell eine Differenzierung herausbilden. Heute werden Fußballer und Büroangestellte in einen Topf geworfen, obwohl das Risiko sich zu verletzen beim Fußball weit höher ist als beim Sitzen. Doch obwohl das Risiko der Fußballer höher ist, sind es die Beiträge nicht. Auf einem freien Markt würden sich Versicherungen für geringe Risiken (mit dementsprechend niedrigeren Beiträgen) herauskristallisieren usf. entlang der Risikoeinstufung (bspw. müssten eben Fußballer bei der Krankenversicherung wohl mehr zahlen als Lehrer, weil ihr Risiko sich zu verletzen weit höher ist). Doch wofür kaum eine Versicherung aufkommen würde (und wenn doch, so wären die Beiträge extrem hoch), wären all die Schäden, für die wir allein verantwortlich sind und die im Bereich unseres Zutuns liegen: Drogenkonsum, Alkoholismus etc. Man könnte dies bspw. vorher im Vertrag festlegen. Eine 100% Aufhebung des "auf Kosten der Anderen" ist natürlich auch bei freien Versicherungen (aufgrund ihres Wesens) nicht möglich, aber es kann doch weitaus gerechter sein.

    Gruß, Jonathan Danubio

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  10. In dem geänderten Text steht immer noch drin:

    "Das Angebot an Drogen sinkt, die Nachfrage der Junkies bleibt gleich = die Preise für Drogen steigen. Wenn aber die Preise für Drogen steigen, der Konsum der Junkies aber gleichbleibt [...]"

    Warum aber sollte die Nachfrage gleichbleiben? Wenn der Preis steigt sollte doch ceteris paribus zu erwarten sein, daß die Nachfrage sinkt.

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  11. @Ulrich Wille:
    Eben dies ist bei Drogen nicht der Fall. Werde hierzu im Laufe des Tages einen Literaturhinweis und Studien bezüglich dieser Thematik posten, sofern ich Zeit und die von mir bereits dazu gelesene Literatur finden sollte. Gruß (Tomasz M. Froelich)

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  12. Das ist die Besonderheit bei Produkten mit einem hohen Suchtfaktor. Man sagt ja auch salopp: "Wer nicht wirbt, stirbt!", was ja im Grunde genommen auch stimmt. Werbung wurde geschaffen, um Konsumenten zu generieren. Bei Produkten mit hohem Suchtfaktor, wie etwa Zigaretten, wurde deren Werbung ja in einigen Staaten verboten, der Konsum blieb trotzdem gleich. Ähnlich verhielt sich dies auch bei Steuererhöhungen auf einige Produkte. Auch hier das Beispiel der Zigaretten: Diese sind in den letzten Jahren teurer geworden, wurden aber im gleichen Maße konsumiert.

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  13. Erstens haben nicht alle Drogen einen hohen Suchtfaktor. Bei Marihuana zum Beispiel dürfte der eher niedrig sein. Zweitens möchte Ich bezweifeln, daß der Zigarettenkonsum in den letzten Jahren gleichgeblieben ist. Aber das ist hier auch nicht wichtig. Denn Ich bezweifle ja gar nicht, daß auch bei steigenden Preisen die Nachfrage gleichbleiben kann. Sie kann sogar zunehmen, wenn irgendwelche anderen Faktoren eine Rolle spielen. Wie Schweizer Ökonom schrieb:

    "Ob die Produzentenrente der Drogenhändler jedoch steigt, hängt von den Elastizitätten von Angebot und Nachfrage ab."

    Und die Elastizität mag bei "Suchtgütern" geringer sein, aber Ich glaube nicht, daß sie null ist. Zumindest kann man dies nicht als selbstverständlich voraussetzen, wie es in dem Artikel geschieht. Daher bin ich auf den von Tomasz M. Froelich angekündigten Literaturhinweis gespannt.

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  14. http://mises.org/books/prohibition.pdf
    Hier findet sich auf den ersten 40 Seiten etwas dazu, die genau Stelle werde ich noch herausfinden, bin nur gerade er müde von der Uni gekommen und ruhe mich erst einmal aus. ;)
    LG

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  15. Es passt nicht gerade hier her, aber wenn es schon mal im Text erwähnt worden ist.

    Vielleicht ist es langsam an der Zeit die Differenzierung zwischen Recht und Moral aufzugeben.

    Warum ?

    1. Weil die meisten Menschen zwischen ihrer Ethik und ihrer Moral nicht unterscheiden.

    2. Die Naturrechtlichen Axiome von Rothbard und Hoppe sind Philophisch gesehen nicht zu halten.
    Die Definition der Naturrechtler lautet wie folgt; "Ein Mensch ist frei, solange er Eingriffen in seine Freiheit freiwillig zu lässt."

    Solange ich eingriffe in meine Freiheit zu lasse, kann ich schwerlich behaupten Unfrei zu sein.

    Diese Definition ist Zirkulär, und damit Philosophisch wertlos.

    Auch wird weder bei Rothbard noch bei Hoppe ersichtlich was sie mit initiierender Gewalt und Zwang meinen.

    3. Wie können Anarchokapitalisten nun diese Zirkulität Umgehen ?

    Sie müssen Gewalt und Zwang als
    eine Art des Sonderangebots betrachten.

    Desweiteren müssen sie Zwei Entscheidungsebenen unterschieden werden, denn jeder Mensch trifft immer eine Metawahl gefolgt von einer Objektwahl.

    Bei der Metawahl Entscheidet das Individuum ob es sich überhaupt auf eine Wahl einlässt oder nicht. Erst wenn die Metawahl getroffen ist, kann das Individuum eine Optionswahl bzw. Objektwahl treffen.

    Daraus kann dann eine neue nicht Zirkuläre Definition der Individuellen Freiheit geformt werden.

    "Ein Mensch frei, solange er ein initiierendes Angebot Kostenlos ablehnen kann"

    Aus dieser Def. wird klar das Verträge erst Rechte schaffen, und nicht die Rechte die Verträge

    Diese Def. ist ein Ergebnis des Kritischen Rationalismus.

    Es ist nicht Aufgabe von A, der eine Freiheit wahrnimmt, die Rechtmäßigkeit seines Tuns zu belegen, vielmehr sei es die Aufgabe dessen, der behauptet,A
    dürfe sich die in Frage stehende Freiheit nicht nehmen, Gründe seines Einwandes vorzulegen.


    Privateigentum ist etwas vertragliches und nichts rechtliches.

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  16. Es gibt hier ein paar eklatante Missverständnisse über Drogen - dabei möchte ich vorrausschicken, dass ich Drogenkonsum keinesfalls empfehle!:

    Ich gebe dem Autor völlig recht. Aus Gründen der Freiheit und aus Gründen der gesellschaftlich-wirtschaftlichen Vernunft sollten Drogen freigegeben werden. Mal ehrlich: wer nimmt schon Heroin?

    Der illigale markt fällt komplett weg. Die Drogenmafias gehen pleite. Und die Beschaffungskriminalität fällt weg.

    Ganz wichtig: da der Stoff in z.B. Apotheken verkauft (auf Rezept im Fall harter Drogen?)100% sauber und von guter Qualität sein wird, sind die Junkies auch nicht mehr so fertig. Viele könnten ganz normal arbeiten gehen, weil die gesundheitlichen Folgen meist durch unsauberen Stoff und "Leben auf der Straße" entstehen.

    Wenn ich mir das so anschaue spricht alles für die Legalisierung
    bei gleichzeitiger unmoralischer das heißt sachlicher Aufklärung über Wirkung und Folgen.

    Wer heutzutage kiffen will, der kifft. No problem. Wer koksen will, der kokst. No Problem. Und wer Heroin braucht bekommt das meist auch recht problemlos... Allerdings immer kriminell und schlechte Qualität.

    Die ganze "subversive Aura" der Drogen wäre verschwunden wenn man das Zeug in der Apotheke bekommen könnte.

    Und in Diskussionen wo jemand argumentiert "ja dann würden ja alle..." frgat einfach zurück: "Wer der am gespräch teilnehmenden würde denn Drogen nehmen?" - Siehste!

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  17. Drogen sollten verschenkt werden, da fällt der ganze Sektor Beschaffungskriminalität weg.Denn wer kein Geld für ein anständiges Fühstück hat, weil er total bekifft seinen Job verloren hat, der muss notgedrungen seine Bedürfnisse kostenlos befriedigen können.Sonst müsste er in die Freiheit und Eigentumsrechte anderer eingreifen.
    Wachen Sie bitte auf.!
    In einem Verwaltungsgebiet, wo ich nicht einmal die Möglichkeit habe, mich frei, zwischen einer 100 Watt Glühbirne und einer Sparlampe entscheiden zu dürfen.
    Hier soll es auf jedenfall kostenlose Drogen geben, sonst ist dieses Gerede von Recht und Freiheit des einzelnen nicht mehr zu ertragen.In meiner Jugend gab es den Spruch, "du siehst dich wohl nicht?" Viele die immer alles wissen, sollten sich mal fragen, woher sie es wissen, und werden feststellen, dass max 5% aus eigener Erfahrung stammen, und der Rest gedanken anderer sind.
    Freiheit ist was anderes, tut mir sehr leid.

    Hans Erichmann

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  18. Mehr als ein logischer Schnitzer in der Argumentation, aber die wären zu korrigieren, ohne den Wesensinhalt groß zu verändern.

    Nur das entscheidende Argument wurde nicht richtig gewürdigt: Die Folgekosten.

    Wer sich vorstellen kann, den von Heroin zugerichteten Junkie tatsächlich auf der Straße (wobei der Junkie sich damit ein überproportionales Zugriffsrecht auf die Straße nehmen würde, man müßte ihn eigentlich (auf wessen Kosten) irgendwohin karren, wo es niemanden stört) sterben zu lassen, der mag für die Freigabe von Heroin sein.

    Das Problem mit all den naturrechtlichen Argumenten ist, daß man bald an den Punkt kommt, wo die ganze bestehende Gesellschaftsstruktur aufgedröselt und neuzusammengebaut gehört.
    Kann man machen.

    Aber dann bitte alles gleichzeitig. Sich die Rosinen rauspicken, nach dem Motto: Ich will koksen und haschen und wenn dann die Gemeinschaft meine Arztkosten trägt - sorry für Euch, ich bin gegen den Versicherungszwang... das ist ein wenig anarcho-sozialistisch gedacht...

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  19. Also grundsätzlich bin ich für eine Legalisierung von weichen Drogen, ABER (!!):

    Generell von einer Legalisierung von Drogen zu sprechen und jedem das Recht einzuräumen, selbst damit umzugehen halte ich für falsch.
    Der "Staat" (und ich unterstelle dem deutschen Staat jetzt mal keine bösen und selbstgerechten Absichten) verbietet Drogen nicht zum Selbstzweck. Auch ein Vergleich von Drogen und Spaziergängen halte ich bestenfalls für abenteuerlich. Warum?
    Drogen beeinflussen nicht nur die subjektive, sondern auch die objektive (bitte seht von einer philosophischen Betrachtung, ob es das überhaupt gibt ab. Ich unterstelle jetzt einfach eine vernunftbegabte Erfassung der Realität) Erfassung der Realität. D.h. ein "Konsument" unter Heroin, Kokain oder (wie sie alle heißen) ist nicht mehr dazu in der Lage die Folgen seines Handelns objektiv zu bewerten. Die Folgen für die Mitmenschen (!!!) sind nicht einzuschätzen bzw. nur mit hohem Risikofaktor abzuwägen (Was hohes Risiko für Kosten nach sich ziehen, muss ich hier glaube ich nicht erklären). Ein Junkies als Autofahrer ist wirklich (ja wirklich :) ) eine Gefahr für die Mitmenschen (und wir kennen ja den tollen Satz: Soviel Freiheit bis es die Freiheit eines anderen einschränkt).
    Das Argument: "Warum ist Alkohol dann erlaubt?" ist fadenscheinig. Alkohol ist nach dem Gesetzgeber in erster Linie ein Genussmittel (so wie es im Allgemeinen auch gebraucht wird). Der Alkoholmissbrauch ist dabei ein Problem das toleriert wird. Nur das harte Drogen wie eben Kokain oder Heroin eben kein Genussmittel sind. Es geht eben nicht "nur ein bisschen" drauf zu sein.

    @Frank Martin
    Vielleicht habe ich das gesamte System des Libertarismus nur noch nicht vollends durchdrungen, aber wohin eine völlige Deregulierung (besser Abwesenheit von Regulierung) führt, zeigt die Vergangenheit der USA. Im Zeitalter massiv steigender Behandlungskosten, durch immer aufwendigeren Behandlungsverfahren (hier seien nur die Kosten für eine MRT-Sitzung in Höhe von round about 10.000€ genannt) ist ein gemeinschaftliches Tragen der Kosten einfach notwendig. Die verpflichtete Krankenversicherung ist im Grundgedanken äußerst sozial und vor allem gerecht (ihre Ausübung in Dtl derzeit sicherlich fraglich).

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  20. @Andreas Dd
    Ist der komplette Text Ironie?

    "Wer nimmt schon Heroin?"
    Entschuldigen Sie, wenn ich Ihre Welt zum Einsturz bringe, aber ich nehme nicht an, dass jeder Heroinjunkie dazu gezwungen wurde. Gerade im jugendlichen Alter (dazu zähle ich auch die 20iger) ist man in der berühmten Versuchungsphase. Man macht es, obwohl man weiß das es schlecht ist. Es ändert aber auch nichts daran, dass man es tut. Heroin ist eine hochgradig abhängig machende Droge und kann (!) bereits nach einmaliger Anwendung starke Abhängigkeitssymptome erzeugen.

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  21. "die Arbeitslosigkeit würde aufgrund der neu entstanden Arbeitsplätze sinken; der gesellschaftliche Wohlstand würde durch den neuen Wirtschaftszweig steigen; Drogenmafias würden auseinander fallen, da ihnen nun die finanzielle Grundlage größtenteils entzogen wären"

    Wie das? Ich finde die bedingungslosen Verfechter der Legalisierung stellen sich das irgendwie arg einfach vor. Neuigkeit: In einen Markt einzutreten, heißt nicht, dass man ihn sogleich mir nichts dir nichts beherrscht.
    Wir müssen uns eine fundamentale Frage stellen. Wenn der Staat alle Drogen legalisiert, warum sollten Kriminelle dann damit aufhören, sie weiterhin illegal zu verkaufen? Den erst dann hätten wir das staatliche Monopol, bei dem alle Befürworter davon ausgehen, dass es sich schon auf wundersame Weise ergeben würde.

    Wie also könnten wir ein Monopol aufbauen? Indem wir die Kartelle preislich unterbieten! Man müsste die Wettbewerbsfähigkeit des illegalen Drogenmarktes zunichte machen. Viel Spaß dabei! Mit ihrer riesigen Gewinnmarge sind die Kartelle fähig, im Preiskampf lange zu bestehen (Heroin und Kokain kosten ohnehin nur noch halb so viel, wie noch vor zehn Jahren). Zumal sie null Bedenken befolgen müssen, wem sie ihr Zeug verkaufen und wie viel davon. Während staatliche Verkaufsstellen Auflagen erfüllen müssten (nicht an Minderjährige und begrenzte Rationierung pro Abnehmer), wären kriminelle Kreise frei von solchen Restriktionen. Und das wüsste auch jeder Junkie! Sprich: Wenn es von staatlicher Seite nichts mehr gibt, weil man sich seinen Schuss schon abgeholt hat, wo geht der Junkie dann wohl hin …..
    Noch ein Vorteil, den die Drogenkartelle am Markt haben, besteht darin, dass die Bauern alle nach Strich und Faden abgezogen werden. Kartelle müssen sich keinen Fiedlerfurz um Arbeitsrecht und dergleichen scheren. Was für moralische Standards will man denn von den Jungs in der Hinsicht erwarten? Sie bekommen ihr Zeug zum niedrigst möglichen Preis. So viel also zu der noblen Geste, einen lukrativen Wirtschaftszweig schaffen zu wollen. Denn das ist ein Luxus, den man sich im Preiskampf nicht leisten kann. Wenn wir billiger sein wollen, als die Kriminellen es sich leisten können, müssen wir auch so billig herstellen, wie es nur geht. So funktioniert Discount nun mal.

    Die Frage ist inwiefern solche legalen Drogen der Marke „recht und billig“ noch wirklich der Sache dienlich wären, Drogen eigentlich Einhalt gebieten zu wollen. Was für ein Signal sendet man an Junkies, wenn sie demnächst ihren Stoff ganz billig kriegen? Und wie gesagt: Wenn sie MEHR wollen, als Papa Staat zu bieten verantworten kann, dann werden sie schon wissen, wo sie das kriegen.

    Hinzu kommen die ganzen synthetischen Drogen, die immer mehr Gewicht einnehmen. Diese lassen sich zum Teil aus frei zugänglichen Zutaten in der eigenen Küche herstellen. Beispiel: Crystal Meth. Wie will man bitte mit so was konkurrieren? Das kann man vergessen!

    Das oft postulierte Marktmonopol ist bei weitem nicht so einfach realisierbar, wie dies Verfechter der Legalisierung von harten Drogen immer wieder unhinterfragt voraussetzen. Und selbst wenn, muss man sich Fragen: Zu welchem preis. Denn wenn man wahrhaft mit den kriminellen auf ihrem Markt konkurrieren will, dann muss man nicht nur billiger sein als sie sondern auch genauso freizügig. Und dann hätten wir nur neue Drogendealer mit Discount-Preisen und Gewerbeschein. Mal ganz davon ab, dass die Kriminellen einfach auf andere Drogenmärkte ausweichen würden (wie die spottbillig und überall herstellbaren synthetischen Drogen) und damit den Markt überschwemmen könnten (was teilweise schon geschieht).

    Fazit
    der Kampf gegen Drogen kann weder mit Waffen noch mit liberalen Hirngespinsten gewonnen werden. Denn die Kriminellen haben einen entscheidenden Vorteil. Sie können tun, was sie wollen. Der Süchtige ist ein dankbarer Kunde und wer die wenigsten moralischen Bedenken und die nötigen Mittel hat, ihn zu versorgen, wird IMMER damit Geld verdienen.

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  22. Der Artikel ist sehr interessant und es stimmt was der Autor von sich gibt, jedoch könnte man nach diesem Beispiel alle erlauben.

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  23. Das wäre auch aus libertärer Sicht nur konsequent und richtig!

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