Samstag, 29. Dezember 2012

Über die Worthülse des Kapitalismus

von Tommy Casagrande
Wenn ich oder andere Libertäre von Kapitalismus sprechen, so meinen sie nicht unser gegenwärtiges System. Für das gegenwärtige System gibt es mittlerweile so viele Worte, dass man sich nach Belieben eines herausfischen kann. Staats-Kapitalismus, Sozialismus, Semi-Sozialismus, Interventionismus, Korporatismus, Paternalismus, Demokratur, Etatismus oder auch Bananenrepublik.
Nichtsdestotrotz gibt es viele Menschen, die einen ganz anderen Begriff für das benutzen, was wir heute haben, der sich aber nicht mit dem Begriff deckt, wie er von den wenigen analysiert wird, die ihn auch verstanden haben. Kapitalismus meint nichts anderes als den freien Markt, Angebot und Nachfrage, individuelle Freiheit. Darum braucht Kapitalismus den Staat auch nicht, um zu existieren. Jene Ordnung nennt man dann Anarcho-Kapitalismus. Es gibt aber auch andere Begriffe, die das gleiche meinen. So etwa Voluntarismus, Nullstaat, Libertarismus, freie Gesellschaft.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Systemfehler im Gesundheitswesen oder: Staats-„Weise“ planen die „Revolution“ ...

von Dr. Peter J. Preusse
Wie krank die Kassenmedizin ist, braucht mir keiner zu beweisen: In meinem kleinen Erfahrungsgebiet als selbständiger Zahnarzt habe ich mehr als genug Absurdes erlebt, etwa die Eskapaden der sogenannten Wirtschaftlichkeitsprüfung („Streichquartett“), die mir zwanzig Jahre lang jedes Quartal ein paar tausend DM für unstrittig erbrachte, aber angeblich „unnötige“ Betäubungen abgezwackt hat, bis irgendwann auch der Durchschnitt – denn der ist hier der Maßstab der kranken Kassen – gemerkt hat, dass Zahnarztangst sehr nachteilig für die langfristige Zahngesundheit ist. Oder aktuell die unsinnige Aufwertung einer seltenen prothetischen Technik als Alibi für die massive Abwertung zahnerhaltender Alltagsbehandlungen. Dass es sich bei derartigen Absurditäten und Unzulänglichkeiten nicht um einzelne und also korrigierbare Webfehler handelt, sondern dass sie Ausdruck eines in sich falschen Systems sind: Gratuliere, der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Gesundheits-Oberweiser Prof. Gerlach, hat’s gemerkt, und folgerichtig will er auch nichts weniger als eine „kleine Revolution“ (1): Der Fehler sei nämlich, dass Krankheit bezahlt wird, nicht Gesundheit. Das soll jetzt anders werden, nämlich für die „Gesunderhaltung und die, wenn möglich, Gesundung“ der Kranken soll bezahlt werden, und statt dass „einzig aus betriebswirtschaftlichen Gründen viel gemacht wird, was nicht nötig ist“, schliessen sich Ärzte in „intelligenten Versorgungskonzepten“ zusammen, die durch „ein regional angepasstes Budget“ finanziert werden. In den so „integrierten Netzwerken“ können Ärzte dann in „sektorenübergreifender Kooperation“ „gemeinsam Verantwortung für die Gesunderhaltung“ übernehmen, statt, in „Konkurrenzdenken“ verhaftet, aus „betriebswirtschaftlichen Egoismen“ „isoliert für die eigene Tasche“ zu arbeiten. 

Samstag, 22. Dezember 2012

Frohe Weihnachten!

Die Welt ist nun doch nicht untergegangen und auch die Menschheit existiert noch. Für uns Grund genug all unseren Lesern festliche, geruhsame und besinnliche Weihnachten in angenehmer Gesellschaft zu wünschen. Wir verbleiben zunächst mit einem schönen, aktuell passenden Zitat des Ex-US-Präsidenten Calvin Coolidge, der zu Lebzeiten trotz seines Politikerdaseins immerhin einige ordentliche Ansätze vorweisen konnte: 

,,Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. To cherish peace and goodwill, to be plenteous in mercy, is to have the real spirit of Christmas.''
______________________ 
Wer uns ein schönes Weihnachtsgeschenk machen möchte, kann dies tun.
Wir freuen uns
über jede finanzielle Unterstützung,
über jeden Gastbeitrag, den man uns per Mail (tomek.froelich@yahoo.de) zuschickt und
über jede Kritik an uns.


Wir melden uns wieder ab dem 27. Dezember mit neuen Beiträgen!

Freitag, 21. Dezember 2012

Über den Reichtum der Reichen in einem unfreien Markt

von Tommy Casagrande
Man pflegt gerne, den Reichtum der Reichen zu verteidigen, indem man sagt, diese zu enteignen sei unmoralisch. Dem ist in der Tat nichts hinzuzufügen. Immer wieder wird gesagt, sie hätten sich diesen Reichtum erarbeitet. Auch das mag stimmen. Was man aber berücksichtigen sollte, ist, dass die Zusammensetzung der gegenwärtigen Branchenstruktur, Unternehmensgrößen, Unternehmensvielfalt, Wohlstandsverteilung das Ergebnis staatlicher Eingriffe darstellt. Wir wissen nicht, ob jene Unternehmen, die heute marktführend sind, es auch dann wären, wenn es einen freien Markt gäbe, wo all jene, die heute aufgrund staatlich induzierter Arbeitslosigkeit in sozialstaatlicher Abhängigkeit gehalten werden, in einen Zustand eintreten, wo sie zu Konkurrenten der etablierten Unternehmer werden würden.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Über utilitaristische Positionen

Utilitarist und Positivist: Jeremy Bentham
von Tommy Casagrande
Immer wieder ist in Diskussionen über utilitaristische Positionen zu lesen. In diesen werden die Konsequenzen menschlicher Handlungen erörtert. Oftmals finden diese Diskussionen dort statt, wo es um Drogen geht. Je nachdem was man unter Drogen versteht, sind damit auch Alkohol und Zigaretten gemeint.

Beispielsweise gibt es die Behauptung, die öffentliche Sicherheit würde gefährdet werden, weil Drogen oder Alkohol konsumiert werden. 
Eine öffentliche Sicherheit gibt es nicht. Es gibt nur eine private Sicherheit. Diese ist definiert anhand des Selbsteigentums eines jeden Menschen.

Auch sind es keine Dinge, die Menschen gefährden, sondern Menschen, die Menschen gefährden. Und wenn manche Menschen dies tun, dann werden sie auch in einer staatenlosen Gesellschaft bestraft. Das ist aber kein Grund dafür, denen die Freiheiten wegzunehmen, die keines Menschen Sicherheit gefährden. Wenn Cannabis bei jemandem dazu führen mag, dass er kriminell wird, dann bedeutet das nicht, dass man Cannabis verbietet, sondern dass derjenige zur Rechenschaft gezogen wird, der sich kriminell verhält. 

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft – Teil 2

F.A. Hayek: Der Staat fördert mit seiner Absicherung gegen
Arbeitslosigkeit die Fehlallokation von Arbeit und Armut
von Ralf Karnowsky
Der nachfolgende Text ist die Fortsetzung des ersten Teils

Arbeitslosigkeit
Bevor wir uns dem eigentlichen Lösungsvorschlag hinsichtlich des Problems der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit zuwenden, sollten einige Punkte im Vorfeld geklärt werden:

1. Wird es in einem ‘freien Markt’ überhaupt Menschen geben, die keine Arbeit finden?

Nun, diese Frage kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, da es bis zum heutigen Tage noch nie einen ‘freien Markt’ gegeben hat – und so kann man eben aus Erfahrung keine Erkenntnisse gewinnen. Es gibt einige Befürworter des ‘freien Marktes’, die vehement bestreiten, dass es dieses Problem geben wird. Sie gehen davon aus, dass das freie Unternehmertum dann in der Lage sein wird, jederzeit ausreichend Arbeitsplätze zu offerieren. Andere wiederum verweisen auf die „schöpferische Zerstörung, die dem Kapitalismus innewohnt“ (Joseph A. Schumpeter) und leiten aus dieser Systemeigenschaft ab, dass es immer Branchen und Berufe geben wird, die der Marktdynamik zugunsten neu entstehender Tätigkeiten zum Opfer fallen, und so eine zumindest temporäre Arbeitslosigkeit erzeugen werden.

Montag, 17. Dezember 2012

Die Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft – Teil 1

Vater des deutschen Sozialstaatübels: Otto von Bismarck
von Ralf Karnowsky
„Ich halte den europäischen Sozialstaat für die größte kulturelle Errungenschaft, welche wir Europäer im Laufe des 20. Jahrhunderts aufgebaut haben.“ Diese Worte sprach der Altkanzler Helmut Schmidt anlässlich des 100. Geburtstages des Kaiser-Wilhelm-Institutes im Januar 2011 – und der bei weitem überwiegende Teil der Deutschen teilt diese Auffassung aus voller Überzeugung, da sie der Meinung sind, dass ein staatliches Existenzsicherungssystem (a) notwendig und (b) alternativlos ist.

So ist die Saat aufgegangen, deren Samen einst Otto von Bismarck als Begründer der Sozialgesetzgebung im Deutschen Kaiserreich mit seiner Absicht ausbrachte: „Mein Gedanke war, die arbeitenden Massen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte.“

Durch diese ‘Bestechung’ erreicht der Sozialstaat in seiner heutigen Form u.a. bei den ‘arbeitenden Massen’ den Anschein einer moralischen Legitimation, da in den vergangenen 140 Jahren sich die Menschen so an einen vor- und versorgenden Staat gewöhnt haben, dass sie eine Existenzsicherung ohne diesen für schlichtweg unmöglich halten. Doch ist dem wirklich so? Das soll im Folgenden näher untersucht werden.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Die Unfähigkeit der Gesetze, oder: Appell zur Unterscheidung von Gesetzeswirkung und -Intention

von Niklas Fröhlich
Es macht fraglos betroffen, von den Opfern des jüngsten Amoklaufes in Connecticut zu hören. Umso mehr ist es überaus traurig zu sehen, wie er hierzulande aufgefasst wird - und lässt dabei das  Rechts- und Staatsverständnis von so manchem in einem überaus zweifelhaften Licht erscheinen.
So liest man unter jedem Facebookeintrag, auf jeder Newspage, spürt in jedem Fernsehbeitrag den Vorwurf, die Amerikaner seien uneinsichtige Waffennarren, ja, ihre Uneinsichtigkeit und dümmliche Skepsis gegenüber staatlicher Waffenkontrolle sei direkt mitschuldig an solchen Unglücksfällen. "Uns Europäern" oder "Deutschen", fügt man höhnisch hinzu, könnte derartiges ja kaum passieren - hierzulande sei man schließlich aufgeklärt genug um in strenge Waffenregulierung zu vertrauen.

Samstag, 15. Dezember 2012

Ein Zwischenruf von Apo, basierend auf den Gedanken Roland Baaders: Gemeinwohl-Sozialismus

Gegner aller Sozialismen: Baader
von Apo Phil
Haben sie schon einmal einen „überzeugten“, (politisch) „Linken“ auf der Straße oder in der Kneipe gefragt, was „links“ denn eigentlich bedeute? Ich gönne mir die in der Regel folgenden „Ich-stolpere-mich-irgendwie-da-durch“-Antworten, die letztlich nichts anderes zeigen, dass diejenigen im Grunde keinen blassen Schimmer haben. Sie wissen (für sich) lediglich, dass es irgendwie „cool“ und „anti“ ist und – das ist ganz wichtig – das genaue Gegenteil von „rechts“ (von letzteren „Rechten“ kommen nach meinen Erfahrungen zwar häufiger Antworten, welche ob ihrer ebenso ignoranten und dümmlichen Inhalte die Sache jedoch natürlich nicht besser machen). Doch leider, leider müssen sie immer wieder enttäuscht werden, zumal „links“ weder „cool“ (es sei denn, man empfindet staatlich legitimierten Diebstahl und Zwang „cool“), noch „anti“ , noch das genaue Gegenteil von „rechts“ ist. Im Gegenteil. Roland Baader hatte immer wieder auf dieses „Phänomen“ hingewiesen, weswegen sich dieser Zwischenruf mit eben diesem näher befassen soll.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Denunziantenplattform Wikipedia: Libertäre im Visier

von Tomasz M. Froelich
Jedem heutzutage angehenden Akademiker wird in seinen ersten Tagen an der Universität eingetrichtert, dass man die Wikipedia als wissenschaftlich irrelevante und nicht ernstzunehmende Quelle für seine Forschungsarbeiten ignorieren sollte. Jeder Vollidiot könne dort Artikel modifizieren; die Konsequenz: ein Sammelsurium manipulierter und manipulierender Beiträge, häufig geschrieben von politisch motivierten rotsozialistischen Ideologen, die ja ohnehin dafür ausreichend Zeit haben, leben sie doch häufig von den staatlichen Zwangsabgaben, die etwa von Libertären gezahlt werden (müssen). Gedankt wird mit Rufmord!

Wiki als Waffe
Trotz der Vorbehalte, die man gegen Wikipedia hat: viele schlagen trotzdem in ihr nach. Die rotsozialistischen Ideologen wissen darüber bescheid und erkennen hierin ein großes Potential, durch Modifizierung der Beiträge die Leserschaft nach eigenem Gusto zu manipulieren. Es geht auch darum, politische Gegner zu denunzieren. Dabei haben sich die Wiki-Okkupanten in letzter Zeit auf die Libertären eingeschossen: Das libertäre, individualistische, kapitalistische, leicht konservativ anmutende und gegen das Diktat der ,,political correctness'' ankämpfende Magazin ,,eigentümlich frei'' wird von linken Agitatoren auf der Wikipedia in der neurechten Ecke verordnet. Das ist gerade in der BRD eine ungünstige Positionierung, die in Bezug auf ,,eigentümlich frei'', das etwa in der Tradition von Ludwig von Mises steht, der einer der größten Freiheitsdenker und Gegner aller möglichen Sozialismen, sowohl der braunen, als auch der roten, war, völlig absurd ist. Doch das ist dem gewöhnlichen Linken egal. So schreibt Rayson auf B.L.O.G.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Kolonisation Pennsylvanias 1681-1696: Zwischen "Holy Experiment" und funktionierender Anarchie

William Penn: Gründer Pennsylvanias, dessen
Bevölkerung seiner Zeit Anarchie bevorzugte.
von Jonathan Danubio
1.      Einleitung
Pennsylvania unterschied sich von allen anderen Kolonien in Nordamerika insbesondere dadurch, dass es seit seiner systematischen Besiedlung ab 1681 de facto bis zum Jahre 1696 ein Beispiel unabsichtlicher, aber funktionierender Anarchie war. Anarchie meint in diesem Kontext zweierlei: a) die Abwesenheit von Zwangsabgaben in Form von Steuern, die bekanntlich die Grundlage jedes Staates bilden, und logisch daraus folgend b) die Abwesenheit von Zwangsherrschaft durch eine Regierung. Dauerhafte Steuern konnten in Pennsylvania erst im Jahre 1696 durchgesetzt werden. Trotz fehlenden finanziellen Substrats kam es zu vereinzelten Regierungstätigkeiten, welche jedoch so gut wie nie von der Bevölkerung, sondern (wenn überhaupt) von William Penn, dem verzweifelten Eigentümer der Kolonie, bezahlt wurden. Bei einem strengen Maßstab kann man in Pennsylvania also nur von einer relativen Anarchie sprechen.
Der Historiker Edwin B. Bronner, der als „Entdecker“ der anarchistischen Periode Pennsylvanias gilt, schrieb 1962 bezüglich seiner Motivation, ein Buch über diese Frühphase zu verfassen: „There is no thorough, well-documented, chronological study of Pennsylvania for the years 1681 to 1701. The books which are valuable for the later period are scanty during the first twenty years.”[1] Auch fünfzig Jahre später hat sich an Bronners Feststellung kaum etwas geändert. Die Dürftigkeit verfügbarer Sekundärliteratur zu diesem Thema schränkt die historische Evaluation offenkundig ein, ist aber gleichzeitig Initialzündung dieser Hausarbeit, deren primäres Ziel es ist, eine weitgehend vernachlässigte Episode der amerikanischen Koloniegeschichte vorzustellen.

Montag, 10. Dezember 2012

Schafft die EZB ab! Über das Problem des europäischen Zentralbankwesens und den evolutionären Währungswettbewerb als Alternative

von Tomasz M. Froelich
Einführung
In Europa kriselt's! Der Euro als europäische Leitwährung wird immer instabiler und EU-Staaten wie Griechenland, Portugal, Spanien und Irland stehen kurz vor dem Bankrott. Rezessionen, Massenarbeitslosigkeit und sogar bürgerkriegsähnliche Zustände, wie man sie regelmäßig auf den Straßen von Athen, Lissabon, Madrid und Dublin beobachten kann, sind die Folge. Von einem geeinten Europa, von dem man einst so lange geträumt hat, ist man gegenwärtig weit entfernt. Die gold anmutenden Sterne der Europaflagge verlieren allmählich ihren Glanz: Es ist eben nicht alles Gold, was mal geglänzt hat (manchmal handelt es sich gar nur um Papier, dazu später mehr). Doch was sind die Gründe für diese doch sehr dramatische Krise?

Gebetsmühlenartig wird im wissenschaftlichen Mainstream von einem Scheitern des ,,hemmungslosen Turbokapitalismus‘‘ gesprochen. Hierzu wird die Frage gestattet sein, ob es überhaupt sinnvoll ist, das gegenwärtige System mit Staatsquoten von teilweise über 50%, Steuern en masse, der Verstaatlichung vieler Bereiche, einer korrupt anmutenden Verflechtung von Politik und Großkapital (deren Zusammenhänge und Wechselwirkungen Max Otte in seinem neuesten Buch gut beschreibt, vgl. Otte 2011: 13-24) und einem Staat, der als Mitspieler, Regulierer, Umverteiler und Geldmonopolist auftritt, als freie Marktwirtschaft und Kapitalismus zu bezeichnen. Die Debatte darüber ist jedenfalls sehr kontrovers und Ökonomen nutzen die Gunst der Stunde, um sich ein wenig zu profilieren. Ökonomen, die diese Krise nicht vorhergesagt haben, wohlgemerkt.

Samstag, 8. Dezember 2012

Der Kardinalfehler der Individualisten

von Nicolaus Helminger
Die meisten Libertären, Anarchokapitalisten, Objektivisten und wie auch immer sich die verschiedenen Menschen der individualistischen Denkschulen nennen mögen, sehen eine Welt fernab jeder Ethik, voller Gewalt und Bevormundung. Es ist für sie evident, dass der Staat ein brutales Monster ist, das seine Untertanen ausbeutet und für 90% aller Konflikte und Probleme verantwortlich ist.
Der Staat ist dabei eine Institution, welche Gewalt an Scheinregeln bindet. Nach Gutdünken werden diese Regeln geändert, in Demokratien bekommen die Mehrheiten die Gelegenheit die Minderheit zu bestehlen. Doch auch wenn nur ein Mensch die Regeln macht, kann dieser immer noch den Rest der Bevölkerung mittels Gewalt bestehlen.
Für Individualisten ist also der Staat mit dem Recht nicht vereinbar, da Recht etwas Unveränderbares darstellt, was jeder von Geburt an besitzt. Sowohl Demokratie, als auch Feudalismus ist immer noch ein Staat, eine Institution, welche das Recht pervertiert und zu einem Handlanger von Dieben und Mördern macht.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Über Bitcoins und den Versuch, Freiheitliches auf parteipolitischem Wege zu erreichen: Aaron Koenig im Gespräch

Gut gerüstet: Aaron Koenig
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Aaron Koenig
Aaron Koenig hat eine abwechslungsreiche politische Vita hinter, und womöglich noch vor sich: Als Mitglied im Bundesvorstand der Piraten kehrte er diesen den Rücken, als er merkte, dass sozialistische Tendenzen in der Partei die libertären unterwandern würden. Später gründete er die Partei ,,Die Freiheit'', welche klassisch liberal ausgerichtet sein sollte. Das Projekt scheiterte jedoch. Nun engagiert er sich bei den Freien Wählern, vor allem wegen der EU-kritischen Haltung, die sie vertreten. Außerdem hat er vor kurzem ein neues Magazin in die Wege geleitet, welches eine erfrischende Alternative zu den Mainstream-Medien, die uns Tag für Tag überschütten, bietet. ,,BLINK'', so der Name des Magazins, hat in der aktuellen Ausgabe die Bitcoins zum Schwerpunktthema. Bitcoins könnten eines Tages den staatlichen Geldsozialismus und sein ungedecktes Papiergeld ersetzen. Aaron Koenig ist ein Fan von ihnen. Tomasz M. Froelich sprach mit ihm.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Dein Kopf ist der Ausgang und mein Wille das Ziel

von Tommy Casagrande
Es gibt Diskussionen, in denen sind nicht die Zustände menschlicher Existenzen das Thema, sondern Objekte. Zu diesen objektbezogenen Themen zähle ich drei Themen, die sehr häufig unter Menschen verbreitet sind. Dabei handelt es sich um die Themen Gott, Natur und Tier.

Gott: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich einem Gott unterwerfen, denn einem Gott sei zu dienen.
Natur: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich der Natur unterwerfen, denn die Natur ist stärker und wichtiger als wir Menschen und daher zu respektieren.
Tier: Immer wieder sagen Menschen, man solle sich den Tieren unterwerfen, denn Tiere haben Rechte und der Mensch müsse sie respektieren.

Bei diesen drei Themen fällt eines auf, nämlich, dass weder Gott, noch die Natur, noch das Tier an meiner Haustüre schellt, um mir zu erklären, was ich ab sofort nicht mehr zu tun habe und auf welche Weise ich mein Leben von nun an ändern soll.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Umweltverschmutzung als Marktversagen und das Coase-Theorem

Irrte: Ronald Coase
von Julian Schmierer
Umweltverschmutzung wird gerne als Beispiel für Marktversagen genannt. In diesem Artikel versuche ich diese weit verbreitete Behauptung zu widerlegen, dass Märkte für sogenannte Negative Externalitäten verantwortlich sind und das Coase-Theorem wird erklärt und als Willkür entlarvt. Das Coase-Theorem wurde 1960 von Ronald Coase im Artikel ,,The Problem of Social Cost'' beschrieben. Dieser Artikel handelt vor allem von sogenannten negativen Externalitäten.

Nun, was sind überhaupt Externalitäten? Als Externalität bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf unbeteiligte Marktteilnehmer. Vereinfacht gesagt also Auswirkungen, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält. Negative Externalitäten bezeichnen nun negative Auswirkungen, für die niemand eine Entschädigung erhält, zum Beispiel Rauch aus Fabriken zieht über das Land und verschmutzt die Häuser der Anwohner und diese werden dafür nicht entschädigt. Der Staat sieht dies natürlich gerne als Marktversagen, um Interventionen rechtfertigen und seinen Einflussbereich weiter ausweiten zu können. In den 1830er und 1840ern, als es quasi-libertäres Recht gab, hätte diese Verschmutzung der Häuser zu einem Gerichtsverfahren geführt, bei dem der Eigentümer des Hauses nachweisen müsste, das sein Haus von der Fabrik verschmutzt wurde. Wenn der Eigentümer dies beweisen konnte, so musste der Fabrikbesitzer Schadenersatz zahlen und wenn er sich weigerte, wäre er ins Gefängnis gekommen oder von der Gesellschaft gemieden worden, was ebenfalls einer Geldstrafe bzw. höheren Opportunitätskosten entsprechen würde.

Freitag, 30. November 2012

Über die Verantwortung

Haften Menschen persönlich, handeln sie verantwortungs-
voller. Wird Verantwortung zur Aufgabe des Staates erklärt,
kann das böse enden.
von Tommy Casagrande
Verantwortung ist eine Tugend, die nur dort entsteht, wo es einen Raum gibt, sich zu entfalten. Ein Raum beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken. Chancen und Risiken liegen in jedem Leben, das sich frei entfalten kann. Menschliches Verhalten beinhaltet Konsequenzen. Konsequenzen jedoch sind nicht absehbar, weil sie in der Zukunft liegen. Darum ist ein jedes menschliches Handeln eine Spekulation. In dieser Spekulation befindet sich die Chance, Bedürfnisse zu befriedigen, aber ebenso befindet sich darin das Risiko des Scheiterns. 
Diese Ungewissheit ist es, die zur Vorsicht mahnt. Mahnungen kann man sich zu eigen machen oder ausschlagen. Jedoch haftet der Mensch, wo er mangels Vorsicht aufgrund eines Risikos scheitert. Dieses Wissen um die Haftung, ist zugleich das Wissen um die Verantwortung. Wo ein Mensch haftet, verantwortet er sich. Er ist verantwortlich und steht dafür ein, im guten wie im schlechten. Es ist die Tatsache, dass eigenes Handeln zu Konsequenzen führt, für die man selbst gerade stehen muss, die Verantwortung zur Tugend macht. 

Mittwoch, 28. November 2012

Ein libertäres Manifest für eine neue Freiheit, ohne Zugeständnisse: Stefan Blankertz im Gespräch

Im Gespräch mit Freitum: Stefan Blankertz.
Tomasz M. Froelich im Gespräch mit Stefan Blankertz
Der promovierte Soziologe und habilitierte Pädagoge Stefan Blankertz gilt im deutschsprachigen Raum als libertäre Koryphäe. Sein ,,libertäres Manifest'' ist eines der wichtigsten freiheitlichen Werke der jüngeren Vergangenheit. Blankertz vertritt in konsequenter Weise anarchokapitalistische Positionen. Derzeit beglückt er die libertäre Community mit einer editierten Neufassung seines ,,libertären Manifests'' und einer neuen Herausgabe der deutschsprachigen Fassung von Murray Rothbards Klassiker ,,For a new Liberty''. Grund genug, ihn ein wenig zu befragen. Tomasz M. Froelich sprach mit ihm.


Ft: Herr Blankertz, Ihr ,,libertäres Manifest'' aus dem Jahre 2001 gilt als eines der wichtigsten deutschsprachigen libertären Werke der jüngeren Vergangenheit. Nun wird es erneut aufgelegt. Wie kam es dazu?

Dienstag, 27. November 2012

Über Sinti und Roma

von Tommy Casagrande
Letztens habe ich mir die Talkshow von Sandra Maischberger angetan. Normalerweise bin ich kein Freund solcher Sendungen. Doch das Thema gestern wurde durch die dort Anwesenden sehr emotionalisiert, sehr irrationalisiert und wie so oft, nicht auf Basis von Logik und Rationalität geführt. Heute möchte ich mit diesem Text eine Stellungnahme dazu abgeben. Ich beanspruche nicht, jedes Detail abzudecken, sondern jene, von denen ich überzeugt bin, dass es wichtig ist, darüber zu schreiben. Es steht somit jedem offen, auf Grundlage meiner Gedanken, selbige zu vertiefen oder auszuarbeiten.

Derzeit wird in den Medien davon berichtet, dass Asylströme von Sinti und Roma nach Deutschland fließen. Es wird behauptet, es handele sich hierbei um Wirtschaftsflüchtlinge, die das Asylrecht missbrauchen, um ein besseres Leben zu erhalten. Ist es verwerflich sich ein besseres Leben zu wünschen? Nein, denn alle Menschen streben durch ihr eigenes Handeln einen Zustand an, der sie besser stellen soll, als sie es davor waren (Ludwig von Mises - Praxeologie). Die Frage die sich also stellt, ist, ob das Asylrecht in seiner gegenwärtigen Ausformulierung das Recht beinhaltet, auch dann aufgenommen zu werden, wenn sie nicht verfolgt werden, sondern sich lediglich bessere Lebensbedingungen erhoffen. 

Montag, 26. November 2012

Privatrechtsgesellschaft: Eine Skizze einer Gesellschaft ohne Staat

Hans-Hermann Hoppe
von Christian Zulliger
(Die Ausführungen von Prof. Hoppe wurden vom Autor zwecks besserem Verständnis und Vollständigkeit teils ergänzt)
Am 23. November trafen sich geschätzte 60 Freiheitsfreunde im Modelhof in Müllheim. Die Besucher hatten sich allesamt selbst eingeladen, einige nahmen eine weite Anreise aus dem Ausland auf sich. Der Anlass war es zweifelsohne wert, denn es war nichts Geringeres als die Einweihung einer hoffentlich grossen Akademie, der Startschuss für Denker, die Suche nach einer neuen Staatsform. Der Initiator und Gründer Daniel Model war sichtlich stolz, als er verkündete, dass ab sofort einmal monatlich grosse Denker der Freiheit im Modelhof referieren werden und an allen anderen Freitagen die Akademie sich zur Reflexion, zum Denken trifft.

Als erster Referent durfte Prof. Dr. Hans Hermann Hoppe eine Skizze seiner Vorstellung einer freiheitlichen Gesellschaft darlegen. Der Rothbard-Schüler Hoppe ist ohne Zweifel einer der bekanntesten und konsequentesten liberalen Denker, seine politische Ideologie, seine paläolibertäre Sichtweise wird auch unter Radikalliberalen häufig diskutiert. Professor Hoppe holte das Publikum zu Beginn seiner Ausführungen sehr sanft ab, ein Eintritt mitten in seine Denkweise wäre für viele auch viel zu steil gewesen, die Reaktionen zeugten davon.

Freitag, 23. November 2012

Die österreichische Parteienlandschaft – ein Gruselkabinett des Etatismus?

von Johann Kaltenleithner
Wer die österreichische Parteienlandschaft in der vagen Hoffnung durchkämmt, auch nur auf ein Quantum liberales, geschweige denn libertäres Gedankengut zu stoßen, wird bald resigniert konstatieren, dass aus jener Melange aus borniertem Etatismus und erschreckend unerschütterlicher Obrigkeitsgläubigkeit, garniert mit nicht erst seit der Finanzkrise ohnehin obligaten Antikapitalismus, kaum ein Tropfen Individualismus und Eigeninitiative zu extrahieren ist.

Beginnend mit den landläufig hochgradig irreführend als „Mitte-rechts“ deklarierten Parteien gleicht das politische Spektrum Österreichs rundum einem etatistischen Gruselkabinett, das sich bestenfalls in diverse Schattierungen von Sozialdemokratie auffächern lässt und am linken Rand von den neuerdings zu grimmigen Spießbürgern mutierten Grünen abgerundet wird, die sich dem Piesacken der Staatsbürger durch immer neue Verbote, Regulierungen und Dekrete verschrieben haben – Beispiele gefällig?

Donnerstag, 22. November 2012

Über die öffentlichen Güter

von Marco Kanne
In der Tat rechtfertigen "Minarchisten", wie alle anderen Etatisten, Zwangsmonopole mit der Konstruktion des "Kollektivguts" oder genauer des "öffentlichen Guts", also letztlich mit "Externalitäten", in diesem Falle einem "externen Nutzen" jener, die nicht für die Kosten aufkommen. Dies würde angeblich dazu führen, dass das jeweilige Gut nicht mehr nachgefragt würde. Das ist natürlich weder logisch, noch empirisch haltbar und darüber hinaus Ausdruck eines zutiefst perversen, absurden Menschenbildes.

Würde jemand, nur weil auch ein anderer einen Nutzen daraus zieht, seine eigenen Bedürfnisse völlig vernachlässigen und entgegen seiner Bedürfnisse handeln? Wäre dem so, gehörte die gesamte "Österreichische Schule" in die Tonne gekloppt. Natürlich ist dem nicht so. Zeige mir den Menschen, der darauf verzichtet, sich und sein Eigentum zu schützen bzw. schützen zu lassen, wenn er sich bedroht glaubt, nur weil jemand anderes dadurch ebenfalls geschützt wäre. Tatsächlich ist es ein völlig richtiges und rationales Verhalten, dass jene, die in den Genuss eines "externen Nutzens" kommen, nicht nochmals Ressourcen aufwenden (und damit verschwenden), um ein Bedürfnis zu befriedigen, das bereits befriedigt ist.

Mittwoch, 21. November 2012

Der Markt kann alles

von Tommy Casagrande
Immer wieder stoß ich in Diskussionen auf Aussagen, die nicht logisch sind. Das merke ich beispielsweise dann, wenn der Begriff Markt darin vorkommt. Als Voluntarist bin ich überzeugt, alles was der Staat an Leistungen erbringt, lässt sich auch durch den Markt bereitstellen.

Wieso bin ich dieser Überzeugung ? 

Der Markt ist zwar als Begriff ein Abstraktum, dennoch meint er etwas ganz konkretes, ohne dass es keinen Markt geben kann - Menschen. Ein Markt besteht aus Menschen. Er besteht weder aus Kartoffeln, noch aus Porsches, sondern er besteht aus Menschen. 

Wenn ich behaupte, es gibt nichts, dass der Markt nicht hervorbringen kann, dann sage ich nichts anderes, als dass es nichts gibt, das Menschen nicht hervorbringen können. Denn, egal ob wir uns in einem Staat oder einem Markt befinden, es sind immer Menschen, die etwas hervorbringen.

Montag, 19. November 2012

Ein Zwischenruf von Roland Baader: Über das Elend der Wirtschaftswissenschaften und den Staat

Feiheitsikone Roland Baader
von Apo Phil
Marktwirtschaft oder Kapitalismus funktionieren auch dann, wenn die Beteiligten ihr Wesen und ihre inneren und verborgenen Mechanismen nicht verstehen. Zum Glück ist das so, denn da es nur wenige Personen gibt, die fundierte Kenntnisse über die komplexe Natur und die spontanen Kräfte des Marktes ihr Eigen nennen, könnte Marktwirtschaft sonst nicht stattfinden. Wenn der Markt nur funktionieren würde, wenn die Beteiligten seine komplexen Regelmechanismen kennen und verstehen, könnte es ihn nicht geben. Es würde dann nur ein winziger Bruchteil der heutigen Menschenzahl leben – und diese wenigen würden buchstäblich noch auf den Bäumen hausen. Bereits die Steinzeitmenschen kannten nämlich arbeitsteilige Prozesse und den Tauschhandel, folgten also einfachen Grundstrukturen des Marktes.

Dieser eigentlich glückliche Umstand hat jedoch einen großen, verhängnisvollen Nachteil: Die Tatsache nämlich, dass kaum jemand erkennen, ermessen und beurteilen kann, welche immensen Schäden verursacht und welche Gefahren heraufbeschworen werden, wenn die Politik am unsichtbaren und unüberschaubar komplexen Uhrwerk der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung herumschraubt.

Samstag, 17. November 2012

Die konzeptionelle Armut unseres Gesellschaftssystems

Marschroute des aktuellen Systems
von Tommy Casagrande
Um heraus zu finden, weshalb gesellschaftliche Probleme überhaupt existieren, weshalb sie sich im Laufe der Zeit oft verstärken und welche Gründe es sind, die diese Probleme entstehen lassen, braucht man sich nur in die Österreichische Schule der Nationalökonomie einzulesen. Wichtig ist, dass man etwas liest und nicht versucht, sich die Informationen aus den Medien zu holen. Denn man wird nicht viele Medien finden, die das System dermaßen scharf analysieren können. Wäre dem so, würden viele Medien nicht jene Forderungen unterstützen, die noch mehr vom falschen fordern. Wenn Geldausweitung schlecht ist, kann ich nicht noch mehr Geldausweitung fordern. Wenn ich erkenne, dass der Sozialstaat zerstörerische Kräfte entfaltet, dann wäre es nicht klug, sich vor Alternativen zu verschließen und noch mehr Sozialstaat zu fordern. Im Grunde geht es bei jedem staatlichen Eingriff um einen Gewaltakt, weil es keinem erlaubt ist, eine alternative Idee anzubieten. Das ist sicher das Übel Nummer 1. Denn wenn jemand eine bessere Idee hätte, könnte man das System somit verlassen. 

Donnerstag, 15. November 2012

Der Zins und seine Funktion im freien Markt

von Felix Hau
Geld unterliegt, wie alle anderen knappen* Güter auch, dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Wer ein Unternehmen auf- oder ausbauen will, benötigt jetzt Geld, mit dem er diverse Anschaffungen tätigt, Personal bezahlt oder sonstige Maßnahmen finanziert, die dazu führen sollen, dass die Unternehmung in Zukunft Gewinn erwirtschaftet. Seine Nachfrage nach Geld ist also hoch.

Wo bekommt jemand, der erhöhte Nachfrage nach Geld hat, dieses Geld her? Von anderen Menschen, deren Nachfrage nach Geld aktuell niedrig ist und die deshalb dazu neigen, dasjenige Geld, das sie nicht für den regelmäßig nötigen Konsum brauchen, zu sparen. Diese Sparer fungieren auf dem Markt als Anbieter von Geld – eben jenem Geld, das sie derzeit selbst nicht benötigen und also erübrigen können.

Mittwoch, 14. November 2012

Wie frei bin ich eigentlich?

Gastbeitrag von Bastian Wilkat
Der folgende Beitrag ist sehr persönlich und hat meine Ansichten zum Thema Freiheit zum Inhalt. Er soll beispielhaft darstellen, was Einfluss auf meine jetzige Überzeugung genommen hat. Dabei ist das Wort jetzig hervorzuheben. Dieser Beitrag ist ein Momentausschnitt meiner tiefen Überzeugungen und Gefühle in Bezug auf meine eigene Freiheit. Geprägt durch Erziehung, Bildung, soziales Umfeld und sicher auch durch das Internet, hat sich mein Verhalten über die Jahre geändert – mein Grundstreben nach Freiheit pocht jedoch beständig in mir.

Ich sehe Freiheit nie als etwas Absolutes – es ist immer kontext- und verhältnisabhängig. Begrifflich kann ich es gut mit Perfektion vergleichen. Auch wenn es sicher Menschen gibt, die sich die Charaktereigenschaft des Perfektionisten zuschreiben: es gibt keinen objektiv perfekten Menschen – obgleich es natürlich Verliebte gibt die sagen, dass sie den perfekten Partner hätten. Auch wenn ich da etwas Selbstbetrug unterstelle, so wäre es falsch, wenn ich mir erlaube diese Meinung in Frage zu stellen. Die entsprechende Person setzt für ihr Verständnis von Perfektion nämlich einen anderen Maßstab an als ich es tun würde. Objektive Perfektion kann es meiner Meinung nach nur in komplizierten, nicht in komplexen Systemen geben (zur Unterscheidung siehe hier). Perfektion kann jedoch auch in komplexen Systemen als anzustrebender Zustand angesehen werden. Produzierende Unternehmen, welche nach den Leanprinzipien arbeiten, streben z.B. den perfekten Fluss des Wertstroms an. Dazu gibt es u.a. regelmäßige Kaizentstehungen. Damit sollen kontinuierlich kleine Verbesserungen durchgeführt werden. Im Vergleich zu einem Innovationsprojekt ist diese Routine nie zu Ende – es geht immer noch besser und es gibt nicht den perfekten Zustand.

Dienstag, 13. November 2012

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich

Mark Twain:,,Geschichte wiederholt
sich nicht, aber sie reimt sich.''
von Tommy Casagrande
Den Geist bekommt man nicht mehr in die Flasche. Man hat ihn gerufen, um Utopie zu schaffen. Rationalität ist die Wahrheit von gestern. Heute spielen wir Roulette. Jede Ziffer und jede Farbe stellt einen Wunsch dar, der ohne das Zufallsprinzip des Glücksspielgenerators nicht zur Erfüllung gebracht werden kann. Wo das Denken zur zweiten Wahl geworden ist, ist die Illusion der neue Steuermann. Doch wohin fährt das Schiff? In einem Meer, so kalt wie tausend Nadelstiche, versucht die Illusion an den Eisbergen vorbei zu schiffen. Die Illusion ist wie ein Mensch, dessen Augen verbunden und dessen Sinne fehlgeleitet sind vom kurzfristigen Bedürfnis, das jeden Überlebensinstinkt zunichte macht. Wen der Tod holt, der hat es nicht geahnt. Während Tiere auf ihre Instinkte angewiesen sind und ihnen nichts bleibt, als die Unmöglichkeit zur Denkfähigkeit zu gelangen, überleben sie, ganz ohne Poesie, fernab der Vorstellungskraft über eine Zukunft. Doch wir Menschen, nicht mehr Tier, doch auch nicht perfekt, verleugnen unsere Stärke, weil wir es können. Wir Menschen irrlichtern fehlgeleitet, weil wir uns fehlleiten lassen. Den Illusionen geben wir nach, weil wir nicht wünschen, dass nur das Mögliche letztlich möglich ist. 

Montag, 12. November 2012

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, verliert beides

Vertreter der subjektiven
Wertlehre: Carl Menger
von Tommy Casagrande
In Diskussionen über menschliche Handlungen entsteht schnell ein Pro und Contra im Bezug darauf, wie schädlich etwas ist. Zumeist handelt es sich in solchen Diskussionen um das Rauchen oder um die Einnahme von Drogen. Was in diesen Diskursen leider unbeobachtet bleibt ist, dass dieser Diskurs lediglich um die utilitaristische Annahme der daraus resultierenden Konsequenzen einer Handlung geführt wird. Hierbei argumentiert Person A pro und Person B contra dieser menschlichen Handlung. Rauchen ist schädlich, sagt der eine, rauchen ist nicht so schädlich, sagt der andere. Drogen nehmen ist schädlich, sagt der eine, Drogen zu nehmen ist nicht so schädlich, sagt der andere. Diese inhaltliche Auseinandersetzung ist aber eigentlich komplett irrelevant. 
Schädlich kann im Leben so vieles mehr sein als nur das Rauchen oder das Einnehmen von Drogen. Schädlich kann ebenso das Essen von zu viel Fleisch sein, das Trinken von zu viel Alkohol. Es gibt wohl nur wenig im Leben, das nicht schädlich sein kann, wenn man nicht aufpasst, wenn man es übertreibt, oder wenn man einfach das Pech hat, dass der Körper nicht so reagiert wie man glaubt, denn es gibt Dinge von denen man gar nicht weiß, dass man sie nicht verträgt. Schon Heute wissen wir, dass der letzte stattgefundene Autounfall, der letzte stattgefundene Flugzeugabsturz nicht die letzten gewesen sein werden. Einfach deshalb, weil im Leben immer wieder Unfälle passieren, Fehler gemacht werden, falsch spekuliert wird. Es lässt sich keine absolute Sicherheit erlangen. Leben ist und bleibt Risiko. 

Sonntag, 11. November 2012

Neu: Kalender

Ab sofort findet man auf unserer Seite in der Menüspalte einen Kalender, der auf freiheitliche Veranstaltungen hinweist. Wenn wir einige Veranstaltungen vergessen haben sollten, so bitten wir darum, uns via Mail (tomek.froelich@yahoo.de) oder via Facebook darauf hinzuweisen.

Freitag, 9. November 2012

Die Wahl der Qual: Eine Analyse der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2012

von Tomasz M. Froelich
Das Sprichwort ,,Wer die Wahl hat, hat die Qual'' bezieht sich klassischerweise auf die Schwierigkeit, sich für eine von mehreren Alternativen entscheiden zu müssen. Bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika kam dem Sprichwort eine etwas andere Bedeutung zugute: Qual bezog sich nicht auf die Schwierigkeit, sich für eine von mehreren Alternativen entscheiden zu müssen, sondern eher auf die Unmöglichkeit eine wirkliche, mit realen Gewinnchancen ausgestattete Alternative zu Barack Obama zum Präsidenten wählen zu können. Und auf die langen Warteschlangen vor vielen Wahllokalen, die zu mehrstündigen Wartezeiten führten.

Wischiwaschi-Wahrnehmung
Das Obama-Team führte einen effizienten Wahlkampf, indem es einen künstlich aufgebauten, riesigen Gegensatz zwischen Barack Obama und Mitt Romney zeichnete und medienwirksam vermittelte. Dies führte dann, in Europa noch mehr als in Amerika, zu einem verzerrten Image beider Kandidaten, welches Mario Fleischmann wie folgt beschreibt: ,,Obama ist angeblich der gütige Wohlfahrtsstaatler, der selbstlos (mit dem Geld anderer Leute) den Armen hilft, ihnen eine Gesundheitsversorgung gibt und alles dafür tut, den „entfesselten Markt“ in Zaum zu halten, der die Welt an den Rand des Abgrunds geführt hat. Romney spielt die Rolle des bösen Kapitalisten: egoistisch, rücksichtslos, Marktfetischist und Sozialdarwinist.''

Dienstag, 6. November 2012

Menschen sind schlecht für die Umwelt

Augen auf. Scheiße, Halsschmerzen. Flur, Wohnzimmer, Küche, Cornflakes, Fernseher. “Bla bla, Krise, bla bla, entfesselte Märkte. Ein Wirbelsturm fegt auf die USA zu.” Was interessiert mich das Wetter der Alliierten. Doch als ich gerade ausschalten möchte heißt es: “Der Sturm fegt über New York hinweg, wir schalten nun live zu unserer Korrespondentin nach Potsdam.” Wie bitte? Ich wende meine Augen von den sabschigen Cornflakes ab und werfe einen Blick auf den Fernseher. Tatsächlich: Köln, Potsdam, eine Live-Schaltung. Haben die denn keinen Korrespondenten der dichter an New York dran ist … in Mönchengladbach oder so!? Doch dann wird mir klar, dass das gar nicht so absurd ist, da sich die kecke Dame bei irgendeinem meteorologischen Institut in Brandenburg befindet, um Expertenwissen einzuholen. Und nun, und das schwöre ich, stellt die Dame im Studio in Köln nur eine einzige Frage … ”Hat die globale Klimaerwärmung diesen Sturm verursacht?”

Montag, 5. November 2012

Medizinismus als Form des Faschismus

Tommy Casagrande 
Wir leben in einer Zeit, da wird in Diskussionen um Gesundheitsthemen ein jeder zum Mediziner. Ist rauchen schädlich? Und wenn ja, wie schädlich? Sollen Eltern im Beisein ihrer Kinder rauchen dürfen? Ist Impfen schädlich? Und wenn ja, wie schädlich? Sollen sich Menschen impfen lassen dürfen, oder sollte man vielleicht jedem eine Impfung aufzwingen? 
Auch unter Libertären, wobei sich die berechtigte Frage stellt, ob es sich dabei um solche handelt, ist die Antwort nicht immer frei von Zwang und Gewalt. Es gibt hier und da immer wieder mal Menschen, die von sich selber behaupten, sie stünden für Freiheit, aber sobald es um diverse Themen der Gesundheit geht, will man davon nichts mehr wissen. Das bedeutet nichts anderes, als dass das etatistische Denken nicht ganz abgelegt wurde und man sich unreflektiert der Sprache der Gewalt und des Staates bedient. 
Im Prinzip ist das alles kein Problem, wenn es keinen Zwang gibt. Sobald es irgendwo einen gesetzlichen Zwang gibt, gibt es stressige und müßige Diskussionen, in denen man sich ab einem gewissen Punkt im Kreis dreht, weil der Diskussionspartner in seiner Argumentation hüpft. Das heißt, widerlegt man eine Aussage, kehrt er zu einer Aussage zurück, die er vor 2 Minuten bereits getätigt hat. Das ist ein Dilemma bei Diskussionen, in denen nicht beide die Logik als Findung von Wahrheit akzeptieren. 

Dienstag, 30. Oktober 2012

Über die Vorbehalte menschlicher Freiheiten

,,Fast alles verboten''
von Tommy Casagrande
Da gibt es Menschen, die mit der Freiheitsidee flirten, aber zu einer Liebe reicht es nicht. Sie haben einfach zu große Vorbehalte. Vorbehalte gegen alles. Wann immer sie zu zweifeln beginnen, sind sie der Meinung, dass es am besten sei, wenn der Staat abwägen würde, ob man den Menschen etwas gestattet oder nicht. Beispielsweise das Recht auf freien Waffenbesitz, welches in dieser Erörterung nur als Beispiel dienen soll. Gewiss hätte ich auch ein ganz anderes Beispiel heranziehen können.

Angenommen jemand behaupte, das Waffenrecht müsse eine Abwägungssache sein. Was ist diesem Menschen von einem konsequent libertären Standpunkt aus mitzuteilen?

Montag, 29. Oktober 2012

Eröffnung der neuen Räumlichkeiten des Instituts für Wertewirtschaft

Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak leisten
hervorragende Arbeit an der ,,Wertewirtschaft''
Das Institut für Wertewirtschaft, eine der letzten vollkommen unabhängigen Forschungs- und Bildungsseinrichtungen im deutschsprachigen Raum, feierte am 9. Oktober 2012 die Eröffnung ihrer neuen Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe der Wiener Hauptuniversität, die Einweihung der, durch die Bibliothek von Roland Baader und Rainer Ernst Schütz erweiterte, Bibliothek und den akademischen Semesterbeginn.

Dank der Vermächtnisse der beiden Privatgelehrten und Freiheitsdenkern Roland Baader (Waghäusel) und Rainer Ernst Schütz (Wien), die dem Institut für Wertewirtschaft anvertraut wurden, befindet sich hier nun die wohl europaweit größte Bibliothek für die Ökonomie, Philosophie und Geschichte der Freiheit und eines der geistigen Zentren der Österreichischen Schule der Ökonomie.

Freitag, 26. Oktober 2012

EU und Marktwirtschaft – Blick auf den Anfang vom Ende

von Christian Zulliger
Staatsinterventionen durch Stabilitätsmechanismen und „uneingeschränkten“ Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. Man überlegt sich, wie es soweit kommen konnte, dass jegliche Marktkorrektion systematisch unterdrückt wird. Ein Blick auf den Anfang vom Ende soll mit diesem Essay gegeben werden. Die ursprüngliche Wirtschaftsverfassung der Europäischen Union basiert schliesslich auf der Vision eines „Europas der Freiheit und des Wettbewerbs“. Dies jedenfalls, wenn man dem Vertrag von Rom zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Glauben schenken mag.

Wichtige konstitutive Elemente dieser ursprünglich sehr freiheitlichen Wirtschaftsverfassung sind die Freiheit des Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs, sowie die Regeln des Wettbewerbs. Der wichtige Subsidiaritätsgedanke wurde später mit dem Vertrag von Maastricht explizit in den EG-Vertrag aufgenommen, jedoch bis dato nie gelebt. Mit dem Vertrag von Maastricht hat sich die Europäische Gemeinschaft schließlich eine Währungsverfassung gegeben, die auf Preisstabilität setzt, und für die sich die Europäische Politik verpflichtet. Des Weiteren wurde der Europäischen Zentralbank die Unabhängigkeit garantiert, eine Unabhängigkeit, die ebenfalls nie gelebt wurde. Fest steht, die Stabilität der Währung zählt zu den absolut unabdingbaren Prinzipien einer marktwirtschaftlichen Ordnung, dies sieht nicht nur der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann so. Zudem ist die verfassungsmässig garantierte Unabhängigkeit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass eine Zentralbank ihren Stabilitätsauftrag erfüllen kann.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Demokratie = Freiheit ?

von Tommy Casagrande
Du bist ein Befürworter der Demokratie? Du glaubst, die Probleme unserer Zeit bestehen in einem Verlust demokratischer Rechte? Du setzt Demokratie mit Freiheit gleich? Dann möchte ich dir an dieser Stelle gerne etwas entgegensetzen.

Ich finde, dass wir beide gleicher Meinung sein sollten darin, dass Demokratie etwas schlechtes ist. Man sagt uns zwar von Kindesbeinen an, dass die Demokratie gut sei, aber überleg mal, wer uns sowas einredet. Es sind Lehrer, die den Willen des politischen Establishment ausführen. Als Kinder waren wir manipulierbar. Jetzt können wir es hinterfragen.

Bevor du mir entgegnest, dass du deine Meinung vertrittst, will ich dir etwas über den qualitativen Unterschied der Konsequenzen unserer Meinungen sagen. Ich vertrete die Hoppe'sche Privatrechtsgesellschaft, in der es keine Fremdbestimmung und keine Mitbestimmung über Zwang gibt. In einer solchen Gesellschaft könnte ich dich zu nichts zwingen und du mich zu nichts. Was wir beide miteinander machen beruht auf freiwilliger Kooperation.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Eugen Richters ,,Sozialdemokratischen Zukunftsbilder'' als Video und Musik

Eugen Richter
Eugen Richters ,,Sozialdemokratischen Zukunftsbilder'' sahen bereits in den 1890er Jahren das vom Sozialismus ausgehende Unheil kommen und prophezeihten dieses auf ungemein prophetische Art und Weise.

Der große Historiker des deutschen Liberalismus, Ralph Raico, urteilt über das Werk wie folgt:
,,Richter sah auch voraus, daß der Versuch des Sozialismus, das gesamte Wirtschaftsleben auf zentraler Planung aufzubauen, allem Gerede über "Genossenschaften" usw. zum Trotz eine zentralisierte Lenkung durch den Staat erforderlich machen würde. So malte Richter in seinen kleinen Sozialdemokratischen Zukunftsbildern bereits ein getreues Bild dessen, was ganze Volker erst in qualvoller Erfahrung lernen mußten, daß nämlich das sozialistische Projekt die Zerstörung der Zivilgesellschaft zur Folge haben würde.''

Montag, 22. Oktober 2012

Kleines Buch zur großen Wut

von Tomasz M. Froelich
Matthias Altenburg wendet sich in seinem Buch ,,Courage'' an seine Tochter Paula. Er versucht ihr die politischen und ökonomischen Zusammenhänge dieser Welt zu erklären. Paula ist 16; ein Alter, in dem man durchaus in der Lage sein kann, diese Zusammenhänge zu begreifen. Matthias Altenburg ist 54 und begreift sie kaum.
Das Buch - eingebettet in ein Anfangs- und ein Schlusszitat von Bertolt Brecht - liefert im Grunde genommen keine neuen Erkenntnisse. Und es erklärt auch nichts.

Altlinkes Schwadronieren
Soziale Missstände in Deutschland und dem Rest der Welt werden in altlinker Manier, teilweise sogar zurecht, angeprangert. So ist Altenburgs Kritik an der Zoll- und Subventionspolitik des Westens, die die Menschen in der Dritten Welt verhungern lässt, berechtigt. Auch seine Kritik an der Politik, die dazu neigt, Allianzen mit der Großindustrie und dem Bankensektor einzugehen, um diese(n) gegen bestimmte Leistungen zu privilegieren, was dann auf Kosten der Ärmeren geht, ist grob richtig. Das Ganze dann als ,,Kapitalismus in Reinform'' zu bezeichnen ist hingegen äußerst vulgär, großer Humbug, entspricht aber dem gegenwärtigen Zeitgeist der Ahnungslosigkeit.

Samstag, 20. Oktober 2012

Über die Werbung

von Tommy Casagrande
Immer wieder bekomme ich Dinge zu hören oder zu lesen, die abstrus und unlogisch sind. Im folgenden Falle beziehen sich derlei absurde Aussagen auf das Thema Werbung: Wenn ein Werbeplakat an einer Haltestelle hinge sei man gezwungen es anzusehen. Man kann nicht wegsehen. Es würde Zwang ausgeübt werden, allein, weil es dort hängt und man hinschaut. Diese unsinnige Behauptung möchte ich im folgenden widerlegen.

Werbung ist kein Zwang. Niemals. Wenn an einer Haltestelle Werbung hängt bin ich nicht gezwungen hinzusehen. Ich kann woanders hinsehen. Niemand zwingt mich dazu hinzusehen. Bei Zwang geht es um ein Verhalten, das ein anderer Mensch mir gegenüber ausübt. Andernfalls könnte ich sonst argumentieren, dass ich gezwungen bin eine Haltestelle oder einen Bus anzusehen. Denn das was man vermeintlich gezwungen ist sich anzusehen ist nichts anderes als eine austauschbare Oberfläche. Denn unsere Augen sehen schlicht nichts anderes als Oberflächen. Somit gibt es keinen qualitativen Unterschied zwischen einer Haltestelle, einem Bus oder einem Werbeplakat. 

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wirtschaftswissenschaft, die Hure der Regierungen

Ikone des ,,wirtschaftswissenschaftlichen
Rotlichtmilieus'': Keynes.
von Christian Zulliger
Spätestens seit der ausschliesslichen Indoktrination der Keynes`schen Lehre an den meisten Universitäten hat sich die Wirtschaftswissenschaft zur Hure der Politik gemacht. Es wird gelehrt, was Mainstream ist, die Zuhälter auf den Professoren-Stühlen erklären den Studenten nicht mehr die Marktgesetze und Selbstheilungskräfte des Marktes, sondern viel mehr das, was Regierungen gerne hören: Die Legitimation von uneingeschränkten Markteingriffen (Bsp. EZB), monetaristische und zinspolitische Chirurgie am offenen Herzen des Marktes. So brauchen nach heutiger volkswirtschaftlicher Auffassung die Märkte eine Regulation und tiefgreifende Eingriffe zur Förderung der Nachfrageseite durch den Staat. Wozu das alles führt, sehen wir vor der eigenen Haustüre: Explodierende Staatsverschuldung und fiat money. Der Patient „EU“ liegt längst auf der Intensivstation, wird künstlich beatmet und mittels Herzschrittmacher mit aller Macht am Leben erhalten. Doch damit nicht genug: jetzt erst zeigt sich das wahre Gesicht der Keynesianer, die zuvor bei jeder konjunkturellen Abwärtsbewegung und jeder pingeligen Rezessionsgefahr mit ihren makroökonomischen Eingriffen (Geldmengenausweitung, Erhöhung der Staatsausgaben, Senken der Zinsen) dagegenhalten wollten.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Über rechtsphilosophische und strafrechtliche Auffassungen

von Tommy Casagrande
Das Strafrecht gibt an, was ich als Mensch und Bürger eines Staates zu unterlassen habe und was es mich kostet, wenn ich mich darüber hinwegsetze. Was auffällt, wenn man sich den Kanon des Strafrechtes ansieht, ist, dass es sich dabei um vielerlei Vergehen handelt, die intuitiv von vielen Menschen nicht als kriminelle Handlungen gesehen werden, sondern die aufgrund von medialer oder erzieherischer Wiederholung einen festen Platz in unserem kognitivem Zentrum eingenommen haben. 

Alle Arten von opferlosen Handlungen, bei denen maximal eine selbstschädigende Wirkung auftreten könnte (wie das doch bei allem sein kann, wo die Dosis das Gift macht), zählen zu diesen Handlungen. Als kriminell wurden sie nicht eingestuft, weil sie den Charakter von Gewalt oder Missachtung von Eigentumsrechten inne hatten. Als kriminell wurden sie eingestuft, weil der Charakter der Rechtsauffassung, die diese Handlungen als kriminell einstuft, ihrerseits die Eigentumsrechte missachtet und in diesem Maße selbst Gewalt anwendet. 

Montag, 15. Oktober 2012

Vom eigentlichen Nutzen des Tausches und des Geldes auf dem freien Markt

Murray Rothbard erkannte, dass nur
Marktgeld gutes Geld ist
von Tomasz M. Froelich
Der Nutzen des Tausches
Der Tausch ist die Grundlage einer jeden Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne Tausch gäbe es praktisch keine Wirtschaft. Ohne Wirtschaft gäbe es praktisch keine Gesellschaft. Das Schöne am Tausch ist, dass die Tauschenden, aus ihrer jeweiligen Perspektive, beim Tauschgeschäft einen Gewinn machen. Es herrscht zwischen getauschten Dingen aus Sicht der Tauschenden keine Wertgleichheit, wie es etwa Aristoteles, Marx und viele andere irrtümlicherweise geglaubt haben. Vielmehr ist ein Tauschgeschäft eine win-win-Situation, ein Spiel positiver Summen und kein Nullsummenspiel, ,,denn jeder bewertet das, was er im Tausch erhält, höher als das, was er weggibt'' (Rothbard 1963/2000: 15), denn sonst würde es ja für niemanden Sinn ergeben, etwas zu tauschen.

Tausch durch natürliche Mannigfaltigkeit und Arbeitsteilung
Der Tausch resultiert aus der Mannigfaltigkeit menschlicher Talente und Fähigkeiten und der Verschiedenartigkeit der erdlichen Regionen und Bodenschätze, kurzum: aus der Mannigfaltigkeit der Natur: ,,Jeder Mensch hat eine andere Kombination an Fähigkeiten und Fertigkeiten, und jeder Landstrich hat seine eigentümlichen Qualitäten, seine besonderen Vorkommen. Aus dieser äußerlichen Tatsache der Verschiedenartigkeit entstehen Tauschhandlungen'' (ibid.: 16).

Freitag, 12. Oktober 2012

Freiheit und Wohlstand durch Systemwettbewerb

Die Ära des Deutschen Bundes markiert das bisher womöglich
freiheitlichste Momentum der deutschen Geschichte.
von Steffen Krug
In der Geschichte des Abendlandes sind die großen Zivilisationen aus dem Wettstreit zwischen sprachlich und kulturell homogenen Hoheitsgebieten hervorgegangen, die im ständigen Wettbewerb um Einwohner und Kapital standen. Die Machthaber konnten nur sehr begrenzt Steuern erheben und Regulierungen festsetzen, da der freie Personen- und Warenverkehr eine  ständige Abstimmung mit den Füßen ermöglichte. Geschichtliche Beispiele für aus Systemwettbewerb hervorgegangene Hochkulturen sind die griechischen Stadtstaaten der Antike, die sieben Hügel Roms, die italienischen Stadtstaaten der Renaissance oder auch die 13 nordamerikanischen Kolonien.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Die subtile Strategie der zentralistischen EU oder: Inflation, die permanente Blutvergiftung

von Christian Zulliger
Wir steuern auf schwierige Zeiten hin. Zeiten immer stärkerer Interventionen der Politik, Zeiten in denen das Volk von den Mainstream-Medien einmal mehr bewusst dumm gehalten wird. Es ist die Zeit der Zinsmanipulation durch die Zentralbanken, der repressiven Schuldensozialisierung, verfassungswidriger Notenbankpolitik und der zunehmenden Regulierung der Finanzmärkte. Eine Rückbesinnung auf ordnungspolitische Grundgedanken wäre immens wichtig. Roland Baader, einer der grossen Freiheitsdenker unserer Zeit erkannte dies schon früh und warnte stets davor, dass Inflation kein Resultat des Marktes, sondern stets eine bewusste politische Strategie ist. Die Strategie der subtilen Enteignung durch die Notenpresse, die Strategie der Schuldentilgung des Staates auf Kosten des Privateigentums der Bürger. Diese Repression ist ein Grundpfeiler sozialistischer und etatistischer Politik, die von der grossen Menge der Bevölkerung nicht bemerkt wird. Mit aktuellen Inflationsraten von rund 2.5 % wird ein jeder Bürger jährlich um diese Rate enteignet. Bargeldhaltung lohnt sich aufgrund der hohen Opportunitätskosten nicht mehr, ein knappes Prozent Kontokorrentzins steht den eineinhalbfachen Kosten der Geldhaltung gegenüber. Die Anreize zu sparen sinken und es kommt was kommen muss: Der Bürger gibt sein Geld aus, konsumiert und verschuldet sich, der Weg in die Knechtschaft nimmt seinen Lauf.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Demokratie

von Tommy Casagrande
Demokratie ist ein Herrschaftsmodell. Es hat mit Freiheit nichts zu tun, weil dort, wo es Herrschaft gibt, notwendigerweise die Freiheit von dieser Herrschaft nicht besteht. 
Das Maß der Unfreiheit wechselt sich im Laufe der politischen Gezeiten ab und tendiert dennoch stets dazu dem Herrschaftssystem mehr und mehr Macht angedeihen zu lassen. 
In einer Demokratie bin ich der Stumpfsinnigkeit meiner interessenlosen Mitmenschen ausgeliefert. Und dort, wo ich ihnen nicht ausgeliefert bin, dort entscheiden Politiker, ohne meine Mitmenschen, über mich hinweg. Als Mensch, der die Herrschaft ablehnt, kann ich mich nirgendwo frei fühlen. Lediglich unter Gleichgesinnten besteht die Möglichkeit, sich danach zu fühlen, was formell mir nicht gegeben ist. Darum kann ich auch dem Gegensatz “EU-Bürokratur vs. demokratische Freiheit” nichts abgewinnen. Ob Menschen in Brüssel über mein Leben entscheiden oder ob das Menschen in Österreich tun, ist für mich einerlei. Wer, an welchem Ort und wie viele von ihnen über mich bestimmen: es bleibt immerzu Gewalt und Zwang, der als legitim gegen mich verstanden wird und dem ich mich zu beugen habe. 

Montag, 8. Oktober 2012

Individualismus vs. Kollektivismus: Wie viel Staat können wir uns leisten?

Erich Weede auf der ,,Free Market Road Show''
Im Rahmen der Free Market Road Show des Hayek Instituts in Wien hielt der renommierte Soziologe, Politikwissenschaftler und Psychologe Prof. Dr. Erich Weede von der Universität Bonn am 04. Oktober 2012 einen exzellenten Vortrag unter dem Titel ,,Individualismus vs. Kollektivismus: Wie viel Staat können wir uns leisten?''. Vor Ort erhielten wir die Genehmigung die schriftliche Langfassung dieses Vortrags auf unserer Seite zu veröffentlichen. Dafür danken wir Prof. Dr. Erich Weede vom ganzen Herzen.
______________ 
von Prof. Dr. Erich Weede
1. Individualismus und Kollektivismus
Das Selbsteigentum ist der Grundgedanke des  Individualismus [1]. Wenn der Mensch sich selbst gehört, dann liegt es nahe, dass auch die Früchte seiner Arbeit ihm gehören. Deshalb gehören Selbsteigentum und Privateigentum zusammen (Locke 1690/2003). Wo es Privateigentum gibt, werden einige Menschen ihre Produkte gegen die Produkte anderer Menschen tauschen wollen. Wenn beide Seiten freiwillig ein Tauschgeschäft abschließen, dann können beide ihr Wohlbefinden durch Tausch verbessern. Freie Vereinbarungen und Tauschhandel sind deshalb Ergänzungen zu Selbsteigentum und Privateigentum. In individualistischen Gesellschaften haben die Menschen die Freiheit der Wahl. Es herrscht wirtschaftliche Freiheit oder Kapitalismus.  Friedrich Engels, ein Mitverfasser des kommunistischen Manifests (Marx und Engels 1848/1966, Fussnote 1), und einer der frühesten und konsequentesten Kritiker des Sozialismus, Ludwig von Mises (1920), stimmen darin überein, dass Privateigentum an Produktionskapital den Kapitalismus kennzeichnet. Deshalb muss eine individualistische Gesellschaft auch eine kapitalistische sein. 

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Es werde Geld - Fiat-Money

von Simon Pfundstein
,,Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.'' Zitat von Henry Ford.

Bevor man großartig über Geld redet, sollte zuerst geklärt werden, was Geld eigentlich ist. Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben. In diesem berichte ich, dass Geld nicht erfunden wurde, sondern als neutrale Tauschware auf einem freien Markt entstanden ist und früher hauptsächlich in Form von Gold oder Silber existierte. Diese Edelmetalle eignen sich aufgrund von Haltbarkeit, Teilbarkeit, Transportierbarkeit, Einheitlichkeit und Marktgängigkeit besonders gut.

Banken erfüllten die Funktion der Lagerung. Diese verwahrten das eigentliche Geld für die Kunden auf und gaben ihnen dafür eine Art Quittung. Bei der Quittung handelte es sich um eine Banknote aus Papier, mit welcher man das Geld bei der Bank wieder abholen konnte. Mit der Zeit wurden nur noch die Banknoten untereinander ausgetauscht, das eigentliche Geld (Gold) blieb bei der Bank hinterlegt. Doch was wir heute als Geld kennen, war damals nur die Quittung des eigentlichen Geldes. Geldscheine sind heute nicht mehr durch einen wirklichen Wert gedeckt, es handelt sich beim Euro (und der DM) um so genanntes Fiat-Money (lat. fiat: „es werde“ Geld). 

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Die regulierte Welt

von Tommy Casagrande
Unsere Welt besteht aus Regulierungen. Jede Regulierung ist gleichzusetzen mit einer Verhinderung Menschen zusammenkommen zu lassen um miteinander zu tauschen, Ideen zu entwerfen und selbige umzusetzen. Regulierung bedeutet stets Verbot. Es ist in unserer Welt an vielen Stellen verboten, auf freiwilliger Basis, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten um zu geben, was derjenige möchte und zugleich zu erhalten, was man sich wünscht. Regulierungen behindern menschlichen Austausch von Gütern und Ideen. Umso mehr Regulierungen es gibt, desto mehr Raum bleibt übrig, in dem Menschen nicht zueinander kommen und zueinander finden. Umso mehr Raum bleibt übrig für Ideen, die verboten sind umgesetzt zu werden, woraus ein Selbstverbot folgt, gewisse Ideen überhaupt zu denken.  Der Geist stumpft ab, denn es entscheidet nur der Staat. 
In weiterer Folge begünstigt eine Regulierung somit nicht den Aufbau von Wohlstand, sondern sein Absinken. In einer Welt, in der menschlicher Austausch von Gütern, Leistungen und Ideen behindert wird durch staatliche Vorschriften, können die Menschen einander sich nicht jene Dienste erweisen, die zur Zunahme von Wohlstand führen.

Montag, 1. Oktober 2012

Voluntarismus, Monopol oder Alternative?

von Tommy Casagrande
Oft erlebe ich es, dass Diskussionen um die richtige Gesellschaftskonstruktion derart konzipiert sind, dass der Eindruck entsteht, dass ein alter König von einem neuen König ersetzt werden soll.

Derzeit ist die Idee des Staates jenes Monopol, zu dem es auf dieser Welt keine Alternative gibt. Diese Idee basiert auf der Herrschaft von Menschen über Menschen. Ein sehr zweifelhaftes Prinzip, das selbst die Minimalstaatler nicht beerdigen möchten. Nichtsdestotrotz ringen die Minimalstaatler um Einflussnahme auf das dominierende Staatskonzept, um es innerhalb des Systems zu transformieren. Bildlich gesprochen entspricht dies einem krebskranken Menschen, den man versucht, mit Hilfe einer Bestrahlungstherapie insoweit wieder herzustellen, dass er als geheilt gilt, wenngleich vereinzelte Zellen beschädigt zurückbleiben, aus denen sich neues Unheil entwickeln kann.

Samstag, 29. September 2012

Geldentstehung: Was ist Geld und was ist kein Geld?

von Simon Pfundstein
Geld ist nicht das Wichtigste. Gesundheit und Freunde sowie Spaß im Leben sind sicherlich wichtiger. Dennoch ist das Thema von Bedeutung, da wir heute doch gewissermaßen "abhängig" vom Geld sind. Die meisten Menschen inklusive Politiker und Ökonomen haben aber eine falsche Vorstellung vom Geld bzw. wissen schlicht nicht, was Geld eigentlich ist.  

Denn was wir heute als "Geld" bezeichnen, ist gar keines. Das ist so ähnlich, wie der Volksmund auch vom "Stromverbrauch" spricht, obwohl tatsächlich die elektrische Energie nicht verbraucht, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt wird (Energieerhaltung).

Geld ist als etwas natürliches spontan auf einem freien Markt entstanden, ohne das es jemand erfunden, geplant oder entworfen hat. Zur Entstehung von Geld bedarf es keinen Staat, keine Regierung, keine Zentralbank und eigentlich auch keine Privatbank.

Früher wurde Ware gegen Ware direkt getauscht, zum Beispiel drei Äpfel gegen zehn Nüsse. Das Problem dabei ist natürlich, dass ein Tauschpartner gefunden werden muss, der die Ware hat welche ich will und welcher die Ware will welche ich habe. Über einen "Umweg", den indirekten Tausch, konnte dieses Problem umgangen werden: Marktgängige Waren wurden als "Zahlungsmittel" akzeptiert, selbst dann, wenn der Händler diese Ware gar nicht benötigte. Als Beispiel nahm dann ein Handwerker als Gegenleistung auch Weizen an, obwohl er selbst dafür gar keine Verwendung hatte. Er wusste aber, dass er das Weizen auf dem Markt einfach gegen das tauschen kann, was er benötigte.

Freitag, 28. September 2012

Wie entstehen Wirtschaftskrisen? Die österreichische Konjunkturtheorie am Beispiel der US-Immobilienkrise ab 2006

Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises
von Jonathan Danubio
1.      Einleitung
Wirtschaftskrisen werden in der heutigen Zeit oftmals mit Naturkatastrophen verglichen: eines Tages brechen sie unvorhersehbar über den Menschen herein. Nach der gleichen Logik sollen Wirtschaftskrisen eben auch ein natürliches Charakteristikum des freien Marktes bzw. des Kapitalismus sein. Die Analogie zu Naturkatastrophen wird beim Umgang der sog. Mainstream-Ökonomen mit dem Ausbruch der amerikanischen Immobilienkrise im Jahre 2006 noch offenkundiger: selbsternannte, staatlich subventionierte Wirtschaftsexperten behaupten in den Medien und an den Universitäten, dass die Krise ähnlich einem Erdbeben nicht vorherzusehen war, bieten aber ausgeklügelte ex post-Erklärungen an, warum es letztlich doch so kommen musste. Eine Gruppe ökonomischer Außenseiter widerspricht diesem vermeintlich alternativlosen Fatalismus bereits seit den 1920er Jahren. Die Anhänger der Österreichischen Schule argumentieren, dass Konjunkturzyklen nichts Natürliches, sondern eine notwendige Konsequenz von übermäßigem Staatsinterventionismus sind. Wirtschaftskrisen sind demnach auch keine unvermeidbaren Naturkatastrophen, sondern staatlich erzeugt und folglich vermeidbar. 

Mittwoch, 26. September 2012

Über die zerstörerische Kraft des amerikanischen Imperialismus

von Tomasz M. Froelich
Kein Land der Welt war in den letzten Jahrzehnten in so vielen internationalen Konflikten und Kriegen involviert, wie die USA. Daher verwundert es auch kaum, dass die USA weltweit die mit Abstand höchsten Rüstungsausgaben haben. Doch wie wird dieser amerikanische Drang nach außenpolitischer Offensive und Aggression finanziert?

Krieg dank Inflation
Im Jahre 1914 wurde im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg die Golddeckungspflicht in den in ihm involvierten Staaten aufgehoben. Dies hatte zur Folge, dass die Staaten nun von ihren Zentralbanken mit so viel ungedecktem Geld beliefert werden konnten, wie sie es sich gerade wünschten. Dem Ende des Goldstandards und dem Beginn der ungedeckten und unbegrenzten Papiergeldes war Dank! Bankrott oder finanziellen Ruin hatten die Staaten aufgrund der scheinbaren ,,Zauberkraft der inflationären Finanzen [...], [die] die erforderlichen Mittel schon zur Verfügung stellen [würden]'' (Paul 2010: 57), nicht zu befürchten. Die daraus resultierende Elastizität der Geldmenge bewirkte, dass Staaten nicht mehr so sparsam mit ihren Ressourcen umgehen mussten, was wiederum dazu führte, dass sie sich nun nicht mehr davor scheuten blutige und lange Konflikte und Kriege zu führen, wie etwa den Ersten Weltkrieg.

Montag, 24. September 2012

Penis Ausschreitungen

von Moritz Ballauff
Ich gehe gerne ins Theater. Ich tue das nicht häufig, denn ich bin ja noch jung, aber wenn es passiert, dann tue ich es gerne. Doch das Problem beim Golfspielen ist nicht das Spiel, es sind die Spieler. Im Theater ist selten das Theater selbst das Problem, nein es sind die Besucher. Ein minuziös von sich eingenommener Haufen Menschen, deren schönstes Pläsier es zu sein scheint über die eigene Gefühlswelt oder andere nicht vollständig durchdrungene Abstraktionsebenen zu philosophieren. Das besondere daran ist weniger das so genannte Individuum, als die völlig verquerte Weltanschauung, die das Beobachten eines solchen zu Tage fördert. Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen a la Polanski gilt in solchen Kreisen als Kavaliersdelikt (ein Zustand, von dem so mancher CDU-Hinterbänkler nur träumen kann), das Bafög wird für Tüten-Bordeaux und Fair-Trade-Soja-Tofu-Aloe-Vera-Chips verjuxt. Ich höre eine zierliche Soziologiestudentin hinter mir. Sie hat schmale Lippen, ein starres besorgtes Gesicht und trägt ein unglaubliches Gewirr aus Wolle und etwas, das aussieht wie bunte Schamhaare. Sie flüstert: “Hast du gehört, der Putin meinte zynisch, die Strafe für Pussy Riot solle nicht zu hart ausfallen!”.  ”Chauvinistenschwein!”, bricht es gepresst, denn im Theater darf man eigentlich gar nicht reden, aus ihrer Freundin hervor. 

Samstag, 22. September 2012

Das Selbsteigentum endet nicht, weil ich mich selbst zerstöre

von Tommy Casagrande
Immer wieder wenn es um das Thema Drogen geht werden sogar jene, die sich für liberal halten, zu Faschisten im Sinne wie Mussolini dieses Wort definiert hat. Nichts außerhalb des Staates! Jedenfalls nicht beim Thema Drogen. Denn da darf es kein Pardon geben. Mit radikaler Polizeigewalt, mit der Härte des Staates muss durchgegriffen und auf Drogendealer und Konsumenten eingeprügelt werden, bis ihnen Hören und Sehen vergeht. Wenn sie dabei um's Leben kommen wie beim Konflikt in Mexiko, an der Grenze zu den USA, dann ist das Gewissen darüber, jemanden ermordet zu haben, weil die staatlichen Gesetze im Krieg gegen Drogen alles erlauben, eine Fußnote. Viel wichtiger als ein nicht mehr existierendes Menschenleben ist die Chance, die Welt um eine Nuance mehr von einem Drogendealer befreit zu haben. 

Donnerstag, 20. September 2012

Die Prohibition bewirkt das Gegenteil von ihrem angeblichen Zweck!

von Philipp Braun
Die Propaganda:
Die Prohibition bekämpft den Drogenhandel, sorgt für Sicherheit, ist Jugend und Verbraucherschutz und schreckt allgemein vom Konsum ab.

Die Realität:
Der Drogenhandel blüht und wirft Gewinne ab wie nie zuvor. Nie mussten mehr Menschen für ihn ihr Leben lassen wie derzeit in Mexiko, wo ein Krieg zwischen Militär und den Drogenkartellen tobt und ganze Regionen de facto nicht mehr unter der Kontrolle des Staates stehen. 120000 Menschen fielen ihm laut Wikipedia bisher zum Opfer.
Im französischen Marseille hat die Polizei manche Stadtteile nicht mehr unter Kontrolle, die Kartelle morden mit Sturmgewehren, verzweifelte Lokalpolitiker trommeln für einen Einsatz der Armee.
„Viel mehr scheint derzeit nicht zu wirken. Rund alle drei Wochen zerschlage die Polizei einen Drogenring, zitierte der „Figaro“ einen Ermittler. Aber genauso schnell kämen neue nach. „Das ist ein ermüdender Kampf.“
Auch in Deutschland gibt es mitunter tödliche Zwischenfälle im Drogenmilieu, zum Beispiel im Juli in Osnabrück.

Mittwoch, 19. September 2012

Terminhinweise: Ab nach Wien!

von Tomasz M. Froelich
Wer sich noch ein paar Urlaubstage nehmen kann, wäre gut beraten, diese für Anfang Oktober anzusetzen, um nach Wien - der Heimat der Austrian Economics - zu reisen, da dort innerhalb von fünf Tagen drei außerordentlich interessante Veranstaltungen stattfinden.

Es beginnt am 4. Oktober mit der Free Market Roadshow. Thema: ,,Europe at a turning point: Europe on the Road to Serfdom?'' Fragen, die auf dieser Veranstaltung thematisiert werden, sind unter anderem: Wie viel Staat können wir uns leisten? Was bringt uns wieder zurück auf den Weg zu Wachstum? Wie wird sich Europa und der Euro entwickeln?
Zu den Vortragenden gehören unter anderem Prof. Erich Weede und Dr. Michael Wohlgemuth.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns!

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